Dubai - Bau-Boom in der Wüste
In diesem Thema wurden schon 0 Auszeichnungen vergeben!
Dieses Thema wurde 15833 mal besucht und hat 47 Antworten.

Dubai - Bau-Boom in der Wüste
Ein mit Swarowski-Kristallen überzogener Platz? Ein Hochhaus, das sich um die eigene Achse dreht? Der ultimative Golfplatz? Alles ist möglich: In den Golfstaaten entstehen derzeit die höchsten Wohnhäuser und die luxuriösesten Hotels der Welt. Die Investoren überbieten sich gegenseitig mit Rekorden.
Als die ersten haushohen Schaufelbagger 2002 vor der Küste Dubais anrollten und begannen, gewaltige Mengen Sand aufzuschütten, schüttelten viele in Europa noch mit dem Kopf. Ein Bauprojekt in einer solchen Größenordnung konnte sich einfach niemand vorstellen. Die neuen künstlichen Landschaften sollen eine völlig neue Inselgruppe mitten im Meer bilden: „The Palm“ – eine gigantische Hotelanlage, die von oben betrachtet die Form eine Palme hat. Allein der „Stamm“ hat eine Länge von zwei Kilometern. Auf der Inselgruppe sollen einmal 32 Luxushotels und rund 4000 Villen stehen.
Mittlerweile schüttelt niemand mehr mit dem Kopf. „The Palm“ ist bald fertig, 75 Kilometer Strand laden zum Baden ein, in diesem Jahr sollen die ersten Gäste kommen.
Das gigantische Projekt steht für einen Bauboom ohne Beispiel. Wolkenkratzer wachsen in den Himmel, allen voran der Turm „Burj Dubai“, der mit rund 700 Meter Höhe der höchste Bau der Welt sein wird. In diesem Jahr soll außerdem ein Einkaufszentrum mit rund 1200 Geschäften fertiggestellt werden. Das 7-Sterne-Hotel„Burj-Al-Arab“ hat dagegen fast schon Staub angesetzt. Nebenbei entstehen Skipisten oder Formel-1-Strecken.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen Ferien- und Geschäftsreisende aus aller Welt gewinnen und sich damit eine alternative Einnahmequelle zum bald versiegenden Öl schaffen. Das zeigen auch die zahlreichen neuen Megaprojekte aus der Region, die auf der Immobilienmesse Mipim im französischen Cannes präsentiert wurden.
Eines von ihnen: der Pentominium Tower, den der arabische Projektentwickler Trident International Holdings (TIH) in Dubai bauen will. Mit 516 Metern Höhe wäre der 300 Millionen Euro teure Gigant der weltweit höchste Wolkenkratzer zum Wohnen.
Jede der insgesamt 120 Etagen umfasst eine Wohnfläche von 600 Quadratmetern. „Wir wollen mit dem Gebäude Luxus neu definieren. Die künftigen Bewohner werden in einem Stück Geschichte leben“, wirbt Wazir Ali Daredia, CEO von Trident.
Die zehn oberen Stockwerke werden mit einer Sky Lounge, einem Pool, einem Businesscenter, Squashplätzen, einem Theater sowie Wellnessclubs ausgestattet. In der Tiefgarage wartet ein Fuhrpark mit Luxuslimousinen, darunter ein Rolls-Royce Phantom, auf ausflugsfreudige Kundschaft.
Wer eine Suite sein Eigen nennt, bekommt eine Jacht gleich mit dazu: Für Spritztouren im Arabischen Golf steht ein vorzeigbares Exemplar zur Verfügung.
Alle öffentlichen Flächen im Pentominium Tower werden mit Swarovski-Kristallen und Audiosystemen von Bang & Olufsen garniert.
„Wir verkaufen keine Hochhäuser, sondern einen Lifestyle“, erklärt Daredia weiter. „Der offizielle Vermarktungsstart steht noch aus, trotzdem haben schon 70 Prozent der Apartments einen Käufer“, sagt Marketing-Chef Sameer Vyas.
Ein weiterer großer Spieler der Region, der vor Superlativen nicht zurückschreckt, ist Sama Dubai, ein Unternehmen, das zur 2004 gegründeten Dubai Holding gehört, der heute 20 Unternehmen angeschlossen sind. Der arabische Name „Sama“ bedeutet übersetzt „nach dem Himmel greifen“.
Mitten in Dubai entwickelt das Unternehmen das Projekt „The Lagoons Dubai“, eine parkähnliche Anlage mit künstlichen Kanälen und Seen auf einer Fläche von sechs Quadratkilometern. Luxushotels, Handelsflächen und ein Opernhaus sind neben Wohnungen und Büros Teile dieses „Stadt-in-Stadt-Projekts“. Investitionsvolumen: 18 Milliarden Dollar. Spektakuläres Highlight soll ein Ensemble aus vier verschieden hohen Wolkenkratzern werden, die sich wie züngelnde Flammen in den Himmel strecken. 2010 sollen die 57 bis 94 Stockwerke hohen Türme fertiggestellt sein.
Ebenfalls in Dubai wird der erste Wohnturm errichtet, der sich komplett um die eigene Achse drehen kann. „Times Residences“ heißt das Projekt, das bereits in der Vermarktung ist. Dabei bewegt sich nicht wie im Berliner Fernsehturm nur eine Etage, sondern das gesamte, etwa 80.000 Tonnen schwere Gebäude. „So hat man in allen 200 Apartments sieben Tage in der Woche einen 360-Grad-Panoramablick“, sagt John Davis vom internationalen Maklerverbund Colliers (UAE) in Dubai, der gerade mit der Vermarktung der Wohnungen beauftragt wurde.
Gebaut wird der drehende Wohnturm im Zentrum der City of Arabia in Dubailand.
Dass vor allem Dubai wächst, hat einfache Gründe: Es gibt genügend Platz, und genügend Geld ist dank jahrzehntelanger Ölgeschäfte ohnehin da. Josef Kleindienst, der in Dubai Ferienimmobilien an ausländische Anleger verkauft, sagt: „Die Entwickler müssen kein Kapital bei den Banken leihen, sondern bezahlen alles selbst.“
Quelle:Welt
Als die ersten haushohen Schaufelbagger 2002 vor der Küste Dubais anrollten und begannen, gewaltige Mengen Sand aufzuschütten, schüttelten viele in Europa noch mit dem Kopf. Ein Bauprojekt in einer solchen Größenordnung konnte sich einfach niemand vorstellen. Die neuen künstlichen Landschaften sollen eine völlig neue Inselgruppe mitten im Meer bilden: „The Palm“ – eine gigantische Hotelanlage, die von oben betrachtet die Form eine Palme hat. Allein der „Stamm“ hat eine Länge von zwei Kilometern. Auf der Inselgruppe sollen einmal 32 Luxushotels und rund 4000 Villen stehen.
Mittlerweile schüttelt niemand mehr mit dem Kopf. „The Palm“ ist bald fertig, 75 Kilometer Strand laden zum Baden ein, in diesem Jahr sollen die ersten Gäste kommen.
Das gigantische Projekt steht für einen Bauboom ohne Beispiel. Wolkenkratzer wachsen in den Himmel, allen voran der Turm „Burj Dubai“, der mit rund 700 Meter Höhe der höchste Bau der Welt sein wird. In diesem Jahr soll außerdem ein Einkaufszentrum mit rund 1200 Geschäften fertiggestellt werden. Das 7-Sterne-Hotel„Burj-Al-Arab“ hat dagegen fast schon Staub angesetzt. Nebenbei entstehen Skipisten oder Formel-1-Strecken.
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wollen Ferien- und Geschäftsreisende aus aller Welt gewinnen und sich damit eine alternative Einnahmequelle zum bald versiegenden Öl schaffen. Das zeigen auch die zahlreichen neuen Megaprojekte aus der Region, die auf der Immobilienmesse Mipim im französischen Cannes präsentiert wurden.
Eines von ihnen: der Pentominium Tower, den der arabische Projektentwickler Trident International Holdings (TIH) in Dubai bauen will. Mit 516 Metern Höhe wäre der 300 Millionen Euro teure Gigant der weltweit höchste Wolkenkratzer zum Wohnen.
Jede der insgesamt 120 Etagen umfasst eine Wohnfläche von 600 Quadratmetern. „Wir wollen mit dem Gebäude Luxus neu definieren. Die künftigen Bewohner werden in einem Stück Geschichte leben“, wirbt Wazir Ali Daredia, CEO von Trident.
Die zehn oberen Stockwerke werden mit einer Sky Lounge, einem Pool, einem Businesscenter, Squashplätzen, einem Theater sowie Wellnessclubs ausgestattet. In der Tiefgarage wartet ein Fuhrpark mit Luxuslimousinen, darunter ein Rolls-Royce Phantom, auf ausflugsfreudige Kundschaft.
Wer eine Suite sein Eigen nennt, bekommt eine Jacht gleich mit dazu: Für Spritztouren im Arabischen Golf steht ein vorzeigbares Exemplar zur Verfügung.
Alle öffentlichen Flächen im Pentominium Tower werden mit Swarovski-Kristallen und Audiosystemen von Bang & Olufsen garniert.
„Wir verkaufen keine Hochhäuser, sondern einen Lifestyle“, erklärt Daredia weiter. „Der offizielle Vermarktungsstart steht noch aus, trotzdem haben schon 70 Prozent der Apartments einen Käufer“, sagt Marketing-Chef Sameer Vyas.
Ein weiterer großer Spieler der Region, der vor Superlativen nicht zurückschreckt, ist Sama Dubai, ein Unternehmen, das zur 2004 gegründeten Dubai Holding gehört, der heute 20 Unternehmen angeschlossen sind. Der arabische Name „Sama“ bedeutet übersetzt „nach dem Himmel greifen“.
Mitten in Dubai entwickelt das Unternehmen das Projekt „The Lagoons Dubai“, eine parkähnliche Anlage mit künstlichen Kanälen und Seen auf einer Fläche von sechs Quadratkilometern. Luxushotels, Handelsflächen und ein Opernhaus sind neben Wohnungen und Büros Teile dieses „Stadt-in-Stadt-Projekts“. Investitionsvolumen: 18 Milliarden Dollar. Spektakuläres Highlight soll ein Ensemble aus vier verschieden hohen Wolkenkratzern werden, die sich wie züngelnde Flammen in den Himmel strecken. 2010 sollen die 57 bis 94 Stockwerke hohen Türme fertiggestellt sein.
Ebenfalls in Dubai wird der erste Wohnturm errichtet, der sich komplett um die eigene Achse drehen kann. „Times Residences“ heißt das Projekt, das bereits in der Vermarktung ist. Dabei bewegt sich nicht wie im Berliner Fernsehturm nur eine Etage, sondern das gesamte, etwa 80.000 Tonnen schwere Gebäude. „So hat man in allen 200 Apartments sieben Tage in der Woche einen 360-Grad-Panoramablick“, sagt John Davis vom internationalen Maklerverbund Colliers (UAE) in Dubai, der gerade mit der Vermarktung der Wohnungen beauftragt wurde.
Gebaut wird der drehende Wohnturm im Zentrum der City of Arabia in Dubailand.
Dass vor allem Dubai wächst, hat einfache Gründe: Es gibt genügend Platz, und genügend Geld ist dank jahrzehntelanger Ölgeschäfte ohnehin da. Josef Kleindienst, der in Dubai Ferienimmobilien an ausländische Anleger verkauft, sagt: „Die Entwickler müssen kein Kapital bei den Banken leihen, sondern bezahlen alles selbst.“
Quelle:Welt
Dubai: Günstiger Wohnraum gesucht
Bau von Luxus-Immobilien geht am Bedarf vorbei
Die makroökonomische Situation in Kombination mit einer investorenfreundliche Politik sind nach Einschätzung des US-Immobilien-Dienstleisters CB Richard Ellis (CBRE) für die bislang anhaltend gute Entwicklung des Immobilienmarkts in Dubai verantwortlich. Positive Trends werden sowohl im Büro- als auch im Wohnimmobiliengeschäft registriert, heißt es in einer aktuellen Marktanalyse. Dubai positioniere sich weiterhin als größte und am schnellsten wachsende Handelsdrehscheibe in der Golfregion. Der weitere Ausbau der Wirtschaftssparten Tourismus, Handels und Dienstleistungen verstärke den Ruf nach adäquaten Immobilien.
Wenig Spielraum bei Mieten
Dennoch erklärt CBRE, dass man bei den Mieten in den beiden kommenden Quartalen keinen weiteren Anstieg erwarte. Nach dem Erlass des „Rent Cap Law“ 2007, das eine maximal siebenprozentige Mietzinserhöhung für das Jahr 2007 (nach 15 Prozent im Jahr 2006) erlaube, versuche man die Liegenschaften Dubais nun interessanter und wettbewerbsfähiger zu machen. Zum Ende des ersten Quartals 2007 habe die jährliche Quadratmetermiete im Retailbereich in Dubai zwischen 2.690 und 4.300 Dirham (AED) gelegen. Das sind rund 550 bis 880 Euro.
Büromarkt boomt
Besonders der Büroimmobilienmarkt habe durch Verzögerungen bei Bauprojekten und einer stark wachsenden Wirtschaft eine Erhöhung der Mieten erfahren, so CBRE. Die Spitzenmieten im Bürosektor hätten gegenüber dem vierten Quartal 2006 um 17 Prozent auf 770 Euro pro Quadratmeter im ersten Quartal 2007 zugelegt und würden damit Dubai auf Platz zehn der teuersten Bürostandorte weltweit katapultieren. Zum Vergleich: In der aktuellen weltweiten CBRE-Büromarkstudie führt das Londoner West End mit einer Jahresmiete von rund 1.950 Euro je Quadratmeter. Die Spitzenbüromieten in Frankfurt liegen beispielsweise bei rund 491 Euro. Kurzfristig könnte dieser Trend anhalten, so CBRE weiter, denn ein Gleichziehen von Angebot und Nachfrage infolge einer Reihe von Fertigstellungen prognostizieren die Immobilienexperten aus Los Angeles erst für das Jahr 2009. Einem Bericht der Analysten von Colliers International zufolge, entspricht das Flächenvolumen aller derzeit im Bau befindlichen Bürogebäude im Emirat bereits 90 Prozent des bisherigen Bestandes.
Zeit der steigenden Mieten vorbei
Noch kritischer wird die Situation vor Ort gesehen. Laut eine Umfrage unter mehr als 300 Maklern und Immobilienberatern, übersteigt das Angebot mittlerweile bei weitem die Nachfrage. Fast Dreiviertel der von DSL Exhibitions, einem auf Immobilienmessen im arabischen Raum spezialisierten Unternehmen, Befragten geht davon aus, dass die Mieten im kommenden Jahr nicht weiter steigen. 21 Prozent rechnen sogar fest mit fallenden Mieten.
Billiger Wohnen
Gerade die Nachfrage nach günstigen Wohnimmobilien habe im Vergleich zu vorangegangenen Jahren im ersten Quartal 2007 kräftig zugenommen, schreiben die Immobilien-Experten von CBRE. Vor allem ausländische Arbeitskräfte würden verstärkt nach Niedrig-Preis-Projekten in diesem Sektor suchen, die sie sich auch leisten auch können. Mittlerweile hätten sowohl die Regierung als auch private Investoren das Problem erkannt und suchten nach Lösungen. Immer deutlicher scheint sich abzuzeichnen, dass der Fokus des Baubooms in Dubai auf das Luxussegment am eigentlichen Bedarf vorbei geht, da die Mehrheit der knapp 1,6 Millionen Einwohner Dubais vor allem ausländische Gastarbeiter sind, die wohl kaum über die finanziellen Mittel verfügen dürften, am teuersten Bürostandort der Golfregion zu investieren.
Quelle: FONDS professionell
Bau von Luxus-Immobilien geht am Bedarf vorbei
Die makroökonomische Situation in Kombination mit einer investorenfreundliche Politik sind nach Einschätzung des US-Immobilien-Dienstleisters CB Richard Ellis (CBRE) für die bislang anhaltend gute Entwicklung des Immobilienmarkts in Dubai verantwortlich. Positive Trends werden sowohl im Büro- als auch im Wohnimmobiliengeschäft registriert, heißt es in einer aktuellen Marktanalyse. Dubai positioniere sich weiterhin als größte und am schnellsten wachsende Handelsdrehscheibe in der Golfregion. Der weitere Ausbau der Wirtschaftssparten Tourismus, Handels und Dienstleistungen verstärke den Ruf nach adäquaten Immobilien.
Wenig Spielraum bei Mieten
Dennoch erklärt CBRE, dass man bei den Mieten in den beiden kommenden Quartalen keinen weiteren Anstieg erwarte. Nach dem Erlass des „Rent Cap Law“ 2007, das eine maximal siebenprozentige Mietzinserhöhung für das Jahr 2007 (nach 15 Prozent im Jahr 2006) erlaube, versuche man die Liegenschaften Dubais nun interessanter und wettbewerbsfähiger zu machen. Zum Ende des ersten Quartals 2007 habe die jährliche Quadratmetermiete im Retailbereich in Dubai zwischen 2.690 und 4.300 Dirham (AED) gelegen. Das sind rund 550 bis 880 Euro.
Büromarkt boomt
Besonders der Büroimmobilienmarkt habe durch Verzögerungen bei Bauprojekten und einer stark wachsenden Wirtschaft eine Erhöhung der Mieten erfahren, so CBRE. Die Spitzenmieten im Bürosektor hätten gegenüber dem vierten Quartal 2006 um 17 Prozent auf 770 Euro pro Quadratmeter im ersten Quartal 2007 zugelegt und würden damit Dubai auf Platz zehn der teuersten Bürostandorte weltweit katapultieren. Zum Vergleich: In der aktuellen weltweiten CBRE-Büromarkstudie führt das Londoner West End mit einer Jahresmiete von rund 1.950 Euro je Quadratmeter. Die Spitzenbüromieten in Frankfurt liegen beispielsweise bei rund 491 Euro. Kurzfristig könnte dieser Trend anhalten, so CBRE weiter, denn ein Gleichziehen von Angebot und Nachfrage infolge einer Reihe von Fertigstellungen prognostizieren die Immobilienexperten aus Los Angeles erst für das Jahr 2009. Einem Bericht der Analysten von Colliers International zufolge, entspricht das Flächenvolumen aller derzeit im Bau befindlichen Bürogebäude im Emirat bereits 90 Prozent des bisherigen Bestandes.
Zeit der steigenden Mieten vorbei
Noch kritischer wird die Situation vor Ort gesehen. Laut eine Umfrage unter mehr als 300 Maklern und Immobilienberatern, übersteigt das Angebot mittlerweile bei weitem die Nachfrage. Fast Dreiviertel der von DSL Exhibitions, einem auf Immobilienmessen im arabischen Raum spezialisierten Unternehmen, Befragten geht davon aus, dass die Mieten im kommenden Jahr nicht weiter steigen. 21 Prozent rechnen sogar fest mit fallenden Mieten.
Billiger Wohnen
Gerade die Nachfrage nach günstigen Wohnimmobilien habe im Vergleich zu vorangegangenen Jahren im ersten Quartal 2007 kräftig zugenommen, schreiben die Immobilien-Experten von CBRE. Vor allem ausländische Arbeitskräfte würden verstärkt nach Niedrig-Preis-Projekten in diesem Sektor suchen, die sie sich auch leisten auch können. Mittlerweile hätten sowohl die Regierung als auch private Investoren das Problem erkannt und suchten nach Lösungen. Immer deutlicher scheint sich abzuzeichnen, dass der Fokus des Baubooms in Dubai auf das Luxussegment am eigentlichen Bedarf vorbei geht, da die Mehrheit der knapp 1,6 Millionen Einwohner Dubais vor allem ausländische Gastarbeiter sind, die wohl kaum über die finanziellen Mittel verfügen dürften, am teuersten Bürostandort der Golfregion zu investieren.
Quelle: FONDS professionell
Dubais Immobilienpreise steigen und steigen.
Die alljährliche Immobilien-Messe Cityscape in Dubai ist ein Basar für milliardenschwere Großprojekte. Dass solche Investitionen wohl überlegt sein sollten, ist eine Ansicht, die dort anscheinend wenig Verbreitung findet. Die feil gebotenen Gebäude stehen als Modelle da, der erste Spatenstich ist noch nicht gemacht. Dennoch werden binnen Stunden die Etagen ganzer Bürotürme verkauft. Ein bisschen geht es zu wie auf dem Pferdemarkt: Indische und persische Oligarchen wetteifern mit saudischen Ölprinzen um die Mähre mit der schönsten Blesse und dem strahlendsten Gebiss.
"Ganz interessant" - so äußern sich hingegen die Vertreter deutscher Immobilienfonds oder Beteiligungsgesellschaften zum Thema Investment in den Emiraten. Sie sind zurückhaltend, wollen den Markt beobachten und erst in den nächsten vier bis fünf Jahren mitmischen. Angesichts des rapiden Preisanstiegs und der hohen Wiederverkaufsmargen könnte man meinen, dass die deutschen Unternehmen wieder einmal einen Markteinstieg verschlafen. Die Expertisen klingen verlockend, für Unternehmen wie für Privatinvestoren. Da die wichtigsten Immobilienentwickler Dubais der herrschenden Maktoum-Familie angehören und diese mit ihrem Namen bürgt, ist die Immobilie selbst Garantie genug für großzügige Kredite ohne langwierige Bonitätsprüfung.
Besteht kein Vermögen, benötigen Privatinvestoren einen Gehaltsnachweis für mindestens sechs Monate, wobei das Einkommen so hoch sein muss, dass nicht mehr als 40 Prozent davon für die monatliche Finanzierungsrate aufzubringen sind - bei einer Laufzeit von 20 Jahren. Auch wird darauf geachtet, dass keine weiteren belastenden Kredite laufen. Dann ist eine Finanzierung von bis zu 97 Prozent möglich, vorausgesetzt, der Eigenanteil geht in bar über den Tresen. In den vergangenen Jahren wurden Luxusimmobilien oft vom Reißbrett weggekauft. Manche Investoren verdoppelten und verdreifachten den Wert, bevor der Bau fertig gestellt war. Aber wie groß ist die Chance, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird? Wird sich der durchschnittliche Preis weiter nach oben schrauben?
Die Nachfrage ist nach wie vor groß. Einige Analysten warnen jedoch davor, dass die Blase platzen könnte. Eine Studie der Investmentbank EFG Hermes belegt, dass gerade im Luxus-Segment deutlich über Bedarf gebaut wird. Das derzeitige Bevölkerungswachstum der Emirate beträgt knapp sechs Prozent jährlich. Die Gastarbeiter aus Amerika, Südostasien und Europa sollen, so die Prognose, jährlich zwischen 40.000 und 50.000 neue Wohnungen benötigen. Bis Ende 2008 werden allerdings 208.000 neue Wohneinheiten auf den Markt kommen. Davon sind knapp 200.000 Einheiten eher Luxus-Domizile.
Da die Studie auch die Wenig- und Fast-Nichts-Verdiener berücksichtigt, kommt tatsächlich nur für 30 Prozent der Gastarbeiter der Kauf eines Luxus-Appartements in Frage. Wer soll also in den vornehmen Appartements und Stadtpalästen absteigen? Die Handelskammer Dubai stellt sich derzeit dieselbe Frage. Es müsse, so die Einschätzung der örtlichen Experten, mit Leerstand und Preisverfall gerechnet werden.
Noch wird die Nachfrage künstlich hochgehalten. Wenn die besagten Wohneinheiten fertig gestellt sind und die Immobilienmakler versuchen müssen, noch nicht verkaufte Objekte an den Mann zu bringen, könnten die Preise wieder sinken. Man geht eher davon aus, dass sich die derzeit überhitzten Preise auf einem niedrigeren Niveau stabilisieren werden. Denn in Dubai entstehen immer neue Wirtschaftszweige, was insgesamt auf ein langfristiges Wachstum hoffen lässt, auch wenn sich einige der ehrgeizigen Entwicklungsprojekte der Herrscherfamilie nicht durchsetzen werden.
Weil auch internationale Unternehmen mit Wachstum rechnen, entwickelt sich das Segment Gewerbeimmobilien gut. Rund zwei Jahre, so schätzen Experten, werde die Nachfrage nach Büros und Ladenflächen noch größer sein als das vorhandene Angebot. Sehr beliebt sind die Viertel Business Bay, unweit vom neu entstehenden Geschäftsviertel um den Burj Dubai, sowie Jumeirah Lake, wo Bürotürme inmitten einer reinen Wohnsiedlung wachsen. Pionier dieses Konzepts ist das Bauunternehmen Al-Fajer Properties. Die neuen imposanten Bauten stehen direkt am See. Die Arbeitswege sollen kurz sein. Keine Staus mehr auf der Sheikh Zayed Road, sondern ein Spaziergang auf der Promenade, um zur Arbeit zu gelangen - eine kostspielige Lösung für ein dringliches Problem, denn nichts schränkt die Lebensqualität in Dubai derzeit mehr ein als der Verkehr.
Unternehmer bekommen mit dem Kauf in Jumeirah nicht nur eine Immobilie, sondern zudem eine so genannte Freezone-Lizenz, eine auf 50 Jahre ausgestellte Garantie für steuerfreies Geschäftemachen. Ob es weiterhin ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den Emiraten geben wird, ist unklar, doch für Firmen, die ohnehin im Nahen Osten und auf den angrenzenden asiatischen Märkten operieren, etwa für Logistiker, ist diese Variante interessant.
Die Zurückhaltung der Deutschen hängt indes nicht nur mit der Preisentwicklung zusammen, sondern auch mit der unzureichenden Gesetzeslage. Erst vor einem Jahr wurde eine Novelle verabschiedet, die den Kauf und Verkauf von Immobilien in Dubai regelt. So ein liberales Baurecht würde sich in Deutschland mancher Schlossherr wünschen. Andererseits gibt es wenig bis gar keine staatliche Kontrolle.
Zwar werben viele Unternehmen mit Star-Architekten, doch sieht man jetzt schon zerfallende Fassaden und renovierungsbedürftige Gebäude. Die Qualitätsstandards lassen zu wünschen übrig. Nach Ansicht des Vorstands der deutschen Hochtief Construction AG nutzt die chinesische und koreanische Konkurrenz diesen Umstand, um Billigware an den Mann zu bringen. Dubai baut nicht für die Ewigkeit.
Vertrauen in deutsche Wertarbeit - mit dieser Idee wirbt ein anderes Projekt: der German Business Park. Es soll deutsch entworfen und gebaut werden, Wohn- und Büroeinheiten werden kombiniert. Ob dadurch, wie es die Entwickler sich wünschen, ein "deutsches Viertel" entsteht, hängt jedoch von anderen Qualitätsmerkmalen ab als von Bauhaus-Flair oder Kuckucksuhren-Ambiente. Solche Accessoires werden sich vermutlich auch in den Luxus-Wohnungen der künstlichen Insel "The Palm Jumeirah" finden. Dort zu kaufen ist derzeit wohl eher Spekulation als sichere Kapitalanlage. Wer sich reif für die Insel fühlt und das nötige Kleingeld zur Hand hat, dem ist das sicherlich egal. Der Immobilienmarkt Dubais bleibt interessant, weil er sich beweglich und anpassungsfähig verhält. Und das ist wichtiger als kurzfristige, spektakuläre Amplituden auf dem Preisindex.
Quelle: zenithonline
Die alljährliche Immobilien-Messe Cityscape in Dubai ist ein Basar für milliardenschwere Großprojekte. Dass solche Investitionen wohl überlegt sein sollten, ist eine Ansicht, die dort anscheinend wenig Verbreitung findet. Die feil gebotenen Gebäude stehen als Modelle da, der erste Spatenstich ist noch nicht gemacht. Dennoch werden binnen Stunden die Etagen ganzer Bürotürme verkauft. Ein bisschen geht es zu wie auf dem Pferdemarkt: Indische und persische Oligarchen wetteifern mit saudischen Ölprinzen um die Mähre mit der schönsten Blesse und dem strahlendsten Gebiss.
"Ganz interessant" - so äußern sich hingegen die Vertreter deutscher Immobilienfonds oder Beteiligungsgesellschaften zum Thema Investment in den Emiraten. Sie sind zurückhaltend, wollen den Markt beobachten und erst in den nächsten vier bis fünf Jahren mitmischen. Angesichts des rapiden Preisanstiegs und der hohen Wiederverkaufsmargen könnte man meinen, dass die deutschen Unternehmen wieder einmal einen Markteinstieg verschlafen. Die Expertisen klingen verlockend, für Unternehmen wie für Privatinvestoren. Da die wichtigsten Immobilienentwickler Dubais der herrschenden Maktoum-Familie angehören und diese mit ihrem Namen bürgt, ist die Immobilie selbst Garantie genug für großzügige Kredite ohne langwierige Bonitätsprüfung.
Besteht kein Vermögen, benötigen Privatinvestoren einen Gehaltsnachweis für mindestens sechs Monate, wobei das Einkommen so hoch sein muss, dass nicht mehr als 40 Prozent davon für die monatliche Finanzierungsrate aufzubringen sind - bei einer Laufzeit von 20 Jahren. Auch wird darauf geachtet, dass keine weiteren belastenden Kredite laufen. Dann ist eine Finanzierung von bis zu 97 Prozent möglich, vorausgesetzt, der Eigenanteil geht in bar über den Tresen. In den vergangenen Jahren wurden Luxusimmobilien oft vom Reißbrett weggekauft. Manche Investoren verdoppelten und verdreifachten den Wert, bevor der Bau fertig gestellt war. Aber wie groß ist die Chance, dass sich diese Entwicklung fortsetzen wird? Wird sich der durchschnittliche Preis weiter nach oben schrauben?
Die Nachfrage ist nach wie vor groß. Einige Analysten warnen jedoch davor, dass die Blase platzen könnte. Eine Studie der Investmentbank EFG Hermes belegt, dass gerade im Luxus-Segment deutlich über Bedarf gebaut wird. Das derzeitige Bevölkerungswachstum der Emirate beträgt knapp sechs Prozent jährlich. Die Gastarbeiter aus Amerika, Südostasien und Europa sollen, so die Prognose, jährlich zwischen 40.000 und 50.000 neue Wohnungen benötigen. Bis Ende 2008 werden allerdings 208.000 neue Wohneinheiten auf den Markt kommen. Davon sind knapp 200.000 Einheiten eher Luxus-Domizile.
Da die Studie auch die Wenig- und Fast-Nichts-Verdiener berücksichtigt, kommt tatsächlich nur für 30 Prozent der Gastarbeiter der Kauf eines Luxus-Appartements in Frage. Wer soll also in den vornehmen Appartements und Stadtpalästen absteigen? Die Handelskammer Dubai stellt sich derzeit dieselbe Frage. Es müsse, so die Einschätzung der örtlichen Experten, mit Leerstand und Preisverfall gerechnet werden.
Noch wird die Nachfrage künstlich hochgehalten. Wenn die besagten Wohneinheiten fertig gestellt sind und die Immobilienmakler versuchen müssen, noch nicht verkaufte Objekte an den Mann zu bringen, könnten die Preise wieder sinken. Man geht eher davon aus, dass sich die derzeit überhitzten Preise auf einem niedrigeren Niveau stabilisieren werden. Denn in Dubai entstehen immer neue Wirtschaftszweige, was insgesamt auf ein langfristiges Wachstum hoffen lässt, auch wenn sich einige der ehrgeizigen Entwicklungsprojekte der Herrscherfamilie nicht durchsetzen werden.
Weil auch internationale Unternehmen mit Wachstum rechnen, entwickelt sich das Segment Gewerbeimmobilien gut. Rund zwei Jahre, so schätzen Experten, werde die Nachfrage nach Büros und Ladenflächen noch größer sein als das vorhandene Angebot. Sehr beliebt sind die Viertel Business Bay, unweit vom neu entstehenden Geschäftsviertel um den Burj Dubai, sowie Jumeirah Lake, wo Bürotürme inmitten einer reinen Wohnsiedlung wachsen. Pionier dieses Konzepts ist das Bauunternehmen Al-Fajer Properties. Die neuen imposanten Bauten stehen direkt am See. Die Arbeitswege sollen kurz sein. Keine Staus mehr auf der Sheikh Zayed Road, sondern ein Spaziergang auf der Promenade, um zur Arbeit zu gelangen - eine kostspielige Lösung für ein dringliches Problem, denn nichts schränkt die Lebensqualität in Dubai derzeit mehr ein als der Verkehr.
Unternehmer bekommen mit dem Kauf in Jumeirah nicht nur eine Immobilie, sondern zudem eine so genannte Freezone-Lizenz, eine auf 50 Jahre ausgestellte Garantie für steuerfreies Geschäftemachen. Ob es weiterhin ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den Emiraten geben wird, ist unklar, doch für Firmen, die ohnehin im Nahen Osten und auf den angrenzenden asiatischen Märkten operieren, etwa für Logistiker, ist diese Variante interessant.
Die Zurückhaltung der Deutschen hängt indes nicht nur mit der Preisentwicklung zusammen, sondern auch mit der unzureichenden Gesetzeslage. Erst vor einem Jahr wurde eine Novelle verabschiedet, die den Kauf und Verkauf von Immobilien in Dubai regelt. So ein liberales Baurecht würde sich in Deutschland mancher Schlossherr wünschen. Andererseits gibt es wenig bis gar keine staatliche Kontrolle.
Zwar werben viele Unternehmen mit Star-Architekten, doch sieht man jetzt schon zerfallende Fassaden und renovierungsbedürftige Gebäude. Die Qualitätsstandards lassen zu wünschen übrig. Nach Ansicht des Vorstands der deutschen Hochtief Construction AG nutzt die chinesische und koreanische Konkurrenz diesen Umstand, um Billigware an den Mann zu bringen. Dubai baut nicht für die Ewigkeit.
Vertrauen in deutsche Wertarbeit - mit dieser Idee wirbt ein anderes Projekt: der German Business Park. Es soll deutsch entworfen und gebaut werden, Wohn- und Büroeinheiten werden kombiniert. Ob dadurch, wie es die Entwickler sich wünschen, ein "deutsches Viertel" entsteht, hängt jedoch von anderen Qualitätsmerkmalen ab als von Bauhaus-Flair oder Kuckucksuhren-Ambiente. Solche Accessoires werden sich vermutlich auch in den Luxus-Wohnungen der künstlichen Insel "The Palm Jumeirah" finden. Dort zu kaufen ist derzeit wohl eher Spekulation als sichere Kapitalanlage. Wer sich reif für die Insel fühlt und das nötige Kleingeld zur Hand hat, dem ist das sicherlich egal. Der Immobilienmarkt Dubais bleibt interessant, weil er sich beweglich und anpassungsfähig verhält. Und das ist wichtiger als kurzfristige, spektakuläre Amplituden auf dem Preisindex.
Quelle: zenithonline
Dubai ist weltweit wahrscheinlich nach Shanghai die größte Baustelle, auch das größte Experiment für die urbane Zukunft, sofern nicht bald auch diese Immobilienblase zu platzen beginnt und Geisterstädte zurückbleiben.
Die Anzeichen dafür mehren sich.
Das Wirtschaftswachstum geht zurück, die Ölpreise sinken ebenso wie die Aktien, die Zentralbank der Emirate hat bereits Millarden in den Finanzmarkt gepumpt, um die beginnende Kreditkrise abzuwehren, die Rezession im Westen wird auch auf Dubai und die Boomtowns der gesamten Region zurückschlagen.
? Dubai - Gigantomanie
Die Anzeichen dafür mehren sich.
Das Wirtschaftswachstum geht zurück, die Ölpreise sinken ebenso wie die Aktien, die Zentralbank der Emirate hat bereits Millarden in den Finanzmarkt gepumpt, um die beginnende Kreditkrise abzuwehren, die Rezession im Westen wird auch auf Dubai und die Boomtowns der gesamten Region zurückschlagen.
? Dubai - Gigantomanie
05.09.2007
Beruf: Treuhänder - Registered Agent - Intermediär
Echter Name: Martin Kraeter
Dubai Frühindikatoren
Seit Montag (6.10.) läuft in Dubai die Messe Cityscape (www.cityscape.ae), führende Immobilienmesse in der Region.
Waren letztes Jahr noch die Tageszeitungen voll mit Ankündigungen neuer Megaprojekte (immer brav einschließlich Projektvolumen in US-$), ist diese Form der für Dubai eigentlich traditionellen Berichterstattung zumindest bislang sehr zurück gegangen.
Die Liquidität im Development-Sektor scheint aber bislang wenig "angeknackst". Das ist zuvorderst dem langjährig immer weiter zur Perfektion getriebenen "Off Plan" Vermarktungskonzept Dubais zu verdanken. Will heissen: Die Unsummen an Geld, die in den nächsten 2 bis 5 Jahren verbaut werden sollen, sind schon längst eingesammelt und liegen brav auf den Escrow Accounts der Developer (sofern die im einen oder anderen Fall damit nicht bereits "Monkey Business" angefangen haben).
Das wirkliche Wachstumsproblem Dubais bzw. der ganzen VAE kommt aus einer ganz anderen Richtung:
I N F R A S T R U K T U R
• Der Nachholbedarf alleine im Bereich Energieerzeugung und -verteilung wird von Experten mittlerweile auf rund 100 Mrd. US-$ beziffert.
• In den Neubaugebieten und Hochhausschluchten stehen etliche nagelneue Gebäude teils Monate gähnend leer. Nicht, weil der Beedarf nicht da ist, sondern weil das verfügbare Stromnetz nicht ausreicht, um das Gebäude anzuschließen!
• Das größte Gaskraftwerk Dubais ist inzwischen von Wohnbebauung und Jebel Ali Freezone eingekesselt - Erweiterungen der Kapazität sind erst möglich, wenn man Kraftwerke in Tower-Bauweise entwickeln würde.
• Als 2größtes Öl-Land haben die VAE inzwischen sogar den Start eines GCC-weiten zivilen Nuklear-Forschungsprogramms forciert - das allein spricht Bände.
• Den weltweit wahrscheinlich größten und breitesten Straßen steht eine horrende Zunahme der Fahrzeugzulassungen entgegen - UND die Nichtexistenz effizienter öffentlicher Verkehrsmittel. Außerdem weist das Straßennetz mittlerweile soviele "Abfahrten in der Abfahrt" und "Brücken über Brücken" auf, dass sich keine Sau mehr auskennt.
• Der Bau des Dubai Metro Systems DURL z.B. wurde, lokalen Experten zufolge, ungefähr 5 Jahre zu spät begonnen. Die unbeschreiblichen Probleme des "Inter-Emirate-Traffic" zwischen den Boomstädten Dubai, Sharjah und Ajman wird hiermit aber nicht gelöst: Das Liniennetz von DURL hört an der Grenze des Emirats Dubai auf. Dort sind bis jetzt nicht einmal "P+R" Einrichtungen geplant.
• Die massive Zunahme von Herz-Kreislauferkrankungen bei "Werktätigen" wird durchweg in Dubais Krankenhäusern inzwischen als "Sharjah-Dubai Highway Syndrome" bezeichnet.
• Planungen im Bereich Infrastruktur werden mehr als zögerlich und i.d.R. Jahre zu spät angegangen.
• Die Umsetzung ist "explosiv", d.h. wenn die Infrastruktur-Mißstände unübersehbar sind, wird in blindem Aktionismus alles zur gleichen Zeit umgekrempelt, was das Chaos noch erhöht.
• Selbst dann definieren die aktuellen Probleme - und nicht etwa seriöse Prognosen - die Dimesionierung von Strukturmaßnahmen. Das Ergebnis - FRUST: Kaum ist z.B. eine neue Straße fertig gebaut (was hier in einem Affenzahn passiert), lindert diese für maximal 2 Monate die Probleme, dann ist alles wieder beim Alten.
Die aktuelle Finanzkrise mit der unverständlichen Stärkung des Dollar und dem damit verbundenen Druck auf den Ölpreis reduziert den Cash Flow der "öffentlichen Kassen" und wird sich so kontraproduktiv auf die Forcierung von Infrastrukturmaßnahmen auswirken.
Und das kann zum Dominoeffekt führen: Eine Stadt, die am Verkehrsinfarkt verreckt, ist völlig unattraktiv für die multikulturelle Käufer- und Mieterschar von "Residents", die sich in "The brave New World" ansiedeln und dort leben sollen. Verstärkt wird dies durch die konsequente Ausrichtung auf "High Net Worth Individuals": Der klassische Bentley-Fahrer hat wohl kaum Interesse daran, sich in einer Stadt niederzulassen, in der Entfernungen grundsätzlich nicht in Kilometern, sondern in Fahrzeiten "ausserhalb der Rush Hour" gemessen werden.
In eigener Sache:
Die Problemsammlung Infrastruktur erfuhr bei mir ganz persönlich heute wieder eine besondere Inspiration: Es dauerte heute geschlagene 60 Minuten, um meine Kinder in die Schule zu fahren. Die Wegstrecke zur Schule beträgt 1,8 Kilometer!
Einen schönen Tag
Waren letztes Jahr noch die Tageszeitungen voll mit Ankündigungen neuer Megaprojekte (immer brav einschließlich Projektvolumen in US-$), ist diese Form der für Dubai eigentlich traditionellen Berichterstattung zumindest bislang sehr zurück gegangen.
Die Liquidität im Development-Sektor scheint aber bislang wenig "angeknackst". Das ist zuvorderst dem langjährig immer weiter zur Perfektion getriebenen "Off Plan" Vermarktungskonzept Dubais zu verdanken. Will heissen: Die Unsummen an Geld, die in den nächsten 2 bis 5 Jahren verbaut werden sollen, sind schon längst eingesammelt und liegen brav auf den Escrow Accounts der Developer (sofern die im einen oder anderen Fall damit nicht bereits "Monkey Business" angefangen haben).
Das wirkliche Wachstumsproblem Dubais bzw. der ganzen VAE kommt aus einer ganz anderen Richtung:
I N F R A S T R U K T U R
• Der Nachholbedarf alleine im Bereich Energieerzeugung und -verteilung wird von Experten mittlerweile auf rund 100 Mrd. US-$ beziffert.
• In den Neubaugebieten und Hochhausschluchten stehen etliche nagelneue Gebäude teils Monate gähnend leer. Nicht, weil der Beedarf nicht da ist, sondern weil das verfügbare Stromnetz nicht ausreicht, um das Gebäude anzuschließen!
• Das größte Gaskraftwerk Dubais ist inzwischen von Wohnbebauung und Jebel Ali Freezone eingekesselt - Erweiterungen der Kapazität sind erst möglich, wenn man Kraftwerke in Tower-Bauweise entwickeln würde.
• Als 2größtes Öl-Land haben die VAE inzwischen sogar den Start eines GCC-weiten zivilen Nuklear-Forschungsprogramms forciert - das allein spricht Bände.
• Den weltweit wahrscheinlich größten und breitesten Straßen steht eine horrende Zunahme der Fahrzeugzulassungen entgegen - UND die Nichtexistenz effizienter öffentlicher Verkehrsmittel. Außerdem weist das Straßennetz mittlerweile soviele "Abfahrten in der Abfahrt" und "Brücken über Brücken" auf, dass sich keine Sau mehr auskennt.
• Der Bau des Dubai Metro Systems DURL z.B. wurde, lokalen Experten zufolge, ungefähr 5 Jahre zu spät begonnen. Die unbeschreiblichen Probleme des "Inter-Emirate-Traffic" zwischen den Boomstädten Dubai, Sharjah und Ajman wird hiermit aber nicht gelöst: Das Liniennetz von DURL hört an der Grenze des Emirats Dubai auf. Dort sind bis jetzt nicht einmal "P+R" Einrichtungen geplant.
• Die massive Zunahme von Herz-Kreislauferkrankungen bei "Werktätigen" wird durchweg in Dubais Krankenhäusern inzwischen als "Sharjah-Dubai Highway Syndrome" bezeichnet.
• Planungen im Bereich Infrastruktur werden mehr als zögerlich und i.d.R. Jahre zu spät angegangen.
• Die Umsetzung ist "explosiv", d.h. wenn die Infrastruktur-Mißstände unübersehbar sind, wird in blindem Aktionismus alles zur gleichen Zeit umgekrempelt, was das Chaos noch erhöht.
• Selbst dann definieren die aktuellen Probleme - und nicht etwa seriöse Prognosen - die Dimesionierung von Strukturmaßnahmen. Das Ergebnis - FRUST: Kaum ist z.B. eine neue Straße fertig gebaut (was hier in einem Affenzahn passiert), lindert diese für maximal 2 Monate die Probleme, dann ist alles wieder beim Alten.
Die aktuelle Finanzkrise mit der unverständlichen Stärkung des Dollar und dem damit verbundenen Druck auf den Ölpreis reduziert den Cash Flow der "öffentlichen Kassen" und wird sich so kontraproduktiv auf die Forcierung von Infrastrukturmaßnahmen auswirken.
Und das kann zum Dominoeffekt führen: Eine Stadt, die am Verkehrsinfarkt verreckt, ist völlig unattraktiv für die multikulturelle Käufer- und Mieterschar von "Residents", die sich in "The brave New World" ansiedeln und dort leben sollen. Verstärkt wird dies durch die konsequente Ausrichtung auf "High Net Worth Individuals": Der klassische Bentley-Fahrer hat wohl kaum Interesse daran, sich in einer Stadt niederzulassen, in der Entfernungen grundsätzlich nicht in Kilometern, sondern in Fahrzeiten "ausserhalb der Rush Hour" gemessen werden.
In eigener Sache:
Die Problemsammlung Infrastruktur erfuhr bei mir ganz persönlich heute wieder eine besondere Inspiration: Es dauerte heute geschlagene 60 Minuten, um meine Kinder in die Schule zu fahren. Die Wegstrecke zur Schule beträgt 1,8 Kilometer!
Einen schönen Tag
Re: Dubai Frühindikatoren
Zitat von »"KLP Group"«
I N F R A S T R U K T U R
• Der Nachholbedarf alleine im Bereich Energieerzeugung und -verteilung wird von Experten mittlerweile auf rund 100 Mrd. US-$ beziffert.
• In den Neubaugebieten und Hochhausschluchten stehen etliche nagelneue Gebäude teils Monate gähnend leer. Nicht, weil der Beedarf nicht da ist, sondern weil das verfügbare Stromnetz nicht ausreicht, um das Gebäude anzuschließen!
Auszug Pressemeldung
Zitat
Konferenz und Kongressmesse Green Building Abu Dhabi
Pressemitteilung von: IBN-World
Golfstaaten wichtiger Markt für Unternehmen aus den Bereichen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien
Steigendes Bewusstsein für Umweltschutz und Energieeffizienz führt jetzt verstärkt auch in den Golfstaaten zu Absatzchancen für die in Deutschland ansässigen Marktführer aus den entsprechenden Industriezweigen. Hier bietet die Green Building Konferenz Abu Dhabi am 03. November 2008 ein Forum, um sich und ihre Produkte im Markt bekannt zu machen. Erwartet werden über 400 Teilnehmer.
Die Vereinigten Arabischen Emirate und die Golfregion erleben derzeit einen nie da gewesenen Boom in fast allen Bereichen der Wirtschaft. Mit dem damit einhergehenden hohen Energiebedarf wächst auch hier das Bewusstsein für energieeffizientes Bauen und die Nutzung von erneuerbaren Energien. Abu Dhabi sieht sich hier in einer Vorreiterrolle, jedoch folgen die Regierungen weiterer Emirate und Staaten nach, z. B. mit der im Oktober 2007 durch H. H. Sheikh Mohammed bin Rashid Al Maktoum für Dubai verabschiedeten „Green Building Resolution“.
Diese Trends eröffnen interessante Marktchancen für Unternehmen, die sich speziell oder im weitesten Sinne mit den Themen Umwelttechnik, Energieeffizienz und Erneuerbare Energien beschäftigen. „Die Marktführer in diesen Bereichen sind zumeist in den deutschsprachigen Ländern anzutreffen“, meint dazu Boris Ritter, Geschäftsführer von Sesam Business Consultants aus Dubai und Abu Dhabi, Initiator der Konferenzreihe Green Building. „Durch die Green Building Konferenzen bieten wir diesen Unternehmen eine ideale Marketingplattform mit Konferenzen, Internetportalen und Kongressmessen. Unser Ziel ist es, mit diesen Veranstaltungen dazu beizutragen, das Bewusstsein für den Einsatz energieeffizienter Produkte in den Golfstaaten zu fördern, führenden Unternehmen die Möglichkeit zu geben, Ihre Angebote einem breiten Publikum zu präsentieren, und ihnen Zugang zu den relevanten Spielern im Markt zu verschaffen.“
Nachdem bereits zwei Green Building Veranstaltungen in Dubai mit jeweils über 400 Teilnehmern äußerst erfolgreich verlaufen sind, beginnt nun mit der Green Building Abu Dhabi die logische Ausdehnung der Konferenzreihe in wichtige Emirate und weitere Städte auf der arabischen Halbinsel. „Das Thema Energieeffizienz und Erneuerbare Energien birgt noch extrem viel Informations- und Nachholbedarf in der Region“, weiß Boris Ritter zu berichten, der die Vorgängerkonferenz in Dubai in guter Erinnerung hat. „Alle Teilnehmer haben an den zwei Tagen mehr und interessantere Gespräche geführt, als wir jemals erwartet hätten. Wir sind für Abu Dhabi überzeugt, an diesen Erfolg anknüpfen zu können.“ Wie hoch das Thema angesiedelt sei, zeige allein, dass als Veranstaltungsort das Al Jaheli Theatre des angesehenen Armed Forces Officers Club & Hotel von Abu Dhabi gewonnen werden konnte. Sponsoren bzw. Partner sind Bayer, Grohe, Schott, Viessmann, Fraunhofer Middle East, etc.
Im Zusammenhang mit der ersten Green Building Abu Dhabi, die am Montag, 03. November 2008 stattfindet, werden jetzt insbesondere für Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum diverse Möglichkeiten angeboten, die Veranstaltung für sich zu nutzen. Neben der kostenlosen Konferenzteilnahme sind dies Infostände im Foyer des Konferenzsaals, Fact Finding Touren und unabhängige Marktchecks.
Ich warne alle meine Kunden seit Jahren vor den Dubaifonds.
ein oder zwei Superhotels sind OK. Die rechnen sich. Doch z.Zt. wird die gesamte Küste zubetoniert mit Hotels.
Wie soll sich das rentieren?
Das ginge dann nur mit einem immensen Aufbau des Massentourismus. Und dafür sind die Hotels nicht konzipiert.
Ein solches Superhotel hätte massive Probleme mit 300 Gästen im Jahr über die Runden zu kommen.
Auch diese Region wird seine Immoblase noch platzen hören. Nur dass die dann die ganzen Emirate mitreißt.
Was haben denn diese Kleinstaaten außer Öl und Sonne denn noch zu bieten? Industrie? So einstarkes Mikroskop gibt es gar nicht um die zu finden. Und wenn die Gastarbeiter die diese Staaten noch aufrecht halten abwandern, dann müssen die Einheimischen selbst ran. Das wird hart!
Denn die Mentalität der Araber dieser Gebiete ist so, dass sie sich nicht für die körperliche Arbeit geschaffen ansehen. Für sie gilt: Handel, Jagd, Vergnügen, herrschen.
Brendle
ein oder zwei Superhotels sind OK. Die rechnen sich. Doch z.Zt. wird die gesamte Küste zubetoniert mit Hotels.
Wie soll sich das rentieren?
Das ginge dann nur mit einem immensen Aufbau des Massentourismus. Und dafür sind die Hotels nicht konzipiert.
Ein solches Superhotel hätte massive Probleme mit 300 Gästen im Jahr über die Runden zu kommen.
Auch diese Region wird seine Immoblase noch platzen hören. Nur dass die dann die ganzen Emirate mitreißt.
Was haben denn diese Kleinstaaten außer Öl und Sonne denn noch zu bieten? Industrie? So einstarkes Mikroskop gibt es gar nicht um die zu finden. Und wenn die Gastarbeiter die diese Staaten noch aufrecht halten abwandern, dann müssen die Einheimischen selbst ran. Das wird hart!
Denn die Mentalität der Araber dieser Gebiete ist so, dass sie sich nicht für die körperliche Arbeit geschaffen ansehen. Für sie gilt: Handel, Jagd, Vergnügen, herrschen.
Brendle
05.09.2007
Beruf: Treuhänder - Registered Agent - Intermediär
Echter Name: Martin Kraeter
Etwas differenzierter betrachtet
@Brendle,
ich zähle mich selbst auch nicht zu den Fans von Dubai-Immobilienfonds, da direkte Investments selbst imm kleinen Rahmen um Etliches rentabler sind.
Wenn wir aber mal von so Flitzpiepen wie Dubai-1000-Hotelfonds absehen, muss der geneigte Beobachter doch zugestehen, dass es etliche Angebote gab und gibt, mit denen Anleger aus Deutschland vergleichsweise klasse Renditen gemacht haben.
Hinzu kommt, dass Ausschüttungen bislang (und noch bis zum 31.12.200
in Deutschland steuerfrei waren wegen DBA.
Die Hotel-Bauentwicklung muss man aber auf jeden Fall mindestens zweistufig sehen:
1.
Die derzeit frisch fertiggestellten oder bis 2009 erstellten Resorts und Luxushotels decken gerade einmal den bereits bestehenden Bedarf an Zimmern ab. Der entsteht nicht nur aus dem klassischen Urlaubstourismus heraus, sondern ebenso aus den Feldern Geschäftsreisen und MICE (Meeting-Incentive-Congress-Events).
Die jetzt schon enorme Hotelszene Dubais erfreut sich nun schon seit mehreren Jahren einer gemittelten Jahresauslastung von 80-90% und z.B. den weltweit höchsten Erträgen per Raumeinheit.
Seit einer Woche hat die Messesaison wieder angefangen. Und wie jedes Jahr sind Tausende von Messebesuchern aus dem Ausland auf der Jadg nach Zimmern, die man evtl. noch ergattern kann.
2.
Die massivste Kapazitätserweiterung in die Zukunft - d.h. tatsächlich verbunden mit der offenen Frage, wie man die Kästen voll bekommen soll - geht vom Bawadi Projekt in Dubailand aus. Wie (nicht einmal an der See gelegen) 51 Hotels mit über 60.000 Zimmern ausgelastet werden sollen, ist zumindest unter Anwendung des derzeitigen Dubai Tourismuskonzepts mehr als mit einem Fragezeichen behaftet.
Aber:
Beachtet man, dass fast alle Bawadi Hotels umfangreiche Veranstaltungsflächen eingeplant haben und folgt man Gerüchten, dass die QE2 ausserhalb der 3-Meilen-Zone (angedockt an die Palm Jumeirah) als Hotel- und Casinoschiff in den Ruhestand geschickt werden wird - kann man kühn 1 und 1 zusammenzählen: Da taucht dann schnell die Nutzungsvariante Las Vegas Middle East auf. Und damit - jetzt mal weiter gesponnen - bekommt man die Hütte voll.
Die Immoblase wird hier zumindest eine Korrektur erfahren, da bin ich mir auch sicher. Dem kompletten Mitreißeffekt vermag ich aber nicht zu sehen, weil:
Die VAE (wie auch einzelne Nachbarstaaten) haben mittlerweile weit mehr als Öl und Sonne zu bieten.
Industrie, Dienstleistungen, HighTech, Finanzwesen usw. usf. werden mit Hochdruck angesiedelt, expandiert und kultiviert.
Stichworte Jebel Ali Industrial, DIFC, usw. (werde ich die Tage mit Statistik verfeinern).
Gastarbeiter-Abwanderungen sind nicht festzustellen, im Gegenteil: Die Attraktivität insbesondere für Gastarbeiter aus dem Asia-Pazifik-Raum ist unverändert so hoch, dass das Land ein massives Problem mit illegalen Einwanderern hat.
Die Araber in diesem Gebiet soll man nicht unterschätzen: "Emiratisation" wird massiv staatlich gefördert und die inzwischen internationalen Standards entsprechenden Bildungseinrichtungen setzen massiv gut ausgebildetes - und auch arbeitswilliges - lokales Humankapital frei.
Mit lokaler Brille sehe ich hier auf der einen Seite sehr progressive Tendenzen, die - wieder Rolle rückwärts zum Problem Infrastruktur - zunehmend einen Dämpfer erfahren. Das hat aber auch mit dem immensen Wachstum der letzten Jahre zu tun - und nicht mit Nichtstun.
Gruss
ich zähle mich selbst auch nicht zu den Fans von Dubai-Immobilienfonds, da direkte Investments selbst imm kleinen Rahmen um Etliches rentabler sind.
Wenn wir aber mal von so Flitzpiepen wie Dubai-1000-Hotelfonds absehen, muss der geneigte Beobachter doch zugestehen, dass es etliche Angebote gab und gibt, mit denen Anleger aus Deutschland vergleichsweise klasse Renditen gemacht haben.
Hinzu kommt, dass Ausschüttungen bislang (und noch bis zum 31.12.200
in Deutschland steuerfrei waren wegen DBA.Die Hotel-Bauentwicklung muss man aber auf jeden Fall mindestens zweistufig sehen:
1.
Die derzeit frisch fertiggestellten oder bis 2009 erstellten Resorts und Luxushotels decken gerade einmal den bereits bestehenden Bedarf an Zimmern ab. Der entsteht nicht nur aus dem klassischen Urlaubstourismus heraus, sondern ebenso aus den Feldern Geschäftsreisen und MICE (Meeting-Incentive-Congress-Events).
Die jetzt schon enorme Hotelszene Dubais erfreut sich nun schon seit mehreren Jahren einer gemittelten Jahresauslastung von 80-90% und z.B. den weltweit höchsten Erträgen per Raumeinheit.
Seit einer Woche hat die Messesaison wieder angefangen. Und wie jedes Jahr sind Tausende von Messebesuchern aus dem Ausland auf der Jadg nach Zimmern, die man evtl. noch ergattern kann.
2.
Die massivste Kapazitätserweiterung in die Zukunft - d.h. tatsächlich verbunden mit der offenen Frage, wie man die Kästen voll bekommen soll - geht vom Bawadi Projekt in Dubailand aus. Wie (nicht einmal an der See gelegen) 51 Hotels mit über 60.000 Zimmern ausgelastet werden sollen, ist zumindest unter Anwendung des derzeitigen Dubai Tourismuskonzepts mehr als mit einem Fragezeichen behaftet.
Aber:
Beachtet man, dass fast alle Bawadi Hotels umfangreiche Veranstaltungsflächen eingeplant haben und folgt man Gerüchten, dass die QE2 ausserhalb der 3-Meilen-Zone (angedockt an die Palm Jumeirah) als Hotel- und Casinoschiff in den Ruhestand geschickt werden wird - kann man kühn 1 und 1 zusammenzählen: Da taucht dann schnell die Nutzungsvariante Las Vegas Middle East auf. Und damit - jetzt mal weiter gesponnen - bekommt man die Hütte voll.
Die Immoblase wird hier zumindest eine Korrektur erfahren, da bin ich mir auch sicher. Dem kompletten Mitreißeffekt vermag ich aber nicht zu sehen, weil:
Die VAE (wie auch einzelne Nachbarstaaten) haben mittlerweile weit mehr als Öl und Sonne zu bieten.
Industrie, Dienstleistungen, HighTech, Finanzwesen usw. usf. werden mit Hochdruck angesiedelt, expandiert und kultiviert.
Stichworte Jebel Ali Industrial, DIFC, usw. (werde ich die Tage mit Statistik verfeinern).
Gastarbeiter-Abwanderungen sind nicht festzustellen, im Gegenteil: Die Attraktivität insbesondere für Gastarbeiter aus dem Asia-Pazifik-Raum ist unverändert so hoch, dass das Land ein massives Problem mit illegalen Einwanderern hat.
Die Araber in diesem Gebiet soll man nicht unterschätzen: "Emiratisation" wird massiv staatlich gefördert und die inzwischen internationalen Standards entsprechenden Bildungseinrichtungen setzen massiv gut ausgebildetes - und auch arbeitswilliges - lokales Humankapital frei.
Mit lokaler Brille sehe ich hier auf der einen Seite sehr progressive Tendenzen, die - wieder Rolle rückwärts zum Problem Infrastruktur - zunehmend einen Dämpfer erfahren. Das hat aber auch mit dem immensen Wachstum der letzten Jahre zu tun - und nicht mit Nichtstun.
Gruss
Hallo Herr????
da haben Sie mich ein klein wenig missverstanden.
Ich meinte nicht die Gegenwart, die sieht noch recht rosig (mit schwarzen Flecken) aus.
Nein, ich meine die Zukunft.
Denn nach meiner Info wird in allen Emiraten am Golf wie blöd gebaut. Wenn alle diese Hotels fertig sind, dann besteht ein wesentliches Überangebot.
Daher auch mein Hinweis: Massentourismus.
In den neuesten nachrichte steht dann auch leider, dass die Emirate kräftig Kapital in die Wirtschaft pumpen mussten und müssen um eine Kollaps zu vermeiden.
Dazu kommt, dass der Rohölpreis rapide gesunken ist (zum Glück scheint der Preisverfall bei uns in D angekommen zu sein: die Treibstoffpreise sinken).
Dass noch kein Abwandern der Pakistani und Jordanier feszustellen ist, ist klar. Vorerst gibt´s genügend zu tun. Gleichgültig in welcher Qualität! :-)
Und dass bisher einige Dubaiinvestoren gute Renditen gemacht haben? Auch klar. Nicht jeder Fonds ist ein Flop. Und nicht jeder Emittent ist ein Gauner.
Besonders interessant war natürlich die Steuerfreiheit. Doch das ist ja leider zu Ende.
Wenn dieses Vergnügungs"viertel" tatsächlich errichtet wird, dann könnte das tatsächlich ein Riesen Geschäft werden. Denn: in SaudiArabien ist so etwas undenkbar. Ebenso fehlen dort die Bordsteinschwalben.
Einer der Gründe, warum die Saudis so gerne in die Emirate gehen.
Ich kenne einen Saudi der die Wirkung von Penicillin vollkommen falsch verstanden hat: er ließ sich damit vollpumpen in dem Glauben, er könnte sich in Dubai bei den Liebesdienerinnen austoben bis zum Umfallen ohne Syph zu bekommen. Das bekam er auch nicht... er war nur noch am Kratzen. Der ganze Körper juckte. :-)
Meine Einschätzung der Araber beruht auf den Saudis. Die Emirate haben schneller begriffen, dass das Öl sich dem Ende zuneigt. Hat Dubai überhaupt noch Öl?
Grüße
Brendle
da haben Sie mich ein klein wenig missverstanden.
Ich meinte nicht die Gegenwart, die sieht noch recht rosig (mit schwarzen Flecken) aus.
Nein, ich meine die Zukunft.
Denn nach meiner Info wird in allen Emiraten am Golf wie blöd gebaut. Wenn alle diese Hotels fertig sind, dann besteht ein wesentliches Überangebot.
Daher auch mein Hinweis: Massentourismus.
In den neuesten nachrichte steht dann auch leider, dass die Emirate kräftig Kapital in die Wirtschaft pumpen mussten und müssen um eine Kollaps zu vermeiden.
Dazu kommt, dass der Rohölpreis rapide gesunken ist (zum Glück scheint der Preisverfall bei uns in D angekommen zu sein: die Treibstoffpreise sinken).
Dass noch kein Abwandern der Pakistani und Jordanier feszustellen ist, ist klar. Vorerst gibt´s genügend zu tun. Gleichgültig in welcher Qualität! :-)
Und dass bisher einige Dubaiinvestoren gute Renditen gemacht haben? Auch klar. Nicht jeder Fonds ist ein Flop. Und nicht jeder Emittent ist ein Gauner.
Besonders interessant war natürlich die Steuerfreiheit. Doch das ist ja leider zu Ende.
Wenn dieses Vergnügungs"viertel" tatsächlich errichtet wird, dann könnte das tatsächlich ein Riesen Geschäft werden. Denn: in SaudiArabien ist so etwas undenkbar. Ebenso fehlen dort die Bordsteinschwalben.
Einer der Gründe, warum die Saudis so gerne in die Emirate gehen.
Ich kenne einen Saudi der die Wirkung von Penicillin vollkommen falsch verstanden hat: er ließ sich damit vollpumpen in dem Glauben, er könnte sich in Dubai bei den Liebesdienerinnen austoben bis zum Umfallen ohne Syph zu bekommen. Das bekam er auch nicht... er war nur noch am Kratzen. Der ganze Körper juckte. :-)
Meine Einschätzung der Araber beruht auf den Saudis. Die Emirate haben schneller begriffen, dass das Öl sich dem Ende zuneigt. Hat Dubai überhaupt noch Öl?
Grüße
Brendle
05.09.2007
Beruf: Treuhänder - Registered Agent - Intermediär
Echter Name: Martin Kraeter
Hallo Brendle,
die Bauerei in allen Emiraten generiert Hotels, Commercial und Residential gleichermaßen. Ein Übersteigen des Angebots über die Nachfrage generell ist derzeit für 2010 prognostiziert.
Dieser Meilenstein bleibt jedoch abzuwarten, da dieses "Kippen" des Immobilienmarktes bereits für 2004, 2006 und 2008 immer wieder prognostiziert wurde, aber nicht eintrat. Böse Zungen behaupten, dass das mit den inzwischen teilweise atemberaubenden Bauverzögerungen zu tun haben soll. Ich denke, das überproportionale Wachstum hat da einen größeren Effekt erzielt.
NOCH ist aber die Situation die, dass in Dubai Stadt z.B. gerade mal 1% der registrierten Gewerbeflächen im Marktumlauf sind. Bei Neuabschluss von Mietverträgen wird man mit Schmiergeld-Derivaten (nein, wir haben keine Korruption hier, alles sauber LOL) wie "Key Money" oder "Decoration" konfrontiert. Das kann sich ohne Weiteres auf 30 bis 80% der Jahresmiete aufschaukeln.
Die 50 Mrd. AED "Marktinjektion" durch die UAE Central Bank kamen zeitlich einher mit der aktuellen Finanzkrise. Die gingen nur indirekt in die Wirtschaft, da es der z.Zt. übliche Liquiditätsbooster für Banken war.
Hintergrund: Das Land hat monatelang mit Gerüchten kokettiert, dass man von der Dollarkursbindung Abstand nehmen wolle. Entsprechend viel Liquidität aus dem Ausland wurde im Land geparkt, um über Nacht Profit aus einer Neubewertung des Dirham zu schlagen. Naja, im Juli oder August hatte unser Zentralbankvorstand nix besseres zu tun, als sich eindeutig FÜR den Fortbestand des "Dollar Peg" zu positionieren. Das ganze Spekulationsgeld verließ das Land dann noch schneller, als es gekommen ist. Man kann auch sagen, dass der Credit Crunch in den VAE "hausgemacht" 3 oder 4 Wochen früher ausgelöst wurde.
Ich stimme voll zu, dass es nicht zielführend ist, die VAE mit der "Saudi-Brille" zu betrachten. Dort sind die Probleme m.E. weit gravierender, da sich das Government nun schon seit Jahren seinen Fortbestand innenpolitisch erkaufen muss. Das ist hier nicht der Fall.
Die Vergnügungsviertel-Variante würde natürlich gerade aus Saudi-Sicht Bahrain voll das Wasser abgraben. Aber das passiert ja sowieso schon alleine im Bereich Financial Hub und Einkaufstourismus.
Dubai hat noch ein bisschen Öl (so 8 Jahre Reichweite oder so), aber das spielt inzwischen eigentlich keine Rolle mehr. Deshalb ist für Dubai die aktuelle Ölpreisschwankung nicht so wild. Anders sieht das in Abu Dhabi aus.
Aber wie gesagt: Ich will da die Tage für hier noch was ausarbeiten, muss mich noch ein wenig durchs neue UAE Yearbook durcharbeiten.
Teilweise SEHR interessante Entwicklungen.
Liebe Grüße aus Dubai
Martin Kraeter
die Bauerei in allen Emiraten generiert Hotels, Commercial und Residential gleichermaßen. Ein Übersteigen des Angebots über die Nachfrage generell ist derzeit für 2010 prognostiziert.
Dieser Meilenstein bleibt jedoch abzuwarten, da dieses "Kippen" des Immobilienmarktes bereits für 2004, 2006 und 2008 immer wieder prognostiziert wurde, aber nicht eintrat. Böse Zungen behaupten, dass das mit den inzwischen teilweise atemberaubenden Bauverzögerungen zu tun haben soll. Ich denke, das überproportionale Wachstum hat da einen größeren Effekt erzielt.
NOCH ist aber die Situation die, dass in Dubai Stadt z.B. gerade mal 1% der registrierten Gewerbeflächen im Marktumlauf sind. Bei Neuabschluss von Mietverträgen wird man mit Schmiergeld-Derivaten (nein, wir haben keine Korruption hier, alles sauber LOL) wie "Key Money" oder "Decoration" konfrontiert. Das kann sich ohne Weiteres auf 30 bis 80% der Jahresmiete aufschaukeln.
Die 50 Mrd. AED "Marktinjektion" durch die UAE Central Bank kamen zeitlich einher mit der aktuellen Finanzkrise. Die gingen nur indirekt in die Wirtschaft, da es der z.Zt. übliche Liquiditätsbooster für Banken war.
Hintergrund: Das Land hat monatelang mit Gerüchten kokettiert, dass man von der Dollarkursbindung Abstand nehmen wolle. Entsprechend viel Liquidität aus dem Ausland wurde im Land geparkt, um über Nacht Profit aus einer Neubewertung des Dirham zu schlagen. Naja, im Juli oder August hatte unser Zentralbankvorstand nix besseres zu tun, als sich eindeutig FÜR den Fortbestand des "Dollar Peg" zu positionieren. Das ganze Spekulationsgeld verließ das Land dann noch schneller, als es gekommen ist. Man kann auch sagen, dass der Credit Crunch in den VAE "hausgemacht" 3 oder 4 Wochen früher ausgelöst wurde.
Ich stimme voll zu, dass es nicht zielführend ist, die VAE mit der "Saudi-Brille" zu betrachten. Dort sind die Probleme m.E. weit gravierender, da sich das Government nun schon seit Jahren seinen Fortbestand innenpolitisch erkaufen muss. Das ist hier nicht der Fall.
Die Vergnügungsviertel-Variante würde natürlich gerade aus Saudi-Sicht Bahrain voll das Wasser abgraben. Aber das passiert ja sowieso schon alleine im Bereich Financial Hub und Einkaufstourismus.
Dubai hat noch ein bisschen Öl (so 8 Jahre Reichweite oder so), aber das spielt inzwischen eigentlich keine Rolle mehr. Deshalb ist für Dubai die aktuelle Ölpreisschwankung nicht so wild. Anders sieht das in Abu Dhabi aus.
Aber wie gesagt: Ich will da die Tage für hier noch was ausarbeiten, muss mich noch ein wenig durchs neue UAE Yearbook durcharbeiten.
Teilweise SEHR interessante Entwicklungen.
Liebe Grüße aus Dubai
Martin Kraeter
Hallo Herr Kraeter,
danke für die Infos. War sehr interessant.
Den Emiraten bleibt ja auch nichts anderes übrig, als sich vom Öl zu verabschieden (als Motor). Und Sie bestätigen mir auch, dass die es geschafft haben. Was ich bei SA mir noch nicht so recht vorstellen kann. allerdings haben die auch noch eine Menge Öl. Dazu kommt die enge Bindung mit den USA. Wären die Ölreserven am Ende (also die großzügigen Unterstützungen der entscheidenden Leute, ich glaube dieser Staat hätte massive Probleme mit den Mullahs. Noch können die diese Religionsführer in Schach halten. Doch was wird, wenn die Ölreserven zur Neige gehen und nicht genügend Ersatz da ist?
Ich habe den Emir von Abu Dabi schon immer für fortschrittlich angesehen. Er hat schon vor ... ich glaube es war vor ca. 15 Jahren relativ weltliche Denkweisen gezeigt und alles daran gesetzt sein Land vom Öl unabhängig zu machen. Klar, er ist Moslem und lebt in einem islamischen Gebiet. Also muss er Konzessionen machen. Doch die sind tolerierbar.
Sind Sie gerade in Dubai?
Da nach dem Wetter zu fragen wäre das gleiche, als wenn ich frage: gibts da Sand? :-) Was habt Ihr z.Zt. für Temperaturen? Ich schätze immer noch so hoch, dass wir Europäer stöhnen. :-)
Bei uns nähert sich die kalte Jahreszeit deutlich.
Naja, vielleicht biete ich doch mal meinen Kunden eine Anlage in Dubai an. Und evtl. schaffe ich es dieses Land zu besuchen
Ma´a salam
Brendle
danke für die Infos. War sehr interessant.
Den Emiraten bleibt ja auch nichts anderes übrig, als sich vom Öl zu verabschieden (als Motor). Und Sie bestätigen mir auch, dass die es geschafft haben. Was ich bei SA mir noch nicht so recht vorstellen kann. allerdings haben die auch noch eine Menge Öl. Dazu kommt die enge Bindung mit den USA. Wären die Ölreserven am Ende (also die großzügigen Unterstützungen der entscheidenden Leute, ich glaube dieser Staat hätte massive Probleme mit den Mullahs. Noch können die diese Religionsführer in Schach halten. Doch was wird, wenn die Ölreserven zur Neige gehen und nicht genügend Ersatz da ist?
Ich habe den Emir von Abu Dabi schon immer für fortschrittlich angesehen. Er hat schon vor ... ich glaube es war vor ca. 15 Jahren relativ weltliche Denkweisen gezeigt und alles daran gesetzt sein Land vom Öl unabhängig zu machen. Klar, er ist Moslem und lebt in einem islamischen Gebiet. Also muss er Konzessionen machen. Doch die sind tolerierbar.
Sind Sie gerade in Dubai?
Da nach dem Wetter zu fragen wäre das gleiche, als wenn ich frage: gibts da Sand? :-) Was habt Ihr z.Zt. für Temperaturen? Ich schätze immer noch so hoch, dass wir Europäer stöhnen. :-)
Bei uns nähert sich die kalte Jahreszeit deutlich.
Naja, vielleicht biete ich doch mal meinen Kunden eine Anlage in Dubai an. Und evtl. schaffe ich es dieses Land zu besuchen
Ma´a salam
Brendle
05.09.2007
Beruf: Treuhänder - Registered Agent - Intermediär
Echter Name: Martin Kraeter
Hallo Brendle,
ja, die Situation in Saudi Arabien wird auch hier stark beäugt. Das "Saudi System" wird allgemein als sehr morbid betrachtet.
Mit dem Emir von Abu Dhabi meinen Sie sicherlich Sheikh Zayed, der als Gründervater der VAE in die Geschichte eingegangen ist. Leider folgen starken Männern (Zayed, zugleich Präseident der VAE, starb am 1.11.04) nur zu selten ebenso starke Söhne.
Die angesprochene "Stallregie" in den VAE hat Sheikh Mohammed Al-Maktoum inne: Ruler (Emir) von Dubai, Vizepräsident VAE, Ministerpräsident VAE, Verteidigungsmninister VAE, usw.
Ich lebe mit meiner Familie fest hier in Dubai und kann mich über das Wetter wirklich nicht beschweren :-). Es fängt gerade unsere herrliche Jahreszeit an - der Winter: Tagsüber um die 30 Grad, abends angenehme 22 bis 26 Grad. Man lebt viel draussen und das geht jetzt bis in den Mai so :-)
Beste Besuchszeit hier ist eben Oktober bis April/Mai.
Lieber Gruss nach Deutschland
Martin Kraeter
ja, die Situation in Saudi Arabien wird auch hier stark beäugt. Das "Saudi System" wird allgemein als sehr morbid betrachtet.
Mit dem Emir von Abu Dhabi meinen Sie sicherlich Sheikh Zayed, der als Gründervater der VAE in die Geschichte eingegangen ist. Leider folgen starken Männern (Zayed, zugleich Präseident der VAE, starb am 1.11.04) nur zu selten ebenso starke Söhne.
Die angesprochene "Stallregie" in den VAE hat Sheikh Mohammed Al-Maktoum inne: Ruler (Emir) von Dubai, Vizepräsident VAE, Ministerpräsident VAE, Verteidigungsmninister VAE, usw.
Ich lebe mit meiner Familie fest hier in Dubai und kann mich über das Wetter wirklich nicht beschweren :-). Es fängt gerade unsere herrliche Jahreszeit an - der Winter: Tagsüber um die 30 Grad, abends angenehme 22 bis 26 Grad. Man lebt viel draussen und das geht jetzt bis in den Mai so :-)
Beste Besuchszeit hier ist eben Oktober bis April/Mai.
Lieber Gruss nach Deutschland
Martin Kraeter
Boom in Dubai...Mitmachen!
Ja, es gibt Risiken bei dem bestehenden Bauboom in Dubai aber Risiken gibt es immer und überall. DAMAC, der größte nichtstaatliche Immobilienentwickler im Nahen Osten wächst und gedeiht so gut, daß jetzt in Hamburg direkt an der Alster ein Repräsentanzbüro nebst Showroom eröffnet wird. Es ist das 53. Verkaufsbüro weltweit, von Krise keine Spur! Übrigens hat DAMAC noch Bedarf an Maklern und vergibt zum Start Verträge ohne durchgeführten Verkauf. xxxx-(nur für Werbekunden möglich / Mod.)
Schönen Tag.
Schönen Tag.
Die Finanzkrise schlägt nun auch erwartungsgemäß auf die Ölländer am Golf durch, nachdem der Ölpreis um die Hälfte gesunken ist und möglicherweise weiter sinken wird, während es abzusehen ist, dass die vor allem in den Emiraten sich aufblähende Immobilienblase auch platzen dürfte.
Kuwait ist das erste Land am Golf, in dem die Zentralbank nun auch Bankeinlagen garantiert und ein Rettungspaket für die großen Banken geschnürt hat.
Gestern wurde der Handel mit den Aktien der Gulf Bank eingestellt, nachdem Investoren für die Verluste mit Derivaten nicht mehr aufkommen wollten.
Saudi-Arabien hingegen muss Bürgern helfen, überhaupt noch Kredite zu bekommen. 2,7 Milliarden Dollar werden in die Saudische Kreditbank gesteckt, um damit ärmeren Bürgern die Möglichkeit zu geben, zinslose Kredite zu erhalten.
Der saudische Finanzminister suchte trotzdem Optimismus zu verbreiten und behauptete, dass alle Wirtschaftsektoren, abgesehen von der Ölindustrie, auch im nächsten Jahr weiter wachsen würden.
An den Börsen purzelten indessen die Kurse, besonders stark in Katar und Oman. In Dubai und Saudi-Arabien sind sie seit Juni um 50 Prozent gefallen.
Auch der Leiter der Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate, Sultan Nasser Ali Suweidi, erklärte, dass sich die Lage stabilisieren würde, kündigte aber an, dass man auf dem Immobilienmarkt mit einer "Korrektur" nach unten rechnen müsse.
In Dubai beginnen, wie das Wall Street Journal berichtet, erstmals seit Jahren die Immobilienpreise zu sinken und finden sich keine Käufer mehr.
Quelle: F.Rötzer
Kuwait ist das erste Land am Golf, in dem die Zentralbank nun auch Bankeinlagen garantiert und ein Rettungspaket für die großen Banken geschnürt hat.
Gestern wurde der Handel mit den Aktien der Gulf Bank eingestellt, nachdem Investoren für die Verluste mit Derivaten nicht mehr aufkommen wollten.
Saudi-Arabien hingegen muss Bürgern helfen, überhaupt noch Kredite zu bekommen. 2,7 Milliarden Dollar werden in die Saudische Kreditbank gesteckt, um damit ärmeren Bürgern die Möglichkeit zu geben, zinslose Kredite zu erhalten.
Der saudische Finanzminister suchte trotzdem Optimismus zu verbreiten und behauptete, dass alle Wirtschaftsektoren, abgesehen von der Ölindustrie, auch im nächsten Jahr weiter wachsen würden.
An den Börsen purzelten indessen die Kurse, besonders stark in Katar und Oman. In Dubai und Saudi-Arabien sind sie seit Juni um 50 Prozent gefallen.
Auch der Leiter der Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate, Sultan Nasser Ali Suweidi, erklärte, dass sich die Lage stabilisieren würde, kündigte aber an, dass man auf dem Immobilienmarkt mit einer "Korrektur" nach unten rechnen müsse.
In Dubai beginnen, wie das Wall Street Journal berichtet, erstmals seit Jahren die Immobilienpreise zu sinken und finden sich keine Käufer mehr.
Quelle: F.Rötzer
05.09.2007
Beruf: Treuhänder - Registered Agent - Intermediär
Echter Name: Martin Kraeter
Off Plan Immokrise Dubai
Hallo aus Dubai,
Das ist so nicht richtig.
Entsprechende Absicherungszusagen gibt es in den VAE schon länger, inzwischen seit über einem Monat. Die Liquiditätszusage ist im Rundschreiben Nr. 4312/2008 der VAE-Zentralbank vom 25.09.2008 enthalten und kann hier nachgelesen werden:
http://www.centralbank.ae/pdf/notices/4312-2008.pdf
Es ist auf Grund der Statuten und Authorisierung der Zentralbank eine einseitige, aber eben ausreichende Willenserklärung.
Diese wurde Anfang Oktober von der VAE-Bundesregierung bestätigt und spezifiziert: Der Liquiditätsbedarf der Banken wurde für die Dauer von 3 Jahren staatlich garantiert.
Von den betragsmäßig für Banken bereit gestellten 50 Mrd. AED (rd. 14 Mrs. US-$) wurden nach Aussage der Zentralbank bislang lediglich 15% in Anspruch genommen.
Die Kundeneinlagen bei den VAE-Banken steigen derzeit unaufhörlich.
Zur Gulf Bank ist zu sagen, dass diese wohl die derzeit einzige am Golf ist, die sich mit Derivaten, Zertifikaten und was auch immer aber so richtig verzockt hat.
Jetzt aber das Wichtige:
Die Geschichte von Tahir und Ranjid im schönen D-o-b-u-y
Wirklich spannend ist es in der Tat auf dem Immobilienmarkt Dubai, speziell im extrem überdimensionierten "Off Plan" Segment. Die Gründe für die Einbrüche liegen auf der Hand:
1.
Bei Vertragsabschlüssen Off Plan, die gerade mal 5% Anzahlung und weniger verlangen, hat hier wirklich jeder dahergelaufene Depp seine Chance gewittert, Immobilienspekulant zu werden. Entsprechend geht jetzt natürlich die Rationalität der Entscheidungen in den Keller, wenn der Markt plötzlich seitwärts läuft.
2.
Im bisherigen Hype haben sich auch immer genug "Second Mover" gefunden, die die Verträge nach tatsächlicher Zahlung von max. 20% des Kaufpreises im sogenannten "Second Market" aufgekauft haben. Gegen Zahlung eines "Premium", versteht sich. Auf diese Weise gibt es Tausende Objekte, die zum Zeitpunkt der Fertigstellung schon 3 bis 6 Besitzerwechsel auf dem Buckel haben. Und jeder hat fleissig verdient dabei.
3.
Das wurde auch massiv von den Banken gefördert: Finanzierungsobergrenze bei Immobilien war bei 90%, manche Sonderaktionen liefen mit 100% Finanzierung.
Jetzt finanzieren die Banken nur noch max. 65% und leihen auch nicht mehr bis zu 90 Monatsgehälter an Privatkunden aus. Sowieso schon immer ein Wahnsinn gewesen in einem Land, in dem die Aufenthaltserlaubnis immer nur für 3 Jahre = 36 Monate erteilt wird - mal abgesehen von den Wucherzinsen hier.
Und genau hier schnappt jetzt die Falle zu!
Nehmen wir als Beispiel zwei Leute: Tahir und Ranjid. Beide haben mittelprächtige Jobs als Buchhalter in einer Privatfirma in Dubai und träumen davon, Immobilienhai zu werden.
A
Tahir packt sich seinen Schlafsack sowie Proviant ins Auto und reiht sich am Vorabend eines "Tower-Launch" in Business Bay am Verkaufsbüro von NAKHEEL in die Schlange ein ("First comes, first serves"). Am nächsten Morgen ist er einer der ersten im Büro und kann den Vertrag für eine ganze Etage möglichst weit oben im Tower abschließen. Der Gesamtkaufpreis ist 16,2 Mio. AED - das Down Payment beträgt 810.000 AED, er zahlt mit Barscheck. Dieses Geld hat er sich organisiert, indem er ein paar Engländer in London breitgequatscht hat, wie toll er sie zum Schotter führen kann.
Der Restpreis ist in mehrere "Installments" aufgeteilt, für die er jeweils zum vereinbarten Fälligkeitstermin vordatierte Schecks ausstellt. Natürlich hat er die entsprechenden Beträge nicht auf seinem Konto, allenfalls die nächsten 1 oder 2 Installments.
Braucht er auch gar nicht, denn . . .
B
. . . jetzt kommt Ranjid ins Spiel. Der hatte beim Tower-Launch nicht die Zeit, vor dem Verkaufsbüro zu kampieren. Er weiß und glaubt aber fest daran, auch noch mit einem Kaufvertrag aus zweiter Hand gute Kohle machen zu können.
Ranjid will Tahir den Vertrag abkaufen. Zahlen muss er an Tahir das, was Tahir bisher gezahlt hat. PLUS einen "Premium" Aufschlag von 20 bis 30% als Aufwandsentschädigung für Tahirs ungemütliche Nacht im Schlafsack.
Ranjid hat aber nicht so viel Geld. Guuuuut, dass Tahir einen Kumpel hat, der Sales Officer bei der Dubai Islamic Bank ist (oder bei irgendeiner anderen Bank). Da der Kumpel nicht mehr und weniger ist, als provisionsabhängiger Streetworker für die Bank, fingert er Ranjid sehr gerne einen Immobilienkredit ein. Ranjid muss nur die Anträge blanko unterschreiben, der Kumpel füllt den Rest dann schon so aus, dass der Antrag durch das Compliance flutscht. Gold-Credit-Card gibts natürlich "free for live" noch dazu, Ranjid will Tahir ja dann nach Abschluss auch in ein 5 Sterne Hotel zum Essen einladen.
Bis hierhin alles in Butter, der Markt entwickelt sich prächtig. Weil es gibt in Dubai Tausende Tahirs, Ranjids und Bankkumpels.
Jetzt kommt die böse, böse Finanzkrise.
Der Kumpel bei der Bank bekommt plötzlich einen Controller zur Seite gestellt, der sich die Antragssteller genau anschaut. Ein neues Wort muss der Bankkumpel jetzt plötzlich buchstabieren lernen:
C R E D I B I L I T Y
. . . kannte er bisher nicht, war doch vor dem Bankjob nur kleiner Handyverkäufer. Um die bei Kunden zu finden, hat die Bank auch noch die Finanzierungsquote gesenkt.
Um es kurz zu machen:
Ranjid kriegt seinen Kredit nicht. Aus der Traum vom Kohle machen im "2nd Market". Muss er halt weiter Buchhaltung machen.
Und Tahir?
Mmmmmmh, dem geht jetzt aber der Arsch auf Grundeis. In 3 Wochen wird der nächste vordatierte Scheck von NAKHEEL bei der Bank vorgelegt.
Und der wird definitiv nicht gedeckt sein.
Er hat schon bei NAKHEEL gebettelt, ob die nicht seinen Ratenplan "stretchen" können. Aber auf dem Ohr ist NAKHEEL taub, hat selbst genug Probleme mit Zwischenfinanzierungen, schleppendem Abverkauf von Sandhügeln im Meer usw.
Ei Ei Ei, wie war das noch mal? Schüttelscheck in VAE = Criminal Act = Anzeige bei Polizei = Gefängnis = Schmoren, bis wer auch immer die Schuld beglichen hat. Ramadan ist grad vorbei, alle Locals haben bereits arme Teufel als Akt der Wohlfahrt aus dem Knast gekauft. Also mindestens ein Jahr Bau. Weil Tahirs Familie hat auch nix.
Erste Notmaßnahme:
Tahir verzichtet zähneknirschend auf sein "Premium" und bietet den Vertrag zum Einstandspreis an. War halt zumindest ein geiles Gefühl, für ein paar Monate Eigentümer so einer geplanten Toweretage zu sein. Das war die Nacht im Schlafsack auf jeden Fall wert. Seinen Engländern erzählt er irgendwas von heftigsten Verzögerungen beim Bau, so daß er rät, das eingesetzte Geld ohne Aufschlag wieder aus dem Rennen zu nehmen.
Die Jungs glauben ihm das unbesehen.
Tahir hat auch Glück und findet einen anderen Ranjid, der gerade flüssig ist, weil er geerbt hat.
Puuuuh, das ist noch mal gut gegangen.
Tahir ist zwar ärmer dran als Ranjid Nr. 1 (der wurde "nur" nicht Immobilienbesitzer): Tahir WAR Immobilienbesitzer und hat KEIN Geld damit verdient.
Aber Lichtblick: Kein VAE-Knast wegen Schüttelscheck.
Das dürfte das aktuelle Szenario im Oktober 2008 hier sein, weshalb die Preise im Off-Plan um gute 20% abgerutscht sind.
Was haben wir aus der Eurozone als "Nutzen aus der Krise" davon?
(Noch) gar nichts. Weil der Euro auch um über 20% abgerutscht ist, sich der Leverage-Effekt also aufhebt . . .
. . . gehen wir aber mal 2 Monate in die Zukunft:
- Die Tahirs finden keine Ranjids mehr, die zum Einstandspreis (der wird hier spöttisch auch Schlafsackpreis genannt) kaufen.
- Die Developer "stretchen" noch immer keine Ratenzahlungspläne.
- Die Banken sind noch zickiger geworden bei der Kreditvergabe, jetzt nur noch 65% auf Einstandspreis.
- Knast droht immer noch bei Schüttelscheck!
Zweite Notmaßnahme:
Jetzt geht es für Tahir ans Eingemachte: Abschlag auf die bereits geleisteten Zahlungen, Vertrag "nur weg mit Schrecken". Schrecken deshalb, weil es ist ja nicht Tahirs Geld, sondern nur das der Engländer. Die sind weit weg und Tahir konnte schon immer gut reden. Außerdem: Die lesen doch auch Zeitung.
Jetzt findet Tahir jemanden, der zu 20 bis 25% unter Einstandspreis kauft.
Das ist aber kein Ranjid mehr, sondern eher ein Hans oder Egon oder Karl. Der will langfristig investieren und nicht spekulieren.
Und setzt in einem interessanten Markt mit seinem Kauf auf einem nachhaltig realistischen Preisniveau auf.
Message understood??? - Abwarten, es wird noch cooler hier.
Gruss
Martin Kraeter
Zitat
Kuwait ist das erste Land am Golf, in dem die Zentralbank nun auch Bankeinlagen garantiert und ein Rettungspaket für die großen Banken geschnürt hat.
Das ist so nicht richtig.
Entsprechende Absicherungszusagen gibt es in den VAE schon länger, inzwischen seit über einem Monat. Die Liquiditätszusage ist im Rundschreiben Nr. 4312/2008 der VAE-Zentralbank vom 25.09.2008 enthalten und kann hier nachgelesen werden:
http://www.centralbank.ae/pdf/notices/4312-2008.pdf
Es ist auf Grund der Statuten und Authorisierung der Zentralbank eine einseitige, aber eben ausreichende Willenserklärung.
Diese wurde Anfang Oktober von der VAE-Bundesregierung bestätigt und spezifiziert: Der Liquiditätsbedarf der Banken wurde für die Dauer von 3 Jahren staatlich garantiert.
Von den betragsmäßig für Banken bereit gestellten 50 Mrd. AED (rd. 14 Mrs. US-$) wurden nach Aussage der Zentralbank bislang lediglich 15% in Anspruch genommen.
Die Kundeneinlagen bei den VAE-Banken steigen derzeit unaufhörlich.
Zur Gulf Bank ist zu sagen, dass diese wohl die derzeit einzige am Golf ist, die sich mit Derivaten, Zertifikaten und was auch immer aber so richtig verzockt hat.
Jetzt aber das Wichtige:
Die Geschichte von Tahir und Ranjid im schönen D-o-b-u-y
Wirklich spannend ist es in der Tat auf dem Immobilienmarkt Dubai, speziell im extrem überdimensionierten "Off Plan" Segment. Die Gründe für die Einbrüche liegen auf der Hand:
1.
Bei Vertragsabschlüssen Off Plan, die gerade mal 5% Anzahlung und weniger verlangen, hat hier wirklich jeder dahergelaufene Depp seine Chance gewittert, Immobilienspekulant zu werden. Entsprechend geht jetzt natürlich die Rationalität der Entscheidungen in den Keller, wenn der Markt plötzlich seitwärts läuft.
2.
Im bisherigen Hype haben sich auch immer genug "Second Mover" gefunden, die die Verträge nach tatsächlicher Zahlung von max. 20% des Kaufpreises im sogenannten "Second Market" aufgekauft haben. Gegen Zahlung eines "Premium", versteht sich. Auf diese Weise gibt es Tausende Objekte, die zum Zeitpunkt der Fertigstellung schon 3 bis 6 Besitzerwechsel auf dem Buckel haben. Und jeder hat fleissig verdient dabei.
3.
Das wurde auch massiv von den Banken gefördert: Finanzierungsobergrenze bei Immobilien war bei 90%, manche Sonderaktionen liefen mit 100% Finanzierung.
Jetzt finanzieren die Banken nur noch max. 65% und leihen auch nicht mehr bis zu 90 Monatsgehälter an Privatkunden aus. Sowieso schon immer ein Wahnsinn gewesen in einem Land, in dem die Aufenthaltserlaubnis immer nur für 3 Jahre = 36 Monate erteilt wird - mal abgesehen von den Wucherzinsen hier.
Und genau hier schnappt jetzt die Falle zu!
Nehmen wir als Beispiel zwei Leute: Tahir und Ranjid. Beide haben mittelprächtige Jobs als Buchhalter in einer Privatfirma in Dubai und träumen davon, Immobilienhai zu werden.
A
Tahir packt sich seinen Schlafsack sowie Proviant ins Auto und reiht sich am Vorabend eines "Tower-Launch" in Business Bay am Verkaufsbüro von NAKHEEL in die Schlange ein ("First comes, first serves"). Am nächsten Morgen ist er einer der ersten im Büro und kann den Vertrag für eine ganze Etage möglichst weit oben im Tower abschließen. Der Gesamtkaufpreis ist 16,2 Mio. AED - das Down Payment beträgt 810.000 AED, er zahlt mit Barscheck. Dieses Geld hat er sich organisiert, indem er ein paar Engländer in London breitgequatscht hat, wie toll er sie zum Schotter führen kann.
Der Restpreis ist in mehrere "Installments" aufgeteilt, für die er jeweils zum vereinbarten Fälligkeitstermin vordatierte Schecks ausstellt. Natürlich hat er die entsprechenden Beträge nicht auf seinem Konto, allenfalls die nächsten 1 oder 2 Installments.
Braucht er auch gar nicht, denn . . .
B
. . . jetzt kommt Ranjid ins Spiel. Der hatte beim Tower-Launch nicht die Zeit, vor dem Verkaufsbüro zu kampieren. Er weiß und glaubt aber fest daran, auch noch mit einem Kaufvertrag aus zweiter Hand gute Kohle machen zu können.
Ranjid will Tahir den Vertrag abkaufen. Zahlen muss er an Tahir das, was Tahir bisher gezahlt hat. PLUS einen "Premium" Aufschlag von 20 bis 30% als Aufwandsentschädigung für Tahirs ungemütliche Nacht im Schlafsack.
Ranjid hat aber nicht so viel Geld. Guuuuut, dass Tahir einen Kumpel hat, der Sales Officer bei der Dubai Islamic Bank ist (oder bei irgendeiner anderen Bank). Da der Kumpel nicht mehr und weniger ist, als provisionsabhängiger Streetworker für die Bank, fingert er Ranjid sehr gerne einen Immobilienkredit ein. Ranjid muss nur die Anträge blanko unterschreiben, der Kumpel füllt den Rest dann schon so aus, dass der Antrag durch das Compliance flutscht. Gold-Credit-Card gibts natürlich "free for live" noch dazu, Ranjid will Tahir ja dann nach Abschluss auch in ein 5 Sterne Hotel zum Essen einladen.
Bis hierhin alles in Butter, der Markt entwickelt sich prächtig. Weil es gibt in Dubai Tausende Tahirs, Ranjids und Bankkumpels.
Jetzt kommt die böse, böse Finanzkrise.
Der Kumpel bei der Bank bekommt plötzlich einen Controller zur Seite gestellt, der sich die Antragssteller genau anschaut. Ein neues Wort muss der Bankkumpel jetzt plötzlich buchstabieren lernen:
C R E D I B I L I T Y
. . . kannte er bisher nicht, war doch vor dem Bankjob nur kleiner Handyverkäufer. Um die bei Kunden zu finden, hat die Bank auch noch die Finanzierungsquote gesenkt.
Um es kurz zu machen:
Ranjid kriegt seinen Kredit nicht. Aus der Traum vom Kohle machen im "2nd Market". Muss er halt weiter Buchhaltung machen.
Und Tahir?
Mmmmmmh, dem geht jetzt aber der Arsch auf Grundeis. In 3 Wochen wird der nächste vordatierte Scheck von NAKHEEL bei der Bank vorgelegt.
Und der wird definitiv nicht gedeckt sein.
Er hat schon bei NAKHEEL gebettelt, ob die nicht seinen Ratenplan "stretchen" können. Aber auf dem Ohr ist NAKHEEL taub, hat selbst genug Probleme mit Zwischenfinanzierungen, schleppendem Abverkauf von Sandhügeln im Meer usw.
Ei Ei Ei, wie war das noch mal? Schüttelscheck in VAE = Criminal Act = Anzeige bei Polizei = Gefängnis = Schmoren, bis wer auch immer die Schuld beglichen hat. Ramadan ist grad vorbei, alle Locals haben bereits arme Teufel als Akt der Wohlfahrt aus dem Knast gekauft. Also mindestens ein Jahr Bau. Weil Tahirs Familie hat auch nix.
Erste Notmaßnahme:
Tahir verzichtet zähneknirschend auf sein "Premium" und bietet den Vertrag zum Einstandspreis an. War halt zumindest ein geiles Gefühl, für ein paar Monate Eigentümer so einer geplanten Toweretage zu sein. Das war die Nacht im Schlafsack auf jeden Fall wert. Seinen Engländern erzählt er irgendwas von heftigsten Verzögerungen beim Bau, so daß er rät, das eingesetzte Geld ohne Aufschlag wieder aus dem Rennen zu nehmen.
Die Jungs glauben ihm das unbesehen.
Tahir hat auch Glück und findet einen anderen Ranjid, der gerade flüssig ist, weil er geerbt hat.
Puuuuh, das ist noch mal gut gegangen.
Tahir ist zwar ärmer dran als Ranjid Nr. 1 (der wurde "nur" nicht Immobilienbesitzer): Tahir WAR Immobilienbesitzer und hat KEIN Geld damit verdient.
Aber Lichtblick: Kein VAE-Knast wegen Schüttelscheck.
Das dürfte das aktuelle Szenario im Oktober 2008 hier sein, weshalb die Preise im Off-Plan um gute 20% abgerutscht sind.
Was haben wir aus der Eurozone als "Nutzen aus der Krise" davon?
(Noch) gar nichts. Weil der Euro auch um über 20% abgerutscht ist, sich der Leverage-Effekt also aufhebt . . .
. . . gehen wir aber mal 2 Monate in die Zukunft:
- Die Tahirs finden keine Ranjids mehr, die zum Einstandspreis (der wird hier spöttisch auch Schlafsackpreis genannt) kaufen.
- Die Developer "stretchen" noch immer keine Ratenzahlungspläne.
- Die Banken sind noch zickiger geworden bei der Kreditvergabe, jetzt nur noch 65% auf Einstandspreis.
- Knast droht immer noch bei Schüttelscheck!
Zweite Notmaßnahme:
Jetzt geht es für Tahir ans Eingemachte: Abschlag auf die bereits geleisteten Zahlungen, Vertrag "nur weg mit Schrecken". Schrecken deshalb, weil es ist ja nicht Tahirs Geld, sondern nur das der Engländer. Die sind weit weg und Tahir konnte schon immer gut reden. Außerdem: Die lesen doch auch Zeitung.
Jetzt findet Tahir jemanden, der zu 20 bis 25% unter Einstandspreis kauft.
Das ist aber kein Ranjid mehr, sondern eher ein Hans oder Egon oder Karl. Der will langfristig investieren und nicht spekulieren.
Und setzt in einem interessanten Markt mit seinem Kauf auf einem nachhaltig realistischen Preisniveau auf.
Message understood??? - Abwarten, es wird noch cooler hier.
Gruss
Martin Kraeter
Große Pläne, große Projekte, große Bauten: Der Aufstieg von Dubai war märchenhaft. Und wurde auf Pump finanziert.
Nun reißt die Finanzkrise das kleine Emirat mit - die Zeit des billigen Geldes ist vorbei.
Diese Stille. Sie irritiert, passt nicht zu Dubai, diesem lauten, überfüllten Betonmoloch. Verstummt ist das Gehämmer, Gebagger, Geschrei der Arbeiter. Erstarrt stehen Kräne und Bagger in Kilometern Einöde. Gelangweilt betrachtet ein Wachmann den Dreck unter seinen Fingernägeln.
Ein einziges Fahrzeug hat in der vergangenen halben Stunde den Checkpoint zur Palm Deira passiert, dem gigantischsten Bauprojekt, das Dubais Gigantomanen je in Angriff genommen haben. Als "achtes Weltwunder" haben sie die neue Palme angepriesen. 12,5 Kilometer sollte die künstliche Insel ins Meer ragen, achtmal so groß wie die berühmte erste Palme werden, einer Million Menschen Lebensraum bieten. Sie sollte der Welt zeigen, wozu Dubai fähig ist. Sollte.
An diesem Nachmittag hört man den Wind über die verlassene Baustelle hinterm Zaun streichen.
Im Staub liegt ein zertrampeltes Banner des Bauherrn Nakheel. Dem staatlichen Immobilienkonzern geht es nicht gut. So schlecht, dass er die Arbeiten an Palm Deira zurückfahren muss. "Der Umfang unserer Projekte", zitiert der Branchendienst New Civil Engineer einen Firmensprecher, "ändert sich jetzt mit den Marktbedingungen." Und die trüben sich gerade dramatisch ein. Nakheel-Gläubiger, die ihre Anleihen gegen Ausfall absichern wollten, mussten dafür zuletzt bis zu 20 Prozent der Kreditsumme hinblättern.
Die Zweifel wachsen: an der Zahlungsfähigkeit von Dubais einstigem Paradeunternehmen. Und am Erfolgsmodell Dubai selbst.
Die Finanzkrise setzt ihr zu, der einstigen Wüstenoase, die sich in drei Jahrzehnten in eine Weltmetropole verwandelt hat. Plötzlich stehen Mammutvorhaben wie die neue Palme serienweise auf der Kippe, der Immobilienmarkt vor dem Einbruch. Dubai bangt um seinen Ruf als Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten.
"Wir beobachten den Rückzug der Kredite sowohl von internationalen wie auch lokalen Banken", sagt Zahed Chowdhury, Chefstratege der Deutschen Bank für den Mittleren Osten. "In einer solchen Situation ist Dubai noch nie gewesen." Eckart Woertz sieht die Lage noch düsterer.
"Dubai ist extrem schuldenfinanziert, die Wirtschaft hier hat einen heißen Reifen gefahren", sagt der Chefökonom des Gulf Research Center. "Massive Einschnitte" stünden bevor: "Die Zeit der Prestigeprojekte ist zu Ende, bei denen Geld scheinbar keine Rolle spielte."
Dabei haben diese Prestigeprojekte Dubai zu dem gemacht, was es heute ist: die Handelsdrehscheibe zwischen Europa, Asien und Afrika. Alles begann Mitte der 70er-Jahre, als die Herrscherfamilie Al Maktum erkannte, dass ihr Öl schnell zur Neige gehen würde - und einen tollkühnen Plan entwickelte: Ihr kleines Dubai sollte Wirtschafts-, Finanz- und Verkehrszentrum der arabischen Welt werden. Was haben die arabischen Nachbarstaaten gelacht, als dieses abgelegene Wüstenkaff einen scheinbar heillos überdimensionierten Hafen baute, eine internationale Fluglinie eröffnete, ein 320 Meter hohes Luxushotel ins Nirgendwo setzte. Heute ist der Jebel Ali dem Andrang der Containerschiffe nicht mehr gewachsen, Emirates Airlines eine der profitabelsten Fluggesellschaften der Erde, das Burj Al Arab fast permanent ausgebucht.
Und die Nachbarn? Sie spotten nicht mehr, sie kamen, staunten, kauften sich ein beim Emporkömmling: Wohnungen, Villen, künstliche Inseln. Ihnen auf dem Fuß folgten vermögende Briten, Iraner, Russen, Deutsche, Chinesen. Dubai sein war alles.
Einen Haken hat das arabische Wunder allerdings.
Es ist zum Großteil auf Pump finanziert. "Demystifying Dubai Inc." betitelt die Ratingagentur Moody's ihre neueste Dubai-Studie, die im Emirat für Aufregung sorgt. Ihr zufolge beläuft sich allein die Verschuldung der Regierung ohne private Kreditaufnahme auf mindestens 47 Mrd. $ - mehr als das BIP von 2006. Und der Schuldenberg wird weiterwachsen, mindestens fünf Jahre lang. "Die angehäuften Verbindlichkeiten nehmen schneller zu, als die Investitionen Erträge erbringen können", sagt Philipp Lotter, Autor der Analyse.
Dubai benötigt dringend frisches Kapital: allein 2009 16 Mrd. $, schätzt JP Morgan.
"Es muss jetzt darum gehen, die Projektfinanzierungspipeline intakt zu halten", sagt Nasser Al-Shaali, Chef des Dubai International Financial Centre (DIFC). Das wird schwer in dieser Krise, in der die Banken wie auch die Anleger auf den internationalen Anleihemärkten riskante Investments scheuen. "Die Tage des einfachen, billigen Geldes sind vorbei", warnt Khaled al Kamda, Chef der Dubai Islamic Bank. Und die eigenen Mittel reichen längst nicht mehr, um Dubais Kapitalhunger zu stillen. Die Ölvorkommen sind ausgebeutet, pro Tag fördert man nicht einmal mehr 100.000 Barrel (je 159 Liter). Das Bruderemirat Abu Dhabi holt fast 30-mal so viel aus dem Boden.
Dubailand bekommt die Krise schon zu spüren.
"The Fun is Building!" verkünden überlebensgroße Plakate vor dem Gelände, auf dem einmal der größte Vergnügungspark der Erde stehen soll. Mehr als 30 Mrd. $ wollen Investoren hier verbauen, sie planten eine 1,7 Kilometer lange Kopie der Chinesischen Mauer, ein künstliches Venedig, eine Skihalle, durch deren durchsichtige Kuppel man im Kunstschnee die arabische Wüste bewundern kann. Doch das Herzstück wird erst mal nicht in den Sand gesetzt: Der Bau des monströsen Asia-Asia Hotels mit 6500 Zimmern werde sich wegen der Krise um mindestens zwölf Monate verzögern, heißt es aus den Reihen des Betreibers Bawadi. "Viele Projekte, bei denen der Grundstein noch nicht gelegt wurde, werden für immer in der Schublade verschwinden", erwartet Ökonom Woertz.
Hat sich Dubai verzockt?
Noch ist das große Desaster ausgeblieben. Noch ist der überhitzte Immobilienmarkt nicht zusammengebrochen. Aber er dreht sich gerade. Jahrelang gingen die Preise nur nach oben - so steil, dass sich selbst gut bezahlte Expatriates aus dem Westen kaum noch eine Wohnung leisten konnten. Nun tauchen plötzlich in den Zeitungen Inserate auf, die Apartments und Häuser in Toplagen mit Rabatten von 10 oder 20 Prozent feilbieten. Trotzdem rufen kaum noch Interessenten bei den Immobilienbüros an.
Besonders gefährdet ist das Segment der Off Plan Properties: Immobilien, die noch nicht existieren, ja für deren Bau meist noch nicht eine Schaufel Sand bewegt wurde.
Entsprechend spekulativ sind die Finanzierungskonstrukte wie etwa das in Dubai beliebte Flipping. "Das funktionierte nach einer Art Kettenbriefprinzip", sagt Woertz. "Viele Leute haben nur eine Anzahlung von fünf oder zehn Prozent vor Baubeginn geleistet und dann ihren Anteil weiterverkauft." Solange man einen Abnehmer fand, rentierte sich das Modell. Jetzt aber bleiben die Anschlusskäufer aus. Anbieter von Off-Property-Geschäften bieten schon Gratisurlaub auf den Malediven als Dreingabe. "So mancher Anleger hat jetzt Anteile an einem Loch in der Erde", sagt Woertz. "Die Gefahr ist groß, dass in kurzer Zeit viele Leute zahlungsunfähig werden." Die britische Bank Lloyds TSB vergibt bereits keine Hypotheken mehr für Appartements.
"Die große Herausforderung ist nun, den Markt in der Balance zu halten", sagt DIFC-Chef Al-Shaali. Das gelingt nur, wenn die Anleger wieder Vertrauen in Dubai fassen. Die nationale Regierung hat dies erkannt. Kurz nach Ausbruch der Krise gaben die Vereinigten Arabischen Emirate als erster Golfstaat eine Staatsgarantie für alle Bankkonten. Später folgten Kapitalspritzen für die lokalen Banken in Höhe von mehr als 30 Mrd. $.
Sollte es hart auf hart kommen, bleibt Dubai ein Retter in der Not: Abu Dhabi.
Der achtgrößte Ölproduzent der Welt strotzt trotz des Preisrutsches vor Stärke, allein sein Staatsfonds ADIA soll 875 Mrd. $ besitzen. Die Herrscherfamilie Al Nahjan hat kein Interesse daran, Dubai bankrottgehen zu lassen und den Zusammenhalt der VAE zu gefährden. "Abu Dhabi ist der weiße Ritter im Hintergrund. Die werden Dubai notfalls raushauen", sagt Woertz. "Aber sie werden dabei eine gewisse Schadenfreude empfinden. Und Dubai wird sich künftig reinreden lassen müssen." Es wäre eine Demütigung für die stolzen Al Maktums.
Um ihnen diesen Gesichtsverlust zu ersparen, wird Abu Dhabi die Petromilliarden wohl in aller Stille rüberschieben. Sie muss weitergehen, die große bunte Dubai-Show, und auch Nakheel ist mit dabei. Der Krisenkonzern hat gerade einen neuen Knüller angekündigt: den ersten 1000 Meter hohen Wolkenkratzer der Menschheitsgeschichte.
Um die Finanzierung muss sich Nakheel vorerst nicht sorgen. Die Bauarbeiten sollen frühestens in drei Jahren beginnen.
Quelle: FTD
Nun reißt die Finanzkrise das kleine Emirat mit - die Zeit des billigen Geldes ist vorbei.
Diese Stille. Sie irritiert, passt nicht zu Dubai, diesem lauten, überfüllten Betonmoloch. Verstummt ist das Gehämmer, Gebagger, Geschrei der Arbeiter. Erstarrt stehen Kräne und Bagger in Kilometern Einöde. Gelangweilt betrachtet ein Wachmann den Dreck unter seinen Fingernägeln.
Ein einziges Fahrzeug hat in der vergangenen halben Stunde den Checkpoint zur Palm Deira passiert, dem gigantischsten Bauprojekt, das Dubais Gigantomanen je in Angriff genommen haben. Als "achtes Weltwunder" haben sie die neue Palme angepriesen. 12,5 Kilometer sollte die künstliche Insel ins Meer ragen, achtmal so groß wie die berühmte erste Palme werden, einer Million Menschen Lebensraum bieten. Sie sollte der Welt zeigen, wozu Dubai fähig ist. Sollte.
An diesem Nachmittag hört man den Wind über die verlassene Baustelle hinterm Zaun streichen.
Im Staub liegt ein zertrampeltes Banner des Bauherrn Nakheel. Dem staatlichen Immobilienkonzern geht es nicht gut. So schlecht, dass er die Arbeiten an Palm Deira zurückfahren muss. "Der Umfang unserer Projekte", zitiert der Branchendienst New Civil Engineer einen Firmensprecher, "ändert sich jetzt mit den Marktbedingungen." Und die trüben sich gerade dramatisch ein. Nakheel-Gläubiger, die ihre Anleihen gegen Ausfall absichern wollten, mussten dafür zuletzt bis zu 20 Prozent der Kreditsumme hinblättern.
Die Zweifel wachsen: an der Zahlungsfähigkeit von Dubais einstigem Paradeunternehmen. Und am Erfolgsmodell Dubai selbst.
Die Finanzkrise setzt ihr zu, der einstigen Wüstenoase, die sich in drei Jahrzehnten in eine Weltmetropole verwandelt hat. Plötzlich stehen Mammutvorhaben wie die neue Palme serienweise auf der Kippe, der Immobilienmarkt vor dem Einbruch. Dubai bangt um seinen Ruf als Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten.
"Wir beobachten den Rückzug der Kredite sowohl von internationalen wie auch lokalen Banken", sagt Zahed Chowdhury, Chefstratege der Deutschen Bank für den Mittleren Osten. "In einer solchen Situation ist Dubai noch nie gewesen." Eckart Woertz sieht die Lage noch düsterer.
"Dubai ist extrem schuldenfinanziert, die Wirtschaft hier hat einen heißen Reifen gefahren", sagt der Chefökonom des Gulf Research Center. "Massive Einschnitte" stünden bevor: "Die Zeit der Prestigeprojekte ist zu Ende, bei denen Geld scheinbar keine Rolle spielte."
Dabei haben diese Prestigeprojekte Dubai zu dem gemacht, was es heute ist: die Handelsdrehscheibe zwischen Europa, Asien und Afrika. Alles begann Mitte der 70er-Jahre, als die Herrscherfamilie Al Maktum erkannte, dass ihr Öl schnell zur Neige gehen würde - und einen tollkühnen Plan entwickelte: Ihr kleines Dubai sollte Wirtschafts-, Finanz- und Verkehrszentrum der arabischen Welt werden. Was haben die arabischen Nachbarstaaten gelacht, als dieses abgelegene Wüstenkaff einen scheinbar heillos überdimensionierten Hafen baute, eine internationale Fluglinie eröffnete, ein 320 Meter hohes Luxushotel ins Nirgendwo setzte. Heute ist der Jebel Ali dem Andrang der Containerschiffe nicht mehr gewachsen, Emirates Airlines eine der profitabelsten Fluggesellschaften der Erde, das Burj Al Arab fast permanent ausgebucht.
Und die Nachbarn? Sie spotten nicht mehr, sie kamen, staunten, kauften sich ein beim Emporkömmling: Wohnungen, Villen, künstliche Inseln. Ihnen auf dem Fuß folgten vermögende Briten, Iraner, Russen, Deutsche, Chinesen. Dubai sein war alles.
Einen Haken hat das arabische Wunder allerdings.
Es ist zum Großteil auf Pump finanziert. "Demystifying Dubai Inc." betitelt die Ratingagentur Moody's ihre neueste Dubai-Studie, die im Emirat für Aufregung sorgt. Ihr zufolge beläuft sich allein die Verschuldung der Regierung ohne private Kreditaufnahme auf mindestens 47 Mrd. $ - mehr als das BIP von 2006. Und der Schuldenberg wird weiterwachsen, mindestens fünf Jahre lang. "Die angehäuften Verbindlichkeiten nehmen schneller zu, als die Investitionen Erträge erbringen können", sagt Philipp Lotter, Autor der Analyse.
Dubai benötigt dringend frisches Kapital: allein 2009 16 Mrd. $, schätzt JP Morgan.
"Es muss jetzt darum gehen, die Projektfinanzierungspipeline intakt zu halten", sagt Nasser Al-Shaali, Chef des Dubai International Financial Centre (DIFC). Das wird schwer in dieser Krise, in der die Banken wie auch die Anleger auf den internationalen Anleihemärkten riskante Investments scheuen. "Die Tage des einfachen, billigen Geldes sind vorbei", warnt Khaled al Kamda, Chef der Dubai Islamic Bank. Und die eigenen Mittel reichen längst nicht mehr, um Dubais Kapitalhunger zu stillen. Die Ölvorkommen sind ausgebeutet, pro Tag fördert man nicht einmal mehr 100.000 Barrel (je 159 Liter). Das Bruderemirat Abu Dhabi holt fast 30-mal so viel aus dem Boden.
Dubailand bekommt die Krise schon zu spüren.
"The Fun is Building!" verkünden überlebensgroße Plakate vor dem Gelände, auf dem einmal der größte Vergnügungspark der Erde stehen soll. Mehr als 30 Mrd. $ wollen Investoren hier verbauen, sie planten eine 1,7 Kilometer lange Kopie der Chinesischen Mauer, ein künstliches Venedig, eine Skihalle, durch deren durchsichtige Kuppel man im Kunstschnee die arabische Wüste bewundern kann. Doch das Herzstück wird erst mal nicht in den Sand gesetzt: Der Bau des monströsen Asia-Asia Hotels mit 6500 Zimmern werde sich wegen der Krise um mindestens zwölf Monate verzögern, heißt es aus den Reihen des Betreibers Bawadi. "Viele Projekte, bei denen der Grundstein noch nicht gelegt wurde, werden für immer in der Schublade verschwinden", erwartet Ökonom Woertz.
Hat sich Dubai verzockt?
Noch ist das große Desaster ausgeblieben. Noch ist der überhitzte Immobilienmarkt nicht zusammengebrochen. Aber er dreht sich gerade. Jahrelang gingen die Preise nur nach oben - so steil, dass sich selbst gut bezahlte Expatriates aus dem Westen kaum noch eine Wohnung leisten konnten. Nun tauchen plötzlich in den Zeitungen Inserate auf, die Apartments und Häuser in Toplagen mit Rabatten von 10 oder 20 Prozent feilbieten. Trotzdem rufen kaum noch Interessenten bei den Immobilienbüros an.
Besonders gefährdet ist das Segment der Off Plan Properties: Immobilien, die noch nicht existieren, ja für deren Bau meist noch nicht eine Schaufel Sand bewegt wurde.
Entsprechend spekulativ sind die Finanzierungskonstrukte wie etwa das in Dubai beliebte Flipping. "Das funktionierte nach einer Art Kettenbriefprinzip", sagt Woertz. "Viele Leute haben nur eine Anzahlung von fünf oder zehn Prozent vor Baubeginn geleistet und dann ihren Anteil weiterverkauft." Solange man einen Abnehmer fand, rentierte sich das Modell. Jetzt aber bleiben die Anschlusskäufer aus. Anbieter von Off-Property-Geschäften bieten schon Gratisurlaub auf den Malediven als Dreingabe. "So mancher Anleger hat jetzt Anteile an einem Loch in der Erde", sagt Woertz. "Die Gefahr ist groß, dass in kurzer Zeit viele Leute zahlungsunfähig werden." Die britische Bank Lloyds TSB vergibt bereits keine Hypotheken mehr für Appartements.
"Die große Herausforderung ist nun, den Markt in der Balance zu halten", sagt DIFC-Chef Al-Shaali. Das gelingt nur, wenn die Anleger wieder Vertrauen in Dubai fassen. Die nationale Regierung hat dies erkannt. Kurz nach Ausbruch der Krise gaben die Vereinigten Arabischen Emirate als erster Golfstaat eine Staatsgarantie für alle Bankkonten. Später folgten Kapitalspritzen für die lokalen Banken in Höhe von mehr als 30 Mrd. $.
Sollte es hart auf hart kommen, bleibt Dubai ein Retter in der Not: Abu Dhabi.
Der achtgrößte Ölproduzent der Welt strotzt trotz des Preisrutsches vor Stärke, allein sein Staatsfonds ADIA soll 875 Mrd. $ besitzen. Die Herrscherfamilie Al Nahjan hat kein Interesse daran, Dubai bankrottgehen zu lassen und den Zusammenhalt der VAE zu gefährden. "Abu Dhabi ist der weiße Ritter im Hintergrund. Die werden Dubai notfalls raushauen", sagt Woertz. "Aber sie werden dabei eine gewisse Schadenfreude empfinden. Und Dubai wird sich künftig reinreden lassen müssen." Es wäre eine Demütigung für die stolzen Al Maktums.
Um ihnen diesen Gesichtsverlust zu ersparen, wird Abu Dhabi die Petromilliarden wohl in aller Stille rüberschieben. Sie muss weitergehen, die große bunte Dubai-Show, und auch Nakheel ist mit dabei. Der Krisenkonzern hat gerade einen neuen Knüller angekündigt: den ersten 1000 Meter hohen Wolkenkratzer der Menschheitsgeschichte.
Um die Finanzierung muss sich Nakheel vorerst nicht sorgen. Die Bauarbeiten sollen frühestens in drei Jahren beginnen.
Quelle: FTD
Zitat
Die Immobilienmärkte des Mittleren Ostens, vor allem in den VAE, werden in den nächsten ein bis zwei Jahren die beste Wertentwicklung aller Immobilienmärkte weltweit aufweisen. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Jones Lang LaSalle unter institutionellen Investoren.
Befragt wurden 350 Professionals der Branche im Mittleren Osten. Die Befragten äußerten sich uneingeschränkt optimistisch über die Performance der Immobilienmärkte in der Region. Europa und den USA dagegen traute kaum einer nennenswertes Wachstum zu.
Die Originalmeldung von Jones Lang LaSalle können Sie hier abrufen
Mit dem größten Feuerwerk der Welt ist in der Nacht die erste künstliche Insel vor der Küste Dubais eröffnet worden.
Nach Veranstalterangaben wurden 100.000 Feuerwerkskörper gezündet. Die Feuerwerkskörper zeichneten eine riesengroße Palme in den Himmel. Die Illumination war sogar vom Weltall aus zu sehen.
[list]
Foto: dpa[/list]Anlass des Spektakels war die Eröffnung der künstlichen Insel vor der Küste Dubais mit dem Namen "The Palm Jumeirah". Zu dem Anlass waren rund 2000 Gäste aus aller Welt geladen, denen vor dem Feuerwerk unter anderem 1,7 Tonnen Hummer, 4000 Austern, 50 Kilogramm Gänseleber, 1000 Wachteleier und 5000 Sushi serviert wurden.
Die Festlichkeiten, die noch bis Freitagabend gehen, finden im zentralen Hotel "Atlantis The Palm" statt, das ebenfalls in der Nacht zum Freitag offiziell in die erste Saison startete.
Die Insel ist die erste von insgesamt fünf geplanten künstlichen Bauwerken vor der Küste Dubais. An ihr wurde sieben Jahre lang gebaut, streckenweise mit 40 000 Mann am Tag.
Die 1,5 Milliarden Euro teure Insel ist eines der spektakulärsten Bauprojekte der vergangenen Jahre. Kernstück sind ein Luxushotel sowie ein riesiges Aquarium mit 65.000 Fischen.
(eig.mdr)
Nach Veranstalterangaben wurden 100.000 Feuerwerkskörper gezündet. Die Feuerwerkskörper zeichneten eine riesengroße Palme in den Himmel. Die Illumination war sogar vom Weltall aus zu sehen.
[list]

Foto: dpa[/list]Anlass des Spektakels war die Eröffnung der künstlichen Insel vor der Küste Dubais mit dem Namen "The Palm Jumeirah". Zu dem Anlass waren rund 2000 Gäste aus aller Welt geladen, denen vor dem Feuerwerk unter anderem 1,7 Tonnen Hummer, 4000 Austern, 50 Kilogramm Gänseleber, 1000 Wachteleier und 5000 Sushi serviert wurden.
Die Festlichkeiten, die noch bis Freitagabend gehen, finden im zentralen Hotel "Atlantis The Palm" statt, das ebenfalls in der Nacht zum Freitag offiziell in die erste Saison startete.
Die Insel ist die erste von insgesamt fünf geplanten künstlichen Bauwerken vor der Küste Dubais. An ihr wurde sieben Jahre lang gebaut, streckenweise mit 40 000 Mann am Tag.
Die 1,5 Milliarden Euro teure Insel ist eines der spektakulärsten Bauprojekte der vergangenen Jahre. Kernstück sind ein Luxushotel sowie ein riesiges Aquarium mit 65.000 Fischen.
(eig.mdr)
Dubai bleibt auf Luxusimmobilien sitzen
Die Finanzkrise verschont auch Dubai nicht. Das Emirat, bekannt für extravaganten Luxus, drosselt seine Großbauten. Die Nachfrage nach Luxusimmobilien lässt deutlich nach >> Focus
Dubai-Villen zum Schnäppchenpreis
Wegen der Finanzkrise purzeln auch die Preise in Dubai. Manch exklusives Haus verbilligte sich um mehr als eine Million Euro. Erste Banken geben keine Kredite mehr.
Das auf Hypotheken nach islamischem Recht spezialisierte Institut Amlak stellte in dieser Woche die Vergabe von Immobilienkrediten ein und warnte vor ersten Anzeichen für einen Kollaps des Dubaier Immobilienmarkts >> Focus
..
Die Finanzkrise verschont auch Dubai nicht. Das Emirat, bekannt für extravaganten Luxus, drosselt seine Großbauten. Die Nachfrage nach Luxusimmobilien lässt deutlich nach >> Focus
Dubai-Villen zum Schnäppchenpreis
Wegen der Finanzkrise purzeln auch die Preise in Dubai. Manch exklusives Haus verbilligte sich um mehr als eine Million Euro. Erste Banken geben keine Kredite mehr.
Das auf Hypotheken nach islamischem Recht spezialisierte Institut Amlak stellte in dieser Woche die Vergabe von Immobilienkrediten ein und warnte vor ersten Anzeichen für einen Kollaps des Dubaier Immobilienmarkts >> Focus
..

meine ganz persönliche meinung ! 