Deutschland - zehnjährige Bundesanleihe
In diesem Thema wurden schon 0 Auszeichnungen vergeben!
Dieses Thema wurde 4685 mal besucht und hat 8 Antworten.

Deutschland - zehnjährige Bundesanleihe
Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe ist mit 1,4 Prozent auf ein Rekordtief gefallen. Inflationsbereinigt schenken Anleger dem deutschen Staat Geld - um im Gegenzug Sicherheit zu erhalten. Die Renditen von Ländern wie Italien und Spanien schnellen dagegen hoch.
An den Finanzmärkten ist die Nachfrage nach sicheren Anlagen ungebrochen hoch. Vor allem deutsche Staatsanleihen gelten in den Augen vieler Investoren als eine der letzten verlässlichen Investments im Trubel der Schuldenkrise.
Die scheinbar unbegrenzte Nachfrage der Anleger sorgt für eine ungebremste Kursrally am deutschen Anleihemarkt. Im Gegenzug sinken die Renditen - also die Kombination aus Nominalverzinsung und Anleihekurs - fast täglich auf historische Tiefstände. Das dürfte Finanzminister Wolfgang Schäuble freuen, denn so wird die Refinanzierung Deutschlands über die Ausgabe von Staatsanleihen immer günstiger.
Am Donnerstag fiel die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die unter Experten als richtungsweisend gilt, auf bis zu 1,42 Prozent. Das ist ein neues Rekordtief. Zum Vergleich: Vor gut einem Jahr lag die Rendite mit drei Prozent noch doppelt so hoch. Anfang der 1990er Jahre - also nach der Wiedervereinigung Deutschlands - hatte sie gar um ein Vielfaches höher gelegen.
Das zeigt, wie begehrt deutsche Staatsanleihen aktuell bei den Anlegern sind. Und das, obwohl Deutschland durch die großen Probleme in Euroländern wie Griechenland oder Spanien finanziell stark belastet werden könnte. Offensichtlich trauen die Investoren Deutschland aber zu, diese Risiken stemmen zu können.
Inflation bei 2,1 Prozent - Rendite bei 1,6 Prozent
Beachtlich ist zudem, dass die Investoren unter Berücksichtigung der Geldentwertung schon seit langem Vermögensverluste in Kauf nehmen - nur um ihre Investitionen in Sicherheit zu wissen. Aktuell liegt die Inflation in Deutschland bei 2,1 Prozent. Das drückt die realen - also preisbereinigten - Renditen deutlich ins negative Terrain.
Der Effekt ist grundsätzlich um so stärker, je kürzer ein Anleger sein Geld dem deutschen Staat zur Verfügung stellt: Im kurzfristigen Bereich von zwei Jahren beträgt die Rendite aktuell knapp 0,5 Prozent. Zieht man hiervon die Inflationsrate ab, ergibt sich eine Verzinsung von minus 1,6 Prozent. Experten vergleichen diesen Effekt mit einer Art Kontoführungsgebühr, die verunsicherte Anleger gegen ein hohes Maß an Sicherheit bereit sind zu zahlen.
Anleihen der Krisenländer: Spanien zahlt mehr als 6 Prozent Zinsen
Ein ganz anderes Bild zeigt sich an den Anleihemärkten krisengeschwächter Euroländer. In Spanien und Italien beispielsweise liegen die Renditen über alle Laufzeiten hinweg um ein vielfaches höher als in Deutschland. Im Zehnjahresbereich liegt das Zinsniveau Italiens aktuell bei 5,85 Prozent, in Spanien gar bei 6,29 Prozent. Ausschlaggebend hierfür - Experten sprechen von Risikoaufschlägen - ist das Misstrauen, das insbesondere Südeuropäischen Ländern entgegenschlägt. Viele Investoren trauen den Krisenländern nicht zu, ihre hohe Staatsverschuldung unter Kontrolle zu bringen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Für Deutschland hingegen bringt die aktuelle Entwicklung eine spürbare Entlastung. Denn Staaten refinanzieren ihren hohen Finanzbedarf zum Großteil über die Ausgabe von Staatsanleihen. Schon seit Monaten sind die Kosten hierfür in Deutschland stark rückläufig. Zuletzt konnte sich der Bund zur Wochenmitte für zehn Jahre zu rekordniedrigen Zinsen von gerade mal 1,47 Prozent frisches Geld besorgen.
Das ist weniger als die Hälfte dessen, was Länder wie Italien und Spanien zahlen müssen - wohlgemerkt: nicht für zehn, sondern für zwei Jahre. Und selbst für dreißigjährige Schulden muss Deutschland mit zwei Prozent aktuell deutlich weniger Zinsen bieten als viele Krisenländer im sehr kurzen Bereich
An den Finanzmärkten ist die Nachfrage nach sicheren Anlagen ungebrochen hoch. Vor allem deutsche Staatsanleihen gelten in den Augen vieler Investoren als eine der letzten verlässlichen Investments im Trubel der Schuldenkrise.
Die scheinbar unbegrenzte Nachfrage der Anleger sorgt für eine ungebremste Kursrally am deutschen Anleihemarkt. Im Gegenzug sinken die Renditen - also die Kombination aus Nominalverzinsung und Anleihekurs - fast täglich auf historische Tiefstände. Das dürfte Finanzminister Wolfgang Schäuble freuen, denn so wird die Refinanzierung Deutschlands über die Ausgabe von Staatsanleihen immer günstiger.
Am Donnerstag fiel die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die unter Experten als richtungsweisend gilt, auf bis zu 1,42 Prozent. Das ist ein neues Rekordtief. Zum Vergleich: Vor gut einem Jahr lag die Rendite mit drei Prozent noch doppelt so hoch. Anfang der 1990er Jahre - also nach der Wiedervereinigung Deutschlands - hatte sie gar um ein Vielfaches höher gelegen.
Das zeigt, wie begehrt deutsche Staatsanleihen aktuell bei den Anlegern sind. Und das, obwohl Deutschland durch die großen Probleme in Euroländern wie Griechenland oder Spanien finanziell stark belastet werden könnte. Offensichtlich trauen die Investoren Deutschland aber zu, diese Risiken stemmen zu können.
Inflation bei 2,1 Prozent - Rendite bei 1,6 Prozent
Beachtlich ist zudem, dass die Investoren unter Berücksichtigung der Geldentwertung schon seit langem Vermögensverluste in Kauf nehmen - nur um ihre Investitionen in Sicherheit zu wissen. Aktuell liegt die Inflation in Deutschland bei 2,1 Prozent. Das drückt die realen - also preisbereinigten - Renditen deutlich ins negative Terrain.
Der Effekt ist grundsätzlich um so stärker, je kürzer ein Anleger sein Geld dem deutschen Staat zur Verfügung stellt: Im kurzfristigen Bereich von zwei Jahren beträgt die Rendite aktuell knapp 0,5 Prozent. Zieht man hiervon die Inflationsrate ab, ergibt sich eine Verzinsung von minus 1,6 Prozent. Experten vergleichen diesen Effekt mit einer Art Kontoführungsgebühr, die verunsicherte Anleger gegen ein hohes Maß an Sicherheit bereit sind zu zahlen.
Anleihen der Krisenländer: Spanien zahlt mehr als 6 Prozent Zinsen
Ein ganz anderes Bild zeigt sich an den Anleihemärkten krisengeschwächter Euroländer. In Spanien und Italien beispielsweise liegen die Renditen über alle Laufzeiten hinweg um ein vielfaches höher als in Deutschland. Im Zehnjahresbereich liegt das Zinsniveau Italiens aktuell bei 5,85 Prozent, in Spanien gar bei 6,29 Prozent. Ausschlaggebend hierfür - Experten sprechen von Risikoaufschlägen - ist das Misstrauen, das insbesondere Südeuropäischen Ländern entgegenschlägt. Viele Investoren trauen den Krisenländern nicht zu, ihre hohe Staatsverschuldung unter Kontrolle zu bringen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.
Für Deutschland hingegen bringt die aktuelle Entwicklung eine spürbare Entlastung. Denn Staaten refinanzieren ihren hohen Finanzbedarf zum Großteil über die Ausgabe von Staatsanleihen. Schon seit Monaten sind die Kosten hierfür in Deutschland stark rückläufig. Zuletzt konnte sich der Bund zur Wochenmitte für zehn Jahre zu rekordniedrigen Zinsen von gerade mal 1,47 Prozent frisches Geld besorgen.
Das ist weniger als die Hälfte dessen, was Länder wie Italien und Spanien zahlen müssen - wohlgemerkt: nicht für zehn, sondern für zwei Jahre. Und selbst für dreißigjährige Schulden muss Deutschland mit zwei Prozent aktuell deutlich weniger Zinsen bieten als viele Krisenländer im sehr kurzen Bereich
Bundeswertpapiere - Bundesanleihen
Renditen von Bundeswertpapieren sinken
Magerkost für Liebhaber von Bundeswertpapieren: Mit nur noch etwa 1,5 Prozent (Stand Mitte Mai 2012) ist die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen so niedrig wie nie zuvor seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland. 2010 war die Rendite noch doppelt so hoch, vor zehn Jahren lag sie immerhin zwischen vier und fünf Prozent (siehe Grafik).
Ein zentraler Grund für die derzeitige Niedrigzinsphase, die in den meisten europäischen Ländern die Märkte beherrscht, sind die niedrigen Notenbankzinsen. Für die Bundesanleihen kommt besonders hinzu, dass sie für viele Anleger als „sicherer Hafen“ in Zeiten der Staatsschuldenkrise gelten. Für diese hohe Sicherheit müssen die Sparer aber magere Zinsen in Kauf nehmen, die noch nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen. Wer sein Vermögen mit einer höheren Rendite erhalten oder gar mehren möchte, muss auch bereit sein, höhere Risiken einzugehen – in Frage kommen beispielsweise Unternehmensanleihen oder Aktien bzw. Investmentfonds.
Die Grafik "Zinsen auf Talfahrt"
Bundesverband deutscher Banken
Magerkost für Liebhaber von Bundeswertpapieren: Mit nur noch etwa 1,5 Prozent (Stand Mitte Mai 2012) ist die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen so niedrig wie nie zuvor seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland. 2010 war die Rendite noch doppelt so hoch, vor zehn Jahren lag sie immerhin zwischen vier und fünf Prozent (siehe Grafik).
Ein zentraler Grund für die derzeitige Niedrigzinsphase, die in den meisten europäischen Ländern die Märkte beherrscht, sind die niedrigen Notenbankzinsen. Für die Bundesanleihen kommt besonders hinzu, dass sie für viele Anleger als „sicherer Hafen“ in Zeiten der Staatsschuldenkrise gelten. Für diese hohe Sicherheit müssen die Sparer aber magere Zinsen in Kauf nehmen, die noch nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen. Wer sein Vermögen mit einer höheren Rendite erhalten oder gar mehren möchte, muss auch bereit sein, höhere Risiken einzugehen – in Frage kommen beispielsweise Unternehmensanleihen oder Aktien bzw. Investmentfonds.
Die Grafik "Zinsen auf Talfahrt"
Bundesverband deutscher Banken
An den Rentenmärkten steigt die Sorge um die Kreditwürdigkeit Deutschlands, da dem Bundeshaushalt durch die milliardenschweren Rettungsschirme hohe Belastungen drohen. Selbst Topinvestoren wie der Vermögensverwalter Pimco halten nur noch wenige Bundesanleihen.
Der Vermögensverwalter Pimco hat wegen der Schuldenkrise nur noch wenige Bundesanleihen in seinen Depots. "Deutschland verliert durch die zunehmenden Risiken an Qualität", erklärte Andrew Bosomworth, Fondsmanager und Deutschland-Chef der Allianz-Tochter, am Mittwoch.
Schließlich drohten dem Bundeshaushalt durch die milliardenschwere Rettungsschirme und anderweitige Verluste enorme Belastungen. Die mageren Renditen der deutschen Titel spielten laut Bosomworth nur eine untergeordnete Rolle. "Wir achten in erster Linie auf das Rückzahlungspotenzial und erst in zweiter Linie auf die Rendite. Wenn es sein muss, nehmen wir sogar negative Realrenditen in Kauf."
Die Rendite der zehnjährigen Bundespapiere war Anfang Juni auf ein Rekordtief von 1,127 Prozent gefallen. Seither sind sie auf etwa 1,5 Prozent angezogen. Zum Vergleich: Die Inflationsrate in der Euro-Zone liegt derzeit bei knapp 2,5 Prozent.
Pimco sei in Staatsanleihen der Euro-Staaten generell untergewichtet, fügte der Fondsmanager hinzu. Er bevorzuge Papiere aus Staaten wie Großbritannien, Australien, Brasilien oder Südafrika. Daneben habe sein Unternehmen die Bargeldquoten ausgebaut. Bei Publikumsfonds liege diese in der Regel zwischen fünf und 15 Prozent, in Einzelfällen sogar darüber. Vor der Krise seien Quoten zwischen einem und 5 Prozent üblich gewesen.
Bank Metzler: "Bundesanleihen bei Bruch der Euro-Zone wieder Zufluchtsort"
Aus Sicht vieler Experten dürfte Deutschland der Status als sicherer Hafen aber nur schwer zu nehmen sein. "Sollte ein Bruch der Euro-Zone wahrscheinlicher werden, wären Bunds wieder Zufluchtsort," schreiben die Analysten der Metzler Bank in einem Kommentar. Es fehle einfach an Alternativen, urteilte auch Commerzbank-Analyst Marcel Bross. Bunds zählten nun einmal zu den liquidesten Anlagen weltweit.
Bei einer Auktion am Mittwoch griffen Anleger jedenfalls beherzt zu deutschen Papieren. Die Emission einer zehnjährigen Bundesanleihe spülte gut vier Milliarden Euro in die Staatskasse, die Versteigerung war 1,4-fach überzeichnet. Im Mai war die Emission noch 1,5-fach überzeichnet.
Der Euro stieg in einem volatilen Handel auf ein Tageshoch von 1,2553 Dollar. Am Sekundärmarkt rentierten zehnjährige italienische Anleihen bei 6,170 Prozent und damit in Reichweite ihre Vortagesschlusses. Ihre spanischen Pendants verharrten mit 6,736 Prozent am frühen Nachmittag ebenfalls im "Stand-By-Modus". Am Morgen waren sie mit 6,861 Prozent noch auf ein neues Rekordhoch seit Einführung des Euro geklettert.
Der unklare Ausgang der Wahl in Griechenland lähme die Investoren, sagte ein Händler. Die Parlamentswahl am Sonntag gilt als Abstimmung über den Verbleib des Landes in der Euro-Zone und die Zukunft des 130 Milliarden Euro schweren internationalen Rettungsprogramms. In Umfragen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der sparwilligen Parteien und der Reformgegner ab.
Der Vermögensverwalter Pimco hat wegen der Schuldenkrise nur noch wenige Bundesanleihen in seinen Depots. "Deutschland verliert durch die zunehmenden Risiken an Qualität", erklärte Andrew Bosomworth, Fondsmanager und Deutschland-Chef der Allianz-Tochter, am Mittwoch.
Schließlich drohten dem Bundeshaushalt durch die milliardenschwere Rettungsschirme und anderweitige Verluste enorme Belastungen. Die mageren Renditen der deutschen Titel spielten laut Bosomworth nur eine untergeordnete Rolle. "Wir achten in erster Linie auf das Rückzahlungspotenzial und erst in zweiter Linie auf die Rendite. Wenn es sein muss, nehmen wir sogar negative Realrenditen in Kauf."
Die Rendite der zehnjährigen Bundespapiere war Anfang Juni auf ein Rekordtief von 1,127 Prozent gefallen. Seither sind sie auf etwa 1,5 Prozent angezogen. Zum Vergleich: Die Inflationsrate in der Euro-Zone liegt derzeit bei knapp 2,5 Prozent.
Pimco sei in Staatsanleihen der Euro-Staaten generell untergewichtet, fügte der Fondsmanager hinzu. Er bevorzuge Papiere aus Staaten wie Großbritannien, Australien, Brasilien oder Südafrika. Daneben habe sein Unternehmen die Bargeldquoten ausgebaut. Bei Publikumsfonds liege diese in der Regel zwischen fünf und 15 Prozent, in Einzelfällen sogar darüber. Vor der Krise seien Quoten zwischen einem und 5 Prozent üblich gewesen.
Bank Metzler: "Bundesanleihen bei Bruch der Euro-Zone wieder Zufluchtsort"
Aus Sicht vieler Experten dürfte Deutschland der Status als sicherer Hafen aber nur schwer zu nehmen sein. "Sollte ein Bruch der Euro-Zone wahrscheinlicher werden, wären Bunds wieder Zufluchtsort," schreiben die Analysten der Metzler Bank in einem Kommentar. Es fehle einfach an Alternativen, urteilte auch Commerzbank-Analyst Marcel Bross. Bunds zählten nun einmal zu den liquidesten Anlagen weltweit.
Bei einer Auktion am Mittwoch griffen Anleger jedenfalls beherzt zu deutschen Papieren. Die Emission einer zehnjährigen Bundesanleihe spülte gut vier Milliarden Euro in die Staatskasse, die Versteigerung war 1,4-fach überzeichnet. Im Mai war die Emission noch 1,5-fach überzeichnet.
Der Euro stieg in einem volatilen Handel auf ein Tageshoch von 1,2553 Dollar. Am Sekundärmarkt rentierten zehnjährige italienische Anleihen bei 6,170 Prozent und damit in Reichweite ihre Vortagesschlusses. Ihre spanischen Pendants verharrten mit 6,736 Prozent am frühen Nachmittag ebenfalls im "Stand-By-Modus". Am Morgen waren sie mit 6,861 Prozent noch auf ein neues Rekordhoch seit Einführung des Euro geklettert.
Der unklare Ausgang der Wahl in Griechenland lähme die Investoren, sagte ein Händler. Die Parlamentswahl am Sonntag gilt als Abstimmung über den Verbleib des Landes in der Euro-Zone und die Zukunft des 130 Milliarden Euro schweren internationalen Rettungsprogramms. In Umfragen zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der sparwilligen Parteien und der Reformgegner ab.
Renditen von Bundesanleihen könnten stark negativ werden
Der Status von Bundesanleihen als „sicherer Hafen Europas“ ist in den letzten Tagen ins Wanken gekommen: Zahlreiche Anleger trennten sich von ihren Beständen, die Renditen legten zu. Mike Riddell, stellvertretender Fondsmanager des M&G Global Macro Bond Fund, hält es jedoch für durchaus möglich, dass deutsche Staatsanleihen erneut so stark nachgefragt werden, dass Investoren sogar negative Renditen in Kauf nehmen müssen – was bereits Ende Mai bei zweijährigen Bundespapieren der Fall war.
„Negative Renditen von Bundesanleihen sind eine völlig rationale Reaktion auf die zunehmende Wahrscheinlichkeit, dass der Euro zusammenbricht und Deutschland eine neue D-Mark einführt“, erläutert Riddell. „Falls es tatsächlich dazu kommen sollte, dürfte die D-Mark erheblich gegenüber den anderen neuen europäischen Währungen aufwerten. So müssten sich beispielsweise spanische Anleger dann nicht mit einer Verzinsung der Bundesanleihen von minus 0,5 Prozent zufrieden geben, sondern könnten aufgrund der Aufwertung der D-Mark gegenüber der spanischen Peseta mit einem stattlichen Kapitalgewinn rechnen – möglicherweise bis zu 40 Prozent.“
Der kürzliche Renditeanstieg deutscher Staatspapiere hatte zu Spekulationen geführt, ob die schwierige Lage der Eurozone jetzt auch auf Deutschland ausstrahle. Riddell sieht die Ursachen jedoch stärker in taktischen Gewinnmitnahmen als in langfristigen Positionierungen: „Die Anleger halten jetzt nicht mehr ein extremes, sondern nur noch ein sehr hohes Übergewicht an Bundesanleihen“, sagt der Fondsmanager. Der langfristige Trend halte an: „Wir sehen nach wie vor eine Kapitalflucht vom Süden Europas in den Norden, da Investoren sich immer mehr um einen möglichen Zusammenbruch der Eurozone sorgen, und das sollte deutsche Staatsanleihen weiterhin unterstützen“, erläutert Riddell.
„Negative Renditen von Bundesanleihen sind eine völlig rationale Reaktion auf die zunehmende Wahrscheinlichkeit, dass der Euro zusammenbricht und Deutschland eine neue D-Mark einführt“, erläutert Riddell. „Falls es tatsächlich dazu kommen sollte, dürfte die D-Mark erheblich gegenüber den anderen neuen europäischen Währungen aufwerten. So müssten sich beispielsweise spanische Anleger dann nicht mit einer Verzinsung der Bundesanleihen von minus 0,5 Prozent zufrieden geben, sondern könnten aufgrund der Aufwertung der D-Mark gegenüber der spanischen Peseta mit einem stattlichen Kapitalgewinn rechnen – möglicherweise bis zu 40 Prozent.“
Der kürzliche Renditeanstieg deutscher Staatspapiere hatte zu Spekulationen geführt, ob die schwierige Lage der Eurozone jetzt auch auf Deutschland ausstrahle. Riddell sieht die Ursachen jedoch stärker in taktischen Gewinnmitnahmen als in langfristigen Positionierungen: „Die Anleger halten jetzt nicht mehr ein extremes, sondern nur noch ein sehr hohes Übergewicht an Bundesanleihen“, sagt der Fondsmanager. Der langfristige Trend halte an: „Wir sehen nach wie vor eine Kapitalflucht vom Süden Europas in den Norden, da Investoren sich immer mehr um einen möglichen Zusammenbruch der Eurozone sorgen, und das sollte deutsche Staatsanleihen weiterhin unterstützen“, erläutert Riddell.
Deutschland gerät ins Visier von Hedgefonds
Die Rendite für zehnjährige deutsche Staatsanleihen ist seit Monatsbeginn von 1,13 Prozent auf 1,53 Prozent gestiegen. Hedgefonds rechnen mit einer Verdoppelung der Zinsen.
Deutschland dürfte bald ins Visier von Hedgefonds geraten, berichtet die Financial Times. Bei einer Umfrage anlässlich einer Industriekonferenz in Monaco, wo auch zahlreiche Hedgefonds vertreten sind, rechnet die Hälfte der Befragten damit, dass sich die Zinsen für deutsche Staatsanleihen innerhalb des nächsten Jahres verdoppeln werden. Während bisher sehr wenig gegen Deutschland gewettet wurde, beginnt sich nun die Meinung durchzusetzen, dass die Eurokrise zu massiv sei, als dass Deutschland unbeschadet bleiben könne.
Grund für die Zweifel an deutschen Staatsanleihen ist das steigende Risiko für Deutschland durch die zahlreichen Hilfsmaßnahmen für andere Länder. Es wird befürchtet, dass auch Deutschland an seine Grenzen stößt und die Kreditwürdigkeit des Landes leidet.
Gary Davies, Gründer des Fulcrum Asset Managements, sagt, dass alle Hedgefonds-Analysemodelle darauf hinauslaufen, dass deutsche Anleihen derzeit zu gut bewertet sind.
Erste Anzeichen
Erste Anzeichen für steigende Renditen gibt es bereits. Waren die Renditen durch die Kapitalflucht aus südlichen Euro-Ländern in deutsche Anleihen zuletzt extrem niedrig, beginnen sie nun zu steigen. So lagen die Renditen für zehnjährige deutsche Staatsanleihen Anfang Juni bei 1,13 Prozent, nun betragen sie schon 1,57 Prozent. Das ist zwar im Vergleich zu anderen Staaten ein sehr niedriger Zinssatz, Hedgefondsmanager rechnen aber wie gesagt mit einem weiteren Anstieg.
Auch der weltgrößte Anleiheninvestor Pimco hat reagiert. "Deutschland verliert durch die zunehmenden Risiken an Qualität", sagt der Deutschland-Chef von Pimco, Andrew Bosomworth. Deshalb hält Pimco auch nur noch eine geringe Menge deutscher Staatsanleihen.
Deutschland dürfte bald ins Visier von Hedgefonds geraten, berichtet die Financial Times. Bei einer Umfrage anlässlich einer Industriekonferenz in Monaco, wo auch zahlreiche Hedgefonds vertreten sind, rechnet die Hälfte der Befragten damit, dass sich die Zinsen für deutsche Staatsanleihen innerhalb des nächsten Jahres verdoppeln werden. Während bisher sehr wenig gegen Deutschland gewettet wurde, beginnt sich nun die Meinung durchzusetzen, dass die Eurokrise zu massiv sei, als dass Deutschland unbeschadet bleiben könne.
Grund für die Zweifel an deutschen Staatsanleihen ist das steigende Risiko für Deutschland durch die zahlreichen Hilfsmaßnahmen für andere Länder. Es wird befürchtet, dass auch Deutschland an seine Grenzen stößt und die Kreditwürdigkeit des Landes leidet.
Gary Davies, Gründer des Fulcrum Asset Managements, sagt, dass alle Hedgefonds-Analysemodelle darauf hinauslaufen, dass deutsche Anleihen derzeit zu gut bewertet sind.
Erste Anzeichen
Erste Anzeichen für steigende Renditen gibt es bereits. Waren die Renditen durch die Kapitalflucht aus südlichen Euro-Ländern in deutsche Anleihen zuletzt extrem niedrig, beginnen sie nun zu steigen. So lagen die Renditen für zehnjährige deutsche Staatsanleihen Anfang Juni bei 1,13 Prozent, nun betragen sie schon 1,57 Prozent. Das ist zwar im Vergleich zu anderen Staaten ein sehr niedriger Zinssatz, Hedgefondsmanager rechnen aber wie gesagt mit einem weiteren Anstieg.
Auch der weltgrößte Anleiheninvestor Pimco hat reagiert. "Deutschland verliert durch die zunehmenden Risiken an Qualität", sagt der Deutschland-Chef von Pimco, Andrew Bosomworth. Deshalb hält Pimco auch nur noch eine geringe Menge deutscher Staatsanleihen.
Katastrophenrisiko: Wann verlieren Bundesanleihen den Status als sicherer Hafen?
Ab einem gewissen CDS-Spread-Niveau zu anderen Anlageklassen gelten Staatsanleihen nicht mehr als sicherer Hafen. Edgar Walk, Chefvolkswirt vom Bankhaus Metzler, über zwei Euro-Rückkehrer unter die Gruppe der sicheren Häfen und Deutschlands Aussichten.
Seit dem Lehman-Schock im Jahr 2008 ist eine interessante Entwicklung am deutschen Rentenmarkt zu beobachten. Die Bonitätsrisiken haben beispielsweise gemessen am CDS-Spread zugenommen, die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen ist jedoch gefallen
Darüber hinaus waren deutsche Bundesanleihen seit Ausbruch der Krise durchgängig negativ mit dem Aktienmarkt korreliert, das heißt: Bundesanleihen wurden von den Anlegern als sicherer Hafen gesehen.
Aufgrund der zahlreichen deutschen Hilfsmaßnahmen sowie der Target2-Salden stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, ob und unter welchen Bedingungen Bundesanleihen ihren Status als sicherer Hafen verlieren könnten.
Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass wegen der europäischen Staatsschuldenkrise und des Risikos eines Auseinanderbrechens des Euro das sogenannte „Katastrophenrisiko“ gestiegen ist. Eine Katastrophe wird dabei als ein Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von mehr als 10 Prozent definiert. Ein Eintreten der „Katastrophe“ würde massive Gewinneinbrüche bei den Unternehmen und erhöhte Kreditausfallrisiken bei Unternehmen, Konsumenten und Staaten bedeuten.
Aufgrund des erhöhten Katastrophenrisikos ist auch das Kreditausfallrisiko (gemessen beispielsweise am CDS-Spread) für Bundesanleihen leicht gestiegen, für alle anderen Vermögensklassen ist das Gewinn- beziehungsweise Kreditausfallrisiko jedoch deutlich stärker gestiegen, sodass Bundesanleihen im Vergleich zu anderen Asset-Klassen an Attraktivität gewonnen haben. Historisch lag das Katastrophenrisiko bei 3,8 Prozent pro Jahr.
Unterstellt man in einem Modellrahmen einen moderaten Anstieg auf 5 Prozent, kann man allein dadurch einen Renditerückgang um 70 bis 80 Basispunkte bei Bundesanleihen unabhängig von den Fundamentaldaten erklären.
CDS-Spread-Niveau als Maßstab der Sicherheit
Deutschland könnte jedoch immer stärker in den Sog der europäischen Staatsschuldenkrise gezogen werden und immer größere Hilfsleistungen zusagen. Dadurch müsste sich zwangsläufig das Kreditausfallrisiko für Deutschland verschlechtern.
So haben beispielsweise spanische und italienische Staatsanleihen schon ihren Status als sicherer Hafen verloren und werden als risikoreiche Assets – wie Aktien – gehandelt, was man an der veränderten Korrelation zum Aktienmarkt ablesen kann. Die Korrelation ist nämlich von negativ auf positiv gesprungen. Interessanterweise lag die kritische Schwelle, die diesen Sprung ausgelöst hat bei fast allen Rentenmärkten bei einem CDS-Spread-Niveau von 200
Seit der Zinssenkung der Europäischen Zentralbank und der Rede ihres Präsidenten Mario Draghi sind die CDS-Spreads von Belgien und Frankreich wieder unter 200 Basispunkte gefallen. Damit hat sich auch in beiden Ländern die Korrelation zwischen Renten- und Aktienmarkt von tendenziell positiv auf negativ verändert. Beide Länder konnten somit ihren Status als sicherer Hafen zurückgewinnen.
In Deutschland ist der CDS-Spread auf 60 gefallen und hat damit einen großen Abstand zur kritischen Schwelle von 200 Basispunkten. Deutschland ist also derzeit weit entfernt, den Status als sicherer Hafen zu verlieren.
Seit dem Lehman-Schock im Jahr 2008 ist eine interessante Entwicklung am deutschen Rentenmarkt zu beobachten. Die Bonitätsrisiken haben beispielsweise gemessen am CDS-Spread zugenommen, die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen ist jedoch gefallen
Darüber hinaus waren deutsche Bundesanleihen seit Ausbruch der Krise durchgängig negativ mit dem Aktienmarkt korreliert, das heißt: Bundesanleihen wurden von den Anlegern als sicherer Hafen gesehen.
Aufgrund der zahlreichen deutschen Hilfsmaßnahmen sowie der Target2-Salden stellt sich vor diesem Hintergrund die Frage, ob und unter welchen Bedingungen Bundesanleihen ihren Status als sicherer Hafen verlieren könnten.
Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass wegen der europäischen Staatsschuldenkrise und des Risikos eines Auseinanderbrechens des Euro das sogenannte „Katastrophenrisiko“ gestiegen ist. Eine Katastrophe wird dabei als ein Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von mehr als 10 Prozent definiert. Ein Eintreten der „Katastrophe“ würde massive Gewinneinbrüche bei den Unternehmen und erhöhte Kreditausfallrisiken bei Unternehmen, Konsumenten und Staaten bedeuten.
Aufgrund des erhöhten Katastrophenrisikos ist auch das Kreditausfallrisiko (gemessen beispielsweise am CDS-Spread) für Bundesanleihen leicht gestiegen, für alle anderen Vermögensklassen ist das Gewinn- beziehungsweise Kreditausfallrisiko jedoch deutlich stärker gestiegen, sodass Bundesanleihen im Vergleich zu anderen Asset-Klassen an Attraktivität gewonnen haben. Historisch lag das Katastrophenrisiko bei 3,8 Prozent pro Jahr.
Unterstellt man in einem Modellrahmen einen moderaten Anstieg auf 5 Prozent, kann man allein dadurch einen Renditerückgang um 70 bis 80 Basispunkte bei Bundesanleihen unabhängig von den Fundamentaldaten erklären.
CDS-Spread-Niveau als Maßstab der Sicherheit
Deutschland könnte jedoch immer stärker in den Sog der europäischen Staatsschuldenkrise gezogen werden und immer größere Hilfsleistungen zusagen. Dadurch müsste sich zwangsläufig das Kreditausfallrisiko für Deutschland verschlechtern.
So haben beispielsweise spanische und italienische Staatsanleihen schon ihren Status als sicherer Hafen verloren und werden als risikoreiche Assets – wie Aktien – gehandelt, was man an der veränderten Korrelation zum Aktienmarkt ablesen kann. Die Korrelation ist nämlich von negativ auf positiv gesprungen. Interessanterweise lag die kritische Schwelle, die diesen Sprung ausgelöst hat bei fast allen Rentenmärkten bei einem CDS-Spread-Niveau von 200
Seit der Zinssenkung der Europäischen Zentralbank und der Rede ihres Präsidenten Mario Draghi sind die CDS-Spreads von Belgien und Frankreich wieder unter 200 Basispunkte gefallen. Damit hat sich auch in beiden Ländern die Korrelation zwischen Renten- und Aktienmarkt von tendenziell positiv auf negativ verändert. Beide Länder konnten somit ihren Status als sicherer Hafen zurückgewinnen.
In Deutschland ist der CDS-Spread auf 60 gefallen und hat damit einen großen Abstand zur kritischen Schwelle von 200 Basispunkten. Deutschland ist also derzeit weit entfernt, den Status als sicherer Hafen zu verlieren.
So günstig wie vergangene Woche konnte sich Deutschland noch nie mit Geld eindecken:
Bei einer Auktion sechsmonatiger Anleihen erzielte der Bund eine Rendite von minus 0,034 Prozent. Anleger zahlen also drauf, um ihr Geld sicher zu parken. Für länger laufende Papiere sind die Renditen zwar positiv, aber dennoch unter der aktuellen Inflationsrate von 1,7 Prozent, sodass das angelegte Geld real an Wert verliert.
Für risikoscheue Investoren sind festverzinsliche Papiere von Bundesländern darum eine Alternative. Diese sind ähnlich sicher wie die des Bunds, aber wegen ihres geringeren Ausgabevolumens schlechter handelbar, was einen Renditeaufschlag mit sich bringt. So werfen fünfjährige Anleihen aus dem mit der Note „AAA“ bewerteten Bayern eine Rendite von einem Prozent ab. Wer in einen nordrhein-westfälischen Bond (ISIN: DE000NRW20F3) investiert, kann sich dank der etwas niedrigeren Bewertung „AA+“ über eine Rendite von 1,6 Prozent freuen.
Zum Vergleich:
Bundesanleihen, die 2017 auslaufen, bringen gerade mal 0,37 Prozent. Mit längerfristig laufenden Bonds lässt sich die derzeitige Inflationsrate knapp schlagen — und das bei hoher Sicherheit. „Ein Zahlungsausfall oder -verzug hätte zur Folge, dass ein Land nur noch zu ungünstigen Konditionen Geld leihen kann“, sagt Michael Görgens von der Börse Stuttgart. Dieses Risiko werde keiner eingehen. Außerdem verhindere der Länderfinanzausgleich Notlagen einzelner Bundesländer schon präventiv.
Auch der Blick ins Ausland lohnt. Neben Deutschland besitzen neun weitere europäische Staaten die Topbonität „AAA“. Investoren, die eine sichere und dennoch lukrative Verzinsung suchen, werden im Norden Europas fündig: „Solide Volkswirtschaften gibt es derzeit in Skandinavien. Dort sind die Staatshaushalte in Ordnung, und die Länder weisen gute Wachstumsraten auf“, sagt Christian Bender, Fondsmanager bei Hansainvest. Gleichzeitig seien die Renditen attraktiver als die der Bundesanleihen, zumindest die in Kronen ausgegebenen Papiere.
So bringen fünfjährige schwedische Staatspapiere eine Rendite von einem Prozent, norwegische Anleihen sogar 1,4 Prozent (ISIN: NO0010313356) . Die Renditeunterschiede sind vor allem auf Währungsrisiken zurückzuführen. Beide Valuten haben in letzter Zeit stark aufgewertet, weil sich viele Anleger ins sichere Skandinavien flüchten. Angesichts der stockenden Weltwirtschaft und der Auswirkungen auf den Norden Europas könnte sich der Trend jedoch auch umkehren. Dann würden Kroneninvestments entwertet. „Mittel- bis langfristig können Anleger dennoch auf neue Währungsgewinne hoffen“, glaubt Bender und verweist auf die Widerstandskraft der skandinavischen Wirtschaft.
Euro am Sonntag
Bei einer Auktion sechsmonatiger Anleihen erzielte der Bund eine Rendite von minus 0,034 Prozent. Anleger zahlen also drauf, um ihr Geld sicher zu parken. Für länger laufende Papiere sind die Renditen zwar positiv, aber dennoch unter der aktuellen Inflationsrate von 1,7 Prozent, sodass das angelegte Geld real an Wert verliert.
Für risikoscheue Investoren sind festverzinsliche Papiere von Bundesländern darum eine Alternative. Diese sind ähnlich sicher wie die des Bunds, aber wegen ihres geringeren Ausgabevolumens schlechter handelbar, was einen Renditeaufschlag mit sich bringt. So werfen fünfjährige Anleihen aus dem mit der Note „AAA“ bewerteten Bayern eine Rendite von einem Prozent ab. Wer in einen nordrhein-westfälischen Bond (ISIN: DE000NRW20F3) investiert, kann sich dank der etwas niedrigeren Bewertung „AA+“ über eine Rendite von 1,6 Prozent freuen.
Zum Vergleich:
Bundesanleihen, die 2017 auslaufen, bringen gerade mal 0,37 Prozent. Mit längerfristig laufenden Bonds lässt sich die derzeitige Inflationsrate knapp schlagen — und das bei hoher Sicherheit. „Ein Zahlungsausfall oder -verzug hätte zur Folge, dass ein Land nur noch zu ungünstigen Konditionen Geld leihen kann“, sagt Michael Görgens von der Börse Stuttgart. Dieses Risiko werde keiner eingehen. Außerdem verhindere der Länderfinanzausgleich Notlagen einzelner Bundesländer schon präventiv.
Auch der Blick ins Ausland lohnt. Neben Deutschland besitzen neun weitere europäische Staaten die Topbonität „AAA“. Investoren, die eine sichere und dennoch lukrative Verzinsung suchen, werden im Norden Europas fündig: „Solide Volkswirtschaften gibt es derzeit in Skandinavien. Dort sind die Staatshaushalte in Ordnung, und die Länder weisen gute Wachstumsraten auf“, sagt Christian Bender, Fondsmanager bei Hansainvest. Gleichzeitig seien die Renditen attraktiver als die der Bundesanleihen, zumindest die in Kronen ausgegebenen Papiere.
So bringen fünfjährige schwedische Staatspapiere eine Rendite von einem Prozent, norwegische Anleihen sogar 1,4 Prozent (ISIN: NO0010313356) . Die Renditeunterschiede sind vor allem auf Währungsrisiken zurückzuführen. Beide Valuten haben in letzter Zeit stark aufgewertet, weil sich viele Anleger ins sichere Skandinavien flüchten. Angesichts der stockenden Weltwirtschaft und der Auswirkungen auf den Norden Europas könnte sich der Trend jedoch auch umkehren. Dann würden Kroneninvestments entwertet. „Mittel- bis langfristig können Anleger dennoch auf neue Währungsgewinne hoffen“, glaubt Bender und verweist auf die Widerstandskraft der skandinavischen Wirtschaft.
Euro am Sonntag
Die deutschen Bundesanleihen haben am Mittwoch Kursverluste verzeichnet. Die relative Sicherheit der deutschen Staatsanleihen war weniger gefragt, nachdem in den USA die Fiskalklippe umschifft werden konnte. Das Repräsentantenhaus hatte den vom Senat bereits genehmigten Vereinbarungen zwischen Demokraten und Republikanern zur Beilegung des Haushaltsstreits zugestimmt. Auch die Bonds anderer Kernstaaten der Eurozone sowie die US-Staatspapiere gaben deutlich nach.
„Der Kompromiss zur Fiskalklippe in den USA beherrscht die Risiko-Stimmung”, sagte Rainer Guntermann, Stratege für Festverzinsliche bei der Commerzbank AG in Frankfurt. Es gebe ein Pro-Risiko-Umfeld, und die Bund-Rendite dürfte etwas nach oben korrigieren, fügte er an.
Das Jahr 2013 habe am deutschen Anleihemarkt „im risk-on Modus begonnen“, sagte Dirk Gojny von der National-Bank in Essen. Allerdings sollte der in den USA erreichte Kompromiss nicht darüber hinweg täuschen, dass die US-Politik noch viele weitere Steine aus dem Weg räumen muss, hieß es weiter.
Die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren lag zuletzt zwölf Basispunkte höher bei 1,43 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future verlor 145 Basispunkte auf 144,19 Prozent. Deutsche Bundesanleihen haben den Investoren vergangenes Jahr 4,5 Prozent eingebracht, wie Indizes von Bloomberg und der European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS) zeigen. Italienische Staatspapiere kamen dagegen auf einen Ertrag von 21 Prozent, Spanien-Bonds auf sechs Prozent.
Bei seiner ersten Anleihenauktion im neuen Jahr zahlte der Bund einen geringen Zins. Bei der Aufstockung von Bundesschatzanweisungen mit zweijähriger Laufzeit teilte die Finanzagentur am Mittwoch 4,147 Milliarden Euro zu. Die Investoren begnügten sich mit einer Rendite von 0,01 Prozent. Bei der vorangegangenen Auktion Anfang Dezember hatten die Anleger sogar durchschnittlich einen Zins von 0,01 Prozent gezahlt, um an die begehrten Papiere zu gelangen.
Die Papiere des mit erstklassiger Bonität ausgestatteten Bundes gelten in Zeiten der europäischen Schuldenkrise als besonders sicherer Hafen. Die Nachfrage nach den Anleihen ließ bei der Aufstockung allerdings etwas nach: Die Versteigerung war 1,5-fach überzeichnet, zuvor überstieg die Nachfrage das Angebot um das 1,9-Fache.
Im Tagesverlauf werden die vorläufigen deutschen Inflationszahlen für Dezember erwartet. Prognosen bei Bloomberg zufolge stiegen die Verbraucherpreise um 0,7 Prozent gegenüber einem Rückgang um 0,1 Prozent im November. Im Jahresvergleich dürfte die Inflation unverändert bei 1,9 Prozent liegen.
„Der Kompromiss zur Fiskalklippe in den USA beherrscht die Risiko-Stimmung”, sagte Rainer Guntermann, Stratege für Festverzinsliche bei der Commerzbank AG in Frankfurt. Es gebe ein Pro-Risiko-Umfeld, und die Bund-Rendite dürfte etwas nach oben korrigieren, fügte er an.
Das Jahr 2013 habe am deutschen Anleihemarkt „im risk-on Modus begonnen“, sagte Dirk Gojny von der National-Bank in Essen. Allerdings sollte der in den USA erreichte Kompromiss nicht darüber hinweg täuschen, dass die US-Politik noch viele weitere Steine aus dem Weg räumen muss, hieß es weiter.
Die Rendite der Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren lag zuletzt zwölf Basispunkte höher bei 1,43 Prozent. Der Terminkontrakt Bund-Future verlor 145 Basispunkte auf 144,19 Prozent. Deutsche Bundesanleihen haben den Investoren vergangenes Jahr 4,5 Prozent eingebracht, wie Indizes von Bloomberg und der European Federation of Financial Analysts Societies (EFFAS) zeigen. Italienische Staatspapiere kamen dagegen auf einen Ertrag von 21 Prozent, Spanien-Bonds auf sechs Prozent.
Bei seiner ersten Anleihenauktion im neuen Jahr zahlte der Bund einen geringen Zins. Bei der Aufstockung von Bundesschatzanweisungen mit zweijähriger Laufzeit teilte die Finanzagentur am Mittwoch 4,147 Milliarden Euro zu. Die Investoren begnügten sich mit einer Rendite von 0,01 Prozent. Bei der vorangegangenen Auktion Anfang Dezember hatten die Anleger sogar durchschnittlich einen Zins von 0,01 Prozent gezahlt, um an die begehrten Papiere zu gelangen.
Die Papiere des mit erstklassiger Bonität ausgestatteten Bundes gelten in Zeiten der europäischen Schuldenkrise als besonders sicherer Hafen. Die Nachfrage nach den Anleihen ließ bei der Aufstockung allerdings etwas nach: Die Versteigerung war 1,5-fach überzeichnet, zuvor überstieg die Nachfrage das Angebot um das 1,9-Fache.
Im Tagesverlauf werden die vorläufigen deutschen Inflationszahlen für Dezember erwartet. Prognosen bei Bloomberg zufolge stiegen die Verbraucherpreise um 0,7 Prozent gegenüber einem Rückgang um 0,1 Prozent im November. Im Jahresvergleich dürfte die Inflation unverändert bei 1,9 Prozent liegen.
Trübe Aussichten für deutsche Staatsanleihen
Die Experten des Hamburger Bankhauses M.M.Warburg gehen davon aus, dass deutsche Bundesanleihen in diesem Jahr keine positive Rendite erzielen werden, halten aber Anleihen aus den Peripherieländern für durchaus aussichtsreich. Warum, erklären sie in ihrem aktuellen "Rentenmonitor".
Deutsche Bundesanleihen haben sich in den ersten anderthalb Monaten dieses Jahres überraschend gut entwickelt, seit Jahresanfang ist ihre Rendite um rund 30 Basispunkte gestiegen. Nimmt man als Referenz hingegen die iBoxx-Indizes steht über alle Laufzeiten ein Minus von 1,7 Prozent zu Buche. "Geht man basierend auf unserer Prognose davon aus, dass sich die Renditen bis Jahresende nicht mehr verändern, so wird man mit Bundesanleihen dieses Jahr keine positive Performance mehr erzielen. Denn bei einer durchschnittlichen Rendite von 1,6 Prozent im iBoxx-Germany-all-maturities kann die jetzt schon realisierte negative Performance im Jahresverlauf nicht mehr aufgeholt werden", so die Analysten der Privatbank M.M.Warburg.
Die Experten des Hamburger Bankhauses M.M.Warburg gehen davon aus, dass deutsche Bundesanleihen in diesem Jahr keine positive Rendite erzielen werden, halten aber Anleihen aus den Peripherieländern für durchaus aussichtsreich. Warum, erklären sie in ihrem aktuellen "Rentenmonitor".
Deutsche Bundesanleihen haben sich in den ersten anderthalb Monaten dieses Jahres überraschend gut entwickelt, seit Jahresanfang ist ihre Rendite um rund 30 Basispunkte gestiegen. Nimmt man als Referenz hingegen die iBoxx-Indizes steht über alle Laufzeiten ein Minus von 1,7 Prozent zu Buche. "Geht man basierend auf unserer Prognose davon aus, dass sich die Renditen bis Jahresende nicht mehr verändern, so wird man mit Bundesanleihen dieses Jahr keine positive Performance mehr erzielen. Denn bei einer durchschnittlichen Rendite von 1,6 Prozent im iBoxx-Germany-all-maturities kann die jetzt schon realisierte negative Performance im Jahresverlauf nicht mehr aufgeholt werden", so die Analysten der Privatbank M.M.Warburg.


