Geld in Fremdwährungen - Singapur-Dollar - Schweizer Franken - Norwegische Krone - Australischer Dollar
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Geld in Fremdwährungen - Singapur-Dollar - Schweizer Franken - Norwegische Krone - Australischer Dollar
Geld in Fremdwährungen anlegen
Wer sich vor einer Entwertung des Vermögens fürchtet, zieht immer öfter in Betracht, sein Geld in anderen Währungen anzulegen. Der Dollar, in Krisenzeiten sonst ein überaus beliebtes Fluchtziel, kommt für viele europäische Anleger diesmal jedoch nicht infrage. Zu wackelig erscheint ihnen kurz vor der Wahl die konjunkturelle Lage in Amerika.
Bevorzugt werden zurzeit Schweizer Franken, norwegische Krone, australischer Dollar - und eben der Singapur-Dollar. Der Rohstoffreichtum der Staaten, ihre solide Haushaltspolitik oder beides zusammen haben diese Währungen gegenüber dem Euro in den vergangenen drei Jahren um wenigstens ein Fünftel aufwerten lassen.
Bei der Direktbank Cortal Consors parken Anleger derzeit so viel Kapital auf Fremdwährungskonten wie nie zuvor. Bei der Münchner DAB Bank und der Comdirect Bank werden immer mehr Konten in norwegischen Kronen oder australischen Dollar eröffnet. Zugleich setzen Privatanleger verstärkt auf Fremdwährungsanleihen: An der Börse Stuttgart etwa hat sich das Handelsvolumen bei norwegischen Bonds seit Februar dieses Jahres verzehnfacht.
Welche Währung sich für welchen Investor eignet, hängt vom individuellen Anlageziel ab. "Norwegische oder schwedische Kronen versprechen vor allem Kapitalerhalt, australische oder kanadische Dollar darüber hinaus eine Rendite", sagt Andreas Hahner, Portfoliomanager für Renten und Währungen beim Fondsanbieter Allianz Global Investors.
Capital beleuchtet die vier wichtigsten Möglichkeiten, wie sich Vermögen über verschiedene Währungen diversifizieren lässt: Investmentfonds, ausländische Anleihen, Direktanlage im Ausland und Fremdwährungskonten.
So funktioniert es
Anleger kaufen über den Berater ihrer Hausbank oder Onlinebroker einen Rentenfonds, der sich auf die Geldanlage in alternativen Währungsräumen spezialisiert hat. Der Fondsmanager entscheidet, in welche Papiere er investiert. Er streut das Kapital über viele Länder und kauft Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen. Einige Produkte sind auf Anlagen außerhalb des Euro-Raums spezialisiert, etwa der UBS Currency Diversifier (ISIN: LU0706127809) oder der Rentenfonds HB Strategie (ISIN: LU0678488023). Mit dem DB X-Trackers Currency Valuation (ISIN: LU0328473748) können kostensensible Anleger einen Indexfonds erwerben, der für 0,3 Prozent Gebühr pro Jahr in die weltweit laut Kaufkraftparitäten günstigsten Währungen investiert.
Chancen
Weil das Kapital über mehrere Länder und Währungsräume gestreut wird, sinkt das Risiko für den Anleger. Zudem vermeidet er Fehlgriffe beim Kauf einzelner Papiere. Von allen Devisenanlagen eignen sich Fonds am besten für eine Langfristinvestition - vorausgesetzt, die Qualität des Managements stimmt.
Risiken
Die Verzinsung ausländischer Anleihen wird zurzeit oft von den Gebühren von bis zu zwei Prozent pro Jahr für die Fonds aufgefressen. "Bei Fonds, die Anleihen in ausländischen Währungen kaufen, kommt es auf eine breite Diversifikation und niedrige Gebühren an", sagt Kai Wiecking, Research-Chef des Fondsresearch-Hauses FWW. In wie viele Länder und Währungen ein Fonds investiert, können Anleger im monatlichen Factsheet nachlesen, das auf der Internetseite der Fondsgesellschaften zu finden ist oder beim Bankberater angefordert werden kann. Doch Vorsicht: "Ein Korb aus Währungen aufstrebender Volkswirtschaften birgt immer ein Klumpenrisiko, da das Wachstum in diesen Ländern von ähnlichen Faktoren getrieben ist", sagt Commerzbank-Analyst Michael Ott.
Rechtliche Besonderheiten
Auf der sicheren Seite sind Anleger mit Fonds, die in Deutschland aufgelegt wurden. Hier sorgt die depotführende Bank dafür, dass die Kapitalertragsteuer abgeführt wird. Anders ist dies bei ausländischen Produkten, die Erträge automatisch wieder anlegen: "In diesem Fall muss der wieder angelegte Ertrag vom Anleger selbst gegenüber dem Finanzamt angegeben werden", erklärt Steuerfachmann Asmus Mihm von Allen & Overy. Bei der Zusammenstellung der nötigen Informationen hilft der Bankberater beziehungsweise die Fondsgesellschaft selbst.
Investoren suchen sich auf Basis von Empfehlungen ihres Beraters, von Anlegerzeitschriften oder über Plattformen wie die der Stuttgarter Börse (www.bond-x.de) Anleihen aus, die in einer Fremdwährung denominiert sind. Ausgegeben werden sie von den Staaten, in denen die jeweilige Währung als Zahlungsmittel dient, und von Unternehmen in diesen Staaten. Franken- oder Kronen-Anleihen werden darüber hinaus von Staaten und Unternehmen aus anderen Währungsgebieten aufgelegt. So ist es durchaus möglich, in fremden Währungen denominierte Anleihen von deutschen Schuldnern wie etwa BMW oder Siemens zu erwerben. Üblicherweise sind die Papiere mit einer fixen Laufzeit, einem festgelegten Rückzahlungsbetrag und einem jährlichen Zinskupon ausgestattet. Aus diesen Parametern errechnet sich die jährliche Rendite, falls die Anleihe planmäßig getilgt wird. Die Rendite berücksichtigt - anders als der nominale Zins - auch den durch Angebot und Nachfrage beeinflussten Kurs, der während der Laufzeit über oder unter dem Rückzahlungswert liegen kann. Derzeit notieren ältere Anleihen wegen der Niedrigzinsen meist weit über ihrem Rückzahlungswert, weil ihre hohen Zinskupons begehrt sind.
Neben der Verzinsung bieten Fremdwährungsanleihen die Chance auf Währungsgewinne. Außer den Orderkosten fallen keine Gebühren an. Immer mehr Kapital fließt in Anleihen guter Schuldner. Das können neben prosperierenden Staaten auch erfolgreiche Unternehmen sein, die Papiere in Währungen wie dem australischen Dollar, dem brasilianischen Real oder dem chinesischen Renminbi begeben haben. Ein Trend hat sich seit knapp fünf Jahren umgekehrt: "Währungen aus Emerging Markets gelten inzwischen als gereift", sagt Commerzbank-Analyst Michael Ott. "Während Industriestaaten von Ratingagenturen abgestuft werden, verbessern sich die Bonitätseinstufungen von Schwellenländern." Die Haushaltslage vieler aufstrebender Staaten sei deutlich besser als die der Industrieveteranen USA, Japan oder Deutschland. Die Attraktivität von Nischenwährungen steigt: "Alle großen Wirtschaftsräume wollen ihre Währungen abwerten", sagt Andreas Hahner von Allianz Global Investors. "Im Umkehrschluss bleibt dann nur die Aufwertung der verbleibenden Währungen."
Risiken
Wie entwickelt sich ein Wechselkurs? Die Antwort auf diese Frage ist ausgesprochen schwierig, weil Währungen über viele Jahre hinweg latent überbewertet oder viel zu billig sein können, ohne dass die Kapitalmarktströme das Ungleichgewicht korrigieren. Eine Garantie für weitere Aufwertungen von Schweizer Franken, norwegischer Krone und anderer starker Währungen gibt es nicht. Verlassen mehrere Länder die Europäische Währungsunion, könnte der Euro womöglich sogar kräftig aufwerten: Ohne die Gefahr, für die klammen Peripheriestaaten haften zu müssen, wäre die Währung bei ausländischen Investoren weitaus begehrter als bislang.
Rechtliche Besonderheiten
Anleihen, die in deutschen Depots verwahrt werden, unterliegen automatisch der pauschalen Kapitalertragsteuer, unabhängig von der Währung oder dem Sitz des Emittenten. Die Steuer wird von der Hausbank automatisch ans Finanzamt abgeführt. Anders bei einem Depot im Ausland. Dessen Inhaber muss Zinsen und Gewinne nachträglich in Deutschland bei der Steuererklärung angeben.
Jeder Bundesbürger hat das Recht, weltweit Konten zu eröffnen. Während Schweizer Konten teilweise mittels Legitimationsverfahren eröffnet werden können, ohne dass die Inhaber ins Nachbarland reisen müssen, setzen andere Banken höhere Hürden. Die schwedische SEB verlangt neben Arbeitsnachweisen und einer Empfehlung der Hausbank die Mindesteinlage von umgerechnet 12?000 Euro. Bei der norwegischen DnB Nor gelten deutsche Kunden als beliebte Zielgruppe - wählerisch ist man trotzdem: "Wir brauchen weitreichende Informationen der potenziellen Kunden und akzeptieren kein Schwarzgeld. Zudem müssen Interessenten Englisch sprechen", heißt es bei DnB.
Auf ausländischen Konten locken höhere Zinsen als auf Fremdwährungskonten in Deutschland - und idealerweise Währungsgewinne beim Rücktausch.
Risiken
Die Gebührenstruktur ausländischer Institute kann sich von der deutscher Banken unterscheiden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen weichen zumindest außerhalb der EU teils deutlich von hiesigen Standards ab. Schlimmstenfalls droht eine Doppelbesteuerung - die ist nicht einmal innerhalb der EU grundsätzlich ausgeschlossen, etwa wenn ein Konto vererbt wird.
Rechtliche Besonderheiten
Anleger sind in der Pflicht, dem Fiskus mögliche Zinserträge und Währungsgewinne mitzuteilen. Vergessen gilt nicht: In der Steuererklärung muss inzwischen jeder ankreuzen, ob er "Beziehungen zu Finanzinstituten im Ausland" unterhält. Die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Kontenprüfung sind gerade innerhalb der EU weitreichend. Wer sein Geld außerhalb der EU anlegt, läuft Gefahr, im Streitfall oder bei einer Bankenpleite Ansprüche schwer durchsetzen zu können.
Direktbanken und Onlinebroker wie Comdirect Bank, Cortal Consors, DAB Bank, aber auch Filialbanken wie Unicredit, Commerzbank oder Deutsche Bank bieten sogenannte Fremdwährungskonten an. Diese sind dem in Euro notierten Tagesgeldkonto sehr ähnlich: Man eröffnet das Konto und zahlt einen Euro-Betrag ein, der in die jeweilige Währung umgerechnet wird. Das ist bequem und meist gebührenfrei. Allerdings zahlen die Banken nur geringe Zinsen, die meist deutlich unter dem im jeweiligen Währungsgebiet üblichen Zinsniveau liegen. Bei Comdirect etwa werden sechs der elf angebotenen Währungskonten - darunter die in Schweizer Franken, Dollar, Yen und Pfund - zurzeit überhaupt nicht verzinst, bei Cortal Consors keines von derzeit drei.
Fremdwährungskonten sind eine reine Wette auf Währungsgewinne, Zinsen fallen bei der Renditeerwartung kaum ins Gewicht. Kurz laufende Staatsanleihen sind für Investoren meist die bessere Wahl.
Risiken
Abgesehen vom Wechselkursrisiko sind Fremdwährungskonten relativ sicher. Bei deutschen Banken greifen die Sicherungsmechanismen des Bundesverbands deutscher Banken sowie der Volksbanken und Sparkassen.
Steuerliche/rechtliche Besonderheiten
Fremdwährungskonten sind eine steuerliche Grauzone, eindeutige Regeln des Fiskus fehlen. "Beim An- und Verkauf von ausländischem Bargeld sollte ein Währungsgewinn steuerfrei sein, wenn die Fremdwährung mehr als ein Jahr gehalten wird", sagt der Frankfurter Steueranwalt Asmus Mihm. "Ob dies nach Einführung der Abgeltungsteuer auch für Währungsgewinne aus Fremdwährungskonten gilt, ist jedoch nicht sicher." Ein verbindliches Urteil dazu steht noch aus
Wer sich vor einer Entwertung des Vermögens fürchtet, zieht immer öfter in Betracht, sein Geld in anderen Währungen anzulegen. Der Dollar, in Krisenzeiten sonst ein überaus beliebtes Fluchtziel, kommt für viele europäische Anleger diesmal jedoch nicht infrage. Zu wackelig erscheint ihnen kurz vor der Wahl die konjunkturelle Lage in Amerika.
Bevorzugt werden zurzeit Schweizer Franken, norwegische Krone, australischer Dollar - und eben der Singapur-Dollar. Der Rohstoffreichtum der Staaten, ihre solide Haushaltspolitik oder beides zusammen haben diese Währungen gegenüber dem Euro in den vergangenen drei Jahren um wenigstens ein Fünftel aufwerten lassen.
Bei der Direktbank Cortal Consors parken Anleger derzeit so viel Kapital auf Fremdwährungskonten wie nie zuvor. Bei der Münchner DAB Bank und der Comdirect Bank werden immer mehr Konten in norwegischen Kronen oder australischen Dollar eröffnet. Zugleich setzen Privatanleger verstärkt auf Fremdwährungsanleihen: An der Börse Stuttgart etwa hat sich das Handelsvolumen bei norwegischen Bonds seit Februar dieses Jahres verzehnfacht.
Welche Währung sich für welchen Investor eignet, hängt vom individuellen Anlageziel ab. "Norwegische oder schwedische Kronen versprechen vor allem Kapitalerhalt, australische oder kanadische Dollar darüber hinaus eine Rendite", sagt Andreas Hahner, Portfoliomanager für Renten und Währungen beim Fondsanbieter Allianz Global Investors.
Capital beleuchtet die vier wichtigsten Möglichkeiten, wie sich Vermögen über verschiedene Währungen diversifizieren lässt: Investmentfonds, ausländische Anleihen, Direktanlage im Ausland und Fremdwährungskonten.
So funktioniert es
Anleger kaufen über den Berater ihrer Hausbank oder Onlinebroker einen Rentenfonds, der sich auf die Geldanlage in alternativen Währungsräumen spezialisiert hat. Der Fondsmanager entscheidet, in welche Papiere er investiert. Er streut das Kapital über viele Länder und kauft Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen. Einige Produkte sind auf Anlagen außerhalb des Euro-Raums spezialisiert, etwa der UBS Currency Diversifier (ISIN: LU0706127809) oder der Rentenfonds HB Strategie (ISIN: LU0678488023). Mit dem DB X-Trackers Currency Valuation (ISIN: LU0328473748) können kostensensible Anleger einen Indexfonds erwerben, der für 0,3 Prozent Gebühr pro Jahr in die weltweit laut Kaufkraftparitäten günstigsten Währungen investiert.
Chancen
Weil das Kapital über mehrere Länder und Währungsräume gestreut wird, sinkt das Risiko für den Anleger. Zudem vermeidet er Fehlgriffe beim Kauf einzelner Papiere. Von allen Devisenanlagen eignen sich Fonds am besten für eine Langfristinvestition - vorausgesetzt, die Qualität des Managements stimmt.
Risiken
Die Verzinsung ausländischer Anleihen wird zurzeit oft von den Gebühren von bis zu zwei Prozent pro Jahr für die Fonds aufgefressen. "Bei Fonds, die Anleihen in ausländischen Währungen kaufen, kommt es auf eine breite Diversifikation und niedrige Gebühren an", sagt Kai Wiecking, Research-Chef des Fondsresearch-Hauses FWW. In wie viele Länder und Währungen ein Fonds investiert, können Anleger im monatlichen Factsheet nachlesen, das auf der Internetseite der Fondsgesellschaften zu finden ist oder beim Bankberater angefordert werden kann. Doch Vorsicht: "Ein Korb aus Währungen aufstrebender Volkswirtschaften birgt immer ein Klumpenrisiko, da das Wachstum in diesen Ländern von ähnlichen Faktoren getrieben ist", sagt Commerzbank-Analyst Michael Ott.
Rechtliche Besonderheiten
Auf der sicheren Seite sind Anleger mit Fonds, die in Deutschland aufgelegt wurden. Hier sorgt die depotführende Bank dafür, dass die Kapitalertragsteuer abgeführt wird. Anders ist dies bei ausländischen Produkten, die Erträge automatisch wieder anlegen: "In diesem Fall muss der wieder angelegte Ertrag vom Anleger selbst gegenüber dem Finanzamt angegeben werden", erklärt Steuerfachmann Asmus Mihm von Allen & Overy. Bei der Zusammenstellung der nötigen Informationen hilft der Bankberater beziehungsweise die Fondsgesellschaft selbst.
Investoren suchen sich auf Basis von Empfehlungen ihres Beraters, von Anlegerzeitschriften oder über Plattformen wie die der Stuttgarter Börse (www.bond-x.de) Anleihen aus, die in einer Fremdwährung denominiert sind. Ausgegeben werden sie von den Staaten, in denen die jeweilige Währung als Zahlungsmittel dient, und von Unternehmen in diesen Staaten. Franken- oder Kronen-Anleihen werden darüber hinaus von Staaten und Unternehmen aus anderen Währungsgebieten aufgelegt. So ist es durchaus möglich, in fremden Währungen denominierte Anleihen von deutschen Schuldnern wie etwa BMW oder Siemens zu erwerben. Üblicherweise sind die Papiere mit einer fixen Laufzeit, einem festgelegten Rückzahlungsbetrag und einem jährlichen Zinskupon ausgestattet. Aus diesen Parametern errechnet sich die jährliche Rendite, falls die Anleihe planmäßig getilgt wird. Die Rendite berücksichtigt - anders als der nominale Zins - auch den durch Angebot und Nachfrage beeinflussten Kurs, der während der Laufzeit über oder unter dem Rückzahlungswert liegen kann. Derzeit notieren ältere Anleihen wegen der Niedrigzinsen meist weit über ihrem Rückzahlungswert, weil ihre hohen Zinskupons begehrt sind.
Neben der Verzinsung bieten Fremdwährungsanleihen die Chance auf Währungsgewinne. Außer den Orderkosten fallen keine Gebühren an. Immer mehr Kapital fließt in Anleihen guter Schuldner. Das können neben prosperierenden Staaten auch erfolgreiche Unternehmen sein, die Papiere in Währungen wie dem australischen Dollar, dem brasilianischen Real oder dem chinesischen Renminbi begeben haben. Ein Trend hat sich seit knapp fünf Jahren umgekehrt: "Währungen aus Emerging Markets gelten inzwischen als gereift", sagt Commerzbank-Analyst Michael Ott. "Während Industriestaaten von Ratingagenturen abgestuft werden, verbessern sich die Bonitätseinstufungen von Schwellenländern." Die Haushaltslage vieler aufstrebender Staaten sei deutlich besser als die der Industrieveteranen USA, Japan oder Deutschland. Die Attraktivität von Nischenwährungen steigt: "Alle großen Wirtschaftsräume wollen ihre Währungen abwerten", sagt Andreas Hahner von Allianz Global Investors. "Im Umkehrschluss bleibt dann nur die Aufwertung der verbleibenden Währungen."
Risiken
Wie entwickelt sich ein Wechselkurs? Die Antwort auf diese Frage ist ausgesprochen schwierig, weil Währungen über viele Jahre hinweg latent überbewertet oder viel zu billig sein können, ohne dass die Kapitalmarktströme das Ungleichgewicht korrigieren. Eine Garantie für weitere Aufwertungen von Schweizer Franken, norwegischer Krone und anderer starker Währungen gibt es nicht. Verlassen mehrere Länder die Europäische Währungsunion, könnte der Euro womöglich sogar kräftig aufwerten: Ohne die Gefahr, für die klammen Peripheriestaaten haften zu müssen, wäre die Währung bei ausländischen Investoren weitaus begehrter als bislang.
Rechtliche Besonderheiten
Anleihen, die in deutschen Depots verwahrt werden, unterliegen automatisch der pauschalen Kapitalertragsteuer, unabhängig von der Währung oder dem Sitz des Emittenten. Die Steuer wird von der Hausbank automatisch ans Finanzamt abgeführt. Anders bei einem Depot im Ausland. Dessen Inhaber muss Zinsen und Gewinne nachträglich in Deutschland bei der Steuererklärung angeben.
Jeder Bundesbürger hat das Recht, weltweit Konten zu eröffnen. Während Schweizer Konten teilweise mittels Legitimationsverfahren eröffnet werden können, ohne dass die Inhaber ins Nachbarland reisen müssen, setzen andere Banken höhere Hürden. Die schwedische SEB verlangt neben Arbeitsnachweisen und einer Empfehlung der Hausbank die Mindesteinlage von umgerechnet 12?000 Euro. Bei der norwegischen DnB Nor gelten deutsche Kunden als beliebte Zielgruppe - wählerisch ist man trotzdem: "Wir brauchen weitreichende Informationen der potenziellen Kunden und akzeptieren kein Schwarzgeld. Zudem müssen Interessenten Englisch sprechen", heißt es bei DnB.
Auf ausländischen Konten locken höhere Zinsen als auf Fremdwährungskonten in Deutschland - und idealerweise Währungsgewinne beim Rücktausch.
Risiken
Die Gebührenstruktur ausländischer Institute kann sich von der deutscher Banken unterscheiden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen weichen zumindest außerhalb der EU teils deutlich von hiesigen Standards ab. Schlimmstenfalls droht eine Doppelbesteuerung - die ist nicht einmal innerhalb der EU grundsätzlich ausgeschlossen, etwa wenn ein Konto vererbt wird.
Rechtliche Besonderheiten
Anleger sind in der Pflicht, dem Fiskus mögliche Zinserträge und Währungsgewinne mitzuteilen. Vergessen gilt nicht: In der Steuererklärung muss inzwischen jeder ankreuzen, ob er "Beziehungen zu Finanzinstituten im Ausland" unterhält. Die Möglichkeiten der grenzüberschreitenden Kontenprüfung sind gerade innerhalb der EU weitreichend. Wer sein Geld außerhalb der EU anlegt, läuft Gefahr, im Streitfall oder bei einer Bankenpleite Ansprüche schwer durchsetzen zu können.
Direktbanken und Onlinebroker wie Comdirect Bank, Cortal Consors, DAB Bank, aber auch Filialbanken wie Unicredit, Commerzbank oder Deutsche Bank bieten sogenannte Fremdwährungskonten an. Diese sind dem in Euro notierten Tagesgeldkonto sehr ähnlich: Man eröffnet das Konto und zahlt einen Euro-Betrag ein, der in die jeweilige Währung umgerechnet wird. Das ist bequem und meist gebührenfrei. Allerdings zahlen die Banken nur geringe Zinsen, die meist deutlich unter dem im jeweiligen Währungsgebiet üblichen Zinsniveau liegen. Bei Comdirect etwa werden sechs der elf angebotenen Währungskonten - darunter die in Schweizer Franken, Dollar, Yen und Pfund - zurzeit überhaupt nicht verzinst, bei Cortal Consors keines von derzeit drei.
Fremdwährungskonten sind eine reine Wette auf Währungsgewinne, Zinsen fallen bei der Renditeerwartung kaum ins Gewicht. Kurz laufende Staatsanleihen sind für Investoren meist die bessere Wahl.
Risiken
Abgesehen vom Wechselkursrisiko sind Fremdwährungskonten relativ sicher. Bei deutschen Banken greifen die Sicherungsmechanismen des Bundesverbands deutscher Banken sowie der Volksbanken und Sparkassen.
Steuerliche/rechtliche Besonderheiten
Fremdwährungskonten sind eine steuerliche Grauzone, eindeutige Regeln des Fiskus fehlen. "Beim An- und Verkauf von ausländischem Bargeld sollte ein Währungsgewinn steuerfrei sein, wenn die Fremdwährung mehr als ein Jahr gehalten wird", sagt der Frankfurter Steueranwalt Asmus Mihm. "Ob dies nach Einführung der Abgeltungsteuer auch für Währungsgewinne aus Fremdwährungskonten gilt, ist jedoch nicht sicher." Ein verbindliches Urteil dazu steht noch aus


