Risiko ohne Rendite? Aktiendividenden - Staatsanleihen und Geldmarktinstrumente
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Risiko ohne Rendite? Aktiendividenden - Staatsanleihen und Geldmarktinstrumente
Hohe Volatilität auf der einen, negative inflationsbereinigte Erträge auf der anderen Seite - die Euro-Schuldenkrise und die globale Wachstumsschwäche erschweren die Renditesuche in allen Anlageklassen. Unter dem Titel "Risiko ohne Rendite?" beleuchten die Investmentexperten der Veritas Investment GmbH in der aktuellen Ausgabe ihres Investment-Newsletters die Entwicklung an den Rentenmärkten und skizzieren zwei mögliche Szenarien. Ihr Fazit: In einem Umfeld, in dem Aktiendividenden weit über Anleiherenditen liegen, spricht viel dafür, sein Geld am Aktienmarkt anzulegen. Um in einem anhaltend volatilen Marktumfeld die richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkte zu erwischen, sollten Anleger auf flexible, vorausschauende Investmentlösungen setzen.
Aktuell stünden insbesondere konservative Anleger vor einem Problem: Einstmals sichere Anleihen - vor allem Staatsanleihen der europäischen Peripherieländer - seien nicht mehr sicher, die sichersten Anleihen wie beispielsweise deutsche Staatsanleihen und Geldmarktinstrumente aber nicht mehr ausreichend verzinst, um ihre inflationsbedingten Kaufkraftverluste zu kompensieren. Die sichersten Kernländeranleihen rentieren schon jetzt nahe der Nulllinie. Falls die Zinsen dauerhaft zu steigen beginnen sollten, drohen zudem Kursverluste. "An die Stelle risikoloser Renditen treten nun Risiken ohne wirkliche Renditechancen", sagt Markus Kaiser, Geschäftsführer und CIO bei Veritas. "Das Szenario der 'finanziellen Repression' - des 'Auspressens' der Anleihesparer, die bei Staatsanleihen bester Bonität nach Abzug der Inflation Verluste erleiden und den Staaten damit ungewollt bei der Entschuldung helfen - gewinnt an Bedeutung."
Vor diesem Hintergrund sehen die Veritas-Experten zwei mögliche Szenarien für die Rentenmärkte: Wenn sich die Lage in der Eurozone stabilisiert und die Flucht in vermeintlich sichere Anleihen abebbt, könne sich die seit nunmehr vielen Monaten anhaltende Rallye der Anlageklasse umkehren.
Genauso könne es aber sein, dass sich die Marktstruktur in den vergangenen Jahren tatsächlich grundlegend verändert hat. Für das zweite Szenario sprechen ihrer Ansicht nach mindestens zwei Gründe: Zum einen würden Bilanzierungsvorgaben und Eigenkapitalvorschriften wie Basel III neue Anreize für den Kauf von Anleihen, insbesondere Staatsanleihen, gegenüber anderen Anlageklassen schaffen. Damit fänden Staaten verlässliche Abnehmer für ihre Finanzierungspapiere. Außerdem könnten institutionelle Anleger wie Pensionsfonds und Versicherungen nach der hohen Volatilität der Aktienmärkte in den letzten zehn Jahren mit zwei großen Verlustphasen nicht mehr so viel Kapital in Aktien investieren wie in früheren Jahren. Auch davon dürften die Rentenmärkte profitieren.
Durch den Ansturm auf vermeintlich sichere Anlageklassen hat sich der Abstand zwischen Dividendenrenditen und Anleiherenditen vergrößert. Damit spricht nach Meinung der Veritas-Experten viel für Aktienanlagen. Aber auch an den Aktienmärkten bleibe die Renditesuche schwierig. "Die Volatilität dauert an, und aller Erfahrung nach können sich Ungleichgewichte am Markt lange halten", so Veritas Fondsmanager Christian Schuster. "Damit laufen Anleger auch hier Gefahr, nicht den richtigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen." Gefragt seien in diesem Umfeld vor allem flexible Anlagelösungen mit einer aktiven Steuerung des Investitionsgrads, die auf die Vermeidung heftiger Rückschläge durch längere Verlustphasen zielen.
* veritas-investment.de
Aktuell stünden insbesondere konservative Anleger vor einem Problem: Einstmals sichere Anleihen - vor allem Staatsanleihen der europäischen Peripherieländer - seien nicht mehr sicher, die sichersten Anleihen wie beispielsweise deutsche Staatsanleihen und Geldmarktinstrumente aber nicht mehr ausreichend verzinst, um ihre inflationsbedingten Kaufkraftverluste zu kompensieren. Die sichersten Kernländeranleihen rentieren schon jetzt nahe der Nulllinie. Falls die Zinsen dauerhaft zu steigen beginnen sollten, drohen zudem Kursverluste. "An die Stelle risikoloser Renditen treten nun Risiken ohne wirkliche Renditechancen", sagt Markus Kaiser, Geschäftsführer und CIO bei Veritas. "Das Szenario der 'finanziellen Repression' - des 'Auspressens' der Anleihesparer, die bei Staatsanleihen bester Bonität nach Abzug der Inflation Verluste erleiden und den Staaten damit ungewollt bei der Entschuldung helfen - gewinnt an Bedeutung."
Vor diesem Hintergrund sehen die Veritas-Experten zwei mögliche Szenarien für die Rentenmärkte: Wenn sich die Lage in der Eurozone stabilisiert und die Flucht in vermeintlich sichere Anleihen abebbt, könne sich die seit nunmehr vielen Monaten anhaltende Rallye der Anlageklasse umkehren.
Genauso könne es aber sein, dass sich die Marktstruktur in den vergangenen Jahren tatsächlich grundlegend verändert hat. Für das zweite Szenario sprechen ihrer Ansicht nach mindestens zwei Gründe: Zum einen würden Bilanzierungsvorgaben und Eigenkapitalvorschriften wie Basel III neue Anreize für den Kauf von Anleihen, insbesondere Staatsanleihen, gegenüber anderen Anlageklassen schaffen. Damit fänden Staaten verlässliche Abnehmer für ihre Finanzierungspapiere. Außerdem könnten institutionelle Anleger wie Pensionsfonds und Versicherungen nach der hohen Volatilität der Aktienmärkte in den letzten zehn Jahren mit zwei großen Verlustphasen nicht mehr so viel Kapital in Aktien investieren wie in früheren Jahren. Auch davon dürften die Rentenmärkte profitieren.
Durch den Ansturm auf vermeintlich sichere Anlageklassen hat sich der Abstand zwischen Dividendenrenditen und Anleiherenditen vergrößert. Damit spricht nach Meinung der Veritas-Experten viel für Aktienanlagen. Aber auch an den Aktienmärkten bleibe die Renditesuche schwierig. "Die Volatilität dauert an, und aller Erfahrung nach können sich Ungleichgewichte am Markt lange halten", so Veritas Fondsmanager Christian Schuster. "Damit laufen Anleger auch hier Gefahr, nicht den richtigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen." Gefragt seien in diesem Umfeld vor allem flexible Anlagelösungen mit einer aktiven Steuerung des Investitionsgrads, die auf die Vermeidung heftiger Rückschläge durch längere Verlustphasen zielen.
* veritas-investment.de
Die Strategie, eine Anleihe zu kaufen und sie im Depot liegen zu lassen, funktioniert nicht mehr, sagt Blackrock-Manager Ian Winship.
In den Neunzigerjahren war es noch einfach, in Anleihen zu investieren. Die Zinsen für deutsche Staatspapiere lagen zeitweise bei über sieben Prozent, und die Kurse haben seither fast nur angezogen. Alles, was Investoren tun mussten, war zu kaufen – Angst vor Kursverlusten brauchten sie nicht unbedingt zu haben. Das ist heute anders. Mittlerweile liegen die Zinsen bei unter zwei Prozent, und jeder fragt sich, wie es weitergehen soll. Können die Zinsen noch tiefer fallen? Oder platzt die Anleihenblase, fallen die Kurse und steigen die Zinsen?
„Es gibt Anleihenhändler, die noch nie ein Papier verkauft haben“, sagt Ian Winship, Portfoliomanager beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock, im Gespräch mit der „Presse“. Er ist seit 1989 im Geschäft, hat also genau mitbekommen, wie sich der Markt seither entwickelt hat. Nun findet er, es sei Zeit zum Umdenken: „Ein Papier zu kaufen und es einfach im Depot liegen zu lassen – das funktioniert nicht mehr.“ Diese althergebrachte Strategie sei, wie den Golfplatz mit nur einem Schläger aufzusuchen.
Schock für Alpine-Gläubiger
Die Risiken von Anleihen wurden österreichischen Investoren vergangenes Jahr schmerzhaft bewusst. Das Papier des Bauunternehmens Alpine verlor im Herbst fast 40Prozent an Wert, als finanzielle Schwierigkeiten des Unternehmens zutage traten. Investoren haben folglich eine schwierige Wahl: Entweder sie stoßen die Papiere ab und nehmen Verluste in Kauf oder sie drücken bis 2017 die Daumen, dass die Alpine nicht pleitegeht. Dann wird die Anleihe nämlich zurückgezahlt.
Doch nicht nur wird es schwieriger, in Anleihen zu investieren – es wird auch schwieriger, Prognosen zu erstellen, weil Kurse stärker schwanken werden, meint Winship. Wieso sollte man dann überhaupt in fix verzinste Wertpapiere investieren und nicht gleich Aktien kaufen, die überall als Schnäppchen angepriesen werden?
Risikostreuung hilft
„Seit ich denken kann, werden Aktien zu Jahresbeginn als Kaufgelegenheit beworben. Die Leute brauchen aber Diversifikation“, sagt der Brite Winship. Diversifikation bedeutet, sein Geld auf verschiedene Anlageklassen zu streuen – also Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe et cetera. Doch auch innerhalb dieser Anlageklassen sollten Anleger ihr Kapital gut verteilen.
„Wir kaufen Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, solche von Industrieländern, von Schwellenländern, und das Ganze in verschiedenen Währungen“, sagt der Blackrock-Manager. „Man sollte nie alle Eier in einen Korb legen.“ Generell gehe es auch nicht mehr darum, Geld zu verteilen, sondern Risiko – um dieses so gering wie möglich zu halten.
Was tut man bei Blackrock nun genau, um noch Geld mit Anleihen zu verdienen? Sie handeln mit ihnen. Zum Beispiel mit zweijährigen deutschen Bundesanleihen, die aktuell rund 0,2 Prozent abwerfen, also einen lächerlichen Betrag. Allerdings gab es auch schon Zeiten, in denen diese Papiere negativ verzinst waren. Und da Winship erwartet, dass sichere Anleihen wie die von Deutschland oder Österreich „in einer sehr engen Bandbreite notieren werden“, sei das Niveau von 0,2Prozent schon als hoch zu betrachten. Das bedeutet, dass die Kurse gerade vergleichsweise niedrig und Kursgewinne möglich sind. Für Privatanleger empfiehlt sich diese Strategie aber nur, wenn sie viel Zeit in ihre Geldanlage stecken können.
Zinsen bleiben lange niedrig
Freilich ist die Geschichte von der immer komplizierteren Welt eine, die gerne von Fondsmanagern erzählt wird, um ihre Dienste (und hohen Gebühren) zu rechtfertigen. Sie spiegelt aber auch einen Teil der Realität wider. Ein Ende der niedrigen Zinsen ist nämlich nicht absehbar und die Frage, wie es mit den Anleihen weitergeht, berechtigt. Auf sichere Titel zu setzen und damit gehörige Kaufkraftverluste zu akzeptieren, ist jedenfalls keine Alternative. Selbst die meisten heimischen Unternehmensanleihen sind mittlerweile schon so teuer, dass nach Abzug aller Kosten und Steuern nicht mehr viel übrig bleibt.
Winship behauptet, mit seiner aktiven Strategie des Diversifizierens und des Handelns von Anleihen heuer eine Rendite von fünf bis sieben Prozent erzielen zu können. Beweisen muss er sich aber erst noch: Der Anleihenfonds, den er für Blackrock verwaltet, ist erst wenige Monate alt.
Die Presse
In den Neunzigerjahren war es noch einfach, in Anleihen zu investieren. Die Zinsen für deutsche Staatspapiere lagen zeitweise bei über sieben Prozent, und die Kurse haben seither fast nur angezogen. Alles, was Investoren tun mussten, war zu kaufen – Angst vor Kursverlusten brauchten sie nicht unbedingt zu haben. Das ist heute anders. Mittlerweile liegen die Zinsen bei unter zwei Prozent, und jeder fragt sich, wie es weitergehen soll. Können die Zinsen noch tiefer fallen? Oder platzt die Anleihenblase, fallen die Kurse und steigen die Zinsen?
„Es gibt Anleihenhändler, die noch nie ein Papier verkauft haben“, sagt Ian Winship, Portfoliomanager beim weltgrößten Vermögensverwalter Blackrock, im Gespräch mit der „Presse“. Er ist seit 1989 im Geschäft, hat also genau mitbekommen, wie sich der Markt seither entwickelt hat. Nun findet er, es sei Zeit zum Umdenken: „Ein Papier zu kaufen und es einfach im Depot liegen zu lassen – das funktioniert nicht mehr.“ Diese althergebrachte Strategie sei, wie den Golfplatz mit nur einem Schläger aufzusuchen.
Schock für Alpine-Gläubiger
Die Risiken von Anleihen wurden österreichischen Investoren vergangenes Jahr schmerzhaft bewusst. Das Papier des Bauunternehmens Alpine verlor im Herbst fast 40Prozent an Wert, als finanzielle Schwierigkeiten des Unternehmens zutage traten. Investoren haben folglich eine schwierige Wahl: Entweder sie stoßen die Papiere ab und nehmen Verluste in Kauf oder sie drücken bis 2017 die Daumen, dass die Alpine nicht pleitegeht. Dann wird die Anleihe nämlich zurückgezahlt.
Doch nicht nur wird es schwieriger, in Anleihen zu investieren – es wird auch schwieriger, Prognosen zu erstellen, weil Kurse stärker schwanken werden, meint Winship. Wieso sollte man dann überhaupt in fix verzinste Wertpapiere investieren und nicht gleich Aktien kaufen, die überall als Schnäppchen angepriesen werden?
Risikostreuung hilft
„Seit ich denken kann, werden Aktien zu Jahresbeginn als Kaufgelegenheit beworben. Die Leute brauchen aber Diversifikation“, sagt der Brite Winship. Diversifikation bedeutet, sein Geld auf verschiedene Anlageklassen zu streuen – also Aktien, Anleihen, Immobilien, Rohstoffe et cetera. Doch auch innerhalb dieser Anlageklassen sollten Anleger ihr Kapital gut verteilen.
„Wir kaufen Staatsanleihen, Unternehmensanleihen, solche von Industrieländern, von Schwellenländern, und das Ganze in verschiedenen Währungen“, sagt der Blackrock-Manager. „Man sollte nie alle Eier in einen Korb legen.“ Generell gehe es auch nicht mehr darum, Geld zu verteilen, sondern Risiko – um dieses so gering wie möglich zu halten.
Was tut man bei Blackrock nun genau, um noch Geld mit Anleihen zu verdienen? Sie handeln mit ihnen. Zum Beispiel mit zweijährigen deutschen Bundesanleihen, die aktuell rund 0,2 Prozent abwerfen, also einen lächerlichen Betrag. Allerdings gab es auch schon Zeiten, in denen diese Papiere negativ verzinst waren. Und da Winship erwartet, dass sichere Anleihen wie die von Deutschland oder Österreich „in einer sehr engen Bandbreite notieren werden“, sei das Niveau von 0,2Prozent schon als hoch zu betrachten. Das bedeutet, dass die Kurse gerade vergleichsweise niedrig und Kursgewinne möglich sind. Für Privatanleger empfiehlt sich diese Strategie aber nur, wenn sie viel Zeit in ihre Geldanlage stecken können.
Zinsen bleiben lange niedrig
Freilich ist die Geschichte von der immer komplizierteren Welt eine, die gerne von Fondsmanagern erzählt wird, um ihre Dienste (und hohen Gebühren) zu rechtfertigen. Sie spiegelt aber auch einen Teil der Realität wider. Ein Ende der niedrigen Zinsen ist nämlich nicht absehbar und die Frage, wie es mit den Anleihen weitergeht, berechtigt. Auf sichere Titel zu setzen und damit gehörige Kaufkraftverluste zu akzeptieren, ist jedenfalls keine Alternative. Selbst die meisten heimischen Unternehmensanleihen sind mittlerweile schon so teuer, dass nach Abzug aller Kosten und Steuern nicht mehr viel übrig bleibt.
Winship behauptet, mit seiner aktiven Strategie des Diversifizierens und des Handelns von Anleihen heuer eine Rendite von fünf bis sieben Prozent erzielen zu können. Beweisen muss er sich aber erst noch: Der Anleihenfonds, den er für Blackrock verwaltet, ist erst wenige Monate alt.
Die Presse


