Rohstoffe - wie geht es 2013 weiter?
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Rohstoffe - wie geht es 2013 weiter?
Goldman Sachs rechnet in einer Studie mit einer Rallye bei Kupfer und Öl. Anderer Meinung als die Goldman-Analysten sind die Experten von Morgan Stanley. Sie setzen auf „defensive“ Rohstoffe wie Getreide
Das Wirtschaftswachstum in China und den USA wird nach Ansicht der Experten von Goldman Sachs im laufenden Jahr für eine Erholung der Preise für Gold, Kupfer und Rohöl sorgen. Eine mögliche Rezession in Europa hätte zwar negative Folgen für die Rohstoffpreise, die Auswirkungen würden aber durch die gute Konjunktur in anderen Ländern wettgemacht.
Die Gefahr einer weltweiten Finanzkrise sei geringer geworden. Im Schnitt sollten sich Rohstoffe um 15 Prozent verteuern, glaubt Goldman-Experte Jeffrey Currie. Agrarrohstoffe sollten sich um drei Prozent verteuern.
Im Vorjahr waren die Rohstoffpreise um 2,1 Prozent gestiegen. Doch nun habe sich die Lage für Gold und Kupfer fundamental verbessert, heißt es in der Studie. Nur beim Ölpreis seien die Risiken höher: vieles hänge von politischen Faktoren wie den Spannungen mit dem Iran ab. Anderer Meinung als die Goldman-Analysten sind die Experten von Morgan Stanley. Sie setzen auf „defensive“ (also relativ konjunkturunabhängige) Rohstoffe wie Getreide. Bei Brennstoffen rechnen sie mit sinkenden Preisen.
Anleger, die auf steigende Rohstoffpreise setzen wollen, können das etwa über Fonds tun. Solche handeln mit Futures (Lieferverträgen für den jeweiligen Rohstoff zu einem bestimmten Zeitpunkt). Dabei müssen sie immer wieder Verträge mit kurzer Laufzeit durch solche mit längerer Laufzeit ersetzen. Dadurch entstehen Kosten (Rollverluste), sodass man meist nicht eins zu eins an der Wertentwicklung des Rohstoffs partizipieren kann.
* diepresse.com
Das Wirtschaftswachstum in China und den USA wird nach Ansicht der Experten von Goldman Sachs im laufenden Jahr für eine Erholung der Preise für Gold, Kupfer und Rohöl sorgen. Eine mögliche Rezession in Europa hätte zwar negative Folgen für die Rohstoffpreise, die Auswirkungen würden aber durch die gute Konjunktur in anderen Ländern wettgemacht.
Die Gefahr einer weltweiten Finanzkrise sei geringer geworden. Im Schnitt sollten sich Rohstoffe um 15 Prozent verteuern, glaubt Goldman-Experte Jeffrey Currie. Agrarrohstoffe sollten sich um drei Prozent verteuern.
Im Vorjahr waren die Rohstoffpreise um 2,1 Prozent gestiegen. Doch nun habe sich die Lage für Gold und Kupfer fundamental verbessert, heißt es in der Studie. Nur beim Ölpreis seien die Risiken höher: vieles hänge von politischen Faktoren wie den Spannungen mit dem Iran ab. Anderer Meinung als die Goldman-Analysten sind die Experten von Morgan Stanley. Sie setzen auf „defensive“ (also relativ konjunkturunabhängige) Rohstoffe wie Getreide. Bei Brennstoffen rechnen sie mit sinkenden Preisen.
Anleger, die auf steigende Rohstoffpreise setzen wollen, können das etwa über Fonds tun. Solche handeln mit Futures (Lieferverträgen für den jeweiligen Rohstoff zu einem bestimmten Zeitpunkt). Dabei müssen sie immer wieder Verträge mit kurzer Laufzeit durch solche mit längerer Laufzeit ersetzen. Dadurch entstehen Kosten (Rollverluste), sodass man meist nicht eins zu eins an der Wertentwicklung des Rohstoffs partizipieren kann.
* diepresse.com
Steigende Rohstoffkosten haben die deutschen Großhandelspreise 2011 um 7,5 Prozent in die Höhe getrieben. Zuletzt fiel der Anstieg aber deutlich moderater aus. An die Endverbraucher wurde bislang nur ein Teil der Kosten weitergereicht.
Die Händler mussten 7,5 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Einen höheren Anstieg hatte es in der Bundesrepublik zuletzt 1981 gegeben, als die Großhandelspreise um 7,7 Prozent nach oben schnellten.
Zuletzt hat sich der Preisdruck jedoch abgemildert: Im Dezember 2011 blieben die Großhandelspreise zum Vormonat konstant. Zum Vorjahr ergab sich ein Zuwachs um 3 Prozent. Damit fiel der Anstieg wesentlich niedriger aus als im November, als ein Plus von 4,9 Prozent zu verzeichnen war.
Preistreiber waren im vergangenen Jahr feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse: Sie verteuerten sich um 15,3 Prozent. Die Preise für Getreide, Saatgut und Futtermittel stiegen noch weit stärker - und zwar um 35 Prozent. Erze und Metalle verteuerten sich um 10 Prozent. Die Großhandelsverkaufspreise für Obst und Gemüse legten 2011 mit plus 1,4 Prozent zum Vorjahr vergleichsweise moderat zu. Im Dezember 2011 erhöhte sich das Preisniveau gegenüber dem Vorjahresmonat nur minimal um 0,1 Prozent.
Die Großhandelspreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Lebenshaltungskosten, da erwartet wird, dass der Handel seine Einkaufspreise an die Kunden weiterreicht - sofern der Wettbewerb um knappe Nachfrage das zulässt. Die Europäische Zentralbank rechnet damit, dass die Teuerungsrate in der Euro-Zone noch einige Monate über 2 Prozent liegen wird, danach aber unter diese Marke fallen wird, die von der EZB als Maßstab für Preisstabilität angestrebt wird.
Die Händler mussten 7,5 Prozent mehr zahlen als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Einen höheren Anstieg hatte es in der Bundesrepublik zuletzt 1981 gegeben, als die Großhandelspreise um 7,7 Prozent nach oben schnellten.
Zuletzt hat sich der Preisdruck jedoch abgemildert: Im Dezember 2011 blieben die Großhandelspreise zum Vormonat konstant. Zum Vorjahr ergab sich ein Zuwachs um 3 Prozent. Damit fiel der Anstieg wesentlich niedriger aus als im November, als ein Plus von 4,9 Prozent zu verzeichnen war.
Preistreiber waren im vergangenen Jahr feste Brennstoffe und Mineralölerzeugnisse: Sie verteuerten sich um 15,3 Prozent. Die Preise für Getreide, Saatgut und Futtermittel stiegen noch weit stärker - und zwar um 35 Prozent. Erze und Metalle verteuerten sich um 10 Prozent. Die Großhandelsverkaufspreise für Obst und Gemüse legten 2011 mit plus 1,4 Prozent zum Vorjahr vergleichsweise moderat zu. Im Dezember 2011 erhöhte sich das Preisniveau gegenüber dem Vorjahresmonat nur minimal um 0,1 Prozent.
Die Großhandelspreise gelten als Frühindikator für die Entwicklung der Lebenshaltungskosten, da erwartet wird, dass der Handel seine Einkaufspreise an die Kunden weiterreicht - sofern der Wettbewerb um knappe Nachfrage das zulässt. Die Europäische Zentralbank rechnet damit, dass die Teuerungsrate in der Euro-Zone noch einige Monate über 2 Prozent liegen wird, danach aber unter diese Marke fallen wird, die von der EZB als Maßstab für Preisstabilität angestrebt wird.
Rohstoff-Importe so teuer wie seit zehn Jahren nicht
Die Importe nach Deutschland haben sich im vergangenen Jahr so stark verteuert wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Im Schnitt kosteten die aus dem Ausland eingeführten Rohstoffe und Waren 8,0 Prozent mehr als noch 2010, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte
Zuletzt hatte die Teuerung im Jahr 2000 höher gelegen, als die Importpreise um 10,2 Prozent zulegten. Teurer waren der Statistik zufolge vor allem Rohstoffe wie Erdöl und Erze, sogenannte Halbwaren wie Mineralöl und Metalle, aber auch Lebensmittel.
Die Rohölpreise lagen demnach 31,7 Prozent höher als 2010, die Preise für importiertes Mineralöl lagen um 28,0 Prozent höher. Im Durchschnitt war Öl damit sogar teurer als im bisherigen Rekordjahr 2008. Erdgas kostete 2011 laut Statistischem Bundesamt 25,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für Erze aus dem Ausland mussten Unternehmen 23,3 Prozent mehr zahlen.
Teuerung steig auf Rekordhoch
Teurer wurde aber beispielsweise auch Baumwolle. Obwohl der Preis seinen Höchststand schon im März 2011 erreichte, kostete sie im Jahresschnitt noch immer 40,9 Prozent mehr als 2010. Rohkaffee wurde deutlich teurer, Getreide ebenfalls.
Die deutschen Exporte verteuerten sich deutlich weniger - die Teuerung stieg aber dennoch auf ein Rekordhoch. Im Jahresschnitt lagen die Exportpreise laut Statistik um 3,7 Prozent höher als 2010. Das war demnach der höchste Anstieg seit fast 30 Jahren: 1982 hatte er 4,3 Prozent betragen
strom-magazin.de
Die Importe nach Deutschland haben sich im vergangenen Jahr so stark verteuert wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Im Schnitt kosteten die aus dem Ausland eingeführten Rohstoffe und Waren 8,0 Prozent mehr als noch 2010, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte
Zuletzt hatte die Teuerung im Jahr 2000 höher gelegen, als die Importpreise um 10,2 Prozent zulegten. Teurer waren der Statistik zufolge vor allem Rohstoffe wie Erdöl und Erze, sogenannte Halbwaren wie Mineralöl und Metalle, aber auch Lebensmittel.
Die Rohölpreise lagen demnach 31,7 Prozent höher als 2010, die Preise für importiertes Mineralöl lagen um 28,0 Prozent höher. Im Durchschnitt war Öl damit sogar teurer als im bisherigen Rekordjahr 2008. Erdgas kostete 2011 laut Statistischem Bundesamt 25,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für Erze aus dem Ausland mussten Unternehmen 23,3 Prozent mehr zahlen.
Teuerung steig auf Rekordhoch
Teurer wurde aber beispielsweise auch Baumwolle. Obwohl der Preis seinen Höchststand schon im März 2011 erreichte, kostete sie im Jahresschnitt noch immer 40,9 Prozent mehr als 2010. Rohkaffee wurde deutlich teurer, Getreide ebenfalls.
Die deutschen Exporte verteuerten sich deutlich weniger - die Teuerung stieg aber dennoch auf ein Rekordhoch. Im Jahresschnitt lagen die Exportpreise laut Statistik um 3,7 Prozent höher als 2010. Das war demnach der höchste Anstieg seit fast 30 Jahren: 1982 hatte er 4,3 Prozent betragen
strom-magazin.de
2012 steht im Zeichen sinkender Getreidepreise
Nach Meinung von Sämi Bossart, Rohstoff-Experte bei Man, dürften die Getreidepreise angesichts der nach wie vor steigenden Produktion und sich weltweit abschwächender Nachfrage im laufenden Jahr sinken: "Es gibt momentan zahlreiche Hinweise, die für diesen Trend sprechen. Die Gründe für die fallenden Preise an den Rohstoffmärkten liegen insbesondere in den allgemein eher mageren Aussichten für die Weltkonjunktur und der diesjährigen globalen Rekordproduktion an Getreide."
Globales Rekordjahr in der Getreideproduktion
Der Man-Experte geht davon aus, dass alleine die USA 2012 so viel Mais wie nie zuvor in ihrer Geschichte produzieren werden. Hier haben die Landwirte zuletzt stetig mehr Anbaufläche für Mais genutzt, um von dem im Vergleich zu Weizen höheren Weltmarktpreis zu profitieren. Zugleich sorgte der Wetterumschwung in Südamerika für ein Ende der Dürre und somit für geringere Ernteverluste als bisher angenommen. Schließlich sei davon auszugehen, dass auch China und die Ukraine mit ihrer geplanten Ausweitung der Maisproduktion einen Teil zum globalen Rekordjahr in der Getreideproduktion beitragen.
Mehr Spielraum für Korrekturen derzeit vorhanden
Während das Angebot steigt, sinkt die Nachfrage tendenziell. "Erfahrungsgemäß bewegen sich die Rohstoffpreise bei schwachem Wirtschaftswachstum ebenfalls auf niedrigem Stand. Bislang haben sich die Getreidepreise auf vergleichsweise hohem Niveau gehalten. Umso mehr Spielraum für Korrekturen ist derzeit vorhanden. Je stärker sich die Marktteilnehmer auf die Fundamentaldaten konzentrieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass es hierzu kommen wird", erläutert Bossart.
Fortsetzung der Preiskorrekturen bei Getreidesorten
Nach jüngst veröffentlichten Zahlen rechnet das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) für das laufende Anbaujahr mit einem fünfprozentigen Anstieg der weltweiten Maisproduktion auf insgesamt 868 Millionen Tonnen. Nach der Veröffentlichung des USDA-Berichts sanken die Maispreise um 50 Cent auf knapp 600 Cent je Scheffel. Nach Bossarts Einschätzung dürfte dies nur der Anfang einer Abwärtsbewegung sein: "Wir gehen davon aus, dass die bereits im laufenden Jahr stattgefundenen Preiskorrekturen bei den verschiedenen Getreidesorten sich noch weiter fortsetzen und beispielsweise der Preis von Mais möglicherweise auf ein Niveau unter 450 Cents je Scheffel sinken wird."
Quelle: FONDS professionell
Globales Rekordjahr in der Getreideproduktion
Der Man-Experte geht davon aus, dass alleine die USA 2012 so viel Mais wie nie zuvor in ihrer Geschichte produzieren werden. Hier haben die Landwirte zuletzt stetig mehr Anbaufläche für Mais genutzt, um von dem im Vergleich zu Weizen höheren Weltmarktpreis zu profitieren. Zugleich sorgte der Wetterumschwung in Südamerika für ein Ende der Dürre und somit für geringere Ernteverluste als bisher angenommen. Schließlich sei davon auszugehen, dass auch China und die Ukraine mit ihrer geplanten Ausweitung der Maisproduktion einen Teil zum globalen Rekordjahr in der Getreideproduktion beitragen.
Mehr Spielraum für Korrekturen derzeit vorhanden
Während das Angebot steigt, sinkt die Nachfrage tendenziell. "Erfahrungsgemäß bewegen sich die Rohstoffpreise bei schwachem Wirtschaftswachstum ebenfalls auf niedrigem Stand. Bislang haben sich die Getreidepreise auf vergleichsweise hohem Niveau gehalten. Umso mehr Spielraum für Korrekturen ist derzeit vorhanden. Je stärker sich die Marktteilnehmer auf die Fundamentaldaten konzentrieren, desto wahrscheinlicher ist es, dass es hierzu kommen wird", erläutert Bossart.
Fortsetzung der Preiskorrekturen bei Getreidesorten
Nach jüngst veröffentlichten Zahlen rechnet das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) für das laufende Anbaujahr mit einem fünfprozentigen Anstieg der weltweiten Maisproduktion auf insgesamt 868 Millionen Tonnen. Nach der Veröffentlichung des USDA-Berichts sanken die Maispreise um 50 Cent auf knapp 600 Cent je Scheffel. Nach Bossarts Einschätzung dürfte dies nur der Anfang einer Abwärtsbewegung sein: "Wir gehen davon aus, dass die bereits im laufenden Jahr stattgefundenen Preiskorrekturen bei den verschiedenen Getreidesorten sich noch weiter fortsetzen und beispielsweise der Preis von Mais möglicherweise auf ein Niveau unter 450 Cents je Scheffel sinken wird."
Quelle: FONDS professionell
Droht das Ende der Rohstoffrallye?
Die Preise für Metalle ziehen angesichts der besseren Konjunkturerwartungen an. Dem Silber trauen die Analysten heuer das größte Potenzial zu. Beim Ölpreis gehen die Meinungen auseinander.
Wer zu Jahresbeginn auf Rohstoffe setzte, tat gut daran. Im Jänner ging es vor allem mit den Metallpreisen steil bergauf. Seit Jahresbeginn hat sich Silber um 20 Prozent verteuert, Platin um 17, Kupfer um 13 und Gold um neun Prozent. Hauptursache sei die lockere Geldpolitik der Notenbanken, meint Erste-Analyst Ronald Stöferle. Diese pumpen Geld in die Märkte, welches unter anderem für Aktien und Rohstoffe ausgegeben wird. Von dieser Politik dürften seiner Meinung nach heuer vor allem Silber und Gold profitieren, die als Inflationsschutz gekauft werden.
Die zweite Ursache ist der wachsende Optimismus für die Konjunktur. Sollte sich das Wachstum in China doch nicht so stark einbremsen, dürfte die Nachfrage nach Metallen wie Kupfer, Platin und Palladium hoch bleiben. Sie werden in der Autoindustrie verwendet. Diese reagiert sensibel auf Konjunkturveränderungen. Das bedeutet aber auch: Sollte sich die Konjunktur einbremsen, kann es mit den Metallpreisen rasch nach unten gehen.
Ölpreis von Politik abhängig. Zu den Pessimisten zählt Bill Smead von der Vermögensverwaltung Smead Capital Management in Seattle. Er bezifferte gegenüber der Agentur Bloomberg die Wahrscheinlichkeit, dass China bis 2015 in eine Rezession rutscht, mit 30 Prozent. Rohstoffe hält er für „massiv überbewertet“. Das gelte auch für den Ölpreis, der derzeit 50 bis 70 Prozent über den Förderkosten liege. „Die Vergangenheit zeigt, dass die Preise einen Boden nahe den Produktionskosten bilden. Das sind für Rohöl 50 bis 55 Dollar je Barrel.“ Derzeit kostet ein Fass der US-Sorte WTI 98,5 Dollar, die Nordseesorte Brent kostet 117 Dollar.
Anderer Ansicht ist Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch: Die Förderkosten spielten beim Ölpreis nur eine geringe Rolle. Die Opec-Staaten brauchten einen Preis von 80 bis 90 Dollar, um ihre Importe zu finanzieren, und würden daher den Preis auf diesem Niveau halten. Auch Stöferle hält das Risiko für einen steilen Rückgang des Ölpreises für gering. Eher bestehe das Risiko nach oben, falls der Iran-Konflikt eskalieren sollte. Unsicher sind auch die Aussichten für Agrarrohstoffe: Hier komme es vor allem auf die Ernte an, meint Fritsch. Die Nachfrage steige seit Jahren stetig leicht an, daher seien kaum Überraschungen zu erwarten– es sei denn, es kommt zu einem so starken Konjunktureinbruch wie 2009. Laut Commerzbank rechnet der Markt mit einer schlechter als erwarteten Maisernte in Argentinien und einer geringeren Sojaernte in Brasilien. Das ließe die Preise für Mais und Soja steigen.
Da die Agrarpreise stark vom Angebot und der Ölpreis von der Politik abhängt, empfiehlt es sich für jene Investoren, die an eine gute Entwicklung der Konjunktur glauben, auf Metalle zu setzen. Eine negative Korrelation zu Aktien gibt es aber nicht: Die Rohstoffpreise (mit Ausnahme von Gold) ziehen meist zeitgleich mit den Börsen an.
Parallelität zu Aktien. Zur Streuung sind Rohstoffe daher nicht geeignet, schon gar nicht Industriemetalle wie Kupfer, Palladium etc. Für die meisten Rohstoffe (außer Gold) gilt jedoch, dass sie für Privatanleger nicht so leicht direkt handelbar sind. Wer börsengehandelte Fonds oder Zertifikate kauft, muss häufig die Erfahrung machen, dass sie hinter dem Rohstoffpreis, den sie abbilden, zurückbleiben. Ursache sind „Rollverluste“. Bei solchen Papieren müssen nämlich laufend Terminkontrakte mit kurzer Laufzeit durch solche mit längerer Laufzeit ersetzt werden.
* Die Presse
Wer zu Jahresbeginn auf Rohstoffe setzte, tat gut daran. Im Jänner ging es vor allem mit den Metallpreisen steil bergauf. Seit Jahresbeginn hat sich Silber um 20 Prozent verteuert, Platin um 17, Kupfer um 13 und Gold um neun Prozent. Hauptursache sei die lockere Geldpolitik der Notenbanken, meint Erste-Analyst Ronald Stöferle. Diese pumpen Geld in die Märkte, welches unter anderem für Aktien und Rohstoffe ausgegeben wird. Von dieser Politik dürften seiner Meinung nach heuer vor allem Silber und Gold profitieren, die als Inflationsschutz gekauft werden.
Die zweite Ursache ist der wachsende Optimismus für die Konjunktur. Sollte sich das Wachstum in China doch nicht so stark einbremsen, dürfte die Nachfrage nach Metallen wie Kupfer, Platin und Palladium hoch bleiben. Sie werden in der Autoindustrie verwendet. Diese reagiert sensibel auf Konjunkturveränderungen. Das bedeutet aber auch: Sollte sich die Konjunktur einbremsen, kann es mit den Metallpreisen rasch nach unten gehen.
Ölpreis von Politik abhängig. Zu den Pessimisten zählt Bill Smead von der Vermögensverwaltung Smead Capital Management in Seattle. Er bezifferte gegenüber der Agentur Bloomberg die Wahrscheinlichkeit, dass China bis 2015 in eine Rezession rutscht, mit 30 Prozent. Rohstoffe hält er für „massiv überbewertet“. Das gelte auch für den Ölpreis, der derzeit 50 bis 70 Prozent über den Förderkosten liege. „Die Vergangenheit zeigt, dass die Preise einen Boden nahe den Produktionskosten bilden. Das sind für Rohöl 50 bis 55 Dollar je Barrel.“ Derzeit kostet ein Fass der US-Sorte WTI 98,5 Dollar, die Nordseesorte Brent kostet 117 Dollar.
Anderer Ansicht ist Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch: Die Förderkosten spielten beim Ölpreis nur eine geringe Rolle. Die Opec-Staaten brauchten einen Preis von 80 bis 90 Dollar, um ihre Importe zu finanzieren, und würden daher den Preis auf diesem Niveau halten. Auch Stöferle hält das Risiko für einen steilen Rückgang des Ölpreises für gering. Eher bestehe das Risiko nach oben, falls der Iran-Konflikt eskalieren sollte. Unsicher sind auch die Aussichten für Agrarrohstoffe: Hier komme es vor allem auf die Ernte an, meint Fritsch. Die Nachfrage steige seit Jahren stetig leicht an, daher seien kaum Überraschungen zu erwarten– es sei denn, es kommt zu einem so starken Konjunktureinbruch wie 2009. Laut Commerzbank rechnet der Markt mit einer schlechter als erwarteten Maisernte in Argentinien und einer geringeren Sojaernte in Brasilien. Das ließe die Preise für Mais und Soja steigen.
Da die Agrarpreise stark vom Angebot und der Ölpreis von der Politik abhängt, empfiehlt es sich für jene Investoren, die an eine gute Entwicklung der Konjunktur glauben, auf Metalle zu setzen. Eine negative Korrelation zu Aktien gibt es aber nicht: Die Rohstoffpreise (mit Ausnahme von Gold) ziehen meist zeitgleich mit den Börsen an.
Parallelität zu Aktien. Zur Streuung sind Rohstoffe daher nicht geeignet, schon gar nicht Industriemetalle wie Kupfer, Palladium etc. Für die meisten Rohstoffe (außer Gold) gilt jedoch, dass sie für Privatanleger nicht so leicht direkt handelbar sind. Wer börsengehandelte Fonds oder Zertifikate kauft, muss häufig die Erfahrung machen, dass sie hinter dem Rohstoffpreis, den sie abbilden, zurückbleiben. Ursache sind „Rollverluste“. Bei solchen Papieren müssen nämlich laufend Terminkontrakte mit kurzer Laufzeit durch solche mit längerer Laufzeit ersetzt werden.
* Die Presse
Rohstoffe legen Verschnaufpause ein
In der vergangenen Woche ging es für einen Großteil der Rohstoffe abwärts. Einige Soft Commodities konnten allerdings leichte Gewinne verzeichnen, wie Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank anmerkt.
"Während die Starbucks-Aktie auf ein Allzeithoch von mehr als 50 Dollar gestiegen ist, fiel der Preis für ein Pfund des hochwertigen Arabica-Kaffees, der von Espressoliebhabern weltweit getrunken wird, auf ein 16-Monats-Tief von 1,87 US-Dollar", so Hansen. Ein starker Dollar im Vergleich zum brasilianischen Real sowie Prognosen, dass Brasilien, der weltweit größte Arabica-Anbauer weltweit, ab Juli Rekordproduktionen verzeichnen wird, hätten für den Preiseinbruch gesorgt. Bei der minderwertigeren Robusta-Sorte, die überwiegend in Instantkaffee verwendet wird, sei es genau umgekehrt. "Grund hierfür ist, dass Kaffeebauern in Vietnam Exportmengen zurückhalten, um die Preise nach oben zu treiben", erklärt der Saxo Bank Experte. Insgesamt sei der Preis für Robusta-Kaffee in der letzten Woche demnach um 2,3 Prozent gestiegen.
Auch bei Baumwolle tue sich einiges. "Indien, der zweitgrößte Hersteller weltweit, überraschte den Markt mit Ankündigungen Baumwollexporte zu stoppen", berichtet Hansen. Das sei schon das zweite Mal in nur zwei Jahren. Der letzte Exportstopp im Jahr 2010 habe Kurssprünge auf ein Allzeithoch von 2,15 US-Dollar pro Pfund verursacht. Dass ein Exportstopp aber auch diesmal zu solch massiven Preisanstiegen führe, sei allerdings unwahrscheinlich.
Den vollständigen Rohstoffkommentar finden Leser im Anhang (auf Englisch).
"Während die Starbucks-Aktie auf ein Allzeithoch von mehr als 50 Dollar gestiegen ist, fiel der Preis für ein Pfund des hochwertigen Arabica-Kaffees, der von Espressoliebhabern weltweit getrunken wird, auf ein 16-Monats-Tief von 1,87 US-Dollar", so Hansen. Ein starker Dollar im Vergleich zum brasilianischen Real sowie Prognosen, dass Brasilien, der weltweit größte Arabica-Anbauer weltweit, ab Juli Rekordproduktionen verzeichnen wird, hätten für den Preiseinbruch gesorgt. Bei der minderwertigeren Robusta-Sorte, die überwiegend in Instantkaffee verwendet wird, sei es genau umgekehrt. "Grund hierfür ist, dass Kaffeebauern in Vietnam Exportmengen zurückhalten, um die Preise nach oben zu treiben", erklärt der Saxo Bank Experte. Insgesamt sei der Preis für Robusta-Kaffee in der letzten Woche demnach um 2,3 Prozent gestiegen.
Auch bei Baumwolle tue sich einiges. "Indien, der zweitgrößte Hersteller weltweit, überraschte den Markt mit Ankündigungen Baumwollexporte zu stoppen", berichtet Hansen. Das sei schon das zweite Mal in nur zwei Jahren. Der letzte Exportstopp im Jahr 2010 habe Kurssprünge auf ein Allzeithoch von 2,15 US-Dollar pro Pfund verursacht. Dass ein Exportstopp aber auch diesmal zu solch massiven Preisanstiegen führe, sei allerdings unwahrscheinlich.
Den vollständigen Rohstoffkommentar finden Leser im Anhang (auf Englisch).
Commodities gehören in jedes Portfolio?
Nach Meinung von Günter Tschiderer, Commodities Portfolio Manager beim BNP Paribas Investment Partner THEAM, gehören Rohstoffe als Anlageklasse in jedes gut diversifizierte und langfristig optimierte Portfolio. Gerade Metalle zeigen seit Jahresbeginn eine gute Entwicklung mit durchschnittlichen Renditen von zehn Prozent.
"Commodities hatten einen richtig guten Start ins Jahr 2012: Vor allem Metalle, sowohl Edel- als auch Industriemetalle, outperformten mit Renditen von durchschnittlich über zehn Prozent, während Energie (mit Ausnahme von Rohöl) und Getreide sich eher flach entwickelten", erklärt Tschiderer. Als Gründe für die steigende Nachfrage sieht er die wachsende Risikobereitschaft der Anleger und die Abschwächung des US-Dollars.
Rohstoff-Investition kann Preisanstieg und Kaufkraftverlust abmildern
Eine Anlage in Rohstoffe sei eine langfristige Entscheidung zur Diversifikation eines Portfolios und zur Absicherung gegen Inflationsrisiken. Die niedrige Korrelation von Rohstoffen mit klassischen Anlageklassen wie Aktien oder Obligationen würde maßgeblich zur Streuung des Investments beitragen. "Da steigende Rohstoffpreise sehr oft mit einer steigenden Inflation einhergehen, können Anleger über eine Investition in Rohstoffe die Wirkung von Preisanstieg und Kaufkraftverlust abmildern", so der BNP Paribas-Experte.
Weiteres solides Wachstum der Gold-Nachfrage
2012 hatten die Goldpreise nach der Abwertung von 1.750 US-Dollar/Unze* um 200 US-Dollar im Dezember 2011 einen guten Start und entwickeln sich wieder auf ein Hoch zu. Darüber hinaus dürften der schwache US-Dollar und die Rally bei Risikokapitalanlagen Anleger motiviert haben, stärker in Gold zu investieren. "Wir gehen für die nächsten sechs bis zwölf Monate von einem weiteren soliden Wachstum der Gold-Nachfrage aus, auch wenn die Unterstützung durch den schwachen Dollar möglicherweise nicht bestehen bleibt", meint Tschiderer.
Industriemetalle als Rohstoff-Outperformer
Industriemetalle haben sich zurück auf das hohe Niveau des vergangenen Septembers bewegt und zählen aktuell mit durchschnittlichen Renditen von zehn Prozent zu den Outperformern unter den Rohstoffen. Chinesische Kupferimporte waren gerade im Januar und Februar stark und weisen auf ein Wachstumsszenario hin. "Wir bleiben trotzdem neutral, was Industriemetalle betrifft – denn wir gehen davon aus, dass die Makroökonomie hier Gegenwind bieten wird", so Tschiderer.
In Rohstoffe investieren mit BNP Paribas L1 World Commodities
Nach Ansicht von Tschiderer bietet der BNP Paribas L1 World Commodities "einen attraktiven Zugang zu Rohstoffen – ein aktiv verwaltetes Portfolio, das eine langfristige Anlagestrategie verfolgt und durch seine dynamische Allokation in ein breites und hoch diversifiziertes Spektrum von Rohstoffen investiert." Der eher aktive Anlagestil begründet sich auf der bisweilen doch recht hohen Volatilität.
Das Anlageziel des UCITS III-konformen Teilfonds BNP Paribas L1 World Commodities besteht darin, seinen Referenzindex, den Dow Jones-UBS Commodity Total Return, zu übertreffen. Zur Erreichung dieses Anlageziels wird eine Anlagestrategie verfolgt, bei der das relative Risiko gegenüber der Benchmark festgelegt ist (sogenanntes Tracking-Error-Budget). Indizes oder derivative Finanzinstrumente zur besseren Diversifizierung des Portfolios ermöglichen die Anlage in eine breite Rohstoffpalette. Ein robuster und klar definierter Investmentprozess garantiert laut Tschiderer die aktive Steuerung der Rohstoffanlagen mit täglicher Liquidität.
Quelle für alle Zahlen: BNP Paribas Asset Management
"Commodities hatten einen richtig guten Start ins Jahr 2012: Vor allem Metalle, sowohl Edel- als auch Industriemetalle, outperformten mit Renditen von durchschnittlich über zehn Prozent, während Energie (mit Ausnahme von Rohöl) und Getreide sich eher flach entwickelten", erklärt Tschiderer. Als Gründe für die steigende Nachfrage sieht er die wachsende Risikobereitschaft der Anleger und die Abschwächung des US-Dollars.
Rohstoff-Investition kann Preisanstieg und Kaufkraftverlust abmildern
Eine Anlage in Rohstoffe sei eine langfristige Entscheidung zur Diversifikation eines Portfolios und zur Absicherung gegen Inflationsrisiken. Die niedrige Korrelation von Rohstoffen mit klassischen Anlageklassen wie Aktien oder Obligationen würde maßgeblich zur Streuung des Investments beitragen. "Da steigende Rohstoffpreise sehr oft mit einer steigenden Inflation einhergehen, können Anleger über eine Investition in Rohstoffe die Wirkung von Preisanstieg und Kaufkraftverlust abmildern", so der BNP Paribas-Experte.
Weiteres solides Wachstum der Gold-Nachfrage
2012 hatten die Goldpreise nach der Abwertung von 1.750 US-Dollar/Unze* um 200 US-Dollar im Dezember 2011 einen guten Start und entwickeln sich wieder auf ein Hoch zu. Darüber hinaus dürften der schwache US-Dollar und die Rally bei Risikokapitalanlagen Anleger motiviert haben, stärker in Gold zu investieren. "Wir gehen für die nächsten sechs bis zwölf Monate von einem weiteren soliden Wachstum der Gold-Nachfrage aus, auch wenn die Unterstützung durch den schwachen Dollar möglicherweise nicht bestehen bleibt", meint Tschiderer.
Industriemetalle als Rohstoff-Outperformer
Industriemetalle haben sich zurück auf das hohe Niveau des vergangenen Septembers bewegt und zählen aktuell mit durchschnittlichen Renditen von zehn Prozent zu den Outperformern unter den Rohstoffen. Chinesische Kupferimporte waren gerade im Januar und Februar stark und weisen auf ein Wachstumsszenario hin. "Wir bleiben trotzdem neutral, was Industriemetalle betrifft – denn wir gehen davon aus, dass die Makroökonomie hier Gegenwind bieten wird", so Tschiderer.
In Rohstoffe investieren mit BNP Paribas L1 World Commodities
Nach Ansicht von Tschiderer bietet der BNP Paribas L1 World Commodities "einen attraktiven Zugang zu Rohstoffen – ein aktiv verwaltetes Portfolio, das eine langfristige Anlagestrategie verfolgt und durch seine dynamische Allokation in ein breites und hoch diversifiziertes Spektrum von Rohstoffen investiert." Der eher aktive Anlagestil begründet sich auf der bisweilen doch recht hohen Volatilität.
Das Anlageziel des UCITS III-konformen Teilfonds BNP Paribas L1 World Commodities besteht darin, seinen Referenzindex, den Dow Jones-UBS Commodity Total Return, zu übertreffen. Zur Erreichung dieses Anlageziels wird eine Anlagestrategie verfolgt, bei der das relative Risiko gegenüber der Benchmark festgelegt ist (sogenanntes Tracking-Error-Budget). Indizes oder derivative Finanzinstrumente zur besseren Diversifizierung des Portfolios ermöglichen die Anlage in eine breite Rohstoffpalette. Ein robuster und klar definierter Investmentprozess garantiert laut Tschiderer die aktive Steuerung der Rohstoffanlagen mit täglicher Liquidität.
Quelle für alle Zahlen: BNP Paribas Asset Management
Rohstoffe mit heftigsten Rückschlägen seit 2008
Neben der europäischen Schuldenkrise steht das schrumpfende Wirtschaftswachstum in China und den USA wieder ganz oben auf der Agenda. „Davon sind zwar alle Anlageklassen betroffen, Rohstoffe verzeichnen jedoch die heftigsten monatlichen Rückschlage seit 2008“, erklärt Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.
Während der breit aufgestellte Dow-Jones UBS Rohstoffindex im Mai um mehr als neun Prozent an Wert verloren habe, sei der energielastige S&P GSCI um 13 Prozent nach unten gerutscht. „Nach unten gezogen haben diesen Index vor allem WTI und Brent. Seit ihren Höchstpreisen fielen beide Sorten um mehr als 20 Prozent. Hier ist jetzt sogar schon von einem Bärenmarkt die Rede“, so der Saxo Bank-Experte. Der Fokus der Aufmerksamkeit verschiebe sich zusehends von geopolitischen Risiken hin zu einer rückläufigen Nachfrage.
Obwohl Goldanleger seit Wochen über angeschlagene Märkte klagten, hätten Edelmetalle im Mai die beste relative Performance hingelegt. „Investoren haben Gold also noch nicht als sicheren Hafen abgeschrieben. In Euro hat Gold sogar einen leichten Gewinn verzeichnet“, erklärt Hansen.
Auch Platin habe es schwer gehabt im Mai. „Der Abschlag von Platin gegenüber Gold hat sich auf 11,5 Prozent erhöht. Die Fundamentaldaten für das Edelmetall sehen aber gut aus, da Lieferengpässe einer weiterhin regen Automobilnachfrage gegenüberstehen“, erklärt Hansen abschließend. (ir)
Den vollständigen Rohstoffkommentar (auf Englisch) finden Leser >> hier
Während der breit aufgestellte Dow-Jones UBS Rohstoffindex im Mai um mehr als neun Prozent an Wert verloren habe, sei der energielastige S&P GSCI um 13 Prozent nach unten gerutscht. „Nach unten gezogen haben diesen Index vor allem WTI und Brent. Seit ihren Höchstpreisen fielen beide Sorten um mehr als 20 Prozent. Hier ist jetzt sogar schon von einem Bärenmarkt die Rede“, so der Saxo Bank-Experte. Der Fokus der Aufmerksamkeit verschiebe sich zusehends von geopolitischen Risiken hin zu einer rückläufigen Nachfrage.
Obwohl Goldanleger seit Wochen über angeschlagene Märkte klagten, hätten Edelmetalle im Mai die beste relative Performance hingelegt. „Investoren haben Gold also noch nicht als sicheren Hafen abgeschrieben. In Euro hat Gold sogar einen leichten Gewinn verzeichnet“, erklärt Hansen.
Auch Platin habe es schwer gehabt im Mai. „Der Abschlag von Platin gegenüber Gold hat sich auf 11,5 Prozent erhöht. Die Fundamentaldaten für das Edelmetall sehen aber gut aus, da Lieferengpässe einer weiterhin regen Automobilnachfrage gegenüberstehen“, erklärt Hansen abschließend. (ir)
Den vollständigen Rohstoffkommentar (auf Englisch) finden Leser >> hier
Die Lage an den globalen Getreidemärkten spitzt sich zu. Mais ist so teuer wie noch nie. Der Getreidepreis hat den höchsten Stand seit eineinhalb Jahren erreicht. Auslöser ist eine schwere Dürre in den USA - Besserung nicht in Sicht.
In den USA, die einen erheblichen Einfluss auf die Weltmärkte haben, ist bereits mehr als ein Drittel der Maispflanzen verdorrt. "Eine Änderung des Wetters ist nicht absehbar", sagte Leon Leschus, Rohstoffexperte beim Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), der Nachrichtenagentur dpa. "Beim Weizen wird die Situation zusätzlich verschärft durch eine Dürre in Russland." Das knappe Angebot lasse die Preise steigen; Rohstoffspekulanten springen an den Börsen zusätzlich auf den Zug.
Mais verteuerte sich in den vergangenen Wochen um rund 70 Prozent, Weizen um mehr als ein Drittel. Die Preise für Agrarrohstoffe werden nach Einschätzung von Leschus auch mittel- und langfristig eher nach oben klettern, weil die Nachfrage sich erhöht. "Die Weltbevölkerung steigt, ebenso das Risiko von Missernten durch den Klimawandel." Durch den höheren Wohlstand in den Schwellenländern essen die Menschen dort zudem häufiger Fleisch und warme Mahlzeiten. Das erhöht den Bedarf an Futtermitteln. In den USA mehren sich die Stimmen, generell weniger Mais als Bio-Rohstoff für Kraftstoffe einzusetzen und stattdessen zu verfüttern.
"Die steigenden Preise geben einen Anreiz, auch das Angebot auszudehnen", sagte Leschus. Speziell die ärmeren Länder benötigten dazu besseres Saatgut und besseren Dünger und eine leistungsfähigere Infrastruktur, um die Ernte einzubringen und zu vermarkten. "Am stärksten belastet sind diejenigen Länder, die mit ihrer eigenen landwirtschaftlichen Produktion die Bevölkerung nicht ernähren können und auf Importe angewiesen sind", sagte Leschus. Im Gegensatz zur letzten Preisspitze bei den Agrarrohstoffen 2008 sei aber zumindest Reis in ausreichender Menge vorhanden. In den armen Ländern geben die Menschen den größten Teil ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus.
Kritik an Spekulanten
Die Verbraucher in Deutschland dürften die hohen Weltmarkt-Preise für Getreide nur in stark abgemilderter Form zu spüren bekommen. "Für einen Bäcker oder einen Einzelhändler spielen zum Beispiel Lohnkosten, Mieten oder Energiekosten eine größere Rolle als der Mehlpreis", sagte Leschus.
Die Hilfsorganisation Oxfam kritisierte unterdessen die zunehmenden Rohstoff-Spekulationen an den Märkten: "Kaum wird die Nachricht von schlechten Ernten verbreitet, strömen die Spekulanten herbei und treiben die Preise in die Höhe", sagte Agrarexpertin Marita Wiggerthale laut SPIEGEL
In den USA, die einen erheblichen Einfluss auf die Weltmärkte haben, ist bereits mehr als ein Drittel der Maispflanzen verdorrt. "Eine Änderung des Wetters ist nicht absehbar", sagte Leon Leschus, Rohstoffexperte beim Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI), der Nachrichtenagentur dpa. "Beim Weizen wird die Situation zusätzlich verschärft durch eine Dürre in Russland." Das knappe Angebot lasse die Preise steigen; Rohstoffspekulanten springen an den Börsen zusätzlich auf den Zug.
Mais verteuerte sich in den vergangenen Wochen um rund 70 Prozent, Weizen um mehr als ein Drittel. Die Preise für Agrarrohstoffe werden nach Einschätzung von Leschus auch mittel- und langfristig eher nach oben klettern, weil die Nachfrage sich erhöht. "Die Weltbevölkerung steigt, ebenso das Risiko von Missernten durch den Klimawandel." Durch den höheren Wohlstand in den Schwellenländern essen die Menschen dort zudem häufiger Fleisch und warme Mahlzeiten. Das erhöht den Bedarf an Futtermitteln. In den USA mehren sich die Stimmen, generell weniger Mais als Bio-Rohstoff für Kraftstoffe einzusetzen und stattdessen zu verfüttern.
"Die steigenden Preise geben einen Anreiz, auch das Angebot auszudehnen", sagte Leschus. Speziell die ärmeren Länder benötigten dazu besseres Saatgut und besseren Dünger und eine leistungsfähigere Infrastruktur, um die Ernte einzubringen und zu vermarkten. "Am stärksten belastet sind diejenigen Länder, die mit ihrer eigenen landwirtschaftlichen Produktion die Bevölkerung nicht ernähren können und auf Importe angewiesen sind", sagte Leschus. Im Gegensatz zur letzten Preisspitze bei den Agrarrohstoffen 2008 sei aber zumindest Reis in ausreichender Menge vorhanden. In den armen Ländern geben die Menschen den größten Teil ihres Einkommens für Nahrungsmittel aus.
Kritik an Spekulanten
Die Verbraucher in Deutschland dürften die hohen Weltmarkt-Preise für Getreide nur in stark abgemilderter Form zu spüren bekommen. "Für einen Bäcker oder einen Einzelhändler spielen zum Beispiel Lohnkosten, Mieten oder Energiekosten eine größere Rolle als der Mehlpreis", sagte Leschus.
Die Hilfsorganisation Oxfam kritisierte unterdessen die zunehmenden Rohstoff-Spekulationen an den Märkten: "Kaum wird die Nachricht von schlechten Ernten verbreitet, strömen die Spekulanten herbei und treiben die Preise in die Höhe", sagte Agrarexpertin Marita Wiggerthale laut SPIEGEL
Gute Perspektiven für Rohstoffe
Extremwetter in vielen Teilen der Welt und die daraus resultierenden Lieferengpässe im Landwirtschaftssektor treiben die Rohstoffpreise nach oben. Nicht zuletzt auch wegen der positiveren Dynamik in China ist die Assetklasse laut ING Investment Mangement aussichtsreich
Rohstoffe sind in diesem Jahr hinter anderen Anlageformen zurückgeblieben, was in den Augen der Experten von ING Investment Managament im Wesentlichen auf die konjunkturelle Abkühlung in China zurückzuführen ist. In den letzten Wochen hätten sich indes die Anzeichen verdichtet, dass die Talsohle erreicht ist. „Zusammen mit der positiveren wirtschaftspolitischen Dynamik in Europa ist der Anlass für uns, unsere Untergewichtung bei Rohstoffen auf neutral hochzufahren“, heißt es in einem aktuellen Marktausblick des niederländischen Asset Managers. Günstig für Rohstoffe allgemein sei auch der steile Preisanstieg, der seit Juni bei einigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu beobachten ist.
Dürre in den USA treibt die Getreidepreise nach oben
Der Preisanstieg bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen, vor allem Getreide und Ölsamen, ist derzeit Top-Thema am Rohstoffmarkt. Eine Hitzewelle und eine schwere Dürre in den USA – gerade im Getreidegürtel des Mittelwestens – haben zu massiven Ernteausfällen und der schlechtesten Getreideernte seit über 20 Jahren geführt. Da die USA der weltgrößte Mais- und Sojabohnenerzeuger der Welt sind, schlagen die Missernten direkt auf die Preise für Getreide und Ölsamen durch. Seit Juni sind die Agrar-Subindizes des DJ UBS für Mais und Getreide um rund 50 Prozent gestiegen, während der Subindex für Sojabohnen um über 30 Prozent angezogen hat.
Rohstoffe sind in diesem Jahr hinter anderen Anlageformen zurückgeblieben, was in den Augen der Experten von ING Investment Managament im Wesentlichen auf die konjunkturelle Abkühlung in China zurückzuführen ist. In den letzten Wochen hätten sich indes die Anzeichen verdichtet, dass die Talsohle erreicht ist. „Zusammen mit der positiveren wirtschaftspolitischen Dynamik in Europa ist der Anlass für uns, unsere Untergewichtung bei Rohstoffen auf neutral hochzufahren“, heißt es in einem aktuellen Marktausblick des niederländischen Asset Managers. Günstig für Rohstoffe allgemein sei auch der steile Preisanstieg, der seit Juni bei einigen landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu beobachten ist.
Dürre in den USA treibt die Getreidepreise nach oben
Der Preisanstieg bei landwirtschaftlichen Erzeugnissen, vor allem Getreide und Ölsamen, ist derzeit Top-Thema am Rohstoffmarkt. Eine Hitzewelle und eine schwere Dürre in den USA – gerade im Getreidegürtel des Mittelwestens – haben zu massiven Ernteausfällen und der schlechtesten Getreideernte seit über 20 Jahren geführt. Da die USA der weltgrößte Mais- und Sojabohnenerzeuger der Welt sind, schlagen die Missernten direkt auf die Preise für Getreide und Ölsamen durch. Seit Juni sind die Agrar-Subindizes des DJ UBS für Mais und Getreide um rund 50 Prozent gestiegen, während der Subindex für Sojabohnen um über 30 Prozent angezogen hat.
Zitat
Erinnerungen an die Lebensmittelkrise 2007/08
Der dramatische Anstieg der Getreidepreise weckt Erinnerungen an die Lebensmittelkrise in den Jahren 2007 und 2008. Insbesondere in den Schwellenländern hatte diese einen Anstieg der Inflation und schwere soziale Unruhen zur Folge. Die Rohstoffexperten von ING Investment Management erkennen jedoch klare Unterschiede zur Situation damals. Zum einen seien die wetterbedingten Störungen (noch) nicht global, zum anderen war die Weltwirtschaft vor der Krise robuster. Darüber hinaus habe es allgemeine Handelsbeschränkungen für landwirtschaftliche Produkte gegeben, heißt es. Das alles dürfte die Kosten des Landwirtschaftssektors entlasten
Fundamentale Fakten sprechen weiter für Rohstoffe
Stefan Scholz, COO und Head of Research von Man Systematic Strategies (MSS), geht im aktuellen "Man on Commodities" davon aus, dass die langfristigen Nachfragetreiber für Rohstoffe trotz der jüngst zum Teil verhaltenen Entwicklung der Preise weiter ungebrochen sind
"Auch wenn es im derzeit krisengeschüttelten Konjunkturumfeld nicht sofort erkennbar ist, haben die drei zentralen Faktoren für die Preisentwicklung bei Rohstoffen nach wie vor Bestand", meint Scholz. "Bei ihnen handelt es sich um die Veränderung des globalen Konsumverhaltens, die rapide Urbanisierung in den Schwellenländern und das anhaltend hohe Bevölkerungswachstum auf der Erde. Die schwache Konjunktur in vielen Volkswirtschaften überdeckt derzeit diese Trends – doch auf Dauer werden sie Angebot und Nachfrage mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmen."
Aktuellen Berechnungen der Vereinten Nationen zufolge dürfte die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 9,3 Milliarden Menschen anwachsen, was sich zwangsläufig auf das verfügbare pro Kopf-Ackerland und damit auf die gesamten Lebensmittelmärkte auswirken wird. Zugleich schreitet die Landflucht weiter voran, so dass laut UN-Angaben bis 2050 67 Prozent der Bevölkerung der Schwellenländer in Städten leben werden. Aktuell sind es lediglich 45 Prozent. Damit einher geht ein gesteigertes Einkommensniveau und folglich eine zunehmende Nachfrage nach Rohstoffen – insbesondere Basismetallen. "Die Zeiten, in denen Anleger Rohstoffe lediglich als Diversifikationsmöglichkeit sahen, sind vorbei. Wer heutzutage in Rohstoffe investiert, tut dies auch mit Blick auf die strukturell bedingt steigende Nachfrage", so Scholz.
Die genannten Wachstumstrends treten aufgrund der Konjunktureintrübung allerdings gegenwärtig weniger in den Vordergrund, dürften aber langfristig für Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten sorgen. Hinzu kommen derzeit sehr spezifische Einzelereignisse, die für einen Aufwärtstrend bei den Preisen sprechen.
Die von den USA und der EU verhängten Sanktionen für iranisches Öl verschärfen beispielsweise das Angebots- und Nachfrageungleichgewicht just zu einem Zeitpunkt, an dem Saudi-Arabien bereits seine maximale Fördermenge erreicht hat und sich die weltweiten Ölreserven auf einem Tiefpunkt befinden. Chinesische Aluminiumfabriken sind auf die Unterstützung durch Subventionen angewiesen, um rentabel zu arbeiten und könnten sogar gezwungen sein, ihr Angebot zurückzufahren, um Preissteigerungen durchzusetzen. Ferner ist zu beachten, dass die anhaltende Trockenheit in den USA für sehr schlechte Ernten sorgt und mit den momentan ohnehin weltweit niedrigen Getreide- und Sojabohnenvorräten einhergeht. Zu guter Letzt dürfte auch die expansive Geldpolitik der Notenbanken den Preisanstieg realer Güter – und damit auch von Rohstoffen – weiter beeinflussen.
"Auch wenn es im derzeit krisengeschüttelten Konjunkturumfeld nicht sofort erkennbar ist, haben die drei zentralen Faktoren für die Preisentwicklung bei Rohstoffen nach wie vor Bestand", meint Scholz. "Bei ihnen handelt es sich um die Veränderung des globalen Konsumverhaltens, die rapide Urbanisierung in den Schwellenländern und das anhaltend hohe Bevölkerungswachstum auf der Erde. Die schwache Konjunktur in vielen Volkswirtschaften überdeckt derzeit diese Trends – doch auf Dauer werden sie Angebot und Nachfrage mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmen."
Aktuellen Berechnungen der Vereinten Nationen zufolge dürfte die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf 9,3 Milliarden Menschen anwachsen, was sich zwangsläufig auf das verfügbare pro Kopf-Ackerland und damit auf die gesamten Lebensmittelmärkte auswirken wird. Zugleich schreitet die Landflucht weiter voran, so dass laut UN-Angaben bis 2050 67 Prozent der Bevölkerung der Schwellenländer in Städten leben werden. Aktuell sind es lediglich 45 Prozent. Damit einher geht ein gesteigertes Einkommensniveau und folglich eine zunehmende Nachfrage nach Rohstoffen – insbesondere Basismetallen. "Die Zeiten, in denen Anleger Rohstoffe lediglich als Diversifikationsmöglichkeit sahen, sind vorbei. Wer heutzutage in Rohstoffe investiert, tut dies auch mit Blick auf die strukturell bedingt steigende Nachfrage", so Scholz.
Die genannten Wachstumstrends treten aufgrund der Konjunktureintrübung allerdings gegenwärtig weniger in den Vordergrund, dürften aber langfristig für Preissteigerungen auf den Rohstoffmärkten sorgen. Hinzu kommen derzeit sehr spezifische Einzelereignisse, die für einen Aufwärtstrend bei den Preisen sprechen.
Die von den USA und der EU verhängten Sanktionen für iranisches Öl verschärfen beispielsweise das Angebots- und Nachfrageungleichgewicht just zu einem Zeitpunkt, an dem Saudi-Arabien bereits seine maximale Fördermenge erreicht hat und sich die weltweiten Ölreserven auf einem Tiefpunkt befinden. Chinesische Aluminiumfabriken sind auf die Unterstützung durch Subventionen angewiesen, um rentabel zu arbeiten und könnten sogar gezwungen sein, ihr Angebot zurückzufahren, um Preissteigerungen durchzusetzen. Ferner ist zu beachten, dass die anhaltende Trockenheit in den USA für sehr schlechte Ernten sorgt und mit den momentan ohnehin weltweit niedrigen Getreide- und Sojabohnenvorräten einhergeht. Zu guter Letzt dürfte auch die expansive Geldpolitik der Notenbanken den Preisanstieg realer Güter – und damit auch von Rohstoffen – weiter beeinflussen.
Die wachsende Weltbevölkerung, die Politik und das Klima werden die Rohstoffpreise in Zukunft in die Höhe treiben, sagen Experten. Es ist die Geschichte vom Superzyklus. Nur wird meist nicht alles erzählt
Rohstoffe sorgen bei den Investoren für Furore. Da Experten erwarten, dass es in den kommenden Dekaden ein kräftiges Wachstum der Weltbevölkerung gibt, ist es zu einem massiven Kapitalfluss in die Anlageklasse Rohstoffe (Energie, Metalle, Agrar) und Urstoffe (Wasser, Erde, Luft) gekommen. Die handelnden Akteure in der Wirtschaft wissen, dass ein Leben auf der Erde ohne diese elementaren Basisstoffe nicht möglich ist. Die Nachfrage dürfte in den kommenden Jahren daher stark zunehmen.
Die Preise für Rohstoffe werden durch traditionelle ökonomische Einflüsse wie die Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft und die demografische Entwicklung bestimmt. Darüber hinaus wirken auch weniger berechenbare Faktoren wie etwa das Klima und politische Einflüsse auf die Rohstoffpreise ein.
Vor allem wegen der steigenden Nachfrage der boomenden Länder Asiens bildete sich im Zeitraum von 2000 bis 2008 ein Rohstoff-Superzyklus heraus. Solche Superzyklen erstrecken sich in der Regel über einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren und mehr. Der im Jahr 2000 einsetzende Superzyklus ist inzwischen mehrmals an seine Grenzen gestoßen. Die Ermüdung der Rohstoffhausse hatte ihre Ursachen zum einen in der Finanzkrise und zum anderen in der aktuellen Erwartung einer krisenbedingten Rezession. Denn nehmen die Regierungen der hochverschuldeten Staaten in Europa, in den USA und auch in Japan die angekündigte Entschuldung wirklich ernst, könnte es in diesen Regionen zu einer längeren rezessiven Entwicklung kommen
Nach den Erfahrungen der Vergangenheit wird dies die Rohstoffnachfrage dämpfen, was entsprechend negative Einflüsse auf die Preise haben wird. Vor allem deshalb lag der CRB-Rohstoff-Index in den vergangenen Wochen bei etwas über 300 Punkten - deutlich unter dem historischen Hoch von rund 475, das er im Juli 2008 erreicht hatte. Von November 2001 bis Juli 2008 war dieser bekannteste Rohstoffindex um rund 160 Prozent gestiegen, hatte sich danach in der Finanzkrise jedoch wieder mehr als halbiert.
Experten wie Australiens Rohstoff- und Energieminister Martin Ferguson sehen in der jüngsten Korrektur der Rohstoffpreise bereits die Vorboten für das anstehende Ende des Superzyklus. Ferguson hatte dieses Ende vor dem Hintergrund der drohenden globalen Rezession und einer Ankündigung des australischen Rohstoffriesen BHP Billiton ausgerufen. BHP plant, eine mehr als 20 Milliarden Dollar erfordernde Erweiterung des riesigen Olympic-Dam-Kupferprojekts in Südaustralien sowie weitere geplante Rieseninvestments in gleicher Größenordnung auf unbestimmte Zeit zu verschieben.
Auch Chinas Rohstoffriese MMG spricht davon, dass die Zeiten ständig steigender Rohstoffpreise vorbei seien und es zu "sensiblen Anpassungen" kommen werde. Andere wie Tom Albanese, Vorstandschef des Minengiganten Rio Tinto, sind da allerdings völlig anderer Ansicht. "Das langfristig positive Bild der Rohstoffmärkte hat sich aus meiner Sicht nicht verändert", sagt Albanese. Auch Glenn Stevens, der Chef der australischen Notenbank sieht kein Ende des Booms.
Besonders für rohstoffarme Industrieländer wie Japan und Deutschland ist die sichere Rohstoffversorgung von essenzieller Bedeutung. Doch gerade in Deutschland hat es lange Zeit am notwendigen Problembewusstsein gemangelt. Rohstoffe, so war hierzulande lange Zeit die Sichtweise, waren in ausreichenden Mengen und zu auskömmlichen Preisen verfügbar.
Knappheiten waren jahrzehntelang unbekannt. Doch die Verschiebung der ökonomischen und geopolitischen Machtverhältnisse in der Welt hat die Situation verändert. Politikern und Wirtschaftsunternehmen in Deutschland ist inzwischen klar, dass weltweit ein Kampf um Rohstoffe entbrannt ist, aus dem Gefahren für den Industriestandort resultieren. So ist zum Beispiel die fast monopolartige Stellung, über die China bei Seltenen Erden verfügt, ein Weckruf für Unternehmen in den westlichen Ländern.
Wenn die steigende Weltbevölkerung auch in Zukunft ausreichend mit Rohstoffen versorgt werden soll, müssen Politiker, Unternehmen und Verbraucher nicht nur den Zugang zu solchen seltenen Rohstoffen sichern. Es gilt darüber hinaus auch, die Weichen für eine ressourcenschonende Zukunft zu schaffen. "Der billigste Rohstoff ist letztlich der, der nicht verbraucht wird", sagt Peter Kausch von der TU Bergakademie im sächsischen Freiberg. Ein effizienter Umgang mit den verfügbaren Ressourcen ist ebenso notwendig wie die Wiederverwertung von Rohstoffen. Gerade auf diesem Gebiet des Recyclings hat Deutschland eine ganze Menge zu bieten. Dass die Politik allerdings die Forschungsetats mancher Universitäten kürzt, passe nicht in dieses Bild, sagt Jörg Matschullat, Dekan der Fakultät für Geowissenschaften und Bergbau an der führenden deutschen Ressourcen-Universität in Freiberg
Um das Bewusstsein für Rohstoffe auch in der breiten Bevölkerung zu stärken, bietet es sich an, die bisher auf verschiedene Ministerien und Ämter fokussierte Rohstoffpolitik in einem eigenen Rohstoff-Ministerium zu bündeln. Das wäre ein eindeutiges Signal sowohl in Richtung Wirtschaft als auch in Richtung Verbraucher
* HB
Rohstoffe sorgen bei den Investoren für Furore. Da Experten erwarten, dass es in den kommenden Dekaden ein kräftiges Wachstum der Weltbevölkerung gibt, ist es zu einem massiven Kapitalfluss in die Anlageklasse Rohstoffe (Energie, Metalle, Agrar) und Urstoffe (Wasser, Erde, Luft) gekommen. Die handelnden Akteure in der Wirtschaft wissen, dass ein Leben auf der Erde ohne diese elementaren Basisstoffe nicht möglich ist. Die Nachfrage dürfte in den kommenden Jahren daher stark zunehmen.
Die Preise für Rohstoffe werden durch traditionelle ökonomische Einflüsse wie die Wachstumsdynamik der Weltwirtschaft und die demografische Entwicklung bestimmt. Darüber hinaus wirken auch weniger berechenbare Faktoren wie etwa das Klima und politische Einflüsse auf die Rohstoffpreise ein.
Zitat
Sechs Fakten über die Rohstoffmärkte
Viel Verbrauch...
Die Weltbevölkerung wächst und wächst - 100 Mrd. Menschen in hundert Jahren?
...und wenig Angebot
Rohstoffe sind nicht endlos vorhanden (Öl + Gold) je knapper sie werden - dementsprechend teurer werden sie
13 Prozent
ist aktuell Chinas Anteil an der Weltwirtschaft
40 Prozent
der weltweiten Produktion von Zink- Kupfer und Aluminium verbrauchen die Chinesen
34 Prozent mehr
kosten unsere Nahrungsmittel im Durchschnitt mehr als vor einem Jahr (weltweit)
461 Prozent Gesamtrendite
konnten Anleger mit Rofstoffaktien seit 2002 erzielen
Vor allem wegen der steigenden Nachfrage der boomenden Länder Asiens bildete sich im Zeitraum von 2000 bis 2008 ein Rohstoff-Superzyklus heraus. Solche Superzyklen erstrecken sich in der Regel über einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren und mehr. Der im Jahr 2000 einsetzende Superzyklus ist inzwischen mehrmals an seine Grenzen gestoßen. Die Ermüdung der Rohstoffhausse hatte ihre Ursachen zum einen in der Finanzkrise und zum anderen in der aktuellen Erwartung einer krisenbedingten Rezession. Denn nehmen die Regierungen der hochverschuldeten Staaten in Europa, in den USA und auch in Japan die angekündigte Entschuldung wirklich ernst, könnte es in diesen Regionen zu einer längeren rezessiven Entwicklung kommen
Nach den Erfahrungen der Vergangenheit wird dies die Rohstoffnachfrage dämpfen, was entsprechend negative Einflüsse auf die Preise haben wird. Vor allem deshalb lag der CRB-Rohstoff-Index in den vergangenen Wochen bei etwas über 300 Punkten - deutlich unter dem historischen Hoch von rund 475, das er im Juli 2008 erreicht hatte. Von November 2001 bis Juli 2008 war dieser bekannteste Rohstoffindex um rund 160 Prozent gestiegen, hatte sich danach in der Finanzkrise jedoch wieder mehr als halbiert.
Experten wie Australiens Rohstoff- und Energieminister Martin Ferguson sehen in der jüngsten Korrektur der Rohstoffpreise bereits die Vorboten für das anstehende Ende des Superzyklus. Ferguson hatte dieses Ende vor dem Hintergrund der drohenden globalen Rezession und einer Ankündigung des australischen Rohstoffriesen BHP Billiton ausgerufen. BHP plant, eine mehr als 20 Milliarden Dollar erfordernde Erweiterung des riesigen Olympic-Dam-Kupferprojekts in Südaustralien sowie weitere geplante Rieseninvestments in gleicher Größenordnung auf unbestimmte Zeit zu verschieben.
Auch Chinas Rohstoffriese MMG spricht davon, dass die Zeiten ständig steigender Rohstoffpreise vorbei seien und es zu "sensiblen Anpassungen" kommen werde. Andere wie Tom Albanese, Vorstandschef des Minengiganten Rio Tinto, sind da allerdings völlig anderer Ansicht. "Das langfristig positive Bild der Rohstoffmärkte hat sich aus meiner Sicht nicht verändert", sagt Albanese. Auch Glenn Stevens, der Chef der australischen Notenbank sieht kein Ende des Booms.
Besonders für rohstoffarme Industrieländer wie Japan und Deutschland ist die sichere Rohstoffversorgung von essenzieller Bedeutung. Doch gerade in Deutschland hat es lange Zeit am notwendigen Problembewusstsein gemangelt. Rohstoffe, so war hierzulande lange Zeit die Sichtweise, waren in ausreichenden Mengen und zu auskömmlichen Preisen verfügbar.
Knappheiten waren jahrzehntelang unbekannt. Doch die Verschiebung der ökonomischen und geopolitischen Machtverhältnisse in der Welt hat die Situation verändert. Politikern und Wirtschaftsunternehmen in Deutschland ist inzwischen klar, dass weltweit ein Kampf um Rohstoffe entbrannt ist, aus dem Gefahren für den Industriestandort resultieren. So ist zum Beispiel die fast monopolartige Stellung, über die China bei Seltenen Erden verfügt, ein Weckruf für Unternehmen in den westlichen Ländern.
Wenn die steigende Weltbevölkerung auch in Zukunft ausreichend mit Rohstoffen versorgt werden soll, müssen Politiker, Unternehmen und Verbraucher nicht nur den Zugang zu solchen seltenen Rohstoffen sichern. Es gilt darüber hinaus auch, die Weichen für eine ressourcenschonende Zukunft zu schaffen. "Der billigste Rohstoff ist letztlich der, der nicht verbraucht wird", sagt Peter Kausch von der TU Bergakademie im sächsischen Freiberg. Ein effizienter Umgang mit den verfügbaren Ressourcen ist ebenso notwendig wie die Wiederverwertung von Rohstoffen. Gerade auf diesem Gebiet des Recyclings hat Deutschland eine ganze Menge zu bieten. Dass die Politik allerdings die Forschungsetats mancher Universitäten kürzt, passe nicht in dieses Bild, sagt Jörg Matschullat, Dekan der Fakultät für Geowissenschaften und Bergbau an der führenden deutschen Ressourcen-Universität in Freiberg
Um das Bewusstsein für Rohstoffe auch in der breiten Bevölkerung zu stärken, bietet es sich an, die bisher auf verschiedene Ministerien und Ämter fokussierte Rohstoffpolitik in einem eigenen Rohstoff-Ministerium zu bündeln. Das wäre ein eindeutiges Signal sowohl in Richtung Wirtschaft als auch in Richtung Verbraucher
* HB
Preissteigerungen bei Rohstoffen – wer ist wirklich schuld?
Der Schweizer Soziologe Jean Ziegler erklärte anlässlich seines Eröffnungsreferats zu den Österreichischen Medientagen, dass das Verbrennen von Nahrungsmitteln zur Treibstoffherstellung ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit sei. Ziegler war acht Jahre UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, in seinem Buch „Wir lassen sie verhungern. Die Massenvernichtung in der Dritten Welt“ kritisiert er Spekulanten, die von Finanz- auf Agrarrohstoffmärkte umgestiegen sind, ihr Agieren sei für die Preissteigerungen für Mais, Reis und Weizen verantwortlich.
Ziegler ist nicht der einzige Kritiker zum Thema Nahrungsmittelspekulation, etliche Organisationen und Kommentatoren verurteilen Investitionen in diesem Bereich. Einige deutsche Banken haben sich angesichts der anhaltenden Vorwürfe, "mit dem Hunger Geld zu machen", in den letzten Monaten sogar aus diesem Geschäftsbereich zurück gezogen, auch in Österreich nahm die Volksbank ihren "Agrar Rohstoff Garant 2" vom Markt.
Das passierte, ohne die zentrale Frage zu klären: Steigen Marktteilnehmer im Rohstoffbereich ein, weil die Preise steigen oder steigen die Preise, weil hier neue Marktteilnehmer aktiv sind? Obwohl man das emotionale Engagement der Gegner jeglicher Investitionen in Agrarrohstoffe versteht, wäre eine Klärung dieser Frage die Voraussetzung für eine seriös geführte Diskussion.
Die Deutschen Bank hat eine solche Analyse in Auftrag geben, und erste Ergebnisse zeigen, dass die Preise steigen, weil die Nachfrage nach Agrarrohstoffen steigt und das Angebot damit nicht Schritt halten kann. Auslöser dafür sind demnach das Bevölkerungswachstum bei steigenden Haushaltseinkommen in den Wachstumsmärkten und die Substitution von Agraranbaufläche durch Produktionsflächen für Biotreibstoffe. Damit verteidigt die Bank den Handel mit Derivaten auf landwirtschaftliche Produkte, sie sieht keine Beweise dafür, dass Investitionen in Agrarrohstoffe eine Gefahr darstellen. Die Möglichkeit, Terminkontrakte auf Weizen, Mais, Soja und Vieh zu handeln, sei als Absicherungsstrategie für Nahrungsmittelproduzenten und -verarbeiter essenziell und verringere die Volatilität.
Nun könnte man eine von der Deutschen Bank initiierte Analyse als parteiisch abtun, aber auch der deutsche Wirtschaftsethiker Ingo Pies legte im Sommer in einem Beitrag in der FAZ plausibel dar, dass nichts darauf hindeute, dass Terminmarktspekulanten die Preise in Lebensmittelgeschäften und Märkten nach oben treiben. Dies sei im Übrigen ja nur dann möglich, wenn die Rohstoffproduzenten ihre Erzeugnisse in der Erwartung höherer Preise nicht ausliefern, sondern lagern würden. Das war selbst 2008, dem Jahr der stärksten Agrarpreisanstiege in der jüngeren Geschichte, nicht der Fall.
Pies bestätigt hingegen die These, dass ein liquider Terminmarkt sogar eine wesentliche Voraussetzung für einen funktionierenden Agrarproduktmarkt und somit auch eine wesentliche Grundlage für eine global stabile Versorgung mit Nahrungsmitteln darstellt. Wer aktiv gegen die Gefahr steigender Nahrungsmittelpreise vorgehen will, sollte nicht den Terminmarkt verteufeln, sondern alles daran setzen, dass Produktions-, Transport- und Lagerungskapazitäten in diesem Bereich optimiert bzw. ausgebaut werden – erst im Mai 2012 gingen Berichte um den Globus, wonach in Indien Millionen Tonnen Weizen aufgrund schlechter Lagerbedingungen verrotteten. Auf ein steigendes Angebot wird auch der Terminmarkt exakt so reagieren wie jeder andere Markt: Die Preise werden sinken.
Ziegler ist nicht der einzige Kritiker zum Thema Nahrungsmittelspekulation, etliche Organisationen und Kommentatoren verurteilen Investitionen in diesem Bereich. Einige deutsche Banken haben sich angesichts der anhaltenden Vorwürfe, "mit dem Hunger Geld zu machen", in den letzten Monaten sogar aus diesem Geschäftsbereich zurück gezogen, auch in Österreich nahm die Volksbank ihren "Agrar Rohstoff Garant 2" vom Markt.
Das passierte, ohne die zentrale Frage zu klären: Steigen Marktteilnehmer im Rohstoffbereich ein, weil die Preise steigen oder steigen die Preise, weil hier neue Marktteilnehmer aktiv sind? Obwohl man das emotionale Engagement der Gegner jeglicher Investitionen in Agrarrohstoffe versteht, wäre eine Klärung dieser Frage die Voraussetzung für eine seriös geführte Diskussion.
Die Deutschen Bank hat eine solche Analyse in Auftrag geben, und erste Ergebnisse zeigen, dass die Preise steigen, weil die Nachfrage nach Agrarrohstoffen steigt und das Angebot damit nicht Schritt halten kann. Auslöser dafür sind demnach das Bevölkerungswachstum bei steigenden Haushaltseinkommen in den Wachstumsmärkten und die Substitution von Agraranbaufläche durch Produktionsflächen für Biotreibstoffe. Damit verteidigt die Bank den Handel mit Derivaten auf landwirtschaftliche Produkte, sie sieht keine Beweise dafür, dass Investitionen in Agrarrohstoffe eine Gefahr darstellen. Die Möglichkeit, Terminkontrakte auf Weizen, Mais, Soja und Vieh zu handeln, sei als Absicherungsstrategie für Nahrungsmittelproduzenten und -verarbeiter essenziell und verringere die Volatilität.
Nun könnte man eine von der Deutschen Bank initiierte Analyse als parteiisch abtun, aber auch der deutsche Wirtschaftsethiker Ingo Pies legte im Sommer in einem Beitrag in der FAZ plausibel dar, dass nichts darauf hindeute, dass Terminmarktspekulanten die Preise in Lebensmittelgeschäften und Märkten nach oben treiben. Dies sei im Übrigen ja nur dann möglich, wenn die Rohstoffproduzenten ihre Erzeugnisse in der Erwartung höherer Preise nicht ausliefern, sondern lagern würden. Das war selbst 2008, dem Jahr der stärksten Agrarpreisanstiege in der jüngeren Geschichte, nicht der Fall.
Pies bestätigt hingegen die These, dass ein liquider Terminmarkt sogar eine wesentliche Voraussetzung für einen funktionierenden Agrarproduktmarkt und somit auch eine wesentliche Grundlage für eine global stabile Versorgung mit Nahrungsmitteln darstellt. Wer aktiv gegen die Gefahr steigender Nahrungsmittelpreise vorgehen will, sollte nicht den Terminmarkt verteufeln, sondern alles daran setzen, dass Produktions-, Transport- und Lagerungskapazitäten in diesem Bereich optimiert bzw. ausgebaut werden – erst im Mai 2012 gingen Berichte um den Globus, wonach in Indien Millionen Tonnen Weizen aufgrund schlechter Lagerbedingungen verrotteten. Auf ein steigendes Angebot wird auch der Terminmarkt exakt so reagieren wie jeder andere Markt: Die Preise werden sinken.
Rohstoff-Fonds: sinnvolle Diversifikation im Depot
Die Experten von "FOCUS-MONEY" haben in ihrer aktuellen Ausgabe das Segment der Rohstoff-Fonds näher betrachtet.
Gold, Platin, Seltene Erden, Kupfer, Erdöl und Erdgas - deren Vorräte seien begrenzt, die Nachfrage steige aber stetig. Das habe steigende Preise der Rohstoffe zur Folge, wovon auch Anleger profitieren könnten. In den nächsten Jahren sollten die Bedarfe in den Schwellenländern weiter steigen. So zähle China schon jetzt zu den weltgrößten Abnehmern von Industriemetallen. Für entsprechende Preissteigerungen stünden die Beispiele Gold und Kupfer.
Rohstoff-Fonds würden auf die Preisentwicklung der entsprechenden Güter, also etwa Edelmetalle, Agrargüter oder Energie in Form von Erdöl und Erdgas abzielen. Allerdings seien Rohstoff-Fonds, die mit Agrarprodukten und Nahrungsmitteln spekulieren würden, in die Kritik geraten, da sie zu einer künstlichen Verteuerung der weltweit benötigten Grundnahrungsmittel beitragen könnten. Soja, Mais und Reis könnten so für die ärmeren Staaten der Welt unerschwinglich werden. Wenngleich es derzeit keinen messbaren Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelspekulation und Hungertod gebe, würden sich mehr und mehr Großbanken von solchen Investments zurückziehen und Agrar-Rohstofftitel aus den Portfolios entfernen.
Aber es lohne sich, nicht nur auf den Rohstoff im Einzelnen, sondern auch auf Minenwerte zu setzen. Als Beispiel sei der BGF World Gold Fund zu nennen. Der von Blackrock initiierte Fonds sei der größte, der in Aktien von Goldproduzenten investiere. Das Fondsmanagement sehe die Goldaktien im Vergleich zum Preis des Edelmetalls als niedrig bewertet an. Binnen drei Jahren habe der Fonds eine Rendite von fast 11% p.a. gebracht.
Als Allrounder unter den Rohstoff-Fonds werde der Equity World Materials angesehen. Der von BNP Paribas Investment initiierte Fonds setze auf Werkstoffe. Damit fänden sich im Portfolio nicht nur eine Minenaktie wie Barrick Gold, sondern auch Anteilsscheine des deutschen Düngemittelproduzenten K+S oder der Chemiekonzerne wie BASF und Linde.
Nach Einschätzung der Experten von "FOCUS-MONEY" sind Rohstoffwerte schwankungsanfällig, weshalb sie sich besser nur als Beimischung eignen, aber mit ihrer teils enormen Wertentwicklung helfen können, die Renditen eines Depots langfristig zu stabilisieren.
*(Ausgabe 42)
Die Experten von "FOCUS-MONEY" haben in ihrer aktuellen Ausgabe das Segment der Rohstoff-Fonds näher betrachtet.
Gold, Platin, Seltene Erden, Kupfer, Erdöl und Erdgas - deren Vorräte seien begrenzt, die Nachfrage steige aber stetig. Das habe steigende Preise der Rohstoffe zur Folge, wovon auch Anleger profitieren könnten. In den nächsten Jahren sollten die Bedarfe in den Schwellenländern weiter steigen. So zähle China schon jetzt zu den weltgrößten Abnehmern von Industriemetallen. Für entsprechende Preissteigerungen stünden die Beispiele Gold und Kupfer.
Rohstoff-Fonds würden auf die Preisentwicklung der entsprechenden Güter, also etwa Edelmetalle, Agrargüter oder Energie in Form von Erdöl und Erdgas abzielen. Allerdings seien Rohstoff-Fonds, die mit Agrarprodukten und Nahrungsmitteln spekulieren würden, in die Kritik geraten, da sie zu einer künstlichen Verteuerung der weltweit benötigten Grundnahrungsmittel beitragen könnten. Soja, Mais und Reis könnten so für die ärmeren Staaten der Welt unerschwinglich werden. Wenngleich es derzeit keinen messbaren Zusammenhang zwischen Nahrungsmittelspekulation und Hungertod gebe, würden sich mehr und mehr Großbanken von solchen Investments zurückziehen und Agrar-Rohstofftitel aus den Portfolios entfernen.
Aber es lohne sich, nicht nur auf den Rohstoff im Einzelnen, sondern auch auf Minenwerte zu setzen. Als Beispiel sei der BGF World Gold Fund zu nennen. Der von Blackrock initiierte Fonds sei der größte, der in Aktien von Goldproduzenten investiere. Das Fondsmanagement sehe die Goldaktien im Vergleich zum Preis des Edelmetalls als niedrig bewertet an. Binnen drei Jahren habe der Fonds eine Rendite von fast 11% p.a. gebracht.
Als Allrounder unter den Rohstoff-Fonds werde der Equity World Materials angesehen. Der von BNP Paribas Investment initiierte Fonds setze auf Werkstoffe. Damit fänden sich im Portfolio nicht nur eine Minenaktie wie Barrick Gold, sondern auch Anteilsscheine des deutschen Düngemittelproduzenten K+S oder der Chemiekonzerne wie BASF und Linde.
Nach Einschätzung der Experten von "FOCUS-MONEY" sind Rohstoffwerte schwankungsanfällig, weshalb sie sich besser nur als Beimischung eignen, aber mit ihrer teils enormen Wertentwicklung helfen können, die Renditen eines Depots langfristig zu stabilisieren.
*(Ausgabe 42)
Herbe Verluste für Rohstoffanleger
Der Oktober war für Rohstoffinvestoren ein schlimmer Monat. Die Anlageklasse fällt weit hinter Aktien, Anleihen und Devisen zurück. Vor allem Metalle sind betroffen. Wo die Preise einbrachen
Der Oktober brachte Rohstoffanlegern hohe Verluste. Im vergangenen Monat liessen fallende Notierungen für Energieträger und Industriemetalle den Rohstoffmarkt so deutlich wie seit Mai nicht mehr einbrechen. Rohstoffe sind dabei hinter anderen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und dem US-Dollar zurückgeblieben. Gleichzeitig ist die Weltwirtschaft so langsam gewachsen wie zuletzt im Rezessionsjahr 2009.
Der aus den 24 wichtigsten Rohstoffen berechnete Standard & Poor's GSCI Total Return Index ist im Lauf des Oktobers um 4,1 Prozent gefallen und hat damit sämtliche in diesem Jahr erzielten Gewinne aufgezehrt. Es war der zweite monatliche Rückgang in Folge und auf Jahressicht ergibt sich nun ein Minus von 0,7 Prozent. Der Welt-Aktienindex MSCI All-Country World Index gab 0,6 Prozent nach, während der US-Dollar-Index mit einem Minus von 0,02 Prozent nahezu stabil blieb. Anleihen aller Klassen lieferten positive Ergebnisse, wie der Global Broad Market Index der Bank of America Merrill Lynch belegt.
Gelitten hat auch der Optimismus der Anleger. Der Internationale Währungsfonds IWF hat die eigene Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum gekürzt und die US-Notenbank Federal Reserve sieht Belastungen der Weltwirtschaft als “deutliche Abwärtsrisiken”. China verkündete das siebte Quartal in Folge niedrigere Wachstumsraten, in der Eurozone schrumpften Industrie und Dienstleistungssektor stärker als zuvor erwartet.
“Es ist den Märkten klar geworden, dass zu wenig Wachstum weiterhin in der ganzen Welt ein Problem ist”, sagte Vermögensverwalter Michael Cuggino von Pacific Heights Asset Management in San Francisco. Den Rohstoffinvestoren sei nunmehr klar geworden, dass eine wachsende Nachfrage wohl zunächst ausbleiben werde, sagte sein Kollege Peter Sorrentino von Huntington Asset Advisors in Cincinnati.
Alleine der Preis für Rohöl ist im Oktober um 6,5 Prozent auf 86,24 Dollar je Barrel WTI an der New York Mercantile Exchange (Nymex) gefallen und damit so stark wie seit Mai nicht mehr. Die Nymex ist die weltgrößte Warenterminbörse.
Die Mehrproduktion in den USA hatte die Lagerbestände auf Saisonhöchststände geschoben, die seit 30 Jahren nicht mehr erreicht wurden. Mit 6,61 Mio. Barrel erreichte die US-Produktion den höchsten Wert seit Mai 1995. Neue Fördermethoden - darunter das in Europa umstrittene so genannte Fracking in den Bundesstaaten North Dakota, Texas und Oklahoma - trugen dazu bei.
Von den 24 Rohstoffen im GSCI-Index sind 20 im Oktober gefallen. Gold verlor 3,1 Prozent und verzeichnete den ersten Preisrückgang seit fünf Monaten. Der Nickelpreis sackte an der London Mercantile Exchange um zwölf Prozent ab - das erste Minus seit drei Monaten - und der Zinkpreis erlitt mit minus elf Prozent den höchsten Monatsverlust in diesem Jahr.
Der Oktober brachte Rohstoffanlegern hohe Verluste. Im vergangenen Monat liessen fallende Notierungen für Energieträger und Industriemetalle den Rohstoffmarkt so deutlich wie seit Mai nicht mehr einbrechen. Rohstoffe sind dabei hinter anderen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und dem US-Dollar zurückgeblieben. Gleichzeitig ist die Weltwirtschaft so langsam gewachsen wie zuletzt im Rezessionsjahr 2009.
Der aus den 24 wichtigsten Rohstoffen berechnete Standard & Poor's GSCI Total Return Index ist im Lauf des Oktobers um 4,1 Prozent gefallen und hat damit sämtliche in diesem Jahr erzielten Gewinne aufgezehrt. Es war der zweite monatliche Rückgang in Folge und auf Jahressicht ergibt sich nun ein Minus von 0,7 Prozent. Der Welt-Aktienindex MSCI All-Country World Index gab 0,6 Prozent nach, während der US-Dollar-Index mit einem Minus von 0,02 Prozent nahezu stabil blieb. Anleihen aller Klassen lieferten positive Ergebnisse, wie der Global Broad Market Index der Bank of America Merrill Lynch belegt.
Gelitten hat auch der Optimismus der Anleger. Der Internationale Währungsfonds IWF hat die eigene Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum gekürzt und die US-Notenbank Federal Reserve sieht Belastungen der Weltwirtschaft als “deutliche Abwärtsrisiken”. China verkündete das siebte Quartal in Folge niedrigere Wachstumsraten, in der Eurozone schrumpften Industrie und Dienstleistungssektor stärker als zuvor erwartet.
“Es ist den Märkten klar geworden, dass zu wenig Wachstum weiterhin in der ganzen Welt ein Problem ist”, sagte Vermögensverwalter Michael Cuggino von Pacific Heights Asset Management in San Francisco. Den Rohstoffinvestoren sei nunmehr klar geworden, dass eine wachsende Nachfrage wohl zunächst ausbleiben werde, sagte sein Kollege Peter Sorrentino von Huntington Asset Advisors in Cincinnati.
Alleine der Preis für Rohöl ist im Oktober um 6,5 Prozent auf 86,24 Dollar je Barrel WTI an der New York Mercantile Exchange (Nymex) gefallen und damit so stark wie seit Mai nicht mehr. Die Nymex ist die weltgrößte Warenterminbörse.
Die Mehrproduktion in den USA hatte die Lagerbestände auf Saisonhöchststände geschoben, die seit 30 Jahren nicht mehr erreicht wurden. Mit 6,61 Mio. Barrel erreichte die US-Produktion den höchsten Wert seit Mai 1995. Neue Fördermethoden - darunter das in Europa umstrittene so genannte Fracking in den Bundesstaaten North Dakota, Texas und Oklahoma - trugen dazu bei.
Von den 24 Rohstoffen im GSCI-Index sind 20 im Oktober gefallen. Gold verlor 3,1 Prozent und verzeichnete den ersten Preisrückgang seit fünf Monaten. Der Nickelpreis sackte an der London Mercantile Exchange um zwölf Prozent ab - das erste Minus seit drei Monaten - und der Zinkpreis erlitt mit minus elf Prozent den höchsten Monatsverlust in diesem Jahr.
Die Rohstoffmärkte reagieren in der Regel empfindlich auf die konjunkturelle Entwicklung. Im zu Ende gehenden Jahr sind etwa die Rohstoffpreise für Metalle überwiegend deutlich gesunken, was die Risiken ein sich abschwächenden Konjunktur widerspiegelt. Im zu Ende gehenden Quartal haben sie sich jedoch wieder deutlich erholt. War das eine Trendwende?
Eugen Weinberg: "Die Risiken einer sich abschwächenden Konjunktur sind längst eingepreist. Jetzt gehen die Marktteilnehmer überwiegend davon aus, dass sich die Konjunktur in allen drei wichtigen Wirtschaftsräumen, also Europa, USA und Asien, besser entwickeln wird als zuvor gedacht. Ich bin sogar davon überzeugt, dass das Wachstumstempo 2013 viele überraschen wird. Dass die USA im Haushaltsstreit keine Einigung erzielen ist eher unwahrscheinlich, die schlimmsten Befürchtungen werden also nicht eintreffen. Das Problem der fiskalischen Klippe wird eher hinausgezögert oder abgemildert werden und die USA deshalb ein gesundes Wachstum um die zwei Prozent aufweisen. In Europa rechnen wir mit einer Stagnation, also einer Wachstumsrate von null Prozent. Aber damit bleibt das Niveau stabil und hellt sich zum Jahresende hin wieder leicht auf. Besonders für Deutschland sind die Aussichten vor allem in der zweiten Jahreshälfte sehr gut. Hier wäre 2014 meiner Meinung nach sogar eine Wachstumsrate von drei Prozent möglich."
Wie sehen Sie die Entwicklung der Konjunkturlokomotive China?
"Chinas Wachstumsraten könnten die größte Überraschung sein. Schon in diesem Jahr ist die befürchtete harte Landung ausgeblieben und das Land im sehr schwachen 3.Quartal um 7,4 Prozent gewachsen. Insgesamt dürften für das Gesamtjahr 2012 7,8 Prozent, vielleicht sogar acht Prozent herauskommen. Für das kommende Jahr bin ich da noch optimistischer. Denn zuletzt hat die politische Führung das Wachstum bewusst etwas gebremst, um der neuen Regierungsspitze einen möglichst guten Start zu ermöglichen - ausgehend von einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Viele mögliche Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft sind 2012 ausgeblieben und könnten 2013 nachgeholt werden. Das erste Regierungsjahr soll offenbar überdurchschnittlich gut ausfallen, etwa durch Konjunkturprogramme, Infrastrukturprojekte, die Stützung des Immobilienmarktes oder die Steuerpolitik. Ich erwarte eine Kombination aus all diesen Stützungsmaßnahmen, auch weil die Inflation in China relativ niedrig bleibt. Unsere Konjunkturexperten rechnen mit einer Wachstumsrate von 7,5 Prozent, ich halte sogar neun Prozent für vorstellbar."
Wie wird sich das auf die einzelnen Rohstoffmärkte auswirken?
"Deshalb sind wir zum Beispiel für Industriemetalle sehr positiv gestimmt. Sollte es anstelle eines Preisrückgangs eine Stabilisierung geben, wäre das für die meisten schon eine positive Überraschung. Wir rechnen aber sogar mit einem Anziehen der Preise etwa für Stahl, Kupfer und Aluminium. Für deutsche Unternehmen ist das nicht unbedingt ein Nachteil, denn sie können die höheren Preise an die Kunden weitergeben, wenn wie erwartet die Konjunktur wieder anzieht."
Die deutsche Stahlbranche versprüht aber nicht unbedingt Optimismus und der Stahlpreis ist auch im vierten Quartal noch weiter gefallen. Solch ein stark nachgefragter Rohstoff müsste doch Ihrer Argumentation zufolge deutlich teurer werden.
"Stahl ist ein Spätzykliker und nicht wie früher ein Konjunkturindikator. Die Eisenerzpreise folgen dem Kupferpreis mit einem Nachlauf von knapp drei Monaten. Dieser Mechanismus wird immer deutlicher. Kupfer ist eben an der Börse notiert und ein Terminmarkt. Offenbar können die Marktteilnehmer dort die künftige Situation besser einschätzen, als die Stahlproduzenten und -verarbeiter, die nur aufs Tagesgeschäft schauen. Wir gehen also davon aus, dass die Preise für Industriemetalle steigen. Der verarbeitenden Industrie ist somit ganz klar zu empfehlen, sich jetzt noch Rohstoffvorräte zuzulegen, um sich gegen Preissteigerungen abzusichern. Noch sind die Metallpreise moderat, aber wir rechnen bereits im ersten Quartal 2013 mit Preiserhöhungen, weil dann die Marktteilnehmer merken, dass sich das Umfeld bessert und die Preise im Jahresverlauf Potenzial nach oben haben. Es gibt auch bereits Ausreißer wie Zinn, wo sich die Preise zuletzt innerhalb weniger Wochen um 30 Prozent erhöht haben. Aluminium hingegen reagiert deutlich träger. Da ist auch in Zukunft nicht mit großen Sprüngen zu rechnen. Im Schnitt rechnen wir mit Preissteigerungen von zehn Prozent bis zum Jahresende 2013 bei den Industriemetallen – und das ist eine recht konservative Schätzung vor dem Hintergrund, dass die Preise auch stark schwanken können."
Profitieren die Edelmetalle von den Preissteigerungen bei den Industriemetallen?
"Edelmetalle – insbesondere Platin – sind ein sehr interessantes Thema. Der Preis für Platin ist schon 2012 von 1400 auf 1620 Dollar je Unze gestiegen – ein Plus von 15 Prozent. Hier ist vor allem die Unsicherheit auf der Angebotsseite riesengroß. Schaut man sich die Aktien der Platin-Produzenten an, so hat sich ihr Kurs im gleichen Zeitraum halbiert. Dennoch ist Platin das Metall mit dem größten Potenzial. Das sind zwei Seiten einer Medaille. Die Probleme der Platinproduzenten in Südafrika, die für drei Viertel des Angebots stehen, sind nicht die Probleme der Platinpreise, sondern dürften diese stark unterstützen."
Der Platinpreis steigt und den Minen geht zunehmend schlecht? Das müssen Sie genauer erklären.
"Die Platinförderer haben immensen Kostendruck. Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen steigen die Lohnkosten explosionsartig. Minenarbeiter konnten mit ihren Streiks und teils gewalttätigen Auseinandersetzungen Lohnerhöhungen von 22 Prozent durchsetzen. Kommt jetzt auch auf die bislang unbestreikten Platinminen zu. Zum anderen leiden die Platinproduzenten unter rasant steigenden Stromkosten – was neben den Löhnen der wichtigste variable Kostenfaktor ist. Bis 2007 profitierten die Minen in Südafrika von den weltweit niedrigsten Stromkosten. Das ist heute anders: Die Preise für Strom sind dort nun fast das zweieinhalb Mal so hoch. Zudem hat der staatliche Energieversorger angekündigt, die Strompreise in den kommenden fünf Jahren um weitere 16 Prozent jährlich zu erhöhen. Viele Platinproduzenten arbeiten daher nicht mehr kostendeckend – und können erst recht nicht ihre Förderkapazitäten ausbauen."
Dann müssen die Platinproduzenten also den Preis anheben.
"Die Preissteigerungen können die Hersteller nicht einfach aufschlagen. Der Platin-Markt ist wie die meisten Rohstoffmärkte ein Käufermarkt, die Nachfrage bestimmt den Preis. Es gibt auch kein Preiskartell, das höhere Preise durchsetzen kann. Die Produktion können sie aber auch nicht senken, weil sie sofort Marktanteile verlieren würden. Zudem sind die Produzenten hoch verschuldet. Sie sind also in einem Gefangenendilemma. Für den Platinpreis bin ich dennoch optimistisch. Die Probleme der Unternehmen werden anhalten. Die Erwartung eines massiven Überangebots an Platin ist damit schon Makulatur. Genau das Gegenteil wird eintreten: Wir werden ein Platinmangel auf der Angebotsseite haben. Das wird dem Platinpreis Auftrieb geben. Daher könnte auch der Platinpreis kurzzeitig wieder über den Goldpreis steigen."
Palladium ist schon deutlich teurer geworden. Geht es da so weiter?
"Palladium hatte zuletzt eine enorme Rally und ist bis auf 700 Dollar gestiegen. Der Grund dafür war vor allem die Autokonjunktur in China. Hinzu kommt eine gute Schmucknachfrage. Die Palladium-Produzenten in Südafrika kämpfen zwar mit ähnlichen Problemen wie bei Platin, aber die südafrikanischen Minen stehen hier nur für 30 Prozent des globalen Angebots. Für einen Preisanstieg spricht vor allem die anziehende Nachfrage, auch von Seiten der Anleger. Außerdem ist Palladium immer noch deutlich günstiger als Platin – um etwa 900 Dollar pro Unze. Das macht Palladium als Alternative zu Platin für die Herstellung von Autokatalysatoren interessant. Die Autoproduzenten werden also bei neuen Modellen vermehrt auf Palladium umsteigen."
Was ist beim Silberpreis ausschlaggebend? Die Nachfrage der Anleger und Schmuckliebhaber oder eher der Bedarf der Industrie?
"Für den Silberpreis bleibt der Goldpreis die entscheidende Bezugsgröße. Allerdings kommt die Nachfrage zu knapp zwei Dritteln aus der Industrie. Insofern wird Silber nicht in dem Umfang die Rolle des sicheren Hafens für Anleger übernehmen. Der Silberpreis reagiert aufgrund der hohen Industrienachfrage somit deutlich zyklischer als der Goldpreis. Es gibt außerdem keine Zentralbanken, die Silber als Reserve kaufen würden. Die Ereignisse der vergangenen zwei Jahre haben zwar gezeigt, dass Silber durchaus auch für Anleger in Frage kommt. Langfristig wird also die Industrienachfrage den Silberpreis bestimmen, aber kurzfristig gehe ich davon aus, dass der Goldpreis den Silberpreis mitziehen wird. Auch wenn Silber in der Wahrnehmung nicht als Krisenmetall funktioniert, rechnen wir also mit einem Unzenpreis von 40 Dollar, zeitweise auch mehr."
Womit rechnen Sie am Ölmarkt? Es gibt viele neuentdeckte oder erschlossene Ölvorkommen, nicht zuletzt die Schieferölproduktion in den USA. Müsste der Ölpreis nicht angesichts des steigenden Angebots deutlich sinken?
"Was am Ölmarkt passiert, ist tatsächlich weniger von der Nachfrage als vom Angebot getrieben. Vor allem die Risiken im Zusammenhang mit dem Nahen Osten sind relativ hoch. Wir rechnen in der ersten Jahreshälfte 2013 mit einer weiteren Eskalation der Gewalt in dieser Region. Das wird die Preise voraussichtlich unterstützen. Andererseits steigt das Ölangebot der Nicht-OPEC-Länder, nicht nur in Amerika. Auch in Großbritannien und Russland steigt die Produktion. Insgesamt hat sich die Situation dadurch auf der Angebotsseite deutlich entspannt. Aber wir müssen mit einer Reaktion der OPEC rechnen. Die OPEC-Staaten können eigenständig das Angebot jederzeit verringern, wenn ihnen der Preis nicht passt. Die Preismacht der OPEC ist der Hauptgrund, warum wir nicht mit einem nachhaltigen Rückgang der Ölpreise rechnen können. Die OPEC wird alles versuchen, um die Preise langfristig steigen zu lassen. Das wird ihnen auch gelingen, weil das gestiegene Angebot der Nicht-OPEC-Staaten den Nachfragezuwachs der Schwellenländer – vor allem Chinas – nicht kompensieren kann. Angesicht ihrer rasant steigenden Staatsausgaben, wird die OPEC also alles daran setzen, den Preis für Öl der Sorte Brent stabil über 100 Dollar je Barrel zu halten. Zumindest für Brent-Öl rechnen wir mit stabilen Preisen."
Rechnen Sie etwa beim amerikanischen Leichtöl WTI mit etwas anderem?
"Beim WTI sind zunächst nicht Angebot und Nachfrage die entscheidenden Größen, sondern die Lieferprobleme der USA. Aktuell ist WTI etwa 20 Prozent billiger als Brent. Durch fundamentale Faktoren wie etwa die Qualität ist das nicht zu erklären. Das liegt vor allem an den logistischen Problemen. Ich halte ich die Schieferölproduktion in den USA für die wichtigste Entwicklung im Ölmarkt in den vergangenen 40 Jahren – seit der Entdeckung der Ölvorkommen in der Nordsee. Das US-Öl schafft es aber bislang nicht auf den Weltmarkt. Es wird in Oklahoma eingelagert und bleibt dort. Durch neue Pipelines bis an die Golfküste könnte dieses Problem in den nächsten Monaten gelöst werden. Die großen Verbraucher werden dann immer unabhängiger. Deshalb rechnen wir für das kommende Jahr damit, dass die Preisdifferenz zwischen den beiden Ölsorten WTI und Brent massiv schrumpft. Sie könnte auf fünf Prozent fallen und langfristig sogar ganz verschwinden. Noch aber ist WTI-Öl nur für den US-Markt relevant."
Welche Entwicklungen erwarten sie denn dann auf dem Gasmarkt? Zumal viele Anbieter ihre Preise an den Ölpreis koppeln?
"Ähnlich wie bei WTI sollten auch für Gas in den USA künftig überschüssige Kapazitäten für den Export entstehen. Aktuell ist es den Amerikanern verboten Rohöl oder Erdgas ins Ausland verkaufen. Aber in den kommenden Jahren dürfte sich da auch die Gesetzeslage in den USA verändern. Ich rechne damit, dass die Amerikaner spätestens 2015, vielleicht auch schon ein Jahr früher, einen Teil ihrer Rohöl- und Erdgas-Produktion exportieren. Das wird die Kräfteverhältnisse auf dem Gasmarkt grundlegend verändern. Einer der bislang größten Abnehmer von Gas aus Katar und anderen arabischen Ländern wird auf einmal selbst zum Exporteur. Das kann selbst den Gaspreis in Europa beeinflussen, wenn überschüssiges Gas der bisherigen US-Lieferanten hier auf den Markt gelangt. Dann könnte US-Gas in Konkurrenz stehen zum Erdgas aus Russland."
Dann werden die Gaspreise also fallen?
"Der russische Gaspreis ist noch immer an den Ölpreis gebunden. Zwar haben die Russen beim Gaspreis schon mehrmals nachgegeben und ihn nicht im gleichen Maß erhöht, wie der Ölpreis gestiegen ist. Aber an der Börse ist Erdgas deutlich billiger, als die Umrechnung über den Ölpreis impliziert. Solange diese große Diskrepanz – sie bewegt sich im zweistelligen Prozentbereich - besteht, gibt es für die Energieversorger weiterhin einen großen Anreiz, die Ölpreisbindung zu umgehen und ihr Glück an der Börse zu versuchen – wo die Ölpreis-Bindung nicht gilt. Je mehr Gas aus Katar und zukünftig vielleicht auch aus den USA auf dem Gasmarkt gehandelt wird, umso eher wird diese Formel außer Kraft gesetzt. In Europa dürfte die Gasnachfrage andererseits stagnieren – oder sogar rückläufig sein. In den USA sind die Preise, nachdem sie sich fast verdoppelt hatten, im Vergleich zu Europa immer noch gering. Dort könnten die Gaspreise sogar noch steigen. Auf dem Weltmarkt wird die Ölpreisbildung jedenfalls an Bedeutung verlieren. Ich gehe davon aus, dass die Entkopplung vom Ölpreis zunächst in Europa weiter voranschreitet und in den USA bestehen bleibt. Öl- und Gaspreis bleiben dann zwar konjunkturabhängig, sollten sich unabhängiger voneinander entwickeln."
Welche Rolle spielt Kohle noch als Rohstoff?
"Die Tatsache, dass die Amerikaner jetzt so viel Gas produzieren, hat dazu geführt, dass sie Strom immer weniger mit Kohle, sondern vermehrt mit Gas erzeugen. Dadurch können die USA Kohle exportieren – und zwar überwiegend nach Europa. Und hier ist die Kohle willkommen. Angesichts der niedrigen CO2-Preise und der hohen Gaspreise hier lohnt sich diesseits des Atlantiks die Energieerzeugung aus Gas immer weniger. Kohle erlebt daher in Europa und insbesondere in Deutschland eine Renaissance, wo die profitabelsten Kraftwerke wieder mit Kohle betrieben werden – obwohl sie im Hinblick auf die CO2-Emissionen die schlechteste Variante ist. Da die Öl- und Gaspreise voraussichtlich hoch bleiben, bleibt es aus meiner Sicht bis auf weiteres bei einer hohen Nachfrage nach Kohle."
* wiwo.de
Eugen Weinberg: "Die Risiken einer sich abschwächenden Konjunktur sind längst eingepreist. Jetzt gehen die Marktteilnehmer überwiegend davon aus, dass sich die Konjunktur in allen drei wichtigen Wirtschaftsräumen, also Europa, USA und Asien, besser entwickeln wird als zuvor gedacht. Ich bin sogar davon überzeugt, dass das Wachstumstempo 2013 viele überraschen wird. Dass die USA im Haushaltsstreit keine Einigung erzielen ist eher unwahrscheinlich, die schlimmsten Befürchtungen werden also nicht eintreffen. Das Problem der fiskalischen Klippe wird eher hinausgezögert oder abgemildert werden und die USA deshalb ein gesundes Wachstum um die zwei Prozent aufweisen. In Europa rechnen wir mit einer Stagnation, also einer Wachstumsrate von null Prozent. Aber damit bleibt das Niveau stabil und hellt sich zum Jahresende hin wieder leicht auf. Besonders für Deutschland sind die Aussichten vor allem in der zweiten Jahreshälfte sehr gut. Hier wäre 2014 meiner Meinung nach sogar eine Wachstumsrate von drei Prozent möglich."
Wie sehen Sie die Entwicklung der Konjunkturlokomotive China?
"Chinas Wachstumsraten könnten die größte Überraschung sein. Schon in diesem Jahr ist die befürchtete harte Landung ausgeblieben und das Land im sehr schwachen 3.Quartal um 7,4 Prozent gewachsen. Insgesamt dürften für das Gesamtjahr 2012 7,8 Prozent, vielleicht sogar acht Prozent herauskommen. Für das kommende Jahr bin ich da noch optimistischer. Denn zuletzt hat die politische Führung das Wachstum bewusst etwas gebremst, um der neuen Regierungsspitze einen möglichst guten Start zu ermöglichen - ausgehend von einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Viele mögliche Maßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft sind 2012 ausgeblieben und könnten 2013 nachgeholt werden. Das erste Regierungsjahr soll offenbar überdurchschnittlich gut ausfallen, etwa durch Konjunkturprogramme, Infrastrukturprojekte, die Stützung des Immobilienmarktes oder die Steuerpolitik. Ich erwarte eine Kombination aus all diesen Stützungsmaßnahmen, auch weil die Inflation in China relativ niedrig bleibt. Unsere Konjunkturexperten rechnen mit einer Wachstumsrate von 7,5 Prozent, ich halte sogar neun Prozent für vorstellbar."
Wie wird sich das auf die einzelnen Rohstoffmärkte auswirken?
"Deshalb sind wir zum Beispiel für Industriemetalle sehr positiv gestimmt. Sollte es anstelle eines Preisrückgangs eine Stabilisierung geben, wäre das für die meisten schon eine positive Überraschung. Wir rechnen aber sogar mit einem Anziehen der Preise etwa für Stahl, Kupfer und Aluminium. Für deutsche Unternehmen ist das nicht unbedingt ein Nachteil, denn sie können die höheren Preise an die Kunden weitergeben, wenn wie erwartet die Konjunktur wieder anzieht."
Die deutsche Stahlbranche versprüht aber nicht unbedingt Optimismus und der Stahlpreis ist auch im vierten Quartal noch weiter gefallen. Solch ein stark nachgefragter Rohstoff müsste doch Ihrer Argumentation zufolge deutlich teurer werden.
"Stahl ist ein Spätzykliker und nicht wie früher ein Konjunkturindikator. Die Eisenerzpreise folgen dem Kupferpreis mit einem Nachlauf von knapp drei Monaten. Dieser Mechanismus wird immer deutlicher. Kupfer ist eben an der Börse notiert und ein Terminmarkt. Offenbar können die Marktteilnehmer dort die künftige Situation besser einschätzen, als die Stahlproduzenten und -verarbeiter, die nur aufs Tagesgeschäft schauen. Wir gehen also davon aus, dass die Preise für Industriemetalle steigen. Der verarbeitenden Industrie ist somit ganz klar zu empfehlen, sich jetzt noch Rohstoffvorräte zuzulegen, um sich gegen Preissteigerungen abzusichern. Noch sind die Metallpreise moderat, aber wir rechnen bereits im ersten Quartal 2013 mit Preiserhöhungen, weil dann die Marktteilnehmer merken, dass sich das Umfeld bessert und die Preise im Jahresverlauf Potenzial nach oben haben. Es gibt auch bereits Ausreißer wie Zinn, wo sich die Preise zuletzt innerhalb weniger Wochen um 30 Prozent erhöht haben. Aluminium hingegen reagiert deutlich träger. Da ist auch in Zukunft nicht mit großen Sprüngen zu rechnen. Im Schnitt rechnen wir mit Preissteigerungen von zehn Prozent bis zum Jahresende 2013 bei den Industriemetallen – und das ist eine recht konservative Schätzung vor dem Hintergrund, dass die Preise auch stark schwanken können."
Profitieren die Edelmetalle von den Preissteigerungen bei den Industriemetallen?
"Edelmetalle – insbesondere Platin – sind ein sehr interessantes Thema. Der Preis für Platin ist schon 2012 von 1400 auf 1620 Dollar je Unze gestiegen – ein Plus von 15 Prozent. Hier ist vor allem die Unsicherheit auf der Angebotsseite riesengroß. Schaut man sich die Aktien der Platin-Produzenten an, so hat sich ihr Kurs im gleichen Zeitraum halbiert. Dennoch ist Platin das Metall mit dem größten Potenzial. Das sind zwei Seiten einer Medaille. Die Probleme der Platinproduzenten in Südafrika, die für drei Viertel des Angebots stehen, sind nicht die Probleme der Platinpreise, sondern dürften diese stark unterstützen."
Der Platinpreis steigt und den Minen geht zunehmend schlecht? Das müssen Sie genauer erklären.
"Die Platinförderer haben immensen Kostendruck. Das hat vor allem zwei Gründe. Zum einen steigen die Lohnkosten explosionsartig. Minenarbeiter konnten mit ihren Streiks und teils gewalttätigen Auseinandersetzungen Lohnerhöhungen von 22 Prozent durchsetzen. Kommt jetzt auch auf die bislang unbestreikten Platinminen zu. Zum anderen leiden die Platinproduzenten unter rasant steigenden Stromkosten – was neben den Löhnen der wichtigste variable Kostenfaktor ist. Bis 2007 profitierten die Minen in Südafrika von den weltweit niedrigsten Stromkosten. Das ist heute anders: Die Preise für Strom sind dort nun fast das zweieinhalb Mal so hoch. Zudem hat der staatliche Energieversorger angekündigt, die Strompreise in den kommenden fünf Jahren um weitere 16 Prozent jährlich zu erhöhen. Viele Platinproduzenten arbeiten daher nicht mehr kostendeckend – und können erst recht nicht ihre Förderkapazitäten ausbauen."
Dann müssen die Platinproduzenten also den Preis anheben.
"Die Preissteigerungen können die Hersteller nicht einfach aufschlagen. Der Platin-Markt ist wie die meisten Rohstoffmärkte ein Käufermarkt, die Nachfrage bestimmt den Preis. Es gibt auch kein Preiskartell, das höhere Preise durchsetzen kann. Die Produktion können sie aber auch nicht senken, weil sie sofort Marktanteile verlieren würden. Zudem sind die Produzenten hoch verschuldet. Sie sind also in einem Gefangenendilemma. Für den Platinpreis bin ich dennoch optimistisch. Die Probleme der Unternehmen werden anhalten. Die Erwartung eines massiven Überangebots an Platin ist damit schon Makulatur. Genau das Gegenteil wird eintreten: Wir werden ein Platinmangel auf der Angebotsseite haben. Das wird dem Platinpreis Auftrieb geben. Daher könnte auch der Platinpreis kurzzeitig wieder über den Goldpreis steigen."
Palladium ist schon deutlich teurer geworden. Geht es da so weiter?
"Palladium hatte zuletzt eine enorme Rally und ist bis auf 700 Dollar gestiegen. Der Grund dafür war vor allem die Autokonjunktur in China. Hinzu kommt eine gute Schmucknachfrage. Die Palladium-Produzenten in Südafrika kämpfen zwar mit ähnlichen Problemen wie bei Platin, aber die südafrikanischen Minen stehen hier nur für 30 Prozent des globalen Angebots. Für einen Preisanstieg spricht vor allem die anziehende Nachfrage, auch von Seiten der Anleger. Außerdem ist Palladium immer noch deutlich günstiger als Platin – um etwa 900 Dollar pro Unze. Das macht Palladium als Alternative zu Platin für die Herstellung von Autokatalysatoren interessant. Die Autoproduzenten werden also bei neuen Modellen vermehrt auf Palladium umsteigen."
Was ist beim Silberpreis ausschlaggebend? Die Nachfrage der Anleger und Schmuckliebhaber oder eher der Bedarf der Industrie?
"Für den Silberpreis bleibt der Goldpreis die entscheidende Bezugsgröße. Allerdings kommt die Nachfrage zu knapp zwei Dritteln aus der Industrie. Insofern wird Silber nicht in dem Umfang die Rolle des sicheren Hafens für Anleger übernehmen. Der Silberpreis reagiert aufgrund der hohen Industrienachfrage somit deutlich zyklischer als der Goldpreis. Es gibt außerdem keine Zentralbanken, die Silber als Reserve kaufen würden. Die Ereignisse der vergangenen zwei Jahre haben zwar gezeigt, dass Silber durchaus auch für Anleger in Frage kommt. Langfristig wird also die Industrienachfrage den Silberpreis bestimmen, aber kurzfristig gehe ich davon aus, dass der Goldpreis den Silberpreis mitziehen wird. Auch wenn Silber in der Wahrnehmung nicht als Krisenmetall funktioniert, rechnen wir also mit einem Unzenpreis von 40 Dollar, zeitweise auch mehr."
Womit rechnen Sie am Ölmarkt? Es gibt viele neuentdeckte oder erschlossene Ölvorkommen, nicht zuletzt die Schieferölproduktion in den USA. Müsste der Ölpreis nicht angesichts des steigenden Angebots deutlich sinken?
"Was am Ölmarkt passiert, ist tatsächlich weniger von der Nachfrage als vom Angebot getrieben. Vor allem die Risiken im Zusammenhang mit dem Nahen Osten sind relativ hoch. Wir rechnen in der ersten Jahreshälfte 2013 mit einer weiteren Eskalation der Gewalt in dieser Region. Das wird die Preise voraussichtlich unterstützen. Andererseits steigt das Ölangebot der Nicht-OPEC-Länder, nicht nur in Amerika. Auch in Großbritannien und Russland steigt die Produktion. Insgesamt hat sich die Situation dadurch auf der Angebotsseite deutlich entspannt. Aber wir müssen mit einer Reaktion der OPEC rechnen. Die OPEC-Staaten können eigenständig das Angebot jederzeit verringern, wenn ihnen der Preis nicht passt. Die Preismacht der OPEC ist der Hauptgrund, warum wir nicht mit einem nachhaltigen Rückgang der Ölpreise rechnen können. Die OPEC wird alles versuchen, um die Preise langfristig steigen zu lassen. Das wird ihnen auch gelingen, weil das gestiegene Angebot der Nicht-OPEC-Staaten den Nachfragezuwachs der Schwellenländer – vor allem Chinas – nicht kompensieren kann. Angesicht ihrer rasant steigenden Staatsausgaben, wird die OPEC also alles daran setzen, den Preis für Öl der Sorte Brent stabil über 100 Dollar je Barrel zu halten. Zumindest für Brent-Öl rechnen wir mit stabilen Preisen."
Rechnen Sie etwa beim amerikanischen Leichtöl WTI mit etwas anderem?
"Beim WTI sind zunächst nicht Angebot und Nachfrage die entscheidenden Größen, sondern die Lieferprobleme der USA. Aktuell ist WTI etwa 20 Prozent billiger als Brent. Durch fundamentale Faktoren wie etwa die Qualität ist das nicht zu erklären. Das liegt vor allem an den logistischen Problemen. Ich halte ich die Schieferölproduktion in den USA für die wichtigste Entwicklung im Ölmarkt in den vergangenen 40 Jahren – seit der Entdeckung der Ölvorkommen in der Nordsee. Das US-Öl schafft es aber bislang nicht auf den Weltmarkt. Es wird in Oklahoma eingelagert und bleibt dort. Durch neue Pipelines bis an die Golfküste könnte dieses Problem in den nächsten Monaten gelöst werden. Die großen Verbraucher werden dann immer unabhängiger. Deshalb rechnen wir für das kommende Jahr damit, dass die Preisdifferenz zwischen den beiden Ölsorten WTI und Brent massiv schrumpft. Sie könnte auf fünf Prozent fallen und langfristig sogar ganz verschwinden. Noch aber ist WTI-Öl nur für den US-Markt relevant."
Welche Entwicklungen erwarten sie denn dann auf dem Gasmarkt? Zumal viele Anbieter ihre Preise an den Ölpreis koppeln?
"Ähnlich wie bei WTI sollten auch für Gas in den USA künftig überschüssige Kapazitäten für den Export entstehen. Aktuell ist es den Amerikanern verboten Rohöl oder Erdgas ins Ausland verkaufen. Aber in den kommenden Jahren dürfte sich da auch die Gesetzeslage in den USA verändern. Ich rechne damit, dass die Amerikaner spätestens 2015, vielleicht auch schon ein Jahr früher, einen Teil ihrer Rohöl- und Erdgas-Produktion exportieren. Das wird die Kräfteverhältnisse auf dem Gasmarkt grundlegend verändern. Einer der bislang größten Abnehmer von Gas aus Katar und anderen arabischen Ländern wird auf einmal selbst zum Exporteur. Das kann selbst den Gaspreis in Europa beeinflussen, wenn überschüssiges Gas der bisherigen US-Lieferanten hier auf den Markt gelangt. Dann könnte US-Gas in Konkurrenz stehen zum Erdgas aus Russland."
Dann werden die Gaspreise also fallen?
"Der russische Gaspreis ist noch immer an den Ölpreis gebunden. Zwar haben die Russen beim Gaspreis schon mehrmals nachgegeben und ihn nicht im gleichen Maß erhöht, wie der Ölpreis gestiegen ist. Aber an der Börse ist Erdgas deutlich billiger, als die Umrechnung über den Ölpreis impliziert. Solange diese große Diskrepanz – sie bewegt sich im zweistelligen Prozentbereich - besteht, gibt es für die Energieversorger weiterhin einen großen Anreiz, die Ölpreisbindung zu umgehen und ihr Glück an der Börse zu versuchen – wo die Ölpreis-Bindung nicht gilt. Je mehr Gas aus Katar und zukünftig vielleicht auch aus den USA auf dem Gasmarkt gehandelt wird, umso eher wird diese Formel außer Kraft gesetzt. In Europa dürfte die Gasnachfrage andererseits stagnieren – oder sogar rückläufig sein. In den USA sind die Preise, nachdem sie sich fast verdoppelt hatten, im Vergleich zu Europa immer noch gering. Dort könnten die Gaspreise sogar noch steigen. Auf dem Weltmarkt wird die Ölpreisbildung jedenfalls an Bedeutung verlieren. Ich gehe davon aus, dass die Entkopplung vom Ölpreis zunächst in Europa weiter voranschreitet und in den USA bestehen bleibt. Öl- und Gaspreis bleiben dann zwar konjunkturabhängig, sollten sich unabhängiger voneinander entwickeln."
Welche Rolle spielt Kohle noch als Rohstoff?
"Die Tatsache, dass die Amerikaner jetzt so viel Gas produzieren, hat dazu geführt, dass sie Strom immer weniger mit Kohle, sondern vermehrt mit Gas erzeugen. Dadurch können die USA Kohle exportieren – und zwar überwiegend nach Europa. Und hier ist die Kohle willkommen. Angesichts der niedrigen CO2-Preise und der hohen Gaspreise hier lohnt sich diesseits des Atlantiks die Energieerzeugung aus Gas immer weniger. Kohle erlebt daher in Europa und insbesondere in Deutschland eine Renaissance, wo die profitabelsten Kraftwerke wieder mit Kohle betrieben werden – obwohl sie im Hinblick auf die CO2-Emissionen die schlechteste Variante ist. Da die Öl- und Gaspreise voraussichtlich hoch bleiben, bleibt es aus meiner Sicht bis auf weiteres bei einer hohen Nachfrage nach Kohle."
* wiwo.de
Brutaler Februar für Rohstoffe
Gestaltete sich der Januar noch stabil, so war der Februar für viele wichtige Rohstoffe ein Monat zum vergessen, meint Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.
"Das war ein brutaler Februar voller schlechter Nachrichten innerhalb der Sektoren sowie mit Blick auf allgemeine Konjunkturdaten", so Hansen. Politische Ereignisse, wie die Patt-Situation nach den Wahlen in Italien, hätten auch ihren Teil dazu beigetragen – und auch der wieder erstarkte US-Dollar setzte die Rohstoffe noch weiter unter Druck.
Im Feburar haben beide großen Rohstoffindices DJ UBS und S&P GSCI – trotz ihrer unterschiedlichen Rohstoffgewichtungen – ähnlich große Verluste hinnehmen müssen. "Alle Sektoren haben negativ abgeschlossen, auch Teilsektoren der Landwirtschaft und insbesondere Edel- und Industriemetalle", erklärt der Saxo Bank-Experte. Nur Erdgas, Robusta-Kaffee und Baumwolle konnten sich positiv behaupten. Silber andererseits musste mit einem Minus von mehr als zehn Prozent die größten Verluste hinnehmen.
Gold im fünften Monat in Folge auf Talfahrt
"Eine solche Negativserie gab es zuletzt 1997. Da half es auch nichts, dass US-Notenbankchefs Ben Bernanke versprach, mit dem Quantitative Easing weiterzumachen", meint Hansen. Gold habe der Kombination aus steigendem US-Dollar und starker US-Konjunktur bis dato nichts entgegensetzen können. Dies führe zu einem erhöhten Risiko, dass Gold wieder die wichtige Unterstützungslinie zwischen 1.555 und 1.525 US-Dollar je Unze testen müsse.
Auch Rohöl weiter in der Abwärtsspirale
Die Sorte WTI habe den diesjährigen Tiefpunkt erreicht, da Inlandsproduktion und Lagerbestände in den USA wieder anwachsen. "Brent ist wieder auf den gewohnten Kurs von 109 US-Dollar pro Barrel gefallen und bewegt sich entlang der 200-Tage-Linie. Mit Widerstand ist bei einem Kurs von 112,50 US-Dollar pro Barrel zu rechnen“, ist Hansen abschließend überzeugt. (mb)
Der vollständige Rohstoffkommentar von Ole Hansen mit anschaulichen Grafiken im englischsprachigen PDF-Dokument zum Download.
Saxo Bank Rohstoffkommentar 04-03-2013
Gestaltete sich der Januar noch stabil, so war der Februar für viele wichtige Rohstoffe ein Monat zum vergessen, meint Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank.
"Das war ein brutaler Februar voller schlechter Nachrichten innerhalb der Sektoren sowie mit Blick auf allgemeine Konjunkturdaten", so Hansen. Politische Ereignisse, wie die Patt-Situation nach den Wahlen in Italien, hätten auch ihren Teil dazu beigetragen – und auch der wieder erstarkte US-Dollar setzte die Rohstoffe noch weiter unter Druck.
Im Feburar haben beide großen Rohstoffindices DJ UBS und S&P GSCI – trotz ihrer unterschiedlichen Rohstoffgewichtungen – ähnlich große Verluste hinnehmen müssen. "Alle Sektoren haben negativ abgeschlossen, auch Teilsektoren der Landwirtschaft und insbesondere Edel- und Industriemetalle", erklärt der Saxo Bank-Experte. Nur Erdgas, Robusta-Kaffee und Baumwolle konnten sich positiv behaupten. Silber andererseits musste mit einem Minus von mehr als zehn Prozent die größten Verluste hinnehmen.
Gold im fünften Monat in Folge auf Talfahrt
"Eine solche Negativserie gab es zuletzt 1997. Da half es auch nichts, dass US-Notenbankchefs Ben Bernanke versprach, mit dem Quantitative Easing weiterzumachen", meint Hansen. Gold habe der Kombination aus steigendem US-Dollar und starker US-Konjunktur bis dato nichts entgegensetzen können. Dies führe zu einem erhöhten Risiko, dass Gold wieder die wichtige Unterstützungslinie zwischen 1.555 und 1.525 US-Dollar je Unze testen müsse.
Auch Rohöl weiter in der Abwärtsspirale
Die Sorte WTI habe den diesjährigen Tiefpunkt erreicht, da Inlandsproduktion und Lagerbestände in den USA wieder anwachsen. "Brent ist wieder auf den gewohnten Kurs von 109 US-Dollar pro Barrel gefallen und bewegt sich entlang der 200-Tage-Linie. Mit Widerstand ist bei einem Kurs von 112,50 US-Dollar pro Barrel zu rechnen“, ist Hansen abschließend überzeugt. (mb)
Der vollständige Rohstoffkommentar von Ole Hansen mit anschaulichen Grafiken im englischsprachigen PDF-Dokument zum Download.
Saxo Bank Rohstoffkommentar 04-03-2013
Vorsicht jetzt beim Rohstoffkauf – Geht der Boom der letzten 12 Jahre zu Ende?
Seit den späten Neunzigerjahren haben wir uns daran gewöhnt, dass Rohstoffe immer teurer wurden. Im Einkauf waren Versorgungssicherheit und möglichst langfristige Preissicherung die primären Ziele. Angesichts von weltweiten Inflationsbefürchtungen durch die sehr expansive Geldpolitik von der FED in den USA, der EZB in Europa sowie der seit kurzem unter staatlicher Kontrolle stehenden japanischen Notenbank wird allgemein erwartet, dass Rohstoffe weiter knapp und teuer bleiben. Doch dies könnte ein Irrtum sein.
Zunächst ist außergewöhnlich, dass die Rohstoffe die jüngsten Preissteigerungen auf den Aktienmärkten nicht mitgemacht haben. Traditionell gehen die konjunktursensiblen Rohstoffe und die Aktienmärkte in die gleiche Richtung. Die Underperformance der Rohstoffe ist insofern bemerkenswert und es ist zu analysieren, was dahinter stecken könnte. Dabei hilft zunächst ein kurzer Blick in die Vergangenheit.
Die steigenden Rohstoffpreise seit der Jahrtausendwende waren in allererster Linie ein Ergebnis der steigenden Nachfrage aus den sich schnell entwickelnden Ländern, allem voran China. Man darf für die letzten 12 Jahre von einem durchschnittlichen Nachfrage- und Marktwachstum von rund 10% pro Jahr ausgehen, darin ist die Delle nach dem Platzen der Immobilienblase in den USA bereits enthalten. Um diese Nachfrage zu befriedigen wurde von den Rohstoffunternehmen im letzten Jahrzehnt aggressiv exploriert und es wurden neue Quellen erschlossen. Gleichzeitig haben die hohen Rohstoffpreise bei der Produktion und beim Recycling zum nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen geführt.
Vor dem Hintergrund des deutlich gestiegenen Angebots bei sich gleichzeitig abflachender Nachfrage aufgrund von Überkapazitäten im chinesischen Immobilienmarkt, sowie einer schwächelnden Konjunktur in Europa, erscheinen Preisspielräume nach oben für die meisten Rohstoffe gering. Diese Situation sollte sich erst ändern, wenn erneut ein starkes Weltwirtschaftswachstum oder Inflationsdruck spürbar wird. Dies ist zumindest kurzfristig nicht abzusehen, daher gehen wir in der nächsten Zeit bei den wesentlichen Industrierohstoffen von stabilen oder leicht nachgebenden Notierungen aus.
Eine zu beachtende Besonderheit für den Einkauf sind die Währungsverschiebungen, die sich aus dem Ende des Rohstoffbooms ergeben könnten. Angesichts der Unsicherheiten bei den großen Währungen, also US-Dollar, Euro und Yen haben in den letzten Jahren Länder mit „Währungssicherung“ durch Rohstoffvorkommen einen stetigen Geldzufluss erhalten. Durch die daraus resultierende Aufwertung Ihrer Währungen haben Länder wie Norwegen, Kanada oder Australien erheblich an industrieller Wettbewerbsfähigkeit verloren. So kostet eine Arbeitsstunde in Norwegen mit 44 Euro derzeit rund 10 Euro mehr als in Deutschland, der Immobilienmarkt von Oslo ist der zweitteuerste weltweit hinter Tokio. Dies sollte mittelfristig korrigiert werden und bietet Risiken und Chancen für die Beschaffung.
Energie: Die Preise für Öl und Gas sollten tendenziell sinken, sofern keine geopolitischen Verwerfungen zu einer Verknappung führen. Die USA werden durch aggressives Fracking vom größten Nachfrager zum Anbieter. Das hochwertigere WTI wurde in den letzten 12 Monaten immer rund 20% niedriger gehandelt als das in Europa gehandelte Brent-Öl. Die Preise sollten sich auf dem niedrigeren Niveau angleichen, bevor langfristig die Preise wegen der Verknappung wieder steigen. Gas hat sich vor einiger Zeit schon vom Öl abgekoppelt, notiert tief im Keller und es gibt wenige Gründe warum sich das ändern sollte. Nur beim Strom werden in Deutschland wegen der Planwirtschaft in diesem Bereich unter dem Strich, also einschließlich Netzkosten, Steuern und Abgaben die Preise weiter steigen.
Industriemetalle: Kupfer, Nickel und Zinn stabil, der Rest eher nachgebend. Zwar zieht die Baukonjunktur in den USA wieder etwas an, doch die Bautätigkeit in Asien lässt nach und ist auch in anderen Teilen der Welt eher rückläufig, vor allem in Südeuropa. Auch von der Industriekonjunktur oder der Autoindustrie sind keine großen Nachfrageimpulse zu erwarten. Kupfer und Zinn wiesen zuletzt noch Angebotsdefizite auf, das sollte sich einpendeln. Bei den anderen Basismetallen sollte sich die Seitabwärtsbewegung der letzten zwei Jahre fortsetzen, lediglich bei Nickel könnte sich der drastische Preisverfall der letzten Jahre als übertrieben herausstellen.
Edelmetalle: Tendenziell aufwärts. Zwar stehen prominente Großinvestoren und Hedgefonds beim Gold momentan auf der Verkäuferseite, doch auch die können ja bekanntlich irren und ihre Meinung blitzschnell ändern. Die Notenbanken kaufen jedenfalls wieder Gold und angesichts einer inflationären Nullzinspolitik der Notenbanken ist auch im Fernen und Nahen Osten mit stabiler Nachfrage zu rechnen. Dass Chinesen, Japaner und Saudis ihre Überschüsse weiterhin in Dollar investieren, um das Defizit der USA finanzieren ist äußerst unwahrscheinlich. Also werden sie zumindest einen Teil ihres Cashs in Edelmetallen bunkern. Silber und Platin sollten sich analog zum Gold entwickeln, wobei beim Silber die Ausschläge in beide Richtungen wie immer heftiger ausfallen werden.
Agrarrohstoffe: Unter Schwankungen deutlich aufwärts. Der Bedarf nach Nahrungsmitteln steigt unaufhörlich. Pro Jahr kommen 140 Millionen neue, hungrige Münder dazu. Hinzu kommt die steigende Kaufkraft einer wachsenden Mittelschicht in ehemaligen Entwicklungsländern. Hier wird die Produktion angesichts begrenzter Flächen kaum mithalten können, steigende Preise für Grundnahrungsmittel sind vorprogrammiert. Dabei ist aufgrund von unvorhersehbaren Wetterbedingungen und Anbauentscheidungen für die einzelnen Güter von stark schwankenden Preisen auszugehen, in Summe werden sich Agrarrohstoffe jedoch weiter verteuern.
Zunächst ist außergewöhnlich, dass die Rohstoffe die jüngsten Preissteigerungen auf den Aktienmärkten nicht mitgemacht haben. Traditionell gehen die konjunktursensiblen Rohstoffe und die Aktienmärkte in die gleiche Richtung. Die Underperformance der Rohstoffe ist insofern bemerkenswert und es ist zu analysieren, was dahinter stecken könnte. Dabei hilft zunächst ein kurzer Blick in die Vergangenheit.
Die steigenden Rohstoffpreise seit der Jahrtausendwende waren in allererster Linie ein Ergebnis der steigenden Nachfrage aus den sich schnell entwickelnden Ländern, allem voran China. Man darf für die letzten 12 Jahre von einem durchschnittlichen Nachfrage- und Marktwachstum von rund 10% pro Jahr ausgehen, darin ist die Delle nach dem Platzen der Immobilienblase in den USA bereits enthalten. Um diese Nachfrage zu befriedigen wurde von den Rohstoffunternehmen im letzten Jahrzehnt aggressiv exploriert und es wurden neue Quellen erschlossen. Gleichzeitig haben die hohen Rohstoffpreise bei der Produktion und beim Recycling zum nachhaltigeren Umgang mit Ressourcen geführt.
Vor dem Hintergrund des deutlich gestiegenen Angebots bei sich gleichzeitig abflachender Nachfrage aufgrund von Überkapazitäten im chinesischen Immobilienmarkt, sowie einer schwächelnden Konjunktur in Europa, erscheinen Preisspielräume nach oben für die meisten Rohstoffe gering. Diese Situation sollte sich erst ändern, wenn erneut ein starkes Weltwirtschaftswachstum oder Inflationsdruck spürbar wird. Dies ist zumindest kurzfristig nicht abzusehen, daher gehen wir in der nächsten Zeit bei den wesentlichen Industrierohstoffen von stabilen oder leicht nachgebenden Notierungen aus.
Eine zu beachtende Besonderheit für den Einkauf sind die Währungsverschiebungen, die sich aus dem Ende des Rohstoffbooms ergeben könnten. Angesichts der Unsicherheiten bei den großen Währungen, also US-Dollar, Euro und Yen haben in den letzten Jahren Länder mit „Währungssicherung“ durch Rohstoffvorkommen einen stetigen Geldzufluss erhalten. Durch die daraus resultierende Aufwertung Ihrer Währungen haben Länder wie Norwegen, Kanada oder Australien erheblich an industrieller Wettbewerbsfähigkeit verloren. So kostet eine Arbeitsstunde in Norwegen mit 44 Euro derzeit rund 10 Euro mehr als in Deutschland, der Immobilienmarkt von Oslo ist der zweitteuerste weltweit hinter Tokio. Dies sollte mittelfristig korrigiert werden und bietet Risiken und Chancen für die Beschaffung.
Energie: Die Preise für Öl und Gas sollten tendenziell sinken, sofern keine geopolitischen Verwerfungen zu einer Verknappung führen. Die USA werden durch aggressives Fracking vom größten Nachfrager zum Anbieter. Das hochwertigere WTI wurde in den letzten 12 Monaten immer rund 20% niedriger gehandelt als das in Europa gehandelte Brent-Öl. Die Preise sollten sich auf dem niedrigeren Niveau angleichen, bevor langfristig die Preise wegen der Verknappung wieder steigen. Gas hat sich vor einiger Zeit schon vom Öl abgekoppelt, notiert tief im Keller und es gibt wenige Gründe warum sich das ändern sollte. Nur beim Strom werden in Deutschland wegen der Planwirtschaft in diesem Bereich unter dem Strich, also einschließlich Netzkosten, Steuern und Abgaben die Preise weiter steigen.
Industriemetalle: Kupfer, Nickel und Zinn stabil, der Rest eher nachgebend. Zwar zieht die Baukonjunktur in den USA wieder etwas an, doch die Bautätigkeit in Asien lässt nach und ist auch in anderen Teilen der Welt eher rückläufig, vor allem in Südeuropa. Auch von der Industriekonjunktur oder der Autoindustrie sind keine großen Nachfrageimpulse zu erwarten. Kupfer und Zinn wiesen zuletzt noch Angebotsdefizite auf, das sollte sich einpendeln. Bei den anderen Basismetallen sollte sich die Seitabwärtsbewegung der letzten zwei Jahre fortsetzen, lediglich bei Nickel könnte sich der drastische Preisverfall der letzten Jahre als übertrieben herausstellen.
Edelmetalle: Tendenziell aufwärts. Zwar stehen prominente Großinvestoren und Hedgefonds beim Gold momentan auf der Verkäuferseite, doch auch die können ja bekanntlich irren und ihre Meinung blitzschnell ändern. Die Notenbanken kaufen jedenfalls wieder Gold und angesichts einer inflationären Nullzinspolitik der Notenbanken ist auch im Fernen und Nahen Osten mit stabiler Nachfrage zu rechnen. Dass Chinesen, Japaner und Saudis ihre Überschüsse weiterhin in Dollar investieren, um das Defizit der USA finanzieren ist äußerst unwahrscheinlich. Also werden sie zumindest einen Teil ihres Cashs in Edelmetallen bunkern. Silber und Platin sollten sich analog zum Gold entwickeln, wobei beim Silber die Ausschläge in beide Richtungen wie immer heftiger ausfallen werden.
Agrarrohstoffe: Unter Schwankungen deutlich aufwärts. Der Bedarf nach Nahrungsmitteln steigt unaufhörlich. Pro Jahr kommen 140 Millionen neue, hungrige Münder dazu. Hinzu kommt die steigende Kaufkraft einer wachsenden Mittelschicht in ehemaligen Entwicklungsländern. Hier wird die Produktion angesichts begrenzter Flächen kaum mithalten können, steigende Preise für Grundnahrungsmittel sind vorprogrammiert. Dabei ist aufgrund von unvorhersehbaren Wetterbedingungen und Anbauentscheidungen für die einzelnen Güter von stark schwankenden Preisen auszugehen, in Summe werden sich Agrarrohstoffe jedoch weiter verteuern.
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Wer in Rohstoffe investiert, sollte die Besonderheiten des Markts kennen. Die Macher des LBBW Rohstoffe 1 tun das – und nutzen sie systematisch, um Zusatzerträge zu erwirtschaften
Immer mehr Anlegern gelten Rohstoffe als eigene, Erfolg versprechende Anlageklasse. Rohstoffinvestoren haben jedoch ein Problem: In der Regel gehören ihnen weder Lagerhallen noch Tankschiffe, in denen sie Kupfer, Nickel, Rohöl oder Benzin aufbewahren könnten, um auf steigende Preise zu setzen. Fonds wie der LBBW Rohstoffe 1 (WKN: A0NAUG) und der LBBW Rohstoffe 2 LS (A0X97E) investieren daher indirekt über Futures in die jeweiligen Güter.
Dabei entsteht aber häufig eine neue Schwierigkeit: Weil Futures nichts anderes sind als Lieferscheine, die bei Fälligkeit zur Abnahme einer bestimmten Menge des jeweiligen Rohstoffs berechtigen, müssen Investoren sie jeweils kurz vor Fälligkeit in länger laufende Futures tauschen, oder mit dem Fachbegriff: rollen. Schließlich wollen beziehungsweise dürfen sie den Rohstoff nicht geliefert bekommen.
Wenn bei diesem Tausch der Preis für den neuen Future über dem des alten liegt (Fachbegriff: Contango), entsteht allerdings automatisch ein Verlust. Viele Anlageprodukte und auch die klassischen Rohstoffindizes haben mit diesem Phänomen zu kämpfen.
Nicht so die LBBW-Fonds. Nach der Maxime „Rollgewinne statt Rollverluste“ investiert der Rohstoffe 1 dort, wo der Tausch in einen neuen Future einen Gewinn verspricht, weil sein Preis unter dem des auslaufenden liegt (Backwardation). „Jeder Rohstoff wird dabei anfangs mit 10 Prozent gleich gewichtet“, so Michael Krauß, Bereichsleiter Fixed Income & Alternative Investments bei der LBBW Asset Management.
Krauß sieht neben Rollgewinnen einen weiteren Vorteil: „Wir gehen davon aus, dass die Terminkurven am Rohstoffmarkt fundamentale Signale bezüglich Knappheiten widerspiegeln. Contango ist ein Zeichen für hohe Lagerbestände, während Backwardation ein Zeichen für Knappheit ist. So positionieren wir uns in den knappen Rohstoffen.“
Bislang mit Erfolg: Mit einem Plus von 31,8 Prozent (R-Anteilsklasse) über drei Jahre liegt der LBBW Rohstoffe 1 deutlich vor den gängigen Rohstoff-Indizes. Für seinen Erfolg wurde er aktuell vom Analysehaus Lipper mit einem Zertifikat ausgezeichnet
* Auszug Das Investment
Immer mehr Anlegern gelten Rohstoffe als eigene, Erfolg versprechende Anlageklasse. Rohstoffinvestoren haben jedoch ein Problem: In der Regel gehören ihnen weder Lagerhallen noch Tankschiffe, in denen sie Kupfer, Nickel, Rohöl oder Benzin aufbewahren könnten, um auf steigende Preise zu setzen. Fonds wie der LBBW Rohstoffe 1 (WKN: A0NAUG) und der LBBW Rohstoffe 2 LS (A0X97E) investieren daher indirekt über Futures in die jeweiligen Güter.
Dabei entsteht aber häufig eine neue Schwierigkeit: Weil Futures nichts anderes sind als Lieferscheine, die bei Fälligkeit zur Abnahme einer bestimmten Menge des jeweiligen Rohstoffs berechtigen, müssen Investoren sie jeweils kurz vor Fälligkeit in länger laufende Futures tauschen, oder mit dem Fachbegriff: rollen. Schließlich wollen beziehungsweise dürfen sie den Rohstoff nicht geliefert bekommen.
Wenn bei diesem Tausch der Preis für den neuen Future über dem des alten liegt (Fachbegriff: Contango), entsteht allerdings automatisch ein Verlust. Viele Anlageprodukte und auch die klassischen Rohstoffindizes haben mit diesem Phänomen zu kämpfen.
Nicht so die LBBW-Fonds. Nach der Maxime „Rollgewinne statt Rollverluste“ investiert der Rohstoffe 1 dort, wo der Tausch in einen neuen Future einen Gewinn verspricht, weil sein Preis unter dem des auslaufenden liegt (Backwardation). „Jeder Rohstoff wird dabei anfangs mit 10 Prozent gleich gewichtet“, so Michael Krauß, Bereichsleiter Fixed Income & Alternative Investments bei der LBBW Asset Management.
Krauß sieht neben Rollgewinnen einen weiteren Vorteil: „Wir gehen davon aus, dass die Terminkurven am Rohstoffmarkt fundamentale Signale bezüglich Knappheiten widerspiegeln. Contango ist ein Zeichen für hohe Lagerbestände, während Backwardation ein Zeichen für Knappheit ist. So positionieren wir uns in den knappen Rohstoffen.“
Bislang mit Erfolg: Mit einem Plus von 31,8 Prozent (R-Anteilsklasse) über drei Jahre liegt der LBBW Rohstoffe 1 deutlich vor den gängigen Rohstoff-Indizes. Für seinen Erfolg wurde er aktuell vom Analysehaus Lipper mit einem Zertifikat ausgezeichnet
* Auszug Das Investment
Die große Trendwende bei Rohstoffen
Die Rohstoffmärkte befinden sich derzeit offenbar an einem Wendepunkt – zu dieser Einschätzung kommt Nicholas Brooks von ETF Securities. Die Zypern-Krise habe ihm zufolge den positiven Trend bei zyklischen Rohstoffen gestoppt.
Im ersten Quartal 2013 ist weltweit die Risikobereitschaft der Investoren gestiegen, da das globale Wirtschaftswachstum angezogen hat. Rohstoff-Investoren haben daher ihre Positionen in Exchange Traded Products (ETPs), also börsengehandelten Produkten, auf Gold abgebaut und stärker in ETPs auf zyklische Rohstoffe investiert. Hierzu zählen Silber, Kupfer, Palladium und Platin sowie breite Rohstoffkörbe.
Aus Gold-ETPs flossen in den ersten drei Monaten des Jahres Mittel in Höhe von 9,2 Milliarden US-Dollar ab. Nicholas Brooks, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities, führt diese Entwicklungen auf eine Verbesserung der Daten zum Wirtschaftswachstum in den USA zurück. Diese habe die Erwartungen eines Zinsanstiegs in den USA wachsen lassen. Darüber hinaus hätten Spekulationen zugenommen, dass die lockere Geldpolitik zurückgefahren werde. Dies hat den Wechselkurs des US-Dollar unterstützt. "Alle diese Faktoren haben sich negativ auf Goldinvestments ausgewirkt und taktische Investoren veranlasst, ihre Positionen in dem Edelmetall abzubauen", kommentiert Brooks. Ein ähnlicher Trend lasse sich auch im Futures-Markt beobachten. Dort fielen die Netto-Long-Positionen in Terminkontrakten auf Gold auf den Stand von Ende 2008.
"Seit Überlegungen zu einer Enteignung von zyprischen Sparern bekannt wurden, haben Gold-ETPs zwischenzeitlich wieder Mittelzuflüsse erzielt. Dagegen haben Investoren ihre Investments in ETPs auf zyklischere Rohstoffe zurückgefahren und teilweise sogar Mittel aus diesen Produkten abgezogen", so Brooks. Ob sich der Trend der Umschichtung aus Gold in zyklischere Rohstoffe umkehrt oder nur unterbrochen und sich nach einer Pause fortsetzen wird, hänge aus Sicht des Experten von folgenden Fragen ab: Wie geht Europa mit Zypern und der Ansteckungsgefahr für weitere Volkswirtschaften in der europäischen Peripherie um? Und wie nachhaltig sind die guten Wirtschaftsdaten aus den USA?
Die Rohstoffmärkte befinden sich derzeit offenbar an einem Wendepunkt – zu dieser Einschätzung kommt Nicholas Brooks von ETF Securities. Die Zypern-Krise habe ihm zufolge den positiven Trend bei zyklischen Rohstoffen gestoppt.
Im ersten Quartal 2013 ist weltweit die Risikobereitschaft der Investoren gestiegen, da das globale Wirtschaftswachstum angezogen hat. Rohstoff-Investoren haben daher ihre Positionen in Exchange Traded Products (ETPs), also börsengehandelten Produkten, auf Gold abgebaut und stärker in ETPs auf zyklische Rohstoffe investiert. Hierzu zählen Silber, Kupfer, Palladium und Platin sowie breite Rohstoffkörbe.
Aus Gold-ETPs flossen in den ersten drei Monaten des Jahres Mittel in Höhe von 9,2 Milliarden US-Dollar ab. Nicholas Brooks, Head of Research and Investment Strategy bei ETF Securities, führt diese Entwicklungen auf eine Verbesserung der Daten zum Wirtschaftswachstum in den USA zurück. Diese habe die Erwartungen eines Zinsanstiegs in den USA wachsen lassen. Darüber hinaus hätten Spekulationen zugenommen, dass die lockere Geldpolitik zurückgefahren werde. Dies hat den Wechselkurs des US-Dollar unterstützt. "Alle diese Faktoren haben sich negativ auf Goldinvestments ausgewirkt und taktische Investoren veranlasst, ihre Positionen in dem Edelmetall abzubauen", kommentiert Brooks. Ein ähnlicher Trend lasse sich auch im Futures-Markt beobachten. Dort fielen die Netto-Long-Positionen in Terminkontrakten auf Gold auf den Stand von Ende 2008.
"Seit Überlegungen zu einer Enteignung von zyprischen Sparern bekannt wurden, haben Gold-ETPs zwischenzeitlich wieder Mittelzuflüsse erzielt. Dagegen haben Investoren ihre Investments in ETPs auf zyklischere Rohstoffe zurückgefahren und teilweise sogar Mittel aus diesen Produkten abgezogen", so Brooks. Ob sich der Trend der Umschichtung aus Gold in zyklischere Rohstoffe umkehrt oder nur unterbrochen und sich nach einer Pause fortsetzen wird, hänge aus Sicht des Experten von folgenden Fragen ab: Wie geht Europa mit Zypern und der Ansteckungsgefahr für weitere Volkswirtschaften in der europäischen Peripherie um? Und wie nachhaltig sind die guten Wirtschaftsdaten aus den USA?


