Renminbi – die neue Weltwährung? Yuan soll langfristig den Dollar als Leitwährung ablösen
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Renminbi – die neue Weltwährung? Yuan soll langfristig den Dollar als Leitwährung ablösen
Kann sich Geschichte wiederholen? Im Falle der chinesischen Währung, dem Renminbi, scheint es zumindest wahrscheinlich. Denn es gibt durchaus Parallelen zwischen dem heutigen China und den USA nach dem Zweiten Weltkrieg, als der Dollar zur Weltwährung aufstieg. Dazu zählen unter anderem eine hohe Exportquote und eine geringe Staatsverschuldung.
Auch weitere Indizien sprechen für das langfristige Aufwertungspotenzial des Renminbi, meint Matthias Gerstenlauer, Wertpapierspezialist der Volksbank Ludwigsburg: So verfügt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt über ein Drittel und damit die mit Abstand größten Devisenreserven der Welt. Auch die geplante Stärkung des inländischen Konsums dürfte mit einer Aufwertung der chinesischen Währung einhergehen
Längst haben auch internationale Unternehmen diesen Trend erkannt. Sie profitieren dabei von der zunehmenden Öffnung Chinas für ausländische Investoren. Einige namhafte Unternehmen, darunter McDonald’s und Volkswagen, bringen bereits Unternehmensanleihen in der chinesischen Währung heraus.
Auch Privatanleger können auf den Aufschwung des Renminbi setzen. Mit speziellen Fonds partizipieren sie vom Verlauf der in der chinesischen Währung emittierten Anleihen. Wegen möglicher Währungsschwankungen, Änderung der Bonität des Emittenten und steigender Zinsen ist auch diese Anlage, wie die meisten Wertpapier-Anlagen, mit Verlustrisiken verbunden. Im Vergleich zu anderen Währungen bietet der Renminbi aber gute Erfolgsaussichten. Es ist also für Privatanleger ratsam, die chinesische Währung im Auge zu behalten. Denn wie immer gilt: Wer frühzeitig auf den Zug aufspringt, sichert sich die besten Plätze.
Pressemitteilung Volksbank Ludwigsburg eG
Auch weitere Indizien sprechen für das langfristige Aufwertungspotenzial des Renminbi, meint Matthias Gerstenlauer, Wertpapierspezialist der Volksbank Ludwigsburg: So verfügt die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt über ein Drittel und damit die mit Abstand größten Devisenreserven der Welt. Auch die geplante Stärkung des inländischen Konsums dürfte mit einer Aufwertung der chinesischen Währung einhergehen
Längst haben auch internationale Unternehmen diesen Trend erkannt. Sie profitieren dabei von der zunehmenden Öffnung Chinas für ausländische Investoren. Einige namhafte Unternehmen, darunter McDonald’s und Volkswagen, bringen bereits Unternehmensanleihen in der chinesischen Währung heraus.
Auch Privatanleger können auf den Aufschwung des Renminbi setzen. Mit speziellen Fonds partizipieren sie vom Verlauf der in der chinesischen Währung emittierten Anleihen. Wegen möglicher Währungsschwankungen, Änderung der Bonität des Emittenten und steigender Zinsen ist auch diese Anlage, wie die meisten Wertpapier-Anlagen, mit Verlustrisiken verbunden. Im Vergleich zu anderen Währungen bietet der Renminbi aber gute Erfolgsaussichten. Es ist also für Privatanleger ratsam, die chinesische Währung im Auge zu behalten. Denn wie immer gilt: Wer frühzeitig auf den Zug aufspringt, sichert sich die besten Plätze.
Pressemitteilung Volksbank Ludwigsburg eG
Renminbi - Yuan
Der Renminbi ist die Währung der Volksrepublik China und wird von der Chinesischen Volksbank herausgegeben. Im Westen wird die Währung selbst auch oft Yuan genannt
Inflation nach Plan – Yuan wird internationaler
Die Inflation in China ist im Februar auf ein 20-Monatstief gesunken. Laut der am Freitag veröffentlichten Daten der chinesischen Statistikbehörde stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 3,2 Prozent, nachdem sie im Januar noch 4,5 Prozent betragen hatte.
Noch im Juli des vergangenen Jahres hatte der Anstieg der Verbraucherpreise mit 6,5 Prozent noch ein Dreijahres-Hoch hingelegt. Insgesamt betrug der kombinierte Verbraucherpreisanstieg in den ersten beiden Monaten 3,9 Prozent und liegt damit unter der von der Regierung ausgegebenen Obergrenze von vier Prozent. Analysten zufolge gibt die Abschwächung der Inflation der chinesischen Zentralbank mehr Spielraum für geldpolitische Lockerungen um nötigenfalls das sich abschwächende Wirtschaftswachstum zu stützen. Die Verantwortlichen gehen derzeit von einem Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent für dieses Jahr aus. Um die von der Schuldenproblematik gefährdete Exportwirtschaft, als Motor des Wirtschaftswachstums, weiter am Laufen zu halten, ist China auch bereit seine Währung Schritt für Schritt auf den internationalen Märkten zu etablieren.
China stärkt internationale Rolle des Yuan
Nachdem China bereits Ende Dezember in Peking mit Japan einen Vertrag unterzeichnete der die chinesische Währung Yuan als bilateralen Handelswährungsvertrag etablierte, versucht das Reich der Mitte weiter den internationalen Status seiner Währung zu stärken. Nun soll die Regierung beabsichtigen anderen großen Schwellenländern erstmals Yuan-Kredite anzubieten. Die dafür zuständige China Development Bank (CDB) werde am 29. März in Neu-Delhi eine entsprechende Absichtserklärung mit ihren Pendants in Brasilien, Russland, Indien und Südafrika unterzeichnen, berichtet die britische "Financial Times" unter Berufung auf beteiligte Personen.
Eine größere Rolle des Yuan ist bisher daran gescheitert, dass es der Volksrepublik an einem entwickelten Anleihenmarkt fehlt und die Währung nicht frei konvertierbar, also umtauschbar, ist. Lange Jahre war der Yuan an den Dollar gekoppelt. Peking will damit seine Exportindustrie schützen. Erst im Sommer vergangenen Jahres erlaubte Peking, seine Währung aufzuwerten. Zum Dollar hat der Renminbi von Juni 2011 bis heute 2,5 Prozent zugelegt, berichtet Welt-Online
Inflation nach Plan – Yuan wird internationaler
Die Inflation in China ist im Februar auf ein 20-Monatstief gesunken. Laut der am Freitag veröffentlichten Daten der chinesischen Statistikbehörde stiegen die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 3,2 Prozent, nachdem sie im Januar noch 4,5 Prozent betragen hatte.
Noch im Juli des vergangenen Jahres hatte der Anstieg der Verbraucherpreise mit 6,5 Prozent noch ein Dreijahres-Hoch hingelegt. Insgesamt betrug der kombinierte Verbraucherpreisanstieg in den ersten beiden Monaten 3,9 Prozent und liegt damit unter der von der Regierung ausgegebenen Obergrenze von vier Prozent. Analysten zufolge gibt die Abschwächung der Inflation der chinesischen Zentralbank mehr Spielraum für geldpolitische Lockerungen um nötigenfalls das sich abschwächende Wirtschaftswachstum zu stützen. Die Verantwortlichen gehen derzeit von einem Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent für dieses Jahr aus. Um die von der Schuldenproblematik gefährdete Exportwirtschaft, als Motor des Wirtschaftswachstums, weiter am Laufen zu halten, ist China auch bereit seine Währung Schritt für Schritt auf den internationalen Märkten zu etablieren.
China stärkt internationale Rolle des Yuan
Nachdem China bereits Ende Dezember in Peking mit Japan einen Vertrag unterzeichnete der die chinesische Währung Yuan als bilateralen Handelswährungsvertrag etablierte, versucht das Reich der Mitte weiter den internationalen Status seiner Währung zu stärken. Nun soll die Regierung beabsichtigen anderen großen Schwellenländern erstmals Yuan-Kredite anzubieten. Die dafür zuständige China Development Bank (CDB) werde am 29. März in Neu-Delhi eine entsprechende Absichtserklärung mit ihren Pendants in Brasilien, Russland, Indien und Südafrika unterzeichnen, berichtet die britische "Financial Times" unter Berufung auf beteiligte Personen.
Eine größere Rolle des Yuan ist bisher daran gescheitert, dass es der Volksrepublik an einem entwickelten Anleihenmarkt fehlt und die Währung nicht frei konvertierbar, also umtauschbar, ist. Lange Jahre war der Yuan an den Dollar gekoppelt. Peking will damit seine Exportindustrie schützen. Erst im Sommer vergangenen Jahres erlaubte Peking, seine Währung aufzuwerten. Zum Dollar hat der Renminbi von Juni 2011 bis heute 2,5 Prozent zugelegt, berichtet Welt-Online
Es ist die nächste Welle: China will seinen Handelspartnern Brasilien, Russland und Indien nun auch Kredite in der eigenen Währung anbieten. Zugleich treibt Peking den Aufbau Londons als europäisches Offshore-Zentrum für den Renminbi voran. Die Attacke auf den Dollar wird massiver und konkreter.
Es ist diese Beharrlichkeit, die Amerika in Angst versetzt. Steht ein Plan, verfolgt China ihn unbeirrt. Auch den, die eigene Währung aus ihrem globalen Schattendasein zur Alternative im Welthandel zu machen - auch, wenn die Gelegenheiten dazu eigentlich ungünstiger werden. Denn Schritt für Schritt hat China, hat die Landeswährung Renminbi, ein bisschen an Glanz verloren. Deshalb steuert Chinas Regierung jetzt kräftig gegen. Es ist aus Pekings Sicht dringend nötig.
Chinas Wachstum sinkt, und die Finanzmärkte verlieren etwas von ihrem Glauben an eine deutliche,automatische Aufwertung des Reminbi, der Ladeswährung Chinas. Weil Chinas Überschuss in der Leistungsbilanz von 10 Prozent im Jahr 2007 auf jetzt unter 3 Prozent gefallen ist, finden es beispielsweise die Analysten bei der Schweizer UBS "sehr schwierig zu argumentieren, dass der Yuan noch deutlich unterbewertet ist".
Die Führung in Peking nimmt diese Ernüchterung im Westen zum Anlass, die internationale Verbreitung des Yuan - wie die Währung aus dem Reich der Mitte auch genannt wird - einfach noch schneller voranzutreiben. Nach dem Motto: Wenn die Aufwertungseuphorie nachlässt, muss man eben andere Anreize zur Verbreitung von Chinas Währung bieten. Die Verwendung des Yuan als Offshore-Währung wird daher ebenso forciert, wie die Lockerung der Bestimmungen, die es ausländischen Firmen erlauben, mit Renminbi im Reich der Mitte zu investieren. Nun wendet sich Peking sogar an das Powerhaus der Schwellenmärkte: Am 29. März will Chinas Führung mit den BRIC-Partnern Brasilien, Russland und Indien - dazu auch Südafrika - in Delhi eine Vereinbarung unterzeichnen, die Renminbi-Kredite an diese Länder vorsieht. Das wäre symbolisch ein wichtiger Schritt beim Aufbau des Yuan zu einer internationalen Reservewährung.
Im Juni wird China außerdem mit der Panasiatischen Goldbörse einen Großangriff auf die Hegemonie der London Metals Exchange und der Comex in New York starten. Die 1,3 Milliarden Chinesen, die zum größten Goldinvestor auf dem Planeten aufgestiegen sind, können dann per Mausklick Goldkontrakte in Renminbi handeln. Im Gegensatz zu den westlichen Rohstoffbörsen ist dabei jeder einzelne Kontrakt mit physischem Gold hinterlegt. Diese Offensive kommt, während im Januar zum zweiten Mal hintereinander die Yuan-Einlagen in Hongkonger Banken - um 2,1 Prozent, leicht zurückgegangen sind, wie die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) meldet. In Peking hat das einen Alarm ausgelöst. China will nicht, dass das Momentum der immensen Expansion des Renminbi als Offshore-Währung leidet.
Frankfurt verliert an Bedeutung
Seitdem China im Sommer 2010 die Verwendung des Renminbi in Hongkong stark liberalisierte, sind die Einlagen um das Zehnfache gewachsen. Obwohl die Offshore-Einlagen in Hongkong damit immer noch weniger als ein Prozent aller Yuan-Einlagen in Chinas Banken ausmachen, hat dieser phänomenale Zuwachs weltweit Aufmerksamkeit erregt. China treibt die Offshore-Verbreitung seiner Währung gezielt voran. Im vergangenen Jahr wurde London als erstes westliches Offshore-Zentrum für den Yuan gewonnen. Auch Singapur steht bereit für eine führende Rolle. In Frankfurt am Main hat man diese Entwicklung wohl etwas verschlafen.
Damit der Offshore-Motor erst gar nicht zu stottern beginnt, werden jetzt schneller Genehmigungen für sogenannte Dim Sum Bonds erteilt. Das sind Anleihen, die in Yuan aufgelegt werden, meist in Hongkong. Vor wenigen Tagen begann die Emirates NBD - die größte Bank in den Vereinigten Arabischen Emiraten - mit dem Verkauf einer 119 Millionen Dollar umfassenden Yuan-Anleihe. Es ist eine kleine Emission, das Volumen ist nicht furchtbar bedeutend. Aber das politische Signal ist immens. Es ist der erste Verkauf von Dim Sum Bonds am Persischen Golf, wo Petrodollars sowie Portfoliokapital aus dem Westen und Asien eine bedeutende Nachfrage darstellen. Im Epizentrum des neuen Weltmarkts für Dim-Sum-Bonds, in Hongkong, hat sich 2011 laut der HSBC-Bank das Anleihevolumen verdreifacht.
Vor vier Tagen, am vergangenen Donnerstag, legte zudem die größte Fondsgesellschaft für Renminbis auf der Welt, die italienische AZ Investment Management, einen weiteren, in Luxemburg registrierten Yuan-Bond auf. Und der weltweit aufgestellte Immobilienfinanzierer Agincourt Capital - mit Büros in Hong Kong, Sydney und London - kündigte Ende 2011 eine Wandelanleihe in Yuan an. Zeitgleich nahm China am heimischen Devisenmarkt den Handel mit australischen und kanadischen Dollars auf.
Besonders die Panasiatische Goldbörse wird in diesem Zusammenhang an den Rohstoffmärkten genau beobachtet. Sie öffnet nicht nur einen der spekulativsten und liquidesten Metallmärkte für den Yuan, sie macht China auch zum ersten Land, das in einem der lukrativsten Rohstoffmärkte der Welt offen den Dollar attackiert. Sechs chinesische Großbanken werden ab Juni jeden Morgen den neuen Goldpreis stellen, darunter die Agricultural Bank of China. Würden nur 2 Prozent der 320 Millionen Kunden dieser Bank jeweils einen Kontrakt (10 Unzen) kaufen, könnten dem Markt damit 1800 Tonnen Gold entzogen werden. Zum Vergleich: Die weltweite Nachfrage erreichte im vergangenen Jahr 4067 Tonnen. Laut dem World Gold Council stieg die Goldnachfrage in China 2011 um 20 Prozent auf 770 metrische Tonnen. Im vierten Quartal hat China damit den bislang weltweit größten Verbraucher Indien überholt.
* MM
Es ist diese Beharrlichkeit, die Amerika in Angst versetzt. Steht ein Plan, verfolgt China ihn unbeirrt. Auch den, die eigene Währung aus ihrem globalen Schattendasein zur Alternative im Welthandel zu machen - auch, wenn die Gelegenheiten dazu eigentlich ungünstiger werden. Denn Schritt für Schritt hat China, hat die Landeswährung Renminbi, ein bisschen an Glanz verloren. Deshalb steuert Chinas Regierung jetzt kräftig gegen. Es ist aus Pekings Sicht dringend nötig.
Chinas Wachstum sinkt, und die Finanzmärkte verlieren etwas von ihrem Glauben an eine deutliche,automatische Aufwertung des Reminbi, der Ladeswährung Chinas. Weil Chinas Überschuss in der Leistungsbilanz von 10 Prozent im Jahr 2007 auf jetzt unter 3 Prozent gefallen ist, finden es beispielsweise die Analysten bei der Schweizer UBS "sehr schwierig zu argumentieren, dass der Yuan noch deutlich unterbewertet ist".
Die Führung in Peking nimmt diese Ernüchterung im Westen zum Anlass, die internationale Verbreitung des Yuan - wie die Währung aus dem Reich der Mitte auch genannt wird - einfach noch schneller voranzutreiben. Nach dem Motto: Wenn die Aufwertungseuphorie nachlässt, muss man eben andere Anreize zur Verbreitung von Chinas Währung bieten. Die Verwendung des Yuan als Offshore-Währung wird daher ebenso forciert, wie die Lockerung der Bestimmungen, die es ausländischen Firmen erlauben, mit Renminbi im Reich der Mitte zu investieren. Nun wendet sich Peking sogar an das Powerhaus der Schwellenmärkte: Am 29. März will Chinas Führung mit den BRIC-Partnern Brasilien, Russland und Indien - dazu auch Südafrika - in Delhi eine Vereinbarung unterzeichnen, die Renminbi-Kredite an diese Länder vorsieht. Das wäre symbolisch ein wichtiger Schritt beim Aufbau des Yuan zu einer internationalen Reservewährung.
Im Juni wird China außerdem mit der Panasiatischen Goldbörse einen Großangriff auf die Hegemonie der London Metals Exchange und der Comex in New York starten. Die 1,3 Milliarden Chinesen, die zum größten Goldinvestor auf dem Planeten aufgestiegen sind, können dann per Mausklick Goldkontrakte in Renminbi handeln. Im Gegensatz zu den westlichen Rohstoffbörsen ist dabei jeder einzelne Kontrakt mit physischem Gold hinterlegt. Diese Offensive kommt, während im Januar zum zweiten Mal hintereinander die Yuan-Einlagen in Hongkonger Banken - um 2,1 Prozent, leicht zurückgegangen sind, wie die Hong Kong Monetary Authority (HKMA) meldet. In Peking hat das einen Alarm ausgelöst. China will nicht, dass das Momentum der immensen Expansion des Renminbi als Offshore-Währung leidet.
Frankfurt verliert an Bedeutung
Seitdem China im Sommer 2010 die Verwendung des Renminbi in Hongkong stark liberalisierte, sind die Einlagen um das Zehnfache gewachsen. Obwohl die Offshore-Einlagen in Hongkong damit immer noch weniger als ein Prozent aller Yuan-Einlagen in Chinas Banken ausmachen, hat dieser phänomenale Zuwachs weltweit Aufmerksamkeit erregt. China treibt die Offshore-Verbreitung seiner Währung gezielt voran. Im vergangenen Jahr wurde London als erstes westliches Offshore-Zentrum für den Yuan gewonnen. Auch Singapur steht bereit für eine führende Rolle. In Frankfurt am Main hat man diese Entwicklung wohl etwas verschlafen.
Damit der Offshore-Motor erst gar nicht zu stottern beginnt, werden jetzt schneller Genehmigungen für sogenannte Dim Sum Bonds erteilt. Das sind Anleihen, die in Yuan aufgelegt werden, meist in Hongkong. Vor wenigen Tagen begann die Emirates NBD - die größte Bank in den Vereinigten Arabischen Emiraten - mit dem Verkauf einer 119 Millionen Dollar umfassenden Yuan-Anleihe. Es ist eine kleine Emission, das Volumen ist nicht furchtbar bedeutend. Aber das politische Signal ist immens. Es ist der erste Verkauf von Dim Sum Bonds am Persischen Golf, wo Petrodollars sowie Portfoliokapital aus dem Westen und Asien eine bedeutende Nachfrage darstellen. Im Epizentrum des neuen Weltmarkts für Dim-Sum-Bonds, in Hongkong, hat sich 2011 laut der HSBC-Bank das Anleihevolumen verdreifacht.
Vor vier Tagen, am vergangenen Donnerstag, legte zudem die größte Fondsgesellschaft für Renminbis auf der Welt, die italienische AZ Investment Management, einen weiteren, in Luxemburg registrierten Yuan-Bond auf. Und der weltweit aufgestellte Immobilienfinanzierer Agincourt Capital - mit Büros in Hong Kong, Sydney und London - kündigte Ende 2011 eine Wandelanleihe in Yuan an. Zeitgleich nahm China am heimischen Devisenmarkt den Handel mit australischen und kanadischen Dollars auf.
Besonders die Panasiatische Goldbörse wird in diesem Zusammenhang an den Rohstoffmärkten genau beobachtet. Sie öffnet nicht nur einen der spekulativsten und liquidesten Metallmärkte für den Yuan, sie macht China auch zum ersten Land, das in einem der lukrativsten Rohstoffmärkte der Welt offen den Dollar attackiert. Sechs chinesische Großbanken werden ab Juni jeden Morgen den neuen Goldpreis stellen, darunter die Agricultural Bank of China. Würden nur 2 Prozent der 320 Millionen Kunden dieser Bank jeweils einen Kontrakt (10 Unzen) kaufen, könnten dem Markt damit 1800 Tonnen Gold entzogen werden. Zum Vergleich: Die weltweite Nachfrage erreichte im vergangenen Jahr 4067 Tonnen. Laut dem World Gold Council stieg die Goldnachfrage in China 2011 um 20 Prozent auf 770 metrische Tonnen. Im vierten Quartal hat China damit den bislang weltweit größten Verbraucher Indien überholt.
* MM
Renminbi bleibt auf Wachstumskurs
Die Aussicht auf Währungsgewinne ist seit langem ein wichtiger Anziehungspunkt für Investoren, die ein Engagement in chinesische Vermögenswerte suchen. Jedoch bekundete die Chinesische Notenbank – The People´s Bank of China (PBOC) – Mitte März, dass der Renminbi nahe einer ‚ausgeglichenen‘ Bewertung zu anderen Währungen sei. Anthony Chan, Ökonom für die asiatischen Märkte bei ACMBernstein in Hongkong, erklärt, warum der Aufwärtstrend der chinesischen Währung seiner Einschätzung nach trotzdem noch lange nicht zu Ende ist.
Er geht davon aus, dass die Chinesische Notenbank mit der Währungsbewertung Mitte März offenbar auf den jüngsten Rückgang des chinesischen Handelsüberschusses reagierte. Dieser war in den letzten Monaten immer kleiner geworden. Im Februar verzeichnete China das größte monatliche Handelsdefizit seit 1989. Ein Grund: Die Konjunkturschwäche in Europa und anderen Industrieländern, die weniger chinesische Exportgüter nachfragten. Gleichzeitig haben steigende Energie- und Rohstoffpreise die Importpreise nach oben getrieben. Zusammen mit den höheren Kapitalabflüssen in der zweiten Jahreshälfte 2011 hat der jüngste Rückgang des Handelsüberschusses das Wachstum der enormen Fremdwährungsreserven Chinas gebremst und den Aufwertungsdruck auf den Renminbi gemindert.
Nur das Handelsdefizit im Februar zu betrachten, ist jedoch zu eng gedacht, wie Chan anmerkt. Die Februardaten sind aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes verzerrt. Dieses dauert traditionell eine Woche und belastet am Anfang jeden Jahres das Handelssaldo. Wenn sich die Entwicklung der vergangenen Jahre wiederholt, dürfte im zweiten Quartal eine erhebliche Verbesserung eintreten.
Laut Einschätzung von Chan und seinen Kollegen wird der chinesische Handelsüberschuss vermutlich auch 2012 etwa zwei Prozent des BIP beziehungsweise 150 Milliarden US-Dollar betragen und möglicherweise sogar noch etwas steigen, wenn die Ölpreise fallen oder die Exportnachfrage im Jahresverlauf anzieht. Die Fundamentaldaten sprechen also weiter eher für einen starken als für einen schwachen Renminbi.
Renminbi-Aufwertung verringert die Exportabhängigkeit
Seit China sein Währungsregime in 2005 etwas gelockert hat und von einem festen zu einem flexiblen System übergegangen ist, hat der Renminbi im Vergleich zu dem gewichteten Durchschnitt der zentralen Währungen um etwa 20 Prozent aufgewertet. Im gleichen Zeitraum haben sich die Währungsreserven des Landes mehr als vervierfacht, weil die chinesische Notenbank enorme Mengen an Fremdwährungen erworben hat (vor allem US-Dollar), um die Aufwertung des Renminbi zu bremsen. Die Währung dürfte also noch weiterhin eine Menge Aufholbedarf haben.
Als weiterer Grund für eine Renminbi-Aufwertung spricht Chan zufolge, dass es China hilft die Wirtschaft weniger exportabhängig zu machen. Die chinesische Politik versucht, die Exportabhängigkeit durch die Förderung der Binnennachfrage zu verringern. Ein stärkerer Renminbi könnte diesen Wandel erleichtern, weil sich die Chinesen dann mehr Importgüter leisten können.
Außerdem kann eine starke Währung dazu beitragen, die Inflation zu bremsen. Angesichts der steigenden Energie- und Rohstoffpreise ist das besonders wichtig. Zurzeit ist Asien der größte Verbraucher von Öl und Rohstoffen weltweit, mit China an der Spitze. Stärkere asiatische Währungen könnten dazu beitragen, die Last der Energieimporte zu mindern.
Schließlich gehen Chan und seine Kollegen davon aus, dass im Zuge der Liberalisierung des chinesischen Finanzsektors auch die Investitionen aus dem Ausland steigen werden. Die Zuflüsse ausländischen Kapitals nach China, wo die Renditen erheblich höher sind als in den Industrieländern, dürften auch in den nächsten Jahren eine Aufwertung der Währung begünstigen.
Das Fazit der ACMBernstein-Experten lautet: Trotz aller gegenteiligen Berichte und Diskussionen sei davon auszugehen, dass der Renminbi sowohl im Jahr 2012 als auch in den Folgejahren weiter in moderatem Tempo aufwertet.
Quelle:FONDS professionell
* Felix Hannemann / Anthony Chan
Er geht davon aus, dass die Chinesische Notenbank mit der Währungsbewertung Mitte März offenbar auf den jüngsten Rückgang des chinesischen Handelsüberschusses reagierte. Dieser war in den letzten Monaten immer kleiner geworden. Im Februar verzeichnete China das größte monatliche Handelsdefizit seit 1989. Ein Grund: Die Konjunkturschwäche in Europa und anderen Industrieländern, die weniger chinesische Exportgüter nachfragten. Gleichzeitig haben steigende Energie- und Rohstoffpreise die Importpreise nach oben getrieben. Zusammen mit den höheren Kapitalabflüssen in der zweiten Jahreshälfte 2011 hat der jüngste Rückgang des Handelsüberschusses das Wachstum der enormen Fremdwährungsreserven Chinas gebremst und den Aufwertungsdruck auf den Renminbi gemindert.
Nur das Handelsdefizit im Februar zu betrachten, ist jedoch zu eng gedacht, wie Chan anmerkt. Die Februardaten sind aufgrund des chinesischen Neujahrsfestes verzerrt. Dieses dauert traditionell eine Woche und belastet am Anfang jeden Jahres das Handelssaldo. Wenn sich die Entwicklung der vergangenen Jahre wiederholt, dürfte im zweiten Quartal eine erhebliche Verbesserung eintreten.
Laut Einschätzung von Chan und seinen Kollegen wird der chinesische Handelsüberschuss vermutlich auch 2012 etwa zwei Prozent des BIP beziehungsweise 150 Milliarden US-Dollar betragen und möglicherweise sogar noch etwas steigen, wenn die Ölpreise fallen oder die Exportnachfrage im Jahresverlauf anzieht. Die Fundamentaldaten sprechen also weiter eher für einen starken als für einen schwachen Renminbi.
Renminbi-Aufwertung verringert die Exportabhängigkeit
Seit China sein Währungsregime in 2005 etwas gelockert hat und von einem festen zu einem flexiblen System übergegangen ist, hat der Renminbi im Vergleich zu dem gewichteten Durchschnitt der zentralen Währungen um etwa 20 Prozent aufgewertet. Im gleichen Zeitraum haben sich die Währungsreserven des Landes mehr als vervierfacht, weil die chinesische Notenbank enorme Mengen an Fremdwährungen erworben hat (vor allem US-Dollar), um die Aufwertung des Renminbi zu bremsen. Die Währung dürfte also noch weiterhin eine Menge Aufholbedarf haben.
Als weiterer Grund für eine Renminbi-Aufwertung spricht Chan zufolge, dass es China hilft die Wirtschaft weniger exportabhängig zu machen. Die chinesische Politik versucht, die Exportabhängigkeit durch die Förderung der Binnennachfrage zu verringern. Ein stärkerer Renminbi könnte diesen Wandel erleichtern, weil sich die Chinesen dann mehr Importgüter leisten können.
Außerdem kann eine starke Währung dazu beitragen, die Inflation zu bremsen. Angesichts der steigenden Energie- und Rohstoffpreise ist das besonders wichtig. Zurzeit ist Asien der größte Verbraucher von Öl und Rohstoffen weltweit, mit China an der Spitze. Stärkere asiatische Währungen könnten dazu beitragen, die Last der Energieimporte zu mindern.
Schließlich gehen Chan und seine Kollegen davon aus, dass im Zuge der Liberalisierung des chinesischen Finanzsektors auch die Investitionen aus dem Ausland steigen werden. Die Zuflüsse ausländischen Kapitals nach China, wo die Renditen erheblich höher sind als in den Industrieländern, dürften auch in den nächsten Jahren eine Aufwertung der Währung begünstigen.
Das Fazit der ACMBernstein-Experten lautet: Trotz aller gegenteiligen Berichte und Diskussionen sei davon auszugehen, dass der Renminbi sowohl im Jahr 2012 als auch in den Folgejahren weiter in moderatem Tempo aufwertet.
Quelle:FONDS professionell
* Felix Hannemann / Anthony Chan
Renminbi Weltwaehrung? So so...
Das habe ich gerade auf einer Webpage von t-online gefunden:
Gehälter reichen nicht zum Leben
Fast zwei Drittel der Foxconn-Arbeiter (64 Prozent) sagten in der FLA-Umfrage, sie könnten mit dem Gehalt nicht ihre Grundbedürfnisse finanzieren. Dabei gelten die Einkommen bei Foxconn bereits als überdurchschnittlich in China, was die Jobs sehr begehrt macht.
Hier geht es um die Apple Geraete Fertigung.
Wenn schon diese Gehaelter nicht reichen, wie will dann China den ruecklaeufigen Export ausgleichen? Lt. Angaben aus China soll das durch Inlands Nachfrage kompensiert werden. Bei solchen Gehaeltern?
Das Wachstumsmodell "Export-Push" mit kuenstlich abgewerteter Waehrung funktioniert nur in expandierenden Maerkten. Die wir aber heute nicht mehr haben, da sich der Rest der Welt mehr oder weniger um die eigenen Schulden kuemmern muss.
mcd
Gehälter reichen nicht zum Leben
Fast zwei Drittel der Foxconn-Arbeiter (64 Prozent) sagten in der FLA-Umfrage, sie könnten mit dem Gehalt nicht ihre Grundbedürfnisse finanzieren. Dabei gelten die Einkommen bei Foxconn bereits als überdurchschnittlich in China, was die Jobs sehr begehrt macht.
Hier geht es um die Apple Geraete Fertigung.
Wenn schon diese Gehaelter nicht reichen, wie will dann China den ruecklaeufigen Export ausgleichen? Lt. Angaben aus China soll das durch Inlands Nachfrage kompensiert werden. Bei solchen Gehaeltern?
Das Wachstumsmodell "Export-Push" mit kuenstlich abgewerteter Waehrung funktioniert nur in expandierenden Maerkten. Die wir aber heute nicht mehr haben, da sich der Rest der Welt mehr oder weniger um die eigenen Schulden kuemmern muss.
mcd
Ach die Welt leidet unter Schulden ;-) ?, dachte wir befinden uns in keiner Rezession und alles ist bestens, gibt doch wöchentlich Meldungen, dass der Deutsche Arbeitsmarkt im Aufwind ist usw. China und andere Länder (Dtl.) werden in der Wirtschaftsleistung dramatisch abstürzen, die sozialen Verhältnisse werden sich noch einmal mehr verschlechtern. Also ich sehe den Renminbi nicht als Weltwährung.
Chinas Premierminister Wen Jiabao will das staatliche Bankenmonopol in seiner Heimat zerschlagen. Als Ziel gibt Jiabao einen besseren Kapitalfluß und einen beschleunigten Wandel der Wirtschaft an. "Unsere Banken verdienen zu leicht Geld", sagte er. "Warum? Weil eine kleine Zahl großer Banken Monopolstatus haben." Um privates Kapital in die Finanzwirtschaft fließen zu lassen, "müssen wir das Monopol brechen".
Der Premier legt mit seiner Forderung einen Finger in die offene Wunde des chinesischen Bankensektors.
Wucherzinsen und Marktabschottung
Ein Pilotprojekt erlaubt es Wenzhous Bürgern, selbst Banken zu gründen und ihr Geld im Ausland anzulegen. "Ich denke, die Elemente, die in Wenzhou erfolgreich sind, können sofort landesweit eingeführt werden", sagte Premier Wen. Offen ließ er allerdings noch, ab wann die Regierung mit den Reformen beginnen möchte und ob die Parteiführung seine Pläne unterstützt.
Quellen:
SZ
FAZ
Der Premier legt mit seiner Forderung einen Finger in die offene Wunde des chinesischen Bankensektors.
Zitat
Chinas Bankenmarkt wird von den sogenannten Großen Vier dominiert. Das größte Institut des Landes ist die Industrial & Commercial Bank of China (ICBC); im vergangenen Jahr machte das Institut einen Gewinn von mehr als 32 Milliarden Euro. Auch die drei anderen großen Geldhäuser - die Bank of China, die China Construction Bank und die Agriculture Bank of China - verdienten ordentlich. Welche Firma in China einen Kredit bekommt, bestimmen de facto diese Viererbande. In der Regel versorgen die Institute die großen Staatsunternehmen. Kleine private Firmen gehen meist leer aus und sind gezwungen, sich bei illegalen Pfandleihern Geld zu besorgen. Regelmäßig kommt es in der Volksrepublik zu Selbstmorden von Privatunternehmern, weil sie die horrenden Zinsforderungen nicht mehr bedienen können.
Wucherzinsen und Marktabschottung
Zitat
Angeführt von der Bank ICBC, sind Chinas fünf große Staatsinstitute sehr erfolgreich. Die Eigenkapitalrendite ist mit mehr als 20 Prozent außergewöhnlich hoch, im letzten Quartal 2011 nahmen die Gewinne im Durchschnitt um 12 Prozent zu. Ihr Geld verdienen sie vor allem mit dem Abstand zwischen Soll- und Habenzinsen. Der wird von der Zentralbank vorgegeben. Andere legale Anlage- und Darlehensmöglichkeiten gibt es kaum. Das System funktioniert, weil Chinas Finanzmärkte abgeschottet sind und der Renminbi (Yuan) nicht frei handelbar ist.
Ein Pilotprojekt erlaubt es Wenzhous Bürgern, selbst Banken zu gründen und ihr Geld im Ausland anzulegen. "Ich denke, die Elemente, die in Wenzhou erfolgreich sind, können sofort landesweit eingeführt werden", sagte Premier Wen. Offen ließ er allerdings noch, ab wann die Regierung mit den Reformen beginnen möchte und ob die Parteiführung seine Pläne unterstützt.
Zitat
Experten sind sich einig, dass Chinas Wirtschaft dringend umgebaut werden muss: "Der grundsätzliche Bedarf an drastischen Finanzreformen ist klar", sagt William Overholt von der Harvard-Universität. In China hingen derzeit mehr denn je künftige Jobs und Wachstum von kleinen Firmen ab. Auch die Weltbank kommt zu diesem Ergebnis. Gemeinsam mit einem Thinktank des chinesischen Staatsrats hatten die Washingtoner Ökonomen Ende Februar eine fast 450 Seiten lange Analyse über die chinesische Wirtschaft vorgestellt. Noch, sagte Weltbank-Chef Robert Zoellick, als er den Bericht in Peking vorstellte, sei es nicht zu spät für Reformen, aber es werde keine leichte Aufgabe, die Wirtschaft umzubauen. "Der Teufel steckt in der Umsetzung", sagte Zoellick und warnte vor den Reformverweigerern in der Kommunistischen Partei.
Als eine Hauptaufgabe der kommenden Jahre machten die Weltbank-Ökonomen das Aufbrechen der staatlichen Monopole aus. Die großen Banken würden durch ihre Kreditpolitik den kleinen Unternehmern das Innovationspotential nehmen. Und gerade das benötigt China, damit der Umschwung vom Billiglohnland hin zu einer kreativen Ökonomie gelingt. Die ersten Signale verspürt China bereits: Unternehmen mit arbeitsintensiver Produktion verlagern ihre Fabriken. Turnschuhe und T-Shirts werden nun nicht mehr Guangdong im Süden Chinas, sondern in Bangladesch oder Vietnam geklebt und genäht.
Quellen:
SZ
FAZ
Chinas Wirtschaft braucht starken Renminbi
Chinas Wirtschaft ist im ersten Quartal um 8,1 Prozent gewachsen. 0,3 Prozentpunkte weniger als erwartet, aber über dem Jahresziel von 7,5 Prozent. Um die Wirtschaft zu stärken, wird China seine Währung weiter schrittweise öffnen, sagt Fidelity-Fondsmanager Bryan Collins
Ein Gastbeitrag von Bryan Collins, Fondsmanager des Fidelity China RMB Bond Fund (WKN: A1JTXR)
Ein starker Renminbi fördert die heimische Wirtschaft und den Binnenkonsum, beides zentrale Anliegen der Regierung, um das Wachstum Chinas nachhaltig zu sichern. In der Vergangenheit hat die chinesische Regierung die Währung künstlich tief gehalten, um die Exporte des Landes nicht zu gefährden. Nun jedoch öffnet Peking schrittweise seine Währung und lässt eine langsame Aufwertung zu.
Zudem verfolgt Peking seit einiger Zeit den Plan, den Renminbi auch als Anlagewährung zu internationalisieren. Aus Sicht der chinesischen Zentralbank ist es im Interesse des Landes, den Renminbi als internationale Handels- und Anlagewährung zu etablieren. Denn das ermöglicht, die problematische, phasenweise auftretende Dollar-Knappheit in Chinas Außenhandel besser abzufedern und sich schrittweise vom US-Dollar zu emanzipieren.
Leckerbissen mit höherer Volatilität
Von der graduellen Internationalisierung profitiert derzeit insbesondere der sogenannte Dim-Sum-Markt in Hongkong, an dem Anleihen in der chinesischen Landeswährung offshore frei begeben werden können. Benannt ist dieser Handelsplatz nach Dim-Sum-Gerichten, den Leckerbissen des Landes. Und der Appetit von Anlegern und Emittenten aus der ganzen Welt auf diese in Hongkong ausgegebenen Schuldverschreibungen ist groß.
Zu den Staatsanleihen und Schuldverschreibungen chinesischer Banken kamen zunächst zahlreiche große chinesische Firmen als Emittenten von Renminbi-Bonds. Inzwischen setzen auch schon internationale Konzerne wie McDonald's oder Caterpillar, die in den chinesischen Markt drängen, auf eigene Dim-Sum-Anleihen.
Derzeit werden in diesem Markt 70 vergleichsweise liquide Anleihen verschiedener Emittenten mit einem Volumen von mehr als 100 Milliarden Renminbi gehandelt - das entspricht etwa 12 Milliarden Euro. Anleger, die ein Auge auf den Renminbi geworfen haben, sollten sich jedoch in der kommenden Zeit wegen der angekündigten flexibleren Währungspolitik auf eine höhere Volatilität einstellen.
Schritt für Schritt zur Reservewährung
Grundsätzlich bleiben die Aussichten für den Dim-Sum-Markt aber weiter positiv. Das kürzlich unterschriebene Währungs-Swap-Abkommen zwischen China und Australien ist die jüngste Initiative Pekings, die angestrebte Internationalisierung der Landeswährung und des chinesischen Anleihenmarktes zu unterstützen.
Dazu haben die Notenbanken beider Länder einen Vertrag über einen Währungs-Swap im Volumen von rund 31 Milliarden US-Dollar (knapp 23 Milliarden Euro) unterzeichnet. Das wird die Abwicklung des Außenhandels in Renminbi weiter erleichtern. Und es unterstreicht das Potenzial des Renminbis als künftige Reservewährung.
Ein Gastbeitrag von Bryan Collins, Fondsmanager des Fidelity China RMB Bond Fund (WKN: A1JTXR)
Ein starker Renminbi fördert die heimische Wirtschaft und den Binnenkonsum, beides zentrale Anliegen der Regierung, um das Wachstum Chinas nachhaltig zu sichern. In der Vergangenheit hat die chinesische Regierung die Währung künstlich tief gehalten, um die Exporte des Landes nicht zu gefährden. Nun jedoch öffnet Peking schrittweise seine Währung und lässt eine langsame Aufwertung zu.
Zudem verfolgt Peking seit einiger Zeit den Plan, den Renminbi auch als Anlagewährung zu internationalisieren. Aus Sicht der chinesischen Zentralbank ist es im Interesse des Landes, den Renminbi als internationale Handels- und Anlagewährung zu etablieren. Denn das ermöglicht, die problematische, phasenweise auftretende Dollar-Knappheit in Chinas Außenhandel besser abzufedern und sich schrittweise vom US-Dollar zu emanzipieren.
Leckerbissen mit höherer Volatilität
Von der graduellen Internationalisierung profitiert derzeit insbesondere der sogenannte Dim-Sum-Markt in Hongkong, an dem Anleihen in der chinesischen Landeswährung offshore frei begeben werden können. Benannt ist dieser Handelsplatz nach Dim-Sum-Gerichten, den Leckerbissen des Landes. Und der Appetit von Anlegern und Emittenten aus der ganzen Welt auf diese in Hongkong ausgegebenen Schuldverschreibungen ist groß.
Zu den Staatsanleihen und Schuldverschreibungen chinesischer Banken kamen zunächst zahlreiche große chinesische Firmen als Emittenten von Renminbi-Bonds. Inzwischen setzen auch schon internationale Konzerne wie McDonald's oder Caterpillar, die in den chinesischen Markt drängen, auf eigene Dim-Sum-Anleihen.
Derzeit werden in diesem Markt 70 vergleichsweise liquide Anleihen verschiedener Emittenten mit einem Volumen von mehr als 100 Milliarden Renminbi gehandelt - das entspricht etwa 12 Milliarden Euro. Anleger, die ein Auge auf den Renminbi geworfen haben, sollten sich jedoch in der kommenden Zeit wegen der angekündigten flexibleren Währungspolitik auf eine höhere Volatilität einstellen.
Schritt für Schritt zur Reservewährung
Grundsätzlich bleiben die Aussichten für den Dim-Sum-Markt aber weiter positiv. Das kürzlich unterschriebene Währungs-Swap-Abkommen zwischen China und Australien ist die jüngste Initiative Pekings, die angestrebte Internationalisierung der Landeswährung und des chinesischen Anleihenmarktes zu unterstützen.
Dazu haben die Notenbanken beider Länder einen Vertrag über einen Währungs-Swap im Volumen von rund 31 Milliarden US-Dollar (knapp 23 Milliarden Euro) unterzeichnet. Das wird die Abwicklung des Außenhandels in Renminbi weiter erleichtern. Und es unterstreicht das Potenzial des Renminbis als künftige Reservewährung.
In einer Sonderfinanzzone soll ausprobiert werden, was passiert, wenn China den Yuan freigibt. Das Ziel: Der Yuan soll langfristig den Dollar als Leitwährung ablösen
Noch Mitte der Achtzigerjahre war Shenzhen nicht mehr als ein Fischerdorf. Nur im Landesinneren entstanden die ersten Fabrikhallen. Chinas Staatsoberhaupt Deng Xiaoping hatte die Gegend an der Grenze zu Hongkong kurz zuvor zur Sonderwirtschaftszone erklärt und damit erstmals Marktwirtschaft in der Volksrepublik zugelassen. Viel war aber noch nicht los.
Heute ist Shenzhen eine der modernsten Metropolen Chinas und hat bereits doppelt so viele Einwohner wie Hongkong, einen inzwischen sehr viel größeren Hafen und dürfte auch in der Wirtschaftskraft schon bald den Nachbarn übertrumpfen. Was Deng als Experiment begonnen hat, ist zur Musterstadt des modernen chinesischen Kapitalismus geworden. Nun wird die Gegend um Shenzhen erneut als Experimentierfeld genutzt.
Zwischen Shenzhen und Hongkong soll mit Qianhai eine Sonderfinanzzone entstehen, in der die chinesische Währung, der Yuan, bis zu einem bestimmten Volumen frei tauschbar wird. „Die Politik des Landes läuft darauf hinaus, den Kapitalmarkt des Landes allmählich zu öffnen und die volle Konvertibilität des Yuan zu erreichen“, kündigte Zhang Xiaoqiang, der stellvertretende Vorsitzende der staatlichen Plankommission, an. Qianhai soll eine Pionierrolle spielen.
Umweg über die Zentralbank
Bislang konnte man die chinesische Währung in China nicht einfach ein- oder ausführen. Zudem ist der Yuan fest an den US-Dollar gekoppelt. Das heißt: Jeder, der Waren aus China bezieht und bezahlen möchte, muss den Umweg über die chinesische Zentralbank gehen. Jeder Dollar, jeder Euro und jeder Yen, der nach China fließt, wird von ihr einbehalten, die zu einem von ihr festgelegten Wert wiederum Yuans austeilt.
Das soll sich nun ändern. Japan, Malaysia und eine Reihe weiterer Länder haben bereits Vereinbarungen mit Peking getroffen, wonach Waren direkt in der chinesischen Währung gehandelt werden können. Zudem hat neben Hongkong und Singapur vor Kurzem auch London den Status eines Auslandszentrums des Yuan erhalten. Das heißt: Es gibt nun eine Reihe von Finanzprodukten in chinesischer Währung, die auf diesen Finanzplätzen frei gehandelt werden können.
Mit der neuen Sonderfinanzzone auf chinesischem Boden wollen Pekings Machthaber austesten, welche Auswirkungen es haben wird, wenn Exportfirmen ihre Waren direkt in Yuan abrechnen können. Auch europäische Käufer haben nun die Möglichkeit, ihre erworbenen Waren direkt in Yuan zu bezahlen – und zwar zu einem vom Markt festgesetzten Wert. China geht damit nach demselben Prinzip vor wie vor 33 Jahren: Erst soll die Freigabe in einer Sonderzone erprobt werden, dann irgendwann auf der gesamten Welt.
Die westlichen Staaten begrüßen diesen Schritt. Vor allem die USA, aber auch die Europäer haben immer wieder beklagt, dass Peking mit der festen Koppelung an den Dollar den Wert der chinesischen Währung zu niedrig ansetze, um die heimische Exportindustrie zu stützen.
USA könnten Vorteile verlieren
Doch gerade, was die USA angeht, könnte diese Freude schnell verebben. Denn Chinas Führung hat vor allem ein Ziel: Sie will den Yuan zu einer Reservewährung ausbauen. Schon mehren sich die Stimmen, dass der Yuan den Dollar sogar als globale Leitwährung ablösen könnte. US-Ökonom Barry Eichengreen hält das angesichts der Stärke der chinesischen Volkswirtschaft und der vergleichsweise geringen Staatsschulden für eine realistische Entwicklung. Die USA wären damit ihren Vorteil der vergangenen vier Jahrzehnte los: nämlich fast unbegrenzt Geld drucken zu können.
Solange die Chinesen aber noch experimentieren, dürfen sich Anleger aus aller Welt einfach über die neuen Möglichkeiten freuen, nun auch in der Volksrepublik leichter investieren zu können.
*Die Presse
Noch Mitte der Achtzigerjahre war Shenzhen nicht mehr als ein Fischerdorf. Nur im Landesinneren entstanden die ersten Fabrikhallen. Chinas Staatsoberhaupt Deng Xiaoping hatte die Gegend an der Grenze zu Hongkong kurz zuvor zur Sonderwirtschaftszone erklärt und damit erstmals Marktwirtschaft in der Volksrepublik zugelassen. Viel war aber noch nicht los.
Heute ist Shenzhen eine der modernsten Metropolen Chinas und hat bereits doppelt so viele Einwohner wie Hongkong, einen inzwischen sehr viel größeren Hafen und dürfte auch in der Wirtschaftskraft schon bald den Nachbarn übertrumpfen. Was Deng als Experiment begonnen hat, ist zur Musterstadt des modernen chinesischen Kapitalismus geworden. Nun wird die Gegend um Shenzhen erneut als Experimentierfeld genutzt.
Zwischen Shenzhen und Hongkong soll mit Qianhai eine Sonderfinanzzone entstehen, in der die chinesische Währung, der Yuan, bis zu einem bestimmten Volumen frei tauschbar wird. „Die Politik des Landes läuft darauf hinaus, den Kapitalmarkt des Landes allmählich zu öffnen und die volle Konvertibilität des Yuan zu erreichen“, kündigte Zhang Xiaoqiang, der stellvertretende Vorsitzende der staatlichen Plankommission, an. Qianhai soll eine Pionierrolle spielen.
Umweg über die Zentralbank
Bislang konnte man die chinesische Währung in China nicht einfach ein- oder ausführen. Zudem ist der Yuan fest an den US-Dollar gekoppelt. Das heißt: Jeder, der Waren aus China bezieht und bezahlen möchte, muss den Umweg über die chinesische Zentralbank gehen. Jeder Dollar, jeder Euro und jeder Yen, der nach China fließt, wird von ihr einbehalten, die zu einem von ihr festgelegten Wert wiederum Yuans austeilt.
Das soll sich nun ändern. Japan, Malaysia und eine Reihe weiterer Länder haben bereits Vereinbarungen mit Peking getroffen, wonach Waren direkt in der chinesischen Währung gehandelt werden können. Zudem hat neben Hongkong und Singapur vor Kurzem auch London den Status eines Auslandszentrums des Yuan erhalten. Das heißt: Es gibt nun eine Reihe von Finanzprodukten in chinesischer Währung, die auf diesen Finanzplätzen frei gehandelt werden können.
Mit der neuen Sonderfinanzzone auf chinesischem Boden wollen Pekings Machthaber austesten, welche Auswirkungen es haben wird, wenn Exportfirmen ihre Waren direkt in Yuan abrechnen können. Auch europäische Käufer haben nun die Möglichkeit, ihre erworbenen Waren direkt in Yuan zu bezahlen – und zwar zu einem vom Markt festgesetzten Wert. China geht damit nach demselben Prinzip vor wie vor 33 Jahren: Erst soll die Freigabe in einer Sonderzone erprobt werden, dann irgendwann auf der gesamten Welt.
Die westlichen Staaten begrüßen diesen Schritt. Vor allem die USA, aber auch die Europäer haben immer wieder beklagt, dass Peking mit der festen Koppelung an den Dollar den Wert der chinesischen Währung zu niedrig ansetze, um die heimische Exportindustrie zu stützen.
USA könnten Vorteile verlieren
Doch gerade, was die USA angeht, könnte diese Freude schnell verebben. Denn Chinas Führung hat vor allem ein Ziel: Sie will den Yuan zu einer Reservewährung ausbauen. Schon mehren sich die Stimmen, dass der Yuan den Dollar sogar als globale Leitwährung ablösen könnte. US-Ökonom Barry Eichengreen hält das angesichts der Stärke der chinesischen Volkswirtschaft und der vergleichsweise geringen Staatsschulden für eine realistische Entwicklung. Die USA wären damit ihren Vorteil der vergangenen vier Jahrzehnte los: nämlich fast unbegrenzt Geld drucken zu können.
Solange die Chinesen aber noch experimentieren, dürfen sich Anleger aus aller Welt einfach über die neuen Möglichkeiten freuen, nun auch in der Volksrepublik leichter investieren zu können.
*Die Presse
China wird Geldpolitik weiter lockern
Die chinesische Zentralbank hat innerhalb nur eines Monats die Zinsen erneut gesenkt. Wer davon profitiert und welche weiteren Lockerungsschritte es geben wird, erklärt Raymond Ma, Fondsmanager bei Fidelity
Innerhalb nur eines Monats hat die chinesische Zentralbank die Zinsen zum zweiten Mal gesenkt. Nachdem die Währungshüter die Leitzinsen bereits Anfang Juni um 25 Basispunkte gesenkt haben, folgte nun der nächste Schritt: Der einjährige Ausleihsatz wurde um 31 Basispunkte und der einjährigen Einlagensatz um 25 Basispunkte auf sechs beziehungsweise drei Prozent, gesenkt. „Die zweite Zinssenkung der chinesischen Notenbank kurz hintereinander kam früher als erwartet. Das deutet darauf hin, dass die Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung, die nächste Woche veröffentlicht werden sollen, nicht so gut sind wie erwartet, und dass die chinesische Regierung die Politik der Zinssenkung fortsetzt, um das Wachstum zu unterstützen“, erklärt Raymond Ma, Manager des Fidelity China Consumer Fund und des Fidelity Greater China Fund, dazu.
Bereits zu Jahresbeginn hatte der Fondsmanager prognostiziert, dass das Jahr des Drachens ein Jahr der Liquidität und Erholung werde. Ein Ende der Lockerung der Geldmarktpolitik Chinas erwartet Ma weiterhin nicht. Als sehr positiv erachtet er auch den Rückgang der Inflation in China: „Der Verbraucherpreisindex ist im Mai auf drei Prozent gefallen und scheint weiter zurückzugehen. Dieser Trend gibt der Regierung viel Raum, um weitere Schritte zu unternehmen, die das Wachstum und die Investitionen unterstützen, wenn es nötig wird.“
Wer wird von der lockeren Geldpolitik Chinas profitieren?
Der Fondsmanager ist aufgrund der Lockerung der Geldmarktpolitik zuversichtlich, dass sich die chinesische Wirtschaft in den kommenden Quartalen erholen wird. Durch die Verbesserung für Haus- und Wohnungskäufe erwartet Ma eine Stärkung des Immobilienmarktes. „Historisch betrachtet besitzt der chinesische Immobilienmarkt eine starke Korrelation zum Mindestreservesatz und zu Zinsänderungen. Ich gehe davon aus, dass dies auch weiterhin so sein wird. Daher sollte Chinas Immobilienmarkt positiv auf eine weitere Lockerungspolitik in diesem Jahr reagieren“, so der Fidelity-Experte.
Nach Ansicht von Ma sollten davon auch Versicherungsunternehmen profitieren. Mehr Menschen sollten demnach zukünftig Versicherungsprodukte kaufen, da Versicherer durch die Senkung der Zinsen auf Spareinlagen bessere Konditionen anbieten können. Eine weniger gute Prognose gibt er hingegen für den Bankensektor ab. Die Notenbank hat bereits angekündigt, den Banken bei ihrer Kreditvergabe höhere Abschläge auf den offiziellen Zinssatz zu erlauben. „Das ist ein erster Schritt in Richtung Deregulierung bei den Zinssätzen und könnte zu geringeren Margen und geringerer Profitabilität im Bankensektor führen“, erklärt Ma
Innerhalb nur eines Monats hat die chinesische Zentralbank die Zinsen zum zweiten Mal gesenkt. Nachdem die Währungshüter die Leitzinsen bereits Anfang Juni um 25 Basispunkte gesenkt haben, folgte nun der nächste Schritt: Der einjährige Ausleihsatz wurde um 31 Basispunkte und der einjährigen Einlagensatz um 25 Basispunkte auf sechs beziehungsweise drei Prozent, gesenkt. „Die zweite Zinssenkung der chinesischen Notenbank kurz hintereinander kam früher als erwartet. Das deutet darauf hin, dass die Daten zur wirtschaftlichen Entwicklung, die nächste Woche veröffentlicht werden sollen, nicht so gut sind wie erwartet, und dass die chinesische Regierung die Politik der Zinssenkung fortsetzt, um das Wachstum zu unterstützen“, erklärt Raymond Ma, Manager des Fidelity China Consumer Fund und des Fidelity Greater China Fund, dazu.
Bereits zu Jahresbeginn hatte der Fondsmanager prognostiziert, dass das Jahr des Drachens ein Jahr der Liquidität und Erholung werde. Ein Ende der Lockerung der Geldmarktpolitik Chinas erwartet Ma weiterhin nicht. Als sehr positiv erachtet er auch den Rückgang der Inflation in China: „Der Verbraucherpreisindex ist im Mai auf drei Prozent gefallen und scheint weiter zurückzugehen. Dieser Trend gibt der Regierung viel Raum, um weitere Schritte zu unternehmen, die das Wachstum und die Investitionen unterstützen, wenn es nötig wird.“
Wer wird von der lockeren Geldpolitik Chinas profitieren?
Der Fondsmanager ist aufgrund der Lockerung der Geldmarktpolitik zuversichtlich, dass sich die chinesische Wirtschaft in den kommenden Quartalen erholen wird. Durch die Verbesserung für Haus- und Wohnungskäufe erwartet Ma eine Stärkung des Immobilienmarktes. „Historisch betrachtet besitzt der chinesische Immobilienmarkt eine starke Korrelation zum Mindestreservesatz und zu Zinsänderungen. Ich gehe davon aus, dass dies auch weiterhin so sein wird. Daher sollte Chinas Immobilienmarkt positiv auf eine weitere Lockerungspolitik in diesem Jahr reagieren“, so der Fidelity-Experte.
Nach Ansicht von Ma sollten davon auch Versicherungsunternehmen profitieren. Mehr Menschen sollten demnach zukünftig Versicherungsprodukte kaufen, da Versicherer durch die Senkung der Zinsen auf Spareinlagen bessere Konditionen anbieten können. Eine weniger gute Prognose gibt er hingegen für den Bankensektor ab. Die Notenbank hat bereits angekündigt, den Banken bei ihrer Kreditvergabe höhere Abschläge auf den offiziellen Zinssatz zu erlauben. „Das ist ein erster Schritt in Richtung Deregulierung bei den Zinssätzen und könnte zu geringeren Margen und geringerer Profitabilität im Bankensektor führen“, erklärt Ma
Eine Erholung wird es kaum geben. Das chinesische "Wunder" ist vorbei. Fuer immer.
Zitat
Bereits zu Jahresbeginn hatte der Fondsmanager prognostiziert, dass das
Jahr des Drachens ein Jahr der Liquidität und Erholung werde.
...und zur Blasenbildung.
Zitat
„Historisch betrachtet besitzt der chinesische Immobilienmarkt eine
starke Korrelation zum Mindestreservesatz und zu Zinsänderungen.
Bis die Gesellschaft soweit ist, dass sie Exportausfaelle im Inland kompensieren kann, werden noch Jahrzehnte ins Land gehen...
mcd
Die Aufwertung der chinesischen Währung ist keine "sichere" Wette
Viele Investoren gehen davon aus, dass die chinesische Währung ein "sicherer" Aufwertungskandidat wäre und man durch eine rechtzeitige Positionierung Wechselkursgewinne lukrieren könnte. Diese "sichere" Wette scheint an Beliebtheit einzubüßen, denn der Wechselkurs des Dollar-Renminbi-Währungspaars bewegt sich in eine vollkommen ungewohnte Richtung. Seit Anfang Mai hat sich der chinesische Renminbi gegenüber dem Greenback um rund 1,3 Prozent abgeschwächt. Ist die People's Bank of China (PboC) von ihrem bisherigen Aufwertungskurs abgerückt?
Dieser Frage geht Ursina Kubli, Ökonomin bei der Bank Sarasin & Cie, in einer aktuellen Analyse nach: Eine schwächere Währung käme der chinesischen Konjunktur derzeit höchst gelegen. Der Vorwurf, dass die chinesische Zentralbank ihre Währung schwächt, um die Konjunktur zu stützen, ist derzeit jedoch nicht berechtigt. Die chinesischen Devisenreserven sind im Mai um rund 90 Milliarden Dollar gesunken. Offenbar hat sich die PboC gegen eine Abwertung gestemmt. Nicht die Währungspolitik der chinesischen Zentralbank, sondern die Finanzmärkte haben die jüngste Abwertung der chinesischen Valuta herbeigeführt.
China beugt sich Druck aus den USA
Die Zuströme in die chinesische Valuta glichen lange einer „Einbahnstraße". Es ist eine ausgemachte Sache, dass sich die chinesische Zentralbank zumindest schrittweise dem Druck aus den USA beugen muss und ihre massiv unterbewertete Währung aufwerten lassen wird. In den vergangenen Monaten wurde die PBoC plötzlich auch mit Abflüssen aus der eigenen Währung konfrontiert. Das ist Neuland für die chinesische Zentralbank. Erste Zweifel, wie weit der Renminbi noch unter seinem fairen Wert notiert, dürften die Ursache sein.
Der reale Wechselkurs des Renminbi ist in den vergangenen fünf Jahren um rund 20 Prozent gestiegen. Dies ist deutlich mehr als der Währungsanstieg in anderen asiatischen Ländern. Zudem hat sich der Überschuss der chinesischen Leistungsbilanz kräftig reduziert. Im zweiten Quartal 2012 wies China lediglich einen Leistungsbilanzüberschuss von 3,6 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt aus und ist damit im Vergleich zum Jahr 2008 auf einen Drittel geschrumpft.
Renminbi nicht mehr stark unterbewertet
Der hohe Leistungsbilanzüberschuss in China war ein häufiges Indiz dafür, dass der Renminbi massiv unterbewertet ist. Der starke Rückgang ist zwar teilweise konjunkturell bedingt, da die Nachfrage nach chinesischen Exportgütern aufgrund des schwachen globalen Wirtschaftswachstums stark nachgelassen hat. Doch auch der strukturelle Überschuss in der Leistungsbilanz ist in China gesunken und deutet darauf hin, dass der Renminbi nicht mehr so stark unterbewertet ist.
Langfristig müssen Investoren mit größeren Volatilitäten der chinesischen Valuta rechnen. Die Verankerung eines zweiseitigen Wechselkursrisikos liegt auch im Interesse der chinesischen Zentralbank. Schließlich führt eine Einwegs-Wette zu spekulativen Zuflüssen und es droht die Bildung einer Blase. Im April 2012 hat die PBoC eine zögerliche Maßnahme eingeleitet und hat die Bandbreite des chinesischen Wechselkurses gegenüber dem von der Zentralbank fixierten USD-CNY-Wechselkurs von 0,5 auf ein Prozent erhöht. Die Bank Sarasin erwartet daher, dass China ab dem Jahr 2013 verstärkt Maßnahmen zu einer Flexibilisierung des Wechselkursregimes einleiten wird.
Viele Investoren gehen davon aus, dass die chinesische Währung ein "sicherer" Aufwertungskandidat wäre und man durch eine rechtzeitige Positionierung Wechselkursgewinne lukrieren könnte. Diese "sichere" Wette scheint an Beliebtheit einzubüßen, denn der Wechselkurs des Dollar-Renminbi-Währungspaars bewegt sich in eine vollkommen ungewohnte Richtung. Seit Anfang Mai hat sich der chinesische Renminbi gegenüber dem Greenback um rund 1,3 Prozent abgeschwächt. Ist die People's Bank of China (PboC) von ihrem bisherigen Aufwertungskurs abgerückt?
Dieser Frage geht Ursina Kubli, Ökonomin bei der Bank Sarasin & Cie, in einer aktuellen Analyse nach: Eine schwächere Währung käme der chinesischen Konjunktur derzeit höchst gelegen. Der Vorwurf, dass die chinesische Zentralbank ihre Währung schwächt, um die Konjunktur zu stützen, ist derzeit jedoch nicht berechtigt. Die chinesischen Devisenreserven sind im Mai um rund 90 Milliarden Dollar gesunken. Offenbar hat sich die PboC gegen eine Abwertung gestemmt. Nicht die Währungspolitik der chinesischen Zentralbank, sondern die Finanzmärkte haben die jüngste Abwertung der chinesischen Valuta herbeigeführt.
China beugt sich Druck aus den USA
Die Zuströme in die chinesische Valuta glichen lange einer „Einbahnstraße". Es ist eine ausgemachte Sache, dass sich die chinesische Zentralbank zumindest schrittweise dem Druck aus den USA beugen muss und ihre massiv unterbewertete Währung aufwerten lassen wird. In den vergangenen Monaten wurde die PBoC plötzlich auch mit Abflüssen aus der eigenen Währung konfrontiert. Das ist Neuland für die chinesische Zentralbank. Erste Zweifel, wie weit der Renminbi noch unter seinem fairen Wert notiert, dürften die Ursache sein.
Der reale Wechselkurs des Renminbi ist in den vergangenen fünf Jahren um rund 20 Prozent gestiegen. Dies ist deutlich mehr als der Währungsanstieg in anderen asiatischen Ländern. Zudem hat sich der Überschuss der chinesischen Leistungsbilanz kräftig reduziert. Im zweiten Quartal 2012 wies China lediglich einen Leistungsbilanzüberschuss von 3,6 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt aus und ist damit im Vergleich zum Jahr 2008 auf einen Drittel geschrumpft.
Renminbi nicht mehr stark unterbewertet
Der hohe Leistungsbilanzüberschuss in China war ein häufiges Indiz dafür, dass der Renminbi massiv unterbewertet ist. Der starke Rückgang ist zwar teilweise konjunkturell bedingt, da die Nachfrage nach chinesischen Exportgütern aufgrund des schwachen globalen Wirtschaftswachstums stark nachgelassen hat. Doch auch der strukturelle Überschuss in der Leistungsbilanz ist in China gesunken und deutet darauf hin, dass der Renminbi nicht mehr so stark unterbewertet ist.
Langfristig müssen Investoren mit größeren Volatilitäten der chinesischen Valuta rechnen. Die Verankerung eines zweiseitigen Wechselkursrisikos liegt auch im Interesse der chinesischen Zentralbank. Schließlich führt eine Einwegs-Wette zu spekulativen Zuflüssen und es droht die Bildung einer Blase. Im April 2012 hat die PBoC eine zögerliche Maßnahme eingeleitet und hat die Bandbreite des chinesischen Wechselkurses gegenüber dem von der Zentralbank fixierten USD-CNY-Wechselkurs von 0,5 auf ein Prozent erhöht. Die Bank Sarasin erwartet daher, dass China ab dem Jahr 2013 verstärkt Maßnahmen zu einer Flexibilisierung des Wechselkursregimes einleiten wird.
Asiatische Allianz gegen den Dollar
China und Südkorea wollen den Dollar ins Abseits stellen. Rechnungen im bilateralen Handel sollen verstärkt in Yuan und Won beglichen werden. Südkorea bereitet schon ähnliche Vereinbarungen mit anderen Ländern vor
Die Exportnationen China und Südkorea schmieden eine Allianz gegen den Dollar. Für den bilateralen Handel wollen sie künftig verstärkt auf ihre Währungen Yuan und Won zurückgreifen. Dazu soll ein bereits beschlossener Währungstausch im Volumen von umgerechnet rund 45 Milliarden Euro genutzt werden, teilten Finanzministerium und Zentralbank am Dienstag in Seoul mit. Das Geld soll noch in diesem Monat an die Banken fließen. Diese wiederum stellen es Handelsfirmen zur Verfügung, damit diese ihre Rechnungen in den beiden Währungen begleichen können.
"Lokale Währungen werden seit dem Ende der weltweiten Finanzkrise 2008/09 verstärkt für die Abrechnung von Handelsgeschäften genutzt", sagte Euon Ho-sung von der Bank of Korea zu Reportern. "Wir beabsichtigen, ähnliche Vereinbarungen mit anderen Ländern zu treffen." Der Vereinbarung gingen zweijährige Verhandlungen voraus. Mit den Bemühungen Südkoreas, die starken Wechselkursschwankungen des Won einzudämmen, habe dies nichts zu tun.
Exportweltmeister China ist der wichtigste Markt für Südkorea, dass dank Weltkonzernen wie Samsung oder Hyundai inzwischen der siebtgrößte Exporteur der Welt ist. Etwa ein Viertel der Ausfuhren gehen in die Volksrepublik. Dennoch werden im bilateralen Handel nur etwa drei Prozent der Rechnungen in Yuan oder Won beglichen. Der größte Teil wird in US-Dollar abgerechnet, der wichtigsten Währung der Welt. In der Statistik der am meisten genutzten Währungen kommt der chinesische Yuan nur auf Platz 16, obwohl die Volksrepublik die zweitgrößte Wirtschaftsmacht nach den USA und Exportweltmeister ist.
Ein Grund dafür ist, dass der Yuan nicht völlig frei handelbar ist. Die Regierung in Peking lässt ihre Währung nur in einer engen Bandbreite um den Dollar schwanken. Allerdings will sie den Yuan - der auch als Renmimbi bekannt ist – schrittweise zu einer voll konvertierbaren Währung umbauen.
In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden im Handelrechnungen von umgerechnet etwa 246 Milliarden Euro in Yuan beglichen, geht aus Daten der Zentralbank hervor. Das entspricht etwa 11,4 Prozent des gesamten Volumens – mit steigende Tendenz: im September waren es bereits mehr als 134 Prozent. China öffnet auch schrittweise seinen Aktien- und Anleihenmarkt für Yuan-Besitzer in Übersee.
Die Exportnationen China und Südkorea schmieden eine Allianz gegen den Dollar. Für den bilateralen Handel wollen sie künftig verstärkt auf ihre Währungen Yuan und Won zurückgreifen. Dazu soll ein bereits beschlossener Währungstausch im Volumen von umgerechnet rund 45 Milliarden Euro genutzt werden, teilten Finanzministerium und Zentralbank am Dienstag in Seoul mit. Das Geld soll noch in diesem Monat an die Banken fließen. Diese wiederum stellen es Handelsfirmen zur Verfügung, damit diese ihre Rechnungen in den beiden Währungen begleichen können.
"Lokale Währungen werden seit dem Ende der weltweiten Finanzkrise 2008/09 verstärkt für die Abrechnung von Handelsgeschäften genutzt", sagte Euon Ho-sung von der Bank of Korea zu Reportern. "Wir beabsichtigen, ähnliche Vereinbarungen mit anderen Ländern zu treffen." Der Vereinbarung gingen zweijährige Verhandlungen voraus. Mit den Bemühungen Südkoreas, die starken Wechselkursschwankungen des Won einzudämmen, habe dies nichts zu tun.
Exportweltmeister China ist der wichtigste Markt für Südkorea, dass dank Weltkonzernen wie Samsung oder Hyundai inzwischen der siebtgrößte Exporteur der Welt ist. Etwa ein Viertel der Ausfuhren gehen in die Volksrepublik. Dennoch werden im bilateralen Handel nur etwa drei Prozent der Rechnungen in Yuan oder Won beglichen. Der größte Teil wird in US-Dollar abgerechnet, der wichtigsten Währung der Welt. In der Statistik der am meisten genutzten Währungen kommt der chinesische Yuan nur auf Platz 16, obwohl die Volksrepublik die zweitgrößte Wirtschaftsmacht nach den USA und Exportweltmeister ist.
Ein Grund dafür ist, dass der Yuan nicht völlig frei handelbar ist. Die Regierung in Peking lässt ihre Währung nur in einer engen Bandbreite um den Dollar schwanken. Allerdings will sie den Yuan - der auch als Renmimbi bekannt ist – schrittweise zu einer voll konvertierbaren Währung umbauen.
In den ersten neun Monaten dieses Jahres wurden im Handelrechnungen von umgerechnet etwa 246 Milliarden Euro in Yuan beglichen, geht aus Daten der Zentralbank hervor. Das entspricht etwa 11,4 Prozent des gesamten Volumens – mit steigende Tendenz: im September waren es bereits mehr als 134 Prozent. China öffnet auch schrittweise seinen Aktien- und Anleihenmarkt für Yuan-Besitzer in Übersee.

