Schlecker - Schlecker XL
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Schlecker - Schlecker XL
Führende Arbeitsmarktpolitiker von Union und FDP wollen das umstrittene Zeitarbeitsmodell der größten deutschen Drogeriemarktkette Schlecker per Gesetz stoppen. Arbeitsmarktexperte Karl Schiewerling will noch im Januar mit Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (beide CDU) über eine Änderung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes sprechen, die solche Praktiken verhindern soll, wie die „Wirtschaftswoche“ berichtet. Der Branchenführer ersetzt dem Bericht zufolge zu Tausenden Stammpersonal durch Zeitarbeitskräfte von Meniar, einem Arbeitnehmerverleiher. Die Gehälter sinken dem Bericht zufolge dabei unter das Tarifniveau des Einzelhandels.
Größere Drogerie-Märkte, aber geringere Löhne: Schlecker nutzt nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di den Umbau im Filialnetz, um Personalkosten zu drücken. Die Kette zahle Mitarbeitern neuer Läden weniger Lohn, teurere Beschäftigte alter Standorte hätten nach der Schließung gehen müssen.
Bundesweit hat Schlecker in diesem Jahr circa 800 Läden aufgegeben, Hunderten von Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt. Und das, obwohl gleich um die Ecke eine neue Schlecker-XL Filiale eröffnet wurde.
Angeblich sind diese XL-Märkte - trotz weitgehender Namensgleichheit - völlig unabhängig vom Unternehmen der Milliardäre Anton und Christa Schlecker.
Die früheren Schlecker-Mitarbeiter würden gerne sofort dort anfangen - aber XL zahlt in der Regel nur die Hälfte des Stundenlohns, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld und die Beschäftigen haben deutlich weniger Urlaubstage als bei den alten Schlecker-Filialen. Die Umstrukturierung sei im vollen Gange, berichten Gewerkschaften. Sie rechnen mit zweihundert weiteren neuen XL-Märkten – und entsprechend vielen Entlassungen von Mitarbeitern in den zu schließenden alten Läden.
Billige Arbeitskräfte
Woher kommen also die neuen, billigeren XL-Arbeitskräfte? Sie werden von einer Personalagentur namens Meniar - „Menschen in Arbeit“ - vermittelt, vermutet die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und schätzt, dass die Agentur schon circa 4000 Leute angeheuert hat.
Chef von Meniar ist ein Mann, der jahrelang bei Schlecker angestellt war und sich angeblich mit der Agentur selbständig gemacht hat. (GF Alois Over)
Auskünfte oder ein Interview wollte bei Meniar Plusminusaber niemand geben. Auch Schlecker selbst lehnt auf Anfrage jedes Interview zur Sache ab.
* Auszug: Das Erste
Größere Drogerie-Märkte, aber geringere Löhne: Schlecker nutzt nach Angaben der Gewerkschaft Ver.di den Umbau im Filialnetz, um Personalkosten zu drücken. Die Kette zahle Mitarbeitern neuer Läden weniger Lohn, teurere Beschäftigte alter Standorte hätten nach der Schließung gehen müssen.
Zitat
In Groß-Bieberau sei eine kleine Filiale geschlossen und direkt daneben eine Großfiliale eröffnet worden. Dabei habe sich Schlecker aber geweigert, die vier bisher in der kleinen Filiale beschäftigten Mitarbeiter zu übernehmen.
Laut Schiederig zahlt Schlecker in den kleinen Filialen entsprechend dem allgemeinen Einzelhandels-Tarifvertrag 12,98 Euro pro Stunde. Die neue Firma Schlecker XL, die nicht unter den Vertrag falle, zahle dagegen nur 6,50 Euro pro Stunde.
* Auszug: Spiegel
Bundesweit hat Schlecker in diesem Jahr circa 800 Läden aufgegeben, Hunderten von Mitarbeitern betriebsbedingt gekündigt. Und das, obwohl gleich um die Ecke eine neue Schlecker-XL Filiale eröffnet wurde.
Angeblich sind diese XL-Märkte - trotz weitgehender Namensgleichheit - völlig unabhängig vom Unternehmen der Milliardäre Anton und Christa Schlecker.
Die früheren Schlecker-Mitarbeiter würden gerne sofort dort anfangen - aber XL zahlt in der Regel nur die Hälfte des Stundenlohns, kein Urlaubs- und Weihnachtsgeld und die Beschäftigen haben deutlich weniger Urlaubstage als bei den alten Schlecker-Filialen. Die Umstrukturierung sei im vollen Gange, berichten Gewerkschaften. Sie rechnen mit zweihundert weiteren neuen XL-Märkten – und entsprechend vielen Entlassungen von Mitarbeitern in den zu schließenden alten Läden.
Billige Arbeitskräfte
Woher kommen also die neuen, billigeren XL-Arbeitskräfte? Sie werden von einer Personalagentur namens Meniar - „Menschen in Arbeit“ - vermittelt, vermutet die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und schätzt, dass die Agentur schon circa 4000 Leute angeheuert hat.
Chef von Meniar ist ein Mann, der jahrelang bei Schlecker angestellt war und sich angeblich mit der Agentur selbständig gemacht hat. (GF Alois Over)
Auskünfte oder ein Interview wollte bei Meniar Plusminusaber niemand geben. Auch Schlecker selbst lehnt auf Anfrage jedes Interview zur Sache ab.
* Auszug: Das Erste
Schlecker hatte kleinere Filialen geschlossen, in neu eröffneten Läden bekommt das Personal dann nur noch die Hälfte des geltenden Tariflohns.
Der Trick: Für die neuen Märkte habe die Zeitarbeitsfirma Meniar etwa 4300 Beschäftigte an Schlecker vermittelt.
Besonders dreist: Diese Firma sei von Schlecker ausschließlich zu dem Zweck gegründet worden, dem Drogeriediscounter eine „Tarifflucht“ zu ermöglichen.
Jetzt will der Drogerie-Discounter die Zusammenarbeit mit Meniar beenden.
Der Trick: Für die neuen Märkte habe die Zeitarbeitsfirma Meniar etwa 4300 Beschäftigte an Schlecker vermittelt.
Besonders dreist: Diese Firma sei von Schlecker ausschließlich zu dem Zweck gegründet worden, dem Drogeriediscounter eine „Tarifflucht“ zu ermöglichen.
Jetzt will der Drogerie-Discounter die Zusammenarbeit mit Meniar beenden.
Die insolvente Drogeriemarkt-Kette Schlecker schließt mehr als die Hälfte ihrer 6000 deutschen Filialen. Die Zahl werde auf rund 3000 reduziert, sagte Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz in Frankfurt. Damit könnten nur 13 500 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz behalten. Zuletzt war die Zahl der Mitarbeiter mit mehr als 30 000 beziffert worden
Lars und Meike Schlecker, die Kinder des Drogeriegründers Anton Schlecker, meldeten gestern Forderungen in Höhe von insgesamt rund 176 Millionen Euro beim Insolvenzverwalter an.
Hinzu kommen Forderungen der privaten Logistikfirma LDG, die ebenfalls Lars und Meike Schlecker gehört, in Höhe von 76 Millionen Euro. Der Vater hat das Imperium verloren. Jetzt sollten die Kinder nicht noch die Integrität der Familie aufs Spiel setzen
Hinzu kommen Forderungen der privaten Logistikfirma LDG, die ebenfalls Lars und Meike Schlecker gehört, in Höhe von 76 Millionen Euro. Der Vater hat das Imperium verloren. Jetzt sollten die Kinder nicht noch die Integrität der Familie aufs Spiel setzen
Gemeinsame Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Stuttgart und Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) vom 18.07.2012
Schlecker-Insolvenz: Zahlreiche Durchsuchungen in mehreren Bundesländern
Wegen des Verdachts des Bankrotts, der Untreue und der Insolvenzverschleppung im Zusammenhang mit der Insolvenz der Schlecker-Gruppe durchsuchen LKA-Ermittler im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart seit heute Morgen 18 Wohnungen und vier Geschäftsräume in mehreren Bundesländern. Die von der Staatsanwaltschaft Stuttgart eingeleiteten Ermittlungsverfahren richten sich gegen 14 Beschuldigte.
Durchsucht wurden drei Firmenobjekte im Alb-Donau-Kreis und ein Firmenobjekt im Raum Osnabrück.
Zwölf der durchsuchten Wohnungen befinden sich in Baden-Württemberg, davon zehn im Raum Ulm/Alb-Donau-Kreis, eine im Kreis Ludwigsburg und eine im Zollernalbkreis. Je eine Privatwohnung wurde in Berlin, in Bayern, in Hessen, in Niedersachsen, in Nordrhein-Westfalen und in Sachsen durchsucht.
Der Einsatz unter Führung des LKA wird von Einsatzkräften der Landespolizeidirektionen Tübingen und Stuttgart sowie der Polizeidirektion Ulm, Balingen und Ludwigsburg unterstützt. Es sind insgesamt rund 160 Ermittler und neun Staatsanwälte im Einsatz.
Staatsanwaltschaft Stuttgart
Landeskriminalamt Baden-Württemberg
Schlecker-Insolvenz: Zahlreiche Durchsuchungen in mehreren Bundesländern
Wegen des Verdachts des Bankrotts, der Untreue und der Insolvenzverschleppung im Zusammenhang mit der Insolvenz der Schlecker-Gruppe durchsuchen LKA-Ermittler im Auftrag der Staatsanwaltschaft Stuttgart seit heute Morgen 18 Wohnungen und vier Geschäftsräume in mehreren Bundesländern. Die von der Staatsanwaltschaft Stuttgart eingeleiteten Ermittlungsverfahren richten sich gegen 14 Beschuldigte.
Durchsucht wurden drei Firmenobjekte im Alb-Donau-Kreis und ein Firmenobjekt im Raum Osnabrück.
Zwölf der durchsuchten Wohnungen befinden sich in Baden-Württemberg, davon zehn im Raum Ulm/Alb-Donau-Kreis, eine im Kreis Ludwigsburg und eine im Zollernalbkreis. Je eine Privatwohnung wurde in Berlin, in Bayern, in Hessen, in Niedersachsen, in Nordrhein-Westfalen und in Sachsen durchsucht.
Der Einsatz unter Führung des LKA wird von Einsatzkräften der Landespolizeidirektionen Tübingen und Stuttgart sowie der Polizeidirektion Ulm, Balingen und Ludwigsburg unterstützt. Es sind insgesamt rund 160 Ermittler und neun Staatsanwälte im Einsatz.
Staatsanwaltschaft Stuttgart
Landeskriminalamt Baden-Württemberg

