Toll Collect kein Exportschlager
In diesem Thema wurden schon 0 Auszeichnungen vergeben!
Dieses Thema wurde 690 mal besucht und hat 4 Antworten.

Toll Collect kein Exportschlager
Wie die Wirtschaftswoche aus ihrer neuen Ausgabe am Mittwoch
vorab berichtete, haben die hinter dem Mautbetreiber Toll Collect stehenden deutschen Firmen
in Großbritannien eine schwere
Schlappe erlitten:
DaimlerChrysler Services und die Telekom-Tochter T-Systems
seien aus dem Bieterrennen um den Aufbau eines britischen
Mautsystems ausgeschieden, schreibt das Magazin unter
Berufung auf Bieterkreise.
Probleme mit den Haftungsregeln hätten demnach den
Ausschlag dafür gegeben.
Die beiden Konzerne können erst bei einem erfolgreichen
Export des teuer entwickelten deutschen Mautsystems auf
Gewinne hoffen.
Großbritannien und Tschechien sind derzeit die einzigen
europäischen Länder, in denen Ausschreibungen zum Aufbau von
Mautsystemen laufen.
Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe will die Mautgebühren
künftig je nach Verkehrsdichte staffeln
und damit die Autobahnen deutlich entlasten.
Zu den Hauptverkehrszeiten sollten Schwerlaster
mehr zahlen, sagte Stolpe der Wirtschaftswoche.
vorab berichtete, haben die hinter dem Mautbetreiber Toll Collect stehenden deutschen Firmen
in Großbritannien eine schwere
Schlappe erlitten:
DaimlerChrysler Services und die Telekom-Tochter T-Systems
seien aus dem Bieterrennen um den Aufbau eines britischen
Mautsystems ausgeschieden, schreibt das Magazin unter
Berufung auf Bieterkreise.
Probleme mit den Haftungsregeln hätten demnach den
Ausschlag dafür gegeben.
Die beiden Konzerne können erst bei einem erfolgreichen
Export des teuer entwickelten deutschen Mautsystems auf
Gewinne hoffen.
Großbritannien und Tschechien sind derzeit die einzigen
europäischen Länder, in denen Ausschreibungen zum Aufbau von
Mautsystemen laufen.
Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe will die Mautgebühren
künftig je nach Verkehrsdichte staffeln
und damit die Autobahnen deutlich entlasten.
Zu den Hauptverkehrszeiten sollten Schwerlaster
mehr zahlen, sagte Stolpe der Wirtschaftswoche.
Langsam..
Langsam bitte... das System läuft seit zwei Wochen, die ersten Rechnungen laufen ja erst gerade aus dem Computer, es gibt noch keine Erfahrungen wie hoch die Fehlerquote ist etc. Also mal ganz langsam. Wer glaubt, mit einem Produkt, das erst 14 Tage läuft (ob es tatsächlich funktioniert ist ja nochmals was anderes) den großen Exportmaxe spielen zu können, der ist entweder blöde oder verblendet. Erst mal Leistung zeigen, dann klappt es auch mit dem Export (ups, ich vergaß unsere anderen glorreichen Erfindungen, die ja alle auch mit staatlichem Geld gefördert wurden und Exportschlager werden sollten wie z.B.: Transrapid, ICE, unsere Flugzeuginsustrie Dornier/MTU etc, alles Fehlschläge....) Das ermuntert auch für Toll-Collect nicht....
Wer sich ein bisschen im Toll-Collect und deren Politische Hintergründe auskennt, der weis warum das Ding nicht zum terminierten Zeitpunkt funktioniert hat. Denn das Konsortium hat die Verträge seiner Zeit nicht umsonst so gestaltet.
Kleines Beispiel: Ohne den vermeintlichen Termin und die Einnahmen daraus hätte Herr Eichel seinen Haushalt nicht Verfassungskonform gehabt.
Noch eins, die Ausschreibung lief nicht so Klasse (Warum wohl? Wer ist immer noch der Hauptaktionär?) darauf hin beschloss Vodafone Klage einzureichen. Schwubb kam D2 zum Konsortium dazu, die wollten das ihre bereits vorhandene und entwickelte Software mit eingesetzt (und bezahlt) wird. Und da gingen die Probleme erst Richtig los.
Das ganze unter extremen Zeitdruck der politisch vorgegeben war.
Tja und deswegen wurde der Vertrag auch vor einem Schweizer Notar geschlossen und nicht vor einem deutschen.
Im übrigen die Pressekonferenz lief bereits als die Verträge im gleichen Moment von 4 Personen mit erteilter Einzelprokura in der Schweiz unterschrieben wurde. Per Telefon wurde dann den Beteiligten Mitgeteilt sie können die Pressekonferenz eröffnen und die Journalisten begaben sich von den Bereitgestellten Häppchen wieder zum Minister und den Vorständen die schon Schweißgebadet auf den Anruf warteten.
Kleines Beispiel: Ohne den vermeintlichen Termin und die Einnahmen daraus hätte Herr Eichel seinen Haushalt nicht Verfassungskonform gehabt.
Noch eins, die Ausschreibung lief nicht so Klasse (Warum wohl? Wer ist immer noch der Hauptaktionär?) darauf hin beschloss Vodafone Klage einzureichen. Schwubb kam D2 zum Konsortium dazu, die wollten das ihre bereits vorhandene und entwickelte Software mit eingesetzt (und bezahlt) wird. Und da gingen die Probleme erst Richtig los.
Das ganze unter extremen Zeitdruck der politisch vorgegeben war.
Tja und deswegen wurde der Vertrag auch vor einem Schweizer Notar geschlossen und nicht vor einem deutschen.
Im übrigen die Pressekonferenz lief bereits als die Verträge im gleichen Moment von 4 Personen mit erteilter Einzelprokura in der Schweiz unterschrieben wurde. Per Telefon wurde dann den Beteiligten Mitgeteilt sie können die Pressekonferenz eröffnen und die Journalisten begaben sich von den Bereitgestellten Häppchen wieder zum Minister und den Vorständen die schon Schweißgebadet auf den Anruf warteten.
Auszug aus einem Interview mit dem Fachmann für Korruptions- und Armutsforschung,
dem Publizisten Werner Rügmer.
Telepolis hat mit ihm über neue Formen der
politischen Korruption gesprochen.
das komplette Interview vom 26.06.2006 Telepolis
dem Publizisten Werner Rügmer.
Telepolis hat mit ihm über neue Formen der
politischen Korruption gesprochen.
Zitat
Der geheime "Toll-Collect"-Vertrag
Haben Sie ein besonders treffendes Beispiel für diese Entwicklung?
Werner Rügemer: Nehmen Sie Toll Collect. Billigere und erfahrene Anbieter, die erfolgreiche Mautsysteme in der Schweiz und Österreich betreiben, wurden mit fadenscheinigen Begründungen ausgeschaltet. Der Vertrag des Verkehrsministeriums mit dem Konsortium aus Telekom, DaimlerChrysler und cofiroute wurde in der Schweiz unterschrieben, weil in dieser traditionellen Finanzoase die Notare nicht darauf achten müssen, ob der Vertrag andere Rechtsvorschriften verletzt.
Der 17.000 Seiten-Vertrag wurde den Bundestagsabgeordneten bis heute nicht vorgelegt. Selbst die Mitglieder des Haushaltsausschusses bekamen ihn auf nachhaltiges Verlangen hin nicht zu sehen; in nichtöffentlicher Sitzung bekamen sie nur eine Zusammenfassung auf 200 Seiten, die zudem von der Wirtschaftskanzlei Freshfields verfasst war - also von den Beratern, die selbst den Vertrag verfasst haben. Auf erneutes Verlangen einzelner Abgeordneter, die sich auf das Informations-Freiheits-Gesetz beriefen, antwortete die Bundesregierung jetzt, im Mai 2006: Der Vertrag kann auch nicht in einer um Betriebsgeheimnisse bereinigten Fassung vorgelegt werden, weil die Beamten des Verkehrsministeriums nicht entscheiden können, was zu den Betriebsgeheimnissen zählt und was nicht! Als das Konsortium den Mautbetrieb zum vereinbarten Zeitpunkt 2003 nicht aufnahm und der Staat Milliardensummen verlor, zögerte die Regierung ein halbes Jahr, auf der Erfüllung des Vertrages zu bestehen.
Als die Regierung dann doch die vereinbarten Konventionalstrafen und Schadenersatzzahlungen einklagen wollte, konnte sie den Vertrag nicht interpretieren. Sie beauftragte deshalb neue Berater, wieder gegen ein "ordentliches" Honorar, den Vertrag durchzusuchen, den die anderen Berater verfasst haben. Der Staat entmachtet sich also selbst.
Wann das Schiedsgerichtsverfahren zu einem Ergebnis kommt, ist unklar. Es ist weiter zu vermuten, dass die Regierung die wesentlichen Verwertungsrechte dem privaten Konsortium überlassen hat. Telekom, DaimlerChrysler und cofiroute verwenden ja die für die Mauterhebung erhobenen Daten auch für viele weitere Dienstleistungen (Speditionsabrechnungen und -logistik, Verkehrs- und Warenlenkung...) und verdienen daran. Das deutsche Mautsystem soll zudem als Prototyp für die Einführung in vielen anderen Staaten der EU und darüber hinaus dienen - der deutsche Staat verzichtet also auf enorme Einnahmen, die er gerade jetzt bitter nötig hätte und obwohl ja die Privatisierung angeblich zur Entschuldung des Staats beitragen soll.
das komplette Interview vom 26.06.2006 Telepolis
Der Autobahnmautbetreiber Toll Collect ist in das Visier der Steuerfahndung geraten.
Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt laut einem Bericht gegen Toll-Collect-Chef Hanns-Karsten Kirchmann wegen des Verdachts der Umsatzsteuerhinterziehung zum Vorteil der Firma.
Hintergrund seien fragwürdige Finanztransaktionen aus der Gründungszeit der Firma, berichtet ein Magazin vorab aus seiner neuen Ausgabe. Im Zusammenhang mit dem Einkauf von Leistungen und Technik, so der Verdacht der Fahnder, sollen dem Fiskus in den Jahren 2002 und 2003 insgesamt rund 15,7 Millionen Euro Umsatzsteuer vorenthalten worden sein.
Als die mutmaßlich falschen Steuererklärungen abgegeben wurden, war der heutige Vorsitzenden der Geschäftsführung, Hanns-Karsten Kirchmann, in für die Finanzen des Unternehmens verantwortlich.
Eine Sprecherin von Toll Collect bestätigt, dass die 15,7 Millionen Euro Umsatzsteuer inzwischen an das zuständige Finanzamt nachgezahlt wurden. Den Vorwurf der Steuerhinterziehung wies sie jedoch zurück. Im Rahmen einer internen Betriebsprüfung sei man auf "Zweifelsfragen zur formell korrekten umsatzsteuerlichen Behandlung von Einkaufsleistungen" gestoßen. Die Unstimmigkeiten habe man umgehend "den zuständigen Finanzbehörden" gemeldet, mit denen man in engem Kontakt stehe, "um den Sachverhalt zu klären".
Die Staatsanwaltschaft prüft laut Magazin derzeit die Angaben des Unternehmens. Sollte sich herausstellen, dass lediglich eine "leichtfertig begangene Steuerverkürzung" vorliegt, könnten die Transaktionen als Ordnungswidrigkeit durchgehen. Im Falle einer vorsätzlich begangenen Steuerhinterziehung drohten drakonische Strafen.
Politischer Schaden scheint jedoch schon jetzt programmiert. Die Ermittlungen treffen Toll Collect, ein Gemeinschaftsunternehmen von Daimler, Deutscher Telekom und dem französischen Autobahnbetreiber Cofiroute, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Am 16. und 17. Juni trafen sich Vertreter des Unternehmens, seiner Gesellschafter und der Bundesregierung in einem Berliner Hotel erstmals zu einer geheimen Schiedsgerichtsverhandlung.
Weil die satellitengestützte Maut-Technik viel zu spät einsatzbereit gewesen sei, verlangt der Bund rund 5,1 Milliarden Euro Schadensersatz und Vertragsstrafen. Von einer Einigung scheint man weit entfernt – für den nächsten Verhandlungstermin wurde nicht einmal ein Datum vereinbart.
Quelle: mm/dpa
Die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt laut einem Bericht gegen Toll-Collect-Chef Hanns-Karsten Kirchmann wegen des Verdachts der Umsatzsteuerhinterziehung zum Vorteil der Firma.
Hintergrund seien fragwürdige Finanztransaktionen aus der Gründungszeit der Firma, berichtet ein Magazin vorab aus seiner neuen Ausgabe. Im Zusammenhang mit dem Einkauf von Leistungen und Technik, so der Verdacht der Fahnder, sollen dem Fiskus in den Jahren 2002 und 2003 insgesamt rund 15,7 Millionen Euro Umsatzsteuer vorenthalten worden sein.
Als die mutmaßlich falschen Steuererklärungen abgegeben wurden, war der heutige Vorsitzenden der Geschäftsführung, Hanns-Karsten Kirchmann, in für die Finanzen des Unternehmens verantwortlich.
Eine Sprecherin von Toll Collect bestätigt, dass die 15,7 Millionen Euro Umsatzsteuer inzwischen an das zuständige Finanzamt nachgezahlt wurden. Den Vorwurf der Steuerhinterziehung wies sie jedoch zurück. Im Rahmen einer internen Betriebsprüfung sei man auf "Zweifelsfragen zur formell korrekten umsatzsteuerlichen Behandlung von Einkaufsleistungen" gestoßen. Die Unstimmigkeiten habe man umgehend "den zuständigen Finanzbehörden" gemeldet, mit denen man in engem Kontakt stehe, "um den Sachverhalt zu klären".
Die Staatsanwaltschaft prüft laut Magazin derzeit die Angaben des Unternehmens. Sollte sich herausstellen, dass lediglich eine "leichtfertig begangene Steuerverkürzung" vorliegt, könnten die Transaktionen als Ordnungswidrigkeit durchgehen. Im Falle einer vorsätzlich begangenen Steuerhinterziehung drohten drakonische Strafen.
Politischer Schaden scheint jedoch schon jetzt programmiert. Die Ermittlungen treffen Toll Collect, ein Gemeinschaftsunternehmen von Daimler, Deutscher Telekom und dem französischen Autobahnbetreiber Cofiroute, zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt: Am 16. und 17. Juni trafen sich Vertreter des Unternehmens, seiner Gesellschafter und der Bundesregierung in einem Berliner Hotel erstmals zu einer geheimen Schiedsgerichtsverhandlung.
Weil die satellitengestützte Maut-Technik viel zu spät einsatzbereit gewesen sei, verlangt der Bund rund 5,1 Milliarden Euro Schadensersatz und Vertragsstrafen. Von einer Einigung scheint man weit entfernt – für den nächsten Verhandlungstermin wurde nicht einmal ein Datum vereinbart.
Quelle: mm/dpa

