Währungsreformen in allen Ländern - Die letzten Tage des Euro
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Währungsreformen in allen Ländern - Die letzten Tage des Euro
Wenn auch nur eine der schwachen Großbanken kollabiert, reißt sie innerhalb von Stunden gleich alle anderen Banken mit um. Sobald diese Cross-Defaults unter den Banken beginnen und diese schließen müssen, werden überall Währungsreformen erforderlich, bei denen die Sparer ihren „Haircut“ bekommen, also der Großteil der Geldvermögen abgeschrieben wird.
von Walter K. Eichelburg
PFIIGS-Banken scheren die Sparschafe
Vor einigen Wochen betitelte ich einen Marktkommentar mit „Die letzten Wochen des Euro“. Jetzt ist es soweit, aus Wochen von Rest-Lebendauer sind nur mehr Tage geworden.
Der letzte Marktkommentar hatte den Titel: „Der Crash-Countdown läuft“. Inzwischen ist der Banken-Crash, speziell in Europa angelaufen. US-Geldmarktfonds ziehen massenhaft Geld von Banken aus der Eurozone ab, denn sie fürchten, dass diese Banken wegen der Staatsanleihen im Portfolio aus Pleitestaaten aus dem Südrand der Eurozone untergehen werden. Das sind die Cash-Reserven der US-Firmen, die gerade ein sichereres Ziel suchen, aber die Banken in der Eurozone damit massiv unter Druck setzen. Speziell italienische und französische Banken betrifft es. So wurde etwa bekannt, dass die französische Grossbank BNP Paribas von US-Dollars abgeschnitten ist, obwohl diese Bank auch ein Primary Dealer der Fed ist. Über die andere Großbank Société Générale gab es sogar Pleitegerüchte in den Medien. Wir müssen daher annehmen, dass diese Großbanken nur mehr eine Restlebensdauer von Tagen haben. Auch die italienische Unicredito gehört nach Medienberichten, die bereits seit Wochen kreisen, dazu.
Im Gegensatz zu 2008, als sich die Banken an US-Subprime-Mistpapieren „verschluckt“ hatten, sind es diesesmal Mist-Staatsanleihen aus den Südstaaten des Euro. Außerdem ist mit der jederzeitigen Pleite Griechenlands zu rechnen; die Zinsen auf Staatsanleihen von dort erreichen inzwischen Spitzenwerte von über 200 Prozent. Die Griechen bekommen wegen des eigenen Verhaltens jetzt aber kein Geld mehr von den Zahlerstaaten. Ein Griechen-Default wird diese Problembanken vermutlich gleich umreißen. Vermutlich ist es schon geschehen, wenn dieser Marktkommentar erscheint.
Das Ende des Euro
Wenn auch nur eine dieser schwachen Großbanken kollabiert, reißt sie innerhalb von Stunden gleich alle anderen Banken mit um. Man sieht diese „Sippenhaftung“ auch an den abstürzenden Aktienkursen der Banken in der ganzen westlichen Welt.
Sobald diese Cross-Defaults unter den Banken beginnen und diese schließen müssen, werden überall Währungsreformen erforderlich, bei denen die Sparer ihren „Haircut“ bekommen, also der Großteil der Geldvermögen abgeschrieben wird. Eine neue Währung mit neuen Geldscheinen wird erforderlich. Viele Eurostaaten haben bereits neue, nationale Währungen gedruckt. Eine neue Gemeinschaftswährung „Euro2“ ist dann politisch undenkbar, denn dafür wird es keine Legitimität mehr geben. Vielmehr werden die selben Politiker, die heute noch die Euro-Rettung als „alternativlos“ darstellen, dann alle Schuld auf den Euro schieben, um selbst möglichst heil davonzukommen – wie sie hoffen.
Man kann annehmen, dass es etwa zwei Wochen dauern wird, bis diese neuen Währungen ausgegeben werden können. In der Zwischenzeit bleiben die Banken ganz geschlossen, oder es sind nur Minimalabhebungen möglich. Vermutlich schließen auch die Supermärkte. Alle Leser sollten vorbereitet sein.
Der Haircut
Wenn das passiert, werden auch die Sparer merken, dass ihre Geldvermögen weg sind. Bis jetzt waren sie nicht in der Lage, die überaus deutlichen Alarmzeichen zu erkennen. Vermutlich wird man die Sparerschafe auch dann noch betrügen, indem man einen Teil der Euros, etwa bis €3000 1:1 in die neue Währung umstellt und den Rest auf ein Sperrkonto gibt. Die endgültige Schur erfolgt dann später, indem man die Gelder auf den Sperrkonten verfallen lässt. So hat man es in Österreich zwischen 1945 und 1947 gemacht. Die Wut der Sparer wird enorm sein.
Retten kann sich nur, wer aus dem Geldsystem aussteigt und etwa in Gold und Silber geht. Diese Rettungsboote werden jetzt wirklich gebraucht.
* hartgeld.com
von Walter K. Eichelburg
PFIIGS-Banken scheren die Sparschafe
Vor einigen Wochen betitelte ich einen Marktkommentar mit „Die letzten Wochen des Euro“. Jetzt ist es soweit, aus Wochen von Rest-Lebendauer sind nur mehr Tage geworden.
Der letzte Marktkommentar hatte den Titel: „Der Crash-Countdown läuft“. Inzwischen ist der Banken-Crash, speziell in Europa angelaufen. US-Geldmarktfonds ziehen massenhaft Geld von Banken aus der Eurozone ab, denn sie fürchten, dass diese Banken wegen der Staatsanleihen im Portfolio aus Pleitestaaten aus dem Südrand der Eurozone untergehen werden. Das sind die Cash-Reserven der US-Firmen, die gerade ein sichereres Ziel suchen, aber die Banken in der Eurozone damit massiv unter Druck setzen. Speziell italienische und französische Banken betrifft es. So wurde etwa bekannt, dass die französische Grossbank BNP Paribas von US-Dollars abgeschnitten ist, obwohl diese Bank auch ein Primary Dealer der Fed ist. Über die andere Großbank Société Générale gab es sogar Pleitegerüchte in den Medien. Wir müssen daher annehmen, dass diese Großbanken nur mehr eine Restlebensdauer von Tagen haben. Auch die italienische Unicredito gehört nach Medienberichten, die bereits seit Wochen kreisen, dazu.
Im Gegensatz zu 2008, als sich die Banken an US-Subprime-Mistpapieren „verschluckt“ hatten, sind es diesesmal Mist-Staatsanleihen aus den Südstaaten des Euro. Außerdem ist mit der jederzeitigen Pleite Griechenlands zu rechnen; die Zinsen auf Staatsanleihen von dort erreichen inzwischen Spitzenwerte von über 200 Prozent. Die Griechen bekommen wegen des eigenen Verhaltens jetzt aber kein Geld mehr von den Zahlerstaaten. Ein Griechen-Default wird diese Problembanken vermutlich gleich umreißen. Vermutlich ist es schon geschehen, wenn dieser Marktkommentar erscheint.
Das Ende des Euro
Wenn auch nur eine dieser schwachen Großbanken kollabiert, reißt sie innerhalb von Stunden gleich alle anderen Banken mit um. Man sieht diese „Sippenhaftung“ auch an den abstürzenden Aktienkursen der Banken in der ganzen westlichen Welt.
Sobald diese Cross-Defaults unter den Banken beginnen und diese schließen müssen, werden überall Währungsreformen erforderlich, bei denen die Sparer ihren „Haircut“ bekommen, also der Großteil der Geldvermögen abgeschrieben wird. Eine neue Währung mit neuen Geldscheinen wird erforderlich. Viele Eurostaaten haben bereits neue, nationale Währungen gedruckt. Eine neue Gemeinschaftswährung „Euro2“ ist dann politisch undenkbar, denn dafür wird es keine Legitimität mehr geben. Vielmehr werden die selben Politiker, die heute noch die Euro-Rettung als „alternativlos“ darstellen, dann alle Schuld auf den Euro schieben, um selbst möglichst heil davonzukommen – wie sie hoffen.
Man kann annehmen, dass es etwa zwei Wochen dauern wird, bis diese neuen Währungen ausgegeben werden können. In der Zwischenzeit bleiben die Banken ganz geschlossen, oder es sind nur Minimalabhebungen möglich. Vermutlich schließen auch die Supermärkte. Alle Leser sollten vorbereitet sein.
Der Haircut
Wenn das passiert, werden auch die Sparer merken, dass ihre Geldvermögen weg sind. Bis jetzt waren sie nicht in der Lage, die überaus deutlichen Alarmzeichen zu erkennen. Vermutlich wird man die Sparerschafe auch dann noch betrügen, indem man einen Teil der Euros, etwa bis €3000 1:1 in die neue Währung umstellt und den Rest auf ein Sperrkonto gibt. Die endgültige Schur erfolgt dann später, indem man die Gelder auf den Sperrkonten verfallen lässt. So hat man es in Österreich zwischen 1945 und 1947 gemacht. Die Wut der Sparer wird enorm sein.
Retten kann sich nur, wer aus dem Geldsystem aussteigt und etwa in Gold und Silber geht. Diese Rettungsboote werden jetzt wirklich gebraucht.
* hartgeld.com
Geldsystem: Kollaps und Enteignung programmiert
Unser Finanz-System beruht auf Verschuldung; der gesamte Geldvorrat ist durch nichts als Verschuldung abgesichert, und bezahlte jeder alle seine Schulden zurück, gäbe es überhaupt kein Geld mehr. - Der Monopol-Kapitalismus stellt ein irreversibles (unumkehrbares) Verschuldungs-System dar, dessen Gipfel der unvermeidliche Bankrott und die Privatisierung aller nationalen Volkswirtschaften und damit das Ende der Souveränität der Staaten selber und der Beginn des Faschismus ist.
von Norbert Knobloch
Die Geld-Schöpfung aus dem Nichts durch Kredit und Verschuldung
Die Funktion der Bargeld-Schöpfung ist ein Monopol der privaten Zentralbank. Diese leiht das Geld gegen eine Gebühr, die Leitzinsen, den Geschäftsbanken als Kreditnehmer, die es dann als Kreditgeber wiederum an Unternehmen und Privatleute als Kreditnehmer verleihen – wieder gegen Zins! Auch Regierungen leihen sich auf diese Weise „Geld“ von den Zentralbanken, und es obliegt dann den arbeitenden Steuerzahlern, den Banken das nicht existente, aus dem Nichts geschaffene „Geld“ plus Zinsen über Steuern und Inflation zurückzuzahlen, das die Regierungen – die von denselben Personen gelenkt werden, die auch die Banken besitzen – von diesen geliehen haben.
Der Betrag wird dem Kreditnehmer auf seinem Girokonto gutgeschrieben; gleichzeitig erscheint er plus Zinsen als Forderung der Bank gegen den Kreditnehmer auf deren Kreditkonto. Das so willkürlich und künstlich entstandene „Geld“ wird auch als Buchgeld oder Giralgeld bezeichnet. Geld entsteht also aus dem Nichts! Es wird erst in dem Moment von den privaten Banken geschaffen, in dem es als Kredit gegen Zinsen verliehen wird. (Gedruckte Banknoten einer Zentralbank sind solange kein wirkliches Geld, bis sie in Umlauf gebracht werden für Buchgeld, das durch ein Bankdarlehen erzeugt wurde. Solange die Scheine im Banktresor liegen, sind sie technisch gesehen kein Geld, sondern nur Papier. [Nach G. E. Griffin]) Und ebenso verschwindet es wieder, wird es wieder zu Nichts in dem Augenblick, da die Schulden zurückgezahlt werden.
Gäbe es keinen Zins, wäre das auch problemlos möglich. Doch leider – und das ist das simple, aber raffinierte und perfide Prinzip – verhindern Zinsen, daß geliehenes Geld wieder vollständig zurückgezahlt werden kann. Da logischerweise nur so viel Geld vorhanden ist, wie vorher in Umlauf gebracht worden ist, kann das Geld für die Zinszahlungen nur durch die Aufnahme neuer Kredite, also durch weitere Schuldversprechungen entstehen – wieder aus dem Nichts, wieder gegen Zins! Es handelt sich also um eine Schuldenspirale, die, von den Banken einmal in Gang gesetzt, sich selber immer höher schraubt und nicht mehr zu stoppen ist – und auch nicht gestoppt werden soll!
„So ist unser Geldsystem. Gäbe es keine Schulden, gäbe es kein Geld!“ (Marriner Eccles, Präsident des Federal Reserve Systems, am 30. September 1941)
Moderne Banken sind nichts anderes als Schulden-Vermehrer, die kein anderes Ziel haben, als das weltweite Zins- u. Schulden-Karussell aus Motiven der Habgier und zum Zwecke des Profits immer schneller zu drehen – bis die unfreiwilligen Mitfahrer, die Schuldner, heruntergeschleudert werden, um im Bild zu bleiben. Das ist dann der Bankrott und die „feindliche Übernahme“ (Privatisierung) ganzer Nationen durch die privaten Banken-Kartelle.
Und nur aus diesem einem Grund stehen alle Nationen unter wirtschaftlichem Wachstumszwang:
Ohne die künstliche Steigerung der Geldmenge ließe sich der (nur für die Banken) profitable Schuldendienst nicht aufrechterhalten, und ohne die dadurch erforderliche und erzwungene Steigerung der Güterproduktion und der Dienstleistungen hätte die künstliche Aufblähung des Geldvolumens schon jetzt zum totalen Wirtschafts-Zusammenbruch geführt. Aber der ist natürlich nur eine Frage der Zeit und steht nun unmittelbar bevor…
Verzinsung ? Verschuldung ? Umverteilung ? Wachstum ? Zusammenbruch
„»Zins« (von lat. census: Steuer) ist der [willkürliche] »Leihpreis« für Geld, dessen Höhe durch Angebot und Nachfrage reguliert wird. Die Höhe des Zinses wiederum bestimmt die Sach-kapitalverzinsung und ist Schwelle vor jeder Investition. Zins kann nur durch Abzug vom Arbeits-ertrag aufgebracht werden. Eine andere Wertschöpfung gibt es nicht.“ (Helmut Creutz; in: Margrit Kennedy, Geld ohne Zinsen und Inflation, W. Goldmann Verlag, München 2006, S.237)
Jeder Euro, jeder Dollar, jedes Pfund, die heute als Vermögen existieren, sind verzinst angelegt. Durch Zins und Zinseszins wächst das Vermögen jedes Jahr weiter an. Damit die Zinserträge weiter fließen können, muß das vermehrte Geld wieder verliehen werden. Was der Eine als Zinsgewinn hat, muß ein Anderer als Schulden verbuchen. Es entsteht also folgerichtig und unvermeidlich ein Verschuldungszwang, indem die exponentiell wuchernden Zinsgewinne auf der einen Seite (Banken, Superreiche) automatisch zu einer exakt proportional wachsenden Verschuldung auf der anderen Seite (Bürger, Unternehmen, Staat) führen. Ein Schuldenabbau ist deshalb niemals möglich – im Gegenteil: die Schulden „explodieren“, bevor das ganze System „implodiert“ bzw. „kollabiert“
Da die Zinsen für alle in der Wirtschaft eingesetzten Kapitalien in den Kalkulationen jeder Produktionsstufe (von der Rohstoffgewinnung bis zum Endprodukt) als Kapitalkostenanteile in allen Verkaufspreisen, Dienstleistungskosten, Mieten, Steuern etc. enthalten sind, trägt am Ende der Verbraucher und Steuerzahler auch diese Zinslast. Der durchschnittliche Zinskostenanteil in allen Waren und Dienstleistungen liegt derzeit zwischen 30 und 50 Prozent, bei Mieten zwischen 70 und 80 Prozent! Und da die Gesamtverschuldung jährlich um etwa 10 (zehn) Prozent steigt, wächst auch die Zinskostenbelastung des Bürgers entsprechend. Die Folgen oder Auswirkungen sind eine sich immer mehr beschleunigende Vermögensumverteilung von der Arbeit zum Besitz, von den Schaffenden zu den (ohne Leistung) Raffenden, sowie die unaufhörlich wachsende Verschuldung der Privathaushalte, der privaten Unternehmen und des Staates mit dem totalen Zusammenbruch der nationalen Volkswirtschaft u. dem endgültigen Bankrott des Staates als zwangsläufigem Endpunkt.
Mit zunehmender Dauer wächst in jeder kapitalistischen Wirtschaft der Zinsanteil an der Wertschöpfung. Der produktive Sektor der Volkswirtschaft muß daher immer größere Anteile zur Sicherstellung der Kapitalrendite erwirtschaften. Dadurch gerät die gesamte Wirtschaft unter Wachstumszwang, um die steigenden Kapitalkosten aus Produktivitäts- und Umsatzsteigerung bestreiten zu können. Und weil jede Volkswirtschaft irgendwann einen gewissen Sättigungsgrad erreicht und selbst bei aggressivster Werbung keine Umsatzsteigerungen auf dem Binnenmarkt mehr zu erzielen sind (wozu auch die sinkende Kaufkraft der Arbeitenden und Steuerzahler beiträgt), sind die Unternehmen zur transnationalen Expansion gezwungen. Dort wiederholt sich aber nur das gleiche Spiel auf einer höheren Stufe. Im letzten Stadium (vor dem totalen Zusammenbruch) gibt es dann – neben Firmenpleiten und Fusionen – eine echte Wirtschaftskrise mit Rationalisierungen, Lohnkürzungen, Kurzarbeit, Entlassungen und dergleichen (a)sozialen Einschnitten. Andernfalls käme es – wegen mangelnder oder fehlender Renditeerwartung für das investierende Kapital – zu einem Investitionsstreik und damit zu einem sofortigen Zusammenbruch.
„Der Zins verteilt Einkommen und Vermögen von unten nach oben um und bewirkt auch in entwickelten Volkswirtschaften, wo die Geldvermögen schneller wachsen als die Realwirtschaft, langfristig Wirtschafts- und Währungskrisen. Wegen schwindender zinsträchtiger Investitionen zu Hause gelangt das Geld der »entwickelten« Länder in die »unterentwickelten«. So werden dort die berühmten »neuen Märkte« erschlossen, es wird investiert und »entwickelt«. Das Resultat sind die hoffnungslose Überschuldung, Aufrüstung und technologische wie ökonomische Abhängigkeit der »Dritten Welt«.“ (Thomas Betz - Hhbg. d. d. Verf.)
Spekulation kontra Produktivität
Die gesamten Schulden wachsen heute überall in der Welt viel schneller als die Produktivität. So steigen die Kredite in der Bundesrepublik Deutschland mehr als zweieinhalbmal schneller als das Bruttosozialprodukt (Stand: 1999). In den USA ist es noch schlimmer: dort müssen für jeden Dollar Zuwachs an Produktivität fünf Dollar Schulden aufgenommen werden (Stand: 1999). Auch das (irrtümlich oder mißbräuchlich) vielbeschworene „Sparen“ durch die Unternehmen oder den Staat hilft nicht weiter – im Gegenteil: ein Zurückschrauben oder gar eine Einstellung der Kredit-Aufnahmen in unserem kapitalistischen System des verzinsten Geldes hätte unmittelbar und sofort eine schwere oder totale Depression oder einen Crash wegen mangelnder Investitionen zur Folge.
Im letzten Stadium vor dem totalen Zusammenbruch unseres Wirtschafts-Systems boomt deshalb die Börse: Die Spekulation am Aktienmarkt ist von den Kapitalisten als scheinbarer Ausweg (ein Irrweg in eine Sackgasse!) entdeckt worden. Seit der Kapitalkostenanteil (Zinslast) schneller als die reale Wirtschaft wächst (in der BRD nach Kriegsende erstmals 1982) und damit die real erzielbare Rendite aus dem Produktiv-Vermögen sinkt, verringern sich die Investitionen: laut Bundesbank ist die rechnerische Kapitalproduktivität seit 1991 um 1,3 % pro Jahr gesunken. Dafür wächst das Börsenkapital exponentiell: von 1980 bis 1997 um 1388 % [!] (gegenüber einer Steigerung der Wirtschaftsleistung der Industrieländer um nur 60 % im selben Zeitraum! De facto hat die Börse mit der Geldschöpfung aus dem Nichts per Computer die Funktion der Zentralbanken übernommen!). Die fiktiven Nennwerte der Aktien haben mit der realen Produktion nichts mehr zu tun.
Da die meisten Banken an diesen Spekulationen beteiligt sind, kommt es, wenn die Spekulations-Blase platzt, zu Pleiten und Zusammenbrüchen kleinerer und mittlerer Geschäfts- und Investment-Banken, die dann auf Kosten des Steuerzahlers saniert („gerettet“) und anschließend von den großen Banken fast gratis übernommen werden. Daneben haben Aktionäre ihr Vermögen, Sparer ihre Ersparnisse und viele Menschen ihre Arbeitsplätze verloren, wenn nicht Schlimmeres eintritt: Massenarbeitslosigkeit und Armut, Staatsbankrott und weltweite Wirtschafts-Zusammenbrüche, die, wie jene von 1873 (23 Jahre) und 1929 (10 Jahre), Jahre oder Jahrzehnte währen können und erst durch Kriege beendet werden oder zum Ausbruch von Kriegen führen.
Banken vermitteln übrigens keineswegs Kredite zwischen Sparern und Schuldnern, wie es heute immer noch geglaubt und sogar gelehrt wird. Geldhorten ist keinesfalls eine Voraussetzung für Kreditvergabe und Investitionen – im Gegenteil: Da, wo viel investiert wird, wird auch viel Nachfrage erzeugt, viel Produktion angeregt und viel Einkommen geschaffen – was Sparen erst möglich macht (»Sparen« heißt nämlich: Überschüsse in guten Zeiten zurücklegen für schlechte Zeiten). Das Geld für Investitionen muß eben nicht vorher gespart werden, und niemand muß dafür auf Konsum verzichten: Schuldgeld wird durch die Beleihung von Sicherheiten durch Kredit aus dem Nichts geschöpft. So kann der Schuldner sein beliehenes Eigentum auch ökonomisch weiter nutzen; das neugeschaffene Geld ermöglicht zusätzliche Investitionen ohne Sparen und Konsumverzicht. Die Schöpfung von Schuldgeld (Kredit) aus dem Nichts ermöglichte überhaupt erst das exorbitante Wachstum zu Beginn der Industrialisierung sowie die Prosperität der Nachkriegszeiten. Doch nun ist das System an seine eigenen Grenzen gestoßen – wegen des Zinses.
Doch die weltweit bisher einzige jemals (1996 von der Landtagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt) angeregte Parlamentsdebatte über die Abschaffung des desaströsen und ruinösen Geldzinses wurde von allen anderen Parteien sofort als „indiskutabel“ abgeschmettert!
Unser Finanz-System beruht auf Verschuldung; der gesamte Geldvorrat ist durch nichts als Verschuldung abgesichert, und bezahlte jeder alle seine Schulden zurück, gäbe es überhaupt kein Geld mehr. - Der Monopol-Kapitalismus stellt ein irreversibles (unumkehrbares) Verschuldungs-System dar, dessen Gipfel der unvermeidliche Bankrott und die Privatisierung aller nationalen Volkswirtschaften und damit das Ende der Souveränität der Staaten selber und der Beginn des Faschismus ist.
von Norbert Knobloch
Die Geld-Schöpfung aus dem Nichts durch Kredit und Verschuldung
Die Funktion der Bargeld-Schöpfung ist ein Monopol der privaten Zentralbank. Diese leiht das Geld gegen eine Gebühr, die Leitzinsen, den Geschäftsbanken als Kreditnehmer, die es dann als Kreditgeber wiederum an Unternehmen und Privatleute als Kreditnehmer verleihen – wieder gegen Zins! Auch Regierungen leihen sich auf diese Weise „Geld“ von den Zentralbanken, und es obliegt dann den arbeitenden Steuerzahlern, den Banken das nicht existente, aus dem Nichts geschaffene „Geld“ plus Zinsen über Steuern und Inflation zurückzuzahlen, das die Regierungen – die von denselben Personen gelenkt werden, die auch die Banken besitzen – von diesen geliehen haben.
Der Betrag wird dem Kreditnehmer auf seinem Girokonto gutgeschrieben; gleichzeitig erscheint er plus Zinsen als Forderung der Bank gegen den Kreditnehmer auf deren Kreditkonto. Das so willkürlich und künstlich entstandene „Geld“ wird auch als Buchgeld oder Giralgeld bezeichnet. Geld entsteht also aus dem Nichts! Es wird erst in dem Moment von den privaten Banken geschaffen, in dem es als Kredit gegen Zinsen verliehen wird. (Gedruckte Banknoten einer Zentralbank sind solange kein wirkliches Geld, bis sie in Umlauf gebracht werden für Buchgeld, das durch ein Bankdarlehen erzeugt wurde. Solange die Scheine im Banktresor liegen, sind sie technisch gesehen kein Geld, sondern nur Papier. [Nach G. E. Griffin]) Und ebenso verschwindet es wieder, wird es wieder zu Nichts in dem Augenblick, da die Schulden zurückgezahlt werden.
Gäbe es keinen Zins, wäre das auch problemlos möglich. Doch leider – und das ist das simple, aber raffinierte und perfide Prinzip – verhindern Zinsen, daß geliehenes Geld wieder vollständig zurückgezahlt werden kann. Da logischerweise nur so viel Geld vorhanden ist, wie vorher in Umlauf gebracht worden ist, kann das Geld für die Zinszahlungen nur durch die Aufnahme neuer Kredite, also durch weitere Schuldversprechungen entstehen – wieder aus dem Nichts, wieder gegen Zins! Es handelt sich also um eine Schuldenspirale, die, von den Banken einmal in Gang gesetzt, sich selber immer höher schraubt und nicht mehr zu stoppen ist – und auch nicht gestoppt werden soll!
„So ist unser Geldsystem. Gäbe es keine Schulden, gäbe es kein Geld!“ (Marriner Eccles, Präsident des Federal Reserve Systems, am 30. September 1941)
Moderne Banken sind nichts anderes als Schulden-Vermehrer, die kein anderes Ziel haben, als das weltweite Zins- u. Schulden-Karussell aus Motiven der Habgier und zum Zwecke des Profits immer schneller zu drehen – bis die unfreiwilligen Mitfahrer, die Schuldner, heruntergeschleudert werden, um im Bild zu bleiben. Das ist dann der Bankrott und die „feindliche Übernahme“ (Privatisierung) ganzer Nationen durch die privaten Banken-Kartelle.
Und nur aus diesem einem Grund stehen alle Nationen unter wirtschaftlichem Wachstumszwang:
Ohne die künstliche Steigerung der Geldmenge ließe sich der (nur für die Banken) profitable Schuldendienst nicht aufrechterhalten, und ohne die dadurch erforderliche und erzwungene Steigerung der Güterproduktion und der Dienstleistungen hätte die künstliche Aufblähung des Geldvolumens schon jetzt zum totalen Wirtschafts-Zusammenbruch geführt. Aber der ist natürlich nur eine Frage der Zeit und steht nun unmittelbar bevor…
Verzinsung ? Verschuldung ? Umverteilung ? Wachstum ? Zusammenbruch
„»Zins« (von lat. census: Steuer) ist der [willkürliche] »Leihpreis« für Geld, dessen Höhe durch Angebot und Nachfrage reguliert wird. Die Höhe des Zinses wiederum bestimmt die Sach-kapitalverzinsung und ist Schwelle vor jeder Investition. Zins kann nur durch Abzug vom Arbeits-ertrag aufgebracht werden. Eine andere Wertschöpfung gibt es nicht.“ (Helmut Creutz; in: Margrit Kennedy, Geld ohne Zinsen und Inflation, W. Goldmann Verlag, München 2006, S.237)
Jeder Euro, jeder Dollar, jedes Pfund, die heute als Vermögen existieren, sind verzinst angelegt. Durch Zins und Zinseszins wächst das Vermögen jedes Jahr weiter an. Damit die Zinserträge weiter fließen können, muß das vermehrte Geld wieder verliehen werden. Was der Eine als Zinsgewinn hat, muß ein Anderer als Schulden verbuchen. Es entsteht also folgerichtig und unvermeidlich ein Verschuldungszwang, indem die exponentiell wuchernden Zinsgewinne auf der einen Seite (Banken, Superreiche) automatisch zu einer exakt proportional wachsenden Verschuldung auf der anderen Seite (Bürger, Unternehmen, Staat) führen. Ein Schuldenabbau ist deshalb niemals möglich – im Gegenteil: die Schulden „explodieren“, bevor das ganze System „implodiert“ bzw. „kollabiert“
Da die Zinsen für alle in der Wirtschaft eingesetzten Kapitalien in den Kalkulationen jeder Produktionsstufe (von der Rohstoffgewinnung bis zum Endprodukt) als Kapitalkostenanteile in allen Verkaufspreisen, Dienstleistungskosten, Mieten, Steuern etc. enthalten sind, trägt am Ende der Verbraucher und Steuerzahler auch diese Zinslast. Der durchschnittliche Zinskostenanteil in allen Waren und Dienstleistungen liegt derzeit zwischen 30 und 50 Prozent, bei Mieten zwischen 70 und 80 Prozent! Und da die Gesamtverschuldung jährlich um etwa 10 (zehn) Prozent steigt, wächst auch die Zinskostenbelastung des Bürgers entsprechend. Die Folgen oder Auswirkungen sind eine sich immer mehr beschleunigende Vermögensumverteilung von der Arbeit zum Besitz, von den Schaffenden zu den (ohne Leistung) Raffenden, sowie die unaufhörlich wachsende Verschuldung der Privathaushalte, der privaten Unternehmen und des Staates mit dem totalen Zusammenbruch der nationalen Volkswirtschaft u. dem endgültigen Bankrott des Staates als zwangsläufigem Endpunkt.
Mit zunehmender Dauer wächst in jeder kapitalistischen Wirtschaft der Zinsanteil an der Wertschöpfung. Der produktive Sektor der Volkswirtschaft muß daher immer größere Anteile zur Sicherstellung der Kapitalrendite erwirtschaften. Dadurch gerät die gesamte Wirtschaft unter Wachstumszwang, um die steigenden Kapitalkosten aus Produktivitäts- und Umsatzsteigerung bestreiten zu können. Und weil jede Volkswirtschaft irgendwann einen gewissen Sättigungsgrad erreicht und selbst bei aggressivster Werbung keine Umsatzsteigerungen auf dem Binnenmarkt mehr zu erzielen sind (wozu auch die sinkende Kaufkraft der Arbeitenden und Steuerzahler beiträgt), sind die Unternehmen zur transnationalen Expansion gezwungen. Dort wiederholt sich aber nur das gleiche Spiel auf einer höheren Stufe. Im letzten Stadium (vor dem totalen Zusammenbruch) gibt es dann – neben Firmenpleiten und Fusionen – eine echte Wirtschaftskrise mit Rationalisierungen, Lohnkürzungen, Kurzarbeit, Entlassungen und dergleichen (a)sozialen Einschnitten. Andernfalls käme es – wegen mangelnder oder fehlender Renditeerwartung für das investierende Kapital – zu einem Investitionsstreik und damit zu einem sofortigen Zusammenbruch.
„Der Zins verteilt Einkommen und Vermögen von unten nach oben um und bewirkt auch in entwickelten Volkswirtschaften, wo die Geldvermögen schneller wachsen als die Realwirtschaft, langfristig Wirtschafts- und Währungskrisen. Wegen schwindender zinsträchtiger Investitionen zu Hause gelangt das Geld der »entwickelten« Länder in die »unterentwickelten«. So werden dort die berühmten »neuen Märkte« erschlossen, es wird investiert und »entwickelt«. Das Resultat sind die hoffnungslose Überschuldung, Aufrüstung und technologische wie ökonomische Abhängigkeit der »Dritten Welt«.“ (Thomas Betz - Hhbg. d. d. Verf.)
Spekulation kontra Produktivität
Die gesamten Schulden wachsen heute überall in der Welt viel schneller als die Produktivität. So steigen die Kredite in der Bundesrepublik Deutschland mehr als zweieinhalbmal schneller als das Bruttosozialprodukt (Stand: 1999). In den USA ist es noch schlimmer: dort müssen für jeden Dollar Zuwachs an Produktivität fünf Dollar Schulden aufgenommen werden (Stand: 1999). Auch das (irrtümlich oder mißbräuchlich) vielbeschworene „Sparen“ durch die Unternehmen oder den Staat hilft nicht weiter – im Gegenteil: ein Zurückschrauben oder gar eine Einstellung der Kredit-Aufnahmen in unserem kapitalistischen System des verzinsten Geldes hätte unmittelbar und sofort eine schwere oder totale Depression oder einen Crash wegen mangelnder Investitionen zur Folge.
Im letzten Stadium vor dem totalen Zusammenbruch unseres Wirtschafts-Systems boomt deshalb die Börse: Die Spekulation am Aktienmarkt ist von den Kapitalisten als scheinbarer Ausweg (ein Irrweg in eine Sackgasse!) entdeckt worden. Seit der Kapitalkostenanteil (Zinslast) schneller als die reale Wirtschaft wächst (in der BRD nach Kriegsende erstmals 1982) und damit die real erzielbare Rendite aus dem Produktiv-Vermögen sinkt, verringern sich die Investitionen: laut Bundesbank ist die rechnerische Kapitalproduktivität seit 1991 um 1,3 % pro Jahr gesunken. Dafür wächst das Börsenkapital exponentiell: von 1980 bis 1997 um 1388 % [!] (gegenüber einer Steigerung der Wirtschaftsleistung der Industrieländer um nur 60 % im selben Zeitraum! De facto hat die Börse mit der Geldschöpfung aus dem Nichts per Computer die Funktion der Zentralbanken übernommen!). Die fiktiven Nennwerte der Aktien haben mit der realen Produktion nichts mehr zu tun.
Da die meisten Banken an diesen Spekulationen beteiligt sind, kommt es, wenn die Spekulations-Blase platzt, zu Pleiten und Zusammenbrüchen kleinerer und mittlerer Geschäfts- und Investment-Banken, die dann auf Kosten des Steuerzahlers saniert („gerettet“) und anschließend von den großen Banken fast gratis übernommen werden. Daneben haben Aktionäre ihr Vermögen, Sparer ihre Ersparnisse und viele Menschen ihre Arbeitsplätze verloren, wenn nicht Schlimmeres eintritt: Massenarbeitslosigkeit und Armut, Staatsbankrott und weltweite Wirtschafts-Zusammenbrüche, die, wie jene von 1873 (23 Jahre) und 1929 (10 Jahre), Jahre oder Jahrzehnte währen können und erst durch Kriege beendet werden oder zum Ausbruch von Kriegen führen.
Banken vermitteln übrigens keineswegs Kredite zwischen Sparern und Schuldnern, wie es heute immer noch geglaubt und sogar gelehrt wird. Geldhorten ist keinesfalls eine Voraussetzung für Kreditvergabe und Investitionen – im Gegenteil: Da, wo viel investiert wird, wird auch viel Nachfrage erzeugt, viel Produktion angeregt und viel Einkommen geschaffen – was Sparen erst möglich macht (»Sparen« heißt nämlich: Überschüsse in guten Zeiten zurücklegen für schlechte Zeiten). Das Geld für Investitionen muß eben nicht vorher gespart werden, und niemand muß dafür auf Konsum verzichten: Schuldgeld wird durch die Beleihung von Sicherheiten durch Kredit aus dem Nichts geschöpft. So kann der Schuldner sein beliehenes Eigentum auch ökonomisch weiter nutzen; das neugeschaffene Geld ermöglicht zusätzliche Investitionen ohne Sparen und Konsumverzicht. Die Schöpfung von Schuldgeld (Kredit) aus dem Nichts ermöglichte überhaupt erst das exorbitante Wachstum zu Beginn der Industrialisierung sowie die Prosperität der Nachkriegszeiten. Doch nun ist das System an seine eigenen Grenzen gestoßen – wegen des Zinses.
Doch die weltweit bisher einzige jemals (1996 von der Landtagsfraktion Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Sachsen-Anhalt) angeregte Parlamentsdebatte über die Abschaffung des desaströsen und ruinösen Geldzinses wurde von allen anderen Parteien sofort als „indiskutabel“ abgeschmettert!
Der Euro wird zusammenbrechen
Interview: Catherine Hoffmann
Früher gab es in Deutschland die geräuschlose Kriegsfinanzierung durch die Notenpresse, heute die geräuschlose Friedensfinanzierung, die Milliarden in die Finanzindustrie umlenkt - sagt Finanzexperte Stefan Homburg. Würden Parallelen zur Geschichte gezogen, sei klar, dass der Euro ein böse Ende nehmen werde.
Stefan Homburg zählt zu den herausragenden Ökonomen in Deutschland. In der Finanzkrise stand er mit seinen Ansichten bisweilen recht einsam da. Doch inzwischen gibt es mehr und mehr Wissenschaftler, die wie Homburg davor warnen, dass sich eine Schuldenkrise nicht mit noch mehr Schulden lösen lässt.
Wird der Euro zerbrechen? (© AP)
SZ: Professor Homburg, ist der Euro noch zu retten?
Stefan Homburg: Zieht man historische Parallelen heran, wird der Euro ein böses Ende nehmen. Ein Kollaps der Währungsunion erscheint kaum noch abwendbar.
SZ: Ist das Ihr Ernst?
Homburg: Leider ja, allein Deutschland hat im vergangenen Jahrhundert zwei Währungsreformen erlebt. Global und historisch betrachtet ist die Zahl von Staatspleiten und Währungszusammenbrüchen Legion.
SZ: Kanzlerin Angel Merkel sagt: "Die Situation ist ernst." Aber die gemeinsame Währung lohne jede Anstrengung. Da kann man doch nicht widersprechen!
Homburg: Man muss sogar widersprechen, denn die Bundeskanzlerin schürt lediglich Illusionen. Dies entspricht ebenfalls einem bekannten Muster. Der große Finanzpsychologe Günter Schmölders hat einmal geschrieben, es sei erstaunlich, wie lange Regierungen die Bevölkerung im Glauben wiegen können, es werde alles gut. Noch im März 1948 glaubten die meisten Deutschen, ihre Sparguthaben seien sicher, da war die neue D-Mark längst gedruckt. Nüchtern betrachtet ist nicht erkennbar, warum diesmal ein Wunder geschehen sollte.
SZ: Vielleicht, weil wir keinen Weltkrieg hinter uns haben?
Homburg: Der Krieg selbst war nicht das Problem, sondern vielmehr die geräuschlose Kriegsfinanzierung durch die Notenpresse. Heute sind wir Zeugen einer geräuschlosen Friedensfinanzierung, die Milliarden in Richtung der Finanzindustrie umleitet und dies durch immer neue Kürzel wie EFSM, EFSF oder ESM verschleiert.
SZ: Muss es deshalb gleich zu Ende gehen mit dem Euro?
Homburg: Die Regierungschefs und die Europäische Zentralbank (EZB) werden das Ende des Euro durch ihre Manöver so lange wie möglich hinauszögern. Sie haben jedoch sämtliche Stabilitätsregeln des Vertrags von Maastricht gebrochen. Nichts spricht dafür, dass diese Regeln in Zukunft eingehalten werden, vielmehr spricht die inzwischen errichtete Haftungsgemeinschaft dagegen.
SZ: Warum soll man jetzt nicht nach vorne blicken und die Konstruktionsfehler der Währungsunion heilen?
Homburg: Solche Heilungsversuche offenbaren einen Mangel an Urteilsvermögen. Deshalb noch einmal: Die Regierungschefs der Euro-Zone und die EZB haben alle geltenden Stabilitätsregeln gebrochen, seien es Schuldenobergrenzen, das Schuldenankaufsverbot oder das Beistandsverbot. Hier gelten keine rechtsstaatlichen Regeln, sondern es herrscht Faustrecht. Warum sollten neue Regeln einen Fortschritt bewirken? Regeln zudem, die einstimmig beschlossen werden müssten, also auch von den Problemstaaten? Eine solche Entwicklung halte ich für extrem unwahrscheinlich.
SZ: Heißt das, wir sollten Griechenland und andere verschuldete Staaten in die Insolvenz schicken?
Homburg: Für die überschuldeten Mitgliedstaaten der Euro-Zone wären Insolvenzen die beste Lösung. Im Kern geht es aber nicht um diese Krisenländer, sondern um die Gläubiger. Der deutsche Steuerzahler alimentiert hauptsächlich diejenigen, die Griechenland und anderen Geld geliehen und dafür Zinsen kassiert haben. Diese Gläubiger kämpfen nun darum, die Verluste den Steuerzahlern, also hauptsächlich den Arbeitnehmern, aufzubürden. Der Verteilungskampf zwischen Finanzindustrie und Steuerzahlern bildet den ökonomischen Kern des Problems, er wird aber verdeckt geführt und verschleiert.
SZ: Die Schulden wandern von der privaten in die öffentliche Hand ...
Homburg: ... richtig, vor zwei Jahren befanden sich fast alle griechischen Staatsanleihen in privater Hand, inzwischen ist rund die Hälfte beim Steuerzahler angekommen. Es ist absehbar, dass in wenigen Jahren auch die andere Hälfte verschoben wird.
SZ: Ist die Übernahme von Haftungsrisiken der Grund dafür, dass das deutsche AAA-Rating zu wanken beginnt?
Homburg: Schon jetzt leidet die Bonität Deutschlands massiv unter den Garantien, die wir für andere Staaten übernommen haben. An den Versicherungsprämien für deutsche Staatsanleihen kann man ablesen, dass die Investoren einer Insolvenz Deutschlands inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von zwölf Prozent zumessen.
SZ: Dennoch gibt es neue Planspiele, den Rettungsfonds aufzustocken. Wie soll das gehen?
Homburg: Der EFSF soll nicht nur die Mittel ausschöpfen, die ihm von den Parlamenten zugebilligt wurden. Sondern er soll die erworbenen Schrottanleihen bei der EZB verpfänden und dafür von der EZB frisches Geld erhalten. Durch diesen Trick entsteht eine Hebelwirkung: Der EFSF kann ein Vielfaches der demokratisch gebilligten Gelder verleihen, dabei vervielfachen sich natürlich auch die Risiken der Garantiegeber. Auf diese Weise werden die Parlamentsbeschlüsse ausgehebelt.
SZ: Müssen wir als Konsequenz Inflation fürchten?
Homburg: Im Moment ist die Inflationsrate nicht hoch. Aber die Metapher der Ketchup-Inflation warnt: Wie bei einer Ketchupflasche, die man schüttelt, kommt zuerst nichts heraus, und dann ein ganzer Schwall, den man nicht aufhalten kann. Mit der Inflation verhält es sich ähnlich. Wenn sie erst kommt, wird die EZB sie kaum über Verkauf von Staatsanleihen oder über massive Zinserhöhungen aufhalten können. Die von den Regierungschefs geschürte Illusion, man könne der einen Seite helfen, ohne dass es die andere Seite etwas kostet, wird dann platzen.
SZ: Was wird passieren, wenn die Illusion verpufft?
Homburg: Das würde vor allem Vermögensbesitzer hart treffen - wie schon in der Vergangenheit. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg sind die Ersparnisse der Bürger in den Kauf von Kriegsgerät gegangen, dieses Scheinvermögen wurde dann durch die Währungsreformen 1923 und 1948 aufgedeckt. Jetzt sind europaweit Billionen in Staatskonsum geflossen, dieses Geld ist volkswirtschaftlich verloren. Bezahlt werden muss, und es fragt sich nur, wer bezahlt.
SZ: Was sollen Verbraucher tun, um sich zu schützen?
Homburg: Als normaler Bürger kann man wenig machen. Die Geschichte zeigt, dass Regierungen, wenn es ernst wird, zu radikalen Mitteln greifen wie Enteignungen, Vermögensabgaben oder Goldbesitzverbot. Auch der normale Eigenheimbesitzer, Riester-Rentner oder Lebensversicherte wird sein Fett wegbekommen. Ist der Staatsnotstand erst erreicht, sind auch die Grundrechte außer Kraft.
SZ: Gibt es gar keine Hoffnung?
Homburg: Hoffnung haben diejenigen, die nichts besitzen, denn ihnen kann auch nichts genommen werden. Hoffnung haben auch jene ehrenwerten Mitglieder der Finanzindustrie, die jetzt noch ein oder zwei Jahre mit Steuerzahlers Hilfe Kasse machen, um sich dann mit dem eigenen Flugzeug auf die eigene Insel zu verabschieden und aus der Ferne zuzusehen, wie die übrigen hier klarkommen. Hoffnung hat schließlich, wer zu einer buddhistischen Lebensweise findet und materiellen Werten ganz entsagt. Für die anderen sehe ich schwarz.
Früher gab es in Deutschland die geräuschlose Kriegsfinanzierung durch die Notenpresse, heute die geräuschlose Friedensfinanzierung, die Milliarden in die Finanzindustrie umlenkt - sagt Finanzexperte Stefan Homburg. Würden Parallelen zur Geschichte gezogen, sei klar, dass der Euro ein böse Ende nehmen werde.
Stefan Homburg zählt zu den herausragenden Ökonomen in Deutschland. In der Finanzkrise stand er mit seinen Ansichten bisweilen recht einsam da. Doch inzwischen gibt es mehr und mehr Wissenschaftler, die wie Homburg davor warnen, dass sich eine Schuldenkrise nicht mit noch mehr Schulden lösen lässt.
Wird der Euro zerbrechen? (© AP)
SZ: Professor Homburg, ist der Euro noch zu retten?
Stefan Homburg: Zieht man historische Parallelen heran, wird der Euro ein böses Ende nehmen. Ein Kollaps der Währungsunion erscheint kaum noch abwendbar.
SZ: Ist das Ihr Ernst?
Homburg: Leider ja, allein Deutschland hat im vergangenen Jahrhundert zwei Währungsreformen erlebt. Global und historisch betrachtet ist die Zahl von Staatspleiten und Währungszusammenbrüchen Legion.
SZ: Kanzlerin Angel Merkel sagt: "Die Situation ist ernst." Aber die gemeinsame Währung lohne jede Anstrengung. Da kann man doch nicht widersprechen!
Homburg: Man muss sogar widersprechen, denn die Bundeskanzlerin schürt lediglich Illusionen. Dies entspricht ebenfalls einem bekannten Muster. Der große Finanzpsychologe Günter Schmölders hat einmal geschrieben, es sei erstaunlich, wie lange Regierungen die Bevölkerung im Glauben wiegen können, es werde alles gut. Noch im März 1948 glaubten die meisten Deutschen, ihre Sparguthaben seien sicher, da war die neue D-Mark längst gedruckt. Nüchtern betrachtet ist nicht erkennbar, warum diesmal ein Wunder geschehen sollte.
SZ: Vielleicht, weil wir keinen Weltkrieg hinter uns haben?
Homburg: Der Krieg selbst war nicht das Problem, sondern vielmehr die geräuschlose Kriegsfinanzierung durch die Notenpresse. Heute sind wir Zeugen einer geräuschlosen Friedensfinanzierung, die Milliarden in Richtung der Finanzindustrie umleitet und dies durch immer neue Kürzel wie EFSM, EFSF oder ESM verschleiert.
SZ: Muss es deshalb gleich zu Ende gehen mit dem Euro?
Homburg: Die Regierungschefs und die Europäische Zentralbank (EZB) werden das Ende des Euro durch ihre Manöver so lange wie möglich hinauszögern. Sie haben jedoch sämtliche Stabilitätsregeln des Vertrags von Maastricht gebrochen. Nichts spricht dafür, dass diese Regeln in Zukunft eingehalten werden, vielmehr spricht die inzwischen errichtete Haftungsgemeinschaft dagegen.
SZ: Warum soll man jetzt nicht nach vorne blicken und die Konstruktionsfehler der Währungsunion heilen?
Homburg: Solche Heilungsversuche offenbaren einen Mangel an Urteilsvermögen. Deshalb noch einmal: Die Regierungschefs der Euro-Zone und die EZB haben alle geltenden Stabilitätsregeln gebrochen, seien es Schuldenobergrenzen, das Schuldenankaufsverbot oder das Beistandsverbot. Hier gelten keine rechtsstaatlichen Regeln, sondern es herrscht Faustrecht. Warum sollten neue Regeln einen Fortschritt bewirken? Regeln zudem, die einstimmig beschlossen werden müssten, also auch von den Problemstaaten? Eine solche Entwicklung halte ich für extrem unwahrscheinlich.
SZ: Heißt das, wir sollten Griechenland und andere verschuldete Staaten in die Insolvenz schicken?
Homburg: Für die überschuldeten Mitgliedstaaten der Euro-Zone wären Insolvenzen die beste Lösung. Im Kern geht es aber nicht um diese Krisenländer, sondern um die Gläubiger. Der deutsche Steuerzahler alimentiert hauptsächlich diejenigen, die Griechenland und anderen Geld geliehen und dafür Zinsen kassiert haben. Diese Gläubiger kämpfen nun darum, die Verluste den Steuerzahlern, also hauptsächlich den Arbeitnehmern, aufzubürden. Der Verteilungskampf zwischen Finanzindustrie und Steuerzahlern bildet den ökonomischen Kern des Problems, er wird aber verdeckt geführt und verschleiert.
SZ: Die Schulden wandern von der privaten in die öffentliche Hand ...
Homburg: ... richtig, vor zwei Jahren befanden sich fast alle griechischen Staatsanleihen in privater Hand, inzwischen ist rund die Hälfte beim Steuerzahler angekommen. Es ist absehbar, dass in wenigen Jahren auch die andere Hälfte verschoben wird.
SZ: Ist die Übernahme von Haftungsrisiken der Grund dafür, dass das deutsche AAA-Rating zu wanken beginnt?
Homburg: Schon jetzt leidet die Bonität Deutschlands massiv unter den Garantien, die wir für andere Staaten übernommen haben. An den Versicherungsprämien für deutsche Staatsanleihen kann man ablesen, dass die Investoren einer Insolvenz Deutschlands inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von zwölf Prozent zumessen.
SZ: Dennoch gibt es neue Planspiele, den Rettungsfonds aufzustocken. Wie soll das gehen?
Homburg: Der EFSF soll nicht nur die Mittel ausschöpfen, die ihm von den Parlamenten zugebilligt wurden. Sondern er soll die erworbenen Schrottanleihen bei der EZB verpfänden und dafür von der EZB frisches Geld erhalten. Durch diesen Trick entsteht eine Hebelwirkung: Der EFSF kann ein Vielfaches der demokratisch gebilligten Gelder verleihen, dabei vervielfachen sich natürlich auch die Risiken der Garantiegeber. Auf diese Weise werden die Parlamentsbeschlüsse ausgehebelt.
SZ: Müssen wir als Konsequenz Inflation fürchten?
Homburg: Im Moment ist die Inflationsrate nicht hoch. Aber die Metapher der Ketchup-Inflation warnt: Wie bei einer Ketchupflasche, die man schüttelt, kommt zuerst nichts heraus, und dann ein ganzer Schwall, den man nicht aufhalten kann. Mit der Inflation verhält es sich ähnlich. Wenn sie erst kommt, wird die EZB sie kaum über Verkauf von Staatsanleihen oder über massive Zinserhöhungen aufhalten können. Die von den Regierungschefs geschürte Illusion, man könne der einen Seite helfen, ohne dass es die andere Seite etwas kostet, wird dann platzen.
SZ: Was wird passieren, wenn die Illusion verpufft?
Homburg: Das würde vor allem Vermögensbesitzer hart treffen - wie schon in der Vergangenheit. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg sind die Ersparnisse der Bürger in den Kauf von Kriegsgerät gegangen, dieses Scheinvermögen wurde dann durch die Währungsreformen 1923 und 1948 aufgedeckt. Jetzt sind europaweit Billionen in Staatskonsum geflossen, dieses Geld ist volkswirtschaftlich verloren. Bezahlt werden muss, und es fragt sich nur, wer bezahlt.
SZ: Was sollen Verbraucher tun, um sich zu schützen?
Homburg: Als normaler Bürger kann man wenig machen. Die Geschichte zeigt, dass Regierungen, wenn es ernst wird, zu radikalen Mitteln greifen wie Enteignungen, Vermögensabgaben oder Goldbesitzverbot. Auch der normale Eigenheimbesitzer, Riester-Rentner oder Lebensversicherte wird sein Fett wegbekommen. Ist der Staatsnotstand erst erreicht, sind auch die Grundrechte außer Kraft.
SZ: Gibt es gar keine Hoffnung?
Homburg: Hoffnung haben diejenigen, die nichts besitzen, denn ihnen kann auch nichts genommen werden. Hoffnung haben auch jene ehrenwerten Mitglieder der Finanzindustrie, die jetzt noch ein oder zwei Jahre mit Steuerzahlers Hilfe Kasse machen, um sich dann mit dem eigenen Flugzeug auf die eigene Insel zu verabschieden und aus der Ferne zuzusehen, wie die übrigen hier klarkommen. Hoffnung hat schließlich, wer zu einer buddhistischen Lebensweise findet und materiellen Werten ganz entsagt. Für die anderen sehe ich schwarz.
Zitat
Finanzkrise vernichtet Millionen Jobs
Die Rettung von Banken und taumelnden Staaten hat Milliarden gekostet - doch die bitterste Seite der Finanzkrise zeigt sich in den Schicksalen der Menschen: Mehr als 13 Millionen Arbeitsplätze sind seit Beginn der Krise im Jahr 2007 weggefallen, hat die Wirtschaftsorganisation OECD jetzt ausgerechnet. Heute seien damit in den 34 Mitgliedsländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung 44 Millionen Menschen ohne Job - "viele von ihnen bereits seit mehr als zwölf Monaten", teilte die Organisation an diesem Montag mit
Euroauflösung wird eruptiv verlaufen
Trotz Euro-Gipfel in der vergangenen Nacht ist das Problem der Schuldenberge Europas nicht aus der Welt. Bert Flossbach, Chef der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, erwartet daher eine gewollte Inflation und als Folge eine Währungsreform
Europas Schuldenberg wächst und wächst. Um die Schulden in den Griff zu bekommen, werden die Euroländer letztlich nur die Geldmenge im Euroraum erhöhen können, ist Bert Flossbach, Chef der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, überzeugt.
Die Folge der steigenden Geldmenge wäre Inflation. Und diese würde den Staaten die Möglichkeit bieten, ihre Schuldenquote zu verringern. Am Ende dieser Entwicklung hält Flossbach eine Währungsreform für wahrscheinlich. Die Folgen: Höhere Abgaben und weniger Leistungen des deutschen Staates. „Wann und wie sich der Euro auflöst, kann niemand mit Bestimmtheit sagen. Der Prozess kann geordnet ablaufen, wahrscheinlich aber eher eruptiv“, so Flossbach gegenüber den Deutschen Mittelstands Nachrichten.
Für Anleger ist das ein Problem. Nominalwertanlagen, beispielsweise Sparguthaben, Bundesanleihen und klassische Lebensversicherungen, würden unter einer möglichen Währungsreform leiden. Positiv dagegen sei eine Reform auf Anlagen in Edelmetalle, Aktien und Immobilien.
Im Vergleich zu anderen Euro-Staaten werde Deutschland eine Reform wahrscheinlich gut verkraften können. „Das hängt aber auch davon ab, wie weit wir uns bis dahin in den EU-Schuldensumpf haben reinziehen lassen“, so Flossbach.
Trotz Euro-Gipfel in der vergangenen Nacht ist das Problem der Schuldenberge Europas nicht aus der Welt. Bert Flossbach, Chef der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, erwartet daher eine gewollte Inflation und als Folge eine Währungsreform
Europas Schuldenberg wächst und wächst. Um die Schulden in den Griff zu bekommen, werden die Euroländer letztlich nur die Geldmenge im Euroraum erhöhen können, ist Bert Flossbach, Chef der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch, überzeugt.
Die Folge der steigenden Geldmenge wäre Inflation. Und diese würde den Staaten die Möglichkeit bieten, ihre Schuldenquote zu verringern. Am Ende dieser Entwicklung hält Flossbach eine Währungsreform für wahrscheinlich. Die Folgen: Höhere Abgaben und weniger Leistungen des deutschen Staates. „Wann und wie sich der Euro auflöst, kann niemand mit Bestimmtheit sagen. Der Prozess kann geordnet ablaufen, wahrscheinlich aber eher eruptiv“, so Flossbach gegenüber den Deutschen Mittelstands Nachrichten.
Für Anleger ist das ein Problem. Nominalwertanlagen, beispielsweise Sparguthaben, Bundesanleihen und klassische Lebensversicherungen, würden unter einer möglichen Währungsreform leiden. Positiv dagegen sei eine Reform auf Anlagen in Edelmetalle, Aktien und Immobilien.
Im Vergleich zu anderen Euro-Staaten werde Deutschland eine Reform wahrscheinlich gut verkraften können. „Das hängt aber auch davon ab, wie weit wir uns bis dahin in den EU-Schuldensumpf haben reinziehen lassen“, so Flossbach.
Euro Aus im November?
von Walter K. Eichelburg
Im Moment sehen wir den Untergang des Euro. Noch nicht als Währung durch Crash (das kommt auch bald), sondern als Gemeinschaftswährung. - Aus diversen Management-Etagen von Banken tönt es laut Insider-Informationen schon: Der Euro erlebt den November 2011 nicht mehr. - Wenn der Euro crasht, dann gibt es kein Limit beim Goldpreis mehr.
Ein Euro-„Rettungsgipfel“ jagt derzeit den nächsten. Diese stehlen nur den Politikern die Zeit, raus kommt nichts mehr. Am Sonntag, den 22.10.2011 war so einer. Rausgekommen ist nichts weiter als dass die Entscheidungen auf einem weiteren Gipfel am 26.10. (heute, wo dieser Artikel geschrieben wird) vertagt werden. Wahrscheinlich wird auch dann wieder nichts rauskommen, denn die Gegensätze sind einfach zu groß. Am 22.10 haben Merkel und Sarkozy den Berlusconi in die Zange genommen: Sein Italien sollte endlich mit dem Sparen beginnen und am 26.10 einen konkreten Ministerratsbeschluss herzeigen. Nicht nur zerfällt die Berlusconi-Regierung deswegen gerade, diese Sparbefehle führen jetzt in der italienischen Öffentlichkeit und den Medien zu einer nationalen Aufwallung gegen Deutschland, Frankreich und die EU. Da geht jetzt nichts mehr, denn die nationale Emotion versperrt jetzt jeden Weg zur Reform.
Dabei ist Italien das momentane Hauptproblem, da eine massive Kapitalflucht aus Italien läuft. Daher möchte man auch diesen „Rettungsschirm“ EFSF auf bis zu 4 Billionen Euro hebeln, weiss aber nicht recht wie. Anheben kann man die nationalen Haftungen nicht mehr, das ist überall innenpolitisch unmöglich und wird auch von den Märkten nicht mehr geglaubt. Die Politiker sind daher ratlos und wissen nicht mehr weiter, aber sie streiten heftig.
Frankreich: Banken oder Euro retten
Nach Italien ist Frankreich das nächste Riesen-Problem: die Großbanken dort stehen kurz vor dem Untergang und müssen rekapitalisiert werden. Dexia ist schon kollabiert. Wenn der Staat das macht, kann er nicht gleichzeitig Euro-Retter sein und umgekehrt. Ein Verlust des französischen AAA würde den Euro gleich untergehen lassen, da einer der Hauptgaranten des EFSF dann ausfällt. Die Kapitalflucht aus französischen Staatsanleihen läuft auch schon.
Vorbereitungen für das Euro-Ende
Aus diversen Management-Etagen von Banken tönt es laut Insider-Informationen schon: Der Euro erlebt den November 2011 nicht mehr. Es wird auch dringend empfohlen, das Geld von der Bank abzuheben und Gold zu kaufen. Vorbereitungen für die Einführung neuer Währungen mit Währungsreformen werden schon gemacht, Details sickern heraus, so sollen etwa nur €1000 in die neuen Währungen umtauschbar sein, der Rest landet auf einem Sperrkonto. Ein echt grausamer Haircut bei den Sparern, aber auch ein Zeichen dafür, wie wenig realer Wert hinter den Schulden in Europa wirklich ist.
Der Euro-Untergang
Wenn Sie das lesen, ist es vielleicht schon passiert. Wenn die EU-Gipfel kein Ergebnis bringen, was zu erwarten ist, dürfte unmittelbar darauf die Panik-Flucht aus dem Euro losgehen und dieser crashen. Alle derzeitigen Euro-Stützungen versagen dann. Dieser Crash auf etwa die Hälfte oder mehr wird primär gegenüber US-Dollar, Schweizer Franken und besonders Gold stattfinden. Die Banken schließen dann, auf die gesperrten Konten werden die Währungsreformen gemacht.
Gold
Gold hat wieder $1700/oz überwunden, die Monster-Preisdrückung seit Ende September scheint derzeit zusammenzubrechen. Wenn der Euro crasht, dann gibt es kein Limit beim Goldpreis mehr. Gold und Silber werden wie Raketen hochschießen. Man sollte nicht vergessen: die Fluchtsummen sind gigantisch groß, wenn nur ein kleiner Teil in physisches Gold geht, reicht es schon.
Im Moment sehen wir den Untergang des Euro. Noch nicht als Währung durch Crash (das kommt auch bald), sondern als Gemeinschaftswährung. - Aus diversen Management-Etagen von Banken tönt es laut Insider-Informationen schon: Der Euro erlebt den November 2011 nicht mehr. - Wenn der Euro crasht, dann gibt es kein Limit beim Goldpreis mehr.
Ein Euro-„Rettungsgipfel“ jagt derzeit den nächsten. Diese stehlen nur den Politikern die Zeit, raus kommt nichts mehr. Am Sonntag, den 22.10.2011 war so einer. Rausgekommen ist nichts weiter als dass die Entscheidungen auf einem weiteren Gipfel am 26.10. (heute, wo dieser Artikel geschrieben wird) vertagt werden. Wahrscheinlich wird auch dann wieder nichts rauskommen, denn die Gegensätze sind einfach zu groß. Am 22.10 haben Merkel und Sarkozy den Berlusconi in die Zange genommen: Sein Italien sollte endlich mit dem Sparen beginnen und am 26.10 einen konkreten Ministerratsbeschluss herzeigen. Nicht nur zerfällt die Berlusconi-Regierung deswegen gerade, diese Sparbefehle führen jetzt in der italienischen Öffentlichkeit und den Medien zu einer nationalen Aufwallung gegen Deutschland, Frankreich und die EU. Da geht jetzt nichts mehr, denn die nationale Emotion versperrt jetzt jeden Weg zur Reform.
Dabei ist Italien das momentane Hauptproblem, da eine massive Kapitalflucht aus Italien läuft. Daher möchte man auch diesen „Rettungsschirm“ EFSF auf bis zu 4 Billionen Euro hebeln, weiss aber nicht recht wie. Anheben kann man die nationalen Haftungen nicht mehr, das ist überall innenpolitisch unmöglich und wird auch von den Märkten nicht mehr geglaubt. Die Politiker sind daher ratlos und wissen nicht mehr weiter, aber sie streiten heftig.
Frankreich: Banken oder Euro retten
Nach Italien ist Frankreich das nächste Riesen-Problem: die Großbanken dort stehen kurz vor dem Untergang und müssen rekapitalisiert werden. Dexia ist schon kollabiert. Wenn der Staat das macht, kann er nicht gleichzeitig Euro-Retter sein und umgekehrt. Ein Verlust des französischen AAA würde den Euro gleich untergehen lassen, da einer der Hauptgaranten des EFSF dann ausfällt. Die Kapitalflucht aus französischen Staatsanleihen läuft auch schon.
Vorbereitungen für das Euro-Ende
Aus diversen Management-Etagen von Banken tönt es laut Insider-Informationen schon: Der Euro erlebt den November 2011 nicht mehr. Es wird auch dringend empfohlen, das Geld von der Bank abzuheben und Gold zu kaufen. Vorbereitungen für die Einführung neuer Währungen mit Währungsreformen werden schon gemacht, Details sickern heraus, so sollen etwa nur €1000 in die neuen Währungen umtauschbar sein, der Rest landet auf einem Sperrkonto. Ein echt grausamer Haircut bei den Sparern, aber auch ein Zeichen dafür, wie wenig realer Wert hinter den Schulden in Europa wirklich ist.
Der Euro-Untergang
Wenn Sie das lesen, ist es vielleicht schon passiert. Wenn die EU-Gipfel kein Ergebnis bringen, was zu erwarten ist, dürfte unmittelbar darauf die Panik-Flucht aus dem Euro losgehen und dieser crashen. Alle derzeitigen Euro-Stützungen versagen dann. Dieser Crash auf etwa die Hälfte oder mehr wird primär gegenüber US-Dollar, Schweizer Franken und besonders Gold stattfinden. Die Banken schließen dann, auf die gesperrten Konten werden die Währungsreformen gemacht.
Gold
Gold hat wieder $1700/oz überwunden, die Monster-Preisdrückung seit Ende September scheint derzeit zusammenzubrechen. Wenn der Euro crasht, dann gibt es kein Limit beim Goldpreis mehr. Gold und Silber werden wie Raketen hochschießen. Man sollte nicht vergessen: die Fluchtsummen sind gigantisch groß, wenn nur ein kleiner Teil in physisches Gold geht, reicht es schon.
Die nächste Währungs-Reform kommt
Wenn die Euro-Schulden-Staaten noch mehr Milliarden aus Deutschland & Co. herauspressen, kommt die Währungsreform schneller als wir denken. Und wenn wir nicht mitspielen? Dann werden wir locker überstimmt – und können die Mega-Inflation nicht verhindern.
Es war nur ein trickreicher Versuch. Aber er hätte beinahe funktioniert. Beim letzten Treffen der wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt (G 20) kursierte ein brisantes Papier der Europäischen Zentralbank (EZB): Man könnte doch einen Teil der Währungsreserven der nationalen Notenbanken bei der EZB bündeln – für den Anfang so etwa 60 Milliarden Euro, davon gut 15 Milliarden der Deutschen Bundesbank. Dann hätte der Euro-Rettungsfonds noch etwas mehr Geld zur Verfügung als die bisherigen 440 Milliarden.
Die Bundesbank grätschte – zum Glück – sofort dazwischen: Nur sie habe das Recht, über die deutschen Währungsreserven zu wachen. Genauso ist es. Schließlich geht es hier nicht um irgendein europäisches Spielgeld. Sondern um ein von den deutschen Bürgern erarbeitetes Vermögen. Die Bundesbank verwaltet inzwischen gut 181 Milliarden Euro dieser Währungsreserven – allein knapp 132 Milliarden in Gold.
Der erste Versuch der Enteigner ist also gescheitert. Aber ist damit die Gefahr vorüber? Natürlich nicht. Zu groß sind die finanziellen Nöte Griechenlands, Portugals, Spaniens und Italiens. Und zu offenkundig ist, dass die 440 Milliarden Euro des sogenannten Rettungsfonds nicht für all diese Länder ausreichen werden. Selbst dann nicht, wenn sie mit irgendwelchen schlauen Finanzkniffen (Garantien, Versicherungen) auf 1000 Milliarden Euro gedehnt werden.
Die Macht der Schulden-Monster USA und Großbritannien
Doch was kommt als nächstes? Wir wissen es noch nicht. Klar ist nur: Deutschland und die anderen solide wirtschaftenden Euro-Staaten – wie Österreich und die Niederlande – werden nicht ewig Widerstand leisten können. Zu groß ist die Stimmen-Übermacht der Südeuropäer in den Gremien der EU. Diese Defizit-Sünder werden aber nicht nur bisweilen von Frankreich unterstützt. Sondern zu allem Überfluss auch noch von den Mega-Schulden-Monstern USA und Großbritannien, wie der aktuelle G20-Gipfel zeigte.
Selbst in der Europäischen Zentralbank ist Deutschland inzwischen weitgehend isoliert. Nur einige wenige der 16 anderen Notenbanken würden im Streitfall mit der Bundesbank stimmen – etwa gegen neue Käufe von italienischen Staatsanleihen oder gar die direkte Finanzierung überschuldeter Staaten. Das ist umso ärgerlicher, weil die EZB ursprünglich nach dem Vorbild des resoluten Stabilitätswächters Bundesbank geformt wurde.
Der Skandal mit den Stimmanteilen
Davon ist nicht allzu viel übrig geblieben. Der wahre Skandal verbirgt sich aber in der unfairen Gewichtung der Stimmrechte der 17 nationalen Notenbanken. Im Klartext: Deutschland stellt mit 27,1 Prozent den größten Teil des Kapitals der EZB, hat aber nur wenig zu sagen (zwei von insgesamt 23 Stimmen im EZB-Rat). Über genauso viele Stimmen verfügen gemeinsam schon die beiden Zwergstaaten Malta (eine) und Zypern (eine), sie haften aber nur für 0,3 Prozent des Kapitals der EZB.
Noch deutlicher wird dieses Missverhältnis, wenn man die beiden EU-Schwergewichte Deutschland und Frankreich betrachtet: Diese beiden Länder stemmen fast die Hälfte der Finanzmittel der EZB, haben aber zusammen nur vier Stimmen – sie könnten allein schon von Griechenland, Malta, Zypern, Slowenien und Estland (jeweils eine Stimme) an die Wand gedrückt werden.
„Vielleicht ist die vierte Währungsreform schon auf dem Weg“
Wenn aber die großen, kapitalstarken Staaten so wenig zu sagen haben, übernehmen irgendwann die Geldverschwender die komplette Macht in Europa. Oder wie es der Brite David Marsh ausdrückt, einer der weltbesten Kenner der Deutschen Bundesbank: „Vielleicht ist die vierte Währungsreform schon auf dem Weg.“
Nach seiner Zählweise erlebte Deutschland den ersten Kapitalschnitt nach der Mega-Inflation 1923, den zweiten durch die Währungsreform 1948 und den dritten mit der Umstellung der D-Mark auf den Euro. Und die vierte Währungsreform? Sie wird kommen, da ist sich Marsh ziemlich sicher: „Ohne ein Wunder scheint die alte, von der stabilitätsorientierten Bundesbank geprägte Währungsunion am Ende zu sein
* Focus
Es war nur ein trickreicher Versuch. Aber er hätte beinahe funktioniert. Beim letzten Treffen der wichtigsten Wirtschaftsnationen der Welt (G 20) kursierte ein brisantes Papier der Europäischen Zentralbank (EZB): Man könnte doch einen Teil der Währungsreserven der nationalen Notenbanken bei der EZB bündeln – für den Anfang so etwa 60 Milliarden Euro, davon gut 15 Milliarden der Deutschen Bundesbank. Dann hätte der Euro-Rettungsfonds noch etwas mehr Geld zur Verfügung als die bisherigen 440 Milliarden.
Die Bundesbank grätschte – zum Glück – sofort dazwischen: Nur sie habe das Recht, über die deutschen Währungsreserven zu wachen. Genauso ist es. Schließlich geht es hier nicht um irgendein europäisches Spielgeld. Sondern um ein von den deutschen Bürgern erarbeitetes Vermögen. Die Bundesbank verwaltet inzwischen gut 181 Milliarden Euro dieser Währungsreserven – allein knapp 132 Milliarden in Gold.
Der erste Versuch der Enteigner ist also gescheitert. Aber ist damit die Gefahr vorüber? Natürlich nicht. Zu groß sind die finanziellen Nöte Griechenlands, Portugals, Spaniens und Italiens. Und zu offenkundig ist, dass die 440 Milliarden Euro des sogenannten Rettungsfonds nicht für all diese Länder ausreichen werden. Selbst dann nicht, wenn sie mit irgendwelchen schlauen Finanzkniffen (Garantien, Versicherungen) auf 1000 Milliarden Euro gedehnt werden.
Die Macht der Schulden-Monster USA und Großbritannien
Doch was kommt als nächstes? Wir wissen es noch nicht. Klar ist nur: Deutschland und die anderen solide wirtschaftenden Euro-Staaten – wie Österreich und die Niederlande – werden nicht ewig Widerstand leisten können. Zu groß ist die Stimmen-Übermacht der Südeuropäer in den Gremien der EU. Diese Defizit-Sünder werden aber nicht nur bisweilen von Frankreich unterstützt. Sondern zu allem Überfluss auch noch von den Mega-Schulden-Monstern USA und Großbritannien, wie der aktuelle G20-Gipfel zeigte.
Selbst in der Europäischen Zentralbank ist Deutschland inzwischen weitgehend isoliert. Nur einige wenige der 16 anderen Notenbanken würden im Streitfall mit der Bundesbank stimmen – etwa gegen neue Käufe von italienischen Staatsanleihen oder gar die direkte Finanzierung überschuldeter Staaten. Das ist umso ärgerlicher, weil die EZB ursprünglich nach dem Vorbild des resoluten Stabilitätswächters Bundesbank geformt wurde.
Der Skandal mit den Stimmanteilen
Davon ist nicht allzu viel übrig geblieben. Der wahre Skandal verbirgt sich aber in der unfairen Gewichtung der Stimmrechte der 17 nationalen Notenbanken. Im Klartext: Deutschland stellt mit 27,1 Prozent den größten Teil des Kapitals der EZB, hat aber nur wenig zu sagen (zwei von insgesamt 23 Stimmen im EZB-Rat). Über genauso viele Stimmen verfügen gemeinsam schon die beiden Zwergstaaten Malta (eine) und Zypern (eine), sie haften aber nur für 0,3 Prozent des Kapitals der EZB.
Noch deutlicher wird dieses Missverhältnis, wenn man die beiden EU-Schwergewichte Deutschland und Frankreich betrachtet: Diese beiden Länder stemmen fast die Hälfte der Finanzmittel der EZB, haben aber zusammen nur vier Stimmen – sie könnten allein schon von Griechenland, Malta, Zypern, Slowenien und Estland (jeweils eine Stimme) an die Wand gedrückt werden.
„Vielleicht ist die vierte Währungsreform schon auf dem Weg“
Wenn aber die großen, kapitalstarken Staaten so wenig zu sagen haben, übernehmen irgendwann die Geldverschwender die komplette Macht in Europa. Oder wie es der Brite David Marsh ausdrückt, einer der weltbesten Kenner der Deutschen Bundesbank: „Vielleicht ist die vierte Währungsreform schon auf dem Weg.“
Nach seiner Zählweise erlebte Deutschland den ersten Kapitalschnitt nach der Mega-Inflation 1923, den zweiten durch die Währungsreform 1948 und den dritten mit der Umstellung der D-Mark auf den Euro. Und die vierte Währungsreform? Sie wird kommen, da ist sich Marsh ziemlich sicher: „Ohne ein Wunder scheint die alte, von der stabilitätsorientierten Bundesbank geprägte Währungsunion am Ende zu sein
* Focus
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Die Lösung: „Währungsunion zwischen Rubel und Euro“
Bricht der Euro auseinander oder kann er nur durch einen Eurobond künstlich zusammengehalten werden? Wie wird es weiter mit dem Euro gehen? Kommt die DM wieder? Kann es zu einer Währungsreform kommen?
Meinen zugegebener Maßen nicht ganz gewöhnlichen Lösungsvorschlag dazu könnt Ihr im DAF (Deutsches Anleger Fernsehen) mit Dr. Bernhard Jünemann am 23. November 2011 sehen. >> Video-Link
Im Börsen- und Finanzbereich muss sich vieles ändern und müssen jetzt auch ungewöhnliche Wege beschritten werden, sonst sägte man sich den Ast ab auf dem man selbst sitzt. Die Märkte reagieren jetzt sehr sensibel auf jegliche Verschuldungsnews, zuletzt die Nichteinigung des Super-Kongresses beim US-Sparprogramm, was zu einem Mini-Crash am Montag an den Weltbörse, so ach beim DAX und RTS mit jeweils über 3%, führte. ..
Die atemberaube US-Verschuldung mit 15 Billionen USD Verschuldung und 1,5 Billionen USD Neuverschuldung (!) wird uns in jedem Fall auch in Zukunft in Atem halten. Hinzu kam die Meldung, dass die Commerzbank AG und auch die Deutsche Bank AG mehr Geld benötigen, was alle Bankaktien auf Talfahrt schickte. Die Refinanzierung von Länder- und Bankanleihen wird auch das Hauptproblem in 2012 werden, zumal Banken jetzt immer weniger Länderanleihen kaufen wollen. Wer aber kauft dann die Länderanleihen von zu hoch verschuldeten Ländern noch – außer der EZB?
Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit bis die EZB einknickt und in ein „QE“ (=Gelddrucken) wie die FED übergeht. Dann würden zwar kurzfristig die Aktien wieder steigen, es entsteht aber auch Inflationspotential. Ich habe andere, ungewöhnliche Lösungsvorschläge, die jetzt unter www.eaststock.de, dort unter Interviews abrufbar sind. Schreiben Sie mir Ihre Meinung dazu! Seien sie nicht so passiv wie zuvor, sondern engagieren Sie sich zumindest aktiv mit Ihren Diskussionsbeiträgen. „Occopy Wall Street“ ist zwar noch ein diffuses Gemisch von Meinungen und Protesten ohne klare Line, wie man es besser oder anders machen soll; aber wenn sich das Volk nicht bewegt, werden sich auch die Politiker nicht bewegen. Wollt das Volk eigentlich den Euro oder wollten es nur einige Politiker? Insofern ist es sinnvoll nicht nur Demokratierechte einzufordern, sondern auch Demokratie einzufordern. Aber wer ging bisher schon wegen einer zu hohen Länderverschuldung, die nur Politiker zu verantworten auf die Straße? Keiner! Also machen wir den Anfang.
Maennicke am 25.11.2011
Der Text ist die persönliche Meinung des Autors
Meinen zugegebener Maßen nicht ganz gewöhnlichen Lösungsvorschlag dazu könnt Ihr im DAF (Deutsches Anleger Fernsehen) mit Dr. Bernhard Jünemann am 23. November 2011 sehen. >> Video-Link
Zitat
Kein Ende der Schuldenkrise in Sicht. Die Sorgen wachsen auch in Osteuropa, vor allem in Russland. Das bereitet den Boden für ganz ungewöhnliche Lösungen.
„In Russland wird eine Währungsunion zwischen Rubel und Euro diskutiert“, berichtet Andreas Männicke, Geschäftsführer von East Stock Information, und er sieht, so ungewöhnlich es klingt, klare Vorteile: „Russland hat geringe Schulden, Russland hat riesige Goldvorkommen, Russland hat reiche Rohstoffvorräte“. Mit anderen Worten, das Land könnte die Euroschulden mit Leichtigkeit schultern und hätte im Gegenzug seine Absatzmärkte gesichert. Ob das diese ungewöhnliche Lösung Chancen auf Verwirklichung hat, bleibt offen. Eine Währungsunion unter der Knute Putin? Für Westeuropäer kaum vorstellbar. Aber selbst wenn es nicht dazu kommt, bietet Russland mutigen Investoren gute Chancen: „Die russischen Aktien sind klar unterbewertet, es gibt Kurs-Gewinn-Verhältnisse von zwei bei soliden Geschäftsmodellen“, lockt Andreas Männicke. Und welche Werte bieten solche Chancen. Inder Sendung werden Gazprom, Sberbank und Stistema diskutiert.
Im Börsen- und Finanzbereich muss sich vieles ändern und müssen jetzt auch ungewöhnliche Wege beschritten werden, sonst sägte man sich den Ast ab auf dem man selbst sitzt. Die Märkte reagieren jetzt sehr sensibel auf jegliche Verschuldungsnews, zuletzt die Nichteinigung des Super-Kongresses beim US-Sparprogramm, was zu einem Mini-Crash am Montag an den Weltbörse, so ach beim DAX und RTS mit jeweils über 3%, führte. ..
Die atemberaube US-Verschuldung mit 15 Billionen USD Verschuldung und 1,5 Billionen USD Neuverschuldung (!) wird uns in jedem Fall auch in Zukunft in Atem halten. Hinzu kam die Meldung, dass die Commerzbank AG und auch die Deutsche Bank AG mehr Geld benötigen, was alle Bankaktien auf Talfahrt schickte. Die Refinanzierung von Länder- und Bankanleihen wird auch das Hauptproblem in 2012 werden, zumal Banken jetzt immer weniger Länderanleihen kaufen wollen. Wer aber kauft dann die Länderanleihen von zu hoch verschuldeten Ländern noch – außer der EZB?
Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit bis die EZB einknickt und in ein „QE“ (=Gelddrucken) wie die FED übergeht. Dann würden zwar kurzfristig die Aktien wieder steigen, es entsteht aber auch Inflationspotential. Ich habe andere, ungewöhnliche Lösungsvorschläge, die jetzt unter www.eaststock.de, dort unter Interviews abrufbar sind. Schreiben Sie mir Ihre Meinung dazu! Seien sie nicht so passiv wie zuvor, sondern engagieren Sie sich zumindest aktiv mit Ihren Diskussionsbeiträgen. „Occopy Wall Street“ ist zwar noch ein diffuses Gemisch von Meinungen und Protesten ohne klare Line, wie man es besser oder anders machen soll; aber wenn sich das Volk nicht bewegt, werden sich auch die Politiker nicht bewegen. Wollt das Volk eigentlich den Euro oder wollten es nur einige Politiker? Insofern ist es sinnvoll nicht nur Demokratierechte einzufordern, sondern auch Demokratie einzufordern. Aber wer ging bisher schon wegen einer zu hohen Länderverschuldung, die nur Politiker zu verantworten auf die Straße? Keiner! Also machen wir den Anfang.
Maennicke am 25.11.2011
Der Text ist die persönliche Meinung des Autors
Weltgrößter Broker spielt Ende der Eurozone durch
Der weltgrößte Devisen- und Staatsanleihen-Händler ICAP simulierte mit seinem Handelssystem ein Ende des Euro in Griechenland
Angesichts wachsender Sorgen über ein Ende der Währungsunion sei über die weltgrößte Devisenhandels-Plattform EBS die Wiedereinführung der griechisches Drachme durchgerechnet worden, sagte ein ICAP-Sprecher am Montag in London. "Wir haben für den möglichen Fall die griechische Drachme im Vergleich zum Euro und dem US-Dollar getestet", sagte der Sprecher. "Denn unsere Kunden sind besorgt darüber, wie es mit dem Euro ausgehen wird - und wir müssen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein."
Sowohl die Drachme als auch jede andere Währung könne gehandelt werden, falls es zu einem Austritt aus der Eurozone kommen sollte, betonte das in London ansässige Brokerhaus. "Wir haben diese Szenarien sechs Monate getestet", sagte der Sprecher
Angesichts wachsender Sorgen über ein Ende der Währungsunion sei über die weltgrößte Devisenhandels-Plattform EBS die Wiedereinführung der griechisches Drachme durchgerechnet worden, sagte ein ICAP-Sprecher am Montag in London. "Wir haben für den möglichen Fall die griechische Drachme im Vergleich zum Euro und dem US-Dollar getestet", sagte der Sprecher. "Denn unsere Kunden sind besorgt darüber, wie es mit dem Euro ausgehen wird - und wir müssen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein."
Sowohl die Drachme als auch jede andere Währung könne gehandelt werden, falls es zu einem Austritt aus der Eurozone kommen sollte, betonte das in London ansässige Brokerhaus. "Wir haben diese Szenarien sechs Monate getestet", sagte der Sprecher
The Day After – die Folgen nach dem Euro-Aus
Die Eurokrise weitet sich unaufhaltsam aus, immer mehr Länder stehen vor dem Staatsbankrott – entsprechend laut tönt der Ruf nach einer Rückkehr zu den ehemaligen Landeswährungen.
Vor diesem Hintergrund schaut sich Hans Stoter von ING Investment Management (ING IM) die Konsequenzen näher an, die das Ende des Euro für Unternehmen auf den europäischen Kapitalmärkten haben könnte. "Dabei sei darauf hingewiesen, dass ein Zusammenbruch des Euro nicht unser zentrales Szenario ist. Noch sind wir überzeugt, dass Politiker und EZB bei zunehmendem Druck letztendlich die richtigen Entscheidungen treffen werden. Doch anhand der möglichen Folgen für den Unternehmensanleihemarkt wollen wir die Debatte hier näher beleuchten. Unsere Analyse beschränkt sich auf die praktischen und wirtschaftlichen Auswirkungen ohne Berücksichtigung der rechtlichen Seite", erläutert der Experte.
Verschiedene Auflösungsszenarien
Für Stoter sind zunächst einmal die verschiedenen Auflösungsszenarien voneinander abzugrenzen. Für die Analyse haben die ING IM-Experten das Auseinanderbrechen der Eurozone wie folgt definiert:
1. Ein oder mehrere Peripherieländer verlassen die EWU und führen wieder ihre ehemaligen Landeswährungen ein, während die übrigen Länder am Euro festhalten.
2. Ein oder mehrere Kernländer (etwa Deutschland oder die Niederlande) treten aus der EWU aus, während die übrigen Länder am Euro festhalten.
3. Der Euro wird aufgelöst und alle Länder kehren zu ihren nationalen Währungen zurück.
Jedes dieser Szenarien hat unterschiedliche Folgen für die Unternehmensanleihemärkte — im Folgenden skizziert Stoter die wichtigsten Konsequenzen.
Neuordnung des Wettbewerbsumfelds
Nach Einschätzung des ING IM-Managers würde ein Zusammenbruch des Euro vor allem zu einer völligen Neuordnung des Wettbewerbsumfelds führen – zuungunsten der Unternehmen in den Kernländern. Die Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder würde wesentlich gemindert, denn die Währungen der Peripherieländer wären gegenüber den Kernwährungen deutlich geschwächt. Infolge der schwächeren Währung würde sich die Kostenstruktur der Peripherieländer im Vergleich zu den Kernländern dramatisch verbessern – das hätte ernste Folgen für die Exportmärkte. "Die Bemühungen deutscher Unternehmen um Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition könnten sozusagen über Nacht zunichte werden. Die Folgen für die deutsche Binnenwirtschaft wären verheerend: Rezession und ein rapider Anstieg der Arbeitslosenzahlen", so Stoter.
Unklare Lage bei Schulden von Unternehmen
Nach Ansicht von Stoter wäre eine weitere unmittelbare Folge die unklare Lage im Hinblick auf die Währung, in der die Schulden von Unternehmen in Ländern denominiert sind, die die Währung wechseln. Würden diese Schulden immer noch auf Euro lauten (sofern der Euro als solches weiter besteht) oder würden sie in die nationale Währung umgewandelt? Sofern diese Schulden weiter auf Euro lauten sollten, sähen sich Unternehmen aus Peripherieländern, die ihre alte Währung wieder einführen, einer weitaus größeren Schuldenlast gegenüber. Grund wäre die relative Schwäche ihrer Landeswährungen gegenüber dem Euro. "Für viele dieser Unternehmen könnte das Insolvenz bedeuten. Den Unternehmen in den Kernländern könnte das hingegen unverhoffte Gewinne bescheren. Sofern der Euro völlig verschwindet, betreten wir sozusagen Neuland. Es ist vollkommen unklar, ob auf Euro lautende Schulden entweder zu 100 Prozent in die Landeswährung oder in einen Währungskorb, der die nationalen Währungen im Verhältnis zum Euro widerspiegelt, umgewandelt würden. In den Anleihebedingungen ist ein solches Szenario nicht vorgesehen", erklärt der Experte.
Kreditverknappung und Rekapitalisierungsbedarf
Im Hinblick auf die Unternehmensfinanzierung würde das Ende des Euro wahrscheinlich zu einer Kreditverknappung führen (hier ist die Lage ohnehin schon angespannt). Die Banken der Kernländer, die die EWU verlassen, würden eine Wertminderung bei auf Euro lautenden Assets hinnehmen müssen. Gleichzeitig stiege der Wert ihrer Kundeneinlagen, die in der stärkeren Landeswährung redenominiert würden. Das könnte erneuten Rekapitalisierungsbedarf bedeuten.
Dramatische Folgen für Aktien- und Anleihemärkte
Nach Meinung von Stoter wären die Folgen für Aktien- und Anleihemärkte dramatisch: "Selbstverständlich wäre die Zeit direkt vor und nach dem Zusammenbruch von hoher Volatilität geprägt. Aber auch wenn die Märkte sich an die neue Realität gewöhnt haben, mag das nicht jedermanns Sache sein. Wir werden uns wieder den fragmentierten Märkten der Zeit vor dem Euro gegenübersehen, als heimische Investoren auf Landeswährung lautende Assets kauften. Das würde die finanzielle Flexibilität von Unternehmen drastisch beschneiden und die ohnehin schwierige Wettbewerbssituation und Kreditklemme verschärfen."
"Es würde irgendwie weitergehen – aber nicht wie bisher"
In jedem Fall wäre für den ING IM-Manager ein Auseinanderfallen der Eurozone für Unternehmen folgenschwer und kaum auszumalen. Was kommt also nach dem Euro? "Es wird schon irgendwie weiter gehen – aber nicht so wie bisher. Rettungspakete für die Peripherie mögen teuer und der Öffentlichkeit kaum vermittelbar sein. Die Alternative wäre aber sicher weitaus fataler: Unternehmenszusammenbrüche und in der Folge schwere Rezession und Rekordarbeitslosenzahlen in ganz Europa. Wir gehen davon aus, dass die Politiker die richtige Entscheidung treffen und am Euro festhalten werden. Dazu müssen sie ihren Bürgern allerdings plausibel vor Augen führen, dass es keine realistische Alternative zum Euro gibt. Nur so können sie auf Unterstützung für schwierige Entscheidungen hoffen", so Stoter abschließend.
Quelle: FONDS professionell
Vor diesem Hintergrund schaut sich Hans Stoter von ING Investment Management (ING IM) die Konsequenzen näher an, die das Ende des Euro für Unternehmen auf den europäischen Kapitalmärkten haben könnte. "Dabei sei darauf hingewiesen, dass ein Zusammenbruch des Euro nicht unser zentrales Szenario ist. Noch sind wir überzeugt, dass Politiker und EZB bei zunehmendem Druck letztendlich die richtigen Entscheidungen treffen werden. Doch anhand der möglichen Folgen für den Unternehmensanleihemarkt wollen wir die Debatte hier näher beleuchten. Unsere Analyse beschränkt sich auf die praktischen und wirtschaftlichen Auswirkungen ohne Berücksichtigung der rechtlichen Seite", erläutert der Experte.
Verschiedene Auflösungsszenarien
Für Stoter sind zunächst einmal die verschiedenen Auflösungsszenarien voneinander abzugrenzen. Für die Analyse haben die ING IM-Experten das Auseinanderbrechen der Eurozone wie folgt definiert:
1. Ein oder mehrere Peripherieländer verlassen die EWU und führen wieder ihre ehemaligen Landeswährungen ein, während die übrigen Länder am Euro festhalten.
2. Ein oder mehrere Kernländer (etwa Deutschland oder die Niederlande) treten aus der EWU aus, während die übrigen Länder am Euro festhalten.
3. Der Euro wird aufgelöst und alle Länder kehren zu ihren nationalen Währungen zurück.
Jedes dieser Szenarien hat unterschiedliche Folgen für die Unternehmensanleihemärkte — im Folgenden skizziert Stoter die wichtigsten Konsequenzen.
Neuordnung des Wettbewerbsumfelds
Nach Einschätzung des ING IM-Managers würde ein Zusammenbruch des Euro vor allem zu einer völligen Neuordnung des Wettbewerbsumfelds führen – zuungunsten der Unternehmen in den Kernländern. Die Wettbewerbsfähigkeit dieser Länder würde wesentlich gemindert, denn die Währungen der Peripherieländer wären gegenüber den Kernwährungen deutlich geschwächt. Infolge der schwächeren Währung würde sich die Kostenstruktur der Peripherieländer im Vergleich zu den Kernländern dramatisch verbessern – das hätte ernste Folgen für die Exportmärkte. "Die Bemühungen deutscher Unternehmen um Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition könnten sozusagen über Nacht zunichte werden. Die Folgen für die deutsche Binnenwirtschaft wären verheerend: Rezession und ein rapider Anstieg der Arbeitslosenzahlen", so Stoter.
Unklare Lage bei Schulden von Unternehmen
Nach Ansicht von Stoter wäre eine weitere unmittelbare Folge die unklare Lage im Hinblick auf die Währung, in der die Schulden von Unternehmen in Ländern denominiert sind, die die Währung wechseln. Würden diese Schulden immer noch auf Euro lauten (sofern der Euro als solches weiter besteht) oder würden sie in die nationale Währung umgewandelt? Sofern diese Schulden weiter auf Euro lauten sollten, sähen sich Unternehmen aus Peripherieländern, die ihre alte Währung wieder einführen, einer weitaus größeren Schuldenlast gegenüber. Grund wäre die relative Schwäche ihrer Landeswährungen gegenüber dem Euro. "Für viele dieser Unternehmen könnte das Insolvenz bedeuten. Den Unternehmen in den Kernländern könnte das hingegen unverhoffte Gewinne bescheren. Sofern der Euro völlig verschwindet, betreten wir sozusagen Neuland. Es ist vollkommen unklar, ob auf Euro lautende Schulden entweder zu 100 Prozent in die Landeswährung oder in einen Währungskorb, der die nationalen Währungen im Verhältnis zum Euro widerspiegelt, umgewandelt würden. In den Anleihebedingungen ist ein solches Szenario nicht vorgesehen", erklärt der Experte.
Kreditverknappung und Rekapitalisierungsbedarf
Im Hinblick auf die Unternehmensfinanzierung würde das Ende des Euro wahrscheinlich zu einer Kreditverknappung führen (hier ist die Lage ohnehin schon angespannt). Die Banken der Kernländer, die die EWU verlassen, würden eine Wertminderung bei auf Euro lautenden Assets hinnehmen müssen. Gleichzeitig stiege der Wert ihrer Kundeneinlagen, die in der stärkeren Landeswährung redenominiert würden. Das könnte erneuten Rekapitalisierungsbedarf bedeuten.
Dramatische Folgen für Aktien- und Anleihemärkte
Nach Meinung von Stoter wären die Folgen für Aktien- und Anleihemärkte dramatisch: "Selbstverständlich wäre die Zeit direkt vor und nach dem Zusammenbruch von hoher Volatilität geprägt. Aber auch wenn die Märkte sich an die neue Realität gewöhnt haben, mag das nicht jedermanns Sache sein. Wir werden uns wieder den fragmentierten Märkten der Zeit vor dem Euro gegenübersehen, als heimische Investoren auf Landeswährung lautende Assets kauften. Das würde die finanzielle Flexibilität von Unternehmen drastisch beschneiden und die ohnehin schwierige Wettbewerbssituation und Kreditklemme verschärfen."
"Es würde irgendwie weitergehen – aber nicht wie bisher"
In jedem Fall wäre für den ING IM-Manager ein Auseinanderfallen der Eurozone für Unternehmen folgenschwer und kaum auszumalen. Was kommt also nach dem Euro? "Es wird schon irgendwie weiter gehen – aber nicht so wie bisher. Rettungspakete für die Peripherie mögen teuer und der Öffentlichkeit kaum vermittelbar sein. Die Alternative wäre aber sicher weitaus fataler: Unternehmenszusammenbrüche und in der Folge schwere Rezession und Rekordarbeitslosenzahlen in ganz Europa. Wir gehen davon aus, dass die Politiker die richtige Entscheidung treffen und am Euro festhalten werden. Dazu müssen sie ihren Bürgern allerdings plausibel vor Augen führen, dass es keine realistische Alternative zum Euro gibt. Nur so können sie auf Unterstützung für schwierige Entscheidungen hoffen", so Stoter abschließend.
Quelle: FONDS professionell
Ist die Rettung des Euro wirklich alternativlos?
Bundeskanzlerin Merkel machte kürzlich in einer Rede den Euro für den Frieden in Europa verantwortlich, darum sollte alles getan werden um den Euro zu retten. Ist dies wirklich so, würde der Untergang des Euro die Menschen in Europa ins Chaos stürzen? Was passiert bei einem globalen Kollaps des jetzigen Finanzsystems? Sind wir selbst den aktuellen Geschehnissen wirklich so machtlos ausgeliefert, wie immer wieder berichtet wird oder bietet sich im Zusammenbruch des Systems sogar eine große Chance für uns? Da eine solche Situation, wie die jetzige Finanzkrise, laut Aussagen der Fachleute noch nie dagewesen ist, kann keiner seriöse Antworten auf die Fragen liefern und verweist daher gerne auf die sprichwörtliche "Glaskugel". ExtremNews hat nun diesen Hinweis aufgenommen und einen "besonderen" Experten in die neueste Sendung von "Dein Geld" .. eingeladen
Die Finanzkrise gehört weiterhin in den deutschen Nachrichten und auch im Alltag der Menschen zu den Topthemen. Doch trotz der manigfältigen Berichterstattung und Diskussion, scheint es keinen wirklich erfolgreichen Lösungsansatz zu geben. Im Gegenteil, wie immer mehr Umfragen ergeben, sinkt von Tag zu Tag der Glaube der Bevölkerung, dass die Politik die Finanzkrise lösen kann. Im Gegenzug wächst die Unsicherheit der Bürger, wie man sich persönlich auf einen möglichen Crash des Finanzsystems vorbereiten soll. Bei so viel Verunsicherung und Ratlosigkeit der Fachleute und Menschen haben in der Vergangenheit schon oft ungewöhnliche Ideen und Lösungsansätze den richtigen Weg aufgezeigt. Daher hat unsere ExtremNews Redaktion in die neuesten Ausgabe der Sendung "Dein Geld" als Studiogast den erfolgreichen englischen Hellseher, Geistheiler und Buchautor Karma Singh eingeladen. Moderator und Steuerberater Jürgen Vierheller befragt Karma Singh im Interview unter anderem, welche Informationen er als Hellseher zu den Hintergründen der Finanzkrise, aber auch in Bezug auf mögliche Lösungsansätze, erhält.
Dass er als Geistheiler durchaus ein Interesse an der Lösung der Finanzkrise hat und eine Beteiligung am Thema für ihn nicht außergewöhnlich ist, erklärt Karma Singh gleich zu Beginn des Interviews. Es sei leider ein weitverbreiteter Irrglaube, dass sich ein Geistheiler nur um körperliche Beschwerden der Menschen kümmern würde. Das Aufgabengebiet eines Heilers sei deutlich größer, als sich nur mit körperlichen Beschwerden zu beschäftigen. So gehöre beispielsweise auch die Heilung der Erde und des ganzen Systems mit dazu, erklärt Singh. Es sei nämlich vollkommen egal, ob es sich um ein Krebsgeschwür im menschlichen Körper oder im Bankensystem handelt. Der Hauptkritikpunkt des Geistheilers liegt darin, dass die Fachleute sowohl im medizinischen wie aber auch im Finanzbereich sich immer nur mit den Symptomen beschäftigen, um diese zu behandeln, anstatt sich um die Ursache zu kümmern, was zum Erfolg führen würde. Die Ursache der Finnazkrise ist laut Aussage von Karma Singh, der Glaube der Menschen, dass Geld von den Banken kommt und den Banken gehört. Geld ist aber kein "Ding" sondern ein Konzept. Geld ist ohne jeglichen Wert in sich, sondern ein Energiefluss, der einen wirtschaftliche Austausch untereinander ermöglicht. Bei den von den Banken geforderten Zinsen handelt es sich somit um Geld, das nie existiert hat. Werden jetzt diese Zinsen eingefordert, führt dies irgendwann zwangsläufig zu den jetzt erlebten Folgen.
Das aktuelle System, welches Karma Singh, als das "System des Wahnsinns" bezeichnet, sei gerade dabei, sich aufzulösen. Es gebe aber bereits zwei ihm bekannte alternative "Währungen", die beide ohne Zinsen auskommen, nicht - wie andere Regionalwährungen - an den Euro gebunden sind und entsprechende Sicherheiten als Gegenwert besitzen. Durch den Umstand, dass immer mehr Geschäfte alternative Zahlungsmittel akzeptieren, sei es jedem selbst überlassen, ob er weiterhin bei dem "System des Wahnsinns" mitmacht oder die bereits existierenden Möglichkeiten nutzt und aussteigt. Das Gleiche gilt auch für die Occupy Bewegung. Hieran richtet Karma Singh die Botschaft, nicht gegen das System zu kämpfen, denn durch diese Art der Aufmerksamkeit erhält es nur weitere Energie, sondern ebenfalls einfach gemeinsam daraus auszusteigen. Wenn die Menschen das Geld des Bankenkartells nicht mehr nutzen würden, sondern anstelle dessen ein eigenes, verliert das jetzige System seine Macht und jeder, der möchte, wird in Fülle frei und unabhängig leben können, ganz ohne sich gegen das jetzige System mit Gewalt aufzulehnen. Jede Person hat jetzt die freie Wahl, wofür er sich entscheiden möchte. Ob er mitmachen möchte bei dem neuen System, das jetzt gerade kreiert wird oder mit dem alten System im Chaos versinken will.
Den kompletten Bericht und das ca. 25 minütigen Video mit weiteren Antworten und Prognosen von Karma Singh rund um die Finanzkrise
Die Finanzkrise gehört weiterhin in den deutschen Nachrichten und auch im Alltag der Menschen zu den Topthemen. Doch trotz der manigfältigen Berichterstattung und Diskussion, scheint es keinen wirklich erfolgreichen Lösungsansatz zu geben. Im Gegenteil, wie immer mehr Umfragen ergeben, sinkt von Tag zu Tag der Glaube der Bevölkerung, dass die Politik die Finanzkrise lösen kann. Im Gegenzug wächst die Unsicherheit der Bürger, wie man sich persönlich auf einen möglichen Crash des Finanzsystems vorbereiten soll. Bei so viel Verunsicherung und Ratlosigkeit der Fachleute und Menschen haben in der Vergangenheit schon oft ungewöhnliche Ideen und Lösungsansätze den richtigen Weg aufgezeigt. Daher hat unsere ExtremNews Redaktion in die neuesten Ausgabe der Sendung "Dein Geld" als Studiogast den erfolgreichen englischen Hellseher, Geistheiler und Buchautor Karma Singh eingeladen. Moderator und Steuerberater Jürgen Vierheller befragt Karma Singh im Interview unter anderem, welche Informationen er als Hellseher zu den Hintergründen der Finanzkrise, aber auch in Bezug auf mögliche Lösungsansätze, erhält.
Dass er als Geistheiler durchaus ein Interesse an der Lösung der Finanzkrise hat und eine Beteiligung am Thema für ihn nicht außergewöhnlich ist, erklärt Karma Singh gleich zu Beginn des Interviews. Es sei leider ein weitverbreiteter Irrglaube, dass sich ein Geistheiler nur um körperliche Beschwerden der Menschen kümmern würde. Das Aufgabengebiet eines Heilers sei deutlich größer, als sich nur mit körperlichen Beschwerden zu beschäftigen. So gehöre beispielsweise auch die Heilung der Erde und des ganzen Systems mit dazu, erklärt Singh. Es sei nämlich vollkommen egal, ob es sich um ein Krebsgeschwür im menschlichen Körper oder im Bankensystem handelt. Der Hauptkritikpunkt des Geistheilers liegt darin, dass die Fachleute sowohl im medizinischen wie aber auch im Finanzbereich sich immer nur mit den Symptomen beschäftigen, um diese zu behandeln, anstatt sich um die Ursache zu kümmern, was zum Erfolg führen würde. Die Ursache der Finnazkrise ist laut Aussage von Karma Singh, der Glaube der Menschen, dass Geld von den Banken kommt und den Banken gehört. Geld ist aber kein "Ding" sondern ein Konzept. Geld ist ohne jeglichen Wert in sich, sondern ein Energiefluss, der einen wirtschaftliche Austausch untereinander ermöglicht. Bei den von den Banken geforderten Zinsen handelt es sich somit um Geld, das nie existiert hat. Werden jetzt diese Zinsen eingefordert, führt dies irgendwann zwangsläufig zu den jetzt erlebten Folgen.
Das aktuelle System, welches Karma Singh, als das "System des Wahnsinns" bezeichnet, sei gerade dabei, sich aufzulösen. Es gebe aber bereits zwei ihm bekannte alternative "Währungen", die beide ohne Zinsen auskommen, nicht - wie andere Regionalwährungen - an den Euro gebunden sind und entsprechende Sicherheiten als Gegenwert besitzen. Durch den Umstand, dass immer mehr Geschäfte alternative Zahlungsmittel akzeptieren, sei es jedem selbst überlassen, ob er weiterhin bei dem "System des Wahnsinns" mitmacht oder die bereits existierenden Möglichkeiten nutzt und aussteigt. Das Gleiche gilt auch für die Occupy Bewegung. Hieran richtet Karma Singh die Botschaft, nicht gegen das System zu kämpfen, denn durch diese Art der Aufmerksamkeit erhält es nur weitere Energie, sondern ebenfalls einfach gemeinsam daraus auszusteigen. Wenn die Menschen das Geld des Bankenkartells nicht mehr nutzen würden, sondern anstelle dessen ein eigenes, verliert das jetzige System seine Macht und jeder, der möchte, wird in Fülle frei und unabhängig leben können, ganz ohne sich gegen das jetzige System mit Gewalt aufzulehnen. Jede Person hat jetzt die freie Wahl, wofür er sich entscheiden möchte. Ob er mitmachen möchte bei dem neuen System, das jetzt gerade kreiert wird oder mit dem alten System im Chaos versinken will.
Den kompletten Bericht und das ca. 25 minütigen Video mit weiteren Antworten und Prognosen von Karma Singh rund um die Finanzkrise
Der Euro wird kollabieren
Düstere Aussichten: Vermögensverwalter Felix Zulauf vergleicht die Situation in Griechenland mit der Großen Depression in den USA und sagt dem Euro einen Zusammenbruch voraus
Ein Euro-Optimist war er noch nie: Bereits zur Geburtsstunde des Euro kritisierte Felix Zulauf, Chef und Gründer der Zulauf Asset Management AG, die Gemeinschaftswährung. Nachdem er die Europa-Währung schon vor wenigen Monaten als „Sprengsatz für die europäische Integration“, die „sogar zu einem Auseinanderbrechen der Europäischen Union führen könnte“ bezeichnet hatte, geht der Vermögensverwalter in einem Interview mit dem englischsprachigen Online-Nachrichtensender King World News noch weiter.
„Die Peripherie-Länder gehen auf eine Depression zu“, sagt Zulauf. Als Beispiel nennt er Griechenland, das sich seit drei Jahren in einer Rezession befindet. Der griechische Aktienmarkt sei in dieser Zeit um rund 90 Prozent eingebrochen, erklärt Zulauf. „Das ist ähnlich wie während der Großen Depression 1929-1932 in den USA“.
Drei Länder – Griechenland, Portugal und Irland – werden 2012 aus dem Euro aussteigen, ist der Vermögensverwalter überzeugt. „Das macht das kommende Jahr interessant, weil es noch keine Regeln für einen geordneten Euro-Ausstieg gibt“, sagt Zulauf und malt ein düsteres Szenario für die drei Länder aus.
Am ersten Tag, nachdem ein Staat aus der Währungsunion austritt, werde dessen Bankensystem Pleite gehen. Die Regierung werde gezwungen sein, zeitgleich mit der Einführung der neuen nationalen Währung das Bankensystem zu verstaatlichen. Das würde bedeuten, dass nun auch die Regierung bankrott wäre und ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen könnte. Sollte dies nicht nur bei einem, sondern gleich bei drei Staaten der Fall sein, würde das einen Zusammenbruch der Währungsunion bedeuten.
>> das Video-Interview
Ein Euro-Optimist war er noch nie: Bereits zur Geburtsstunde des Euro kritisierte Felix Zulauf, Chef und Gründer der Zulauf Asset Management AG, die Gemeinschaftswährung. Nachdem er die Europa-Währung schon vor wenigen Monaten als „Sprengsatz für die europäische Integration“, die „sogar zu einem Auseinanderbrechen der Europäischen Union führen könnte“ bezeichnet hatte, geht der Vermögensverwalter in einem Interview mit dem englischsprachigen Online-Nachrichtensender King World News noch weiter.
„Die Peripherie-Länder gehen auf eine Depression zu“, sagt Zulauf. Als Beispiel nennt er Griechenland, das sich seit drei Jahren in einer Rezession befindet. Der griechische Aktienmarkt sei in dieser Zeit um rund 90 Prozent eingebrochen, erklärt Zulauf. „Das ist ähnlich wie während der Großen Depression 1929-1932 in den USA“.
Drei Länder – Griechenland, Portugal und Irland – werden 2012 aus dem Euro aussteigen, ist der Vermögensverwalter überzeugt. „Das macht das kommende Jahr interessant, weil es noch keine Regeln für einen geordneten Euro-Ausstieg gibt“, sagt Zulauf und malt ein düsteres Szenario für die drei Länder aus.
Am ersten Tag, nachdem ein Staat aus der Währungsunion austritt, werde dessen Bankensystem Pleite gehen. Die Regierung werde gezwungen sein, zeitgleich mit der Einführung der neuen nationalen Währung das Bankensystem zu verstaatlichen. Das würde bedeuten, dass nun auch die Regierung bankrott wäre und ihren Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen könnte. Sollte dies nicht nur bei einem, sondern gleich bei drei Staaten der Fall sein, würde das einen Zusammenbruch der Währungsunion bedeuten.
>> das Video-Interview
Euro-Retter warnen vor Ende des Euros
Es ist ein ungewöhnlicher Vorgang: Der Euro-Rettungsfonds EFSF will seine Kunden offenbar vor einem möglichen Ende des Euros warnen – und sich so rechtlich absichern. Das wäre ein fatales Signal an Investoren
Der vorläufige Hilfsfonds EFSF steht im Zentrum der Euro-Rettung. Seine Aufgabe ist es, klamme Länder mit Geld zu versorgen – das sie am Kapitalmarkt gar nicht mehr, oder nur zu ruinösen Zinsen bekommen würden. Neben diesem konkreten Auftrag hat der Fonds aber auch ein psychologisches Ziel: Er soll Vertrauen in die Gemeinschaftswährung schaffen. Investoren sollen sich darauf verlassen können, dass Krisenländern der Eurozone im Notfall geholfen wird – und deshalb weiter Geld im Euroland investieren.
Angesichts dieser Aufgabe ist verwunderlich, dass der EFSF Investoren nun offenbar selbst vor einem Zerfall des Euro warnen will. Wie die „Financial Times“ (FT) berichtet, wollen Mitarbeiter des Fonds in einen Prospekt für potentielle Anleger einen Passus schreiben, der auf das mögliche Ende des Euros als „rechtmäßiger Währung“ hinweist. Die Informationsprospekte gehören zu einem Finanzprodukt, das als „Teilkasko-Versicherung“ bekannt ist: Damit garantiert der EFSF Käufern von Euro-Staatsanleihen, mögliche Verluste aus diesen Papieren bis zu einem gewissen Prozentsatz auszugleichen. So will der Fonds Investitionen in Euro-Staatsanleihen ankurbeln.
Soll wir, oder sollen wir nicht?
Nach Informationen der „FT“ wird im EFSF nun debattiert, ob die Warnung tatsächlich mit in die Anlegerprospekte geschrieben werden soll. Die europäischen Regierungschefs haben dagegen immer wieder betont, dass ein Zerfall der Eurozone ausgeschlossen sei. Eine gegenteilige Warnung des EFSF könnte an den Märkten fatale Folgen haben. „Wenn man so etwas in einen Prospekt schreibt, muss man bedenken, welche Signalwirkung das hat“, zitiert die „FT“ einen Europa-Beamten. Der Prospektentwurf liegt der Zeitung vor und ist nach ihren Angaben fast komplett. Details zu den Risiken eines Euro-Endes fehlten allerdings. „Auch wenn solche Erwägungen unter Umständen lediglich von einigen sehr penibel arbeitenden Juristen ins Spiel gebracht wurden, sind sie im derzeitigen Marktumfeld Gift für den Euro“, kommentierte die Commerzbank den Bericht.
Ein Sprecher des Fonds sagte, es handele sich um einen Prospekt-Entwurf für ein neues EFSF-Finanzprodukt, der Text stamme von Juristen und Beratern. „Der Entwurf wurde nicht vom EFSF-Management eingesehen, noch wurde er vom EFSF-Management gebilligt.“
* Focus
Der vorläufige Hilfsfonds EFSF steht im Zentrum der Euro-Rettung. Seine Aufgabe ist es, klamme Länder mit Geld zu versorgen – das sie am Kapitalmarkt gar nicht mehr, oder nur zu ruinösen Zinsen bekommen würden. Neben diesem konkreten Auftrag hat der Fonds aber auch ein psychologisches Ziel: Er soll Vertrauen in die Gemeinschaftswährung schaffen. Investoren sollen sich darauf verlassen können, dass Krisenländern der Eurozone im Notfall geholfen wird – und deshalb weiter Geld im Euroland investieren.
Angesichts dieser Aufgabe ist verwunderlich, dass der EFSF Investoren nun offenbar selbst vor einem Zerfall des Euro warnen will. Wie die „Financial Times“ (FT) berichtet, wollen Mitarbeiter des Fonds in einen Prospekt für potentielle Anleger einen Passus schreiben, der auf das mögliche Ende des Euros als „rechtmäßiger Währung“ hinweist. Die Informationsprospekte gehören zu einem Finanzprodukt, das als „Teilkasko-Versicherung“ bekannt ist: Damit garantiert der EFSF Käufern von Euro-Staatsanleihen, mögliche Verluste aus diesen Papieren bis zu einem gewissen Prozentsatz auszugleichen. So will der Fonds Investitionen in Euro-Staatsanleihen ankurbeln.
Soll wir, oder sollen wir nicht?
Nach Informationen der „FT“ wird im EFSF nun debattiert, ob die Warnung tatsächlich mit in die Anlegerprospekte geschrieben werden soll. Die europäischen Regierungschefs haben dagegen immer wieder betont, dass ein Zerfall der Eurozone ausgeschlossen sei. Eine gegenteilige Warnung des EFSF könnte an den Märkten fatale Folgen haben. „Wenn man so etwas in einen Prospekt schreibt, muss man bedenken, welche Signalwirkung das hat“, zitiert die „FT“ einen Europa-Beamten. Der Prospektentwurf liegt der Zeitung vor und ist nach ihren Angaben fast komplett. Details zu den Risiken eines Euro-Endes fehlten allerdings. „Auch wenn solche Erwägungen unter Umständen lediglich von einigen sehr penibel arbeitenden Juristen ins Spiel gebracht wurden, sind sie im derzeitigen Marktumfeld Gift für den Euro“, kommentierte die Commerzbank den Bericht.
Ein Sprecher des Fonds sagte, es handele sich um einen Prospekt-Entwurf für ein neues EFSF-Finanzprodukt, der Text stamme von Juristen und Beratern. „Der Entwurf wurde nicht vom EFSF-Management eingesehen, noch wurde er vom EFSF-Management gebilligt.“
* Focus
Eurorettungsfond
Guten Tag,
es ist eine "Pflichtangabe" für jeden der einen Fonds auflegt, über alle Risiken des Fonds
aufzuklären. Geschieht dies nicht, so ist der Initiator voll in der Haftung. Dies ist Gesetz.
Das der Euro zerbrechen kann, ist klar. Also muss man auf dieses Risiko hinweisen. So muss
jeder Fonds-Intiator auf das "Gesamtverlustrisiko" hinweisen, dass immer entstehen kann.
Jeder der von einem anderen Kapital einsammelt, muss auf dieses "Totalverlust-Risiko" hin-
weisen. Warum der "Eurorettungsfonds" nicht auch? Oder gilt hier auch die Ausnahme - wie
bei Banken - : Diese müssen nicht darauf hinweisen, wenn sie Spargelder annehmen, dass diese auch dem Totalausfallrisiko unterliegen. Selbst in den Bedingungen der Einlagensicherungsfonds ist geregelt, dass diese unter bestimmten Umständen ( § 12 - 16 )
nicht zur Zahlung verpflichtet sind. Also ist doch auch das Totalausfallrisiko des kleinen
Sparers gegeben und kein Verbraucherschutz oder sonstige beteiligte weisen darauf hin.
Im Gegenteil: Es wird kräftig weiter suggeriert, dass die Spargelder sicher sind.
Gerd Schuh
es ist eine "Pflichtangabe" für jeden der einen Fonds auflegt, über alle Risiken des Fonds
aufzuklären. Geschieht dies nicht, so ist der Initiator voll in der Haftung. Dies ist Gesetz.
Das der Euro zerbrechen kann, ist klar. Also muss man auf dieses Risiko hinweisen. So muss
jeder Fonds-Intiator auf das "Gesamtverlustrisiko" hinweisen, dass immer entstehen kann.
Jeder der von einem anderen Kapital einsammelt, muss auf dieses "Totalverlust-Risiko" hin-
weisen. Warum der "Eurorettungsfonds" nicht auch? Oder gilt hier auch die Ausnahme - wie
bei Banken - : Diese müssen nicht darauf hinweisen, wenn sie Spargelder annehmen, dass diese auch dem Totalausfallrisiko unterliegen. Selbst in den Bedingungen der Einlagensicherungsfonds ist geregelt, dass diese unter bestimmten Umständen ( § 12 - 16 )
nicht zur Zahlung verpflichtet sind. Also ist doch auch das Totalausfallrisiko des kleinen
Sparers gegeben und kein Verbraucherschutz oder sonstige beteiligte weisen darauf hin.
Im Gegenteil: Es wird kräftig weiter suggeriert, dass die Spargelder sicher sind.
Gerd Schuh
Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro hält Euro-Aus 2012 für möglich
Die Wirtschaftsweise Beatrice Weder di Mauro hat das Grundvertrauen in den Euro verloren. Alle Anstrengungen der Politik reichten bislang nicht aus. Deshalb schließt sie nicht aus, dass die Währung 2012 scheitert.
Aus Sicht der einzigen Frau im Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen, Beatrice Weder die Mauro, wäre das Ende des Euro „für alle Beteiligten schlimm, aber nicht mehr ganz auszuschließen“. Das sagte sie der „Bild“-Zeitung von Donnerstag. Die Regierungen hätten die Krise am Anfang unterschätzt. Jetzt könnten sie gar nicht schnell genug handeln, um die Märkte zu beruhigen. „Die Politik versucht seit fast zwei Jahren, die Krise einzudämmen und Brandschutzmauern zu ziehen. Allerdings reichen diese Mauern bisher nicht aus.“
Um den Euro zu retten, setzt sie auf einen Schuldentilgungspakt. „Überschuldete Euro-Staaten müssen sich langfristig einer Insolvenzregel unterwerfen. Die anderen müssen sich verpflichten, die Schulden abzubauen und die Staatshaushalte zu sanieren.“ Laut di Mauro könnten die Länder ihre Schuldenquoten innerhalb von 20 Jahren auf unter 60 Prozent drücken. Dafür müssten für Länder wie Griechenland aber die Zinsen gesenkt werden, etwa durch gegenseitige Garantien.
Schrumpfen der Wirtschaft ist möglich
Auch was das Wirtschaftswachstum betrifft, ist di Mauro skeptisch. Damit widerspricht sie den meisten ihrer Kollegen. Sollte die europäische Schuldenkrise zu einem Nullwachstum beim Welthandel führen, dann „ist auch ein Schrumpfen der Wirtschaft um 0,5 Prozent möglich“, sagte sie. Dann seien auch Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr.
Damit äußerte sie sich deutlich pessimistischer als der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz. Er sagte vor Kurzem im Widerspruch zu di Mauro: „Eine Rezession befürchte ich nicht – erst recht nicht eine so starke wie 2009, als das Bruttoinlandsprodukt um rund fünf Prozent absackte“.
Industrie ist gut aufgestellt
Die Zahl der Beschäftigten sei so hoch wie nie, die Kapazitäten der Industrie seien besser ausgelastet als im langjährigen Durchschnitt, die Unternehmen seien gesund und zuversichtlich. „Deutschland geht es gut, noch jedenfalls“, sagte der Chef der fünf Wirtschaftsweisen
Vier Experten des Wirtschaftsrates gehen von einem Wachstum der Wirtschaft um 0,5 Prozent aus. Di Mauro tanzt auch hier aus der Reihe. Selbst im günstigsten Fall – wenn nämlich die Regierung die Eurokrise in den Griff bekomme – rechnet sie mit nur 0,4 Prozent Wachstum
* Focus
Aus Sicht der einzigen Frau im Sachverständigenrat der Wirtschaftsweisen, Beatrice Weder die Mauro, wäre das Ende des Euro „für alle Beteiligten schlimm, aber nicht mehr ganz auszuschließen“. Das sagte sie der „Bild“-Zeitung von Donnerstag. Die Regierungen hätten die Krise am Anfang unterschätzt. Jetzt könnten sie gar nicht schnell genug handeln, um die Märkte zu beruhigen. „Die Politik versucht seit fast zwei Jahren, die Krise einzudämmen und Brandschutzmauern zu ziehen. Allerdings reichen diese Mauern bisher nicht aus.“
Um den Euro zu retten, setzt sie auf einen Schuldentilgungspakt. „Überschuldete Euro-Staaten müssen sich langfristig einer Insolvenzregel unterwerfen. Die anderen müssen sich verpflichten, die Schulden abzubauen und die Staatshaushalte zu sanieren.“ Laut di Mauro könnten die Länder ihre Schuldenquoten innerhalb von 20 Jahren auf unter 60 Prozent drücken. Dafür müssten für Länder wie Griechenland aber die Zinsen gesenkt werden, etwa durch gegenseitige Garantien.
Schrumpfen der Wirtschaft ist möglich
Auch was das Wirtschaftswachstum betrifft, ist di Mauro skeptisch. Damit widerspricht sie den meisten ihrer Kollegen. Sollte die europäische Schuldenkrise zu einem Nullwachstum beim Welthandel führen, dann „ist auch ein Schrumpfen der Wirtschaft um 0,5 Prozent möglich“, sagte sie. Dann seien auch Arbeitsplätze in Deutschland in Gefahr.
Damit äußerte sie sich deutlich pessimistischer als der Vorsitzende des Sachverständigenrats der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz. Er sagte vor Kurzem im Widerspruch zu di Mauro: „Eine Rezession befürchte ich nicht – erst recht nicht eine so starke wie 2009, als das Bruttoinlandsprodukt um rund fünf Prozent absackte“.
Industrie ist gut aufgestellt
Die Zahl der Beschäftigten sei so hoch wie nie, die Kapazitäten der Industrie seien besser ausgelastet als im langjährigen Durchschnitt, die Unternehmen seien gesund und zuversichtlich. „Deutschland geht es gut, noch jedenfalls“, sagte der Chef der fünf Wirtschaftsweisen
Vier Experten des Wirtschaftsrates gehen von einem Wachstum der Wirtschaft um 0,5 Prozent aus. Di Mauro tanzt auch hier aus der Reihe. Selbst im günstigsten Fall – wenn nämlich die Regierung die Eurokrise in den Griff bekomme – rechnet sie mit nur 0,4 Prozent Wachstum
* Focus
Auf Zerfall der Eurozone einstellen
Der Vermögensverwalter Flossbach von Storch ist davon überzeugt, dass der Euro langfristig nicht funktionieren kann. Denn die Eurozone ist wirtschaftlich, kulturell und mental zu heterogen. Wann und in welcher Form die Eurozone auseinanderbrechen wird, lässt sich jedoch nicht prognostizieren. Investoren sollten sich aber darauf vorbereiten und bei der Asset Allocation insbesondere die Staatsschuldenkrise berücksichtigen.
Der Weg aus der Staatsschuldenkrise selbst scheint vorgezeichnet zu sein. Mit der ‚Abschaffung’ des Zinses für Staatsanleihen senken die Notenbanken die Finanzierungskosten der Staaten und schaffen die zum Abbau der hohen Staatsschuldenquoten erforderliche ‚unverzinste Inflation’. Diese als ‚Financial Repression’ bezeichnete Strategie bewirkt einen negativen Realzins und damit eine schleichende Teilenteignung der Sparer.
„Eine risikolose Anlagemöglichkeit gibt es nicht mehr!“, schlussfolgert Bert Flossbach, Vorstand und Mitgründer von Flossbach von Storch. Das künstlich gedrückte Zinsniveau entlastet die Staatskasse und erfreut zwar den Immobilienkäufer. Für institutionelle Anleger wie Stiftungen, Versicherungen und Pensionskassen ist es aber eine große Herausforderung. Anleihen, die mit Abstand wichtigste Anlageklasse dieser Investorengruppe, werfen keine ausreichenden Renditen mehr ab, um zukünftige Zahlungsversprechen zu decken.
Das extrem niedrige Zinsniveau macht jedoch Aktien immer attraktiver und praktisch zur einzigen liquiden Anlageform. Gerade für langfristig orientierte private und institutionelle Anleger sind daher Aktien von Qualitätsunternehmen die Ertragsbringer der letzten Instanz, meint Flossbach. Aktien bieten nicht nur einen besseren Schutz vor einem starken Inflationsanstieg oder einem Auseinanderbrechen der Eurozone, sondern im Idealfall eine Dividendenrendite. Voraussetzung hierfür ist, dass die Qualität der Unternehmen eine nachhaltige, möglichst steigende Dividende erwarten lässt.
Aussichten im Rentenbereich
Im Rentenbereich gibt es bei Unternehmensanleihen zahlreiche Titel mit überschaubaren Laufzeiten und Renditen von drei bis sechs Prozent. Nur wenn die Rendite im Vergleich zur ermittelten Bonität attraktiv ist, lohnt sich ein Engagement, so Flossbach. Die historische Wertentwicklung allein, ist ihm zufolge kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Auch bei Staatsanleihen sind attraktive Renditen erzielbar, wenn man die Kurspotenziale berücksichtigt, die sich außerhalb der Problemwährungszonen (Euro, Pfund, Dollar, Yen) ergeben, und diese Anleihen bewusst auch zur besseren Portfoliodiversifikation einsetzt. Der Schwerpunkt liegt auf Anleihen aus folgenden Währungsräumen: Australien, Neuseeland, Hong Kong, Norwegen, Schweden, Dänemark und Kanada.
Hauseigener Fremdwährungs-Fonds
Dass eine solche Anlage in Fremdwährungen nicht mit starken Wertschwankungen verbunden sein muss, zeigt die Entwicklung des Flossbach von Storch Bond Diversifikation (ISIN: LU0526000731). Aktuell weisen die Titel im Fonds eine durchschnittliche Rendite von knapp 3 Prozent bei einer Restlaufzeit von 3,4 Jahren auf. Nach einem vergleichsweise schwierigen letzten Jahr, bieten in 2012 auch Wandelanleihen wieder ein sehr interessantes Chance-Risiko-Profil.
Bedeutung von Gold als Anlage dürfte steigen
Wenn man ein Vermögen nicht ‚parken’, sondern erhalten will, muss man heute bereit sein, auch eine gewisse Schwankung der einzelnen Vermögenswerte zu akzeptieren, merkt Flossbach an. Idealerweise sollte deren Preisentwicklung gering korreliert sein, sodass das Gesamtvermögen eine nicht so starke Schwankung wie die einzelnen Anlagen aufweist. So weist Gold in den ausgeprägten Schwächephasen des Aktienmarktes eine besonders negative Korrelation auf, das heißt der Goldpreis entwickelte sich gegenläufig und stieg teilweise deutlich. Angesichts der sich langfristig auftürmenden Staatsschulden dürfte die Bedeutung von Gold als Anlage, die die Kaufkraft eines Vermögens erhält, eher noch zunehmen.
Diversifikation praktizieren – Fehler akzeptieren
Eine ausgewogene Diversifikation des Vermögens nach Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, physisches Gold, Immobilien sowie Währungen ist die einzig erfolgversprechende Weise, um das Vermögen langfristig zu sichern. „Dabei sollten Anleger nicht der Versuchung erliegen, unbedingt alles richtig machen zu wollen, sondern die Bescheidenheit haben, mögliche Fehler und deren Folgen zu begrenzen“, rät Flossbach.
Der Weg aus der Staatsschuldenkrise selbst scheint vorgezeichnet zu sein. Mit der ‚Abschaffung’ des Zinses für Staatsanleihen senken die Notenbanken die Finanzierungskosten der Staaten und schaffen die zum Abbau der hohen Staatsschuldenquoten erforderliche ‚unverzinste Inflation’. Diese als ‚Financial Repression’ bezeichnete Strategie bewirkt einen negativen Realzins und damit eine schleichende Teilenteignung der Sparer.
„Eine risikolose Anlagemöglichkeit gibt es nicht mehr!“, schlussfolgert Bert Flossbach, Vorstand und Mitgründer von Flossbach von Storch. Das künstlich gedrückte Zinsniveau entlastet die Staatskasse und erfreut zwar den Immobilienkäufer. Für institutionelle Anleger wie Stiftungen, Versicherungen und Pensionskassen ist es aber eine große Herausforderung. Anleihen, die mit Abstand wichtigste Anlageklasse dieser Investorengruppe, werfen keine ausreichenden Renditen mehr ab, um zukünftige Zahlungsversprechen zu decken.
Das extrem niedrige Zinsniveau macht jedoch Aktien immer attraktiver und praktisch zur einzigen liquiden Anlageform. Gerade für langfristig orientierte private und institutionelle Anleger sind daher Aktien von Qualitätsunternehmen die Ertragsbringer der letzten Instanz, meint Flossbach. Aktien bieten nicht nur einen besseren Schutz vor einem starken Inflationsanstieg oder einem Auseinanderbrechen der Eurozone, sondern im Idealfall eine Dividendenrendite. Voraussetzung hierfür ist, dass die Qualität der Unternehmen eine nachhaltige, möglichst steigende Dividende erwarten lässt.
Aussichten im Rentenbereich
Im Rentenbereich gibt es bei Unternehmensanleihen zahlreiche Titel mit überschaubaren Laufzeiten und Renditen von drei bis sechs Prozent. Nur wenn die Rendite im Vergleich zur ermittelten Bonität attraktiv ist, lohnt sich ein Engagement, so Flossbach. Die historische Wertentwicklung allein, ist ihm zufolge kein verlässlicher Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Auch bei Staatsanleihen sind attraktive Renditen erzielbar, wenn man die Kurspotenziale berücksichtigt, die sich außerhalb der Problemwährungszonen (Euro, Pfund, Dollar, Yen) ergeben, und diese Anleihen bewusst auch zur besseren Portfoliodiversifikation einsetzt. Der Schwerpunkt liegt auf Anleihen aus folgenden Währungsräumen: Australien, Neuseeland, Hong Kong, Norwegen, Schweden, Dänemark und Kanada.
Hauseigener Fremdwährungs-Fonds
Dass eine solche Anlage in Fremdwährungen nicht mit starken Wertschwankungen verbunden sein muss, zeigt die Entwicklung des Flossbach von Storch Bond Diversifikation (ISIN: LU0526000731). Aktuell weisen die Titel im Fonds eine durchschnittliche Rendite von knapp 3 Prozent bei einer Restlaufzeit von 3,4 Jahren auf. Nach einem vergleichsweise schwierigen letzten Jahr, bieten in 2012 auch Wandelanleihen wieder ein sehr interessantes Chance-Risiko-Profil.
Bedeutung von Gold als Anlage dürfte steigen
Wenn man ein Vermögen nicht ‚parken’, sondern erhalten will, muss man heute bereit sein, auch eine gewisse Schwankung der einzelnen Vermögenswerte zu akzeptieren, merkt Flossbach an. Idealerweise sollte deren Preisentwicklung gering korreliert sein, sodass das Gesamtvermögen eine nicht so starke Schwankung wie die einzelnen Anlagen aufweist. So weist Gold in den ausgeprägten Schwächephasen des Aktienmarktes eine besonders negative Korrelation auf, das heißt der Goldpreis entwickelte sich gegenläufig und stieg teilweise deutlich. Angesichts der sich langfristig auftürmenden Staatsschulden dürfte die Bedeutung von Gold als Anlage, die die Kaufkraft eines Vermögens erhält, eher noch zunehmen.
Diversifikation praktizieren – Fehler akzeptieren
Eine ausgewogene Diversifikation des Vermögens nach Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, physisches Gold, Immobilien sowie Währungen ist die einzig erfolgversprechende Weise, um das Vermögen langfristig zu sichern. „Dabei sollten Anleger nicht der Versuchung erliegen, unbedingt alles richtig machen zu wollen, sondern die Bescheidenheit haben, mögliche Fehler und deren Folgen zu begrenzen“, rät Flossbach.
Mehrere Länder werden die Eurozone verlassen
Die Eurozone wird in ihrer jetzigen Form nicht mehr lange erhalten bleiben, wobei nicht nur Griechenland ein potenzieller Wackelkandidat ist. Diese Meinung vertritt unter anderem Star-Ökonom Nouriel Roubini, wie er aktuell wieder in einem Interview mit Tagesanzeiger.ch/Newsnet anmerkte.
Die Eurozone werde sich nicht aus der Misere befreien können, ohne Opfer zu bringen – und diese sind Roubini zufolge in erster Linie in den Peripherieländern zu suchen. Zum einen müssten in diesen Ländern die Schulden reduziert werden, was bereits bekannt ist. Die Crux dabei ist Roubini zufolge allerdings, dass die Euro-Kernländer für die Peripherie bezahlen müssen, da andernfalls die Eurozone zu zerfallen droht.
Mit dem reinen Schuldenabbau ist es aber nicht getan – in einem weiteren Schritt muss auch das Wirtschaftswachstum in der Region wieder angekurbelt werden, wobei den Politikern hierbei eine zentrale Rolle zukommt, die Roubini zufolge bestrebt sein sollten, ihre jeweiligen Staatshaushalte nachhaltig zu stabilisieren.
EZB kommt zentrale Rolle zu
Für positiven Rückenwind könnte zudem die EZB sorgen, die Roubini zufolge „immer noch Spielraum hat, die Zinsen weiter bis auf Null zu senken, wie das USA und Japan gemacht haben.“ Zudem könne sie die Kreditmenge ausweiten und sogenanntes Quantitative Easing betreiben, sowie letztlich auch als der Lender of Last Resort fungieren (die letzte geld- und kreditvergebende Institution) – und zwar für Banken wie für Staaten. Eine weitere Möglichkeit, die Wettbewerbsfähigkeit der Peripherie wiederherzustellen sieht Roubini zudem darin, den Euro auf Parität mit dem Dollar zu bringen.
Unterm Strich geht der Starökonom davon aus, dass neben Griechenland auch andere Länder die Eurozone verlassen werden, wie er in dem Interview anmerkte
Die Eurozone werde sich nicht aus der Misere befreien können, ohne Opfer zu bringen – und diese sind Roubini zufolge in erster Linie in den Peripherieländern zu suchen. Zum einen müssten in diesen Ländern die Schulden reduziert werden, was bereits bekannt ist. Die Crux dabei ist Roubini zufolge allerdings, dass die Euro-Kernländer für die Peripherie bezahlen müssen, da andernfalls die Eurozone zu zerfallen droht.
Mit dem reinen Schuldenabbau ist es aber nicht getan – in einem weiteren Schritt muss auch das Wirtschaftswachstum in der Region wieder angekurbelt werden, wobei den Politikern hierbei eine zentrale Rolle zukommt, die Roubini zufolge bestrebt sein sollten, ihre jeweiligen Staatshaushalte nachhaltig zu stabilisieren.
EZB kommt zentrale Rolle zu
Für positiven Rückenwind könnte zudem die EZB sorgen, die Roubini zufolge „immer noch Spielraum hat, die Zinsen weiter bis auf Null zu senken, wie das USA und Japan gemacht haben.“ Zudem könne sie die Kreditmenge ausweiten und sogenanntes Quantitative Easing betreiben, sowie letztlich auch als der Lender of Last Resort fungieren (die letzte geld- und kreditvergebende Institution) – und zwar für Banken wie für Staaten. Eine weitere Möglichkeit, die Wettbewerbsfähigkeit der Peripherie wiederherzustellen sieht Roubini zudem darin, den Euro auf Parität mit dem Dollar zu bringen.
Unterm Strich geht der Starökonom davon aus, dass neben Griechenland auch andere Länder die Eurozone verlassen werden, wie er in dem Interview anmerkte
Soros warnt vor Eurokollaps
Der Milliardär und Starinvestor George Soros hat in einem Interview mit Newsweek ein düsteres Szenario aufgezeigt, wie die Daily Mail schreibt. Ihm zufolge könnte die aktuelle Krisensituation in Euroland und andernorts dazu führen, dass das globale Finanzsystem kollabiert und es nicht nur auf den Straßen von Amerika zu Straßenschlachten kommen wird. Diese seien womöglich sogar bereits ‚auf dem Weg‘, so Soros.
Der Welt stünde eine ‚teuflische‘ Periode bevor und gerade Europa habe damit zu kämpfen, nicht in Chaos und Konflikten zu versinken. In eigener Sache merkte der 81-jährige Soros an, dass er lieber überleben wolle, als reich bleiben zu wollen.
„Der Euro muss überleben“
Ihm zufolge muss der Euro überleben, weil das Alternativszenario eine Kernschmelze in Europa einleiten würde, welche sich die Welt nicht leisten könne, so Soros gegenüber der Newsweek. Er selbst hat den Euro bisher unterstützt, indem er europäische Anleihen im Volumen von zwei Milliarden Dollar gekauft hat. Dabei handelte es sich primär um italienische Bonds und Anleihen, die er von der mittlerweile kollabierten MF Global erworben habe, hinter der Ex-Goldman Sachs Chef Jon Corzine stand. Laut Soros sei das ökonomische Klima das aktuell herrscht, „vergleichbar mit der Großen Depression in den 1930er Jahren.“
Die Situation sei aktuell so ernst und schwierig, wie es Soros in seiner gesamten beruflichen Karriere so noch nicht gesehen habe. Die ganze entwickelte Welt dürfte sich mit Einsparungen konfrontiert sehen. Zu den größten Problemfällen zählt aktuell das noch ungeklärte Entschuldungs-Procedere für Griechenland, das sich mit den Gläubigern schwer tut.
Soros zufolge sei das Best Case-Szenario ein deflationäres Umfeld, das Worst Case ein Zusammenbruch des Finanzsystems, wie er gegenüber Newsweek anmerkte. Es sei im aktuellen Umfeld schwierig einzuschätzen, was das Richtige sei, was es zu tun gelte. Die Wirtschaftskrise sei mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vergleichbar und die Leute würden nicht ganz verstehen, was vor sich gehe.
Euro-Kollaps könnte alte Länder-Konflikte wieder heraufbeschwören
Ein Kollaps des Euros könnte die politischen Konflikte wieder heraufbeschwören, die Europa im Laufe der Jahrhunderten gespalten haben und dazu führen, dass sich Rassismus verschärfe, so Soros. Er warnt davor, dass eine Antwort auf potenzielle Unruhen schlimmere Konsequenzen haben könnte, als mögliche Straßenkämpfe selber
Der Welt stünde eine ‚teuflische‘ Periode bevor und gerade Europa habe damit zu kämpfen, nicht in Chaos und Konflikten zu versinken. In eigener Sache merkte der 81-jährige Soros an, dass er lieber überleben wolle, als reich bleiben zu wollen.
„Der Euro muss überleben“
Ihm zufolge muss der Euro überleben, weil das Alternativszenario eine Kernschmelze in Europa einleiten würde, welche sich die Welt nicht leisten könne, so Soros gegenüber der Newsweek. Er selbst hat den Euro bisher unterstützt, indem er europäische Anleihen im Volumen von zwei Milliarden Dollar gekauft hat. Dabei handelte es sich primär um italienische Bonds und Anleihen, die er von der mittlerweile kollabierten MF Global erworben habe, hinter der Ex-Goldman Sachs Chef Jon Corzine stand. Laut Soros sei das ökonomische Klima das aktuell herrscht, „vergleichbar mit der Großen Depression in den 1930er Jahren.“
Die Situation sei aktuell so ernst und schwierig, wie es Soros in seiner gesamten beruflichen Karriere so noch nicht gesehen habe. Die ganze entwickelte Welt dürfte sich mit Einsparungen konfrontiert sehen. Zu den größten Problemfällen zählt aktuell das noch ungeklärte Entschuldungs-Procedere für Griechenland, das sich mit den Gläubigern schwer tut.
Soros zufolge sei das Best Case-Szenario ein deflationäres Umfeld, das Worst Case ein Zusammenbruch des Finanzsystems, wie er gegenüber Newsweek anmerkte. Es sei im aktuellen Umfeld schwierig einzuschätzen, was das Richtige sei, was es zu tun gelte. Die Wirtschaftskrise sei mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion vergleichbar und die Leute würden nicht ganz verstehen, was vor sich gehe.
Euro-Kollaps könnte alte Länder-Konflikte wieder heraufbeschwören
Ein Kollaps des Euros könnte die politischen Konflikte wieder heraufbeschwören, die Europa im Laufe der Jahrhunderten gespalten haben und dazu führen, dass sich Rassismus verschärfe, so Soros. Er warnt davor, dass eine Antwort auf potenzielle Unruhen schlimmere Konsequenzen haben könnte, als mögliche Straßenkämpfe selber
Hedgefonds bereiten sich auf Zusammenbruch von Eurozone vor
Nervöse Hedgefonds-Manager unterziehen ihre Portfolios derzeit Stress-Tests und suchen zugleich nach Möglichkeiten, sich gegen ihren schlimmsten Albtraum zu schützen: den möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters auf ihrer englischen Internetseite meldete, spielen die Manager derzeit in Modellen durch, was passiert, wenn europäische Aktien um 50 Prozent fallen, wenn der Ölpreis um 45 Prozent einbricht oder der Goldpreis um 30 Prozent steigt. Außerdem haben die Hedgefonds uralte Computerprogramme wieder „ausgegraben“, die sie in der Vergangenheit verwendet hatten, um das Verhalten von Währungen wie der griechischen Drachme oder der D-Mark zu simulieren. Der Grund dafür ist, dass sie nach den ergebnislosen Gesprächen über die Restrukturierung von Griechenlands Schuldenberg und dem als unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich geltenden Szenario des Austrittes eines oder mehrerer Länder aus der Eurozone versuchen, sich auf eine noch nie dagewesene Situation vorzubereiten.
Zudem investieren die Fonds, nachdem sie bereits Risikopositionen wie beispielsweise den Euro oder europäische Aktien stark reduziert haben, in Credit-Default-Swaps und Optionen, die tief „im Geld stehen“, also vergleichsweise risikolos sind. Dabei hoffen sie, dass die jeweilige Gegenpartei bei den eben genannten Swap- und Optionsgeschäften im Falle eines Kollapses des Euro nicht ebenfalls pleitegeht. Die Hedgefonds versuchen auch herauszufinden, wie sie betroffen sein könnten, wenn verschiedene Asset-Klassen, die in der Regel eine geringe Korrelation haben, zur gleichen Zeit stark fallen. "Sie können nicht voraussehen, was in diesem Fall passieren wird, aber das befreit Sie nicht von der Pflicht, sich das Problem zu betrachten", sagte der Chief Risk Officer einer Hedgefonds-Firma, die nicht genannt werden wollte, gegenüber Reuter.
Obwohl Hedgefonds auch Short-Positionen eingehen können und damit mehr Instrumente zur Verfügung haben als Long-Only-Fonds, sind ihre letzten Performances nicht gut. Im vergangenen Jahr verloren sie im Durchschnitt knapp fünf Prozent, ermittelte das Analystenhaus Hedge Fund Research aus Chicago. Der amerikanische Leitindex S&P 500 schaffte im gleichen Zeitraum eine Gesamtrendite von 2,1 Prozent. Somit war 2011 für die Fonds das zweite Kalenderjahr mit Verlusten innerhalb von vier Jahren, nachdem sie schon während der Kreditkrise im Jahr 2008 massive Gewinneinbrüche zu verzeichnen hatten
Wie die Nachrichtenagentur Reuters auf ihrer englischen Internetseite meldete, spielen die Manager derzeit in Modellen durch, was passiert, wenn europäische Aktien um 50 Prozent fallen, wenn der Ölpreis um 45 Prozent einbricht oder der Goldpreis um 30 Prozent steigt. Außerdem haben die Hedgefonds uralte Computerprogramme wieder „ausgegraben“, die sie in der Vergangenheit verwendet hatten, um das Verhalten von Währungen wie der griechischen Drachme oder der D-Mark zu simulieren. Der Grund dafür ist, dass sie nach den ergebnislosen Gesprächen über die Restrukturierung von Griechenlands Schuldenberg und dem als unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich geltenden Szenario des Austrittes eines oder mehrerer Länder aus der Eurozone versuchen, sich auf eine noch nie dagewesene Situation vorzubereiten.
Zudem investieren die Fonds, nachdem sie bereits Risikopositionen wie beispielsweise den Euro oder europäische Aktien stark reduziert haben, in Credit-Default-Swaps und Optionen, die tief „im Geld stehen“, also vergleichsweise risikolos sind. Dabei hoffen sie, dass die jeweilige Gegenpartei bei den eben genannten Swap- und Optionsgeschäften im Falle eines Kollapses des Euro nicht ebenfalls pleitegeht. Die Hedgefonds versuchen auch herauszufinden, wie sie betroffen sein könnten, wenn verschiedene Asset-Klassen, die in der Regel eine geringe Korrelation haben, zur gleichen Zeit stark fallen. "Sie können nicht voraussehen, was in diesem Fall passieren wird, aber das befreit Sie nicht von der Pflicht, sich das Problem zu betrachten", sagte der Chief Risk Officer einer Hedgefonds-Firma, die nicht genannt werden wollte, gegenüber Reuter.
Obwohl Hedgefonds auch Short-Positionen eingehen können und damit mehr Instrumente zur Verfügung haben als Long-Only-Fonds, sind ihre letzten Performances nicht gut. Im vergangenen Jahr verloren sie im Durchschnitt knapp fünf Prozent, ermittelte das Analystenhaus Hedge Fund Research aus Chicago. Der amerikanische Leitindex S&P 500 schaffte im gleichen Zeitraum eine Gesamtrendite von 2,1 Prozent. Somit war 2011 für die Fonds das zweite Kalenderjahr mit Verlusten innerhalb von vier Jahren, nachdem sie schon während der Kreditkrise im Jahr 2008 massive Gewinneinbrüche zu verzeichnen hatten
.. keine Hoffnung mehr für den Euro
Der ehemalige BDI-Chef Hans-Olaf Henkel hat keine Hoffnung mehr für den Euro. Im FOCUS-Online-Interview fordert er einen Austritt Deutschlands aus dem Euroraum – und beklagt die Feigheit der deutschen Eliten
FOCUS Online: Herr Henkel, in Ihrem Buch „Rettet unser Geld!“ fordern Sie Angela Merkel auf, sie solle zusammen mit anderen nördlichen Ländern aus der Euro-Zone austreten und eine neue Währung begründen. Die Bundeskanzlerin hat aber mit dem Satz „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ davor gewarnt. Und die Mehrheit der Eliten gibt ihr Recht.
Hans-Olaf Henkel: Das ist verantwortungslos und historisch inkorrekt. Inkorrekt, weil es Europa schon lange vor dem Euro gab, der Euro nur in 17 Ländern der EU existiert und Europa aus 51 Ländern besteht; unverantwortlich, denn auch sie kann ein Scheitern nicht ausschließen – was erzählt sie uns dann?
FOCUS Online: Die Mehrheit der Ökonomen kommt doch zum Schluss, Deutschland habe enorm vom Euro profitiert
Henkel: Das geht nur über den Trick, den Euro mit dem Binnenmarkt gleichzusetzen. Der war aber lange vor dem Euro da. Das Ifo-Institut hat darauf hingewiesen, dass in den ersten zehn Jahren des Euro das Wachstum nicht bei uns, sondern im Süden stattfand. Deutschland war schon zu D-Mark-Zeiten Vize-Exportweltmeister. Und die Abhängigkeit deutscher Exporte von der Eurozone ist seit Einführung des Euro sogar gesunken – von 45 auf 40 Prozent. Unsere Importe sind schneller als die Exporte gewachsen, wir sind jetzt auch Vize-Importweltmeister, das heißt, wir würden unter einer stärkeren Währung – Stichwort Nord-Euro – auch profitieren.
FOCUS Online: Der schwache Euro kommt deutschen Exporteuren doch zugute.
Henkel: In der Tat, teilweise laufen unsere Exporte deshalb besonders gut, wogegen der Euro die Exporte der Griechen, Spanier und Franzosen behindert. Der Euro ist zu stark für den Süden, zu schwach für den Norden. Aber was ist das für ein aberwitziges Exportförderprogramm, wenn die deutschen Exporteure es dank des schwachen Euro relativ leicht haben und dafür die deutschen Steuerzahler und deren Kinder die Folgen dieser Exportüberlegenheit gegenüber dem Süden über Rettungsschirme tragen müssen? Das ist nicht nur volkswirtschaftlich absurd, es ist auch unmoralisch.
FOCUS Online: Aber auch der Bund profitiert von niedrigen Zinsen. Ist das kein schlagendes Argument?
Henkel: Von den niedrigen Euro-Zinsen haben eine Dekade lang griechische und italienische Politiker profitiert, ohne diese hätten sie sich gar nicht so verschulden können. Auch das ist ein Beispiel für die Folgen einer „One size fits all“-Währung, sprich einer Einheitswährung, die sich jetzt als eine „One size fits none“-Währung herausstellt, die keinem gerecht wird. Als Folge diverser Rettungsaktionen werden die Zinssätze sukzessive angeglichen, mit dem Resultat, dass die deutschen Zinsen steigen werden, damit die der Südländer sinken können.
FOCUS Online: Wie realistisch ist das Auseinanderbrechen des Euro?
Henkel: Ich unterscheide immer zwischen dem, was ich glaube, was passiert, und dem, was passieren müsste.
MONEY: . . . und was wird passieren?
Henkel: Die Politik wird den Euro über Wasser halten, koste es die Deutschen, was es wolle. Unsere Politiker sind unfähig, einen Fehler zuzugeben, und werden bis zum bitteren Ende weitermarschieren. Das haben wir in der deutschen Geschichte schon zweimal erleben müssen. Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone schwer beschädigt. Wenn es sein muss, wird Finanzminister Schäuble auch den Euro-Bonds den Weg ebnen, unter Beifall der Grünen und Sozialdemokraten, der US-Regierung und der Banken. Um die FDP in der Regierung zu halten und diese Bonds der Öffentlichkeit etwas schmackhafter zu machen, kann es sein, das man sie anders nennt. Kommissionspräsident Barroso hatte sie ja schon zu „Stabilitäts-Bonds“ umgewidmet. Es kann auch sein, dass der Rettungsschirm mit einer Banklizenz ausgestattet wird oder die EZB noch mehr Staatsanleihen kauft. Im Endeffekt kommt das alles auf dasselbe heraus, erst auf eine Transfer-, dann eine Schulden- und am Schluss eine Inflationsunion. Kaschiert wird das mit einer verlogenen Rhetorik, man nennt das dann Stabilitätsunion, und alles fällt darauf rein.
FOCUS Online: Ihren Worten nach zu schließen, heißt das doch, Sie sehen selbst keine Chance für einen Nord- und Süd-Euro?
Henkel: Vielleicht doch. Von Deutschland darf sich freilich niemand eine Initiative erwarten. Es könnte sein, dass ein südliches Land die Nase voll hat und die Notwendigkeit einsieht, abzuwerten. In Griechenland ist es fast so weit.
FOCUS Online: Sie bekommen Unterstützung aus der Wirtschaft. Linde-Chef Wolfgang Reitzle sagt, wenn es nicht gelinge, die Krisenländer zu disziplinieren, müsse Deutschland austreten.
Henkel: Hierzulande ist es politisch inkorrekt, sich öffentlich mit Alternativen zum Euro auseinanderzusetzen. Es ist ein Tabu. Dabei habe ich in meinem Buch genau erklärt, warum es höchste Zeit ist, nach einer Alternative zu suchen. Heute gibt mir die Wirtschaftselite, mit wenigen Ausnahmen, Recht in puncto Diagnose und Prognose. Aber es gibt noch immer keinen, der bereit ist, öffentlich zuzugeben, dass wir eine Abkehr vom Einheits-Euro brauchen. Und wenn einer aus der Deckung kommt, wie jetzt Reitzle, ist das Geschrei groß. Ich halte die deutsche Elite für feige. Sie versagt in dieser Situation.
FOCUS Online: Ein hartes Urteil . . .
Henkel: Aber mit der Ausnahme Reitzle gerecht. Die meisten sind nicht bereit zuzugeben, dass ein großer Teil der Probleme erst durch den Euro verursacht wurde, weil man sich sonst mit Alternativen befassen müsste. Das wagt keiner bei uns.
FOCUS Online: Und was wäre sonst noch denkbar, um die Trennung in Nord- und Süd-Euro anzustoßen?
Henkel: Die andere Möglichkeit – ein anderes nordeuropäisches Land will nicht mehr mitmachen. In Holland hat jetzt der Ex-Kommissar und Liberale Fritz Bolkestein, dort eine Art Otto Graf Lambsdorff, die Einführung des Nord-Euro mit viel Zustimmung auf die Tagesordnung gesetzt. Irgendwann könnte Frau Merkel sagen: „Da wir jetzt nicht mehr die Einzigen sind, machen wir auch mit.“ Einige Nicht-Euro-Länder wie Schweden, Dänemark oder Tschechien wären dann ruck, zuck dabei.
FOCUS Online: Also keine Rückkehr zur D-Mark?
Henkel: Nein, neben dem Euro einen Nord-Euro, beide mit einer eigenen Zentralbank, wobei die des Nord-Euro so arbeiten würde wie früher die Bundesbank beziehungsweise so, wie die EZB mal arbeiten sollte: unabhängig, der Sicherung des Geldwerts verpflichtet. Die EZB könnte dann unter französischer Führung so arbeiten, wie es die Südländer immer wollten. Dann hätten wir Währungen, die die Realität der einzelnen Länder reflektieren, anstatt diese Länder den Bedürfnissen der Währung anzupassen, wie jetzt erfolglos versucht wird.
FOCUS Online: Was würden eine Rückkehr zur Mark oder die Umstellung auf einen Nord-Euro und einen Süd-Euro kosten?
Henkel: Da gibt es ja den ausgelobten Wettbewerb des britischen Oberhaus-Abgeordneten Lord Simon Wolfson. Er hat einen Preis von 250 000 Pfund für denjenigen gestiftet, der den elegantesten Weg zum Euro-Ausstieg vorschlägt. Es liegen übrigens auch Schätzungen vor, darunter eine von Professor Dirk Meyer von der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Er kommt auf Kosten von 281 bis 326 Milliarden Euro.
FOCUS Online: Mehr als 300 Milliarden Euro Kosten für den Ausstieg aus der Einheitswährung, das ist so viel wie der Bundeshaushalt in diesem Jahr. Dann ist die Haftung aus den Rettungspaketen doch auch nicht schlimmer.
Henkel: Die Frage ist, was würde ein „Weiter so“ kosten, was ein „Griechenland raus“ und was die Einführung des Nord-Euro? Solange wir an der behaupteten Alternativlosigkeit festhalten, werden wir nie herausfinden, was denn der günstigste Ausweg ist. Professor Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut kommt jetzt schon auf über 500 Milliarden, die Deutschland beim „Weiter so“ im Feuer hat. In jedem Fall endet das „Weiter so“ in einem Absturz der Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone, in zunehmendem Zwist innerhalb Europas und einem monströsen Zentralstaat.
FOCUS Online: Einige Studien, darunter die von UBS, kommen sogar noch auf höhere Beträge. Ein Bail-out Griechenlands würde den einzelnen Bundesbürger indes deutlich weniger kosten.
Henkel: Anstatt auzuflisten, was das „Weiter so“ kostet, veröffentlichen diese Institute Horrorszenarien für solche Alternativen, die sie nicht wollen. Ihr Motiv ist klar: Banken würden am liebsten sehen, dass Deutschland für die Schulden anderer Länder mithaftet und wir weiter unter der Überschrift „Rettet den Euro“ Banken retten. Das von den Arbeitgebern finanzierte IW erfindet Massenarbeitslosigkeit als Folge eines Nord-Euro, weil es sich so schön mit einem abgewerteten Euro zu Lasten der Steuerzahler exportieren lässt. Es ist skandalös, dass es einen Abgeordneten aus einem Nicht-Euro-Land braucht, um die Alternativen nüchtern nebeneinanderlegen zu können.
FOCUS Online: Aber selbst Reitzle meint, dass im ersten Jahr die Arbeitslosigkeit steigen und die Exporte einbrechen würden.
Henkel: Natürlich hätte das diese Folgen. Aber er sagte ja auch, dass das eher ein temporärer Einbruch zu Gunsten unserer langfristigen Wettbewerbsfähigkeit wäre. Klar, ein Teil unserer jetzigen Exporterfolge ist auf den für uns zu schwachen Euro zurückzuführen, aber das ist ein süßes Gift! Vergessen wir nicht, die deutsche Industrie hat 17 Aufwertungen zu D-Mark-Zeiten verkraftet. Der ständige Aufwertungsdruck war einer der Hauptgründe dafür, immer produktiver, effizienter und kreativer zu sein als andere.
FOCUS Online: Wie könnte die Umstellung praktisch aussehen?
Henkel: Die erste Stufe muss eine Rekapitalisierung der Banken sein und eine temporäre Verstaatlichung vieler Banken in der Eurozone.
FOCUS Online: Und was ist mit all den Vertragsänderungen, dem Druck der Banknoten und dem Prägen der Münzen? Allein die Euro-Bargeldeinführung ist zehn Jahre lang vorbereitet worden.
Henkel: Wir müssten so vorgehen wie bei der Einführung des Euro, sprich erst die Verträge, dann das Buchgeld, dann das Bargeld. Wenn es möglich war, aus 17 Währungen eine zu machen, dann dürfte es auch möglich sein, aus einer wieder zwei zu machen.
FOCUS Online: Sind Sie da nicht zu optimistisch?
Henkel: Fragen Sie die Slowaken und die Tschechen, dort wurden zuletzt aus einer Währung zwei gemacht. Das wurde gut vorbereitet, passierte dann an einem Wochenende. Die Geschichte zeigt zahllose Beispiele für die Auflösung von Einheitswährungen. Ich habe in meinem Leben nun schon drei Währungsumstellungen erlebt: von der Reichsmark zur D-Mark, von der DDR-Mark zur D-Mark und von der D-Mark zum Euro.
FOCUS Online: Sie wissen, wie stark die Beharrungskräfte sind.
Henkel: Nun, dass mein Vorschlag besser ist als dieses „Weiter so“, davon bin ich überzeugt. Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende.
FOCUS Online: Welche Rolle kommt heute der EZB zu, der ja zurzeit mit Mario Draghi ein Italiener vorsteht?
Henkel: Die Nationalität halte ich nicht für so wichtig, entscheidend ist, ob der Mann sich an dem Vorbild früherer Bundesbank-Präsidenten orientiert. Das tut er offensichtlich nicht.
FOCUS Online: In der Öffentlichkeit gibt er sich stabilitätsbewusst.
Henkel: Die Fakten sprechen für sich. Mittlerweile hat die EZB Papiere für annähernd 220 Milliarden Euro aufgekauft. Sie hat ihre Unabhängigkeit längst verloren und ist zum Spielball der Franzosen geworden.
FOCUS Online: Was muss passieren, dass die Deutschen sich mehrheitlich Ihrer Forderung anschließen?
Henkel: Umfragen nach haben 80 Prozent der Deutschen diese Rettungsorgien satt. Gefragt, ob sie den Nord-Euro wollen, reagieren sie aber skeptisch. Mein Vorschlag ist nicht populär und schon gar nicht populistisch, wie immer gern behauptet wird, um mich zu diskreditieren. Die Deutschen würden den Euro am liebsten behalten, schließlich müssen sie bei Reisen nach Paris, Madrid oder Lissabon kein Geld umtauschen.
FOCUS Online: Also keine Sehnsucht nach der D-Mark?
Henkel: Nicht unbedingt, sie sehnen sich nach einer stabilen Währungspolitik, merken aber, dass diese Stück für Stück aufgegeben wird. Die Diskussion über Alternativen wird systematisch unterdrückt. Insofern müssen wir Reitzle dankbar sein.
FOCUS Online: Einige Experten behaupten, es würde genügen, Griechenland träte aus der Eurozone aus.
Henkel: Komischerweise hat es diese Experten vor Kurzem noch nicht gegeben. Im Herbst 2011 wurde FDP-Chef Rösler sogar für seine Aussage zur Insolvenz Griechenlands zur Schnecke gemacht – und machte einen Rückzieher.
FOCUS Online: Aber zurück zur Frage . . .
Henkel: Der Ausstieg Deutschlands ist weder einfach noch billig. Aber wie ein Ausstieg Griechenlands organisiert werden könnte, ist mir auch nicht klar. Niemand kann ausschließen, dass beim ersten Gerücht die Banken in Lissabon, Rom und Paris gestürmt werden. Deshalb verstehe ich auch, dass die Politik und Wirtschaft diese Alternative verwarfen.
FOCUS Online: Wie investieren Sie persönlich? Was raten Sie?
Henkel: Ich rate anderen gar nichts. Was mich betrifft, ich halte es zum Beispiel für sinnvoll, sich zu verschulden und eine Immobilie zu kaufen. Mein zweites Rezept heißt, Werte außerhalb der Eurozone anzulegen – Schweiz, Schweden, Norwegen. Ich könnte mir auch ein Engagement in Dollar vorstellen. Ich habe größeres Vertrauen in die US-Wirtschaft als in die der Eurozone. An alle diese Ratschläge habe ich mich inzwischen auch gehalten.
FOCUS Online: Herr Henkel, in Ihrem Buch „Rettet unser Geld!“ fordern Sie Angela Merkel auf, sie solle zusammen mit anderen nördlichen Ländern aus der Euro-Zone austreten und eine neue Währung begründen. Die Bundeskanzlerin hat aber mit dem Satz „Scheitert der Euro, dann scheitert Europa“ davor gewarnt. Und die Mehrheit der Eliten gibt ihr Recht.
Hans-Olaf Henkel: Das ist verantwortungslos und historisch inkorrekt. Inkorrekt, weil es Europa schon lange vor dem Euro gab, der Euro nur in 17 Ländern der EU existiert und Europa aus 51 Ländern besteht; unverantwortlich, denn auch sie kann ein Scheitern nicht ausschließen – was erzählt sie uns dann?
FOCUS Online: Die Mehrheit der Ökonomen kommt doch zum Schluss, Deutschland habe enorm vom Euro profitiert
Henkel: Das geht nur über den Trick, den Euro mit dem Binnenmarkt gleichzusetzen. Der war aber lange vor dem Euro da. Das Ifo-Institut hat darauf hingewiesen, dass in den ersten zehn Jahren des Euro das Wachstum nicht bei uns, sondern im Süden stattfand. Deutschland war schon zu D-Mark-Zeiten Vize-Exportweltmeister. Und die Abhängigkeit deutscher Exporte von der Eurozone ist seit Einführung des Euro sogar gesunken – von 45 auf 40 Prozent. Unsere Importe sind schneller als die Exporte gewachsen, wir sind jetzt auch Vize-Importweltmeister, das heißt, wir würden unter einer stärkeren Währung – Stichwort Nord-Euro – auch profitieren.
FOCUS Online: Der schwache Euro kommt deutschen Exporteuren doch zugute.
Henkel: In der Tat, teilweise laufen unsere Exporte deshalb besonders gut, wogegen der Euro die Exporte der Griechen, Spanier und Franzosen behindert. Der Euro ist zu stark für den Süden, zu schwach für den Norden. Aber was ist das für ein aberwitziges Exportförderprogramm, wenn die deutschen Exporteure es dank des schwachen Euro relativ leicht haben und dafür die deutschen Steuerzahler und deren Kinder die Folgen dieser Exportüberlegenheit gegenüber dem Süden über Rettungsschirme tragen müssen? Das ist nicht nur volkswirtschaftlich absurd, es ist auch unmoralisch.
FOCUS Online: Aber auch der Bund profitiert von niedrigen Zinsen. Ist das kein schlagendes Argument?
Henkel: Von den niedrigen Euro-Zinsen haben eine Dekade lang griechische und italienische Politiker profitiert, ohne diese hätten sie sich gar nicht so verschulden können. Auch das ist ein Beispiel für die Folgen einer „One size fits all“-Währung, sprich einer Einheitswährung, die sich jetzt als eine „One size fits none“-Währung herausstellt, die keinem gerecht wird. Als Folge diverser Rettungsaktionen werden die Zinssätze sukzessive angeglichen, mit dem Resultat, dass die deutschen Zinsen steigen werden, damit die der Südländer sinken können.
FOCUS Online: Wie realistisch ist das Auseinanderbrechen des Euro?
Henkel: Ich unterscheide immer zwischen dem, was ich glaube, was passiert, und dem, was passieren müsste.
MONEY: . . . und was wird passieren?
Henkel: Die Politik wird den Euro über Wasser halten, koste es die Deutschen, was es wolle. Unsere Politiker sind unfähig, einen Fehler zuzugeben, und werden bis zum bitteren Ende weitermarschieren. Das haben wir in der deutschen Geschichte schon zweimal erleben müssen. Dadurch wird die Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone schwer beschädigt. Wenn es sein muss, wird Finanzminister Schäuble auch den Euro-Bonds den Weg ebnen, unter Beifall der Grünen und Sozialdemokraten, der US-Regierung und der Banken. Um die FDP in der Regierung zu halten und diese Bonds der Öffentlichkeit etwas schmackhafter zu machen, kann es sein, das man sie anders nennt. Kommissionspräsident Barroso hatte sie ja schon zu „Stabilitäts-Bonds“ umgewidmet. Es kann auch sein, dass der Rettungsschirm mit einer Banklizenz ausgestattet wird oder die EZB noch mehr Staatsanleihen kauft. Im Endeffekt kommt das alles auf dasselbe heraus, erst auf eine Transfer-, dann eine Schulden- und am Schluss eine Inflationsunion. Kaschiert wird das mit einer verlogenen Rhetorik, man nennt das dann Stabilitätsunion, und alles fällt darauf rein.
FOCUS Online: Ihren Worten nach zu schließen, heißt das doch, Sie sehen selbst keine Chance für einen Nord- und Süd-Euro?
Henkel: Vielleicht doch. Von Deutschland darf sich freilich niemand eine Initiative erwarten. Es könnte sein, dass ein südliches Land die Nase voll hat und die Notwendigkeit einsieht, abzuwerten. In Griechenland ist es fast so weit.
FOCUS Online: Sie bekommen Unterstützung aus der Wirtschaft. Linde-Chef Wolfgang Reitzle sagt, wenn es nicht gelinge, die Krisenländer zu disziplinieren, müsse Deutschland austreten.
Henkel: Hierzulande ist es politisch inkorrekt, sich öffentlich mit Alternativen zum Euro auseinanderzusetzen. Es ist ein Tabu. Dabei habe ich in meinem Buch genau erklärt, warum es höchste Zeit ist, nach einer Alternative zu suchen. Heute gibt mir die Wirtschaftselite, mit wenigen Ausnahmen, Recht in puncto Diagnose und Prognose. Aber es gibt noch immer keinen, der bereit ist, öffentlich zuzugeben, dass wir eine Abkehr vom Einheits-Euro brauchen. Und wenn einer aus der Deckung kommt, wie jetzt Reitzle, ist das Geschrei groß. Ich halte die deutsche Elite für feige. Sie versagt in dieser Situation.
FOCUS Online: Ein hartes Urteil . . .
Henkel: Aber mit der Ausnahme Reitzle gerecht. Die meisten sind nicht bereit zuzugeben, dass ein großer Teil der Probleme erst durch den Euro verursacht wurde, weil man sich sonst mit Alternativen befassen müsste. Das wagt keiner bei uns.
FOCUS Online: Und was wäre sonst noch denkbar, um die Trennung in Nord- und Süd-Euro anzustoßen?
Henkel: Die andere Möglichkeit – ein anderes nordeuropäisches Land will nicht mehr mitmachen. In Holland hat jetzt der Ex-Kommissar und Liberale Fritz Bolkestein, dort eine Art Otto Graf Lambsdorff, die Einführung des Nord-Euro mit viel Zustimmung auf die Tagesordnung gesetzt. Irgendwann könnte Frau Merkel sagen: „Da wir jetzt nicht mehr die Einzigen sind, machen wir auch mit.“ Einige Nicht-Euro-Länder wie Schweden, Dänemark oder Tschechien wären dann ruck, zuck dabei.
FOCUS Online: Also keine Rückkehr zur D-Mark?
Henkel: Nein, neben dem Euro einen Nord-Euro, beide mit einer eigenen Zentralbank, wobei die des Nord-Euro so arbeiten würde wie früher die Bundesbank beziehungsweise so, wie die EZB mal arbeiten sollte: unabhängig, der Sicherung des Geldwerts verpflichtet. Die EZB könnte dann unter französischer Führung so arbeiten, wie es die Südländer immer wollten. Dann hätten wir Währungen, die die Realität der einzelnen Länder reflektieren, anstatt diese Länder den Bedürfnissen der Währung anzupassen, wie jetzt erfolglos versucht wird.
FOCUS Online: Was würden eine Rückkehr zur Mark oder die Umstellung auf einen Nord-Euro und einen Süd-Euro kosten?
Henkel: Da gibt es ja den ausgelobten Wettbewerb des britischen Oberhaus-Abgeordneten Lord Simon Wolfson. Er hat einen Preis von 250 000 Pfund für denjenigen gestiftet, der den elegantesten Weg zum Euro-Ausstieg vorschlägt. Es liegen übrigens auch Schätzungen vor, darunter eine von Professor Dirk Meyer von der Helmut-Schmidt-Universität in Hamburg. Er kommt auf Kosten von 281 bis 326 Milliarden Euro.
FOCUS Online: Mehr als 300 Milliarden Euro Kosten für den Ausstieg aus der Einheitswährung, das ist so viel wie der Bundeshaushalt in diesem Jahr. Dann ist die Haftung aus den Rettungspaketen doch auch nicht schlimmer.
Henkel: Die Frage ist, was würde ein „Weiter so“ kosten, was ein „Griechenland raus“ und was die Einführung des Nord-Euro? Solange wir an der behaupteten Alternativlosigkeit festhalten, werden wir nie herausfinden, was denn der günstigste Ausweg ist. Professor Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut kommt jetzt schon auf über 500 Milliarden, die Deutschland beim „Weiter so“ im Feuer hat. In jedem Fall endet das „Weiter so“ in einem Absturz der Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone, in zunehmendem Zwist innerhalb Europas und einem monströsen Zentralstaat.
FOCUS Online: Einige Studien, darunter die von UBS, kommen sogar noch auf höhere Beträge. Ein Bail-out Griechenlands würde den einzelnen Bundesbürger indes deutlich weniger kosten.
Henkel: Anstatt auzuflisten, was das „Weiter so“ kostet, veröffentlichen diese Institute Horrorszenarien für solche Alternativen, die sie nicht wollen. Ihr Motiv ist klar: Banken würden am liebsten sehen, dass Deutschland für die Schulden anderer Länder mithaftet und wir weiter unter der Überschrift „Rettet den Euro“ Banken retten. Das von den Arbeitgebern finanzierte IW erfindet Massenarbeitslosigkeit als Folge eines Nord-Euro, weil es sich so schön mit einem abgewerteten Euro zu Lasten der Steuerzahler exportieren lässt. Es ist skandalös, dass es einen Abgeordneten aus einem Nicht-Euro-Land braucht, um die Alternativen nüchtern nebeneinanderlegen zu können.
FOCUS Online: Aber selbst Reitzle meint, dass im ersten Jahr die Arbeitslosigkeit steigen und die Exporte einbrechen würden.
Henkel: Natürlich hätte das diese Folgen. Aber er sagte ja auch, dass das eher ein temporärer Einbruch zu Gunsten unserer langfristigen Wettbewerbsfähigkeit wäre. Klar, ein Teil unserer jetzigen Exporterfolge ist auf den für uns zu schwachen Euro zurückzuführen, aber das ist ein süßes Gift! Vergessen wir nicht, die deutsche Industrie hat 17 Aufwertungen zu D-Mark-Zeiten verkraftet. Der ständige Aufwertungsdruck war einer der Hauptgründe dafür, immer produktiver, effizienter und kreativer zu sein als andere.
FOCUS Online: Wie könnte die Umstellung praktisch aussehen?
Henkel: Die erste Stufe muss eine Rekapitalisierung der Banken sein und eine temporäre Verstaatlichung vieler Banken in der Eurozone.
FOCUS Online: Und was ist mit all den Vertragsänderungen, dem Druck der Banknoten und dem Prägen der Münzen? Allein die Euro-Bargeldeinführung ist zehn Jahre lang vorbereitet worden.
Henkel: Wir müssten so vorgehen wie bei der Einführung des Euro, sprich erst die Verträge, dann das Buchgeld, dann das Bargeld. Wenn es möglich war, aus 17 Währungen eine zu machen, dann dürfte es auch möglich sein, aus einer wieder zwei zu machen.
FOCUS Online: Sind Sie da nicht zu optimistisch?
Henkel: Fragen Sie die Slowaken und die Tschechen, dort wurden zuletzt aus einer Währung zwei gemacht. Das wurde gut vorbereitet, passierte dann an einem Wochenende. Die Geschichte zeigt zahllose Beispiele für die Auflösung von Einheitswährungen. Ich habe in meinem Leben nun schon drei Währungsumstellungen erlebt: von der Reichsmark zur D-Mark, von der DDR-Mark zur D-Mark und von der D-Mark zum Euro.
FOCUS Online: Sie wissen, wie stark die Beharrungskräfte sind.
Henkel: Nun, dass mein Vorschlag besser ist als dieses „Weiter so“, davon bin ich überzeugt. Ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende.
FOCUS Online: Welche Rolle kommt heute der EZB zu, der ja zurzeit mit Mario Draghi ein Italiener vorsteht?
Henkel: Die Nationalität halte ich nicht für so wichtig, entscheidend ist, ob der Mann sich an dem Vorbild früherer Bundesbank-Präsidenten orientiert. Das tut er offensichtlich nicht.
FOCUS Online: In der Öffentlichkeit gibt er sich stabilitätsbewusst.
Henkel: Die Fakten sprechen für sich. Mittlerweile hat die EZB Papiere für annähernd 220 Milliarden Euro aufgekauft. Sie hat ihre Unabhängigkeit längst verloren und ist zum Spielball der Franzosen geworden.
FOCUS Online: Was muss passieren, dass die Deutschen sich mehrheitlich Ihrer Forderung anschließen?
Henkel: Umfragen nach haben 80 Prozent der Deutschen diese Rettungsorgien satt. Gefragt, ob sie den Nord-Euro wollen, reagieren sie aber skeptisch. Mein Vorschlag ist nicht populär und schon gar nicht populistisch, wie immer gern behauptet wird, um mich zu diskreditieren. Die Deutschen würden den Euro am liebsten behalten, schließlich müssen sie bei Reisen nach Paris, Madrid oder Lissabon kein Geld umtauschen.
FOCUS Online: Also keine Sehnsucht nach der D-Mark?
Henkel: Nicht unbedingt, sie sehnen sich nach einer stabilen Währungspolitik, merken aber, dass diese Stück für Stück aufgegeben wird. Die Diskussion über Alternativen wird systematisch unterdrückt. Insofern müssen wir Reitzle dankbar sein.
FOCUS Online: Einige Experten behaupten, es würde genügen, Griechenland träte aus der Eurozone aus.
Henkel: Komischerweise hat es diese Experten vor Kurzem noch nicht gegeben. Im Herbst 2011 wurde FDP-Chef Rösler sogar für seine Aussage zur Insolvenz Griechenlands zur Schnecke gemacht – und machte einen Rückzieher.
FOCUS Online: Aber zurück zur Frage . . .
Henkel: Der Ausstieg Deutschlands ist weder einfach noch billig. Aber wie ein Ausstieg Griechenlands organisiert werden könnte, ist mir auch nicht klar. Niemand kann ausschließen, dass beim ersten Gerücht die Banken in Lissabon, Rom und Paris gestürmt werden. Deshalb verstehe ich auch, dass die Politik und Wirtschaft diese Alternative verwarfen.
FOCUS Online: Wie investieren Sie persönlich? Was raten Sie?
Henkel: Ich rate anderen gar nichts. Was mich betrifft, ich halte es zum Beispiel für sinnvoll, sich zu verschulden und eine Immobilie zu kaufen. Mein zweites Rezept heißt, Werte außerhalb der Eurozone anzulegen – Schweiz, Schweden, Norwegen. Ich könnte mir auch ein Engagement in Dollar vorstellen. Ich habe größeres Vertrauen in die US-Wirtschaft als in die der Eurozone. An alle diese Ratschläge habe ich mich inzwischen auch gehalten.
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Finanzkonzerne rüsten sich gegen Euro-Aus
Die Finanzminister der Euroländer haben ihr geplantes Treffen zur Griechenland-Rettung abgesagt und wollen sich nun telefonisch beraten. Die Rettung liegt damit auf Eis. Erste Banken und Versicherer stellen sich offenbar vertraglich auf einen Zusammenbruch des Euro ein
Internationale (Finanzierungs-)Verträge würden seit Neuestem um eine Euro-Ausstiegs-Klausel ergänzt, berichtete die „Bild“-Zeitung am Mittwoch. Sie lege fest, dass das jeweilige Geschäft “in Euro oder in der zum Zeitpunkt der Transaktion in Deutschland gültigen Währung“ erfolgt. Gibt es den Euro nicht mehr, müsse in der deutschen Nachfolgewährung gezahlt werden. Zugleich werde in den Neu-Verträgen der Gerichtsstand Deutschland festgeschrieben. Auch damit sicherten sich Banken und Versicherungen offenbar gegen ein mögliches Euro-Ende ab.
Die Situation in Griechenland spitzt sich derweil weiter zu. Das für Mittwoch geplante Treffen der Euro-Finanzminister, bei dem eigentlich das zweite Hilfspaket freigegen werde sollte, wurde abgesagt. Sie wollen nun telefonisch über noch offene Fragen beraten. Damit zieht sich die Rettung des Landes vor der drohenden Pleite länger hin als zunächst angenommen. Der Grund: Die internationalen Geldgeber sehen ihre Bedingungen für weitere Hilfszahlungen an Athen jedoch noch nicht erfüllt. Die griechische Regierung hat noch nicht wie verlangt weitere Kürzungen im Volumen von 325 Millionen Euro präsentiert. Und auch die Verpflichtung der Parteichefs, auch nach der Wahl im April den vereinbarten Sparkurs fortzusetzen, fehlt. Deshalb schieben die Eurostaaten ihre Zusage für neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro weiter hinaus.
* Auszug / Focus
Internationale (Finanzierungs-)Verträge würden seit Neuestem um eine Euro-Ausstiegs-Klausel ergänzt, berichtete die „Bild“-Zeitung am Mittwoch. Sie lege fest, dass das jeweilige Geschäft “in Euro oder in der zum Zeitpunkt der Transaktion in Deutschland gültigen Währung“ erfolgt. Gibt es den Euro nicht mehr, müsse in der deutschen Nachfolgewährung gezahlt werden. Zugleich werde in den Neu-Verträgen der Gerichtsstand Deutschland festgeschrieben. Auch damit sicherten sich Banken und Versicherungen offenbar gegen ein mögliches Euro-Ende ab.
Die Situation in Griechenland spitzt sich derweil weiter zu. Das für Mittwoch geplante Treffen der Euro-Finanzminister, bei dem eigentlich das zweite Hilfspaket freigegen werde sollte, wurde abgesagt. Sie wollen nun telefonisch über noch offene Fragen beraten. Damit zieht sich die Rettung des Landes vor der drohenden Pleite länger hin als zunächst angenommen. Der Grund: Die internationalen Geldgeber sehen ihre Bedingungen für weitere Hilfszahlungen an Athen jedoch noch nicht erfüllt. Die griechische Regierung hat noch nicht wie verlangt weitere Kürzungen im Volumen von 325 Millionen Euro präsentiert. Und auch die Verpflichtung der Parteichefs, auch nach der Wahl im April den vereinbarten Sparkurs fortzusetzen, fehlt. Deshalb schieben die Eurostaaten ihre Zusage für neue Kredite in Höhe von 130 Milliarden Euro weiter hinaus.
* Auszug / Focus
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