Eurokrise: Ausfallrisiko steigt rasant
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Eurokrise: Ausfallrisiko steigt rasant
Langsam scheinen sich die nächsten Versuche einer Strategie abzuzeichnen: Die EZB bereitet den Ankauf spanischer Anleihen vor und der ESM soll zum unlimitierten Gelddrucken eingesetzt werden. Für den österreichischen Fondsanbieter TradeCom steht der ganze Plan auf mehr als wackeligen Beinen.
Würde Spanien unter den Rettungsschirm geraten, stiegen die Haftungssummen beträchlich
Star-Ökonom Hans-Werner Sinn erntete dieser Tage scharfe Kritik von Wolfgang Schäuble. Anlass sind aktuelle Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts, wonach ein Austritt Griechenlands im Falle eines Staatskonkurses für Deutschland billiger käme als dessen Verbleib in der Eurozone. Der deutsche Finanzminister warf Sinn daraufhin "Milchmädchenrechnung" vor. Sinn hätte Risiken und Verluste im deutschen Haushalt gleichgesetzt, heißt es.
"Beachtenswert ist, dass Sinn beim Verteilungsschlüssel nur die 'Stepping out Guarantors' Griechenland, Irland und Portugal herausgenommen hat", kommentiert Reinhard Wallmann, Geschäftsführer der österreichischen Fondsgesellschaft TradeCom. Würden auch Spanien und Italien Hilfe beantragen, so stiege die Haftung Deutschlands und auch Österreichs beträchtlich. Allerdings handelt es sich hierbei, wie von Sinn kritisiert, "nur" um Ausfallsrisiken. Daher wirft Wallmann die Frage auf: "Was wäre, wenn weitere Euroländer restrukturiert werden müssten?"
Viel darf nicht mehr passieren
Gemessen am Verteilungsschlüssel der Euroländer beim ESM ist Spanien 4,25-mal so groß wie Griechenland und Italien 6,4-mal. Damit erreichen die Ausfallsrisken rasch 20 und 30 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung von Österreich und Deutschland. "Anders gesagt, es darf nicht mehr viel passieren und die Verschuldungsquote Österreichs und Deutschlands – und natürlich auch der anderen beteiligten Euroländer – steigt dramatisch und auf über 100 Prozent des BIP", so Wallmann.
Betrachtet man die bisher zugesagten (EZB, IWF, EFSF) und potenziellen (ESM) Hilfsgelder der Euroländer, bestätigt sich diese Sichtweise. Die Ausleihsummen betragen unterm Strich mehr als 2,2 Billionen Euro, 2,8 Prozent entfallen auf Österreich. "Es ist historisch nicht belegbar, dass nachhaltiger Bestand auf Basis höherer Ausgaben als Einnahmen tragfähig ist", stellt Wallmann die Strategie der Euroländer infrage. "Daher ist wohl die Rückkehr zur Einhaltung von Vereinbarungen notwendiger Bestandteil einer Eurozonen-Lösung."
Oder wie es der Ex-EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing aktuell formuliert: "Aber wenn es noch nicht einmal möglich ist, zu Verträgen und Zusagen zurückzukehren, wie glaubwürdig ist dann der erheblich ehrgeizigere Plan einer Fiskal- und Bankenunion? Die Zukunft nicht nur der Euro-Zone, sondern Europas auf solch wackelige Beine zu stellen wäre der Gipfel der Naivität." (dw)
Mögliche Verluste in Mrd. Euro

Quelle: TradeCom; Erläuterungen: Anteil: Kapitalanteile im ESZB und Eurosystem, Verlust I: Möglicher Verlust bei einem Staatskonkurs Griechenlands und Austritt, Verlust II: Möglicher Verlust wenn auch Spanien und Italien unter den Rettungsschirm müssen, einem Staatskonkurs Griechenlands und Austritt, Verlust III: Möglicher Verlust, sollte auch Frankreich in ernste Schwierigkeiten kommen
Würde Spanien unter den Rettungsschirm geraten, stiegen die Haftungssummen beträchlichStar-Ökonom Hans-Werner Sinn erntete dieser Tage scharfe Kritik von Wolfgang Schäuble. Anlass sind aktuelle Berechnungen des Münchner Ifo-Instituts, wonach ein Austritt Griechenlands im Falle eines Staatskonkurses für Deutschland billiger käme als dessen Verbleib in der Eurozone. Der deutsche Finanzminister warf Sinn daraufhin "Milchmädchenrechnung" vor. Sinn hätte Risiken und Verluste im deutschen Haushalt gleichgesetzt, heißt es.
"Beachtenswert ist, dass Sinn beim Verteilungsschlüssel nur die 'Stepping out Guarantors' Griechenland, Irland und Portugal herausgenommen hat", kommentiert Reinhard Wallmann, Geschäftsführer der österreichischen Fondsgesellschaft TradeCom. Würden auch Spanien und Italien Hilfe beantragen, so stiege die Haftung Deutschlands und auch Österreichs beträchtlich. Allerdings handelt es sich hierbei, wie von Sinn kritisiert, "nur" um Ausfallsrisiken. Daher wirft Wallmann die Frage auf: "Was wäre, wenn weitere Euroländer restrukturiert werden müssten?"
Viel darf nicht mehr passieren
Gemessen am Verteilungsschlüssel der Euroländer beim ESM ist Spanien 4,25-mal so groß wie Griechenland und Italien 6,4-mal. Damit erreichen die Ausfallsrisken rasch 20 und 30 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung von Österreich und Deutschland. "Anders gesagt, es darf nicht mehr viel passieren und die Verschuldungsquote Österreichs und Deutschlands – und natürlich auch der anderen beteiligten Euroländer – steigt dramatisch und auf über 100 Prozent des BIP", so Wallmann.
Betrachtet man die bisher zugesagten (EZB, IWF, EFSF) und potenziellen (ESM) Hilfsgelder der Euroländer, bestätigt sich diese Sichtweise. Die Ausleihsummen betragen unterm Strich mehr als 2,2 Billionen Euro, 2,8 Prozent entfallen auf Österreich. "Es ist historisch nicht belegbar, dass nachhaltiger Bestand auf Basis höherer Ausgaben als Einnahmen tragfähig ist", stellt Wallmann die Strategie der Euroländer infrage. "Daher ist wohl die Rückkehr zur Einhaltung von Vereinbarungen notwendiger Bestandteil einer Eurozonen-Lösung."
Oder wie es der Ex-EZB-Chefvolkswirt Otmar Issing aktuell formuliert: "Aber wenn es noch nicht einmal möglich ist, zu Verträgen und Zusagen zurückzukehren, wie glaubwürdig ist dann der erheblich ehrgeizigere Plan einer Fiskal- und Bankenunion? Die Zukunft nicht nur der Euro-Zone, sondern Europas auf solch wackelige Beine zu stellen wäre der Gipfel der Naivität." (dw)
Mögliche Verluste in Mrd. Euro

Quelle: TradeCom; Erläuterungen: Anteil: Kapitalanteile im ESZB und Eurosystem, Verlust I: Möglicher Verlust bei einem Staatskonkurs Griechenlands und Austritt, Verlust II: Möglicher Verlust wenn auch Spanien und Italien unter den Rettungsschirm müssen, einem Staatskonkurs Griechenlands und Austritt, Verlust III: Möglicher Verlust, sollte auch Frankreich in ernste Schwierigkeiten kommen
Dr. Jens Ehrhardt: Ende ohne Schrecken nicht mehr möglich
Die Eurokrise zieht ihre Kreise – Nachdem Moody's den Ausblick für Deutschland auf negativ gesenkt hat, stellt sich für Dr. Jens Ehrhardt die Frage, ob Deutschland seine tragende Rolle bei der Euro-Rettung weiterhin ausführen kann. Und ob ein Ende ohne Schrecken überhaupt noch möglich ist.
Selbst stabile Länder bekommen die Auswirkungen der Eurokrise bereits zu spüren – dies zeigte nicht zuletzt der Ausblick auf Deutschlands Kreditwürdigkeit, der von Moody's auf negativ gesenkt wurde (FONDS professionell berichtete). Kann Deutschland den Euro überhaupt alleine retten? „Nein!“ sagt Dr. Jens Ehrhardt, Vorstandsvorsitzender der DJE Kapital AG und Berater der Gamax Management AG „Dies kann nur die Europäische Zentralbank (EZB). Es würde ganz Europa schaden, wenn Deutschland in den mediterranen Schuldensumpf hineingezogen würde, denn das würde die gute Binnenkonjunktur und damit den Import aus den anderen Euro-Ländern erheblich drücken“, ist Ehrhardt überzeugt. Deutschland ist nach den USA und China eines der größten Importländer und damit auch ein Konjunkturtreiber seiner europäischen Nachbarn. „Bereits heute hat sich Deutschland mit fast 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts als Euro-Retter engagiert, so dass der deutsche Verschuldungsgrad potentiell bereits bei über 110 Prozent liegt“, erläutert Ehrhardt.
Hilfe wird allerdings gebraucht – vor allem in Griechenland und Spanien. Mit einem unabwendbaren Austritt Griechenlands aus der Eurozone scheinen sich die Märkte laut Ehrhardt allerdings bereits abgefunden zu haben. „Das Land ist ein Fass ohne Boden und auch den Euro-Bürgern sind weitere Hilfen nicht mehr vermittelbar“, sagt Ehrhardt. Nach über zwei Jahren Griechenland-Krise müssten die meisten Unternehmen ihre Griechenland-Risiken weitgehend bereinigt haben – allen voran die Banken und Versicherungen. „Auch Spanien wird in absehbarer Zeit unter den Rettungsschirm kommen, denn Staatsschulden und Bankschulden sind im Mittelmeerraum zusammen zu sehen, da die Staaten am Ende für ihre Banken haften müssen. Die Bilanzsumme der spanischen Banken liegt zusammen bei circa 3700 Milliarden Euro. Bei ähnlichen Kreditausfällen wie in Irland, um die Spanien kaum herumkommen dürfte, kann das Land ohne Hilfe nicht überleben“, erklärt Ehrhardt.
Eurokrise: Kein Ende ohne Schrecken
Für Ehrhardt sieht es daher so aus, als sei ein Ende der Euro-Krise ohne Schrecken nicht mehr möglich: „Die Frage ist nur, ob ein Schrecken ohne Ende besser ist oder ein Ende mit Schrecken. Da der Euro letztlich nicht durch Deutschland, sondern nur durch Gelddrucken der EZB gerettet werden kann, kann ganz Europa hier in eine sehr schwierige Inflationssituation kommen, die einen Systemzusammenbruch im europäischen Finanzsystem auslösen kann“, analysiert Ehrhardt. Das bedeutet: Die europäischen Anleger bekommen Angst um ihr Vermögen, was wiederum zu Bank-, Länder- und Versicherungs-Runs führt. Gleichzeitig gäbe es durch das emotional motivierte Anlegerverhalten auch massive Fehlinvestitionen in allen Bereichen. Zudem würden die ohnehin schon heute gewachsenen sozialen Spannungen in Europa durch eine hohe Inflationsrate erst recht außer Kontrolle geraten. „Die Frage ist, ob ein Nord- Euro nicht die bessere Alternative wäre als ein Verbleiben im Euro. Die Mittelmeerländer könnten früher oder später erkennen, dass die entscheidende Frage lautet: ‚Behalten wir den Euro oder wollen wir wieder einen Arbeitsplatz?’. Bei dieser Frage nach Job oder Euro dürften sie sich für den Job entscheiden. Und das würde eine Abspaltung dieser Länder von den nördlichen Volkswirtschaften bedeuten“, so Ehrhardt.
Schlussendlich sei es wichtig, dass die deutschen Politiker weiterhin für ein starkes Deutschland sorgen und sich nicht in den europäischen Schuldensumpf hineinziehen lassen. Dies würde weder Deutschland noch dem Rest Europas nützen. „Mit dem Euro wollte man eigentlich ein starkes Europa als Gegengewicht zu USA und Asien. Wenn die Politiker jetzt nicht aufpassen, wird Europa durch den Euro extrem geschwächt – sowohl wirtschaftlich, wie auch durch wachsende politische Uneinigkeit“, so Ehrhardt. (cf)
Selbst stabile Länder bekommen die Auswirkungen der Eurokrise bereits zu spüren – dies zeigte nicht zuletzt der Ausblick auf Deutschlands Kreditwürdigkeit, der von Moody's auf negativ gesenkt wurde (FONDS professionell berichtete). Kann Deutschland den Euro überhaupt alleine retten? „Nein!“ sagt Dr. Jens Ehrhardt, Vorstandsvorsitzender der DJE Kapital AG und Berater der Gamax Management AG „Dies kann nur die Europäische Zentralbank (EZB). Es würde ganz Europa schaden, wenn Deutschland in den mediterranen Schuldensumpf hineingezogen würde, denn das würde die gute Binnenkonjunktur und damit den Import aus den anderen Euro-Ländern erheblich drücken“, ist Ehrhardt überzeugt. Deutschland ist nach den USA und China eines der größten Importländer und damit auch ein Konjunkturtreiber seiner europäischen Nachbarn. „Bereits heute hat sich Deutschland mit fast 30 Prozent des Bruttoinlandsprodukts als Euro-Retter engagiert, so dass der deutsche Verschuldungsgrad potentiell bereits bei über 110 Prozent liegt“, erläutert Ehrhardt.
Hilfe wird allerdings gebraucht – vor allem in Griechenland und Spanien. Mit einem unabwendbaren Austritt Griechenlands aus der Eurozone scheinen sich die Märkte laut Ehrhardt allerdings bereits abgefunden zu haben. „Das Land ist ein Fass ohne Boden und auch den Euro-Bürgern sind weitere Hilfen nicht mehr vermittelbar“, sagt Ehrhardt. Nach über zwei Jahren Griechenland-Krise müssten die meisten Unternehmen ihre Griechenland-Risiken weitgehend bereinigt haben – allen voran die Banken und Versicherungen. „Auch Spanien wird in absehbarer Zeit unter den Rettungsschirm kommen, denn Staatsschulden und Bankschulden sind im Mittelmeerraum zusammen zu sehen, da die Staaten am Ende für ihre Banken haften müssen. Die Bilanzsumme der spanischen Banken liegt zusammen bei circa 3700 Milliarden Euro. Bei ähnlichen Kreditausfällen wie in Irland, um die Spanien kaum herumkommen dürfte, kann das Land ohne Hilfe nicht überleben“, erklärt Ehrhardt.
Eurokrise: Kein Ende ohne Schrecken
Für Ehrhardt sieht es daher so aus, als sei ein Ende der Euro-Krise ohne Schrecken nicht mehr möglich: „Die Frage ist nur, ob ein Schrecken ohne Ende besser ist oder ein Ende mit Schrecken. Da der Euro letztlich nicht durch Deutschland, sondern nur durch Gelddrucken der EZB gerettet werden kann, kann ganz Europa hier in eine sehr schwierige Inflationssituation kommen, die einen Systemzusammenbruch im europäischen Finanzsystem auslösen kann“, analysiert Ehrhardt. Das bedeutet: Die europäischen Anleger bekommen Angst um ihr Vermögen, was wiederum zu Bank-, Länder- und Versicherungs-Runs führt. Gleichzeitig gäbe es durch das emotional motivierte Anlegerverhalten auch massive Fehlinvestitionen in allen Bereichen. Zudem würden die ohnehin schon heute gewachsenen sozialen Spannungen in Europa durch eine hohe Inflationsrate erst recht außer Kontrolle geraten. „Die Frage ist, ob ein Nord- Euro nicht die bessere Alternative wäre als ein Verbleiben im Euro. Die Mittelmeerländer könnten früher oder später erkennen, dass die entscheidende Frage lautet: ‚Behalten wir den Euro oder wollen wir wieder einen Arbeitsplatz?’. Bei dieser Frage nach Job oder Euro dürften sie sich für den Job entscheiden. Und das würde eine Abspaltung dieser Länder von den nördlichen Volkswirtschaften bedeuten“, so Ehrhardt.
Schlussendlich sei es wichtig, dass die deutschen Politiker weiterhin für ein starkes Deutschland sorgen und sich nicht in den europäischen Schuldensumpf hineinziehen lassen. Dies würde weder Deutschland noch dem Rest Europas nützen. „Mit dem Euro wollte man eigentlich ein starkes Europa als Gegengewicht zu USA und Asien. Wenn die Politiker jetzt nicht aufpassen, wird Europa durch den Euro extrem geschwächt – sowohl wirtschaftlich, wie auch durch wachsende politische Uneinigkeit“, so Ehrhardt. (cf)
Werden die Notenpressen bald heiß laufen?
Erfreulich: Der DAX kratzt an der Marke von 7000 Punkten und der Euro befindet sich zwar auf einem niedrigen Niveau, scheint sich aber zu stabilisieren. Entspannt sich die Lage in der Eurozone? Oder Trügt der Schein?
Für Torsten Gellert von Forex Capital Markets (FXCM) sind die erfreulichen Tendenzen alles andere als ein Ausdruck einer verbesserten Situation in der Eurozone, vielmehr sei es der Mangel an Alternativen für die immer auf der Suche nach einer inflationssicheren Rendite befindliche hohe Liquidität in den Märkten. „Und diese wiederum kommt von den Notenbanken, die in den nächsten Monaten, immer knapp an den Grenzen ihrer Kompetenzbereiche, Wege suchen und auch finden werden, die Notenpressen anzuwerfen“, schreibt der Experte.
Ausblick drittes Quartal 2012
Auch im dritten Quartal erwartet Gellert, mit Blick auf die Indikatoren wie den Einkaufsmanagerindex für den Monat Juli, keine signifikante Aufhellung der Lage. Allerdings würden düstere Erwartungen die Wahrscheinlichkeit für weitere geldpolitische Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) und ihrer Pendants in der Welt erhöhen. „Und das wird der Strohhalm sein, an den sich die Finanzmärkte klammern werden“, schreibt Gellert.
Als wichtiges Datum im kommenden Quartal nennt er den 12. September, wenn das Bundesverfassungsgericht über die Rechtmäßigkeit des Rettungsschirmes urteilt.
… und Griechenland?
Staatsanleihen im Wert von 3,2 Milliarden Euro, dessen Gläubiger die EZB ist, werden fällig. Diese wiederum hat den Griechen, eine direkte Staatsfinanzierung erlaubt, sich für die notwendige Zwischenfinanzierung das Geld quasi selbst zu drucken, erklärt Gellert.
Nun sollen Anleihen im Wert von gut 3,1 Milliarden Euro mit gerade einmal 13- wöchiger Laufzeit ausgegeben werden, welche die griechischen Banken erwerben und wiederum als Pfand für Notkredite bei der Griechischen Notenbank hinterlegen. „Klingt alles nach einem letzten Versuch, sich vor einer Pleite zu retten, und ist es auch.
Die wichtigsten europäischen Geldhäuser sind längst auf eine Insolvenz und einen Austritt Griechenlands aus dem Euro vorbereitet. Ich bezweifele zwar immer noch, das es am Ende dazu kommt, aber die Signale zeigen doch ganz klar, das Thema ist noch lange nicht vom Tisch“, erläutert Gellert. (cf)
Für Torsten Gellert von Forex Capital Markets (FXCM) sind die erfreulichen Tendenzen alles andere als ein Ausdruck einer verbesserten Situation in der Eurozone, vielmehr sei es der Mangel an Alternativen für die immer auf der Suche nach einer inflationssicheren Rendite befindliche hohe Liquidität in den Märkten. „Und diese wiederum kommt von den Notenbanken, die in den nächsten Monaten, immer knapp an den Grenzen ihrer Kompetenzbereiche, Wege suchen und auch finden werden, die Notenpressen anzuwerfen“, schreibt der Experte.
Ausblick drittes Quartal 2012
Auch im dritten Quartal erwartet Gellert, mit Blick auf die Indikatoren wie den Einkaufsmanagerindex für den Monat Juli, keine signifikante Aufhellung der Lage. Allerdings würden düstere Erwartungen die Wahrscheinlichkeit für weitere geldpolitische Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) und ihrer Pendants in der Welt erhöhen. „Und das wird der Strohhalm sein, an den sich die Finanzmärkte klammern werden“, schreibt Gellert.
Als wichtiges Datum im kommenden Quartal nennt er den 12. September, wenn das Bundesverfassungsgericht über die Rechtmäßigkeit des Rettungsschirmes urteilt.
… und Griechenland?
Staatsanleihen im Wert von 3,2 Milliarden Euro, dessen Gläubiger die EZB ist, werden fällig. Diese wiederum hat den Griechen, eine direkte Staatsfinanzierung erlaubt, sich für die notwendige Zwischenfinanzierung das Geld quasi selbst zu drucken, erklärt Gellert.
Nun sollen Anleihen im Wert von gut 3,1 Milliarden Euro mit gerade einmal 13- wöchiger Laufzeit ausgegeben werden, welche die griechischen Banken erwerben und wiederum als Pfand für Notkredite bei der Griechischen Notenbank hinterlegen. „Klingt alles nach einem letzten Versuch, sich vor einer Pleite zu retten, und ist es auch.
Die wichtigsten europäischen Geldhäuser sind längst auf eine Insolvenz und einen Austritt Griechenlands aus dem Euro vorbereitet. Ich bezweifele zwar immer noch, das es am Ende dazu kommt, aber die Signale zeigen doch ganz klar, das Thema ist noch lange nicht vom Tisch“, erläutert Gellert. (cf)

