Griechenland kurz vor dem Austritt aus der Euro Zone?
In diesem Thema wurden schon 0 Auszeichnungen vergeben!
Dieses Thema wurde 10380 mal besucht und hat 34 Antworten.

- 1
- 2


Griechenland kurz vor dem Austritt aus der Euro Zone?
Zitat
Die griechische Regierung hat „kategorisch“ Gerüchte über einen Ausstieg des Landes aus dem Euro dementiert. „Der Bericht über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone ist falsch“, sagte Finanzstaatssekretär Filippos Sachinidis am Freitag. Eine Quelle aus dem Umfeld von Regierungschef Giorgos Papandreou warnte: „Derartige Berichte untergraben die Bemühungen Griechenlands und dienen nur den Spekulanten.“
Das französische Finanzministerium bezeichnete einen entsprechenden „Spiegel Online“-Bericht als „vollkommen frei erfunden“. Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker dementierte, dass für den Abend eine Krisensitzung zu dem möglichen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone geplant sei, wie sein Sprecher Guy Schüller sagte. In deutschen Regierungskreisen hieß es, ein Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone „stand und steht nicht an“.
Gerüchteküche brodelt
Zuvor hatte „Spiegel Online“ gemeldet, dass griechische Politiker darüber nachdenken würden, ihr Land aus der Euro-Zone zu lösen. Auf entsprechende Signale hin habe die EU-Kommission die Euro-Finanzminister zu einem Sondertreffen am Abend in Luxemburg geladen. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wolle dem Bericht zufolge die Griechen unter allen Umständen von dem Schritt abhalten. Eine interne Vorlage seines Ministeriums warne vor katastrophalen Folgen eines Austritts Griechenland.
Bereits vor einigen Tagen war die EU-Kommission Marktgerüchten entgegen getreten, Griechenland plane eine Umschuldung seiner Verbindlichkeiten. Brüssel hatte vor den „verheerenden Folgen“ eines solchen Schritts gewarnt. Auch die Europäische Zentralbank (EZB) lehnte eine Umschuldung ab.
Griechenland droht Deutschland
Quelle: PORT 01
Zitat
Griechenland droht Deutschland
Steinwürfe, Umsturz-Parolen, Blockaden: Die Griechen haben die Nase voll vom Spar-Programm der Regierung. Doch die Wut richtet sich vermehrt auch gegen Deutschland. Die Bürger Griechenlands zieht es wieder auf die Straße. Sie demonstrieren, um ihrer Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen, während Ministerpräsident Georgios Papandreou mit Europa um neue Milliarden für sein Pleite-Land verhandelt.
Doch die Demonstrationen richten sich nicht nur gegen die Maßnahmen im eigenen Land. Unter der protestierenden Masse in Athen war auch ein Hakenkreuz-Plakat zu finden, auf dem stand: „Die EU ist die Krönung aus UdSSR-Zentralismus und Glühbirnen-Faschismus“. Ein anderes Plakat mit der Überschrift „Deutsche Skandale“ zeigte ein Foto von Kanzlerin Merkel.
Einige Griechen gingen einen noch radikaleren Weg: So wurde eine Gruppe deutscher Bundestagsabgeordneter Mitte Mai in Griechenland übel beschimpft: „Falls sie unser Land nicht stützen“, sagte die sozialistische Pasok-Abgeordnete Maria Skrafnaki den Besuchern aus Berlin, „blüht ihren Landsleuten dasselbe wie während des Zweiten Weltkrieges auf Kreta!“ Parlamentspräsident Philippos Petsalnikos soll Deutschland ebenfalls beschimpft haben.
Die griechische Bevölkerung fordert die Regierung auf, dass der schwer verschuldete Staat seine Gläubiger nicht mehr bezahlt. Der IWF (Internationale Währungsfonds) hingegen fordert von Griechenland ein neues Sparprogramm und die Einrichtung einer „Treuhandanstalt“, die Staatsbesitz verkaufen soll.
Und obwohl die Griechen die bisherigen Sparauflagen nicht erfüllt haben, sollen sie neues Geld bekommen: Zwölf Milliarden Euro EU-Hilfe sind für Anfang Juli so gut wie zugesagt. Aber auch diese Summe ist aller Wahrscheinlichkeit nicht ausreichend, um Griechenland wieder auf die Beine zu helfen.
Doch in Berlin weigert man sich, Endloshilfen zu zahlen. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) sagte: „Griechenland bemüht sich. Die Anstrengungen reichen aber nicht aus. Wir müssen Griechenland mit harter Hand auf den Weg der Solidität führen. Hilfen wird es nur geben, wenn Griechenland weitere enorme Sparanstrengungen unternimmt.“
Krise in Griechenland "Keine Führung, alles löst sich auf"
Zitat
Verzweifelte Beamte wissen nicht mehr, was sie machen sollen, Bürger prügeln auf Journalisten ein, viele fürchten um die Zukunft ihres Landes: Premierminister Papandreou wollte mit einer Kabinettsumbildung seine Mehrheit retten, doch er hat die Kontrolle über seine Mannschaft verloren - und über Griechenland. Schon braut sich neues Unheil zusammen.
Der griechische Journalist Tasos Telloglou hütete am Donnerstag noch das Krankenbett, am Tag zuvor war er in Athen zusammengeschlagen worden. Ein Angreifer hatte ihn übel zugerichtet, er verlor das Bewusstsein. Erst hieß es, Anarchisten hätten den prominenten TV-Mann am Rand der Demonstrationen am Syntagma-Platz erkannt. Die griechischen Anarchisten mischen mit vermummten Gesichtern gern Protestzüge auf. Telloglou aber sagt, er sei zuerst von rund 30 Leuten beschimpft worden, wütenden Staatsdienern vor allem. Danach habe einer aus der Menge zugeschlagen - maskiert war der Angreifer nicht.
Griechenland ist außer Kontrolle. Normale Bürger prügeln auf Journalisten ein, und andere, die so etwas nie tun würden, fürchten um die Zukunft ihres Landes. Ein Beamter in einem Athener Ministerium sagte der Süddeutschen Zeitung: "Wir wissen hier gar nicht, was wir eigentlich machen sollen, es gibt keine Führung mehr." Der verzweifelte Mann fügte hinzu: "Alles löst sich auf."
Auch Giorgos Papakonstantinou, immerhin bislang als Finanzminister einer der wichtigsten Ansprechpartner der europäischen Geldgeber, hatte offenbar keine Ahnung, was aus ihm werden soll, als sein Premier Giorgos Papandreou am Mittwoch die griechische Öffentlichkeit damit überraschte, dass er eine neue Regierungsmannschaft aufstellen wolle.Die Kabinettsumbildung sollte offenbar ein Befreiungsschlag für den angeschlagenen Premier werden.
Aber schon am Donnerstagmorgen war klar, dass der Kapitän das Kommando über seine Mannschaft verloren hat. Evangelos Venizelos, bislang Verteidigungsminister und ein Schwergewicht im Kabinett, ließ wissen, er wolle einer neuen Regierung nicht mehr angehören. Giorgos Floridis, ein Ex-Vizefinanzminister mit beträchtlichem Ansehen, gab gleich seinen Austritt aus der Regierungsfraktion bekannt. Politiker aller Parteien hätten versagt, schrieb er an den Parlamentspräsidenten. "Anstatt Alarm zu schlagen, haben die Parteien sich darauf verlegt, ihre eigenen kleinlichen Rechnungen aufzumachen." Floridis fügte hinzu: "Es gibt keine deutlicheren Anzeichen für ein verbrauchtes politisches System."
Von Floridis heißt es, Papandreou habe ihn noch zu besänftigen versucht, einen Kabinettsposten soll er ihm in Aussicht gestellt haben. So als habe eine Kettenreaktion begonnen, trat noch ein zweiter Parlamentarier, Ektoras Nasiokas, aus der Fraktion aus. Weil die beiden Abtrünnigen aber Platz für Nachrücker machen, schrumpfte Papandreous schmale Mehrheit von fünf Sitzen in dem 300-köpfigen Parlament vorerst nicht weiter zusammen. Doch auch das spielte an diesem dramatischen Donnerstag in Athen schon kaum mehr eine Rolle.
Denn am Mittag braute sich bereits neues Unheil zusammen. Der Termin für die von Papandreou angekündigte Kabinettsumbildung verstrich denn auch erst einmal. Stattdessen berief seine Pasok-Fraktion im Parlament eine Krisensitzung ein. Zuvor hatten 35 ihrer Mitglieder einen Brief der prominenten Abgeordneten und ehemaligen EU-Kommissarin Vasso Papandreou unterzeichnet. Damit erzwangen sie die Sondersitzung. "Über alles" müsse nun geredet werden, also auch über eine neue Führung von Partei und Regierung, hatte Vasso Papandreou zuvor verkündet.
Der Regierungschef wiederum hatte am Vorabend noch eine Vertrauensabstimmung im Parlament über das rigorose Sparprogramm angekündigt. Was die sozialistische Regierung - und ihre konservativen Vorgänger - aber jahrelang selbst vom Sparen hielten, das erfahren die Bürger nun fast tagtäglich aus den Medien.
So berichtete die Zeitung Makedonia jetzt von einem Spitzenbeamten im Rathaus von Thessaloniki, der über zehn Jahre hinweg 51 Millionen Euro aus dem Stadtsäckel für private Zwecke abgezweigt haben soll. Das Geld war eigentlich für die staatliche Sozialkasse bestimmt. Die hat - was nicht minder skandalös ist - nie nachgefragt, wo die ausstehenden Beiträge bleiben.
Zum gleichen Thema auch die BILD Zeitung von heute:
Quelle:BILD Zeitung
Zitat
Die Griechenland-Krise gerät außer Kontrolle.
REISSEN DIE GRIECHEN GANZ EUROPA IN DEN ABGRUND?
Massenproteste und Griechenland-Krise: Premier bietet Rücktritt an Griechenland-Krise Premier Papandreou bietet Rücktritt an Rettung spaltet Europa Wäre Griechen-Pleite wirklich schlimm?
Die Fakten machen Angst.
• Griechenlands Premierminister Georgios Papandreou kämpft ums politische Überleben, kriegt womöglich keine Parlamentsmehrheit für das neue Sparprogramm. Aber ohne Spar- und Privatisierungsprogramm gibt es kein neues Kreditpaket von Europäischer Union und Internationalem Währungsfonds.
Im Klartext: Politisch gelähmt taumelt Griechenland auf die völlige Staatspleite zu. Bei einem „ungeordneten Staatsbankrott“, so die meisten Experten, seien die Folgen aber unabsehbar.
• Die National Bank of Greece (NBG) hat in den vergangenen Monaten 4,8 Milliarden heimische Staatsanleihen abgestoßen. Zu Beginn der Krise vor einem Jahr hatte die Bank noch griechische Staatsanleihen gekauft.
• Prompt sackte der Eurokurs gestern weg, Allzeit-Tief gegenüber dem Schweizer Franken, der immer mehr zur Fluchtwährung wird.
• Auch auf der anderen Seite des Atlantiks wird Alarm geschlagen. Die US-Einlagensicherungsbehörde FDIC gestern: Wegen der Kreditqualität einer Reihe von Ländern und des Engagements einiger Geldhäuser dort sei man „tief besorgt“. Eine Schockwelle wie nach der Lehman-Pleite Ende 2008 sei zu befürchten.
• Und: Auf dem (vorläufigen) Höhepunkt der Krise liegen die beiden wichtigsten EU-Partner über Kreuz: Deutschland und Frankreich.
Heute kommt Staatspräsident Nicolas Sarkozy nach Berlin, will mit Kanzlerin Angela Merkel über die Griechen-Rettung verhandeln.
Problem: Merkel will unbedingt eine Beteiligung der privaten Gläubiger (u.?a. Banken, Versicherungen) am nächsten Rettungspaket – und spielt auf Zeit, will ein neues Rettungspaket erst im September.
Sarkozy dagegen will eine schnelle Einigung – und nimmt lieber Rücksicht auf die französischen Banken, die mit einer Kostenbeteiligung die europaweit größten Probleme hätten.
Wirtschaftsminister Philipp Rösler sagte BILD: „Die Krise in Griechenland darf nicht zu einer Krise der EU werden. Vom Binnenmarkt hängen viele Jobs ab. Deshalb ist es wichtig, dass Griechenland seine Hausaufgaben macht und weitere Reformen auf den Weg bringt.“
Vor lauter Crash-Angst knickte gestern der Internationale Währungsfonds (IWF) erstmals ein, will nun die nächste Tranche des ersten Hilfspakets (12 Mrd. Euro) bereits auszahlen, bevor endgültig über das nächste Sparprogramm entschieden ist. Anders als bislang gefordert.
Aber mehr als ein paar Wochen Luft würde das in keinem Fall bringen?...
Journalisten warnen vor einer Revolution ...
Zitat
SHOWDOWN IN ATHEN!
Um 6 Uhr heute früh hat in Athen der 48 Stunden-Streik begonnen. Die Griechen legen ihr Land lahm. Fluglotsen streiken, der öffentliche Apparat steht still, Krankenhäuser versorgen nur akute Notfälle. Der öffentliche Nahverkehr liegt lahm. Einzige Ausnahme: Busse und Bahnen, die die Griechen vor das Parlament fahren sollen – zum Riesen-Aufstand gegen das Sparpaket!
Die Bevölkerung ist auf den Barrikaden. Die Polizei in Alrambereitschaft. Man rechnet mit heftigen Auseinandersetzungen – mit Randalen.
DIE WOCHE DER WAHRHEIT
DENN: Diese Woche müssen die Griechen entscheiden, ob sie sich selbst vor der Pleite bewahren wollen. Am Mittwoch stimmt das Parlament über die Ziele des von Ministerpräsident Georgios Papandreou vorgelegten Sparplans ab, am Donnerstag über das Gesetz selbst.
Entscheidung dringend notwendig!
Denn: Rebellieren sie, bleiben die so dringend benötigten 12 Rettungs-Milliarden aus EU und IWF aus. Und dann wird es dunkel in Athen!
Damit am Donnerstag die rettende Entscheidung fällt, macht die Regierungs-Partei im Vorfeld ordentlich Druck. Die Mehrheit von Papandreous sozialistischer Pasok-Partei (155 von 300 Sitzen) ist hauchdünn. Drei Abgeordnete haben bereits signalisiert, dass ihre Stimme nicht sicher ist.
Und die konservative Opposition? Die weigert sich vehement, Papandreous Pläne mitzutragen.
„Sollte das Parlament gegen den Plan stimmen, würde dies das Land am nächsten Tag in große Schwierigkeiten stürzen, in Bankrott und Zahlungsausfall”, erklärte Verteidigungsminister Panos Beglitis dem Fernsehsender „Skai TV“ noch einmal eindringlich.
Sein Gefühl für Donnerstag: „Es gibt Sorgen, es gibt Angst, aber unterm Strich gibt es eine gemeinsame Basis in der Pasok-Fraktion, die gemeinsame Verantwortung anzunehmen.”
Was, wenn es doch nicht klappt?
Dann drohen Neuwahlen – von Beglitis schlichtweg als „Katastrophe“ bezeichnet. Denn die nächsten 12 Milliarden werden Anfang Juli dringend benötigt, um Ausfälle zu vermeiden. Neuwahlen könnten aber in dem engen Zeitrahmen niemals organisiert werden.
Papandreous ehrgeiziges Sparprogramm sieht bis 2015 immerhin Abstriche von 28,4 Milliarden Euro vor, allein in diesem Jahr 6,4 Milliarden – die Griechen haben dafür kein Verständnis. Eine aktuelle Umfrage zeigt: Drei Viertel der elf Millionen Griechen wollen nicht sparen.
WAS KOMMT DANN?
BILD-Reporter sprachen mit renommierten griechischen Journalisten in Athen über die nächsten Tage und Stunden, die vielen nur noch Angst machen.
Top-Journalist Takis Michas (schreibt u. a. für Wall Street Journal) warnt sogar vor einer Übernahme der Mafia, falls das Sparpaket kippt.
Michas zu BILD: „Wenn Recht und Ordnung zusammenbrechen sollten, gibt es nur eine Gruppe von Menschen, die dazu in der Lage ist, das Ruder zu übernehmen. Das ist die organisierte Kriminalität. Diese Leute haben Waffen, und sie haben Macht. Sie werden dann das Geschehen steuern. Genau das würde passieren. Das kann man überall auf der Welt beobachten: Wenn der Staat zusammenbricht, dann ist das Ergebnis keine Revolution im klassischen Sinne. Stattdessen übernehmen organisierte Banden die Macht. Das passiert in Lateinamerika, in Afrika, überall.“
Michas ist ein scharfer Kritiker des griechischen Staates wie er bisher funktioniert. Er schreibt derzeit an einem Buch über das Griechen-System (BILD berichtete), sagt: „Ich glaube nicht, dass sich wirklich etwas verändert hat. Erst vor ein paar Tagen habe ich von einem Inhaber einer Bäckerei gehört: Er musste soviel Papierkram erledigen, dass er am Ende entnervt 200 Euro Schmiergeld bezahlt hat. Dann hat ihn die Behördenchefin gefragt: Warum zahlen Sie denn nicht gleich?"
Auch der öffentliche Sektor seit weiterhin völlig aufgebläht. Michas: „Da wird so wenig gekürzt, weil die Politik all ihre Freunde da versammelt hat."
Auch andere Journalisten in Griechenland glauben an Konsequenzen durch die Abstimmungen über das Sparpaket im Parlament. Liana Spyropoulou von der linken Tageszeitung „Elefthoperia" zu BILD:
„Wenn die Parlamentarier das Sparpaket einfach durchwinken, ist die Situation unkontrollierbar. Griechenland ist schon jetzt bankrott, das sollten die Politiker endlich verstehen. Wir hätten schon viel früher die Drachme wieder einführen sollen.“
Spyropoulou weiter: „Es gibt keine andere Möglichkeit mehr als die Revolution. Wir haben eine Regierung, die nicht auf die Menschen hört, sie beschließt Sparmaßnahmen, die alle arm machen. Die Mittelklasse wird verschwinden. Ja, ich hoffe auf eine Revolution.“
George Tzogopoulos vom Rechercheinstitut „Eliamep" hat dagegen weiterhin Hoffnung in die griechische Politik. Tzogopoulos zu BILD:
„Ich denke nicht, dass die Abstimmung fehlschlagen wird. Es stimmt, viele Reden über Revolution, aber wir sind immer noch eine Demokratie. Demonstrationen sind noch lange keine Revolution. Ich glaube, dass die griechischen Politiker im Sinne ihres Landes handeln werden.“
WO BLEIBT DIE EINSICHT?
Die Woche, in der sich die Griechen für Einsparungen von 28,4 Milliarden Euro bis 2015 entscheiden müssen, begann mit einem Spar-Eklat. Denn: Am Samstagabend wurden die „Special Olympics World Games“ in Athen eröffnet und bei der pompösen Auftakt-Gala die Millionen nur so in die laue Sommerluft geblasen.
70 Millionen Euro gibt der Pleite-Staat für die Sport-Veranstaltung aus – das ist immerhin doppelt so viel wie die vorherigen Austragungsorte China und Irland investiert hatten!
WIE PASST DAS ZUM SPAR-PROGRAMM...
Radikallösung?
Bisher wollten Politiker eine Pleite Griechenlands um jeden Preis vermeiden. Anscheinend gilt diese Maxime nicht mehr. Laut einem Zeitungsbericht bereiten die Euro-Staaten einen Schuldenschnitt vor. Sie gingen damit ein hohes Risiko ein.
Griechenland könnte nach einem Zeitungsbericht mit Hilfe der Euro-Länder über ein umfangreiches Rückkaufprogramm von Staatsanleihen zu Dumpingpreisen geholfen werden. Diskutiert werde ein Konzept, wonach der griechische Staat auf dem Sekundärmarkt Staatsanleihen zurückkauft und dafür im Durchschnitt 50 Prozent des Nominalwertes zahlt, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Mittwoch. Das Geld für den Rückkauf der Bonds solle über den Euro-Schutzschirm EFSF kommen. Ein solcher Schritt würde eine Art Schuldenschnitt bedeuten. Der Zeitung zufolge wäre eine Mehrheit der Euro-Länder bereit, in diesem Zusammenhang auch zu akzeptieren, dass die Anleihen zeitweise als „teilweiser Zahlungsausfall“ eingestuft würden. Das würde vor allem die griechischen Banken treffen. Deshalb wollen die Staaten Geld bereitstellen, um den Instituten zu helfen, schreibt die Zeitung.
Die hohe Staatsverschuldung ist neben der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft das Hauptproblem Griechenlands. Ökonomen fordern schon seit längerem einen Schuldenschnitt. Ein solcher Schritt könnte das Vertrauen der Investoren wieder herstellen. Aus Sicht der Finanzmärkte ist ein Schuldenberg von 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht tragbar. Sie leihen Athen deswegen kein Geld mehr, weil sie allen Beteuerungen der Politik zum Trotz mit einem Schuldenschnitt rechnen, der ihnen hohe Verluste bescheren würde. Eine Umschuldung könnte deswegen der wichtige Befreiungsschlag sein, um die Unsicherheit zu beseitigen. Die Euro-Staaten hatten einen solchen Schritt aber bisher kategorisch abgelehnt. Sie fürchten, dass in diesem Fall auch andere Länder mit hohen Schulden in Schwierigkeiten geraten und dass es zu einer neuen Bankenkrise kommen könnte.
Rehn nennt die Krise „systemisch“
Nun deutet sich eine neue Sichtweise an. Die Euro-Finanzminister hatten bei ihrem jüngsten Treffen angesichts der drohenden Staatspleite Griechenlands auch eine Umschuldung nicht mehr, wie früher, ausgeschlossen. Die EU-Staats- und Regierungschefs werden wegen der Krise womöglich am Freitag zu einem Sondergipfel in Brüssel zusammentreffen. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte, die Krise sei jetzt systemisch, also auf die gesamte Euro-Zone übergeschwappt. Die gesamte europäische Wirtschaft sei in Gefahr. Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte erklärt, es müsse schnell etwas geschehen, um wieder Vertrauen an den Finanzmärkten zu schaffen. Die Schuldentragfähigkeit Griechenlands müsse wiederhergestellt werden.
Commerzbank-Chef Martin Blessing warb für eine rasche Umschuldung. „Unsicherheit und Misstrauen unter den Anlegern haben sich in den vergangenen Tagen verschärft, deshalb muss eine andere Lösung für Griechenland her als immer neue Kreditpakete zu schnüren“, sagte Blessing der „Bild“-Zeitung
* Focus
Bisher wollten Politiker eine Pleite Griechenlands um jeden Preis vermeiden. Anscheinend gilt diese Maxime nicht mehr. Laut einem Zeitungsbericht bereiten die Euro-Staaten einen Schuldenschnitt vor. Sie gingen damit ein hohes Risiko ein.
Griechenland könnte nach einem Zeitungsbericht mit Hilfe der Euro-Länder über ein umfangreiches Rückkaufprogramm von Staatsanleihen zu Dumpingpreisen geholfen werden. Diskutiert werde ein Konzept, wonach der griechische Staat auf dem Sekundärmarkt Staatsanleihen zurückkauft und dafür im Durchschnitt 50 Prozent des Nominalwertes zahlt, berichtete die „Financial Times Deutschland“ am Mittwoch. Das Geld für den Rückkauf der Bonds solle über den Euro-Schutzschirm EFSF kommen. Ein solcher Schritt würde eine Art Schuldenschnitt bedeuten. Der Zeitung zufolge wäre eine Mehrheit der Euro-Länder bereit, in diesem Zusammenhang auch zu akzeptieren, dass die Anleihen zeitweise als „teilweiser Zahlungsausfall“ eingestuft würden. Das würde vor allem die griechischen Banken treffen. Deshalb wollen die Staaten Geld bereitstellen, um den Instituten zu helfen, schreibt die Zeitung.
Die hohe Staatsverschuldung ist neben der fehlenden Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft das Hauptproblem Griechenlands. Ökonomen fordern schon seit längerem einen Schuldenschnitt. Ein solcher Schritt könnte das Vertrauen der Investoren wieder herstellen. Aus Sicht der Finanzmärkte ist ein Schuldenberg von 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht tragbar. Sie leihen Athen deswegen kein Geld mehr, weil sie allen Beteuerungen der Politik zum Trotz mit einem Schuldenschnitt rechnen, der ihnen hohe Verluste bescheren würde. Eine Umschuldung könnte deswegen der wichtige Befreiungsschlag sein, um die Unsicherheit zu beseitigen. Die Euro-Staaten hatten einen solchen Schritt aber bisher kategorisch abgelehnt. Sie fürchten, dass in diesem Fall auch andere Länder mit hohen Schulden in Schwierigkeiten geraten und dass es zu einer neuen Bankenkrise kommen könnte.
Rehn nennt die Krise „systemisch“
Nun deutet sich eine neue Sichtweise an. Die Euro-Finanzminister hatten bei ihrem jüngsten Treffen angesichts der drohenden Staatspleite Griechenlands auch eine Umschuldung nicht mehr, wie früher, ausgeschlossen. Die EU-Staats- und Regierungschefs werden wegen der Krise womöglich am Freitag zu einem Sondergipfel in Brüssel zusammentreffen. EU-Währungskommissar Olli Rehn sagte, die Krise sei jetzt systemisch, also auf die gesamte Euro-Zone übergeschwappt. Die gesamte europäische Wirtschaft sei in Gefahr. Finanzminister Wolfgang Schäuble hatte erklärt, es müsse schnell etwas geschehen, um wieder Vertrauen an den Finanzmärkten zu schaffen. Die Schuldentragfähigkeit Griechenlands müsse wiederhergestellt werden.
Commerzbank-Chef Martin Blessing warb für eine rasche Umschuldung. „Unsicherheit und Misstrauen unter den Anlegern haben sich in den vergangenen Tagen verschärft, deshalb muss eine andere Lösung für Griechenland her als immer neue Kreditpakete zu schnüren“, sagte Blessing der „Bild“-Zeitung
* Focus
CSU will Schuldenländer aus Euro-Zone verbannen
Zitat
neuer Aufgaben im Verlauf des nächsten Jahres von 12 auf 24 Mitarbeiter verdoppeln.
Zitat
Proteste in Griechenland: Rote Linien für die Euro-Rettung
Nach Spiegel Infromationen soll bei der Bewältigung der Euro-Krise die CSU auf Konfrontationskurs zu Kanzlerin Angela Merkel (CDU) gehen. In einem Grundlagenpapier für ein Treffen des Präsidiums mit Europaexperten der Partei am kommenden Montag will die CSU rote Linien für die Euro-Rettung einziehen.
"Eine dauerhafte und unbegrenzte Haftungsgemeinschaft und Transferunion würde eine Vergemeinschaftung der Finanzpolitik bedeuten und den Charakter des europäischen Staatenverbunds entscheidend verändern", heißt es in dem Papier, das CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt und der Vizepräsident des bayerischen Landtags, Reinhold Bocklet, verfasst haben. Stattdessen fordert die CSU "die Ermöglichung eines Insolvenzverfahrens für Staaten und Banken der Euro-Zone".
Notorische Schuldensünder sollen die Währungsunion verlassen. "Ist ein Mitgliedstaat nicht gewillt, die Konvergenzkriterien dauerhaft zu erfüllen, besteht die Möglichkeit, die Euro-Zone zu verlassen", heißt es dazu in dem Papier.
Um die Sorge der Abgeordneten auszuräumen, dass sie bei der Euro-Rettung zu wenig mitsprechen können, will die Union einen neuen Großen EU-Ausschuss im Bundestag einrichten. Dieser soll nach den Überlegungen der Abgeordneten Peter Altmaier (CDU) und Stefan Müller (CSU) vorrangiger Ansprechpartner für die Bundesregierung sein.
Debatte über Mitspracherecht
Der neue Ausschuss könnte die Mitwirkungsrechte des Parlaments etwa bei der Gewährung von Garantien im Rahmen des europäischen Rettungsschirms EFSF und des Nachfolgers ESM wahrnehmen. "In beiden Fällen wäre eine Verfassungsänderung erforderlich", heißt es in einer Ideenskizze der Union. Besetzt werden soll das neue Gremium mit Vertretern der Fraktionsführungen, des bisherigen EU-Ausschusses sowie mit Haushalts- und Finanzpolitikern.
In CDU und FDP wird derzeit ein abgestuftes Mitspracherecht des Bundestages erwogen, das Abstimmungen nur bei Entscheidungen über neue Milliardenhilfen für Euro-Länder vorsieht, damit notwendige Maßnahmen zur Beruhigung der Märkte rasch umgesetzt werden können. Bei Routinebeschlüssen im Tagesgeschäft des Euro-Rettungsschirms könne es reichen, wenn der Haushaltsausschuss eingebunden wäre, hatte auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) vorgeschlagen.
Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) forderte die Abgeordneten zur Umsicht auf. Zwar entscheide das Parlament und nicht die Regierung über Art und Umfang der Mitsprachemöglichkeiten. "Wir müssen jedoch eine vernünftige Balance zwischen dem EFSF und dem berechtigten Bedürfnis der Mitsprache des Parlamentes bei der konkreten Arbeit des EFSF finden, so dass die Märkte keine Zweifel an der Handlungsfähigkeit Europas haben können", sagte Schäuble dem "Tagesspiegel am Sonntag". Unterstellungen, er wolle die Befugnisse des Bundestages aushöhlen, wies Schäuble zurück: "Ich bin mit Leib und Seele Parlamentarier."
EFSF-Chef rügt Haltung der Deutschen
Die Reform des EFSF war am 21. Juli von den EU-Staats- und Regierungschefs beschlossen worden. Der Rettungsfonds soll künftig auch Anleihen angeschlagener Euro-Länder aufkaufen können. Zudem soll er über Kredite bei der Stabilisierung von Banken unterstützend oder präventiv eingreifen können. In der Koalition gibt es große Bedenken, dass mit der EFSF-Reform die Rechte des Bundestags beschränkt werden könnten. Abgeordnete von Union und FDP fürchten, dass sich die Bundesregierung beim erweiterten EFSF eine Art Generalvollmacht für künftige Nothilfen sichern will - die Mehrheit der Koalition für die Reform des Rettungsschirms ist daher noch nicht sicher.
Laut EFSF-Chef Klaus Regling ist ein Ende der Schuldenkrise trotz aller Probleme in Sicht. "Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass die Krise in zwei bis drei Jahren vorbei ist", sagte er dem SPIEGEL. Voraussetzung dafür sei, dass die Länder ihren Spar- und Reformkurs fortsetzten. Die Währungsunion werde nicht auseinanderbrechen, weil starke und schwache Länder ein gemeinsames Interesse an ihrem Fortbestand hätten. "Das Risiko, dass der Euro aufgegeben wird, von wem auch immer, ist gleich null."
Heftig geht Regling mit seinen Landsleuten ins Gericht: "In Deutschland herrscht zum Teil Hysterie." Die Deutschen glaubten, dass alles immer nur schlimmer kommen könne. "Das stimmt aber nicht, die Zeichen stehen auf Besserung." In allen Ländern der Euro-Zone verbesserten sich die Fundamentaldaten. Für jedes Land der Währungsunion sei zudem ein Sparplan beschlossen worden, davon seien die USA noch weit entfernt. Das Personal seines Rettungsschirms will Regling wegen zahlreicher
Der Sparwille lässt nach
Zitat
Griechenland rauscht tiefer in die roten Zahlen als erwartet - und zeigt nach Ansicht der Troika wenig Reue. Italien verwässert seine Sparpläne - und setzt auf Luftbuchungen. Besorgniserregende Nachrichten für die Stabilität des Euro, EZB und EU versuchen gegenzusteuern.
Griechenland stürzt weiter ab, die Sorge um Italiens mangelnde Sparbereitschaft wächst, die europäischen Banken steuern auf eine neue Krise zu - an vielen Fronten lodert das Feuer in Euroland: Griechenland werde es trotz der europäischen Hilfspakete nicht schaffen - diese Angst wächst, genährt durch Hiobsbotschaften aus Athen.So verkündete Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos im Radio: "Zu Beginn der Sparprogramme sind wir davon ausgegangen, dass unsere Wirtschaft dieses Jahr um etwa 3,5 Prozent schrumpft. Unsere neueste Schätzung geht nun von einem Minus von mehr als 4,5 Prozent aus. Und wir müssen schauen, wo das noch hingeht."
Bockiges Sorgenkind
Auf jeden Fall wird es dahin gehen, dass die Griechen das mit der EU vereinbarte Sparziel auch in diesem Jahr verfehlen werden. Für zusätzliche Unruhe sorgte jetzt die Nachricht, dass die sogenannte Troika aus Athen abgereist ist. Die Experten von EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds sollen prüfen, ob die griechische Regierung die gemachten Zusagen erfüllt. Berichten zufolge sollen die Troika-Experten weitere Einsparungen gefordert haben, was von der Athener Regierung abgelehnt wurde.
Finanzminister Venizelos dementierte umgehend, auch die EU-Kommission versuchte abzuwiegeln. "Die Prüfkommission hat schon gute Fortschritte gemacht", verlas der Sprecher von EU-Finanzkommissar Rehn eine offizielle Erklärung, "aber sie hat Athen vorübergehend verlassen, um der Regierung Zeit zu lassen, technische Arbeiten am neuen Haushaltsplan abzuschließen."
Erneuter Wettlauf mit der Zeit
In zehn Tagen sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden. Und dann beginnt wieder ein Wettlauf mit der Zeit. Denn eine positive Bewertung der Experten ist die Voraussetzung für die Auszahlung der nächsten Tranche der Hilfskredite. Ende des Monats sollen eigentlich weitere acht Milliarden Euro an Athen überwiesen werden. Viel später darf es nicht werden, sonst droht das Land zahlungsunfähig zu werden.
Quelle und komplette Meldung: ARD
Game over - das Spiel ist aus
Quelle: Aktienboard
Zitat
Noch wird über die Rettung Griechenlands verhandelt. Die Stimmen mehren sich aber, die den Kampf gegen die Schulden als aussichtslos betrachten. Zumindest am Anleihemarkt vertraut kaum noch jemand auf das ausgehandelte EU-Hilfspaket. Die Kurse der griechischen Anleihen sind zuletzt auf neue Rekordtiefs gefallen. Die Verbindlichkeiten werden nur noch mit 40 Prozent ihres Nominalwerts gehandelt, das Rettungspaket sieht lediglich einen Schuldenerlass von 21 Prozent vor. Das Paket enthält auch andere Annahmen, die von der Realität ad absurdum geführt werden.
Unrealistische Annahmen
So wollte Athen die Effizienz bei der Steuererhebung verbessern und durch eine Reduzierung der hohen Außenstände (angeblich über 30 Milliarden Euro) seine Kassen füllen. Presseberichten zufolge gehören die meisten der Schuldner aber entweder dem Staat selbst oder sie sind bereits pleite. Ein Großteil der Forderungen dürfte damit nicht eintreibbar sein. Auch die geplanten Privatisierungserlöse von 50 Milliarden Euro sind utopisch. Wegen der depressiven Wirtschaftslage sind die Unternehmen kaum noch etwas wert. Die im Athex Composite Index (dem Pendant zum DAX) gelisteten 42 größten griechischen Firmen bringen es aktuell noch auf einen Börsenwert von rund 27 Milliarden Euro.
Da muss die griechische Regierung viel Tafelsilber in der Hinterhand haben, um auf die angestrebte Summe zu kommen. Aber selbst wenn das gelänge, ein tragfähiges Geschäftsmodell hat das Land damit immer noch nicht: "Trotz aller Sparbemühungen erhöhte sich das Haushaltsdefizit der Griechen in den ersten acht Monaten 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 22 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro. Dieses „Fass ohne Boden“ ist einfach nicht länger finanzierbar".
Chaos voraus?
Zuletzt gab es Spekulationen, dass im Bundeskanzleramt Vorbereitungen getroffen werden, wie man den Finanzsektor bei einer Pleite Griechenlands stabilisieren kann. Die hohen Abschreibungen, die dabei auf Banken und Versicherungen zukämen, würden sicherlich erst einmal Chaos auslösen. Sofern einem Schuldenschnitt ein Austritt aus dem Euro folgen würde, wäre das „Problem Griechenland“ aber gelöst (und nicht nur wieder in die Zukunft verschoben). Nach einem Schock für die Aktienmärkte könnte Ruhe einkehren - vorausgesetzt natürlich, dass man für die anderen Schuldenländer eine glaubhafte und nachhaltige Regelung zur Stabilisierung findet.
Rausschmiss Griechenlands
Ein Rausschmiss oder Austritt Griechenlands, je nach Standpunkt, wäre der Anfang vom Ende. Das Szenario: Das Vertrauen in den Euro bricht vollends zusammen. In China oder den USA stösst es ohnehin sauer auf, dass die starken Volkswirtschaften so ein kleines Land wie GR nicht retten und z.B. Euro Bonds einführen. Mal abgesehen von den Abschreibungen der Banken, Vericherungen, etc. deren Stützung fast genauso viel kosten wird, wie GR das Geld zu geben, wird ein dann zunächst (kurzfristig) erstarkter Euro die Exporte erschweren. Jüngstes Beispiel war gerade die Schweiz. Dann darf mit einem Domino Effekt gerechnet werden. Fliegt GR, wird dann auch möglicherweise Italien und/oder weitere die Euro Zone verlassen und wir kehren zur DM zurück. Wo die dann stehen wird, kann sich jeder selbst ausrechnen. Wieviel Geld Deutschland dann brauchen wird, um die DM dann unten zu halten, ebenfalls.
Ansonsten muss die Exportwirtschaft ja zwangslufig das Land verlassen. Das Unheil nimmt seinen Lauf. Soviel zu dieser Diskussion und dem IQ von Rösler...
mcd
Ansonsten muss die Exportwirtschaft ja zwangslufig das Land verlassen. Das Unheil nimmt seinen Lauf. Soviel zu dieser Diskussion und dem IQ von Rösler...
mcd
So soll es ablaufen ... für den Fall ..
Erklärung der griechischen Regierung ..
Freitagabend .. die Börsen in New York haben gerade geschlossen ..
Premierminister Papandreou würde in einer Erklärung verlesen ..
Halter griechischer Staatsanleihen würden nur noch 50 Prozent des Wertes zurückzuzahlen .. in einem Zeitraum von ca. 30 Jahren.
Der Umtauschkurs Euro = neue Drachme würde beispielsweise auf z.B. 1:10 festgelegt
Hierzu würden die "alten" Euroscheine speziell gestempelt
Die Euro-Scheine verlieren in Griechenland ihren Status als Zahlungsmittel.
Übrigens: Die Scheine haben ein "Y" vor der Seriennummer
Die Euromünzen erkennt man an den Motiven
Erklärung der griechischen Regierung ..
Freitagabend .. die Börsen in New York haben gerade geschlossen ..
Premierminister Papandreou würde in einer Erklärung verlesen ..
Halter griechischer Staatsanleihen würden nur noch 50 Prozent des Wertes zurückzuzahlen .. in einem Zeitraum von ca. 30 Jahren.
Der Umtauschkurs Euro = neue Drachme würde beispielsweise auf z.B. 1:10 festgelegt
Hierzu würden die "alten" Euroscheine speziell gestempelt
Die Euro-Scheine verlieren in Griechenland ihren Status als Zahlungsmittel.
Übrigens: Die Scheine haben ein "Y" vor der Seriennummer
Die Euromünzen erkennt man an den Motiven
Griechenlands Rausschmiss-unsere Unfähigkeit?
Hand aufs Herz: Griechenland, bzw. seine Schulden beherrschen seit Monaten die News. Und wir (der Rest der EU Staaten) beschäftigen uns lediglich mit deren Schulden. Ca. das 1,6 fache des GDP sollen sie betragen. Es ging und geht nur und ausschliesslich um das Management der Schulden. Wirkliche Hilfe ist das nicht. Und der dümmste Kommentar kam von dem Hannoverander Adoptivsohn: Dr.P.Rösler. Eine geordnete Insolvenz darf kein Tabu sein.
Schauen wir mal weiter Richtung Osten: Japan z.B. hat aktuell mehr als das 2 fache an Schulden von deren GDP und die Währung ist so hart, wie seit 30 Jahren nicht. (lt. World Factbook, www.cia.gov, 2010 Schuldenstand 197,5% v. GDP)
Also der Schuldenstand allein kann es nicht sein.
Natürlich nicht. Es geht um die Wirtschaftskraft und, das ist doch das deutscheste Thema aller Zeiten, um die Verwaltung.
Wenn Deutsche in Afghanistan für Ordnung sorgen sollen, warum kann dann Deutschland offensichtliche Defizite in der Verwaltung der Griechen keine Hilfe anbieten? Vielleicht schauen wir die Situation mal aus einem anderen Blickwinkel an.
mcd
Schauen wir mal weiter Richtung Osten: Japan z.B. hat aktuell mehr als das 2 fache an Schulden von deren GDP und die Währung ist so hart, wie seit 30 Jahren nicht. (lt. World Factbook, www.cia.gov, 2010 Schuldenstand 197,5% v. GDP)
Also der Schuldenstand allein kann es nicht sein.
Natürlich nicht. Es geht um die Wirtschaftskraft und, das ist doch das deutscheste Thema aller Zeiten, um die Verwaltung.
Wenn Deutsche in Afghanistan für Ordnung sorgen sollen, warum kann dann Deutschland offensichtliche Defizite in der Verwaltung der Griechen keine Hilfe anbieten? Vielleicht schauen wir die Situation mal aus einem anderen Blickwinkel an.
mcd
Euro-Aus für Athen kein Tabu mehr
Für Griechenland steht es erneut Spitz auf Knopf. Fließt kein Geld für im März fällige Anleihen und kommt der vereinbarte Schuldenschnitt nicht zu Stande, wird es auch nichts mit dem zweiten Hilfspaket von 130 Milliarden Euro. Das wäre das Ende der Euro-Mitgliedschaft, sagt ein Regierungssprecher.
Ohne das geplante zweite Rettungspaket droht Griechenland nach Ansicht der Regierung ein Ende der Euro-Mitgliedschaft. Der Vertrag über die Hilfen von 130 Milliarden Euro müsse dringend unterzeichnet werden, wenn Griechenland weiter Zugang zu den Märkten und der Gemeinschaftswährung haben wolle, sagte Regierungssprecher Pantelis Kapsis in einem Fernsehinterview. "Andernfalls sind wir raus aus dem Euro."
Die Verhandlungen über das neue Hilfspaket sind noch nicht abgeschlossen, neue Hilfszahlungen noch nicht endgültig unter Dach und Fach. So reisen Mitte Januar Vertreter des Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission nach Athen, um über die Details des Rettungspakets zu verhandeln, dass im Oktober vergangenen Jahres zwischen den Europäischen Staats- und Regierungschefs beschlossen wurde. Zu den Auflagen gehören etwa Rentenkürzungen. Sie dürften nur schwer durchzusetzen sein, da dem griechischen Volk bereits mit den Sparauflagen eines ersten Rettungspakets der internationalen Geldgeber viel abverlangt wurde.
Zugleich könnten sich neue Probleme mit den privaten Geldgebern, also den institutionellen Investoren wie Banken und Versicherungen, auftun. Im vergangenen Oktober war vereinbart worden, dass diese auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten und dem Land so 100 Milliarden Euro seiner Schulden erlassen sollten. Einzelne institutionelle Investoren in Deutschland zum Beispiel haben angekündigt, nicht auf ihre Forderungen verzichten zu wollen.
Womöglich reicht der vereinbarte Schuldenschnitt nicht
Zugleich mehren sich die Berichte, der bislang geplante freiwillige Schuldenschnitt in Höhe von 50 Prozent könnte nicht reichen, das Ziel betrage nun 70 bis 80 Prozent. Darauf dürften sich aber noch private Gläubiger nicht einlassen wollen. Das Finanzministerium in Athen wollte das angeblich höhere Ziel jedoch nicht bestätigen. Ziel seien "50 Prozent", heißt es immer wieder. Damit würde Athen nach den Worten von Finanzminister Evangelos Venizelos 100 Milliarden Euro seiner Schulden loswerden.
Nur wenn dieser Schuldenschnitt geregelt ist, kann das zweite Hilfsprogramm für Griechenland in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro in die Wege geleitet werden. Andernfalls wären neue Entscheidungen nötig. "Wie schmerzhaft sie sein könnten, darüber wollen wir nicht reden", hieß es in einem Kommentar des griechischen Fernsehens. Im besten Fall könnten dann die Gläubiger Athen nur noch die 14,5 Milliarden Euro für die im März fälligen Anleihen geben, darüber hinaus aber nichts mehr. Dann wäre das Land praktisch pleite.
* MM
Ohne das geplante zweite Rettungspaket droht Griechenland nach Ansicht der Regierung ein Ende der Euro-Mitgliedschaft. Der Vertrag über die Hilfen von 130 Milliarden Euro müsse dringend unterzeichnet werden, wenn Griechenland weiter Zugang zu den Märkten und der Gemeinschaftswährung haben wolle, sagte Regierungssprecher Pantelis Kapsis in einem Fernsehinterview. "Andernfalls sind wir raus aus dem Euro."
Die Verhandlungen über das neue Hilfspaket sind noch nicht abgeschlossen, neue Hilfszahlungen noch nicht endgültig unter Dach und Fach. So reisen Mitte Januar Vertreter des Internationalen Währungsfonds, der Europäischen Zentralbank und der Europäischen Kommission nach Athen, um über die Details des Rettungspakets zu verhandeln, dass im Oktober vergangenen Jahres zwischen den Europäischen Staats- und Regierungschefs beschlossen wurde. Zu den Auflagen gehören etwa Rentenkürzungen. Sie dürften nur schwer durchzusetzen sein, da dem griechischen Volk bereits mit den Sparauflagen eines ersten Rettungspakets der internationalen Geldgeber viel abverlangt wurde.
Zugleich könnten sich neue Probleme mit den privaten Geldgebern, also den institutionellen Investoren wie Banken und Versicherungen, auftun. Im vergangenen Oktober war vereinbart worden, dass diese auf 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten und dem Land so 100 Milliarden Euro seiner Schulden erlassen sollten. Einzelne institutionelle Investoren in Deutschland zum Beispiel haben angekündigt, nicht auf ihre Forderungen verzichten zu wollen.
Womöglich reicht der vereinbarte Schuldenschnitt nicht
Zugleich mehren sich die Berichte, der bislang geplante freiwillige Schuldenschnitt in Höhe von 50 Prozent könnte nicht reichen, das Ziel betrage nun 70 bis 80 Prozent. Darauf dürften sich aber noch private Gläubiger nicht einlassen wollen. Das Finanzministerium in Athen wollte das angeblich höhere Ziel jedoch nicht bestätigen. Ziel seien "50 Prozent", heißt es immer wieder. Damit würde Athen nach den Worten von Finanzminister Evangelos Venizelos 100 Milliarden Euro seiner Schulden loswerden.
Nur wenn dieser Schuldenschnitt geregelt ist, kann das zweite Hilfsprogramm für Griechenland in Höhe von insgesamt 130 Milliarden Euro in die Wege geleitet werden. Andernfalls wären neue Entscheidungen nötig. "Wie schmerzhaft sie sein könnten, darüber wollen wir nicht reden", hieß es in einem Kommentar des griechischen Fernsehens. Im besten Fall könnten dann die Gläubiger Athen nur noch die 14,5 Milliarden Euro für die im März fälligen Anleihen geben, darüber hinaus aber nichts mehr. Dann wäre das Land praktisch pleite.
* MM
Heute Entscheidung über Griechen-Pleite?
Premier Papadamos hat Koalitionsparteien ein Ultimatum gestellt
In Athen jagt eine Verhandlungsrunde über Sparmaßnahmen und Schuldenschnitt die nächste. Premier Lucas Papademos im Dauereinsatz. Und die Geduld geht nicht nur bei den internationalen Kreditgebern zu Ende. Auch Papademos will endlich Klarheit.
Deshalb haben er und die internationalen Kreditgeber den Koalitionsparteien ein Ultimatum gestellt: Bis zum Mittag sollen sie verkünden, ob sie dem gewaltigen Sparprogramm zustimmen. Papademos braucht innenpolitische Unterstützung für den Sparkurs.
Bis jetzt sieht es danach aber nicht aus. Die Stimmung ist mies. „Das Land kann sie (die Maßnahmen) nicht ertragen. Ich kämpfe mit jedem Mittel, um sie abzuwenden“, hatte der Chef der konservativen Partei Nea Dimokratia, Antonis Samaras, gestern nach fünf Stunden Gesprächen erklärt.
Der Vorsitzende der kleinen rechtsgerichteten Partei LAOS, Giorgos Karatzaferis, warnte vor einer „Revolution“ in der Gesellschaft.Der Politische Rat der sozialistischen Partei wollte noch in der Nacht darüber beraten, ob man das Sparpaket absegnen soll.
Griechenland steht gewaltig unter Druck: Wenn die Regierung die Pleite noch abwenden und neue Hilfe erhalten will, muss es weitere Einsparungen geben. Die Zeit drängt. Schon im März droht das finanzielle Aus.
Bisher haben sich die Parteivorsitzenden lediglich auf Maßnahmen verständigt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern. Dabei könnte es auch zu Lohnkürzungen kommen. Es soll Ausgabenkürzungen von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geben, das wären 3,3 Milliarden Euro.
An diesen Stellen haken die Verhandlungen rund ums Sparpaket noch: Die Forderungen der Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds nach Lohnkürzungen auch im privaten Sektor sowie die Entlassung von 15 000 Staatsbediensteten und weitere Rentenkürzungen. Diesen Plänen haben die Chefs der Sozialisten, Konservativen und der LAOS-Partei noch nicht zugestimmt.
Ihr Dilemma: Sagen sie nein, droht Griechenland die Pleite, denn dann gibt es kein zweites Rettungspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro. Sagen sie ja, ziehen sie sich die gesammelte Wut des griechischen Volkes zu. Für morgen ist bereits ein großer Streik geplant. Im April soll es Neuwahlen geben...
Nach BILD-Informationen ist im jüngsten Bericht der Troika über die Sparbemühungen Athens von „katastrophalen Zuständen“ die Rede. Die Sparvorgaben seien deutlich verfehlt worden.
Der Chef der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker schließt eine Pleite Griechenlands nicht aus. „Wenn wir feststellen sollten, dass alles schiefgeht in Griechenland“, so Juncker im „Spiegel“, „dann hieße das, dass im März die Pleiteerklärung erfolgt.“
Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos sagte: „Das Schicksal meines Landes steht auf Messers Schneide.“
* Bild
In Athen jagt eine Verhandlungsrunde über Sparmaßnahmen und Schuldenschnitt die nächste. Premier Lucas Papademos im Dauereinsatz. Und die Geduld geht nicht nur bei den internationalen Kreditgebern zu Ende. Auch Papademos will endlich Klarheit.
Deshalb haben er und die internationalen Kreditgeber den Koalitionsparteien ein Ultimatum gestellt: Bis zum Mittag sollen sie verkünden, ob sie dem gewaltigen Sparprogramm zustimmen. Papademos braucht innenpolitische Unterstützung für den Sparkurs.
Bis jetzt sieht es danach aber nicht aus. Die Stimmung ist mies. „Das Land kann sie (die Maßnahmen) nicht ertragen. Ich kämpfe mit jedem Mittel, um sie abzuwenden“, hatte der Chef der konservativen Partei Nea Dimokratia, Antonis Samaras, gestern nach fünf Stunden Gesprächen erklärt.
Der Vorsitzende der kleinen rechtsgerichteten Partei LAOS, Giorgos Karatzaferis, warnte vor einer „Revolution“ in der Gesellschaft.Der Politische Rat der sozialistischen Partei wollte noch in der Nacht darüber beraten, ob man das Sparpaket absegnen soll.
Griechenland steht gewaltig unter Druck: Wenn die Regierung die Pleite noch abwenden und neue Hilfe erhalten will, muss es weitere Einsparungen geben. Die Zeit drängt. Schon im März droht das finanzielle Aus.
Bisher haben sich die Parteivorsitzenden lediglich auf Maßnahmen verständigt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu verbessern. Dabei könnte es auch zu Lohnkürzungen kommen. Es soll Ausgabenkürzungen von 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geben, das wären 3,3 Milliarden Euro.
An diesen Stellen haken die Verhandlungen rund ums Sparpaket noch: Die Forderungen der Troika aus EU, EZB und Internationalem Währungsfonds nach Lohnkürzungen auch im privaten Sektor sowie die Entlassung von 15 000 Staatsbediensteten und weitere Rentenkürzungen. Diesen Plänen haben die Chefs der Sozialisten, Konservativen und der LAOS-Partei noch nicht zugestimmt.
Ihr Dilemma: Sagen sie nein, droht Griechenland die Pleite, denn dann gibt es kein zweites Rettungspaket in Höhe von 130 Milliarden Euro. Sagen sie ja, ziehen sie sich die gesammelte Wut des griechischen Volkes zu. Für morgen ist bereits ein großer Streik geplant. Im April soll es Neuwahlen geben...
Nach BILD-Informationen ist im jüngsten Bericht der Troika über die Sparbemühungen Athens von „katastrophalen Zuständen“ die Rede. Die Sparvorgaben seien deutlich verfehlt worden.
Der Chef der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker schließt eine Pleite Griechenlands nicht aus. „Wenn wir feststellen sollten, dass alles schiefgeht in Griechenland“, so Juncker im „Spiegel“, „dann hieße das, dass im März die Pleiteerklärung erfolgt.“
Griechenlands Finanzminister Evangelos Venizelos sagte: „Das Schicksal meines Landes steht auf Messers Schneide.“
* Bild
Politiker reden offen über Griechenlands Euro-Ende
Lange galt ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone oder eine Pleite als Tabuthema in Europas Hauptstädten. Das hat sich deutlich geändert. Bundesfinanzminister Schäuble hält eine Pleite für verschmerzbar
Die Eurozone ist nach den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für eine Staatspleite Griechenlands gewappnet. Auf die Frage, was passieren würde, wenn die Rettungsbemühungen scheitern sollten, sagte Schäuble dem ZDF: „Dann sind wir besser vorbereitet als vor zwei Jahren.“ Dennoch tue die Währungsgemeinschaft alles, um Griechenland zu retten. „Wir arbeiten sehr intensiv daran – die Europäischen Kommission und alle EU-Institutionen, um alles zu tun, um Griechenland zu helfen und wirtschaftlich voranzubringen.“
Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) forderte weitere Reformen von Griechenland, bevor das Wachstum mit neuen Investitionen gefördert werden könne. Dazu müsse Athen noch einiges voranbringen, sagte Kauder im Deutschlandradio. Bisher habe man nicht den Eindruck, dass die griechische Verwaltung in der Lage wäre, Hilfsgelder umzusetzen. Geldgeber müssten Investitionen rechtlich absichern können. Dazu fehle etwa ein Grundbuch und ein Katastersystem. Eine weitere Belebung der griechischen Wirtschaft durch Fördergelder würde Deutschland laut Kauder indes kein zusätzliches Geld kosten. Die Mittel dafür würden aus EU-Strukturfonds genommen.
Ausscheiden nicht ausgeschlossen
Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden schloss für den Fall mangelnder Reformanstrengungen im hoch verschuldeten Griechenland ein Ausscheiden des Landes aus der Eurozone nicht aus. Dies sei möglich, wenn das Land seine Sparpläne nicht umsetze, sagte er. Frieden fügte hinzu, die Währungsgemeinschaft müsse zwar alle Anstrengungen zu ihrem eigenen Erhalt unternehmen. Wenn Griechenland seine Reformzusagen jedoch nicht erfülle, müsse das Land die Eurozone verlassen. Athen müsse im Gegenzug für neue Finanzhilfen seine Reformversprechen umsetzen und sich dabei auch einer Überwachung durch die Geldgeber unterziehen, forderte Frieden.
Das Parlament in Athen hatte einem umfangreichen neuen Sparpaket zugestimmt. Während der Debatte gab es in Athen und Thessaloniki jedoch heftige gewaltsame Ausschreitungen bei Massenprotesten gegen die geplanten Sparmaßnahmen. Dutzende Menschen wurden bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten verletzt. Zudem gingen mehrere Gebäude in Flammen auf.
Lange galt ein Austritt Griechenlands aus der Eurozone oder eine Pleite als Tabuthema in Europas Hauptstädten. Das hat sich deutlich geändert. Bundesfinanzminister Schäuble hält eine Pleite für verschmerzbar
Die Eurozone ist nach den Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) für eine Staatspleite Griechenlands gewappnet. Auf die Frage, was passieren würde, wenn die Rettungsbemühungen scheitern sollten, sagte Schäuble dem ZDF: „Dann sind wir besser vorbereitet als vor zwei Jahren.“ Dennoch tue die Währungsgemeinschaft alles, um Griechenland zu retten. „Wir arbeiten sehr intensiv daran – die Europäischen Kommission und alle EU-Institutionen, um alles zu tun, um Griechenland zu helfen und wirtschaftlich voranzubringen.“
Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) forderte weitere Reformen von Griechenland, bevor das Wachstum mit neuen Investitionen gefördert werden könne. Dazu müsse Athen noch einiges voranbringen, sagte Kauder im Deutschlandradio. Bisher habe man nicht den Eindruck, dass die griechische Verwaltung in der Lage wäre, Hilfsgelder umzusetzen. Geldgeber müssten Investitionen rechtlich absichern können. Dazu fehle etwa ein Grundbuch und ein Katastersystem. Eine weitere Belebung der griechischen Wirtschaft durch Fördergelder würde Deutschland laut Kauder indes kein zusätzliches Geld kosten. Die Mittel dafür würden aus EU-Strukturfonds genommen.
Ausscheiden nicht ausgeschlossen
Luxemburgs Finanzminister Luc Frieden schloss für den Fall mangelnder Reformanstrengungen im hoch verschuldeten Griechenland ein Ausscheiden des Landes aus der Eurozone nicht aus. Dies sei möglich, wenn das Land seine Sparpläne nicht umsetze, sagte er. Frieden fügte hinzu, die Währungsgemeinschaft müsse zwar alle Anstrengungen zu ihrem eigenen Erhalt unternehmen. Wenn Griechenland seine Reformzusagen jedoch nicht erfülle, müsse das Land die Eurozone verlassen. Athen müsse im Gegenzug für neue Finanzhilfen seine Reformversprechen umsetzen und sich dabei auch einer Überwachung durch die Geldgeber unterziehen, forderte Frieden.
Das Parlament in Athen hatte einem umfangreichen neuen Sparpaket zugestimmt. Während der Debatte gab es in Athen und Thessaloniki jedoch heftige gewaltsame Ausschreitungen bei Massenprotesten gegen die geplanten Sparmaßnahmen. Dutzende Menschen wurden bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten verletzt. Zudem gingen mehrere Gebäude in Flammen auf.
Erste EU-Bank führt "Drachmen"-Klausel ein
Die Bank der Europäischen Union sichert sich gegen ein mögliches Euro-Aus von Griechenland ab!
Die Europäische Investitionsbank (EIB) vergibt im Auftrag der EU Kredite an griechische Unternehmen wegen der Euro-Krise inzwischen zu neuen Bedingungen. In den Verträgen wird festgelegt, dass auch nach einer möglichen Währungsumstellung zur Drachme die Kredite in Euro beglichen werden müssen.
Eine EIB-Sprecherin zu BILD: „Im Laufe der derzeitigen Staatsschuldenkrise wurden einige Standardklauseln von Aufsichtsbehörden und Marktteilnehmern angepasst. Diese gelten für alle Verträge und sehen vor, dass Kredite in der gleichen Währung zurückgezahlt werden, in der sie ausgezahlt wurden.“
Die EIB soll beim Wachstum in Griechenland helfen, vergab allein im vergangenen Jahr zinsgünstige Kredite im Wert von zwei Milliarden Euro für Wachstumsprojekte in dem Krisen-Land.
Auch private deutsche Geschäftsbanken hatten unlängst begonnen, sich in ihren Verträgen gegen ein Euro-Aus Griechenlands abzusichern.
Die Europäische Investitionsbank (EIB) vergibt im Auftrag der EU Kredite an griechische Unternehmen wegen der Euro-Krise inzwischen zu neuen Bedingungen. In den Verträgen wird festgelegt, dass auch nach einer möglichen Währungsumstellung zur Drachme die Kredite in Euro beglichen werden müssen.
Eine EIB-Sprecherin zu BILD: „Im Laufe der derzeitigen Staatsschuldenkrise wurden einige Standardklauseln von Aufsichtsbehörden und Marktteilnehmern angepasst. Diese gelten für alle Verträge und sehen vor, dass Kredite in der gleichen Währung zurückgezahlt werden, in der sie ausgezahlt wurden.“
Die EIB soll beim Wachstum in Griechenland helfen, vergab allein im vergangenen Jahr zinsgünstige Kredite im Wert von zwei Milliarden Euro für Wachstumsprojekte in dem Krisen-Land.
Auch private deutsche Geschäftsbanken hatten unlängst begonnen, sich in ihren Verträgen gegen ein Euro-Aus Griechenlands abzusichern.
Dramatische Umwälzung in Griechenland
Quelle: NZZ Online
Zitat
Die radikale Linke Syriza als eigentliche Gewinnerin der Wahlen
Bei den griechischen Parlamentswahlen ist die Nea Dimokratia zwar stärkste Kraft geworden. Eigentlicher Gewinner aber ist das Bündnis der Radikalen Linken Syriza, das den Sparkurs des Landes ablehnt und der ND dicht auf den Fersen ist. Das politische System, mit dem Griechenland seit 1974 funktionierte, ist nun komplett auf den Kopf gestellt.
Elena Panagiotidis, Athen
Auf der Plateia Korais in Athen, wo das Parteienbündnis der Radikalen Linken Syriza seinen Sitz hat, feierten die Anhänger in der Nacht zum Montag das überwältigende Ergebnis. Fast 17 Prozent der Stimmen konnte Syriza bei den Parlamentswahlen am Sonntag für sich verbuchen und ist damit zweitstärkste Kraft, ein Ergebnis, mit dem sie vielleicht nicht einmal selbst gerechnet hatten. Doch der Frust vieler Griechen mit den harten Sparmassnahmen hat kleinen Gruppierungen am linken und rechten Rand enormen Auftrieb gegeben.
Endergebnis am Mittag
Die Wahl stellte auch die Demoskopen aufgrund der hohen Zahl von Wechselwählern vor schwierige Aufgaben. Das amtliche Endergebnis soll am Mittag verkündet werden. Der Anteil der Nichtwähler lag bei über 35 Prozent. In manchen Orten wie im nordwestgriechischen Florina gingen nur rund ein Drittel der Wahlberechtigten zu den Urnen.
Denkzettel für etablierte Parteien
Die Wahl war von den meisten Politikern und Kommentatoren als «Schicksalswahl» apostrophiert worden, die den Kurs Griechenlands für die nächsten Jahrzehnte bestimmen werde – und über den Verbleib in der Euro-Zone entscheiden wird. Wie erwartet haben die Griechen den etablierten Parteien einen kräftigen Denkzettel verpasst. Die Tageszeitung Kathimerini sprach am Montag vom „historischen Zusammenbruch der regierenden Parteien“.
Stärkste Kraft ist nach Auszählung von 98 Prozent der Stimmen die konservative Nea Dimokratia (ND) unter ihrem Vorsitzenden Antonis Samaras geworden. Die letzten Umfragen vor zwei Wochen hatten ihr zwar herbe Verluste prognostiziert, aber noch bis zu 25 Prozent zugetraut. Jetzt kommt sie auf nur noch auf 18,96 Prozent.
Noch immer stärkste Partei
Sie ist damit immer noch stärkste Einzelpartei und erhält den Bonus von 50 Stimmen im 300 Sitze zählenden Parlament, was ihr 50 Bonus-Sitze beschert. Damit kann sie allerdings nicht allein regieren. Samaras kündigte am Abend an, eine Koalitionsregierung bilden zu wollen, was er im Wahlkampf bis zuletzt kategorisch ausgeschlossen hatte. „Wir sind bereit, die Verantwortung zur Bildung einer Regierung der nationalen Rettung zu übernehmen“, sagte er. Zudem will er den Rettungsschirm neu verhandeln.
Ob er eine Koalition mit der sozialistischen Pasok bilden kann, ist in der Schwebe. Die Pasok unter ihrem Vorsitzenden Evangelos Venizelos wurde von den Wählern brutal abgestraft und fiel auf 13,23 Prozent (41 Sitze). Damit würde die hauchdünne Mehrheit für eine Koalition, nach der es noch gegen Mitternacht ausgesehen hatte, wohl verfehlt.
Bei den Wahlen im Oktober 2009 hatte die Pasok in einem Erdrutschsieg noch 44 Prozent verbuchen können. Die Wähler geben hauptsächlich der Pasok die Schuld an der katastrophalen Wirtschaftslage des Landes und den massiven Steuererhöhungen, sowie Lohn- und Gehaltskürzungen. Bei seiner Stimmabgabe in Thessaloniki wurde Venizelos von Anwohnern mit den Worten „Diebe raus“ beschimpft. Venizelos sagte am Sonntagabend, dass eine Regierung der nationalen Einheit nötig sei.
Pasok auf dritten Platz verdrängt
Die Pasok wurde vom eigentlichen Gewinner der Wahlen, dem Linksbündnis Syriza, auf den dritten Platz verdrängt. Syriza fuhr 16,73 Prozent der Stimmen ein (52 Sitze), bei den Wahlen 2009 hatte die Partei erst 4,6 Prozent erzielt. Der mit 38 Jahren jüngste Parteivorsitzende des Landes, Alexis Tsipras, hat den Wählern ein Schuldenmoratorium versprochen und will das zweite Sparpaket kippen.
Die Gefahr, dass Griechenland die Euro-Zone verlassen könnte, tut Tsipras als Bluff ab. Tsipras sagte spät am Abend am TV, dass die Völker Europas sich nicht länger mit den barbarischen Rettungsaktionen abfinden könnten. Zu einem Linksbündnis, für das er während des Wahlkampfs und auch am Sonntag warb, wird es wohl nicht kommen. Die kommunistische KKE erlangte 8,46 Prozent (26 Sitze). Sie lehnt ein Bündnis mit anderen Linksparteien ab. Die Demokratische Linke unter Fotis Kouvelis kommt auf 6 Prozent (19 Sitze). Sie könnte für die Bildung einer Koalitionspartei von ND und Pasok von Bedeutung werden, auch wenn sich Kouvelis zunächst von dieser Idee distanzierte.
Sitzgewinne im rechten Spektrum
Im rechten Spektrum erzielten die populistischen «Unabhängigen Griechen» fast aus dem Stand 10,57 Prozent (33 Sitze). Die Partei war erst im Februar von dem ehemaligen ND-Abgeordneten Panos Kammenos gegründet worden. Dieser bezeichnete seine Partei am Sonntag als «Hurrikan, der die Parteien, die Sklaven der internationalen Kredithaien sind, zerstören wird».
Die neonazistische Chryssi Avgi zieht mit 6,96 Prozent ins Parlament (21 Sitze) ein. Ihr Vorsitzender Nikolaos Michaloliakos stiess in einer Pressekonferenz am Abend Drohungen gegen «Verräter» wie den ND-Chef Samaras aus. «Wir kommen», rief er, der «nationale Widerstand innerhalb und ausserhalb des Parlaments gegen die Junta des Memorandums» werde fortgesetzt. Griechische Journalisten, die nicht dem Befehl zum Aufstehen folgten, als der Vorsitzende der Chryssi Avgi den Raum betrat, wurden grob des Saales verwiesen, berichtete der Fernsehsender Skai. Infolge dessen seien nur ausländische Journalisten anwesend gewesen.
Damit sind sieben Parteien im Parlament vertreten. Die bis zum Montagmorgen dauernde Auszählung wurde für die kleinen Parteien zur Zitterpartie. Die rechtspopulistische Laos, die zeitweise an der Übergangsregierung unter Loukas Papadimos beteiligt war, verpasste den Einzug ins Parlament knapp. Auch die Ökologischen Grünen sowie die liberal ausgerichtete Demokratische Allianz der ehemaligen Aussenministerin und ND-Abgeordneten Dora Bakojannis verfehlten die notwendige 3-Prozent-Hürde. Die liberal orientierte Partei Drasi unter Stefanos Manos kam auf rund 1,7 Prozent.
Nun stellt sich die Frage, ob und wie schnell eine (stabile) Regierung zustande kommt. Als Vorsitzender der stärksten Partei wird ND-Chef Samaras am Montag von Staatspräsident Papoulias mit der Regierungsbildung beauftragt. Sollte es ihm nicht gelingen, die Regierung zu bilden, geht der Auftrag an die zweitstärkste Partei, also die Syriza. Neuwahlen sind ein mögliches Szenario. Die Wahl hat gezeigt, dass der Wunsch, die etablierten Parteien zu bestrafen, stark war. Eine reibungslose Regierungsbildung ist ausgeschlossen.
Wir zahlen keine Schulden zurück
Euro überlebt auch ohne Griechenland
Die Rating-Agentur Fitch hält einen Euro-Austritt Griechenlands für verkraftbar. Dies bedeute nicht das Ende der Gemeinschaftswährung. Derweil ist in Athen nun die Radikale Linke mit der Regierungsbildung beauftragt. Ihr Credo: Wir zahlen keine Schulden zurück.
Der Chef der Ratingagentur Fitch, Paul Taylor, glaubt auch im Falle eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone an ein Überleben der Währungsunion. "Griechenlands Austritt bedeutet nicht das Ende des Euro", sagte Taylor am Dienstag zu "Spiegel Online".
Besonders Deutschland habe ein fundamentales Interesse, dass die gemeinsame Währung erhalten bleibe. "Würde die D-Mark wieder eingeführt, würde sie im Vergleich zu anderen Währungen stark aufwerten", sagte Taylor. Das würde die Exportindustrie und damit den Motor der deutschen Wirtschaft schädigen. "Das wird Deutschland nicht zulassen - selbst wenn ein oder mehrere Länder den gemeinsamen Währungsraum verlassen."
Die Gründung einer europäischen Ratingagentur in Konkurrenz zu den weltweit dominierenden US-Bonitätswächtern S&P, Moody's und Fitch sieht Taylor skeptisch. "Ich habe nichts gegen Wettbewerb", sagte er. "Ich wundere mich nur darüber, wie viele Anhänger eine solche Agentur hat. Es scheint die Hoffnung zu geben, dass eine europäische Agentur bessere Ratings für Europa vergibt." Er glaube nicht, dass ein solch patriotischer Ansatz Vertrauen schaffe.
In Griechenland ist indes eine neue Regierung nicht in Sicht. Theoretisch kommen mehrere Konstellationen für Koalitionen infrage. Praktisch jedoch scheint es in dem Krisenland unmöglich, dass sich die bisher gemeinsam regierenden Konservativen und die Sozialisten mit populistischen Parteien vom rechten und linken Rand zusammenraufen. Allein können sie nicht weiterregieren und den von EU und internationalen Geldgebern aufgezwungenen Sparkurs fortsetzen - ihnen fehlen zwei Stimmen für eine Mehrheit im Parlament.
Neue Regierung nicht in Sicht - Linke will Streichung aller Schulden
Am Montag scheiterte der Chef der Konservativen, Antonis Samaras, bei dem Versuch, eine Mehrheit zusammenzuflicken. Seit Dienstag ist nun der Chef der Bündnisses der Radikalen Linken (Syriza), Alexis Tsipras, an der Reihe. Er hat von Staatspräsident Karolos Papoulias ein dreitägiges Sondierungsmandat erhalten.
Große Chancen werden ihm nicht eingeräumt. Denn die zweitstärkste Kraft, die ihren Stimmenanteil im Zuge der Euro-Wut vieler Griechen vervierfachen konnte, ist eine klassische Protestpartei. Außenpolitisch macht die antistalinistische linke Sammelbewegung die Rechnung ohne den Wirt. Ihr Vorschlag lautet: Wir bleiben im Euroland, aber wir zahlen keine Schulden.
Die Radikale Linke verweist darauf, dass endloses Sparen nicht das Allheilmittel in Europa sein könne. "Das erste was wir machen werden, ist die Neuaushandlung des Stabilisierungs- und Sparprogramms. Wir wollen die Streichung der Schulden. Wir wollen Wachstum", sagt der Abgeordnete Panagiotis Lafazanis. Mit der Forderung stehe man im übrigen nicht allein in Europa, immer mehr Politiker etwa in Frankreich hätten dies erkannt.
* MM
Die Rating-Agentur Fitch hält einen Euro-Austritt Griechenlands für verkraftbar. Dies bedeute nicht das Ende der Gemeinschaftswährung. Derweil ist in Athen nun die Radikale Linke mit der Regierungsbildung beauftragt. Ihr Credo: Wir zahlen keine Schulden zurück.
Der Chef der Ratingagentur Fitch, Paul Taylor, glaubt auch im Falle eines Austritts Griechenlands aus der Euro-Zone an ein Überleben der Währungsunion. "Griechenlands Austritt bedeutet nicht das Ende des Euro", sagte Taylor am Dienstag zu "Spiegel Online".
Besonders Deutschland habe ein fundamentales Interesse, dass die gemeinsame Währung erhalten bleibe. "Würde die D-Mark wieder eingeführt, würde sie im Vergleich zu anderen Währungen stark aufwerten", sagte Taylor. Das würde die Exportindustrie und damit den Motor der deutschen Wirtschaft schädigen. "Das wird Deutschland nicht zulassen - selbst wenn ein oder mehrere Länder den gemeinsamen Währungsraum verlassen."
Die Gründung einer europäischen Ratingagentur in Konkurrenz zu den weltweit dominierenden US-Bonitätswächtern S&P, Moody's und Fitch sieht Taylor skeptisch. "Ich habe nichts gegen Wettbewerb", sagte er. "Ich wundere mich nur darüber, wie viele Anhänger eine solche Agentur hat. Es scheint die Hoffnung zu geben, dass eine europäische Agentur bessere Ratings für Europa vergibt." Er glaube nicht, dass ein solch patriotischer Ansatz Vertrauen schaffe.
In Griechenland ist indes eine neue Regierung nicht in Sicht. Theoretisch kommen mehrere Konstellationen für Koalitionen infrage. Praktisch jedoch scheint es in dem Krisenland unmöglich, dass sich die bisher gemeinsam regierenden Konservativen und die Sozialisten mit populistischen Parteien vom rechten und linken Rand zusammenraufen. Allein können sie nicht weiterregieren und den von EU und internationalen Geldgebern aufgezwungenen Sparkurs fortsetzen - ihnen fehlen zwei Stimmen für eine Mehrheit im Parlament.
Neue Regierung nicht in Sicht - Linke will Streichung aller Schulden
Am Montag scheiterte der Chef der Konservativen, Antonis Samaras, bei dem Versuch, eine Mehrheit zusammenzuflicken. Seit Dienstag ist nun der Chef der Bündnisses der Radikalen Linken (Syriza), Alexis Tsipras, an der Reihe. Er hat von Staatspräsident Karolos Papoulias ein dreitägiges Sondierungsmandat erhalten.
Große Chancen werden ihm nicht eingeräumt. Denn die zweitstärkste Kraft, die ihren Stimmenanteil im Zuge der Euro-Wut vieler Griechen vervierfachen konnte, ist eine klassische Protestpartei. Außenpolitisch macht die antistalinistische linke Sammelbewegung die Rechnung ohne den Wirt. Ihr Vorschlag lautet: Wir bleiben im Euroland, aber wir zahlen keine Schulden.
Die Radikale Linke verweist darauf, dass endloses Sparen nicht das Allheilmittel in Europa sein könne. "Das erste was wir machen werden, ist die Neuaushandlung des Stabilisierungs- und Sparprogramms. Wir wollen die Streichung der Schulden. Wir wollen Wachstum", sagt der Abgeordnete Panagiotis Lafazanis. Mit der Forderung stehe man im übrigen nicht allein in Europa, immer mehr Politiker etwa in Frankreich hätten dies erkannt.
* MM
Griechenland und die Drachme - Es kann sehr schnell gehen
Griechenland steht vor Neuwahlen. Damit rückt ein Euro-Austritt in greifbare Nähe. manager magazin online sprach mit dem dem Chef des Think-tanks CEP Lüder Gerken darüber, wie ein solches Szenario aussehen könnte.
mm.de: Die Hoffnungen von Präsident Karolos Papoulias auf eine Technokratenregierung haben sich zerschlagen. Nun stehen Neuwahlen an, in denen die Kritiker des aktuellen Sparkurses den Sieg davon tragen könnten. Gesetzt den Fall, weitere von der Troika geforderte Reformen werden von einer neuen griechischen Regierung nicht umgesetzt, und die Kreditgeber drehen daraufhin den Geldhahn zu. Was würde passieren?
Gerken: Wenn keine Kredite mehr an den griechischen Staat fließen, kann der seine Schulden nicht mehr bedienen und müsste Insolvenz anmelden. Und damit würde auch die EZB ihre Geldversorgung für die griechischen Banken einstellen. Die Folge wäre, dass auch die Banken insolvent wären. Dann müsste relativ zügig eine neue Währung eingeführt werden, weil die Volkswirtschaft mit Geld versorgt werden muss.
mm: Dafür müsste Griechenland aber aus der Eurozone austreten?
Gerken: Der griechischen Regierung würde gar nichts anders übrig bleiben, als eine neue Währung einzuführen, wenn der Insolvenzfall eingetreten ist und kein Geld mehr von der EZB kommt. Die Wirtschaft braucht einen Geldzufluss.
mm: Ein Abschied vom Euro ist aber laut bestehender Rechtslage derzeit nur in Verbindung mit einem EU-Austritt möglich?
Gerken: Dass die Griechen auch die EU verlassen, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Da gibt es sicher Verhandlungsspielraum.
mm: Was hieße eine solche Insolvenz für den deutschen Steuerzahler? Es kursieren ja die unterschiedlichsten Milliardenbeträge.
Gerken: Die Höhe der Verluste hängt vom letztendlichen Schuldenschnitt ab. Gibt es den, sind die Kredite natürlich zu einem großen Teil weg. Anders sieht es mit den Targetforderungen der Bundesbank aus. Die sind nur dann weg, wenn das Eurosystem zerbricht. Ist dies nicht der Fall, hat ein Zahlungsausfall Griechenlands keine unmittelbaren Folgen für die Bundesbank, weil ihre Forderungen gegenüber der EZB bestehen, ebenso wie die Verbindlichkeiten der Griechen. Allerdings müssen die Verluste über das System der Zentralbanken ausgeglichen werden. Und daran hat Deutschland einen Anteil von 27 Prozent.
mm: Wie schnell könnte das Ganze gehen?
Gerken: Bislang zahlt Griechenland ja noch. Auch ist die aktuell anstehende Rate noch durch die Auszahlungen der letzten Woche gedeckt. Jetzt heißt es aus Griechenland, man sei spätestens Ende Juni zahlungsunfähig. Aber so etwas hörte man ja schon mehrfach - und dann sind doch wieder neue Mittel aufgetaucht. Man weiß es einfach nicht. Stellt der griechische Staat einmal seine Zahlungen ein, kann es allerdings sehr schnell gehen, bis die Liquiditätsversorgung zusammenbricht. Wie schnell, hängt aber von der EZB ab
"Ich fürchte, sie werden nachverhandeln"
mm: Der Wechsel in eine neue Währung nimmt aber doch Zeit in Anspruch.
Gerken: Es wäre denkbar, dass man erst einmal nur mit dem Buchgeld in eine neue Währung geht und gestempelte Euros zunächst weiter kursieren lässt, bis neues Geld gedruckt ist. Ich denke aber ohnehin nicht, dass es so weit kommt. Die Eurostaaten haben sich in der Vergangenheit so ins Obligo begeben, dass sie jetzt lieber gutes Geld schlechtem Geld hinterher werfen, statt einen Schlussstrich zu ziehen.
mm: Sie glauben also, dass die EU nachverhandelt?
Gerken: Das kann man heute nicht definitiv wissen. Ich fürchte aber, sie werden nachverhandeln. Und sie werden weiter nachgeben. Das war der Kurs der letzten zwei Jahre: Egal was es kostet, es darf niemand ausscheiden, weil man Angst hat vor den politischen Folgen.
mm: Ein Austritt Griechenlands wäre die bessere Alternative?
Gerken: Natürlich ist ein Austritt schmerzhaft. Aber er wäre sinnvoll, damit Griechenland wieder wettbewerbsfähiger werden kann.
mm: Einen Wachstumspakt, wie ihn viele in der EU propagieren, sehen Sie nicht als Lösung?
Gerken: In was soll man in Griechenland investieren? In noch mehr Straßen, die nicht gebraucht werden? Es muss lukrative Investitionsmöglichkeiten geben. Und da sieht es in Griechenland nicht so rosig aus
mm.de: Die Hoffnungen von Präsident Karolos Papoulias auf eine Technokratenregierung haben sich zerschlagen. Nun stehen Neuwahlen an, in denen die Kritiker des aktuellen Sparkurses den Sieg davon tragen könnten. Gesetzt den Fall, weitere von der Troika geforderte Reformen werden von einer neuen griechischen Regierung nicht umgesetzt, und die Kreditgeber drehen daraufhin den Geldhahn zu. Was würde passieren?
Gerken: Wenn keine Kredite mehr an den griechischen Staat fließen, kann der seine Schulden nicht mehr bedienen und müsste Insolvenz anmelden. Und damit würde auch die EZB ihre Geldversorgung für die griechischen Banken einstellen. Die Folge wäre, dass auch die Banken insolvent wären. Dann müsste relativ zügig eine neue Währung eingeführt werden, weil die Volkswirtschaft mit Geld versorgt werden muss.
mm: Dafür müsste Griechenland aber aus der Eurozone austreten?
Gerken: Der griechischen Regierung würde gar nichts anders übrig bleiben, als eine neue Währung einzuführen, wenn der Insolvenzfall eingetreten ist und kein Geld mehr von der EZB kommt. Die Wirtschaft braucht einen Geldzufluss.
mm: Ein Abschied vom Euro ist aber laut bestehender Rechtslage derzeit nur in Verbindung mit einem EU-Austritt möglich?
Gerken: Dass die Griechen auch die EU verlassen, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Da gibt es sicher Verhandlungsspielraum.
mm: Was hieße eine solche Insolvenz für den deutschen Steuerzahler? Es kursieren ja die unterschiedlichsten Milliardenbeträge.
Gerken: Die Höhe der Verluste hängt vom letztendlichen Schuldenschnitt ab. Gibt es den, sind die Kredite natürlich zu einem großen Teil weg. Anders sieht es mit den Targetforderungen der Bundesbank aus. Die sind nur dann weg, wenn das Eurosystem zerbricht. Ist dies nicht der Fall, hat ein Zahlungsausfall Griechenlands keine unmittelbaren Folgen für die Bundesbank, weil ihre Forderungen gegenüber der EZB bestehen, ebenso wie die Verbindlichkeiten der Griechen. Allerdings müssen die Verluste über das System der Zentralbanken ausgeglichen werden. Und daran hat Deutschland einen Anteil von 27 Prozent.
mm: Wie schnell könnte das Ganze gehen?
Gerken: Bislang zahlt Griechenland ja noch. Auch ist die aktuell anstehende Rate noch durch die Auszahlungen der letzten Woche gedeckt. Jetzt heißt es aus Griechenland, man sei spätestens Ende Juni zahlungsunfähig. Aber so etwas hörte man ja schon mehrfach - und dann sind doch wieder neue Mittel aufgetaucht. Man weiß es einfach nicht. Stellt der griechische Staat einmal seine Zahlungen ein, kann es allerdings sehr schnell gehen, bis die Liquiditätsversorgung zusammenbricht. Wie schnell, hängt aber von der EZB ab
"Ich fürchte, sie werden nachverhandeln"
mm: Der Wechsel in eine neue Währung nimmt aber doch Zeit in Anspruch.
Gerken: Es wäre denkbar, dass man erst einmal nur mit dem Buchgeld in eine neue Währung geht und gestempelte Euros zunächst weiter kursieren lässt, bis neues Geld gedruckt ist. Ich denke aber ohnehin nicht, dass es so weit kommt. Die Eurostaaten haben sich in der Vergangenheit so ins Obligo begeben, dass sie jetzt lieber gutes Geld schlechtem Geld hinterher werfen, statt einen Schlussstrich zu ziehen.
mm: Sie glauben also, dass die EU nachverhandelt?
Gerken: Das kann man heute nicht definitiv wissen. Ich fürchte aber, sie werden nachverhandeln. Und sie werden weiter nachgeben. Das war der Kurs der letzten zwei Jahre: Egal was es kostet, es darf niemand ausscheiden, weil man Angst hat vor den politischen Folgen.
mm: Ein Austritt Griechenlands wäre die bessere Alternative?
Gerken: Natürlich ist ein Austritt schmerzhaft. Aber er wäre sinnvoll, damit Griechenland wieder wettbewerbsfähiger werden kann.
mm: Einen Wachstumspakt, wie ihn viele in der EU propagieren, sehen Sie nicht als Lösung?
Gerken: In was soll man in Griechenland investieren? In noch mehr Straßen, die nicht gebraucht werden? Es muss lukrative Investitionsmöglichkeiten geben. Und da sieht es in Griechenland nicht so rosig aus
Verabschieden müssen wir uns von den Milliarden ...
Die Griechen vor dem Aus: Was kostet uns das?
.. der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias warnte nach dem Scheitern der Gespräche um eine Regierungsbildung mit Pathos in der Stimme, der Juni könne zu einem „Monat der Tragödie“ für das Land werden.
Das führte nicht nur dazu, dass die verunsicherten Griechen ihre Konten leerräumten, sondern auch zu sinkenden Kursen an den internationalen Börsen. Auch der DAX verlor deutlich. Eine übertriebene Reaktion der Anleger?
Zwar könnten für Griechenland schon bald die Lichter ausgehen. Aber müssen wir uns davor fürchten? Anders gefragt: Wie viel kostet uns ein Austritt des Pleitekandidaten aus der Euro-Zone wirklich?
Die Fakten: Es wird Neuwahlen geben in Griechenland. Der Termin steht fest: 17. Juni. Fast genauso sicher scheint, wer die Wahl gewinnen wird: Alles andere als ein deutlicher Erfolg von Alexis Tsipras wäre eine größere Überraschung. Der neue Politstar der Radikallinken will alle Spar- und Reformmaßnahmen auf Eis legen.
Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Die Renten sollen steigen, Banken und viele privatisierte Betriebe wieder verstaatlicht werden. Das Geld dafür will er nach eigenen Worten von den Reichen nehmen – wie auch immer.
Warme Worte für seine Wähler sind das, die nur eines wollen: Diejenigen in den Abgrund stoßen, die das ganze Land erst an den Rand des Abgrunds geführt haben. Emotional verstehen kann man das, rational ist es nicht
Was die angekündigte Politik eines Regierungschefs Tsirpas nämlich vermutlich wirklich für die Griechen bedeutete, wäre die umgehende Einstellung aller Hilfszahlungen von EU und IWF.
Dieses wiederum hätte sowohl die Pleite Griechenlands spätestens im Juli/August zur Folge als auch den Abschied Athens aus dem Euro. Das beschriebene Szenario noch zu verhindern, scheint unmöglich. Das bedeutet aber nicht viel in Griechenland und es ist ja noch etwas Zeit bis zum Showdown im Juni.
Denn eines muss man wissen: Tsirpas ist ein Radikaler, aber er ist auch ein machtbewusster Politiker und das heißt: er ist flexibel. Er könnte sich nach der Wahl auf einen Kompromiss mit den EU-Finanzministern einlassen
Die geben sich zwar jetzt knallhart, angeführt vom deutschen Finanzminister, doch was heißt das schon in Zeiten der Krise?
Wolfgang Schäuble sieht aktuell „überhaupt keinen Spielraum“, die bislang vereinbarten Sparziele aufzuweichen: „Das ist vereinbart und überhaupt nicht verhandelbar und wird auch nicht verhandelt.“
Dass man ihm genau dieses so nicht abnimmt und auch den Junckers und Barrosos immer weniger von dem glaubt, was sie täglich zu und über Griechenland in die Welt posaunen, macht die Situation erst so instabil und so beunruhigend für die Märkte.
Es geht ans Eingemachte
Gehen wir einmal davon aus, dass die Neuwahl am 17. Juni tatsächlich keine Regierung mit einem Mandat zur Fortsetzung des EU-IWF-Programms von Sparhaushalt und Strukturreform hervorbringt. Dann geht es für Athen ans Eingemachte in Sachen Euro. Kurz gesagt: Die Griechen gehen von selbst oder sie werden gegangen.
Beides hätte denselben Effekt: Da eine Auflösung des Landes nach der Staatsinsolvenz natürlich nicht zur Debatte steht, kann es im dann anstehenden Insolvenzverfahren eigentlich nur darum gehen, die Zahlungsfähigkeit des Landes wieder herzustellen. Das wird schwer genug.
Ein Schuldenschnitt, bei dem die Gläubiger ganz oder zu einem großen Teil auf ihr Geld verzichten müssen, ist eine Möglichkeit. Griechenland wäre auf unabsehbare Zeit von den Finanzmärkten abgeschnitten, neue Kredite gäbe es nicht mehr. Ohne diese könnte das Land seine laufenden Ausgaben kaum finanzieren.
Darunter leiden müssten insbesondere Beamte, Rentner und Arbeitslose. Der Tourismus, die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle des Landes, käme praktisch zum Erliegen.
Eine Pleite Griechenlands wäre aber auch für die Banken des Landes verheerend. Sie haben der Regierung bereits mehr als 50 Milliarden Euro geliehen, indem sie etwa griechische Staatsanleihen – also gewissermaßen die Schuldscheine des Landes – gekauft haben. Doch mit dem Bankrott wären diese Staatsanleihen schlagartig nichts mehr wert. Das Geld wäre größtenteils verloren, die Banken könnten sich selbst nicht mehr refinanzieren und stünden vor dem Kollaps.
Bereits jetzt kämpfen viele dieser Finanzinstitute ums nackte Überleben: Angesichts der chaotischen politischen Zustände im Land plündern offenbar immer mehr Griechen ihre Konten, weil sie fürchten, dass das Geld nach einer Umstellung auf die Drachme nichts mehr wert sein könnte – und bringen so die Banken selbst in Gefahr. Die griechische Zentralbank, wiederum gestützt von der EZB, muss mit immer neuen Notkrediten für die Institute in die Bresche springen.
Noch sind die Notenbanker bereit dazu, die milliardenschwere Rettungspolitik fortzusetzen. Doch gibt es bereits kritische Stimmen auch aus der EU, die es ablehnen, frisches Geld in ein Fass ohne Boden zu leiten.
Die Folgen für Europa
Eine Staatspleite Griechenlands würde den generellen Vertrauensverlust in den Euro verstärken. Wetten auf sein Auseinanderbrechen dürften neue Rekorde erreichen. Daran besteht kaum ein Zweifel. Auch würden Länder wie Irland, Portugal, Spanien oder Italien noch größere Schwierigkeiten bekommen, sich an den Finanzmärkten Geld zu leihen, ohne bei der Verzinsung enorme Risikoaufschläge zahlen zu müssen.
Zudem gerieten wieder viele europäische Banken ins Schlingern. Denn auch sie besitzen griechische Staatsanleihen in Milliardenhöhe, müssten dieses Kapital abschreiben – und würden eventuell dadurch überfordert. Besonders schlecht erginge es Banken in Italien und Spanien.
Fast zeitgleich am Donnerstag, als die Ratingagentur Fitch Griechenland erneut herabgestuft hat, senkte Moody's die Kreditwürdigkeit 16 spanischer Banken sowie einer britischen Tochter der Banco Santander um ein bis drei Stufen. Unter den betroffenen Finanzinstituten sind u.a. Santander, Banesto, BBVA, Unicaja Banco sowie die Caixabank. Die Analysten begründeten die Herabstufung mit der erneuten Rezession, der anhaltenden Immobilienkrise sowie der andauernd hohen Arbeitslosigkeit.
Die Ratings bei den herabgestuften Banken bewegen sich zwischen niedrigem Investmentgrad und der höchsten Stufe auf Ramschniveau. Bereits am Montag hatte Moody's die Bonität von 26 italienischen Banken herabgestuft, darunter die Großbanken Unicredit und Intesa Sanpaolo.
Doch nicht nur die Banken, auch die Euro-Staaten, die Griechenland im Rahmen des ersten Hilfspakets bereits Milliarden geliehen haben, müssten ein empfindliches Minus in Kauf hinnehme. Diese Milliarden wären verloren. Auch die der deutschen Steuerzahler.
Um wie viel es sich genau handelt, lässt sich berechnen: Aus den Hilfsprogrammen für Griechenland und den Anleihekäufen der EZB ergibt sich für die Euro-Zone ein Verlustrisiko von insgesamt 157 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil daran beträgt 37 Milliarden.
Aus dem Verrechnungssystem der Euro-Zentralbanken für den Zahlungsverkehr zwischen Banken (Target2) ergab sich Ende Januar 2012 ein Negativsaldo der griechischen Zentralbank von 107 Milliarden Euro. Das Defizit dürfte inzwischen weiter gestiegen sein. Fallen diese Forderungen aus, müsste Deutschland exakt 27 Prozent der Verluste übernehmen.
Trotz alledem gibt es eine stetig steigende Zahl von Befürwortern einer griechischen Staatspleite. Sie argumentieren, dass sich eine solche ohnehin nicht mehr verhindern lässt. Jeder weitere Kredit wäre danach Insolvenzverschleppung. Zudem seien die wirtschaftlichen Folgen größtenteils eingepreist. Diese Argumentation hat viel für sich, meine ich.
Denn im Grunde geht an den Märkten schon seit Monaten fast jeder Akteur von der baldigen Zahlungsunfähigkeit sprich Insolvenz der Griechen aus. Eine Abwärtsbewegung, eine Art Crash auf Raten, hat bereits stattgefunden. Panikartige Zustände wie nach dem Lehman-Debakel sind am „Tag X“ daher nicht zu erwarten. Banken und Finanzmärkte hätten sich längst auf einen solchen Schritt eingestellt, meint beispielsweise der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Meyer. Er hat recht damit.
MEIN FAZIT:
- So schlimm die Staatspleite auch zunächst für den griechischen Staat und den griechischen Bürger wäre, es ergäben sich daraus auch Chancen. Auch für Europa. Denn dauerhaft erhalten bleibt das politisch gewollte Währungskonstrukt wohl nur, wenn die Strukturreformen in den Peripherie-Ländern umgesetzt und die Schulden abgebaut werden. Kurzfristig tut dieser Weg uns allen weh, langfristig verspricht er Heilung.
- Verabschieden müssen wir uns von den Milliarden, die gen Griechenland geflossen sind. Die werden wir nicht wiedersehen. Die deutsche Wirtschaft ist aber stark genug, das auszuhalten.
- Allerdings wird es neues Geld für die Griechen geben müssen. Denn auch ein Athen außerhalb der Eurozone wird sich auf die Solidarität der europäischen Staatengemeinschaft verlassen können. Das birgt eine Gefahr: Kommen die Griechen dadurch schnell wieder auf die Beine, werden sich auch andere Völker überlegen – die Portugiesen etwa oder die Spanier – ob sie nicht ohne den Euro besser fahren. Das könnte zu einer Kettenreaktion führen.
- Kapitalanleger sollten derzeit Finanzinstitute meiden, vor allem Banken in Südeuropa. Die deutschen Finanzinstitute sind zwar wesentlich besser aufgestellt, werden aber auch weitere Abschläge hinnehmen müssen, wenn die Griechen am 17. Juni gegen den Euro stimmen.
- Dennoch muss man als Anleger nicht gleich die vermeintlich sichere aber renditearme „Fluchtburg“ Rententerminmarkt wählen. Noch scheint sogar eine Sommer-Rallye am Aktienmarkt möglich. Trotz des Griechenland-Chaos.
- Für eine endgültige Weichenstellung nach oben müssen aber die US-Börsen mitspielen. Die US-Notenbank tagt erst wieder am 20. Juni. Drei Tage nach der Entscheidung in Athen.
- Vielleicht werden dann die Weichen für eine weitere Runde der geldpolitischen Lockerung gestellt, die auch wieder DAX & Co. befeuern könnte. Noch näher an den US-Wahlkampf-Termin heranrücken wird die US-Notenbank sicher nicht
* Armin Brack
Chefredakteur Geldanlage-Report
.. der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias warnte nach dem Scheitern der Gespräche um eine Regierungsbildung mit Pathos in der Stimme, der Juni könne zu einem „Monat der Tragödie“ für das Land werden.
Das führte nicht nur dazu, dass die verunsicherten Griechen ihre Konten leerräumten, sondern auch zu sinkenden Kursen an den internationalen Börsen. Auch der DAX verlor deutlich. Eine übertriebene Reaktion der Anleger?
Zwar könnten für Griechenland schon bald die Lichter ausgehen. Aber müssen wir uns davor fürchten? Anders gefragt: Wie viel kostet uns ein Austritt des Pleitekandidaten aus der Euro-Zone wirklich?
Die Fakten: Es wird Neuwahlen geben in Griechenland. Der Termin steht fest: 17. Juni. Fast genauso sicher scheint, wer die Wahl gewinnen wird: Alles andere als ein deutlicher Erfolg von Alexis Tsipras wäre eine größere Überraschung. Der neue Politstar der Radikallinken will alle Spar- und Reformmaßnahmen auf Eis legen.
Arbeitsplätze sollen geschaffen werden. Die Renten sollen steigen, Banken und viele privatisierte Betriebe wieder verstaatlicht werden. Das Geld dafür will er nach eigenen Worten von den Reichen nehmen – wie auch immer.
Warme Worte für seine Wähler sind das, die nur eines wollen: Diejenigen in den Abgrund stoßen, die das ganze Land erst an den Rand des Abgrunds geführt haben. Emotional verstehen kann man das, rational ist es nicht
Was die angekündigte Politik eines Regierungschefs Tsirpas nämlich vermutlich wirklich für die Griechen bedeutete, wäre die umgehende Einstellung aller Hilfszahlungen von EU und IWF.
Dieses wiederum hätte sowohl die Pleite Griechenlands spätestens im Juli/August zur Folge als auch den Abschied Athens aus dem Euro. Das beschriebene Szenario noch zu verhindern, scheint unmöglich. Das bedeutet aber nicht viel in Griechenland und es ist ja noch etwas Zeit bis zum Showdown im Juni.
Denn eines muss man wissen: Tsirpas ist ein Radikaler, aber er ist auch ein machtbewusster Politiker und das heißt: er ist flexibel. Er könnte sich nach der Wahl auf einen Kompromiss mit den EU-Finanzministern einlassen
Die geben sich zwar jetzt knallhart, angeführt vom deutschen Finanzminister, doch was heißt das schon in Zeiten der Krise?
Wolfgang Schäuble sieht aktuell „überhaupt keinen Spielraum“, die bislang vereinbarten Sparziele aufzuweichen: „Das ist vereinbart und überhaupt nicht verhandelbar und wird auch nicht verhandelt.“
Dass man ihm genau dieses so nicht abnimmt und auch den Junckers und Barrosos immer weniger von dem glaubt, was sie täglich zu und über Griechenland in die Welt posaunen, macht die Situation erst so instabil und so beunruhigend für die Märkte.
Es geht ans Eingemachte
Gehen wir einmal davon aus, dass die Neuwahl am 17. Juni tatsächlich keine Regierung mit einem Mandat zur Fortsetzung des EU-IWF-Programms von Sparhaushalt und Strukturreform hervorbringt. Dann geht es für Athen ans Eingemachte in Sachen Euro. Kurz gesagt: Die Griechen gehen von selbst oder sie werden gegangen.
Beides hätte denselben Effekt: Da eine Auflösung des Landes nach der Staatsinsolvenz natürlich nicht zur Debatte steht, kann es im dann anstehenden Insolvenzverfahren eigentlich nur darum gehen, die Zahlungsfähigkeit des Landes wieder herzustellen. Das wird schwer genug.
Ein Schuldenschnitt, bei dem die Gläubiger ganz oder zu einem großen Teil auf ihr Geld verzichten müssen, ist eine Möglichkeit. Griechenland wäre auf unabsehbare Zeit von den Finanzmärkten abgeschnitten, neue Kredite gäbe es nicht mehr. Ohne diese könnte das Land seine laufenden Ausgaben kaum finanzieren.
Darunter leiden müssten insbesondere Beamte, Rentner und Arbeitslose. Der Tourismus, die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle des Landes, käme praktisch zum Erliegen.
Eine Pleite Griechenlands wäre aber auch für die Banken des Landes verheerend. Sie haben der Regierung bereits mehr als 50 Milliarden Euro geliehen, indem sie etwa griechische Staatsanleihen – also gewissermaßen die Schuldscheine des Landes – gekauft haben. Doch mit dem Bankrott wären diese Staatsanleihen schlagartig nichts mehr wert. Das Geld wäre größtenteils verloren, die Banken könnten sich selbst nicht mehr refinanzieren und stünden vor dem Kollaps.
Bereits jetzt kämpfen viele dieser Finanzinstitute ums nackte Überleben: Angesichts der chaotischen politischen Zustände im Land plündern offenbar immer mehr Griechen ihre Konten, weil sie fürchten, dass das Geld nach einer Umstellung auf die Drachme nichts mehr wert sein könnte – und bringen so die Banken selbst in Gefahr. Die griechische Zentralbank, wiederum gestützt von der EZB, muss mit immer neuen Notkrediten für die Institute in die Bresche springen.
Noch sind die Notenbanker bereit dazu, die milliardenschwere Rettungspolitik fortzusetzen. Doch gibt es bereits kritische Stimmen auch aus der EU, die es ablehnen, frisches Geld in ein Fass ohne Boden zu leiten.
Die Folgen für Europa
Eine Staatspleite Griechenlands würde den generellen Vertrauensverlust in den Euro verstärken. Wetten auf sein Auseinanderbrechen dürften neue Rekorde erreichen. Daran besteht kaum ein Zweifel. Auch würden Länder wie Irland, Portugal, Spanien oder Italien noch größere Schwierigkeiten bekommen, sich an den Finanzmärkten Geld zu leihen, ohne bei der Verzinsung enorme Risikoaufschläge zahlen zu müssen.
Zudem gerieten wieder viele europäische Banken ins Schlingern. Denn auch sie besitzen griechische Staatsanleihen in Milliardenhöhe, müssten dieses Kapital abschreiben – und würden eventuell dadurch überfordert. Besonders schlecht erginge es Banken in Italien und Spanien.
Fast zeitgleich am Donnerstag, als die Ratingagentur Fitch Griechenland erneut herabgestuft hat, senkte Moody's die Kreditwürdigkeit 16 spanischer Banken sowie einer britischen Tochter der Banco Santander um ein bis drei Stufen. Unter den betroffenen Finanzinstituten sind u.a. Santander, Banesto, BBVA, Unicaja Banco sowie die Caixabank. Die Analysten begründeten die Herabstufung mit der erneuten Rezession, der anhaltenden Immobilienkrise sowie der andauernd hohen Arbeitslosigkeit.
Die Ratings bei den herabgestuften Banken bewegen sich zwischen niedrigem Investmentgrad und der höchsten Stufe auf Ramschniveau. Bereits am Montag hatte Moody's die Bonität von 26 italienischen Banken herabgestuft, darunter die Großbanken Unicredit und Intesa Sanpaolo.
Doch nicht nur die Banken, auch die Euro-Staaten, die Griechenland im Rahmen des ersten Hilfspakets bereits Milliarden geliehen haben, müssten ein empfindliches Minus in Kauf hinnehme. Diese Milliarden wären verloren. Auch die der deutschen Steuerzahler.
Um wie viel es sich genau handelt, lässt sich berechnen: Aus den Hilfsprogrammen für Griechenland und den Anleihekäufen der EZB ergibt sich für die Euro-Zone ein Verlustrisiko von insgesamt 157 Milliarden Euro. Der deutsche Anteil daran beträgt 37 Milliarden.
Aus dem Verrechnungssystem der Euro-Zentralbanken für den Zahlungsverkehr zwischen Banken (Target2) ergab sich Ende Januar 2012 ein Negativsaldo der griechischen Zentralbank von 107 Milliarden Euro. Das Defizit dürfte inzwischen weiter gestiegen sein. Fallen diese Forderungen aus, müsste Deutschland exakt 27 Prozent der Verluste übernehmen.
Trotz alledem gibt es eine stetig steigende Zahl von Befürwortern einer griechischen Staatspleite. Sie argumentieren, dass sich eine solche ohnehin nicht mehr verhindern lässt. Jeder weitere Kredit wäre danach Insolvenzverschleppung. Zudem seien die wirtschaftlichen Folgen größtenteils eingepreist. Diese Argumentation hat viel für sich, meine ich.
Denn im Grunde geht an den Märkten schon seit Monaten fast jeder Akteur von der baldigen Zahlungsunfähigkeit sprich Insolvenz der Griechen aus. Eine Abwärtsbewegung, eine Art Crash auf Raten, hat bereits stattgefunden. Panikartige Zustände wie nach dem Lehman-Debakel sind am „Tag X“ daher nicht zu erwarten. Banken und Finanzmärkte hätten sich längst auf einen solchen Schritt eingestellt, meint beispielsweise der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Thomas Meyer. Er hat recht damit.
MEIN FAZIT:
- So schlimm die Staatspleite auch zunächst für den griechischen Staat und den griechischen Bürger wäre, es ergäben sich daraus auch Chancen. Auch für Europa. Denn dauerhaft erhalten bleibt das politisch gewollte Währungskonstrukt wohl nur, wenn die Strukturreformen in den Peripherie-Ländern umgesetzt und die Schulden abgebaut werden. Kurzfristig tut dieser Weg uns allen weh, langfristig verspricht er Heilung.
- Verabschieden müssen wir uns von den Milliarden, die gen Griechenland geflossen sind. Die werden wir nicht wiedersehen. Die deutsche Wirtschaft ist aber stark genug, das auszuhalten.
- Allerdings wird es neues Geld für die Griechen geben müssen. Denn auch ein Athen außerhalb der Eurozone wird sich auf die Solidarität der europäischen Staatengemeinschaft verlassen können. Das birgt eine Gefahr: Kommen die Griechen dadurch schnell wieder auf die Beine, werden sich auch andere Völker überlegen – die Portugiesen etwa oder die Spanier – ob sie nicht ohne den Euro besser fahren. Das könnte zu einer Kettenreaktion führen.
- Kapitalanleger sollten derzeit Finanzinstitute meiden, vor allem Banken in Südeuropa. Die deutschen Finanzinstitute sind zwar wesentlich besser aufgestellt, werden aber auch weitere Abschläge hinnehmen müssen, wenn die Griechen am 17. Juni gegen den Euro stimmen.
- Dennoch muss man als Anleger nicht gleich die vermeintlich sichere aber renditearme „Fluchtburg“ Rententerminmarkt wählen. Noch scheint sogar eine Sommer-Rallye am Aktienmarkt möglich. Trotz des Griechenland-Chaos.
- Für eine endgültige Weichenstellung nach oben müssen aber die US-Börsen mitspielen. Die US-Notenbank tagt erst wieder am 20. Juni. Drei Tage nach der Entscheidung in Athen.
- Vielleicht werden dann die Weichen für eine weitere Runde der geldpolitischen Lockerung gestellt, die auch wieder DAX & Co. befeuern könnte. Noch näher an den US-Wahlkampf-Termin heranrücken wird die US-Notenbank sicher nicht
* Armin Brack
Chefredakteur Geldanlage-Report
Der weltweit größte private Gelddrucker De La Rue trifft Vorbereitungen für ein griechisches Euro-Aus und stellt sich bereits auf die Rückkehr der griechischen Drachme ein, wie ein Insider der Nachrichtenagentur Reuters mitteilte. Bereits im November hatte De-La-Rue-Chef Tim Cobbold gesagt, dass eine Schuldenkrise in Europa neue Geschäftschancen böte.
Falls Griechenland tatsächlich zur Drachme zurückkehre, dürfte vor allem die Staatsdruckerei die Banknoten herstellen, sagte Analyst Paul Jones vom Börsenbroker Panmure zu Reuters: "Aber die werden sich zusätzliches Volumen von außen holen, und das ist die Chance von De La Rue". Derzeit druckt das britische Unternehmen Banknoten für mehr als 150 Währungen. Offizielle Aussagen zur aktuellen Lage oder zu etwaigen Anfragen zum Druck von Drachmen gab es von De La Rue nicht. Vergangenen Monat legte der Aktienkurs von De La Rue um elf Prozent zu
Falls Griechenland tatsächlich zur Drachme zurückkehre, dürfte vor allem die Staatsdruckerei die Banknoten herstellen, sagte Analyst Paul Jones vom Börsenbroker Panmure zu Reuters: "Aber die werden sich zusätzliches Volumen von außen holen, und das ist die Chance von De La Rue". Derzeit druckt das britische Unternehmen Banknoten für mehr als 150 Währungen. Offizielle Aussagen zur aktuellen Lage oder zu etwaigen Anfragen zum Druck von Drachmen gab es von De La Rue nicht. Vergangenen Monat legte der Aktienkurs von De La Rue um elf Prozent zu

- 1
- 2


