Strom wird unbezahlbar?
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Strom wird unbezahlbar?
Moderator Frank Plasberg diskutierte mit seinen Gästen bei „Hart aber fair“ über den steigenden Energiepreis. Motto: „Strom, Gas, Benzin immer teurer – Energiewende auf unsere Kosten?“ Besonders eine Zahl schockte die Zuschauer:
Schon 600 000 Deutsche können sich keinen Strom mehr leisten
Wie teuer wird unsere Energie?
Moderator Plasberg hält einen Brief in die Kamera – ein Schreiben des Kölner Energieversorgers Rheinenergie. Plasberg liest vor: „Leider haben wir keine guten Nachrichten für Sie. Zum 1. April steigen die Strompreise."
Dann der Satz, der für Diskussionsstoff sorgt: „Unsere Bezugskosten sind, insbesondere durch den Atomunfall in Fukushima und die folgende Energiewende, gestiegen.“ Bei der Rheinenergie laut Plasberg um 10 Prozent!
Der Ausstieg aus der Atomenergie: Ist Angela Merkels Energiewende Schuld an hohen Stromkosten und Spritpreisen?
Nein, sagt Umweltminister Norbert Röttgen zu Plasberg. Den Brief der Rheinenergie habe er auch bekommen. "Ich habe mich richtig geärgert", gesteht Röttgen.
Denn in dem Brief werde verbreitet, es gebe eine neue Abgabe der Bundesregierung. Und das sei "objektiv richtig falsch".
Die Politik sei unschuldig an hohen Energiepreisen, beteuert Röttgen.
Tatsächlich sei die EEG-Umlage gleich geblieben. EEG bedeutet "Erneuerbare-Energien-Gesetz". Aus der Umlage erhalten Betreiber alternativer Energien (Windkraft, Biomasse, Solarenergie) Geld. So will der Staat die neuen Energien profitabel machen und die Energiewende ohne Atomkraft schaffen.
Wirtschaftsjournalist Tichy sieht das anders – und wirft eine Schock-Zahl in die Runde: 600 000 Menschen können in Deutschland ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen. Und die Zahl steige.
Tichy: „Da ist der Kühlschrank nicht mehr an und man kann nicht mehr warm duschen".
Bis zu 30 Prozent sei Energie teurer geworden – und laut Tichy hat der Staat eine Mitschuld: Noch 2009 habe jeder Haushalt 3 Euro EEG-Umlage bezahlt, mittlerweile seien es 11 Euro im Monat, so der Journalist zu Röttgen. „Sagen Sie nicht, es wird nichts teurer, die Erfahrung der Menschen ist eine andere."
Dem stimmt auch der ARD-Moderator Ranga Yogeshwar zu: "Energie wird teurer! Benzin kostet mehr als Bier, aber wir bewegen uns mittlerweile Richtung Rotwein." Gerade die Spritpreise seien derzeit "gnadenlos hoch".
Doch Yogeshwar zufolge ist Merkels Energiewende nicht das Problem, sondern die Lösung: „Die Energiewende ist die Garantie, dass die Preise nicht mehr so sehr steigen."
Denn der Ölpreis verteuere sich um 4 bis 5 Prozent im Jahr, sagt Yogeshwar. Energiewende heiße aber: Weg vom Öl, hin zu den neuen Energieformen. Das koste zwar zunächst Geld, zahle sich aber letztlich aus, weil Deutschland so unabhängiger werde vom Öl.
Am Ende zieht Wirtschaftsjournalist Tichy noch einmal gegen die Energiewende zu Felde.
Tichy zu Röttgen und Höhn: „Was Sie machen, ist Illusionstheater." Durch den Wegfall der Atomenergie sei der Anteil der klimaschädlichen Braunkohle am deutschen Energiemix gestiegen, der Anteil etwa der Solarenergie sei gering. Das bestreitet nicht einmal Höhn. Ihr Motto: Besser raus aus der gefährlichen Atomkraft und vorübergehend mehr Braunkohle als weiterhin auf Kernkraftwerke zu setzen. „Denn Atomkraft ist das allergefährlichste."
* Auszüge : BILD
Schon 600 000 Deutsche können sich keinen Strom mehr leisten
Zitat
Wie teuer wird unsere Energie?
Moderator Plasberg hält einen Brief in die Kamera – ein Schreiben des Kölner Energieversorgers Rheinenergie. Plasberg liest vor: „Leider haben wir keine guten Nachrichten für Sie. Zum 1. April steigen die Strompreise."
Dann der Satz, der für Diskussionsstoff sorgt: „Unsere Bezugskosten sind, insbesondere durch den Atomunfall in Fukushima und die folgende Energiewende, gestiegen.“ Bei der Rheinenergie laut Plasberg um 10 Prozent!
Der Ausstieg aus der Atomenergie: Ist Angela Merkels Energiewende Schuld an hohen Stromkosten und Spritpreisen?
Nein, sagt Umweltminister Norbert Röttgen zu Plasberg. Den Brief der Rheinenergie habe er auch bekommen. "Ich habe mich richtig geärgert", gesteht Röttgen.
Denn in dem Brief werde verbreitet, es gebe eine neue Abgabe der Bundesregierung. Und das sei "objektiv richtig falsch".
Die Politik sei unschuldig an hohen Energiepreisen, beteuert Röttgen.
Tatsächlich sei die EEG-Umlage gleich geblieben. EEG bedeutet "Erneuerbare-Energien-Gesetz". Aus der Umlage erhalten Betreiber alternativer Energien (Windkraft, Biomasse, Solarenergie) Geld. So will der Staat die neuen Energien profitabel machen und die Energiewende ohne Atomkraft schaffen.
Wirtschaftsjournalist Tichy sieht das anders – und wirft eine Schock-Zahl in die Runde: 600 000 Menschen können in Deutschland ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen. Und die Zahl steige.
Tichy: „Da ist der Kühlschrank nicht mehr an und man kann nicht mehr warm duschen".
Bis zu 30 Prozent sei Energie teurer geworden – und laut Tichy hat der Staat eine Mitschuld: Noch 2009 habe jeder Haushalt 3 Euro EEG-Umlage bezahlt, mittlerweile seien es 11 Euro im Monat, so der Journalist zu Röttgen. „Sagen Sie nicht, es wird nichts teurer, die Erfahrung der Menschen ist eine andere."
Dem stimmt auch der ARD-Moderator Ranga Yogeshwar zu: "Energie wird teurer! Benzin kostet mehr als Bier, aber wir bewegen uns mittlerweile Richtung Rotwein." Gerade die Spritpreise seien derzeit "gnadenlos hoch".
Doch Yogeshwar zufolge ist Merkels Energiewende nicht das Problem, sondern die Lösung: „Die Energiewende ist die Garantie, dass die Preise nicht mehr so sehr steigen."
Denn der Ölpreis verteuere sich um 4 bis 5 Prozent im Jahr, sagt Yogeshwar. Energiewende heiße aber: Weg vom Öl, hin zu den neuen Energieformen. Das koste zwar zunächst Geld, zahle sich aber letztlich aus, weil Deutschland so unabhängiger werde vom Öl.
Am Ende zieht Wirtschaftsjournalist Tichy noch einmal gegen die Energiewende zu Felde.
Tichy zu Röttgen und Höhn: „Was Sie machen, ist Illusionstheater." Durch den Wegfall der Atomenergie sei der Anteil der klimaschädlichen Braunkohle am deutschen Energiemix gestiegen, der Anteil etwa der Solarenergie sei gering. Das bestreitet nicht einmal Höhn. Ihr Motto: Besser raus aus der gefährlichen Atomkraft und vorübergehend mehr Braunkohle als weiterhin auf Kernkraftwerke zu setzen. „Denn Atomkraft ist das allergefährlichste."
* Auszüge : BILD
Strompreis-Lüge
Die Strompreise explodieren, die Energiewende stockt – jetzt greift die Kanzlerin durch!
Beim Krisengipfel im Kanzleramt forderte Angela Merkel (CDU) die Länder-Regierungschefs zur besseren Zusammenarbeit auf. U. a. soll es künftig zwei Mal im Jahr Treffen geben, um Fortschritte der Energiewende zu überprüfen.
Diese Gipfel sind dringend nötig. Die Kanzlerin hat versprochen, dass Strom trotz des Atomausstiegs bezahlbar bleibt. „Unternehmen wie Bürger müssen auch in Zukunft mit bezahlbarem Strom versorgt werden“, so Merkel im Juni 2011
Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Seit 2006 sind die Strompreise um 30 % nach oben gerast. Ein 3-Personen-Haushalt zahlt im Schnitt mittlerweile 75 Euro/Monat (Branchenverband BDEW). Und bis 2025 könnten die Preise nochmal um bis zu 70 % explodieren, warnen Fachleute. Das angesehene „Handelsblatt“ spricht von der „Stromlüge“.
Darum wird Strom bei uns immer teurer:
• Die Förderkosten für erneuerbare Energien (Sonne, Wind) gehen durch die Decke! 2011 zahlte ein Haushalt über die Stromrechnung dafür im Schnitt 123,60 Euro im Jahr – 1437 % mehr als 2001.
• Der Ausbau der Stromnetze kostet bis 2022 rund 50 Milliarden Euro – zahlen müssen es die Verbraucher.
• Auch die Bürokratie treibt die Kosten: Hersteller und Betreiber von Windkraftanlagen auf See (Offshore) müssen sich mit bis zu 40 Behörden abstimmen.
Experten fordern von der Politik jetzt verbindliche Aussagen. Mieterbund-Chef Lukas Siebenkotten: „Die Regierung muss klipp und klar Auskunft über zu erwartende Preissteigerungen geben.“ Schon jetzt werde jährlich bis zu 800 000 Stromkunden der Hahn zugedreht, weil sie ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen könnten.
Industrie-Präsident Hans-Peter Keitel mahnt: „Die Unternehmen mit ihren Beschäftigten, die Bürgerinnen und Bürger müssen jetzt sehr schnell wissen, welche Kosten tatsächlich auf sie zukommen. Wir brauchen Gewissheit, zu welchen Bedingungen und zu welchen Preisen in Deutschland in den kommenden Jahren sicher, sauber und bezahlbar Strom fließt.“
Der neue Umweltminister Peter Altmaier (CDU) kündigte gestern an, zügig mit den Ländern über die Kürzung der Solarförderung zu verhandeln – um die Strompreis-Explosion einzudämmen. Altmaier: „Wir sind dem Ziel eines nationalen Konsenses ein Stück nähergekommen.“
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Beim Krisengipfel im Kanzleramt forderte Angela Merkel (CDU) die Länder-Regierungschefs zur besseren Zusammenarbeit auf. U. a. soll es künftig zwei Mal im Jahr Treffen geben, um Fortschritte der Energiewende zu überprüfen.
Diese Gipfel sind dringend nötig. Die Kanzlerin hat versprochen, dass Strom trotz des Atomausstiegs bezahlbar bleibt. „Unternehmen wie Bürger müssen auch in Zukunft mit bezahlbarem Strom versorgt werden“, so Merkel im Juni 2011
Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Seit 2006 sind die Strompreise um 30 % nach oben gerast. Ein 3-Personen-Haushalt zahlt im Schnitt mittlerweile 75 Euro/Monat (Branchenverband BDEW). Und bis 2025 könnten die Preise nochmal um bis zu 70 % explodieren, warnen Fachleute. Das angesehene „Handelsblatt“ spricht von der „Stromlüge“.
Darum wird Strom bei uns immer teurer:
• Die Förderkosten für erneuerbare Energien (Sonne, Wind) gehen durch die Decke! 2011 zahlte ein Haushalt über die Stromrechnung dafür im Schnitt 123,60 Euro im Jahr – 1437 % mehr als 2001.
• Der Ausbau der Stromnetze kostet bis 2022 rund 50 Milliarden Euro – zahlen müssen es die Verbraucher.
• Auch die Bürokratie treibt die Kosten: Hersteller und Betreiber von Windkraftanlagen auf See (Offshore) müssen sich mit bis zu 40 Behörden abstimmen.
Experten fordern von der Politik jetzt verbindliche Aussagen. Mieterbund-Chef Lukas Siebenkotten: „Die Regierung muss klipp und klar Auskunft über zu erwartende Preissteigerungen geben.“ Schon jetzt werde jährlich bis zu 800 000 Stromkunden der Hahn zugedreht, weil sie ihre Stromrechnung nicht mehr bezahlen könnten.
Industrie-Präsident Hans-Peter Keitel mahnt: „Die Unternehmen mit ihren Beschäftigten, die Bürgerinnen und Bürger müssen jetzt sehr schnell wissen, welche Kosten tatsächlich auf sie zukommen. Wir brauchen Gewissheit, zu welchen Bedingungen und zu welchen Preisen in Deutschland in den kommenden Jahren sicher, sauber und bezahlbar Strom fließt.“
Der neue Umweltminister Peter Altmaier (CDU) kündigte gestern an, zügig mit den Ländern über die Kürzung der Solarförderung zu verhandeln – um die Strompreis-Explosion einzudämmen. Altmaier: „Wir sind dem Ziel eines nationalen Konsenses ein Stück nähergekommen.“
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Der fatale Energiewende-Irrweg
Die sogenannte "Energiewende" ist heute bereits gescheitert, auch wenn die Poiltik noch daran herumbastelt - dabei aber wie üblich alles nur noch schlimmer macht.
Wer sich für Einzelheiten interessiert, schaue mal hier nach.
Unterm Strich ist das Ganze eine völlig unnötige irrationale Fehlregulierung, ausgelöst durch eine kollektive, im internationalen Maßstab einzigartige deutsche Panikreaktion nach Fukushima, basierend auf weiteren Irrtümern wie dem Klimakatastrophenmythos und dem angeblich bald bevorstehenden Ende der fossilen Energievorräte.
Die jetzt schon eingetretenen Folgen dieser katastrophalen Fehlsteuerung sind unbezahlbare Energiepreise für den ärmeren Teil der Bevölkerung und die energieabhängige Industrie, unsinnige Subventionen für reiche Solardachbesitzer und chinesische Produzenten, eine immer weiter um sich greifende verheerende Verschandelung ganzer Landschaftstriche unter stillschweigender Inkaufnahme von weiteren bemerkenswerten Umweltschäden, die konkrete Gefahr eines Stromnetzausfalls und eine erhebliche Belastung für die Zukunft der gesamten Volkswirtschaft.
Unfassbar!
Wer sich für Einzelheiten interessiert, schaue mal hier nach.
Unterm Strich ist das Ganze eine völlig unnötige irrationale Fehlregulierung, ausgelöst durch eine kollektive, im internationalen Maßstab einzigartige deutsche Panikreaktion nach Fukushima, basierend auf weiteren Irrtümern wie dem Klimakatastrophenmythos und dem angeblich bald bevorstehenden Ende der fossilen Energievorräte.
Die jetzt schon eingetretenen Folgen dieser katastrophalen Fehlsteuerung sind unbezahlbare Energiepreise für den ärmeren Teil der Bevölkerung und die energieabhängige Industrie, unsinnige Subventionen für reiche Solardachbesitzer und chinesische Produzenten, eine immer weiter um sich greifende verheerende Verschandelung ganzer Landschaftstriche unter stillschweigender Inkaufnahme von weiteren bemerkenswerten Umweltschäden, die konkrete Gefahr eines Stromnetzausfalls und eine erhebliche Belastung für die Zukunft der gesamten Volkswirtschaft.
Unfassbar!
Stromkunden drohen saftige Preisaufschläge
Die ohnehin gebeutelten Strom- und Gaskunden in Deutschland müssen sich auf noch höhere Preise einstellen. Ein Gericht ebnete den Weg dafür, dass die Netzbetreiber höhere Gebühren berechnen dürfen. Das könnte die Verbraucher Milliarden kosten
Die Düsseldorfer Richter stießen sich an der Kalkulation der Bundesnetzagentur. Die Netzagentur müsse höhere Ansätze berücksichtigen. Damit konnten sich fast 300 Gas- und Stromnetzbetreiber durchsetzen. Allerdings ließ das Gericht am Mittwoch die Beschwerde gegen die Entscheidung beim Bundesgerichtshof zu.
Beim Strom macht das Netzentgelt etwa ein Viertel des Strompreises aus. Die Bundesnetzagentur legt die Durchleitungsgebühren für Strom und Gas fest. Sie müssen von den Versorgern an die Netzbetreiber entrichtet werden. Nach Auffassung der Netzbetreiber wurden dabei die Kosten nicht ausreichend berücksichtigt.
Sollten sich die Netzbetreiber durchsetzen und den Energieversorgern verteilt über fünf Jahre ihre Nachforderungen als höhere Netzentgelte in Rechnung stellen, würden diese letztlich auf die Endverbraucher umgelegt. Schätzungen der komplexen Forderungen bewegen sich zwischen einer dreistelligen Millionensumme und einem Milliardenbetrag.
Angesichts ohnehin stetig steigender Preise bleibt Verbrauchern nichts anderes übrig, als zu Anbietern zu wechseln, die nicht ganz so stark zulangen. Dabei wechseln Ostdeutsche laut einer Studie deutlich schneller zu einem neuen Stromversorger als Verbraucher im Westen. Im Osten gingen Haushalte schon bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3310 Kilowattstunden zu neuen Anbietern, wie das Vergleichsportal Toptarif am Mittwoch in Berlin unter Berufung auf eigene Berechnungen mitteilte. Im Westen hingegen liege die Wechselschwelle bei 3730 Kilowattstunden.
Verbraucher in Ostdeutschland seien beim Thema Strom „deutlich preissensibler als der Rest der Republik“, erklärte Toptarif-Experte Daniel Dodt. Stromkosten schlügen in den östlichen Ländern viel stärker auf das Haushaltsbudget durch. Die Einkommen der Haushalte seien dort oftmals geringer. Zudem lägen die Strompreise im Osten „noch immer rund vier Prozent über dem westdeutschen Niveau“, sagte Dodt. Toptarif wertete für die Studie Daten von Kunden aus, die in den vergangenen zwölf Monaten über das Portal zu einem neuen Anbieter wechselten.
Besonders deutlich zeige sich die unterschiedliche Wechselbereitschaft bei Kleinverbrauchern mit einem Jahresverbrauch von bis zu 2500 Kilowattstunden, teilte Toptarif mit. In den neuen Bundesländern machten diese Kleinverbraucher fast die Hälfte der Stromwechsler aus, in Westdeutschland lediglich 36 Prozent. Zu den Kleinverbrauchern zählen etwa Haushalte von Alleinstehenden oder sparsame Zwei-Personen-Haushalte.
Die Düsseldorfer Richter stießen sich an der Kalkulation der Bundesnetzagentur. Die Netzagentur müsse höhere Ansätze berücksichtigen. Damit konnten sich fast 300 Gas- und Stromnetzbetreiber durchsetzen. Allerdings ließ das Gericht am Mittwoch die Beschwerde gegen die Entscheidung beim Bundesgerichtshof zu.
Beim Strom macht das Netzentgelt etwa ein Viertel des Strompreises aus. Die Bundesnetzagentur legt die Durchleitungsgebühren für Strom und Gas fest. Sie müssen von den Versorgern an die Netzbetreiber entrichtet werden. Nach Auffassung der Netzbetreiber wurden dabei die Kosten nicht ausreichend berücksichtigt.
Sollten sich die Netzbetreiber durchsetzen und den Energieversorgern verteilt über fünf Jahre ihre Nachforderungen als höhere Netzentgelte in Rechnung stellen, würden diese letztlich auf die Endverbraucher umgelegt. Schätzungen der komplexen Forderungen bewegen sich zwischen einer dreistelligen Millionensumme und einem Milliardenbetrag.
Angesichts ohnehin stetig steigender Preise bleibt Verbrauchern nichts anderes übrig, als zu Anbietern zu wechseln, die nicht ganz so stark zulangen. Dabei wechseln Ostdeutsche laut einer Studie deutlich schneller zu einem neuen Stromversorger als Verbraucher im Westen. Im Osten gingen Haushalte schon bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch von 3310 Kilowattstunden zu neuen Anbietern, wie das Vergleichsportal Toptarif am Mittwoch in Berlin unter Berufung auf eigene Berechnungen mitteilte. Im Westen hingegen liege die Wechselschwelle bei 3730 Kilowattstunden.
Verbraucher in Ostdeutschland seien beim Thema Strom „deutlich preissensibler als der Rest der Republik“, erklärte Toptarif-Experte Daniel Dodt. Stromkosten schlügen in den östlichen Ländern viel stärker auf das Haushaltsbudget durch. Die Einkommen der Haushalte seien dort oftmals geringer. Zudem lägen die Strompreise im Osten „noch immer rund vier Prozent über dem westdeutschen Niveau“, sagte Dodt. Toptarif wertete für die Studie Daten von Kunden aus, die in den vergangenen zwölf Monaten über das Portal zu einem neuen Anbieter wechselten.
Besonders deutlich zeige sich die unterschiedliche Wechselbereitschaft bei Kleinverbrauchern mit einem Jahresverbrauch von bis zu 2500 Kilowattstunden, teilte Toptarif mit. In den neuen Bundesländern machten diese Kleinverbraucher fast die Hälfte der Stromwechsler aus, in Westdeutschland lediglich 36 Prozent. Zu den Kleinverbrauchern zählen etwa Haushalte von Alleinstehenden oder sparsame Zwei-Personen-Haushalte.
Merkel verspricht Bürgern bezahlbare Strompreise
Die Deutschen müssen für Strom immer tiefer in die Tasche greifen. Die Energiewende soll aber nach Aussagen von Kanzlerin Angela Merkel nicht zwangsläufig zu steigenden Preisen führen
Die Energiewende wird nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht zwangsläufig zu einer drastischen Steigerung der Strompreise für Bürger und Unternehmen führen. „Wir tun alles, um die Energiewende so zu gestalten, dass die Preise bezahlbar bleiben, dass die Versorgung sicher ist und wir gleichzeitig die Energie umweltfreundlicher gestalten“, sagte Merkel am Wochenende in ihrem Video-Podcast. Wirtschaftsminister Philipp Rösler betonte allerdings, die Energiewende gebe es nicht zum Nulltarif. Die Preise müssten aber bezahlbar bleiben. Auch Umweltminister Peter Altmaier betonte, Strom dürfe nicht zu einem Luxusgut werden. Die SPD warf der Regierung im Kampf gegen zu hohe Strompreise Ideenlosigkeit vor.
Altmaier kündigte am Rande einer Konferenz in Berlin an, er wolle in den nächsten Wochen und Monaten mit Wohlfahrtsverbänden und den kommunalen Spitzenverbänden darüber sprechen, wie durch Beratungsprogramme und praktische Hilfe im Alltag Stromeinsparungen und Stromeffizienz auch von sozial schwächeren Haushalten umgesetzt werden könnten. Am Ende müssten die Kosten für die Energiewende so auf die Verbraucher umgelegt werden, dass es nachvollziehbar und gerecht sei.
Auch nach Ansicht von Unions-Fraktionschef Volker Kauder muss Strom nicht teurer werden. Allerdings müsse dazu die Förderung der Solarenergie gesenkt werden, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, verwies in der „Bild am Sonntag“ darauf, dass 600.000 Haushalten pro Jahr der Strom gesperrt werde, weil sie die Rechnung nicht bezahlen könnten. „Wir brauchen Preisnachlässe nicht nur für energieintensive Unternehmen im Stahl-, Aluminium-, Glas- und Chemiebereich, sondern auch für Menschen mit niedrigen Einkommen“, forderte Mascher.
Rösler erteilte allen Vorschlägen zur staatlichen Reduzierung des Strompreises - etwa in Form von Zuschüssen für Geringverdiener - eine Absage. Ursache für die steigenden Preise sei der stärker als geplante Ausbau alternativer Energien durch die Milliardensubventionen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), sagte er der Zeitung „Sonntag aktuell“. „An diese Förderung müssen wir ran.“ Der Vorschlag eines Zuschusses für Menschen mit geringem Einkommen bedeute: „Die negativen Auswirkungen einer Subvention sollen durch eine weitere Subvention gemildert werden.“ Dies gehe zulasten der Mitte der Gesellschaft. Auch eine Absenkung der Stromsteuer lehnte er ab.
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier kritisierte, bei der Regierung seien die anstehenden höheren Kosten für die Verbraucher offenbar noch nicht angekommen. Konkret mahnte er an, bei der Veränderung des Mietrechts nicht nur an Hauseigentümer zu denken, sondern auch an die Mieter, die die Strompreise tragen müssten. Grünen-Chefin Claudia Roth forderte Möglichkeiten für sozial Schwache an, um Energie einsparen zu können. Vor Überlastung könne sie ein Energiesparfonds schützen.
Die großen Stromversorger befürchten unterdessen, dass die Regierung sie zwingen könnte, unrentable Kraftwerke am Netz zu lassen und Stilllegungen mit langen Vorlaufzeiten anzukündigen. Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ zitiert aus Branchenpapieren, wonach die Regierung dazu eine Verordnung plant. Die Branche wolle sich gegen den Zwangsbetrieb wehren und eine Art freiwillige Selbstverpflichtung anbieten.
* MZ
Die Energiewende wird nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht zwangsläufig zu einer drastischen Steigerung der Strompreise für Bürger und Unternehmen führen. „Wir tun alles, um die Energiewende so zu gestalten, dass die Preise bezahlbar bleiben, dass die Versorgung sicher ist und wir gleichzeitig die Energie umweltfreundlicher gestalten“, sagte Merkel am Wochenende in ihrem Video-Podcast. Wirtschaftsminister Philipp Rösler betonte allerdings, die Energiewende gebe es nicht zum Nulltarif. Die Preise müssten aber bezahlbar bleiben. Auch Umweltminister Peter Altmaier betonte, Strom dürfe nicht zu einem Luxusgut werden. Die SPD warf der Regierung im Kampf gegen zu hohe Strompreise Ideenlosigkeit vor.
Altmaier kündigte am Rande einer Konferenz in Berlin an, er wolle in den nächsten Wochen und Monaten mit Wohlfahrtsverbänden und den kommunalen Spitzenverbänden darüber sprechen, wie durch Beratungsprogramme und praktische Hilfe im Alltag Stromeinsparungen und Stromeffizienz auch von sozial schwächeren Haushalten umgesetzt werden könnten. Am Ende müssten die Kosten für die Energiewende so auf die Verbraucher umgelegt werden, dass es nachvollziehbar und gerecht sei.
Auch nach Ansicht von Unions-Fraktionschef Volker Kauder muss Strom nicht teurer werden. Allerdings müsse dazu die Förderung der Solarenergie gesenkt werden, sagte er der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“.
Die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Ulrike Mascher, verwies in der „Bild am Sonntag“ darauf, dass 600.000 Haushalten pro Jahr der Strom gesperrt werde, weil sie die Rechnung nicht bezahlen könnten. „Wir brauchen Preisnachlässe nicht nur für energieintensive Unternehmen im Stahl-, Aluminium-, Glas- und Chemiebereich, sondern auch für Menschen mit niedrigen Einkommen“, forderte Mascher.
Rösler erteilte allen Vorschlägen zur staatlichen Reduzierung des Strompreises - etwa in Form von Zuschüssen für Geringverdiener - eine Absage. Ursache für die steigenden Preise sei der stärker als geplante Ausbau alternativer Energien durch die Milliardensubventionen im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), sagte er der Zeitung „Sonntag aktuell“. „An diese Förderung müssen wir ran.“ Der Vorschlag eines Zuschusses für Menschen mit geringem Einkommen bedeute: „Die negativen Auswirkungen einer Subvention sollen durch eine weitere Subvention gemildert werden.“ Dies gehe zulasten der Mitte der Gesellschaft. Auch eine Absenkung der Stromsteuer lehnte er ab.
SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier kritisierte, bei der Regierung seien die anstehenden höheren Kosten für die Verbraucher offenbar noch nicht angekommen. Konkret mahnte er an, bei der Veränderung des Mietrechts nicht nur an Hauseigentümer zu denken, sondern auch an die Mieter, die die Strompreise tragen müssten. Grünen-Chefin Claudia Roth forderte Möglichkeiten für sozial Schwache an, um Energie einsparen zu können. Vor Überlastung könne sie ein Energiesparfonds schützen.
Die großen Stromversorger befürchten unterdessen, dass die Regierung sie zwingen könnte, unrentable Kraftwerke am Netz zu lassen und Stilllegungen mit langen Vorlaufzeiten anzukündigen. Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ zitiert aus Branchenpapieren, wonach die Regierung dazu eine Verordnung plant. Die Branche wolle sich gegen den Zwangsbetrieb wehren und eine Art freiwillige Selbstverpflichtung anbieten.
* MZ
Sie wundern sich zuweilen über die steigenden Energiepreise? Der ehemalige russische Diplomat und heutige Lobbyist Andrey Bykov erklärte unserem Reporter Jan Keuchel, wie der Stromkonzern EnBW die Gelder der Kundschaft ausgibt. Rund 200 Millionen Euro erhielt Bykov aus den Kassen der EnBW. Die eine Hälfte davon war für den Lobbyisten, die andere Hälfte für Kirchen, Denkmäler und Wallfahrten in Russland bestimmt. "Damit wurden 84 Kirchen, 30 Denkmäler, 60 Schachschulen, eine Oper und drei Orchester finanziert, dazu Dutzende von Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern", sagt Bykov.
Diese Ausgaben dienten "der politischen Klimapflege", um an die Gasvorräte der Russen zu kommen. Das Geld sei über Scheinverträge geflossen. Schwere Vorwürfe, die sich auf die Zeitdauer von immerhin drei Vorstandsvorsitzenden der EnBW erstrecken. Das Interview mit einem der erfolgreichen Lobbyisten im deutsch-russischen Wirtschaftsleben - und was die Beschuldigten dazu sagen .. Die kompletten Stellungnahmen von Ex-Vorstandschef Utz Claassen und dem amtierenden EnBW-Boss Hans-Peter Villis
Handelsblatt Online: Ist es richtig, dass mithilfe von EnBW-Geldern diverse Wohltätigkeitsprojekte wie Kirchen, Denkmäler und Schulen in Russland finanziert wurden, und zwar über die Stiftung des „Heiligen Nikolaus“?
EnBW: Die EnBW ging davon aus, dass die von ihr geleisteten Zahlungen für den vertraglich vereinbarten Zweck, z.B. für die Beschaffung von Brennstoffen, eingesetzt wurden.
2) Hatte die EnBW davon Kenntnis, dass Herr Bykov die Hälfte der heute strittigen 130 Millionen Euro in die Stiftung gesteckt hat?
Die EnBW hat keine Kenntnis wie Vergütungen, welche von EnBW an Firmen der Bykov-Gruppe für die Erbringung von Dienstleistungen gezahlt wurden, seitens Herrn Bykov verwendet wurden.
3) Ist es richtig, dass die EnBW auf diese Weise ein gutes Geschäftsklima in Russland herstellen wollte?
Die Frage ist hinfällig, siehe Antwort zu Frage 2.
4) Stimmt es, dass aus diesem Grund der ehemalige Vorstandsvorsitzende Utz Claassen 2005 mit dem Orden der Stiftung ausgezeichnet wurde?
Für die EnBW war die russische Auszeichnung von Herrn Prof. Claassen durch den ehemaligen stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten Anatoli Kulikov ein nicht unüblicher Akt im Rahmen bestehender internationaler Geschäftsbeziehungen.
5) Ist es richtig, dass mit Herrn Bykov insgesamt 34 Verträge abgeschlossen wurden über insgesamt 200 Millionen Euro?
Neben den nunmehr streitigen Verträgen haben Unternehmen der Bykov-Gruppe andere vertragliche Vereinbarungen bestimmungsgemäß erfüllt. Dies zeigt auch, dass die seitens Herrn Bykov immer wieder behauptete Scheingeschäfts-Theorie nicht zutrifft.
6) Existiert ein vertraulicher Bericht der EnBW-Konzernrevision aus dem Jahr 2004, in dem Zweifel daran geäußert werden, dass die Tätigkeit von Herrn Bykov bzw. dessen Firmen mit kerntechnischen Belangen zu tun hat? Die Konzernrevision vermutet vielmehr eine Lobbyistentätigkeit in Sachen Gasgeschäfte.
7) Wer hat den Bericht bekommen? Welche Konsequenzen wurden daraus gezogen?
Antworten zu 6) und 7): Die EnBW hatte mit der Bykov-Gruppe vertragliche Beziehungen unterschiedlichen Inhalts, die auch von der Revision geprüft wurden. Bis zum Jahr 2009 gab es jedoch für die EnBW keinerlei Veranlassung, an der Seriosität von Herrn Bykov als zuverlässigem Geschäftspartner zu zweifeln, zumal bis dahin eingegangene vertragliche Verpflichtungen seitens der Unternehmen der Bykov-Gruppe eingehalten worden waren. Erste Verdachtsmomente, dass Herr Bykov seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen könnte, traten erst 2009 auf. Übrigens: Während seitens der Bykov-Gruppe noch im Jahr 2007 eine Brennstoff-Lieferung vertragsgemäß erbracht wurde, war dies bezüglich einer für das Jahr 2010 vereinbarten Lieferung nicht mehr der Fall.
8) Kennt die EnBW Zusatzprotokolle zu den Verträgen 2005 bis 2008, die den Firmen von Herrn Bykov attestieren, ihre Leistungen erfüllt zu haben – teilweise datiert auf den selben Tag, an dem der Vertrag unterschreiben wurde?
9) Wer hat diese Protokolle verantwortlich in Auftrag gegeben?
Antworten zu 8) und 9): Die Verträge sind Gegenstand von Schiedsverfahren. Aktuell sind noch zwei Schiedsverfahren gegen Gesellschaften der Bykov-Gruppe anhängig. Die EnBW wird am eingeschlagenen und rechtmäßigen Weg der Schiedsgerichtsverfahren festhalten. Zu Einzelheiten laufender Rechtsstreitigkeiten nimmt die EnBW daher derzeit nicht Stellung.
Im Gegensatz dazu versucht Herr Bykov offensichtlich, im Vorfeld der noch laufenden Schiedsverfahren die Schiedsgerichte zu beeinflussen. Wir wollen jedoch daran erinnern, dass die EnBW vor Einleitung der rechtlichen Schritte Herr Bykov mehrfach aufgefordert hat, für seine Behauptung, die vertraglich vereinbarte Leistungen erbracht zu haben, entsprechende Beweise vorzulegen. Dies geschah bis heute nicht.
In einem Schiedsverfahren vor einem international besetzten Schiedsgericht in Stockholm wurde ein Unternehmen der Bykov-Gruppe bereits zur Zahlung eines Betrags in Höhe von 24,5 Mio € an EnBW verurteilt. Trotz dieser Verurteilung und entsprechender Aufforderungen zur Zahlung des Betrags ist das Bykov-Unternehmen diese Zahlung unverändert schuldig.
10) Ist es richtig, dass Herr Hans-Peter Villis in einem Schreiben an den russischen Präsidenten Putin im September 2008 Herrn Bykov als Ansprechpartner der EnBW in Sachen Strom- und Gasgeschäften benennt?
Im Jahr 2008 gab es für EnBW noch keinerlei Veranlassung, an der Seriosität von Herrn Bykov als zuverlässigem Geschäftspartner zu zweifeln, zumal bis dahin eingegangene vertragliche Verpflichtungen seitens der Unternehmen der Bykov-Gruppe eingehalten worden waren. Erste Verdachtsmomente, dass Herr Bykov seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen könnte, traten erst 2009 auf.
* Handelsblatt
Diese Ausgaben dienten "der politischen Klimapflege", um an die Gasvorräte der Russen zu kommen. Das Geld sei über Scheinverträge geflossen. Schwere Vorwürfe, die sich auf die Zeitdauer von immerhin drei Vorstandsvorsitzenden der EnBW erstrecken. Das Interview mit einem der erfolgreichen Lobbyisten im deutsch-russischen Wirtschaftsleben - und was die Beschuldigten dazu sagen .. Die kompletten Stellungnahmen von Ex-Vorstandschef Utz Claassen und dem amtierenden EnBW-Boss Hans-Peter Villis
Handelsblatt Online: Ist es richtig, dass mithilfe von EnBW-Geldern diverse Wohltätigkeitsprojekte wie Kirchen, Denkmäler und Schulen in Russland finanziert wurden, und zwar über die Stiftung des „Heiligen Nikolaus“?
EnBW: Die EnBW ging davon aus, dass die von ihr geleisteten Zahlungen für den vertraglich vereinbarten Zweck, z.B. für die Beschaffung von Brennstoffen, eingesetzt wurden.
2) Hatte die EnBW davon Kenntnis, dass Herr Bykov die Hälfte der heute strittigen 130 Millionen Euro in die Stiftung gesteckt hat?
Die EnBW hat keine Kenntnis wie Vergütungen, welche von EnBW an Firmen der Bykov-Gruppe für die Erbringung von Dienstleistungen gezahlt wurden, seitens Herrn Bykov verwendet wurden.
3) Ist es richtig, dass die EnBW auf diese Weise ein gutes Geschäftsklima in Russland herstellen wollte?
Die Frage ist hinfällig, siehe Antwort zu Frage 2.
4) Stimmt es, dass aus diesem Grund der ehemalige Vorstandsvorsitzende Utz Claassen 2005 mit dem Orden der Stiftung ausgezeichnet wurde?
Für die EnBW war die russische Auszeichnung von Herrn Prof. Claassen durch den ehemaligen stellvertretenden russischen Ministerpräsidenten Anatoli Kulikov ein nicht unüblicher Akt im Rahmen bestehender internationaler Geschäftsbeziehungen.
5) Ist es richtig, dass mit Herrn Bykov insgesamt 34 Verträge abgeschlossen wurden über insgesamt 200 Millionen Euro?
Neben den nunmehr streitigen Verträgen haben Unternehmen der Bykov-Gruppe andere vertragliche Vereinbarungen bestimmungsgemäß erfüllt. Dies zeigt auch, dass die seitens Herrn Bykov immer wieder behauptete Scheingeschäfts-Theorie nicht zutrifft.
6) Existiert ein vertraulicher Bericht der EnBW-Konzernrevision aus dem Jahr 2004, in dem Zweifel daran geäußert werden, dass die Tätigkeit von Herrn Bykov bzw. dessen Firmen mit kerntechnischen Belangen zu tun hat? Die Konzernrevision vermutet vielmehr eine Lobbyistentätigkeit in Sachen Gasgeschäfte.
7) Wer hat den Bericht bekommen? Welche Konsequenzen wurden daraus gezogen?
Antworten zu 6) und 7): Die EnBW hatte mit der Bykov-Gruppe vertragliche Beziehungen unterschiedlichen Inhalts, die auch von der Revision geprüft wurden. Bis zum Jahr 2009 gab es jedoch für die EnBW keinerlei Veranlassung, an der Seriosität von Herrn Bykov als zuverlässigem Geschäftspartner zu zweifeln, zumal bis dahin eingegangene vertragliche Verpflichtungen seitens der Unternehmen der Bykov-Gruppe eingehalten worden waren. Erste Verdachtsmomente, dass Herr Bykov seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen könnte, traten erst 2009 auf. Übrigens: Während seitens der Bykov-Gruppe noch im Jahr 2007 eine Brennstoff-Lieferung vertragsgemäß erbracht wurde, war dies bezüglich einer für das Jahr 2010 vereinbarten Lieferung nicht mehr der Fall.
8) Kennt die EnBW Zusatzprotokolle zu den Verträgen 2005 bis 2008, die den Firmen von Herrn Bykov attestieren, ihre Leistungen erfüllt zu haben – teilweise datiert auf den selben Tag, an dem der Vertrag unterschreiben wurde?
9) Wer hat diese Protokolle verantwortlich in Auftrag gegeben?
Antworten zu 8) und 9): Die Verträge sind Gegenstand von Schiedsverfahren. Aktuell sind noch zwei Schiedsverfahren gegen Gesellschaften der Bykov-Gruppe anhängig. Die EnBW wird am eingeschlagenen und rechtmäßigen Weg der Schiedsgerichtsverfahren festhalten. Zu Einzelheiten laufender Rechtsstreitigkeiten nimmt die EnBW daher derzeit nicht Stellung.
Im Gegensatz dazu versucht Herr Bykov offensichtlich, im Vorfeld der noch laufenden Schiedsverfahren die Schiedsgerichte zu beeinflussen. Wir wollen jedoch daran erinnern, dass die EnBW vor Einleitung der rechtlichen Schritte Herr Bykov mehrfach aufgefordert hat, für seine Behauptung, die vertraglich vereinbarte Leistungen erbracht zu haben, entsprechende Beweise vorzulegen. Dies geschah bis heute nicht.
In einem Schiedsverfahren vor einem international besetzten Schiedsgericht in Stockholm wurde ein Unternehmen der Bykov-Gruppe bereits zur Zahlung eines Betrags in Höhe von 24,5 Mio € an EnBW verurteilt. Trotz dieser Verurteilung und entsprechender Aufforderungen zur Zahlung des Betrags ist das Bykov-Unternehmen diese Zahlung unverändert schuldig.
10) Ist es richtig, dass Herr Hans-Peter Villis in einem Schreiben an den russischen Präsidenten Putin im September 2008 Herrn Bykov als Ansprechpartner der EnBW in Sachen Strom- und Gasgeschäften benennt?
Im Jahr 2008 gab es für EnBW noch keinerlei Veranlassung, an der Seriosität von Herrn Bykov als zuverlässigem Geschäftspartner zu zweifeln, zumal bis dahin eingegangene vertragliche Verpflichtungen seitens der Unternehmen der Bykov-Gruppe eingehalten worden waren. Erste Verdachtsmomente, dass Herr Bykov seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommen könnte, traten erst 2009 auf.
* Handelsblatt
Irrtümer - Stromverträge
Die fünf häufigsten Irrtümer über ihre Stromverträge
Dass zu wenig getan wird, um Verbrauchern den Wechsel ihres Stromanbieters zu erleichtern, kann man wahrlich nicht behaupten. Seit der Liberalisierung des Strommarktes vor 14 Jahren hat die Politik den Verbrauchern den Wechsel des Stromanbieters Jahr für Jahr immer leichter gemacht. Da wurden Kündigungsfristen verkürzt, Verbraucherzentralen rufen ständig dazu auf, dem Grundversorger den Rücken zu kehren, und Vergleichsportale wie Verivox, Toptarif oder Check24 werben unablässig damit, wie einfach ein Wechsel von statten geht. Trotzdem zögern die Deutschen noch.
Obwohl der Strompreis regelmäßig ansteigt, obwohl das Wehklagen der Kunden immer lauter wird, wagen die wenigsten Deutschen einen Wechsel ihres Stromanbieters. Laut dem jüngsten Monitoringbericht der Bundesnetzagentur beziehen knapp 85 Prozent der Haushalte ihren Strom weiterhin von lokalen Grundversorgern wie den Stadtwerken. Immerhin ist knapp die Hälfte von ihnen aber in einen anderen Tarif des Grundversorgers gewechselt. Lediglich 15 Prozent der deutschen Haushalte haben sich einen anderen Anbieter gesucht.
Die Folge: „Die Marktregulierung durch den Verbraucher funktioniert nicht richtig“, sagt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. Trotz der vielen Stromanbieter steigen die Preise immer weiter an, die Erhöhungen werden von Verbrauchern murrend, aber tatenlos hingenommen.
Trägheit trifft auf Halbwisssen
Halm kann sich mehrere Gründe dafür vorstellen: Zum einen seien viele Verbraucher schlicht zu träge, um sich zu informieren, und manchmal auch ein wenig überfordert damit: Mobilfunkanbieter, Gasvertrag, Altersvorsorge – um all das müssen sich die Verbraucher kümmern. Zudem ist die Auswahl an Anbietern teilweise sehr groß, so auch beim Strom. Ein Haushalt in Deutschland kann im Durchschnitt zwischen 66 verschiedenen Stromlieferanten auswählen.
Hinzu kommen offene Fragen, Gerüchte und Halbwahrheiten über Stromverträge: Was passiert, wenn das Unternehmen pleitegeht? Gab es da nicht mal diese Familie, die zwei Wochen im Dunkeln saß, als sie ihren Stromanbieter wechseln wollte? Kann man einen Vertrag mit einer Laufzeit von einem Jahr früher kündigen, wenn man auszieht? Oder muss man den Vertrag dann seinem Nachmieter aufschwatzen?
Irrtum 1: Beim Wechsel des Anbieters ist ein Stromausfall möglich
Das Gerücht geistert tatsächlich noch herum und hält so manchen Verbraucher davon ab, sich über alternative Anbieter zu informieren. Dabei ist ein Stromausfall beim Wechsel des Versorgers praktisch ausgeschlossen. Die örtlichen Grundversorger – das sind lokale Anbieter wie die Stadtwerke – sind verpflichtet, alle Haushalte stets zu beliefern. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und gilt selbst dann, wenn ein anderer Stromanbieter nicht mehr liefern kann, weil er insolvent ist. „Vor einer Versorgungslücke brauchen Stromkunden sich nicht zu fürchten“, sagt Halm. Sie vermutet, dass das Gerücht entstand, weil es beispielsweise beim Wechsel des Festnetz- oder Mobilfunkanschlusses in der Vergangenheit zu Unterbrechungen mitunter kam.
„An ihrer Steckdose bekommen die Kunden von dem Anbieterwechsel in der Regel wenig mit“, stellt Jürgen Scheurer, Sprecher des Vergleichsportals Verivox, klar. Denn auch nach dem Wechsel kommt der Strom physikalisch weiterhin vom nächstgelegenen Kraftwerk. Der neue Anbieter füllt das Netz nur mit der von seinen Kunden benötigten Strommenge wieder auf und zahlt dem Grundversorger dafür eine Durchleitungsgebühr.
Auch bei kleinen Rechnungsschulden fließt der Strom weiter
Selbst wenn ein Kunde seine Rechnungen nicht bezahlt, sind die Hürden, um ihm den Strom tatsächlich abzustellen, relativ hoch. Erst einmal muss der Kunde dem Unternehmen einen dreistelligen Betrag schulden, also mindestens 100 Euro. Außerdem muss das Stromunternehmen die Stromsperre vier Wochen vorher mit genauem Datum ankündigen. Es darf den Strom zudem nicht abschalten, wenn es dadurch zu einer Gefährdung des Verbrauchers kommen würde, wenn also etwa Medikamente im Kühlschrank gelagert werden müssen, erklärt Halm
Irrtum 2: Bei Auszug hat man ein Sonderkündigungsrecht
Das stimmt so pauschal nicht. Ein Sonderkündigungsrecht hat der Stromkunde nur unter bestimmten Bedingungen. Zunächst unterscheiden Juristen zwischen unbefristeten und befristeten Verträgen, also solchen mit einer Mindestlaufzeit. Erstere kann man in der Regel innerhalb von zwei Wochen regulär kündigen.
Anders sieht es aus, wenn der Vertrag über eine bestimmte Laufzeit abgeschlossen wurde. Dann gilt: Zieht der Kunde innerhalb des Zuliefergebietes seines Stromversorgers um, muss er dessen Strom auch in der neuen Wohnung beziehen. Eine Ausnahme gibt es dann, wenn der Kunde in der neuen Bleibe für den Strom mehr bezahlen müsste als in der alten; etwa weil der Versorger verschiedene Tarife für verschiedene Versorgungsgebiete berechnet. „Der Kunde erhält ein dann Sonderkündigungsrecht, weil das für ihn de facto eine Strompreiserhöhung wäre“, sagt Halm. Liegt die neue Wohnung außerhalb des Liefergebietes des alten Stromversorgers, besitzt der Kunde ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht, denn eine weitere Versorgung ist dann ja nicht mehr möglich
Irrtum 3: Der Anbieter darf den Stromverbrauch schätzen
Das ist eine klassische Halbwahrheit. Der jährliche Stromverbrauch darf nur unter ganz bestimmten Bedingungen geschätzt werden. Einmal im Jahr muss der genaue Stand des Stromzählers abgelesen werden. Dafür beauftragt das Unternehmen entweder einen Ableser, der zum Stromkunden kommt, oder er schickt dem Kunden eine Ablesekarte, die dieser ausfüllt und per Post zurück sendet. Zu diesem Verfahren sind viele Versorger aus Kostengründen übergangen. Aber auch wenn ein Kunde sich weigert, die Karte auszufüllen, darf der Anbieter dessen Verbrauch nicht einfach schätzen. Nur wenn der Kunde auch einem Ableser den Zugang zum Zähler verwehrt und dieser auch nicht frei zugänglich im Treppenhaus angebracht ist, darf der Anbieter anhand des geschätzten Stromverbrauchs abrechnen. Ihm bleibt ja auch keine andere Möglichkeit mehr. Als Grundlage für die Berechnung dienen der Verbrauch der vorherigen Jahre oder Erfahrungswerte von vergleichbaren Wohnungen.
Schätzt das Stromunternehmen den Verbrauch des Kunden, ohne sich vorher um eine ordnungsgemäße Ablesung gekümmert zu haben, hat das Folgen für eventuelle Nachzahlungen. Stellt sich beispielsweise fünf Jahre später heraus, dass der Kunde zu wenig gezahlt hat, der Anbieter seinen Verbrauch also unterschätzt hat, muss der Kunde lediglich die Differenz für die letzten drei Jahre nachzahlen. Das hat das Landgericht Kleve im Jahr 2007 entschieden (Az 5 S 185/06). „Nach drei Jahren sind Forderungen des Stromversorgers verjährt“, sagt Halm
Irrtum 4: Wer zu wenig Strom verbraucht, fliegt raus
Auch dieses Gerücht hält sich hartnäckig: Wer nur einen geringen Verbrauch hat, dem könne der Stromanbieter die Aufnahme in einen Tarif verweigern oder gar kündigen, heißt es. Ein Ammenmärchen, dem auffallend viele ältere Menschen anheim fallen – und deswegen oftmals tatenlos jede Strompreiserhöhung hinnehmen. Diese Sorge ist allerdings unbegründet, denn die lokalen Grundversorger sind dazu verpflichtet, jeden Haushalt mit Strom zu beliefern – egal, wie hoch der Verbrauch ist.
Für private Unternehmen gebe es zwar keinen Zwang, Kunden aufzunehmen, erklärt Halm. Aber oftmals lösen die Unternehmen das Problem aber dadurch, dass sie von solchen Kunden hohe Grundgebühren verlangen. Die Folge: „Für Haushalte mit geringem Stromverbrauch ist es manchmal tatsächlich schwierig, einen günstigen Anbieter zu finden“, sagt Verivox-Sprecher Scheurer. Die Tarife haben für Single-Haushalte oft eine höhere Grundgebühr als für Haushalte, in denen mehrere Personen leben. Manchmal verlangen alternative Anbieter auch einen Mindestverbrauch, der auf jeden Fall bezahlt werden muss, auch wenn die Strommenge nicht vollständig verbraucht wird
Irrtum 5: Jeder kann seinen Anbieter wechseln
Im Prinzip kann Verbraucher seinen Stromanbieter wechseln. Dennoch sieht die Realität manchmal anders aus. Denn um wechseln zu können, braucht man einen alternativen Anbieter, der den eigenen Bedarf möglichst exakt abdecken kann. Und das geht manchmal nicht, wie das Beispiel Heizstrom zeigt.
Dass zu wenig getan wird, um Verbrauchern den Wechsel ihres Stromanbieters zu erleichtern, kann man wahrlich nicht behaupten. Seit der Liberalisierung des Strommarktes vor 14 Jahren hat die Politik den Verbrauchern den Wechsel des Stromanbieters Jahr für Jahr immer leichter gemacht. Da wurden Kündigungsfristen verkürzt, Verbraucherzentralen rufen ständig dazu auf, dem Grundversorger den Rücken zu kehren, und Vergleichsportale wie Verivox, Toptarif oder Check24 werben unablässig damit, wie einfach ein Wechsel von statten geht. Trotzdem zögern die Deutschen noch.
Obwohl der Strompreis regelmäßig ansteigt, obwohl das Wehklagen der Kunden immer lauter wird, wagen die wenigsten Deutschen einen Wechsel ihres Stromanbieters. Laut dem jüngsten Monitoringbericht der Bundesnetzagentur beziehen knapp 85 Prozent der Haushalte ihren Strom weiterhin von lokalen Grundversorgern wie den Stadtwerken. Immerhin ist knapp die Hälfte von ihnen aber in einen anderen Tarif des Grundversorgers gewechselt. Lediglich 15 Prozent der deutschen Haushalte haben sich einen anderen Anbieter gesucht.
Die Folge: „Die Marktregulierung durch den Verbraucher funktioniert nicht richtig“, sagt Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern. Trotz der vielen Stromanbieter steigen die Preise immer weiter an, die Erhöhungen werden von Verbrauchern murrend, aber tatenlos hingenommen.
Trägheit trifft auf Halbwisssen
Halm kann sich mehrere Gründe dafür vorstellen: Zum einen seien viele Verbraucher schlicht zu träge, um sich zu informieren, und manchmal auch ein wenig überfordert damit: Mobilfunkanbieter, Gasvertrag, Altersvorsorge – um all das müssen sich die Verbraucher kümmern. Zudem ist die Auswahl an Anbietern teilweise sehr groß, so auch beim Strom. Ein Haushalt in Deutschland kann im Durchschnitt zwischen 66 verschiedenen Stromlieferanten auswählen.
Hinzu kommen offene Fragen, Gerüchte und Halbwahrheiten über Stromverträge: Was passiert, wenn das Unternehmen pleitegeht? Gab es da nicht mal diese Familie, die zwei Wochen im Dunkeln saß, als sie ihren Stromanbieter wechseln wollte? Kann man einen Vertrag mit einer Laufzeit von einem Jahr früher kündigen, wenn man auszieht? Oder muss man den Vertrag dann seinem Nachmieter aufschwatzen?
Irrtum 1: Beim Wechsel des Anbieters ist ein Stromausfall möglich
Das Gerücht geistert tatsächlich noch herum und hält so manchen Verbraucher davon ab, sich über alternative Anbieter zu informieren. Dabei ist ein Stromausfall beim Wechsel des Versorgers praktisch ausgeschlossen. Die örtlichen Grundversorger – das sind lokale Anbieter wie die Stadtwerke – sind verpflichtet, alle Haushalte stets zu beliefern. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und gilt selbst dann, wenn ein anderer Stromanbieter nicht mehr liefern kann, weil er insolvent ist. „Vor einer Versorgungslücke brauchen Stromkunden sich nicht zu fürchten“, sagt Halm. Sie vermutet, dass das Gerücht entstand, weil es beispielsweise beim Wechsel des Festnetz- oder Mobilfunkanschlusses in der Vergangenheit zu Unterbrechungen mitunter kam.
„An ihrer Steckdose bekommen die Kunden von dem Anbieterwechsel in der Regel wenig mit“, stellt Jürgen Scheurer, Sprecher des Vergleichsportals Verivox, klar. Denn auch nach dem Wechsel kommt der Strom physikalisch weiterhin vom nächstgelegenen Kraftwerk. Der neue Anbieter füllt das Netz nur mit der von seinen Kunden benötigten Strommenge wieder auf und zahlt dem Grundversorger dafür eine Durchleitungsgebühr.
Auch bei kleinen Rechnungsschulden fließt der Strom weiter
Selbst wenn ein Kunde seine Rechnungen nicht bezahlt, sind die Hürden, um ihm den Strom tatsächlich abzustellen, relativ hoch. Erst einmal muss der Kunde dem Unternehmen einen dreistelligen Betrag schulden, also mindestens 100 Euro. Außerdem muss das Stromunternehmen die Stromsperre vier Wochen vorher mit genauem Datum ankündigen. Es darf den Strom zudem nicht abschalten, wenn es dadurch zu einer Gefährdung des Verbrauchers kommen würde, wenn also etwa Medikamente im Kühlschrank gelagert werden müssen, erklärt Halm
Irrtum 2: Bei Auszug hat man ein Sonderkündigungsrecht
Das stimmt so pauschal nicht. Ein Sonderkündigungsrecht hat der Stromkunde nur unter bestimmten Bedingungen. Zunächst unterscheiden Juristen zwischen unbefristeten und befristeten Verträgen, also solchen mit einer Mindestlaufzeit. Erstere kann man in der Regel innerhalb von zwei Wochen regulär kündigen.
Anders sieht es aus, wenn der Vertrag über eine bestimmte Laufzeit abgeschlossen wurde. Dann gilt: Zieht der Kunde innerhalb des Zuliefergebietes seines Stromversorgers um, muss er dessen Strom auch in der neuen Wohnung beziehen. Eine Ausnahme gibt es dann, wenn der Kunde in der neuen Bleibe für den Strom mehr bezahlen müsste als in der alten; etwa weil der Versorger verschiedene Tarife für verschiedene Versorgungsgebiete berechnet. „Der Kunde erhält ein dann Sonderkündigungsrecht, weil das für ihn de facto eine Strompreiserhöhung wäre“, sagt Halm. Liegt die neue Wohnung außerhalb des Liefergebietes des alten Stromversorgers, besitzt der Kunde ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht, denn eine weitere Versorgung ist dann ja nicht mehr möglich
Irrtum 3: Der Anbieter darf den Stromverbrauch schätzen
Das ist eine klassische Halbwahrheit. Der jährliche Stromverbrauch darf nur unter ganz bestimmten Bedingungen geschätzt werden. Einmal im Jahr muss der genaue Stand des Stromzählers abgelesen werden. Dafür beauftragt das Unternehmen entweder einen Ableser, der zum Stromkunden kommt, oder er schickt dem Kunden eine Ablesekarte, die dieser ausfüllt und per Post zurück sendet. Zu diesem Verfahren sind viele Versorger aus Kostengründen übergangen. Aber auch wenn ein Kunde sich weigert, die Karte auszufüllen, darf der Anbieter dessen Verbrauch nicht einfach schätzen. Nur wenn der Kunde auch einem Ableser den Zugang zum Zähler verwehrt und dieser auch nicht frei zugänglich im Treppenhaus angebracht ist, darf der Anbieter anhand des geschätzten Stromverbrauchs abrechnen. Ihm bleibt ja auch keine andere Möglichkeit mehr. Als Grundlage für die Berechnung dienen der Verbrauch der vorherigen Jahre oder Erfahrungswerte von vergleichbaren Wohnungen.
Schätzt das Stromunternehmen den Verbrauch des Kunden, ohne sich vorher um eine ordnungsgemäße Ablesung gekümmert zu haben, hat das Folgen für eventuelle Nachzahlungen. Stellt sich beispielsweise fünf Jahre später heraus, dass der Kunde zu wenig gezahlt hat, der Anbieter seinen Verbrauch also unterschätzt hat, muss der Kunde lediglich die Differenz für die letzten drei Jahre nachzahlen. Das hat das Landgericht Kleve im Jahr 2007 entschieden (Az 5 S 185/06). „Nach drei Jahren sind Forderungen des Stromversorgers verjährt“, sagt Halm
Irrtum 4: Wer zu wenig Strom verbraucht, fliegt raus
Auch dieses Gerücht hält sich hartnäckig: Wer nur einen geringen Verbrauch hat, dem könne der Stromanbieter die Aufnahme in einen Tarif verweigern oder gar kündigen, heißt es. Ein Ammenmärchen, dem auffallend viele ältere Menschen anheim fallen – und deswegen oftmals tatenlos jede Strompreiserhöhung hinnehmen. Diese Sorge ist allerdings unbegründet, denn die lokalen Grundversorger sind dazu verpflichtet, jeden Haushalt mit Strom zu beliefern – egal, wie hoch der Verbrauch ist.
Für private Unternehmen gebe es zwar keinen Zwang, Kunden aufzunehmen, erklärt Halm. Aber oftmals lösen die Unternehmen das Problem aber dadurch, dass sie von solchen Kunden hohe Grundgebühren verlangen. Die Folge: „Für Haushalte mit geringem Stromverbrauch ist es manchmal tatsächlich schwierig, einen günstigen Anbieter zu finden“, sagt Verivox-Sprecher Scheurer. Die Tarife haben für Single-Haushalte oft eine höhere Grundgebühr als für Haushalte, in denen mehrere Personen leben. Manchmal verlangen alternative Anbieter auch einen Mindestverbrauch, der auf jeden Fall bezahlt werden muss, auch wenn die Strommenge nicht vollständig verbraucht wird
Irrtum 5: Jeder kann seinen Anbieter wechseln
Im Prinzip kann Verbraucher seinen Stromanbieter wechseln. Dennoch sieht die Realität manchmal anders aus. Denn um wechseln zu können, braucht man einen alternativen Anbieter, der den eigenen Bedarf möglichst exakt abdecken kann. Und das geht manchmal nicht, wie das Beispiel Heizstrom zeigt.
Zitat
Für Stromkunden mit Nachtspeicherheizungen oder großen Stromboilern ist der Wechsel deshalb oftmals schwierig oder gar unmöglich. Sie haben in der Regel einen Zweitarifzähler, der ihren Stromverbrauch in zwei Zeiträume einteilt: Tagsüber beziehen sie Strom zum normalen Hochtarif, nachts zum günstigeren Niedertarif. Die Nachtspeicherheizungen laden sich nachts mit Wärme auf, wenn Strom billig ist, und geben sie tagsüber wieder ab. In den 70er Jahren wurde diese Art des Heizens stark propagiert und subventioniert. Aufgrund veränderter Bedingungen im Energiesektor ist es inzwischen aber oft die teuerste Alternative.
Trotz Liberalisierung auf dem Strommarkt hat sich im Bereich des Nachtstroms kein nennenswerter Wettbewerb entfalten können. Die Anbieter begründen das mit schwer zu kalkulierenden Kosten. „Die meisten Verbraucher sind deswegen bei ihrem lokalen Grundversorger gefangen“, sagt Peter Blenkers von der Verbraucherzentrale NRW. In vielen Regionen gibt es schlicht keinen anderen Anbieter mit Tarifen für Nachtstrom.
Stromverbrauch splitten schont den Geldbeutel
Laut Blenkers können Verbraucher aber prüfen, ob folgende Variante für sie infrage kommt: Sie beziehen Nachtstrom weiterhin vom Grundversorger und wechseln nur den Anbieter für den Haushaltsstrom. Sie splitten ihren Stromverbrauch also. Häufig wird der Grundversorger aber für den Wechsel die getrennte Messung von Heiz- und Haushaltsstrom mit zwei unabhängigen Zählern fordern. Der bisherige Zweitarifzähler reicht dafür nicht aus. In vielen Fällen müsste also vor dem Anbieter-Wechsel auch die Elektro-Installation im Haus getrennt werden, um eine Abrechnung nach Heiz- und Haushaltsstrom vornehmen zu können. Verbraucher könne sich in Elektro-Fachbetrieben über Aufwand und Kosten der Umrüstung informieren. Oft rechnet sich das nicht – manchmal aber schon
Verivox-Pressesprecher Scheurer rät Verbrauchern, die noch Nachtstrom nutzen, auch über eine Modernisierung ihrer Heizungen nachzudenken. „Das Heizen mit Gas, Öl oder erneuerbaren Energien ist längst viel günstiger als Nachtspeicherheizungen.“ Zudem werden energetische Sanierungen von der staatlichen KfW und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) über Zuschüsse und Vergünstigte Darlehen gefördert
Strom-Schock für Millionen Verbraucher?
Schon jetzt sind die Energiepreise der größte Preistreiber unter den Verbrauchs-Kosten – und sie werden explodieren, sind Experten sicher.
Im Fokus des drohenden Preis-Schocks: die sogenannte Öko-Strom-Umlage EEG. Damit wird Förderung erneuerbarer Energien subventioniert.
Sie liegt aktuell bei 3,6 Cent pro Kilowattstunde. Experten erwarten, dass sie 2013 auf rund 5 Cent je Kilowattstunde erhöht wird. Für einen Privathaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden im Jahr würde dies einen Preisaufschlag von über 50 Euro im Jahr bedeuten.
Verbraucherschützer zeichnen im ZDF-Wirtschaftsmagazin WISO (Montag, 19.25 Uhr) sogar noch ein düstereres Bild, wie der Sender vorab mitteilt: Nach Prognosen des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen wird die EEG-Umlage auf bis zu neun Cent pro Kilowattstunde steigen.
Der genaue Wert soll am 15. Oktober bekannt gegeben werden.
Der Bedarf für eine Anhebung ist allerdings offensichtlich: Schon in den ersten neuen Monaten 2012 gab es bei der EEG-Umlage ein Finanzloch von 2,6 Milliarden Euro.
Kommt jetzt der Strom-Schock für Millionen Verbraucher?
Die Politik zofft sich: Wie soll Strom trotz Energie-Wende weiterhin bezahlbar bleiben?
► FDP-Chef und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler fordert eine Senkung der Strom-Steuer. Dies sei eine kurzfristige Lösung, damit Strom bezahlbar bleibe.
► Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) zeigte sich von dieser Idee „noch nicht überzeugt”. Im „Bericht aus Berlin” der ARD forderte er Rösler am Sonntag auf, der solle sagen, wie die durch eine Steuersenkung entstehenden Löcher im Bundeshaushalt gestopft werden könnten. Zudem verwies er auf das Beispiel Tankstellen, die nach jeder Steuersenkung ihre Preise noch einmal erhöht hätten.
Altmaier setzt stattdessen auf eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG): „Wir brauchen ein neues EEG.” Das alte Gesetz habe zehn Jahre funktioniert, sei nun aber außer Kontrolle geraten. Der Minister forderte alle Parteien auf, ohne Schnellschüsse ein neues Gesetz vorzubereiten.
Sein Vorschlag bis dahin: Privathaushalte und die Industrie könnten den Energieverbrauch durch stromsparende Anlagen deutlich drosseln. Dies würde dann die höheren Preise erst einmal wettmachen.
► Die SPD machte unterdessen die Bundesregierung mitverantwortlich für die Strompreisentwicklung. „Vor allem das schlechte Management der Bundesregierung treibt die Preise nach oben”, sagte Fraktionsvize Hubertus Heil.
Hinzu käme das Problem, dass 16 Länder 16 eigene Energiekonzepte haben und es an Koordinierung durch den Bund mangelt. Heil: „Alle paar Monate ein unverbindlicher Energiegipfel ist da zu wenig.”
VERBRAUCHERSCHÜTZER: UMLAGEERHÖHUNG SOLL BEGRENZT WERDEN
► Mieterbund, Verbraucherschützer und Handwerkstag in Nordrhein-Westfalen forderten gemeinsam in einem offenen Brief an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), sich für eine Begrenzung weiterer Umlageerhöhungen einzusetzen.
Als Alternative brachten sie eine mögliche Steuerfinanzierung anstehender Infrastrukturausgaben ins Gespräch.
Auf Kritik bei den Verbänden stieß vor allem „die ausufernde Erweiterung der Befreiungsregelung” für energieintensive Betriebe. Eine solche Ausnahmeregelung müsse strikt auf Unternehmen begrenzt werden, die nachweislich im internationalen Wettbewerb stünden.
►Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, forderte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa eine rasche Reform der Förderbestimmungen: Die Ökostrom-Förderung in der bisherigen Form laufe „aus dem Ruder”.
Mit Blick auf die steigende Umlagehöhe sagte Mundt: „Dass das unverhältnismäßig ist, sehen Sie allein schon daran, dass das reine Produkt Strom, also Produktion und Vertrieb, an der Strombörse 5 bis 6 Cent kostet.”
Obendrauf komme dann unter anderem die Umlage, die inzwischen in etwa genauso hoch sei, kritisierte Mundt.
Er schlug einen Umstieg auf ein Quotenmodell vor, bei dem die Energieversorger verpflichtet werden, einen bestimmten Ökostromanteil anzubieten.
►EU-Energiekommissar Günther Oettinger machte in der „Berliner Zeitung” deutlich: „Eine weitere Erhöhung der Energiepreise in Deutschland halte ich nicht für vertretbar.” Das gelte für Privatverbraucher wie für Industrie.
Oettinger warnte mit Blick auf die Kosten der Energiewende, „die Akzeptanz ist bei den Verbrauchern, die über ihre Rechnung die Kosten mittragen, nicht unbegrenzt”.
Schon jetzt sind die Energiepreise der größte Preistreiber unter den Verbrauchs-Kosten – und sie werden explodieren, sind Experten sicher.
Im Fokus des drohenden Preis-Schocks: die sogenannte Öko-Strom-Umlage EEG. Damit wird Förderung erneuerbarer Energien subventioniert.
Sie liegt aktuell bei 3,6 Cent pro Kilowattstunde. Experten erwarten, dass sie 2013 auf rund 5 Cent je Kilowattstunde erhöht wird. Für einen Privathaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden im Jahr würde dies einen Preisaufschlag von über 50 Euro im Jahr bedeuten.
Verbraucherschützer zeichnen im ZDF-Wirtschaftsmagazin WISO (Montag, 19.25 Uhr) sogar noch ein düstereres Bild, wie der Sender vorab mitteilt: Nach Prognosen des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen wird die EEG-Umlage auf bis zu neun Cent pro Kilowattstunde steigen.
Der genaue Wert soll am 15. Oktober bekannt gegeben werden.
Der Bedarf für eine Anhebung ist allerdings offensichtlich: Schon in den ersten neuen Monaten 2012 gab es bei der EEG-Umlage ein Finanzloch von 2,6 Milliarden Euro.
Kommt jetzt der Strom-Schock für Millionen Verbraucher?
Die Politik zofft sich: Wie soll Strom trotz Energie-Wende weiterhin bezahlbar bleiben?
► FDP-Chef und Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler fordert eine Senkung der Strom-Steuer. Dies sei eine kurzfristige Lösung, damit Strom bezahlbar bleibe.
► Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) zeigte sich von dieser Idee „noch nicht überzeugt”. Im „Bericht aus Berlin” der ARD forderte er Rösler am Sonntag auf, der solle sagen, wie die durch eine Steuersenkung entstehenden Löcher im Bundeshaushalt gestopft werden könnten. Zudem verwies er auf das Beispiel Tankstellen, die nach jeder Steuersenkung ihre Preise noch einmal erhöht hätten.
Altmaier setzt stattdessen auf eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG): „Wir brauchen ein neues EEG.” Das alte Gesetz habe zehn Jahre funktioniert, sei nun aber außer Kontrolle geraten. Der Minister forderte alle Parteien auf, ohne Schnellschüsse ein neues Gesetz vorzubereiten.
Sein Vorschlag bis dahin: Privathaushalte und die Industrie könnten den Energieverbrauch durch stromsparende Anlagen deutlich drosseln. Dies würde dann die höheren Preise erst einmal wettmachen.
► Die SPD machte unterdessen die Bundesregierung mitverantwortlich für die Strompreisentwicklung. „Vor allem das schlechte Management der Bundesregierung treibt die Preise nach oben”, sagte Fraktionsvize Hubertus Heil.
Hinzu käme das Problem, dass 16 Länder 16 eigene Energiekonzepte haben und es an Koordinierung durch den Bund mangelt. Heil: „Alle paar Monate ein unverbindlicher Energiegipfel ist da zu wenig.”
VERBRAUCHERSCHÜTZER: UMLAGEERHÖHUNG SOLL BEGRENZT WERDEN
► Mieterbund, Verbraucherschützer und Handwerkstag in Nordrhein-Westfalen forderten gemeinsam in einem offenen Brief an Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD), sich für eine Begrenzung weiterer Umlageerhöhungen einzusetzen.
Als Alternative brachten sie eine mögliche Steuerfinanzierung anstehender Infrastrukturausgaben ins Gespräch.
Auf Kritik bei den Verbänden stieß vor allem „die ausufernde Erweiterung der Befreiungsregelung” für energieintensive Betriebe. Eine solche Ausnahmeregelung müsse strikt auf Unternehmen begrenzt werden, die nachweislich im internationalen Wettbewerb stünden.
►Der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, forderte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa eine rasche Reform der Förderbestimmungen: Die Ökostrom-Förderung in der bisherigen Form laufe „aus dem Ruder”.
Mit Blick auf die steigende Umlagehöhe sagte Mundt: „Dass das unverhältnismäßig ist, sehen Sie allein schon daran, dass das reine Produkt Strom, also Produktion und Vertrieb, an der Strombörse 5 bis 6 Cent kostet.”
Obendrauf komme dann unter anderem die Umlage, die inzwischen in etwa genauso hoch sei, kritisierte Mundt.
Er schlug einen Umstieg auf ein Quotenmodell vor, bei dem die Energieversorger verpflichtet werden, einen bestimmten Ökostromanteil anzubieten.
►EU-Energiekommissar Günther Oettinger machte in der „Berliner Zeitung” deutlich: „Eine weitere Erhöhung der Energiepreise in Deutschland halte ich nicht für vertretbar.” Das gelte für Privatverbraucher wie für Industrie.
Oettinger warnte mit Blick auf die Kosten der Energiewende, „die Akzeptanz ist bei den Verbrauchern, die über ihre Rechnung die Kosten mittragen, nicht unbegrenzt”.
2013 droht ein Strompreisrekord
Um die Energiewende zu finanzieren, müssen Deutschlands Stromkunden bald noch tiefer in die Tasche greifen: Der Strompreis wird um bis zu elf Prozent steigen – so stark wie in den letzten zehn Jahren nicht. Für Verbraucher bedeutet das rund hundert Euro Mehrkosten pro Jahr.
Die deutschen Verbraucher müssen im kommenden Jahr mit drastischen Strompreissteigerungen von mindestens sieben Prozent, wahrscheinlich aber zehn Prozent und mehr rechnen. Ein Grund dafür ist, dass die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien, die auf den Strompreis aufgeschlagen wird, auf ein Rekordniveau von voraussichtlich knapp 5,3 Cent je Kilowattstunde steigen wird. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden im Jahr könnten die Förderkosten damit inklusive Mehrwertsteuer von knapp 150 Euro auf fast 220 Euro steigen, errechnete das Verbraucherportal toptarif.de. Eine Großfamilie müsse 2013 sogar 408 Euro brutto bezahlen.
Doch das ist nicht alles: Zugleich wird erwartet, dass die Netzentgelte, mit denen der Betrieb, die Wartung und der Ausbau der Stromnetze finanziert werden, stark steigen. Nicht zuletzt bekommen auch immer mehr energieintensive Unternehmen Rabatte bei der Umlage, deren Kosten wiederum den Verbrauchern aufgebürdet werden.
Stärkste Erhöhung seit zehn Jahren
Im Extremfall drohen Preissteigerungen von elf Prozent, teilte das Portal Verivox.de mit. „Eine Preissteigerung von elf Prozent wäre die stärkste Erhöhung in den letzten zehn Jahren“, sagte Dagmar Ginzel, Energieexpertin bei Verivox. „Die Strompreise steigen jedes Jahr, doch normalerweise bewegen sich die Erhöhungen im einstelligen Prozentbereich.“
Selbst der größte Energieversorger in Ostdeutschland, enviaM, macht keinen Hehl daraus, dass neue Strompreisrekorde nahen: In ganz Deutschland sei ab Januar 2013 mit einem „historischen“ Anstieg zu rechnen, kündigte Vertriebsvorstand Andreas Auerbach an. Der Preis werde um mindestens zehn Prozent höher liegen als heute.
Offiziell geben die vier Übertragungsnetzbetreiber am kommenden Montag bekannt, wie hoch die Ökostrom-Umlage für 2013 ausfällt. Sie sind für die Verwaltung des Kontos zuständig, über das die Vergütungen für Solar- und Windparks gezahlt werden. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist festgelegt, dass Betreiber von Wind- und Solarparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerken auf 20 Jahre garantierte feste Vergütungssätze für ihren Strom bekommen. Diese Zahlungen liegen über den Marktpreisen und werden über die Umlage von allen Bürgern finanziert. Da sich das Vergütungskonto Ende September mit 2,6 Milliarden Euro im Minus befand, war ein satter Anstieg absehbar. In Branchenkreisen hieß es, zwischen den Beteiligten habe man sich auf eine Umlage von 5,277 Cent geeinigt.
Merkels Stabilitäts-Versprechen ist Makulatur
Im Vorjahr waren kurz vor der Veröffentlichung der neuen Umlage noch kleine Veränderungen vorgenommen worden. Sicher ist aber, dass die Umlage knapp unter 5,3 Cent liegen wird. Damit drohen Haushalten jährliche Mehrkosten von 50 bis 60 Euro allein durch die Ökostrom-Förderung. Bisher fallen für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden je nach Anbieter Stromkosten von rund 900 Euro pro Jahr an, rund 125 Euro davon macht bisher die Ökostrom-Förderung aus.
Die neue Umlage-Zahl gilt als Politikum, weil Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Zuge der Energiewende 2011 betont hatte, die Umlage solle auf dem bisherigen Niveau von 3,5 Cent stabilisiert werden. Diese als Versprechen verstandene Ankündigung wird nun ausgerechnet im Bundestagswahljahr Makulatur.
Die Energieexperten von Verivox warnen: „Viele Stromanbieter werden die Erhöhung der Abgaben an ihre Kunden direkt weitergeben.“ Immerhin: Die Kunden haben in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht. „Wer eine solche Preiserhöhungsnachricht erhält, sollte die Gelegenheit nutzen, die Strompreise zu vergleichen und sich nach einem günstigeren Anbieter umschauen“, sagte Ginzel. Durch einen Anbieterwechsel lassen sich durchschnittlich 370 Euro sparen. Bei der Wahl des günstigsten Tarifs hilft der Strompreisrechner von FOCUS Online.
Greenpeace: Unternehmen sollen mehr zahlen
Unterdessen diskutieren Interessenverbände und Politik über Auswege aus der Preisspirale: Um die EEG-Umlage zu senken, schlägt die Umweltschutzorganisation Greenpeace in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft vor, die Begünstigungen von Unternehmen bei der EEG-Umlage zu reformieren und somit die Industrie stärker an den Kosten der Energiewende zu beteiligen. Zugleich fordert sie, Strom aus erneuerbaren Energien steuerlich zu begünstigen. Über diese beiden Faktoren ließe sich die EEG-Umlage von derzeit 3,59 Cent auf 2,2 Cent pro Kilowattstunde reduzieren, erklärte Greenpeace.
Um vor allem einkommensschwache Haushalte von der Preissteigerung zu entlasten, plädiert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer weiteren Studie für eine Anpassung der Hartz-IV-Grundsicherung, des Wohngeldes und des Bafög-Satzes. Zugleich regt das DIW einen Freibetrag bei der Stromsteuer für die ersten 1000 verbrauchten Kilowattstunden Strom pro Haushalt und Jahr an. Darüber hinaus fordert das Institut einen Ausbau von Beratungsprogrammen und Prämien für die Anschaffung von energiesparenden Haushaltsgeräten für einkommensschwache Haushalte.
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte am Dienstag angekündigt, allen Haushalten bis 2020 eine kostenlose Energieberatung ermöglichen zu wollen. Zudem stellte er Hilfsprogramme für einkommensschwache Haushalte in Aussicht. Deren Ausgestaltung ist aber noch unklar. Der energiepolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rolf Hempelmann, forderte in der „Welt“ einen „Energieeffizienzfonds“, aus dem die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen gefördert werden soll. Ähnlich äußerte sich Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn.
Die deutschen Verbraucher müssen im kommenden Jahr mit drastischen Strompreissteigerungen von mindestens sieben Prozent, wahrscheinlich aber zehn Prozent und mehr rechnen. Ein Grund dafür ist, dass die Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien, die auf den Strompreis aufgeschlagen wird, auf ein Rekordniveau von voraussichtlich knapp 5,3 Cent je Kilowattstunde steigen wird. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden im Jahr könnten die Förderkosten damit inklusive Mehrwertsteuer von knapp 150 Euro auf fast 220 Euro steigen, errechnete das Verbraucherportal toptarif.de. Eine Großfamilie müsse 2013 sogar 408 Euro brutto bezahlen.
Doch das ist nicht alles: Zugleich wird erwartet, dass die Netzentgelte, mit denen der Betrieb, die Wartung und der Ausbau der Stromnetze finanziert werden, stark steigen. Nicht zuletzt bekommen auch immer mehr energieintensive Unternehmen Rabatte bei der Umlage, deren Kosten wiederum den Verbrauchern aufgebürdet werden.
Stärkste Erhöhung seit zehn Jahren
Im Extremfall drohen Preissteigerungen von elf Prozent, teilte das Portal Verivox.de mit. „Eine Preissteigerung von elf Prozent wäre die stärkste Erhöhung in den letzten zehn Jahren“, sagte Dagmar Ginzel, Energieexpertin bei Verivox. „Die Strompreise steigen jedes Jahr, doch normalerweise bewegen sich die Erhöhungen im einstelligen Prozentbereich.“
Selbst der größte Energieversorger in Ostdeutschland, enviaM, macht keinen Hehl daraus, dass neue Strompreisrekorde nahen: In ganz Deutschland sei ab Januar 2013 mit einem „historischen“ Anstieg zu rechnen, kündigte Vertriebsvorstand Andreas Auerbach an. Der Preis werde um mindestens zehn Prozent höher liegen als heute.
Offiziell geben die vier Übertragungsnetzbetreiber am kommenden Montag bekannt, wie hoch die Ökostrom-Umlage für 2013 ausfällt. Sie sind für die Verwaltung des Kontos zuständig, über das die Vergütungen für Solar- und Windparks gezahlt werden. Im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist festgelegt, dass Betreiber von Wind- und Solarparks, Biogasanlagen und Wasserkraftwerken auf 20 Jahre garantierte feste Vergütungssätze für ihren Strom bekommen. Diese Zahlungen liegen über den Marktpreisen und werden über die Umlage von allen Bürgern finanziert. Da sich das Vergütungskonto Ende September mit 2,6 Milliarden Euro im Minus befand, war ein satter Anstieg absehbar. In Branchenkreisen hieß es, zwischen den Beteiligten habe man sich auf eine Umlage von 5,277 Cent geeinigt.
Merkels Stabilitäts-Versprechen ist Makulatur
Im Vorjahr waren kurz vor der Veröffentlichung der neuen Umlage noch kleine Veränderungen vorgenommen worden. Sicher ist aber, dass die Umlage knapp unter 5,3 Cent liegen wird. Damit drohen Haushalten jährliche Mehrkosten von 50 bis 60 Euro allein durch die Ökostrom-Förderung. Bisher fallen für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden je nach Anbieter Stromkosten von rund 900 Euro pro Jahr an, rund 125 Euro davon macht bisher die Ökostrom-Förderung aus.
Die neue Umlage-Zahl gilt als Politikum, weil Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Zuge der Energiewende 2011 betont hatte, die Umlage solle auf dem bisherigen Niveau von 3,5 Cent stabilisiert werden. Diese als Versprechen verstandene Ankündigung wird nun ausgerechnet im Bundestagswahljahr Makulatur.
Die Energieexperten von Verivox warnen: „Viele Stromanbieter werden die Erhöhung der Abgaben an ihre Kunden direkt weitergeben.“ Immerhin: Die Kunden haben in diesem Fall ein Sonderkündigungsrecht. „Wer eine solche Preiserhöhungsnachricht erhält, sollte die Gelegenheit nutzen, die Strompreise zu vergleichen und sich nach einem günstigeren Anbieter umschauen“, sagte Ginzel. Durch einen Anbieterwechsel lassen sich durchschnittlich 370 Euro sparen. Bei der Wahl des günstigsten Tarifs hilft der Strompreisrechner von FOCUS Online.
Greenpeace: Unternehmen sollen mehr zahlen
Unterdessen diskutieren Interessenverbände und Politik über Auswege aus der Preisspirale: Um die EEG-Umlage zu senken, schlägt die Umweltschutzorganisation Greenpeace in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft vor, die Begünstigungen von Unternehmen bei der EEG-Umlage zu reformieren und somit die Industrie stärker an den Kosten der Energiewende zu beteiligen. Zugleich fordert sie, Strom aus erneuerbaren Energien steuerlich zu begünstigen. Über diese beiden Faktoren ließe sich die EEG-Umlage von derzeit 3,59 Cent auf 2,2 Cent pro Kilowattstunde reduzieren, erklärte Greenpeace.
Um vor allem einkommensschwache Haushalte von der Preissteigerung zu entlasten, plädiert das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer weiteren Studie für eine Anpassung der Hartz-IV-Grundsicherung, des Wohngeldes und des Bafög-Satzes. Zugleich regt das DIW einen Freibetrag bei der Stromsteuer für die ersten 1000 verbrauchten Kilowattstunden Strom pro Haushalt und Jahr an. Darüber hinaus fordert das Institut einen Ausbau von Beratungsprogrammen und Prämien für die Anschaffung von energiesparenden Haushaltsgeräten für einkommensschwache Haushalte.
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hatte am Dienstag angekündigt, allen Haushalten bis 2020 eine kostenlose Energieberatung ermöglichen zu wollen. Zudem stellte er Hilfsprogramme für einkommensschwache Haushalte in Aussicht. Deren Ausgestaltung ist aber noch unklar. Der energiepolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rolf Hempelmann, forderte in der „Welt“ einen „Energieeffizienzfonds“, aus dem die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen gefördert werden soll. Ähnlich äußerte sich Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn.
Ja mach nur einen Plan....
Tolle Idee! Das Geld für den Fonds fällt ja wahrscheinlich vom Himmel.
Zitat
Der energiepolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rolf Hempelmann, forderte in der „Welt“ einen „Energieeffizienzfonds“, aus dem die Umsetzung von Energiesparmaßnahmen gefördert werden soll. Ähnlich äußerte sich Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn.
Die kopflos gestartete und panikartig beschleunigte "Energiewende" fliegt aus der Kurve.
Die Beseitigung ihrer Trümmer wird uns noch Unmengen Geld und viele Arbeitsplätze kosten.
Es ist offiziell
Die Verbraucher müssen vom 1. Januar 2013 an mit satten Strompreiserhöhungen rechnen.
Die auf den Strompreis aufgeschlagene Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt um 47 Prozent auf 5,277 Cent je Kilowattstunde. Hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer, so dass dieser Posten knapp 6,3 Cent ausmachen wird.
Das bestätigten die vier für die Verwaltung der Förderzahlungen zuständigen Übertragungsnetzbetreiber
Umweltminister Peter Altmaier (CDU) sagte zu BILD, die Energiewende und die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sei nicht zum Nulltarif zu haben.
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bekräftigte seine Forderung nach einer Senkung der Stromsteuer. Die SPD wollte dies vom Stromverbrauch abhängig machen. Der Versorger EWE verteidigte die erwartete Anhebung der Umlage für Öko-Energie.
► Kann ich die Mehrkosten, die auf mich zukommen jetzt schon ausrechnen?
Obwohl es diverse Strompreis-Rechner im Internet gibt, lässt sich die konkrete Erhöhung bislang noch nicht ausrechnen. Die Rechner basieren auf den Tarifen der Anbieter. Bislang hat sich lediglich RWE darüber geäußert, die Strompreise für seine Kunden erst einmal nicht anheben zu wollen.
► Was kommt 2013 genau auf die Verbraucher zu?
Für einen Durchschnittshaushalt ( 3 Personen) mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden (mit einer kWh lässt sich zum Beispiel eine Maschine Wäsche waschen) könnte die Erhöhung der Umlage zusätzliche Kosten von fast 60 Euro jährlich bedeuten – die Mehrwertsteuer noch nicht eingerechnet.
Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt kommt bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden auf zusätzliche Kosten von gut 70 Euro.
BEISPIEL-RECHNUNG
Derzeit zahlt ein Drei-Personen-Haushalt etwa 26,4 Cent je kWh – rund 50 Prozent davon sind Steuern, Ökostrom-Umlage und andere Abgaben. Insgesamt zahlt er also 924 Euro pro Jahr.
Steigt der Strompreis um mindestens zehn Prozent, so die Prognose der Energieversorger, droht ein Anstieg um knapp 100 Euro auf 1016 Euro.
Strom macht im Haushaltsbudget bisher oft nur 2,5 bis 3 Prozent aus.
Ob einige Strom-Konzerne die steigenden Kosten allerdings voll auf die Kunden umlegen, muss sich noch zeigen.
► Wie viel Öko-Abgabe steckt in meinem Strom?
55 Prozent des Strompreises machen Erzeugung, Transport und Vertrieb aus. Der Rest setzt sich aus Steuern und Abgaben zusammen.
► Was sagen die Verbraucher?
Die auf ein Rekordniveau steigende Umlage halten 51 Prozent der Deutschen für zu hoch. Das ergab eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien. Die bisherige Umlage von 3,59 Cent je Kilowattstunde wurde von rund drei Viertel der Befragten noch als akzeptabel bewertet.
► Warum profitieren die Bürger nicht von den gesunkenen Einkaufspreisen?
Das ist das Paradoxe. Während eine steigende Ökostrom-Umlage eins zu eins weitergegeben wird, ist dies bei gesunkenen Einkaufspreisen meist nicht der Fall.
An der Strombörse in Leipzig sind diese seit dem Atomunfall von Fukushima teils deutlich gefallen. Wind- und Solarstrom verbilligen gerade mittags den Strom. Oft kostet er nur noch 5 Cent pro Kilowattstunde – doch der Bürger spürt davon fast nichts. Auch weil Steuern, Abgaben und Umlagen insgesamt schon 45 Prozent des Endkundenpreises ausmachen.
► Kann ich den Preis beeinflussen?
Stromsparen oder den Anbieter wechseln, gerade im Vergleichen der Tarife liegt oft das größte Einsparpotenzial.
Zudem gibt es die Energieberatung der Verbraucherzentralen, die je nach Umfang zehn bis 30 Euro kostet.
Für Empfänger von Sozialleistungen gibt es das Projekt Stromspar-Check der Caritas sowie des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen. Dabei kommen Stromsparhelfer nach Hause, identifizieren Energiefresser und stellen kostenlos Sparlampen oder abschaltbare Stecker zur Verfügung.
In der Regel können mit dieser Hilfe mehr als zehn Prozent der Kosten eingespart werden, also in etwa der jetzt für 2013 drohende Strompreisanstieg für Haushalte.
► Wird die Umlage ohne EEG-Reform 2014 noch weiter steigen?
Wahrscheinlich nicht. Denn die neue Umlage beinhaltet einen dicken Puffer. Zudem steigt sie so stark, weil das Umlage-Konto unter anderem wegen der vielen Solaranlagen in diesem Jahr bereits 2,6 Milliarden Euro ins Minus gerutscht ist. Außerdem wird die Umlage durch mehr Rabatte für stromintensive Unternehmen wie Stahlwerke aufgebläht. Umweltminister Altmaier will dies überprüfen, betont aber, dass der Löwenanteil der Nachlässe zur Jobsicherung große Bedeutung habe.
► Warum zahlt die Industrie weniger?
Energieintensive Unternehmen genießen bei der Ökostrom-Umlage gewisse Privilegien. In diesem Jahr profitieren laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle 734 Firmen beziehungsweise Firmenteile in Deutschland davon.
Zum Schutz ihrer Wettbewerbsfähigkeit müssen sie lediglich einen Anteil an der sogenannten EEG-Umlage zahlen, der je nach Verbrauch zwischen einem und zehn Prozent liegt.
SCHULDZUWEISUNGEN
Altmaier gab SPD und Grünen eine Mitschuld an den steigenden Kosten.
Der Grundfehler sei bereits 2000 von Rot-Grün gemacht worden, sagte Altmaier BILD. „Damals wurde nicht überlegt, wie sich die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien im Griff halten lassen. Die Quittung gibt es jetzt”, sagte er. „Der Zubau mit Solaranlagen war in den letzten beiden Jahren dreimal so stark wie erwartet.”
Mit der geplanten EEG-Reform solle erreicht werden, dass die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien insgesamt erträglich blieben. Er lade die FDP ein, seinen Einsatz für eine bezahlbare Energiewende zu unterstützen.
Der FDP-Vorsitzende Rösler hat dazu jedoch seine eigenen Vorstellungen. „Kurzfristig können wir die Stromsteuer senken, um die Verbraucher zu entlasten,” sagte Rösler der „Passauer Neuen Presse”. Altmaier lehnte das als Schnellschuss ab.
Die auf den Strompreis aufgeschlagene Umlage zur Förderung erneuerbarer Energien steigt um 47 Prozent auf 5,277 Cent je Kilowattstunde. Hinzu kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer, so dass dieser Posten knapp 6,3 Cent ausmachen wird.
Das bestätigten die vier für die Verwaltung der Förderzahlungen zuständigen Übertragungsnetzbetreiber
Umweltminister Peter Altmaier (CDU) sagte zu BILD, die Energiewende und die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sei nicht zum Nulltarif zu haben.
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bekräftigte seine Forderung nach einer Senkung der Stromsteuer. Die SPD wollte dies vom Stromverbrauch abhängig machen. Der Versorger EWE verteidigte die erwartete Anhebung der Umlage für Öko-Energie.
► Kann ich die Mehrkosten, die auf mich zukommen jetzt schon ausrechnen?
Obwohl es diverse Strompreis-Rechner im Internet gibt, lässt sich die konkrete Erhöhung bislang noch nicht ausrechnen. Die Rechner basieren auf den Tarifen der Anbieter. Bislang hat sich lediglich RWE darüber geäußert, die Strompreise für seine Kunden erst einmal nicht anheben zu wollen.
► Was kommt 2013 genau auf die Verbraucher zu?
Für einen Durchschnittshaushalt ( 3 Personen) mit einem Jahresverbrauch von 3500 Kilowattstunden (mit einer kWh lässt sich zum Beispiel eine Maschine Wäsche waschen) könnte die Erhöhung der Umlage zusätzliche Kosten von fast 60 Euro jährlich bedeuten – die Mehrwertsteuer noch nicht eingerechnet.
Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt kommt bei einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden auf zusätzliche Kosten von gut 70 Euro.
BEISPIEL-RECHNUNG
Derzeit zahlt ein Drei-Personen-Haushalt etwa 26,4 Cent je kWh – rund 50 Prozent davon sind Steuern, Ökostrom-Umlage und andere Abgaben. Insgesamt zahlt er also 924 Euro pro Jahr.
Steigt der Strompreis um mindestens zehn Prozent, so die Prognose der Energieversorger, droht ein Anstieg um knapp 100 Euro auf 1016 Euro.
Strom macht im Haushaltsbudget bisher oft nur 2,5 bis 3 Prozent aus.
Ob einige Strom-Konzerne die steigenden Kosten allerdings voll auf die Kunden umlegen, muss sich noch zeigen.
► Wie viel Öko-Abgabe steckt in meinem Strom?
55 Prozent des Strompreises machen Erzeugung, Transport und Vertrieb aus. Der Rest setzt sich aus Steuern und Abgaben zusammen.
► Was sagen die Verbraucher?
Die auf ein Rekordniveau steigende Umlage halten 51 Prozent der Deutschen für zu hoch. Das ergab eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien. Die bisherige Umlage von 3,59 Cent je Kilowattstunde wurde von rund drei Viertel der Befragten noch als akzeptabel bewertet.
► Warum profitieren die Bürger nicht von den gesunkenen Einkaufspreisen?
Das ist das Paradoxe. Während eine steigende Ökostrom-Umlage eins zu eins weitergegeben wird, ist dies bei gesunkenen Einkaufspreisen meist nicht der Fall.
An der Strombörse in Leipzig sind diese seit dem Atomunfall von Fukushima teils deutlich gefallen. Wind- und Solarstrom verbilligen gerade mittags den Strom. Oft kostet er nur noch 5 Cent pro Kilowattstunde – doch der Bürger spürt davon fast nichts. Auch weil Steuern, Abgaben und Umlagen insgesamt schon 45 Prozent des Endkundenpreises ausmachen.
► Kann ich den Preis beeinflussen?
Stromsparen oder den Anbieter wechseln, gerade im Vergleichen der Tarife liegt oft das größte Einsparpotenzial.
Zudem gibt es die Energieberatung der Verbraucherzentralen, die je nach Umfang zehn bis 30 Euro kostet.
Für Empfänger von Sozialleistungen gibt es das Projekt Stromspar-Check der Caritas sowie des Bundesverbandes der Energie- und Klimaschutzagenturen. Dabei kommen Stromsparhelfer nach Hause, identifizieren Energiefresser und stellen kostenlos Sparlampen oder abschaltbare Stecker zur Verfügung.
In der Regel können mit dieser Hilfe mehr als zehn Prozent der Kosten eingespart werden, also in etwa der jetzt für 2013 drohende Strompreisanstieg für Haushalte.
► Wird die Umlage ohne EEG-Reform 2014 noch weiter steigen?
Wahrscheinlich nicht. Denn die neue Umlage beinhaltet einen dicken Puffer. Zudem steigt sie so stark, weil das Umlage-Konto unter anderem wegen der vielen Solaranlagen in diesem Jahr bereits 2,6 Milliarden Euro ins Minus gerutscht ist. Außerdem wird die Umlage durch mehr Rabatte für stromintensive Unternehmen wie Stahlwerke aufgebläht. Umweltminister Altmaier will dies überprüfen, betont aber, dass der Löwenanteil der Nachlässe zur Jobsicherung große Bedeutung habe.
► Warum zahlt die Industrie weniger?
Energieintensive Unternehmen genießen bei der Ökostrom-Umlage gewisse Privilegien. In diesem Jahr profitieren laut Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle 734 Firmen beziehungsweise Firmenteile in Deutschland davon.
Zum Schutz ihrer Wettbewerbsfähigkeit müssen sie lediglich einen Anteil an der sogenannten EEG-Umlage zahlen, der je nach Verbrauch zwischen einem und zehn Prozent liegt.
SCHULDZUWEISUNGEN
Altmaier gab SPD und Grünen eine Mitschuld an den steigenden Kosten.
Der Grundfehler sei bereits 2000 von Rot-Grün gemacht worden, sagte Altmaier BILD. „Damals wurde nicht überlegt, wie sich die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien im Griff halten lassen. Die Quittung gibt es jetzt”, sagte er. „Der Zubau mit Solaranlagen war in den letzten beiden Jahren dreimal so stark wie erwartet.”
Mit der geplanten EEG-Reform solle erreicht werden, dass die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien insgesamt erträglich blieben. Er lade die FDP ein, seinen Einsatz für eine bezahlbare Energiewende zu unterstützen.
Der FDP-Vorsitzende Rösler hat dazu jedoch seine eigenen Vorstellungen. „Kurzfristig können wir die Stromsteuer senken, um die Verbraucher zu entlasten,” sagte Rösler der „Passauer Neuen Presse”. Altmaier lehnte das als Schnellschuss ab.
Das war es noch nicht! Strompreise steigen noch weiter ..
Die gestiegene Ökostrom-Umlage ist noch nicht verdaut, da droht den Stromkunden der nächste Preisschock: Die Netzbetreiber fordern mehr Geld. Die Gebühren stehen vor einem deutlichen Sprung.
Nicht nur wegen der gestiegenen EEG-Umlage wird Strom im nächsten Jahr teurer. Den Kunden droht noch eine weitere Erhöhungswelle, die die „Financial Times Deutschland“ in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet. Demnach planen die Betreiber von Stromnetz eine Entgelterhöhung von bis zu 23 Prozent. Das gehe aus einem ersten Überblick des Energieanbieters Lichtblick hervor. Das Vergleichsportal Verivox bestätigte den Trend. Die ersten Daten deuteten auf eine durchschnittliche Steigerung von zehn Prozent hin, so ein Sprecher gegenüber FOCUS Online. Die Bundesnetzagentur beziehungsweise die Landesregulierungsbehörden müssen der Erhöhung der Netzentgelte allerdings noch zustimmen.
Die Netzentgelte machen gut 22 Prozent des Strompreises aus. Im vergangenen Jahr waren es knapp fünf Cent je Kilowattstunde. Die Netzentgelte sind eine Gebühr, die die Energiekonzerne den Netzbetreibern für die Durchleitung des Stromes zahlen. Die Konzerne geben die Entgelte wiederum an die Stromkunden weiter. Die Bundesnetzagentur garantiert eine feste Rendite, um den Netzbetreibern einen Anreiz für Investitionen und den Ausbau zu geben.
Die Branche mache vor allem die zunehmende Einspeisung von Solar- und Windstrom für die Kostensteigerung verantwortlich, schreibt die FTD. „Wir haben technisch alle Hände voll zu tun“, zitiert die Zeitung ein Unternehmen. Steigerungsraten von 30 bis 40 Prozent bei Ökostrom erforderten mehr Investitionen in Trafos, Umspannanlagen sowie Mess- und Regeltechnik.
Nicht nur wegen der gestiegenen EEG-Umlage wird Strom im nächsten Jahr teurer. Den Kunden droht noch eine weitere Erhöhungswelle, die die „Financial Times Deutschland“ in ihrer Donnerstagsausgabe berichtet. Demnach planen die Betreiber von Stromnetz eine Entgelterhöhung von bis zu 23 Prozent. Das gehe aus einem ersten Überblick des Energieanbieters Lichtblick hervor. Das Vergleichsportal Verivox bestätigte den Trend. Die ersten Daten deuteten auf eine durchschnittliche Steigerung von zehn Prozent hin, so ein Sprecher gegenüber FOCUS Online. Die Bundesnetzagentur beziehungsweise die Landesregulierungsbehörden müssen der Erhöhung der Netzentgelte allerdings noch zustimmen.
Die Netzentgelte machen gut 22 Prozent des Strompreises aus. Im vergangenen Jahr waren es knapp fünf Cent je Kilowattstunde. Die Netzentgelte sind eine Gebühr, die die Energiekonzerne den Netzbetreibern für die Durchleitung des Stromes zahlen. Die Konzerne geben die Entgelte wiederum an die Stromkunden weiter. Die Bundesnetzagentur garantiert eine feste Rendite, um den Netzbetreibern einen Anreiz für Investitionen und den Ausbau zu geben.
Die Branche mache vor allem die zunehmende Einspeisung von Solar- und Windstrom für die Kostensteigerung verantwortlich, schreibt die FTD. „Wir haben technisch alle Hände voll zu tun“, zitiert die Zeitung ein Unternehmen. Steigerungsraten von 30 bis 40 Prozent bei Ökostrom erforderten mehr Investitionen in Trafos, Umspannanlagen sowie Mess- und Regeltechnik.
560 Versorger erhöhen zum Jahreswechsel die Preise
Dass die Energiekonzerne die steigende Öko-Umlage auf ihre Kunden umlegen würden, war abzusehen. Doch damit sind die Preiserhöhungen, die die Versorger zum Jahreswechsel verlangen, kaum zu erklären. Welche Mehrkosten auf Sie zukommen – und wie Sie sich wehren.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich die Stromversorger – gezwungenermaßen – mit Preiserhöhungen aus der Deckung trauen würden. Schließlich ist seit Wochen bekannt, dass die Ökostrom-Umlage im kommenden Jahr auf ein historisches Niveau steigen wird. Aber auch höhere Netzentgelte und weitere Umlagen schlagen zum 1. Januar zu Buche. Und nicht zuletzt wollen die Versorger ja auch noch etwas an ihren Kunden verdienen.
Überraschenderweise hatten einige Große der Branche aber noch Mitte Oktober verkündet, dass sie die Preise trotzdem stabil lassen – vorerst. Das ließ bei Umweltminister Peter Altmaier (CDU) die Hoffnung aufkeimen, die Versorger könnten nur einen Teil oder auch gar nichts von der erhöhten Öko-Umlage an die Endverbraucher weitergeben.
Stichtag 20. November
Doch daraus wird nichts. Millionen deutschen Stromkunden flattern dieser Tage unangenehme Briefe ins Haus: Zahlreiche Stromversorger kündigen darin teils drastische Preiserhöhungen an. Weitere Anbieter dürften in den nächsten Tagen nachziehen. Denn die Versorger sind gesetzlich verpflichtet, Preiserhöhungen sechs Wochen vorher anzukündigen. Damit ergibt sich als Stichtag der 20. November. Wer bis dahin keine Post von seinem Stromanbieter erhalten hat, dürfte zunächst glimpflich davonkommen.
Den Anstoß zur Preiserhöhungs-Welle gab der Vattenfall-Konzern. Der größte Stromversorger in Berlin und Hamburg verlangt von den Bürgern beider Stadtstaaten ab 2013 für eine Kilowattstunde 3,52 Cent mehr. Für Privatkunden mit einem Jahresverbrauch von 2200 Kilowattstunden wird der Strom im Grundversorgungstarif damit um 12,8 Prozent teurer. Nie zuvor hat der Konzern seine Preise in Deutschland so stark erhöht.
Vattenfall betonte, der Anstieg sei vor allem auf die höheren Steuern und Abgaben unter anderem für die Energiewende zurückzuführen. „Von den fast 3,5 Cent Erhöhung sind drei Cent energiewendebedingt“, rechtfertigt ein Sprecher den Aufschlag.
Der Spitzenreiter verlangt 20 Prozent mehr
Das Verbraucherportal Verivox hat für FOCUS Online eine Liste der Versorger zusammengestellt, die für den Januar bereits Preiserhöhungen angekündigt haben. Bisher sind es 560.
Den Vogel in Sachen Preiserhöhungen schießen die Stadtwerke Plattling (Bayern) ab: Dort verteuert sich der Grundtarif zu Jahresbeginn 2013 um satte 20 Prozent: Anstatt 934 Euro stehen für 4000 Kilowattstunden dann 1121 Euro auf der Strom-Jahresabrechnung. Im Durchschnitt steigen die Preise bei den 560 Versorgern um 11,8 Prozent.
Mit unseren Tabellen können Sie sich einen Überblick verschaffen, um wie viel teurer der Strom bei Ihrem Versorger wird. Die Listen sind alphabetisch sortiert nach den Namen der Anbieter – die unzähligen Stadtwerke sind unter dem Buchstaben „S“ zu finden. Innerhalb der Kategorie Stadtwerke sind die Anbieter wiederum alphabetisch nach Städten sortiert.
Bitte beachten Sie: Die Liste bildet den Stand vom Dienstag (20. November) ab, laut Verivox kommen täglich neue Meldungen hinzu.
Zum Verständnis der TabellenAngegeben sind die Preise für Haushaltskunden bei einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden.
Die Preise beziehen sich auf das erste Jahr und berücksichtigen einmalige Freieinheiten und Rabatte. Zum Teil wurden auch mehrere Angebote desselben Grundversorgers berücksichtigt.
Alle Angaben in Euro, brutto und gerundet.
Quelle: www.verivox.de; Stand: 20. November 2012
>> Tabellen der Anbieter
Es war nur eine Frage der Zeit, bis sich die Stromversorger – gezwungenermaßen – mit Preiserhöhungen aus der Deckung trauen würden. Schließlich ist seit Wochen bekannt, dass die Ökostrom-Umlage im kommenden Jahr auf ein historisches Niveau steigen wird. Aber auch höhere Netzentgelte und weitere Umlagen schlagen zum 1. Januar zu Buche. Und nicht zuletzt wollen die Versorger ja auch noch etwas an ihren Kunden verdienen.
Überraschenderweise hatten einige Große der Branche aber noch Mitte Oktober verkündet, dass sie die Preise trotzdem stabil lassen – vorerst. Das ließ bei Umweltminister Peter Altmaier (CDU) die Hoffnung aufkeimen, die Versorger könnten nur einen Teil oder auch gar nichts von der erhöhten Öko-Umlage an die Endverbraucher weitergeben.
Stichtag 20. November
Doch daraus wird nichts. Millionen deutschen Stromkunden flattern dieser Tage unangenehme Briefe ins Haus: Zahlreiche Stromversorger kündigen darin teils drastische Preiserhöhungen an. Weitere Anbieter dürften in den nächsten Tagen nachziehen. Denn die Versorger sind gesetzlich verpflichtet, Preiserhöhungen sechs Wochen vorher anzukündigen. Damit ergibt sich als Stichtag der 20. November. Wer bis dahin keine Post von seinem Stromanbieter erhalten hat, dürfte zunächst glimpflich davonkommen.
Den Anstoß zur Preiserhöhungs-Welle gab der Vattenfall-Konzern. Der größte Stromversorger in Berlin und Hamburg verlangt von den Bürgern beider Stadtstaaten ab 2013 für eine Kilowattstunde 3,52 Cent mehr. Für Privatkunden mit einem Jahresverbrauch von 2200 Kilowattstunden wird der Strom im Grundversorgungstarif damit um 12,8 Prozent teurer. Nie zuvor hat der Konzern seine Preise in Deutschland so stark erhöht.
Vattenfall betonte, der Anstieg sei vor allem auf die höheren Steuern und Abgaben unter anderem für die Energiewende zurückzuführen. „Von den fast 3,5 Cent Erhöhung sind drei Cent energiewendebedingt“, rechtfertigt ein Sprecher den Aufschlag.
Der Spitzenreiter verlangt 20 Prozent mehr
Das Verbraucherportal Verivox hat für FOCUS Online eine Liste der Versorger zusammengestellt, die für den Januar bereits Preiserhöhungen angekündigt haben. Bisher sind es 560.
Den Vogel in Sachen Preiserhöhungen schießen die Stadtwerke Plattling (Bayern) ab: Dort verteuert sich der Grundtarif zu Jahresbeginn 2013 um satte 20 Prozent: Anstatt 934 Euro stehen für 4000 Kilowattstunden dann 1121 Euro auf der Strom-Jahresabrechnung. Im Durchschnitt steigen die Preise bei den 560 Versorgern um 11,8 Prozent.
Mit unseren Tabellen können Sie sich einen Überblick verschaffen, um wie viel teurer der Strom bei Ihrem Versorger wird. Die Listen sind alphabetisch sortiert nach den Namen der Anbieter – die unzähligen Stadtwerke sind unter dem Buchstaben „S“ zu finden. Innerhalb der Kategorie Stadtwerke sind die Anbieter wiederum alphabetisch nach Städten sortiert.
Bitte beachten Sie: Die Liste bildet den Stand vom Dienstag (20. November) ab, laut Verivox kommen täglich neue Meldungen hinzu.
Zum Verständnis der TabellenAngegeben sind die Preise für Haushaltskunden bei einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden.
Die Preise beziehen sich auf das erste Jahr und berücksichtigen einmalige Freieinheiten und Rabatte. Zum Teil wurden auch mehrere Angebote desselben Grundversorgers berücksichtigt.
Alle Angaben in Euro, brutto und gerundet.
Quelle: www.verivox.de; Stand: 20. November 2012
>> Tabellen der Anbieter
Jetzt kommt die zweite Welle der Strompreis-Abzocke
Gehören Sie zu den Stromkunden, die zum Jahreswechsel von Preiserhöhungen verschont blieben? Dann war Ihre Freude leider verfrüht: Viele Versorger, die sich Ende 2012 noch großzügig gaben, holen den Aufschlag jetzt nach.
Es wäre auch zu schön gewesen. Noch im Oktober tönten einige Energieversorger, ihre Strompreise trotz der steigenden Förderumlagen für erneuerbare Energien konstant zu halten – allen voran der Großkonzern RWE. „RWE Vertrieb hält ihren Strompreis in der Grundversorgung bis in das Jahr 2013 stabil“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. „Das binden wir uns ans Bein.“
Mittlerweile ist klar, was mit „bis in das Jahr 2013“ gemeint war: Am Mittwoch kündigte der Konzern an, die Tarife zum 1. März anzuheben. In der Grundversorgung steigt der Bruttopreis je Kilowattstunde um 2,8 Cent auf 28,98 Cent. Als monatliche Grundgebühr verlangt RWE ab März 8,33 Euro statt bisher 7,74 Euro. Der Strom verteuert sich demnach bei einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden um gut 90 Euro im Jahr – das sind zehn Prozent mehr. Zur Begründung verweist der Energieriese – welch Überraschung – vor allem auf die gestiegenen staatlichen Abgaben zur Ökostromförderung.
50 Stromversorger holen Erhöhungen nach
Seit November haben bereits hunderte Versorger aus ähnlichen Gründen höhere Tarife angekündigt, darunter auch E.on , EnBW und Vattenfall. Zum Jahreswechsel erhöhten nach einer Erhebung des Verbraucherportals Verivox.de insgesamt 740 Stromanbieter für rund 32 Millionen Haushalte ihre Preise. Im Schnitt steigt die Stromrechnung für eine Durchschnittsfamilie um zwölf Prozent.
Im Februar, März und April holen nun nach aktuellem Stand 50 Versorger nach, was sie bislang versäumten – und erhöhen die Strompreise für nochmals fast acht Millionen Haushaushalte nach Angaben von Verivox ebenfalls um durchschnittlich zwölf Prozent
Es wäre auch zu schön gewesen. Noch im Oktober tönten einige Energieversorger, ihre Strompreise trotz der steigenden Förderumlagen für erneuerbare Energien konstant zu halten – allen voran der Großkonzern RWE. „RWE Vertrieb hält ihren Strompreis in der Grundversorgung bis in das Jahr 2013 stabil“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. „Das binden wir uns ans Bein.“
Mittlerweile ist klar, was mit „bis in das Jahr 2013“ gemeint war: Am Mittwoch kündigte der Konzern an, die Tarife zum 1. März anzuheben. In der Grundversorgung steigt der Bruttopreis je Kilowattstunde um 2,8 Cent auf 28,98 Cent. Als monatliche Grundgebühr verlangt RWE ab März 8,33 Euro statt bisher 7,74 Euro. Der Strom verteuert sich demnach bei einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden um gut 90 Euro im Jahr – das sind zehn Prozent mehr. Zur Begründung verweist der Energieriese – welch Überraschung – vor allem auf die gestiegenen staatlichen Abgaben zur Ökostromförderung.
50 Stromversorger holen Erhöhungen nach
Seit November haben bereits hunderte Versorger aus ähnlichen Gründen höhere Tarife angekündigt, darunter auch E.on , EnBW und Vattenfall. Zum Jahreswechsel erhöhten nach einer Erhebung des Verbraucherportals Verivox.de insgesamt 740 Stromanbieter für rund 32 Millionen Haushalte ihre Preise. Im Schnitt steigt die Stromrechnung für eine Durchschnittsfamilie um zwölf Prozent.
Im Februar, März und April holen nun nach aktuellem Stand 50 Versorger nach, was sie bislang versäumten – und erhöhen die Strompreise für nochmals fast acht Millionen Haushaushalte nach Angaben von Verivox ebenfalls um durchschnittlich zwölf Prozent
... deshalb Sonderkündigungsrecht wahrnehmen und Versorger wechseln!
Um den gestiegenen Energiekosten entgegen zu wirken, gibt es nur eine Möglichkeit, Versorger wechseln.
Als Regionalleiter einer Energie-Einkaufsgenossenschaft, ausschließlich fürUnternehmen, kann ich nur empfehlen, wenn möglich, vom Sonderkündigungsrechtgebrauch zu machen und sich einen günstigeren Anbieter zu suchen.
Unsere Genossenschaft zum Beispiel ist der etwas andere Energieversorger. Siewurde im Jahr 2009 als Genossenschaft für Unternehmer gegründet und ist seit März 2011 eingetragener Energieversorger mit eigenem Bilanzkreis. Hervorgegangen ist die Genossenschaft aus einer Gruppe befreundeter mittelständischer Unternehmer, alsdiese sich im Frühjahr 2009 über die Chancen des liberalisierten Strommarktsunterhielt und die Vorteile für die Großindustrie: Konzerne kaufen große Strommengen zu günstigen Konditionen und schaffen sich damitWettbewerbsvorteile.
Warum sollten nicht alle Unternehmen von den Möglichkeiten der Liberalisierungprofitieren können?
So entstand die Idee der Genossenschaft, die mit Sachverstand den Strombedarf ihrer
Mitglieder bündelt, um ihnen so die optimalen Konditionen der Großindustrie zu verschaffen. Auf diese Weise ist eine starke Gemeinschaft entstanden, die auch inZukunft nur so viel für ihre Energie bezahlen wird, wie notwendig ist.
Ihr Ziel ist es, die Chancen des liberalisierten Energiemarktes zu nutzen und ihren Mitgliedern Konditionen zu ermöglichen, welche sonst nur der Großindustrievorbehalten sind.
Wir, sind als Genossenschaft, ausschließlich unseren Mitgliedern verpflichtet. Bei uns gibt es keine komplizierten Tarife, keine Grundgebühr, keine Risikoaufschläge und vor allem keine Gewinnmaximierungsabsicht.
Mehr als 7.000 Unternehmen aus ganz Deutschlan haben uns in knapp zwei Jahren bereits ihr Vertrauen geschenkt. Diese Entwicklung bestätigt das Modell.
Wer Strom oder Gas von uns beziehen möchte, wird erst einmal Mitglied und damit sein „eigener Energieversorger“. Die Genossenschaft bündelt den Energiebedarf ihrer Mitglieder, kann somit Preisvorteile beim Energieeinkauf realisieren und so ihren Mitgliedern Wettbewerbsvorteile verschaffen. Ganz nach dem Motto „Was dem Einzelnen nicht möglich ist, das vermögen viele.“ (Friedrich Raiffeisen, Genossenschaftsgründer).
Was uns von anderen Energieversorgern unterscheidet ist das Preismodell. Die Genossenschaft bietet ihren Mitgliedern einen variablen Bestpreis statt einesklassischen Festpreises. Die einzelnen Komponenten desEnergiepreises werden 1:1 an die Mitglieder weitergegeben.
Relevant ist das vor allem in Bezug auf den Börseneinkaufspreis. Dieser ist beim Strom in den letzten zwei Jahren um über 20% gefallen. Der Einkaufspreiswird voraussichtlich aufgrund des Ausbaus der erneuerbaren Energien zukünftig noch weiter sinken. Kein anderer Energieversorger lässt den Endverbraucher so direkt von diesen günstigen Marktentwicklungen profitieren wie wir. Das ist das große Plus der Genossenschaft. So bezahlt der Endverbraucher keine hohen Aufschläge für lange
Preisgarantien.
Ein vergleichbares Bild zeigt sich auch beim Erdgas, denn der Gasmarkt ist imUmbruch. Früher war der Gaspreis durch die sogenannte Ölpreisbindung an den Ölpreis gekoppelt. Während in den letzten drei Jahren die Preise für Heizöl um knapp ein Drittel gestiegen sind, zeigt sich beim Gaspreis aber eine ganz andere Tendenz. Neue Fördertechniken ermöglichen die Erschließung neuer Gasfelder. Damit steigt das
Gasangebot auf den Märkten erheblich, was sich positiv auf den Gaseinkaufspreis
auswirkt. Das ist der Vorteil von uns. Wir haben nicht auf langfristige ölpreisindexierte Gasabnahmeverträge gesetzt, sondern kauft direkt am Großhandels- bzw. Spotmarkt.
Unsere Mitglieder können also mit fallenden Preisen rechnen.
Die Genossenschaft kann mit Ihrem Modell den stetig steigenden gesetzlichen Steuern und Abgaben für Energie, welche mittlerweile fast 2/3 des Energiepreises
ausmachen, entgegenwirken.
Wer weitere Informationen über uns und unser Alleinstellungsmerkmal und Konzeptes/Systems, mit all seinen sich daraus resultierenden Möglichkeiten für Unternehmen erhalten möchte, kann sich gerne mit mir in Verbindungsetzen.
Thomas Janson
Regierung plant angeblich Strompreisbremse
Die Bundesregierung will einem Zeitungsbericht zufolge noch vor der Bundestagswahl im Herbst gesetzliche Maßnahmen gegen den Anstieg der Strompreise ergreifen. Im Frühjahr solle im System zur Förderung erneuerbarer Energien eine so genannte Strompreisbremse eingebaut werden, so ein Zeitungsbericht.
Das berichtete die "Rheinische Post" aus Düsseldorf am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sollten die Vergütungen für Ökostrom gestrichen werden, wenn etwa Solarstrom in das Netz eingespeist, aber wegen mangelnder Nachfrage nicht benötigt werde.
EEG-Umlage sei der größte Kostentreiber
"Als eine Sofortmaßnahme kann ich mir vorstellen, dass wir die Vergütung für Anlagen streichen, bei denen der Strom nicht eingespeist wird", sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) der Zeitung. Die von Verbrauchern mit dem Strompreis zu zahlende Umlage für erneuerbare Energien sei der Hauptkostentreiber. Eine grundsätzliche Reform des Gesetzes über die erneuerbaren Energien sei aber trotzdem schnellstmöglich nötig, sagte Rösler.
Ende Januar sollen konkrete Werte vorliegen
Wie hoch die durchschnittliche Entlastung von Verbrauchern durch den Eingriff in das Gesetz über die erneuerbaren Energien sein könnte, ist der Zeitung zufolge noch unklar. Details werden demnach zwischen dem Bundeswirtschafts- und dem Bundesumweltministerium ausgearbeitet und sollen Ende Januar im Koalitionsausschuss von Union und FDP beraten werden. Beide Häuser streiten immer wieder öffentlich über Neuregelungen im Bereich der erneuerbaren Energien.
*strom-magazin.de
Die Bundesregierung will einem Zeitungsbericht zufolge noch vor der Bundestagswahl im Herbst gesetzliche Maßnahmen gegen den Anstieg der Strompreise ergreifen. Im Frühjahr solle im System zur Förderung erneuerbarer Energien eine so genannte Strompreisbremse eingebaut werden, so ein Zeitungsbericht.
Das berichtete die "Rheinische Post" aus Düsseldorf am Samstag unter Berufung auf Regierungskreise. Demnach sollten die Vergütungen für Ökostrom gestrichen werden, wenn etwa Solarstrom in das Netz eingespeist, aber wegen mangelnder Nachfrage nicht benötigt werde.
EEG-Umlage sei der größte Kostentreiber
"Als eine Sofortmaßnahme kann ich mir vorstellen, dass wir die Vergütung für Anlagen streichen, bei denen der Strom nicht eingespeist wird", sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) der Zeitung. Die von Verbrauchern mit dem Strompreis zu zahlende Umlage für erneuerbare Energien sei der Hauptkostentreiber. Eine grundsätzliche Reform des Gesetzes über die erneuerbaren Energien sei aber trotzdem schnellstmöglich nötig, sagte Rösler.
Ende Januar sollen konkrete Werte vorliegen
Wie hoch die durchschnittliche Entlastung von Verbrauchern durch den Eingriff in das Gesetz über die erneuerbaren Energien sein könnte, ist der Zeitung zufolge noch unklar. Details werden demnach zwischen dem Bundeswirtschafts- und dem Bundesumweltministerium ausgearbeitet und sollen Ende Januar im Koalitionsausschuss von Union und FDP beraten werden. Beide Häuser streiten immer wieder öffentlich über Neuregelungen im Bereich der erneuerbaren Energien.
*strom-magazin.de
Strompreisbremse - Die für Energie zuständigen Minister vereinbarten am Donnerstag in Berlin, in den nächsten fünf Wochen ein gemeinsames Konzept auszuarbeiten. Dann könnte die Preisbremse noch vor Ostern beschlossen werden und im Sommer in Kraft treten. Einfach ist die Konsenssuche indes nicht - Skepsis kommt von beinahe allen Seiten.
Die Maßnahmen sollen auf dem Energiegipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten am 21. März beschlossen werden. Dann könnte die Strompreisbremse zum 1. August in Kraft treten.
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sagte, wenn es gelänge, noch vor der Bundestagswahl die Strompreisbremse zu verabschieden, wäre dies ein wichtiger Beitrag, die Förderung von Ökostrom nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) bezahlbar zu machen. Das Gesetz selbst müsse danach novelliert werden, damit die Energiewende gelinge. Die Strompreisbremse sei der erste Schritt dahin.
Handlungsbedarf in vier Bereichen
Altmaier räumte ein, dass "die Konsenssuche für alle Beteiligten nicht einfach ist, weil wir vielen etwas abverlangen müssen, damit es für alle verträglich bleibt". Nach Angaben des Umweltministers haben die Energieminister vier Bereiche identifiziert, in denen sie Handlungsbedarf sehen:
Die EEG-Umlage soll auf dem heutigen Stand von 5,28 Cent pro Kilowattstunde bis Ende 2014 eingefroren werden. Die Zahl der energieintensiven Betriebe, die die Umlage nicht zahlen müssen, soll auf ein erträgliches Maß begrenzt werden. Auch wer nur sich selbst mit Strom versorgt, soll in die Umlage einbezogen werden. Für Besitzer von Altanlagen gibt es Bestandsschutz, aber auch sie sollen einen Solidarbeitrag zahlen.
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte sich erst am Abend zuvor mit Altmaier auf ein gemeinsames Konzept der Bundesregierung verständigt. Er betonte: "Wir fühlen uns der Energiewende verpflichtet." Der Anstieg der zu fördernden Anlagen für Ökostrom müsse begrenzt werden, ohne dessen Wettbewerbsfähigkeit zu begrenzen. Der Weg sei "jetzt frei" für solche Maßnahmen noch in dieser Legislaturperiode.
"Kein Zurück zur Atomdebatte"
Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) sagte, die Bund-Länder-Gespräche liefen auf einen "Minimalkonsens" hinaus. Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) betonte, alle Energieminister seien für eine Verständigung. Aber der Ausbau der erneuerbaren Energien dürfe nicht in Frage gestellt werden. "Also kein Zurück zur Atomdebatte", betonte Remmel.
Zuvor hatte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt im "Tagesspiegel" erklärt: "Wir müssen den Terminplan für das Abschalten der Kernkraftwerke überdenken, weil wir auf wichtigen Feldern der Energiewende nicht schnell genug vorankommen." Geplant ist, dass die letzten deutschen Atomkraftwerke 2022 abgeschaltet werden.
NABU kritisiert Wahlkampf-Taktiererei
Der Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, sagte, seine Fraktion und die SPD-geführten Länder seien bereit, in zügigen Verhandlungen ihren Beitrag zu leisten, die Energiepolitik in Deutschland auf eine sichere Grundlage zu stellen. Sie wollten den Weg hin zu einer sauberen, sicheren und bezahlbaren Energieversorgung ebnen. "Wir werden die heute vorgelegten Positionen prüfen und in Verhandlungen eigene Vorschläge machen, um die Stromkunden kurzfristig zu entlasten und gleichzeitig Planungs- und Investitionssicherheit für alle Beteiligten in der Energiewende zu schaffen", sagte Heil.
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kritisierte, die politische Debatte über das Erneuerbare-Energien-Gesetz werde derzeit vor allem von Wahlkampf-Taktiererei bestimmt statt von zielführenden Lösungen. "Würde die Strompreis-Bremse wie vorgeschlagen umgesetzt, liefe sie auf einen faktischen Ausbaustopp für erneuerbare Energien hinaus", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. "Deshalb müssen vor allem die Vermarktungsregeln von EEG-Strom an der Börse und der Strommarkt insgesamt reformiert werden."
* strom-magazin.de
Die Maßnahmen sollen auf dem Energiegipfel von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten am 21. März beschlossen werden. Dann könnte die Strompreisbremse zum 1. August in Kraft treten.
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sagte, wenn es gelänge, noch vor der Bundestagswahl die Strompreisbremse zu verabschieden, wäre dies ein wichtiger Beitrag, die Förderung von Ökostrom nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) bezahlbar zu machen. Das Gesetz selbst müsse danach novelliert werden, damit die Energiewende gelinge. Die Strompreisbremse sei der erste Schritt dahin.
Handlungsbedarf in vier Bereichen
Altmaier räumte ein, dass "die Konsenssuche für alle Beteiligten nicht einfach ist, weil wir vielen etwas abverlangen müssen, damit es für alle verträglich bleibt". Nach Angaben des Umweltministers haben die Energieminister vier Bereiche identifiziert, in denen sie Handlungsbedarf sehen:
Die EEG-Umlage soll auf dem heutigen Stand von 5,28 Cent pro Kilowattstunde bis Ende 2014 eingefroren werden. Die Zahl der energieintensiven Betriebe, die die Umlage nicht zahlen müssen, soll auf ein erträgliches Maß begrenzt werden. Auch wer nur sich selbst mit Strom versorgt, soll in die Umlage einbezogen werden. Für Besitzer von Altanlagen gibt es Bestandsschutz, aber auch sie sollen einen Solidarbeitrag zahlen.
Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatte sich erst am Abend zuvor mit Altmaier auf ein gemeinsames Konzept der Bundesregierung verständigt. Er betonte: "Wir fühlen uns der Energiewende verpflichtet." Der Anstieg der zu fördernden Anlagen für Ökostrom müsse begrenzt werden, ohne dessen Wettbewerbsfähigkeit zu begrenzen. Der Weg sei "jetzt frei" für solche Maßnahmen noch in dieser Legislaturperiode.
"Kein Zurück zur Atomdebatte"
Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) sagte, die Bund-Länder-Gespräche liefen auf einen "Minimalkonsens" hinaus. Der nordrhein-westfälische Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) betonte, alle Energieminister seien für eine Verständigung. Aber der Ausbau der erneuerbaren Energien dürfe nicht in Frage gestellt werden. "Also kein Zurück zur Atomdebatte", betonte Remmel.
Zuvor hatte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt im "Tagesspiegel" erklärt: "Wir müssen den Terminplan für das Abschalten der Kernkraftwerke überdenken, weil wir auf wichtigen Feldern der Energiewende nicht schnell genug vorankommen." Geplant ist, dass die letzten deutschen Atomkraftwerke 2022 abgeschaltet werden.
NABU kritisiert Wahlkampf-Taktiererei
Der Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Hubertus Heil, sagte, seine Fraktion und die SPD-geführten Länder seien bereit, in zügigen Verhandlungen ihren Beitrag zu leisten, die Energiepolitik in Deutschland auf eine sichere Grundlage zu stellen. Sie wollten den Weg hin zu einer sauberen, sicheren und bezahlbaren Energieversorgung ebnen. "Wir werden die heute vorgelegten Positionen prüfen und in Verhandlungen eigene Vorschläge machen, um die Stromkunden kurzfristig zu entlasten und gleichzeitig Planungs- und Investitionssicherheit für alle Beteiligten in der Energiewende zu schaffen", sagte Heil.
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) kritisierte, die politische Debatte über das Erneuerbare-Energien-Gesetz werde derzeit vor allem von Wahlkampf-Taktiererei bestimmt statt von zielführenden Lösungen. "Würde die Strompreis-Bremse wie vorgeschlagen umgesetzt, liefe sie auf einen faktischen Ausbaustopp für erneuerbare Energien hinaus", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. "Deshalb müssen vor allem die Vermarktungsregeln von EEG-Strom an der Börse und der Strommarkt insgesamt reformiert werden."
* strom-magazin.de
Es wird meist verschwiegen, dass ein Großteil der Preissteigerung durch die Zugeständnisse an die Industrie zustande kommen.
Wir sind noch bei unserem Hausanbieter. Wenn ich für unseren Haushalt nach Alternativen suche, finde ich immer Aussagen wie "116,38 Euro im ersten Jahr gespart". Aha, im ersten Jahr also. Folgejahre werden nicht erwähnt.
Ich gehöre glücklicherweise zu denjenigen, die den Strompreis noch finanzieren können. Alle anderen dürfen jedes Jahr von neuem recherchieren, AGB lesen, und auf eine hoffentlich reibungslose Umstellung hoffen, um von ihrer prekären Beschäftigung noch den Strom zahlen zu können. Das ist echter Neoliberalismus.
Ich habe selbst erlebt, wie uns ungefragt der Strom abgestellt wurde, einfach weil Wohnungen vertauscht wurden. Die Möglichenkeiten für Probleme ergeben sich erst im Nachhinein.
Die Subventionen für Solaranlagen sind in meinen Augen lange zu hoch gewesen, in unseren Breitengraden scheint einfach die Sonne nicht lang genug. Die Subventionen für Windkraftanlagen sind es sicher nicht. Wir haben unseren Atomgau schon lange, auch wenn es viele scheinbar (noch) nicht betrifft. Solche Kosten werden bis heute gern verheimlicht oder sozialisiert.
Wir sind noch bei unserem Hausanbieter. Wenn ich für unseren Haushalt nach Alternativen suche, finde ich immer Aussagen wie "116,38 Euro im ersten Jahr gespart". Aha, im ersten Jahr also. Folgejahre werden nicht erwähnt.
Ich gehöre glücklicherweise zu denjenigen, die den Strompreis noch finanzieren können. Alle anderen dürfen jedes Jahr von neuem recherchieren, AGB lesen, und auf eine hoffentlich reibungslose Umstellung hoffen, um von ihrer prekären Beschäftigung noch den Strom zahlen zu können. Das ist echter Neoliberalismus.
Ich habe selbst erlebt, wie uns ungefragt der Strom abgestellt wurde, einfach weil Wohnungen vertauscht wurden. Die Möglichenkeiten für Probleme ergeben sich erst im Nachhinein.
Die Subventionen für Solaranlagen sind in meinen Augen lange zu hoch gewesen, in unseren Breitengraden scheint einfach die Sonne nicht lang genug. Die Subventionen für Windkraftanlagen sind es sicher nicht. Wir haben unseren Atomgau schon lange, auch wenn es viele scheinbar (noch) nicht betrifft. Solche Kosten werden bis heute gern verheimlicht oder sozialisiert.
Pläne für Strompreisbremse kein «großer Wurf
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung kritisiert die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung gegen steigende Strompreise als unzureichend. Ein großer Wurf sei das nicht, weil die Pläne der Bundesregierung nicht an den eigentlichen Ursachen ansetzen, sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert der «Passauer Neuen Presse». Die EEG-Umlage auf den Strompreis werde mit den vorgeschlagenen Maßnahmen kaum sinken. Die EEG-Umlage sei auch deshalb so hoch, weil der Emissionshandel nicht funktioniere und das den Börsenstrompreis drücke
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung kritisiert die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung gegen steigende Strompreise als unzureichend. Ein großer Wurf sei das nicht, weil die Pläne der Bundesregierung nicht an den eigentlichen Ursachen ansetzen, sagte DIW-Energieexpertin Claudia Kemfert der «Passauer Neuen Presse». Die EEG-Umlage auf den Strompreis werde mit den vorgeschlagenen Maßnahmen kaum sinken. Die EEG-Umlage sei auch deshalb so hoch, weil der Emissionshandel nicht funktioniere und das den Börsenstrompreis drücke

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