Schalke 04 - bietet börsennotierte Anleihe an
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Schalke 04 - bietet börsennotierte Anleihe an
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Noch dominiert bei der Beschaffung von Fremdkapital im Profifußball der klassische Bankkredit. Doch die Fußball-Bundesliga testet alternative Finanzierungswege: Jetzt wagt sich der FC Schalke 04 mit einer börsennotierten Mittelstandsanleihe auf neues Terrain.
Kurz nach Ende der aktuellen Bundesliga-Saison hat der FC Schalke 04 die Emission einer börsennotierten Anleihe angekündigt. Sie soll im Mittelstandssegment einer deutschen Börse notiert werden, als Volumen strebt der Revierklub einen mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Betrag an. Im ersten Halbjahr 2012 soll nach Vereinsangaben die Emission erfolgen. „Wir treffen derzeit die nötigen Vorbereitungen“, sagt der Schalker Finanzvorstand Peter Peters. Die Stückelung beträgt 1000 Euro. Die geplante Verzinsung bleibt zunächst offen, ebenso die Frage, welches Rating die Anleihe erhalten soll. In der abgelaufenen Saison belegten die Schalker Platz drei und sind damit in der nächsten Spielzeit direkt für die Champions League qualifiziert.
Fans als Investoren Fußball-Anleihen - eher Liebesbeweis als Geldanlage
„Wir wollen mit der Emission unsere Finanzierung weiter diversifizieren und auch unseren Investorenkreis erweitern“, sagt Peters. Vor allem institutionelle Anleger wollen die Schalker mit ihrer Anleihe überzeugen. Der Klub hat laut Peters bereits Gespräche mit einigen möglichen Investoren geführt – diese seien positiv verlaufen. Die zusätzlichen Einnahmen wollen die Schalker nutzen, um bestehende Verbindlichkeiten umzufinanzieren. „Wir werden keine neuen Schulden machen“, sagt Peters. Er nannte als Ziel des Vereins, alle Fremdverbindlichkeiten binnen zehn Jahren weitgehend abzutragen. Schalke konnte zuletzt die Schulden des Vereins um über 30 Millionen Euro verringern – diese betragen damit aber immer noch gut 163 Millionen Euro. „Vor zwei Jahren haben wir den wirtschaftlichen Konsolidierungskurs eingeleitet“, sagt Peters. „Diesen Weg werden wir mit einer konservativen Planung konsequent weiter gehen.“
Dank der Champions-League-Millionen haben die Königsblauen im Geschäftsjahr 2011 auch auf Konzernebene einen Rekordumsatz verbucht. Die Königsblauen steigerten den Umsatz um 19,3 Prozent auf 224,2 Millionen Euro. Neben dem Einzug ins Halbfinale der Königsklasse trugen auch der Gewinn des DFB-Pokals und der Verkauf von Nationaltorwart Manuel Neuer an den deutschen Rekordmeister Bayern München zu dem Rekordergebnis bei.
Den größten Anteil der Finanzverbindlichkeiten machte der Kredit für die Arena aus, der Ende 2011 noch mit 58,2 Millionen Euro zu Buche schlug. Bis 2018 soll das Stadion abbezahlt sein. Auf Rekordniveau bewegten sich auch die Personalkosten: 99,9 gegenüber 83,0 Millionen Euro im Jahr zuvor. Vor allem der aufgeblähte Kader sowie die Trennung von Trainer und Manager Felix Magath und dessen Trainerstab trieben die Kosten in die Höhe.
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Wie eine Reihe von anderen Profiklubs – darunter der FC St. Pauli – hat Schalke bereits eine Fananleihe begeben. Die Anteile wurden vor knapp zwei Jahren vermarktet. Das geplante Volumen betrug damals zehn Millionen Euro, es konnten sogar elf Millionen Euro eingespielt werden. Schon dieses Geld wollte der Klub nutzen, um Verbindlichkeiten umzufinanzieren. Zielgruppe waren vor allem Anhänger des Revierklubs. Sie konnten schon ab 100 Euro Anteile kaufen. Solche Fananleihen bezeichnet Karlheinz Küting, Direktor des Centrums für Bilanzierung und Prüfung an der Universität des Saarlandes, als „durchaus sinnvolle Finanzierungsalternative“. Seine Einschätzung: „Insbesondere in finanziell schwierigen Zeiten können zusätzliche liquide Mittel beschafft werden.“
Mit der börsennotierten Mittelstandsanleihe geht Schalke nun einen neuen Schritt, um Fremdkapital einzuwerben. Dieses werde im Profifußball derzeit in der Regel über den klassischen Bankkredit beschafft, sagt Henning Vöpel, Professor für Sportökonomik am Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut. Als Sicherheit diene dabei meist das Eigenkapital des Vereins. „Zum Teil werden auch schon künftige Ticketeinnahmen verpfändet, um die Bankkredite zu besichern“, sagt Vöpel. Eine Mittelstandsanleihe erweitert das Spektrum.
Schalke erzielt Rekordumsatz
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Dank der Champions-League-Millionen hat Fußball-Bundesligist Schalke 04 im Geschäftsjahr 2011 auf Konzernebene einen Rekordumsatz verbucht und seine Verbindlichkeiten reduziert.
Gute Nachrichten von der Schalker Geschäftstelle
Fußball-Bundesligist Schalke 04 plant die Ausgabe einer Unternehmensanleihe. Sie soll im Mittelstandssegment einer deutschen Börse notiert werden und sich in erster Linie an institutionelle Investoren richten. "Die Bilanz zwischen wirtschaftlicher Solidität und sportlichem Erfolg hat für uns oberste Priorität. In zehn Jahren soll der FC Schalke 04 alle Finanzverbindlichkeiten weitestgehend zurückgezahlt haben", sagte Finanzvorstand Peter Peters bei der Vorstellung des Konzernberichts 2011 am Montag: "Die neue Anleihe ist ein wichtiger Baustein unseres Zukunftkonzepts." Die Emission soll noch im ersten Halbjahr 2012 erfolgen.
Dank der Champions-League-Millionen haben die Königsblauen im Geschäftsjahr 2011 auch auf Konzernebene einen Rekordumsatz verbucht und seine Verbindlichkeiten reduziert. Die Königsblauen steigerten den Umsatz um 19,3 Prozent auf 224,2 Millionen Euro und fuhren die Verbindlichkeiten von 217 auf 185 Millionen Euro zurück. Neben dem Einzug ins Halbfinale der Königsklasse trugen auch der Gewinn des DFB-Pokals und der Verkauf von Nationaltorwart Manuel Neuer an den deutschen Rekordmeister Bayern München zu dem Rekordergebnis bei.
"Vor zwei Jahren haben wir den wirtschaftlichen Konsolidierungskurs eingeleitet und seitdem unsere Finanzverbindlichkeiten um rund 48 Millionen Euro reduziert", sagte Peters. "Diesen Weg werden wir mit einer konservativen Planung konsequent weiter gehen."
Den größten Anteil der Finanzverbindlichkeiten machte der Kredit für die Arena aus, der Ende 2011 noch mit 58,2 Millionen Euro zu Buche schlug. Bis 2018 soll das Stadion abbezahlt sein. Auf Rekordniveau bewegten sich auch die Personalkosten: 99,9 gegenüber 83,0 Millionen Euro im Jahr zuvor. Vor allem der aufgeblähte Kader sowie die Trennung von Trainer und Manager Felix Magath und dessen Trainerstab trieben die Kosten in die Höhe.
Schalke 04 - der etwas andere Fußball-Bond
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Fan-Aktien und Anleihen gelten als problematisch und meist wenig erfolgreich. Doch bei der neuen Mittelstands-Anleihe des FC Schalke 04 könnte dies anders werden. Denn der Bundesligist verfügt nicht nur über eine sportliche Konstanz, sondern auch über eine nachhaltige finanzielle Stabilität.
Fußball und Geldanlage passen selten zusammen. Das gilt insbesondere für Fußball-Aktien. Der Erfolg gelingt nur sehr selten, dagegen ist die Chance groß, dass der Ball respektive die Anlage verloren gehen. Fußball-Aktien gehorchen nicht den normalen betriebswirtschaftlichen Gesetzen und hängen immer auch von den Resultaten auf dem Rasen ab. Aber selbst dann, wenn die Resultate stimmen, wie zuletzt bei Borussia Dortmund, die zweimal hintereinander Deutscher Meister wurden und zuletzt DFB-Pokalsieger, sind die Aktien kaum gefragt und dümpeln im tiefen Keller so vor sich hin.
In den letzten Jahren gingen viele Vereine dazu über, ihren Geldbedarf via Anleihen zu decken. Aber auch mit den bisher begebenen Fan-Anleihen von Fußballvereinen machten die Anleger / Fans nicht immer gute Erfahrungen. Besonders kleinere Vereine nutzten dieses Vehikel. Zu nennen sind Hansa Rostock, Alemannia Aachen, Arminia Bielefeld oder St. Pauli.
Wie sehr das Ausbleiben sportlichen Erfolgs auch die Bedienung der Anleihen gefährdet, zeigt sich bei Arminia Bielefeld. Der Klub finanzierte noch als Erstligist 2006 den Bau einer Tribüne über eine Anleihe. Diese konnte 2011 noch getilgt werden, jedoch nicht zuletzt durch Ausgabe einer neuen Anleihe. Finanziell kämpft die Arminia ums Überleben in der dritten Liga.
Ein Nachteil der sog. Fan-Anleihen ist auch die fehlende Börsennotiz. Wer solch eine Anleihe erwirbt, ist praktisch bis Laufzeitende an dieses Wertpapier gebunden. Auch Alemannia Aachen ächzt unter den horrenden Kosten des Stadionneubaus aus 2010 und musste nun in die dritte Liga absteigen.
Jetzt versucht sich Schalke 04 ebenfalls am Anleihemarkt. Allerdings sind die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen grundlegend anders, als in den zuvor geschilderten Fällen. Schalke 04 begibt keine Fan-Anleihe, sondern einen börsennotierten Mittelstands-Bond (ISIN DE000A1ML4T7) inklusive Rating. Der Traditionsverein aus Gelsenkirchen bietet vom 30. Mai bis zum 8. Juni eine Anleihe mit siebenjähriger Laufzeit zur Zeichnung an, deren Kupon bei 6,75% liegt.
Bis zu 50 Mio. Euro sollen eingesammelt werden, um Verbindlichkeiten umzufinanzieren und so die Finanzstruktur zu diversifizieren. Damit setzt Schalke den vor zwei Jahren eingeschlagenen Konsolidierungskurs fort, der bisher eine Reduzierung der Verbindlichkeiten um 48 Mio. Euro bewirkt hat. In den kommenden zehn Jahren sollen dann die Finanzverbindlichkeiten von 135 Mio. Euro weitestgehend abgebaut sein.
In sportlicher Hinsicht läuft es ganz gut. Schalke hat sich mittlerweile auf den Champions League-Tabellenplätzen etabliert. In den letzten 10 Spielzeiten qualifizierte man sich neunmal für europäische Wettbewerbe. Das generiert erhebliche Zusatzeinnahmen. Aber auch die Bundesliga an sich ist ein Erfolgsmodell. Fußball wird immer populärer, und das nicht nur bei den männlichen Zuschauern, sondern auch bei der weiblichen. Nach der amerikanischen National Football League ist die Bundesliga die zuschauerreichste Sportliga der Welt.
Schalke ist nicht nur eine starke Marke, sondern verfügt in Form der vom Verein gehaltenen Vermarktungsrechte wie auch der Veltins-Arena über hohe stille Reserven. Die 61.673 Zuschauer fassende Spielstätte des FC Schalke 04 gehört zu den modernsten Multifunktionsarenen weltweit. Seit dem Eröffnungsspiel im Jahr 2001 lag der Zuschauerschnitt innerhalb einer Spielzeit immer über 60.000 Besuchern. In der Arena finden zudem regelmäßig erstklassige Events statt, die damit weitere Einnahmequellen für den Club darstellen. Darüber hinaus sind ab der Saison 2013/2014 Mehreinnahmen aus den kürzlich neu vergebenen TV-Rechten der Deutschen Fußball Liga (DFL) zu erwarten.
Schalke 04 gehört laut einer Studie des Forbes-Magazins zu den zehn wertvollsten Clubs weltweit. Mit 110.000 Vereinsmitgliedern ist man die Nummer 2 in Deutschland hinter Bayern München und die Nummer 7 in Europa. Im vergangenen Geschäftsjahr hat Schalke den Umsatz um 19,3% auf den Rekordbetrag von 224,2 Mio. Euro gesteigert, während das EBITDA um 30% auf 62,1 Mio. Euro zugelegt hat. Bereinigt um Einmaleffekte hat sich der Überschuss auf 11,8 Mio. Euro gut verdoppelt.
Mit Gazprom hat Schalke 04 einen zahlungskräftigen Sponsor im Schlepptau. Der Mega-Deal mit dem Hauptsponsor beschert Schalke ab 2012 insgesamt 80 Mio. Euro (16 Mio. Euro pro Saison bis 2017). Europaweit belegt Schalke damit Rang acht. In der Bundesliga spielt nur Bayern München mit Trikotwerbung mehr ein.
Creditreform vergibt ein zufriedenstellendes BB-Rating. Die Anleihe läuft bis zum 11. Juli 2019 und kann vom Verein frühestens am 11. Juli 2016 zu 103%, zum 11. Juli 2017 zu 102% oder zum 11. Juli 2018 zu 101% gekündigt werden.
Fazit: Die Schalke-Anleihe ist im Gegensatz zu vielen herkömmlichen Mittelstandsbonds ein vergleichsweise sicheres Investment. Das Risiko bei solch einem großen Verein ist überschaubar. Deshalb empfehlen wir die Zeichnung (Zeichnungsfrist 30.05. bis 08. Juni 2012).
Ab heute ist die neue Mittelstandsanleihe des Fußballbundesligisten FC Schalke 04 im Entry Standard der Deutschen Börse handelbar. Der Club sammelte mit der Ausgabe der Anleihe 35 Millionen Euro bei Investoren ein. Ursprünglich standen sogar Einnahmen von bis zu 50 Millionen Euro in Aussicht. Der Bond läuft sieben Jahre und wird mit jährlich 6,75 Prozent verzinst. Das frische Kapital wollen die Königsblauen, die in der abgelaufenen Saison den dritten Platz in der Bundesliga erreicht haben, zur Umfinanzierung von Verbindlichkeiten verwenden. Eine Bundesanleihe ist ohne Zweifel sicherer. Nur wirft die - abzüglich der Inflation - keinerlei Rendite ab.


