Der geht noch höher - der Ölpreis!
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Das Krisentreffen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist ohne die Ankündigung weiterer Förderkürzungen zu Ende gegangen.
Das Kartell werde bis zum nächsten regulären Treffen am 17. Dezember in Wien warten, um über die künftige Fördermenge zu entscheiden, sagte Generalsekretär Chakib Khelil am Samstag in Kairo.
Bis dahin würden sie eine Einschätzung treffen, wie Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt in Einklang zu bringen seien. Und ob die jüngste Kürzung der Fördermenge um 1,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag ausreiche. Erste Daten deuteten darauf hin, dass sich die Mitgliedsstaaten an die Vereinbarung hielten, ergänzte Khelil.
Dennoch wagte sich das Kartell bei seinem Treffen in der ägyptischen Hauptstadt aus der Deckung:
Der Ölminister des wichtigsten Opec-Landes Saudi-Arabien, Ali al-Naimi, sagte, es gebe "gute Gründe für einen Preis von 75 $ je Barrel".
Er verwies vor allem auf kleinere Förderländer, die unterhalb dieser Notierung ihren Ausstoß zurückfahren und Investitionen kürzen könnten. Die Welt brauche aber das Öl aus allen möglichen Quellen, um auch mittel- und langfristig die Nachfrage zu befriedigen. Bereits zuvor hatte der saudische König Abdullah in einem Interview mit einer kuwaitischen Zeitung diesen Preis genannt.
Offiziell gibt die Opec damit zwar noch keinen Zielpreis für den Schmierstoff der Weltwirtschaft an.
Die Äußerungen zeigen aber, wie besorgt das Kartell über den Einbruch der Ölnotierungen ist: Nach einen Preishoch von 147 $ je Fass im Sommer dieses Jahres sind die Notierungen auf derzeit nicht einmal 55 $ für die US-Sorte WTI eingebrochen. Das stellt die Mitgliedsstaaten der Opec vor große Probleme: Die Länder sind auf hohe Einnahmen angewiesen, um Infrastrukturinvestitionen und Sozialausgaben zu stemmen.
Zuletzt hatte die Opec nach der Jahrtausendwende offiziell ein Preisband für Öl verfolgt. Damals waren zwischen 22 und 28 $ je Barrel angestrebt worden. Das Ziel war allerdings spätestens 2003 obsolet, als der Ölpreis die Marke von 30 $ übersprang und sich in Folge der hohen Nachfrage insbesondere aus China, Indien und anderen Schwellenländer stetig weiter erhöhte. In den westlichen Industriestaaten hatte dadurch zuletzt die Inflation stark angezogen. Hohe Benzinkosten belasteten zudem den Konsum.
Die Opec machte sowohl für den rasenden Preisanstieg wie auch für den raschen Verfall Spekulanten verantwortlich.
Finanzinvestoren hätten sich zunächst mit Unsummen auf dem Markt engagiert und die Notierungen hochzureiben - nur um die Mittel abzuziehen und die Notierungen dem freien Fall zu überantworten, als ihre Geldquellen wegen der Finanzkrise auszutrockenen begannen.
Aber nicht nur die Opec fürchtet, der gegenwärtig niedrige Ölpreis werde mittelfristig große Probleme aufwerfen: Weil sich Investitionen in die Erschließung neuer Ölquellen nicht mehr rentieren, könnten sie ganz ausbleiben, fürchten Fachleute. Zwar werden noch immer auch größere Vorkommen entdeckt. Das Öl findet sich aber vielfach tief unter dem Meeresspiegel, was die Förderung verteuert, oder liegt in schwer zu verarbeitender Form vor, etwa kanadischer Ölschiefer oder Ölpech auch dem venezolanischen Orinoco-Becken.
Beobachter rechnen deshalb damit, dass die Opec bei ihrem Treffen Mitte kommenden Monats die Förderung drosseln wird. Der irakische Ölminister Hussein al-Schahristani machte bereits einen Vorstoß in diese Richtung: Ein solcher Schritt könne helfen, den kontinuierlichen Preisverfall zu stoppen, sagte er.
Quelle: FTD
Das Kartell werde bis zum nächsten regulären Treffen am 17. Dezember in Wien warten, um über die künftige Fördermenge zu entscheiden, sagte Generalsekretär Chakib Khelil am Samstag in Kairo.
Bis dahin würden sie eine Einschätzung treffen, wie Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt in Einklang zu bringen seien. Und ob die jüngste Kürzung der Fördermenge um 1,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag ausreiche. Erste Daten deuteten darauf hin, dass sich die Mitgliedsstaaten an die Vereinbarung hielten, ergänzte Khelil.
Dennoch wagte sich das Kartell bei seinem Treffen in der ägyptischen Hauptstadt aus der Deckung:
Der Ölminister des wichtigsten Opec-Landes Saudi-Arabien, Ali al-Naimi, sagte, es gebe "gute Gründe für einen Preis von 75 $ je Barrel".
Er verwies vor allem auf kleinere Förderländer, die unterhalb dieser Notierung ihren Ausstoß zurückfahren und Investitionen kürzen könnten. Die Welt brauche aber das Öl aus allen möglichen Quellen, um auch mittel- und langfristig die Nachfrage zu befriedigen. Bereits zuvor hatte der saudische König Abdullah in einem Interview mit einer kuwaitischen Zeitung diesen Preis genannt.
Offiziell gibt die Opec damit zwar noch keinen Zielpreis für den Schmierstoff der Weltwirtschaft an.
Die Äußerungen zeigen aber, wie besorgt das Kartell über den Einbruch der Ölnotierungen ist: Nach einen Preishoch von 147 $ je Fass im Sommer dieses Jahres sind die Notierungen auf derzeit nicht einmal 55 $ für die US-Sorte WTI eingebrochen. Das stellt die Mitgliedsstaaten der Opec vor große Probleme: Die Länder sind auf hohe Einnahmen angewiesen, um Infrastrukturinvestitionen und Sozialausgaben zu stemmen.
Zuletzt hatte die Opec nach der Jahrtausendwende offiziell ein Preisband für Öl verfolgt. Damals waren zwischen 22 und 28 $ je Barrel angestrebt worden. Das Ziel war allerdings spätestens 2003 obsolet, als der Ölpreis die Marke von 30 $ übersprang und sich in Folge der hohen Nachfrage insbesondere aus China, Indien und anderen Schwellenländer stetig weiter erhöhte. In den westlichen Industriestaaten hatte dadurch zuletzt die Inflation stark angezogen. Hohe Benzinkosten belasteten zudem den Konsum.
Die Opec machte sowohl für den rasenden Preisanstieg wie auch für den raschen Verfall Spekulanten verantwortlich.
Finanzinvestoren hätten sich zunächst mit Unsummen auf dem Markt engagiert und die Notierungen hochzureiben - nur um die Mittel abzuziehen und die Notierungen dem freien Fall zu überantworten, als ihre Geldquellen wegen der Finanzkrise auszutrockenen begannen.
Aber nicht nur die Opec fürchtet, der gegenwärtig niedrige Ölpreis werde mittelfristig große Probleme aufwerfen: Weil sich Investitionen in die Erschließung neuer Ölquellen nicht mehr rentieren, könnten sie ganz ausbleiben, fürchten Fachleute. Zwar werden noch immer auch größere Vorkommen entdeckt. Das Öl findet sich aber vielfach tief unter dem Meeresspiegel, was die Förderung verteuert, oder liegt in schwer zu verarbeitender Form vor, etwa kanadischer Ölschiefer oder Ölpech auch dem venezolanischen Orinoco-Becken.
Beobachter rechnen deshalb damit, dass die Opec bei ihrem Treffen Mitte kommenden Monats die Förderung drosseln wird. Der irakische Ölminister Hussein al-Schahristani machte bereits einen Vorstoß in diese Richtung: Ein solcher Schritt könne helfen, den kontinuierlichen Preisverfall zu stoppen, sagte er.
Quelle: FTD
Im nächsten Jahr könnte sich der Ölpreis dramatisch verbilligen, wenn sich die Rezession in den USA, Europa und Japan auch auf China ausweitet, dass als der größte Wachstumstreiber mit Blick auf Rohstoff-Nachfrage gilt. Tritt ein derartiges Szenario ein, könnte sich der Preis für ein Barrell Öl laut Einschätzung von Merrill Lynch dann auf 25 US-Dollar reduzieren, wie die ‚Financial Times’ schreibt.
Auszug - Artikel -- WELT
Zitat
So sehen das zumindest die Analysten der Citigroup.
Die rechnen zwar ebenfalls damit, dass es in den kommenden Monaten entweder zu einer "galoppierenden Inflation" oder aber einer "deflationären Abwärtsspirale" kommen wird. Allerdings bezeichnen die Strategen in beiden Fällen den Goldpreis als Profiteur. Bis Ende des kommenden Jahres erwarten sie deshalb einen Anstieg auf 2000 Dollar je Feinunze. Gegenüber dem aktuellen Kurs wäre das ein Plus von rund 160 Prozent. Und auch die Analysten der Credit Suisse raten dazu, Gold bei einem Zeithorizont von sechs bis zwölf Monaten jetzt zu kaufen.
Die Ölpreise bleiben auf Talfahrt. Im frühen Handel kostetet ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im Februar 39,70 US-Dollar und damit 21 Cent weniger als am Vortag.
>> Die Bezinpreise steigen - so ist der Liter Super im Bundesgebiet durchschnittlich für 1,06 bis 1,07 zu haben, in Sachsen-Anhalt kostet der Liter Super bereits 1,13 bis 1,14.
>> Die Bezinpreise steigen - so ist der Liter Super im Bundesgebiet durchschnittlich für 1,06 bis 1,07 zu haben, in Sachsen-Anhalt kostet der Liter Super bereits 1,13 bis 1,14.
Seit Anfang März haben Aktien weltweit zugelegt. Der Börsentrend kann als frühes Indiz für eine anziehende Wirtschaft Ende des Jahres gesehen werden.
Im Sog der Geldmärkte stiegen auch die Rohölnotierungen. Nun mehren sich die Stimmen, die eine Ölpreis-Rally ankündigen. Die Tiefpreis-Phase von Heizöl dürfte dann ein Ende haben.
Für Käufer von Heizöl waren die vergangenen zwölf Monate eher angenehm: Die Preise für den Brennstoff purzelten auf ein Vier-Jahres-Tief. Mit den günstigen Konditionen scheint es nun vorbei zu sein. Denn parallel zu steigenden Aktienkursen in Nordamerika, Europa und Asien zogen auch die Rohstoffmärkte wieder deutlich an.
Preisanstieg seit März
Während ein Barrel Rohöl (159 Liter) der Nordseesorte Brent Ende Februar 2009 noch für rund 40 Dollar am größten europäischen Markt in Rotterdam zu haben war, kostete die gleiche Menge am 6. Mai bereits wieder über 56 Dollar. Damit habe der Rohölkurs eine wichtige Widerstandsmarke gebrochen, hieß es daraufhin im Markt. In der Folge sehen Experten der Bank BNP Paribas ein weiteres Kurspotential bis zunächst 65 Dollar.
Die Prognose wird unterstützt von Abdalla Salem El-Badri. Denn der Generalsekretär der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) geht nicht davon aus, dass auf der nächsten Ölministerkonferenz am 28. Mai eine weitere Drosselung der OPEC-Fördermengen beschlossen werde.
Für die heimischen Heizölpreise bedeutet das: Zwar tendierten die Kurse für Standardware in den vergangenen acht Wochen vorwiegend seitwärts in einer Spanne von 46 Euro bis rund 52 Euro pro 100 Liter (bei Gesamtabnahme von 3.000 Litern). Doch mit der Perspektive auf ein Überwinden der Rezession und anziehenden Rohölnotierungen dürfte auch der flüssige Brennstoff wieder teurer werden.
Angesichts der niedrigen Preise ist Experten zufolge die Nachfrage bereits im April abgeflacht. Die Verbrauchertanks seien überdurchschnittlich gut befüllt, heißt es aus der Branche. Doch wer sein Heizöl noch nicht für den nächsten Winter eingelagert hat, sollte jetzt darüber nachdenken.
(biallo)
Im Sog der Geldmärkte stiegen auch die Rohölnotierungen. Nun mehren sich die Stimmen, die eine Ölpreis-Rally ankündigen. Die Tiefpreis-Phase von Heizöl dürfte dann ein Ende haben.
Für Käufer von Heizöl waren die vergangenen zwölf Monate eher angenehm: Die Preise für den Brennstoff purzelten auf ein Vier-Jahres-Tief. Mit den günstigen Konditionen scheint es nun vorbei zu sein. Denn parallel zu steigenden Aktienkursen in Nordamerika, Europa und Asien zogen auch die Rohstoffmärkte wieder deutlich an.
Preisanstieg seit März
Während ein Barrel Rohöl (159 Liter) der Nordseesorte Brent Ende Februar 2009 noch für rund 40 Dollar am größten europäischen Markt in Rotterdam zu haben war, kostete die gleiche Menge am 6. Mai bereits wieder über 56 Dollar. Damit habe der Rohölkurs eine wichtige Widerstandsmarke gebrochen, hieß es daraufhin im Markt. In der Folge sehen Experten der Bank BNP Paribas ein weiteres Kurspotential bis zunächst 65 Dollar.
Die Prognose wird unterstützt von Abdalla Salem El-Badri. Denn der Generalsekretär der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) geht nicht davon aus, dass auf der nächsten Ölministerkonferenz am 28. Mai eine weitere Drosselung der OPEC-Fördermengen beschlossen werde.
Für die heimischen Heizölpreise bedeutet das: Zwar tendierten die Kurse für Standardware in den vergangenen acht Wochen vorwiegend seitwärts in einer Spanne von 46 Euro bis rund 52 Euro pro 100 Liter (bei Gesamtabnahme von 3.000 Litern). Doch mit der Perspektive auf ein Überwinden der Rezession und anziehenden Rohölnotierungen dürfte auch der flüssige Brennstoff wieder teurer werden.
Angesichts der niedrigen Preise ist Experten zufolge die Nachfrage bereits im April abgeflacht. Die Verbrauchertanks seien überdurchschnittlich gut befüllt, heißt es aus der Branche. Doch wer sein Heizöl noch nicht für den nächsten Winter eingelagert hat, sollte jetzt darüber nachdenken.
(biallo)
Der Ölpreis testet in diesen Tagen mehrmals die Marke von 70 USD pro Barrel zu je 159 Liter.
Am Ölmarkt macht sich in steigendem Masse ein Kaufinteresse von Investoren bemerkbar, die sich, wie an anderen Rohstoffbörsen, vor Verlusten beim Handel mit der amerikanischen Währung und vor der wachsenden Inflationsgefahr absichern wollen.
Als weiterer Grund für eine beschränkte Rückkehr der Investoren und insbesondere von Verwaltern von Hedge Fonds an den Ölmarkt wird von Marktbeobachtern ein freundlicher gewordenes Stimmungsbarometer an den Aktienmärkten genannt und die Hoffnung, dass sich die wirtschaftliche Aktivität in den Industrieländern in Bälde wieder beschleunigen wird.
Ferner stimmte eine Prognose der US-Bank Goldman Sachs die Investoren positiv, wonach der Erdölverbrauch in absehbarer Zeit wieder steigen dürfte und aus diesem Grunde bis Jahresende die Notierung auf 85 USD je Barrel klettern dürfte.
Allerdings gibt bislang die aktuelle Lage von Angebot und Nachfrage wenige Anlass zur Zuversicht.
Der Erdölverbrauch in den Vereinigten Staaten schwankt derzeit auf dem niedrigsten Niveau der letzten zehn Jahre. Auch der Beginn der Sommermonate und die die Annahme, dass in Nordamerika und Europa der Benzinverbrauch zur Ferienzeit traditionell steigen wird, hat bisher an dieser Tatsache nichts geändert. Die Nachfrage am physischen Ölmarkt hält sich nach wie vor auf niedrigem Niveau. Ausserdem lasten umfangreiche Lagerbestände auf dem Handel.
Schliesslich besteht die Gefahr, dass bei den gegenwärtigen Preisen die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) die Produktion in den kommenden Monaten heraufsetzen könnte. Auch ändert die jüngste beobachtete beschränkte Rückkehr von Investoren an Erdölmarkt nichts an der Tatsache, dass allein in den letzten drei Monaten nach Schätzung der Barclays Bank Anlagefonds, die sich auf den Ölhandel konzentrieren, im Werte von rund 2,5 Mrd USD aus dem Markt abgewandert sind.
Am Erdölmarkt wird in diesen Wochen wieder eindrücklich demonstriert, dass die Preisausschläge nach beiden Richtungen wesentlich stärker sind, als sie von der fundamentalen Marktlage her rechtfertigt werden könnten. Im Verlaufe der zweiten Hälfte des letzten Jahres ist innerhalb von lediglich fünf Monaten der Ölpreis von 150 auf weniger als 40 USD je Barrel gefallen.
Gleichzeitig hat aber der Ölverbrauch um nicht einmal 10% abgenommen. Zeitweise unterschreitet der Preis sogar die Produktionskosten, was zur Folge hat, dass Projekte zur Ausweitung der Kapazität bei den Produzenten aufs Eis gelegt werden.
Sollte also die Konjunktur weltweit neuen Auftrieb erfahren, wird sich schlagartig auch die Nachfrage am Rohölmarkt erhöhen. Eine sich zuspitzende Marktlage und damit eine nächste Hausse ist deshalb bereits wieder programmiert.
(financial)
Am Ölmarkt macht sich in steigendem Masse ein Kaufinteresse von Investoren bemerkbar, die sich, wie an anderen Rohstoffbörsen, vor Verlusten beim Handel mit der amerikanischen Währung und vor der wachsenden Inflationsgefahr absichern wollen.
Als weiterer Grund für eine beschränkte Rückkehr der Investoren und insbesondere von Verwaltern von Hedge Fonds an den Ölmarkt wird von Marktbeobachtern ein freundlicher gewordenes Stimmungsbarometer an den Aktienmärkten genannt und die Hoffnung, dass sich die wirtschaftliche Aktivität in den Industrieländern in Bälde wieder beschleunigen wird.
Ferner stimmte eine Prognose der US-Bank Goldman Sachs die Investoren positiv, wonach der Erdölverbrauch in absehbarer Zeit wieder steigen dürfte und aus diesem Grunde bis Jahresende die Notierung auf 85 USD je Barrel klettern dürfte.
Allerdings gibt bislang die aktuelle Lage von Angebot und Nachfrage wenige Anlass zur Zuversicht.
Der Erdölverbrauch in den Vereinigten Staaten schwankt derzeit auf dem niedrigsten Niveau der letzten zehn Jahre. Auch der Beginn der Sommermonate und die die Annahme, dass in Nordamerika und Europa der Benzinverbrauch zur Ferienzeit traditionell steigen wird, hat bisher an dieser Tatsache nichts geändert. Die Nachfrage am physischen Ölmarkt hält sich nach wie vor auf niedrigem Niveau. Ausserdem lasten umfangreiche Lagerbestände auf dem Handel.
Schliesslich besteht die Gefahr, dass bei den gegenwärtigen Preisen die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) die Produktion in den kommenden Monaten heraufsetzen könnte. Auch ändert die jüngste beobachtete beschränkte Rückkehr von Investoren an Erdölmarkt nichts an der Tatsache, dass allein in den letzten drei Monaten nach Schätzung der Barclays Bank Anlagefonds, die sich auf den Ölhandel konzentrieren, im Werte von rund 2,5 Mrd USD aus dem Markt abgewandert sind.
Am Erdölmarkt wird in diesen Wochen wieder eindrücklich demonstriert, dass die Preisausschläge nach beiden Richtungen wesentlich stärker sind, als sie von der fundamentalen Marktlage her rechtfertigt werden könnten. Im Verlaufe der zweiten Hälfte des letzten Jahres ist innerhalb von lediglich fünf Monaten der Ölpreis von 150 auf weniger als 40 USD je Barrel gefallen.
Gleichzeitig hat aber der Ölverbrauch um nicht einmal 10% abgenommen. Zeitweise unterschreitet der Preis sogar die Produktionskosten, was zur Folge hat, dass Projekte zur Ausweitung der Kapazität bei den Produzenten aufs Eis gelegt werden.
Sollte also die Konjunktur weltweit neuen Auftrieb erfahren, wird sich schlagartig auch die Nachfrage am Rohölmarkt erhöhen. Eine sich zuspitzende Marktlage und damit eine nächste Hausse ist deshalb bereits wieder programmiert.
(financial)
Das Öl mag in der entwickelten Welt seinen Höhepunkt - den so genannten Peak Oil - überschritten haben. Aber erst einmal wohl im Verbrauch und nicht in der Produktion.
Wie die OPEC, die Organisation Erdöl produzierender Länder bekannt gab, hat die Rezession die weltweite Nachfrage nach dem schwarzen Gold in sich zusammenbrechen lassen - und man rechnet nicht damit, dass das Niveau vor Beginn des Abschwungs vor 2013 wieder erreicht wird.
Der Verbrauch in der entwickelten Welt werde auf Jahre hinaus stagnieren, erklärte die OPEC und andere Experten sind sogar der Ansicht, der zuvor unstillbar erscheinende Hunger nach Öl könnte seinen Höhepunkt ein für alle Mal überschritten haben.
Die immer schwächere Nachfrage sollte aber auf jeden Fall dem Ölpreis einen Deckel verpassen.
Experten rechnen für die vorhersehbare Zukunft mit Preisen zwischen 60 und 100 US-Dollar pro Barrelt, da jede signifikante Erholung des Ölpreises nur die Nachfrage weiter drücken werde.
Dem gegenüber steht allerdings die Ansicht anderer Analysten, dass die Ausgaben für die Suche nach neuen Öfeldern so stark gefallen sei, dass über kurz oder lang die Nachfrage das Angebot wieder übertreffen werde.
Schon jetzt falle die bestehende Produktion um 7 bis 9 Prozent pro Jahr und man müsse jedes Jahr wieder Millionen weggefallen Barrel Produktion ersetzen. Wenn nun, wie derzeit zu beobachten, auch noch weniger neue Ölfelder entdeckt würden, könnte die Entwicklung wieder drehen.
Wie die OPEC, die Organisation Erdöl produzierender Länder bekannt gab, hat die Rezession die weltweite Nachfrage nach dem schwarzen Gold in sich zusammenbrechen lassen - und man rechnet nicht damit, dass das Niveau vor Beginn des Abschwungs vor 2013 wieder erreicht wird.
Der Verbrauch in der entwickelten Welt werde auf Jahre hinaus stagnieren, erklärte die OPEC und andere Experten sind sogar der Ansicht, der zuvor unstillbar erscheinende Hunger nach Öl könnte seinen Höhepunkt ein für alle Mal überschritten haben.
Die immer schwächere Nachfrage sollte aber auf jeden Fall dem Ölpreis einen Deckel verpassen.
Experten rechnen für die vorhersehbare Zukunft mit Preisen zwischen 60 und 100 US-Dollar pro Barrelt, da jede signifikante Erholung des Ölpreises nur die Nachfrage weiter drücken werde.
Dem gegenüber steht allerdings die Ansicht anderer Analysten, dass die Ausgaben für die Suche nach neuen Öfeldern so stark gefallen sei, dass über kurz oder lang die Nachfrage das Angebot wieder übertreffen werde.
Schon jetzt falle die bestehende Produktion um 7 bis 9 Prozent pro Jahr und man müsse jedes Jahr wieder Millionen weggefallen Barrel Produktion ersetzen. Wenn nun, wie derzeit zu beobachten, auch noch weniger neue Ölfelder entdeckt würden, könnte die Entwicklung wieder drehen.
Die Opec hat bei ihrem Treffen in Angola die Öl-Fördermenge unverändert gelassen.
Da die Entscheidung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erwartet worden war, bewegte sie den Ölpreis kaum. Man sei zufrieden mit einem Ölpreis von 74 US-Dollar je Barrel (159 Liter), sagte der algerische Öl-Minister Chakib Khelil nach einem kurzen Treffen der Opec-Ölminister.
Die Opec ist für rund 50 Prozent der weltweiten Ölexporte verantwortlich. Die Ölförderquote wird bei 24,84 Million Barrel pro Tag bleiben.
(Ag)
Da die Entscheidung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erwartet worden war, bewegte sie den Ölpreis kaum. Man sei zufrieden mit einem Ölpreis von 74 US-Dollar je Barrel (159 Liter), sagte der algerische Öl-Minister Chakib Khelil nach einem kurzen Treffen der Opec-Ölminister.
Die Opec ist für rund 50 Prozent der weltweiten Ölexporte verantwortlich. Die Ölförderquote wird bei 24,84 Million Barrel pro Tag bleiben.
(Ag)
Daß die Öl-Multis den Markt für Heizöl und Kraftstoffe auch hierzulande beherrschen und, zur Mehrung des immensen Profits, ihre Übermacht obendrein mittels verbotener Preisabsprachen mißbrauchen, kann jeder Laie aus der Entwicklung des Benzinpreises an der Tankstelle schließen.
Der Vorsitzende des Automobilclubs Europa (ACE), Wolfgang Rose, kritisierte jüngst: "Eine Handvoll Großkonzerne kann Millionen Verbrauchern Einheitspreise diktieren - wir fordern von der Politik Maßnahmen gegen Wucherpreise und Ölpreisspekulanten."
Ob der ACE dergleichen "von der Politik" (wer immer das sei) fordert oder ob in Chikago eine Wurst anbrennt, bleibt sich gleich, aber Roses Beweisführung ist schlüssig: Der Preis für ein Barrel (Faß) Rohöl habe im Jahr 2008 auf dem Rekordhoch von 150 US-Dollar gelegen, für den Liter Superbenzin habe sich daraus im Durchschnitt ein Preis von 1,30 Euro ergeben.
Heute koste das Faß Rohöl nur noch rund 80 US-Dollar, also rund 45 Prozent weniger, der Preis für einen Liter Superbenzin sei aber nicht entsprechend gefallen, im Gegenteil: Super koste nun bis zu 1,44 Euro, also rund elf Prozent mehr.
Der ACE-Vorsitzende über die Preistreiberei: "Dafür gibt es keine marktwirtschaftlich begründete Erklärung."
Falsch. Profitmaximierung ist absolut marktwirtschaftstypisch und bedarf gar keiner weiteren Erklärung. Besonders die Ölmultis sind ohnehin über alle Begründungszwänge erhaben. Sie leben ihr Handelsmonopol für die Öl-Belieferung der Welt an nur zwei Börsen aus: der New York Mercantile Exchange (NYMEX) und der Intercontinental Exchange (ICE), die in London sowie in Atlanta ansässig ist.
Die USA und Großbritannien, Schirmherren der drei Handelsplätze, hatten im Herbst 2009 im Rahmen ihrer Bemühungen zur Eindämmung der Finanzkrise versucht, dem Ölmarkt-Spekulantentum Grenzen zu setzen. Die Börsen-Aufsichtsbehörden beider Regierungen, die amerikanische Commodities and Futures Trading Commission (CTFC) und die britische Financial Services Authority (FSA), vereinbarten Inspektionen im jeweils anderen Land.
Die Inspektoren dürfen Einblick in die Handelsdaten einzelner Börsenakteure nehmen, Übeltäter abmahnen und allzu krumme Dinge publik machen: immerhin wurden dadurch seither die exzessivsten Preissprünge verhindert.
Aber die Multis zocken ja nicht nur den Erdölpreis an den drei weltweit einzigen Handelsplätzen aus, sondern beherrschen auch die Weiterverarbeitung des Rohöls und die Preisbildung für Öl-Produkte auf den nationalen Märkten. Hier holen sie sich beim Verkauf von Heizöl, Diesel und Superbenzin den Profit, den sie dort fürs Rohöl nicht mehr einstreichen können.
In Deutschland hindert sie niemand daran.
Die Kumpanei zwischen Wirtschaft und Politik erlaubt es nicht, und der brave Michel nimmt es hin. Eine Mehrheit der Deutschen ist nach wie vor "mit der Arbeit der Kanzlerin zufrieden": Der ARD und dem ZDF kann man zu diesem großartigen Versagen bei der Vermittlung von Information und politischem Grundwissen nur gratulieren, und noch ein Hoch sei auch auf die kaffeesatzlesende Demoskopie ausgebracht
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, wie der Verband der deutschen Mineralölwirtschaft, der auf nationaler Ebene neben dem Heizölhandel und den Tankstellenketten auch die Ölmultis repräsentiert, das aktuelle Preisgeschehen rechtfertigt: mit "... deutlich höheren Einkaufspreisen am Großmarkt für Benzin in Rotterdam".
Die Dreistigkeit der Ölmultis ist grenzenlos.
Derzeit verkünden sie, am Ölmarkt werde auf steigende Nachfrage spekuliert, weil im Frühjahr die Autosaison in den USA beginne und weil generell mit einer konjunkturellen Erholung gerechnet werde. So geben sie unverblümt zu, selbst Preistreiber und Abkassierer zu sein.
Selbstverständlich durchschaut auch der ACE-Vorsitzende Rose ihre dergestalt nachgewiesene Geschäftstüchtigkeit: "Die haben Förderrechte, Lager, Raffinerien und Tankstellen. Sie profitieren auch von den Spekulationsgeschäften." Eben.
Welche Schlußfolgerungen zieht der Vorsitzende eines gewerkschaftlichen Interessenclubs aus dem Preiswucher? Notfalls müsse "... es eine Marktentflechtung geben, um wirklichen Wettbewerb herzustellen." Eine Bemerkung, die, falls sie überhaupt zu den Konzernmanagern gelangt ist, dort allgemeine Heiterkeit bewirkt haben dürfte.
Hätte Rose die Verstaatlichung der Mineralölwirtschaft verlangt - oder, besser noch, die Verstaatlichung des kompletten Energiesektors einschließlich Kohle, Gas und Strom - man ist versucht zuzustimmen. Aber das ist von ihm nicht zu erwarten.
Denn Eigentümer des ACE ist der lammfromme DGB, der seinen Vorstandsmanagern sechsstellige Traumgehälter bewilligt und Initiativen für einen Generalstreik gegen das herrschende Elend im Lande allemal zu blockieren versucht. Der DGB, der stolz auf seine gut 200 Bundestagsabgeordneten ist. Der viele politische Optionen hat, aber keine davon konsequent nutzt. Der nicht einmal mehr zum Reparaturbetrieb taugt (hach, "...notfalls Markentflechtung").
(Volker Bräutigam)
Lesen Sie auch:
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Abzocke mit Billigtankkarten
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Ökosteuer aussetzen - sofort! Benzinpreise steigen
Benzinspargeräte - dubiose Geschäfte
TEURER SPRIT UND KLIMASCHOCK - MACHT DER LOBBY ?
ES REICHT - denn der Preis ist heiss!
.
Der Vorsitzende des Automobilclubs Europa (ACE), Wolfgang Rose, kritisierte jüngst: "Eine Handvoll Großkonzerne kann Millionen Verbrauchern Einheitspreise diktieren - wir fordern von der Politik Maßnahmen gegen Wucherpreise und Ölpreisspekulanten."
Ob der ACE dergleichen "von der Politik" (wer immer das sei) fordert oder ob in Chikago eine Wurst anbrennt, bleibt sich gleich, aber Roses Beweisführung ist schlüssig: Der Preis für ein Barrel (Faß) Rohöl habe im Jahr 2008 auf dem Rekordhoch von 150 US-Dollar gelegen, für den Liter Superbenzin habe sich daraus im Durchschnitt ein Preis von 1,30 Euro ergeben.
Heute koste das Faß Rohöl nur noch rund 80 US-Dollar, also rund 45 Prozent weniger, der Preis für einen Liter Superbenzin sei aber nicht entsprechend gefallen, im Gegenteil: Super koste nun bis zu 1,44 Euro, also rund elf Prozent mehr.
Der ACE-Vorsitzende über die Preistreiberei: "Dafür gibt es keine marktwirtschaftlich begründete Erklärung."
Falsch. Profitmaximierung ist absolut marktwirtschaftstypisch und bedarf gar keiner weiteren Erklärung. Besonders die Ölmultis sind ohnehin über alle Begründungszwänge erhaben. Sie leben ihr Handelsmonopol für die Öl-Belieferung der Welt an nur zwei Börsen aus: der New York Mercantile Exchange (NYMEX) und der Intercontinental Exchange (ICE), die in London sowie in Atlanta ansässig ist.
Die USA und Großbritannien, Schirmherren der drei Handelsplätze, hatten im Herbst 2009 im Rahmen ihrer Bemühungen zur Eindämmung der Finanzkrise versucht, dem Ölmarkt-Spekulantentum Grenzen zu setzen. Die Börsen-Aufsichtsbehörden beider Regierungen, die amerikanische Commodities and Futures Trading Commission (CTFC) und die britische Financial Services Authority (FSA), vereinbarten Inspektionen im jeweils anderen Land.
Die Inspektoren dürfen Einblick in die Handelsdaten einzelner Börsenakteure nehmen, Übeltäter abmahnen und allzu krumme Dinge publik machen: immerhin wurden dadurch seither die exzessivsten Preissprünge verhindert.
Aber die Multis zocken ja nicht nur den Erdölpreis an den drei weltweit einzigen Handelsplätzen aus, sondern beherrschen auch die Weiterverarbeitung des Rohöls und die Preisbildung für Öl-Produkte auf den nationalen Märkten. Hier holen sie sich beim Verkauf von Heizöl, Diesel und Superbenzin den Profit, den sie dort fürs Rohöl nicht mehr einstreichen können.
In Deutschland hindert sie niemand daran.
Die Kumpanei zwischen Wirtschaft und Politik erlaubt es nicht, und der brave Michel nimmt es hin. Eine Mehrheit der Deutschen ist nach wie vor "mit der Arbeit der Kanzlerin zufrieden": Der ARD und dem ZDF kann man zu diesem großartigen Versagen bei der Vermittlung von Information und politischem Grundwissen nur gratulieren, und noch ein Hoch sei auch auf die kaffeesatzlesende Demoskopie ausgebracht
Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, wie der Verband der deutschen Mineralölwirtschaft, der auf nationaler Ebene neben dem Heizölhandel und den Tankstellenketten auch die Ölmultis repräsentiert, das aktuelle Preisgeschehen rechtfertigt: mit "... deutlich höheren Einkaufspreisen am Großmarkt für Benzin in Rotterdam".
Die Dreistigkeit der Ölmultis ist grenzenlos.
Derzeit verkünden sie, am Ölmarkt werde auf steigende Nachfrage spekuliert, weil im Frühjahr die Autosaison in den USA beginne und weil generell mit einer konjunkturellen Erholung gerechnet werde. So geben sie unverblümt zu, selbst Preistreiber und Abkassierer zu sein.
Selbstverständlich durchschaut auch der ACE-Vorsitzende Rose ihre dergestalt nachgewiesene Geschäftstüchtigkeit: "Die haben Förderrechte, Lager, Raffinerien und Tankstellen. Sie profitieren auch von den Spekulationsgeschäften." Eben.
Welche Schlußfolgerungen zieht der Vorsitzende eines gewerkschaftlichen Interessenclubs aus dem Preiswucher? Notfalls müsse "... es eine Marktentflechtung geben, um wirklichen Wettbewerb herzustellen." Eine Bemerkung, die, falls sie überhaupt zu den Konzernmanagern gelangt ist, dort allgemeine Heiterkeit bewirkt haben dürfte.
Hätte Rose die Verstaatlichung der Mineralölwirtschaft verlangt - oder, besser noch, die Verstaatlichung des kompletten Energiesektors einschließlich Kohle, Gas und Strom - man ist versucht zuzustimmen. Aber das ist von ihm nicht zu erwarten.
Denn Eigentümer des ACE ist der lammfromme DGB, der seinen Vorstandsmanagern sechsstellige Traumgehälter bewilligt und Initiativen für einen Generalstreik gegen das herrschende Elend im Lande allemal zu blockieren versucht. Der DGB, der stolz auf seine gut 200 Bundestagsabgeordneten ist. Der viele politische Optionen hat, aber keine davon konsequent nutzt. Der nicht einmal mehr zum Reparaturbetrieb taugt (hach, "...notfalls Markentflechtung").
(Volker Bräutigam)
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ES REICHT - denn der Preis ist heiss!.
Altira: „Ölpreis könnte bald jenseits der 100 US-Dollar notieren“
Eine weiterhin robuste Konjunktur in China, positive Auswirkungen der US-Konjunkturprogramme und steigende Inflationserwartungen – dies sind einige der Faktoren, die 2011 für positive Überraschungen an den Rohstoffmärkten sorgen könnten, wie Ute Speidel und Torsten Dennin, Rohstoffexperten der Altira Group, in ihrem Jahresausblick schreiben.
Besonders positiv dürfte sich nach Einschätzung der Experten der Rohölpreis entwickeln: Notierungen deutlich jenseits der 100 US-Dollar sind aus ihrer Sicht denkbar. Darüber hinaus favorisieren sie weiterhin diejenigen Rohstoffe, die eine strukturelle Knappheit aufweisen: zum Beispiel Kupfer, Eisenerz, Kohle und Platin. In ihrem Jahresausblick blickt das Rohstoffexperten-Duo zum einen auf das auslaufende Jahr 2010 zurück. Zum anderen äußert es sich zu potenziellen negativen Überraschungen an den Rohstoffmärkten im Jahr 2011 und wahrscheinliche Szenarien an den Rohstoffmärkten.
Der ausführliche Kommentar - im Anhang
..
Eine weiterhin robuste Konjunktur in China, positive Auswirkungen der US-Konjunkturprogramme und steigende Inflationserwartungen – dies sind einige der Faktoren, die 2011 für positive Überraschungen an den Rohstoffmärkten sorgen könnten, wie Ute Speidel und Torsten Dennin, Rohstoffexperten der Altira Group, in ihrem Jahresausblick schreiben.
Besonders positiv dürfte sich nach Einschätzung der Experten der Rohölpreis entwickeln: Notierungen deutlich jenseits der 100 US-Dollar sind aus ihrer Sicht denkbar. Darüber hinaus favorisieren sie weiterhin diejenigen Rohstoffe, die eine strukturelle Knappheit aufweisen: zum Beispiel Kupfer, Eisenerz, Kohle und Platin. In ihrem Jahresausblick blickt das Rohstoffexperten-Duo zum einen auf das auslaufende Jahr 2010 zurück. Zum anderen äußert es sich zu potenziellen negativen Überraschungen an den Rohstoffmärkten im Jahr 2011 und wahrscheinliche Szenarien an den Rohstoffmärkten.
Der ausführliche Kommentar - im Anhang
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Rasanter Ölpreisanstieg bedroht Aufschwung
Ölpreis wird explodieren
Angesichts des seit Januar rasanten Ölpreisanstiegs der Marke Brent von 110 US-Dollar pro Barrel auf zuletzt über 125 US-Dollar ist es für die Experten von Metzler Asset Management kaum möglich abzuschätzen, inwieweit die Krise im Iran oder die zuletzt guten Konjunkturdaten die Ölpreisbewegung verursacht haben. Ein rasanter Anstieg der Energiepreise war schon für die rezessiven Tendenzen in den Jahren 2001 und 2008 mitverantwortlich – vor diesem Hintergrund mehren sich derzeit wieder die Sorgen über die Nachhaltigkeit des gerade einsetzenden Aufschwungs.
Stetiger Ölpreisanstieg weniger schädlich als hohe Preisschwankungen
Entscheidend für den Einfluss der Energiepreise auf das Wirtschaftswachstum seien jedoch eher die Veränderungsraten des Ölpreises als sein absolutes Niveau, da etwaige vergangene Ölpreisanstiege von der Wirtschaft schon verarbeitet wurden. In der Vergangenheit waren erst bei einem Ölpreisanstieg von mehr als 30 Prozent signifikante negative Effekte auf die Weltwirtschaft zu beobachten. Derzeit beträgt der Anstieg nur etwa zehn Prozent, was sich nur gering auf die Weltwirtschaft auswirken dürfte. Demnach würden erst ab einem Niveau von über 150 US-Dollar pro Barrel die Rezessionsrisiken signifikant größer. Für die Metzler-Experten spricht die schwierige Angebotssituation grundsätzlich dafür, dass der Ölpreis im Trend weiter klettern wird. So steigen die Kosten für die Erschließung neuer Ölquellen kontinuierlich, und die Ergiebigkeit erschlossener Ölquellen wird in den kommenden Jahren dramatisch nachlassen. Für die Weltwirtschaft wäre jedenfalls ein stetiger Ölpreisanstieg weniger schädlich als hohe Preisschwankungen.
Angesichts des seit Januar rasanten Ölpreisanstiegs der Marke Brent von 110 US-Dollar pro Barrel auf zuletzt über 125 US-Dollar ist es für die Experten von Metzler Asset Management kaum möglich abzuschätzen, inwieweit die Krise im Iran oder die zuletzt guten Konjunkturdaten die Ölpreisbewegung verursacht haben. Ein rasanter Anstieg der Energiepreise war schon für die rezessiven Tendenzen in den Jahren 2001 und 2008 mitverantwortlich – vor diesem Hintergrund mehren sich derzeit wieder die Sorgen über die Nachhaltigkeit des gerade einsetzenden Aufschwungs.
Stetiger Ölpreisanstieg weniger schädlich als hohe Preisschwankungen
Entscheidend für den Einfluss der Energiepreise auf das Wirtschaftswachstum seien jedoch eher die Veränderungsraten des Ölpreises als sein absolutes Niveau, da etwaige vergangene Ölpreisanstiege von der Wirtschaft schon verarbeitet wurden. In der Vergangenheit waren erst bei einem Ölpreisanstieg von mehr als 30 Prozent signifikante negative Effekte auf die Weltwirtschaft zu beobachten. Derzeit beträgt der Anstieg nur etwa zehn Prozent, was sich nur gering auf die Weltwirtschaft auswirken dürfte. Demnach würden erst ab einem Niveau von über 150 US-Dollar pro Barrel die Rezessionsrisiken signifikant größer. Für die Metzler-Experten spricht die schwierige Angebotssituation grundsätzlich dafür, dass der Ölpreis im Trend weiter klettern wird. So steigen die Kosten für die Erschließung neuer Ölquellen kontinuierlich, und die Ergiebigkeit erschlossener Ölquellen wird in den kommenden Jahren dramatisch nachlassen. Für die Weltwirtschaft wäre jedenfalls ein stetiger Ölpreisanstieg weniger schädlich als hohe Preisschwankungen.
Ölpreis wird bis zu 15 Prozent fallen
Es gibt nicht viele Dinge in der Finanzwelt, die Investoren täglich und hautnah miterleben. Der Ölpreis gehört dazu, vor allem wenn Anleger mit dem Auto pendeln müssen. Entsprechend intensiv wird über seine Entwicklung diskutiert. Rohstoff-Experte Bayram Dincer von der Schweizer Investmentgesellschaft LGT Capital Management geht angesichts der USA-Reise des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu davon aus, dass der Konflikt um das iranische Nuklearprogramm vorerst nicht militärisch gelöst wird. Im Gegensatz zu anderen Analysten, die einen Preisanstieg bei Öl erwarten, hält Dincer den Ölpreis vor diesem Hintergrund für nicht fair bewertet und erwartet einen Rückgang um bis zu 15 Prozent. Lesen Sie im Folgenden dem ausführlichen Kommentar von Bayram Dincer:
"Ölpreis aus fundamentaler Sicht zu hoch bewertet
Während die meisten Rohstoff-Märkte in den vergangenen Tagen eine Verschnaufpause eingelegt haben, ging es an den Ölmärkten weiter bergauf. Aus fundamentaler Sicht ist diese Entwicklung nicht gerechtfertigt. Ausreichenden Lagerbeständen steht eine nur mäßige Nachfrage nach raffiniertem Öl entgegen. Die seit fünf Monaten anhaltende Rally am Ölmarkt ist vielmehr dem geopolitischen Konflikt um das iranische Atomprogramm geschuldet. Mögliche Versorgungsengpässe im Falle der Schließung der Straße von Hormus treiben den Ölpreis.
Die Diskrepanz zwischen dem aktuellen Ölpreis und den Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage ist auf das Einpreisen der geopolitischen Risikoprämie zurückzuführen. Kurzfristig orientiere Investoren sind zuletzt an den Futuresbörsen massiv tätig geworden. Zusätzlich haben zahlreiche Investoren eine Absicherunkstrategie mit Call-Optionen gewählt, welche eine zusätzliche Investorennachfrage nach Erdölfutureskontrakten zur Folge hat. Wir erwarten im weiteren Jahresverlauf ein Auspreisen dieser geopolitischen Risikoprämie. Der Markt wird sich vermehrt auf die Fundamentaldaten fokussieren und dabei feststellen, dass ein hoher Erdölpreis nicht gerechtfertigt ist.
Politische und ökonomische Sanktionen noch nicht ausgeschöpft
Aus Sicht der LGT Capital Management sollte der Konflikt in absehbarer Zeit nicht militärisch eskalieren. Noch sind die politischen und ökonomischen Gegenmaßnahmen der westlichen Staatengemeinschaft nicht ausgeschöpft. Eine Verschärfung des Konflikts passt zudem nicht in die fragile Lage der Weltwirtschaft. In den USA befindet sich Präsident Barak Obama im Wahlkampf. Obwohl Obama am letzten Wochenende versichert hat, dass er nicht bluffen wird, kann keine involvierte Partei in einem Kriegsfall gewinnen. Die Rolle als ‚Peacemaker‘ beinhaltet für Obama die größten politischen Chancen. Weiter steigende Rohölpreise wären Gift für die amerikanische Volkswirtschaft sowie für die Preise an den amerikanischen Tankstellen, die sich jetzt bereits der Vier-Dollar-Marke für eine Gallone nähern. Eine andere Option besteht darin, dass man wie schon im letzten Jahr die strategischen Erdölreserven anzapft bzw. freigibt, damit sich die Erdölpreise und die Situation auf dem internationalen Erdölmarkt kurzfristig entspannen.
Risikozuschläge auf den Ölpreis zu hoch
Unterstützung erhält das „De-Eskalations-Szenario“ durch die aktuellen Signale aus Washington, wo gestern der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit US Präsident Barak Obama zusammengetroffen ist. Ungeachtet der Betonung beider Politiker, sich nach wie vor alle Optionen offenzuhalten, scheint eine militärische Operation in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund hält die LGT Capital Management die aktuellen Risikozuschläge zu hoch. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass der Ölmarkt das geopolitische Risiko künftig geringer bewerten und um 10 bis 15 Prozent auspreisen wird."
"Ölpreis aus fundamentaler Sicht zu hoch bewertet
Während die meisten Rohstoff-Märkte in den vergangenen Tagen eine Verschnaufpause eingelegt haben, ging es an den Ölmärkten weiter bergauf. Aus fundamentaler Sicht ist diese Entwicklung nicht gerechtfertigt. Ausreichenden Lagerbeständen steht eine nur mäßige Nachfrage nach raffiniertem Öl entgegen. Die seit fünf Monaten anhaltende Rally am Ölmarkt ist vielmehr dem geopolitischen Konflikt um das iranische Atomprogramm geschuldet. Mögliche Versorgungsengpässe im Falle der Schließung der Straße von Hormus treiben den Ölpreis.
Die Diskrepanz zwischen dem aktuellen Ölpreis und den Fundamentaldaten von Angebot und Nachfrage ist auf das Einpreisen der geopolitischen Risikoprämie zurückzuführen. Kurzfristig orientiere Investoren sind zuletzt an den Futuresbörsen massiv tätig geworden. Zusätzlich haben zahlreiche Investoren eine Absicherunkstrategie mit Call-Optionen gewählt, welche eine zusätzliche Investorennachfrage nach Erdölfutureskontrakten zur Folge hat. Wir erwarten im weiteren Jahresverlauf ein Auspreisen dieser geopolitischen Risikoprämie. Der Markt wird sich vermehrt auf die Fundamentaldaten fokussieren und dabei feststellen, dass ein hoher Erdölpreis nicht gerechtfertigt ist.
Politische und ökonomische Sanktionen noch nicht ausgeschöpft
Aus Sicht der LGT Capital Management sollte der Konflikt in absehbarer Zeit nicht militärisch eskalieren. Noch sind die politischen und ökonomischen Gegenmaßnahmen der westlichen Staatengemeinschaft nicht ausgeschöpft. Eine Verschärfung des Konflikts passt zudem nicht in die fragile Lage der Weltwirtschaft. In den USA befindet sich Präsident Barak Obama im Wahlkampf. Obwohl Obama am letzten Wochenende versichert hat, dass er nicht bluffen wird, kann keine involvierte Partei in einem Kriegsfall gewinnen. Die Rolle als ‚Peacemaker‘ beinhaltet für Obama die größten politischen Chancen. Weiter steigende Rohölpreise wären Gift für die amerikanische Volkswirtschaft sowie für die Preise an den amerikanischen Tankstellen, die sich jetzt bereits der Vier-Dollar-Marke für eine Gallone nähern. Eine andere Option besteht darin, dass man wie schon im letzten Jahr die strategischen Erdölreserven anzapft bzw. freigibt, damit sich die Erdölpreise und die Situation auf dem internationalen Erdölmarkt kurzfristig entspannen.
Risikozuschläge auf den Ölpreis zu hoch
Unterstützung erhält das „De-Eskalations-Szenario“ durch die aktuellen Signale aus Washington, wo gestern der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mit US Präsident Barak Obama zusammengetroffen ist. Ungeachtet der Betonung beider Politiker, sich nach wie vor alle Optionen offenzuhalten, scheint eine militärische Operation in absehbarer Zeit nicht wahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund hält die LGT Capital Management die aktuellen Risikozuschläge zu hoch. Es ist vielmehr davon auszugehen, dass der Ölmarkt das geopolitische Risiko künftig geringer bewerten und um 10 bis 15 Prozent auspreisen wird."
Warum der Ölpreis auf über 150 Dollar steigt
Saudiarabien öffnet den Ölhahn, um den Ölpreis wieder unter 100 Dollar zu drücken. Vier Gründe, warum das nicht gelingen könnte
Anfang der Woche ist Saudiarabien auf die Notbremse gestiegen und hat den Ölhahn geöffnet. Der Ölpreis soll damit unter hundert Dollar gedrückt werden. Daran ist auch US-Präsident Obama interessiert, der alles in seiner Macht stehende tun wird, um steigende Ölpreise zu verhindern. Denn der Frust der Amerikaner an der Tankstelle ist angesichts von Benzinpreisen von 4,07 Dollar pro Gallone (3,8 Liter) - das entspricht 0,81 Euro je Liter - im Wahljahr groß
Dennoch gibt es vier gute Gründe, warum es nicht so einfach sein wird, den Ölpreis zu stabilisieren. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Ölpreis noch heuer sogar die psychologisch wichtige 150-Dollar-Marke (je Barrel = 159 Liter) überschreiten wird.
Embargo gegen Iran
IWF-Chefin Christine Lagarde hat erst am Dienstag davor gewarnt, dass eine Unterbrechung der iranischen Öllieferungen zu einem Anstieg des Rohölpreises um 20 bis 30 Prozen führen könnte. Die IWF-Warnung kommt nicht unbegründet: Hat doch die EU im Jänner beschlossen, dass ein Ölembargo schrittweise bis 1. Juli in Kraft treten soll. Komme es zu einem größeren Engpass bei den iranischen Ölexporten, werde dies die Preise "sicherlich für eine Weile in die Höhe treiben", bis andere Länder die Versorgungslücke geschlossen hätten. Doch damit nicht genug. Der Iran hat - sollte es zu einem Präventivkrieg der USA und Israels kommen - ein weiteres Druckmittel in der Hand: Die Blockade der Straße von Hormus. Durch diese "Aorta des Ölgeschäfts" geht rund ein Fünftel des weltweiten Ölexports. Im Schnitt befahren 14 Öltanker pro Tag die Wasserstraße. Im Fall einer Sperre könnte der Ölpreis auf 150 bis 200 Dollar steigen, sind Experten überzeugt.
Geldmengenausweitung treibt Ölpreis
Aus Sicht der Österreichischen Schule der Nationalökonomie ist nicht nur die steigende Nachfrage nach Öl und anderen Rohstoffen ein ausschlaggebender Faktor für steigende Preise. Sie sehen, wie auch Erste-Bank-Ölexperte Ronald Stöferle in seinem "Ölreport 2012" schreibt, die laufende Geldmengenausweitung als wesentlichen Faktor für steigende Preise. Klaus Bergmann, Geschäftsführer des auf Heizöl spezialisierten Internetportals esyoil, schreibt dazu in einem Kommentar: "Ein auf eine Nachfrage bezogenes zu geringes Angebot oder eine auf ein Angebot bezogene zu hohe Nachfrage führen zu Preissteigerung. Gleiches geschieht, wenn die Geldmenge stärker ausgeweitet wird, als die Wirtschaft wächst. Beides zusammen verursacht die zu beobachtende Ölpreissteigerung." Die Geldmengenausweitung finde real statt. "Es gab sie vor dem Ausbruch der Finanzkrise bedingt durch übertriebenen Liberalismus im Umgang mit der monetären Geldtheorie. Es gibt sie seit dem Ausbruch der Finanzkrise durch die exzessive politische Praxis monetärer Staatshilfen", argumentiert Bergmann.
Spekulanten tragen ihren Teil bei
Der Einfluss von Spekulanten auf den Ölpreis ist umstritten. Das veranlasste etwa den Blog des deutschen "Liberalen Instituts" zu der polemischen Frage: "Ist das Thermometer schuld am schlechten Wetter?". Doch die meisten Ökonomen sind sich darüber einig, dass Spekulanten die Ausschläge des Preises verstärken. In einem Umfeld also, indem mit einem steigenden Ölpreis gerechnet wird, können Spekulanten ihren Teil dazu beitragen, diese Annahme Realität werden zu lassen. Der erste COT-Report (Commitments of Traders) des Jahres zeigte, dass Spekulanten bei Rohöl der US-Sorte WTI bereits auf steigende Preise wetten. Und auch das "Handelsblatt" berichtete im Februar davon, dass Hedge-Fonds die aktuellen geopolitischen Spannungen zum Anlass nehmen, um auf steigende Ölpreise zu wetten. Diese hätten die Ölpreis-Rally zwar nicht ausgelöst, sie seien aber schnell auf den Trend aufgesprungen.
Der Öldurst hält an
Die Zeit des billigen Öls ist wohl für immer vorbei. Die Schere zwischen Ölverbrauch und verbleibenden Reserven geht immer weiter auf. Der Öldurst vor allem in den asiatischen Volkswirtschaften steigt weiter an. Jedes Prozent Wirtschaftswachstum in Asien steigert die Nachfrage nach Öl. Auch wenn China seine Erwartungen bezüglich des Wirtschaftswachstums auf 7,5 Prozent reduziert hat: China ist mit seinem steigenden Öldurst für den hohen Ölpreis mitverantwortlich. Auch die zuletzt wieder positiven Konjunkturnachrichten aus Europa und den USA - auch der IWF sieht eine Erholung der Weltwirtschaft - weisen auf einen Preistrend nach oben hin.
* Die Presse
Anfang der Woche ist Saudiarabien auf die Notbremse gestiegen und hat den Ölhahn geöffnet. Der Ölpreis soll damit unter hundert Dollar gedrückt werden. Daran ist auch US-Präsident Obama interessiert, der alles in seiner Macht stehende tun wird, um steigende Ölpreise zu verhindern. Denn der Frust der Amerikaner an der Tankstelle ist angesichts von Benzinpreisen von 4,07 Dollar pro Gallone (3,8 Liter) - das entspricht 0,81 Euro je Liter - im Wahljahr groß
Dennoch gibt es vier gute Gründe, warum es nicht so einfach sein wird, den Ölpreis zu stabilisieren. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der Ölpreis noch heuer sogar die psychologisch wichtige 150-Dollar-Marke (je Barrel = 159 Liter) überschreiten wird.
Embargo gegen Iran
IWF-Chefin Christine Lagarde hat erst am Dienstag davor gewarnt, dass eine Unterbrechung der iranischen Öllieferungen zu einem Anstieg des Rohölpreises um 20 bis 30 Prozen führen könnte. Die IWF-Warnung kommt nicht unbegründet: Hat doch die EU im Jänner beschlossen, dass ein Ölembargo schrittweise bis 1. Juli in Kraft treten soll. Komme es zu einem größeren Engpass bei den iranischen Ölexporten, werde dies die Preise "sicherlich für eine Weile in die Höhe treiben", bis andere Länder die Versorgungslücke geschlossen hätten. Doch damit nicht genug. Der Iran hat - sollte es zu einem Präventivkrieg der USA und Israels kommen - ein weiteres Druckmittel in der Hand: Die Blockade der Straße von Hormus. Durch diese "Aorta des Ölgeschäfts" geht rund ein Fünftel des weltweiten Ölexports. Im Schnitt befahren 14 Öltanker pro Tag die Wasserstraße. Im Fall einer Sperre könnte der Ölpreis auf 150 bis 200 Dollar steigen, sind Experten überzeugt.
Geldmengenausweitung treibt Ölpreis
Aus Sicht der Österreichischen Schule der Nationalökonomie ist nicht nur die steigende Nachfrage nach Öl und anderen Rohstoffen ein ausschlaggebender Faktor für steigende Preise. Sie sehen, wie auch Erste-Bank-Ölexperte Ronald Stöferle in seinem "Ölreport 2012" schreibt, die laufende Geldmengenausweitung als wesentlichen Faktor für steigende Preise. Klaus Bergmann, Geschäftsführer des auf Heizöl spezialisierten Internetportals esyoil, schreibt dazu in einem Kommentar: "Ein auf eine Nachfrage bezogenes zu geringes Angebot oder eine auf ein Angebot bezogene zu hohe Nachfrage führen zu Preissteigerung. Gleiches geschieht, wenn die Geldmenge stärker ausgeweitet wird, als die Wirtschaft wächst. Beides zusammen verursacht die zu beobachtende Ölpreissteigerung." Die Geldmengenausweitung finde real statt. "Es gab sie vor dem Ausbruch der Finanzkrise bedingt durch übertriebenen Liberalismus im Umgang mit der monetären Geldtheorie. Es gibt sie seit dem Ausbruch der Finanzkrise durch die exzessive politische Praxis monetärer Staatshilfen", argumentiert Bergmann.
Spekulanten tragen ihren Teil bei
Der Einfluss von Spekulanten auf den Ölpreis ist umstritten. Das veranlasste etwa den Blog des deutschen "Liberalen Instituts" zu der polemischen Frage: "Ist das Thermometer schuld am schlechten Wetter?". Doch die meisten Ökonomen sind sich darüber einig, dass Spekulanten die Ausschläge des Preises verstärken. In einem Umfeld also, indem mit einem steigenden Ölpreis gerechnet wird, können Spekulanten ihren Teil dazu beitragen, diese Annahme Realität werden zu lassen. Der erste COT-Report (Commitments of Traders) des Jahres zeigte, dass Spekulanten bei Rohöl der US-Sorte WTI bereits auf steigende Preise wetten. Und auch das "Handelsblatt" berichtete im Februar davon, dass Hedge-Fonds die aktuellen geopolitischen Spannungen zum Anlass nehmen, um auf steigende Ölpreise zu wetten. Diese hätten die Ölpreis-Rally zwar nicht ausgelöst, sie seien aber schnell auf den Trend aufgesprungen.
Der Öldurst hält an
Die Zeit des billigen Öls ist wohl für immer vorbei. Die Schere zwischen Ölverbrauch und verbleibenden Reserven geht immer weiter auf. Der Öldurst vor allem in den asiatischen Volkswirtschaften steigt weiter an. Jedes Prozent Wirtschaftswachstum in Asien steigert die Nachfrage nach Öl. Auch wenn China seine Erwartungen bezüglich des Wirtschaftswachstums auf 7,5 Prozent reduziert hat: China ist mit seinem steigenden Öldurst für den hohen Ölpreis mitverantwortlich. Auch die zuletzt wieder positiven Konjunkturnachrichten aus Europa und den USA - auch der IWF sieht eine Erholung der Weltwirtschaft - weisen auf einen Preistrend nach oben hin.
* Die Presse
Wie Spekulanten einen Ballon aufpusten
Was haben wir gestaunt:
In wenigen Stunden des gestrigen Nachmittags schnellten da die Rohölnotierungen um zwei Dollar je Sorte nach oben. Auslöser Spanien? Wegen erfolgreicher Geldanleihen? Oder doch Iran? Wegen der Missklänge im Atomkonflikt?
Nun, nach einem noch viel heftigerem Absturz um drei bis vier Dollar je Barrel innerhalb von kaum 17 Stunden inklusive der Schlafenszeit, wird klar:
Es waren wohl in erster Linie die Spekulanten, denen dieses Kurzzeithoch zu verdanken ist. Ordentlich verdient am Nachmittag, sogleich ging es ans Gewinnabschöpfen. Mit dem Ist-Stand (aktuelle Barrelpreise: Nordseeöl Brent 98 Dollar, US-Leichtöl WTI 83 Dollar) ist jetzt wieder das Niveau erreicht, das den grundsätzlichen Abwärtstrend-Erwartungen auf Basis der Fundamentaldaten entspricht. Die weisen nämlich weiterhin eher auf sinkende Ölpreise hin – noch immer laufen die Saudi-Pumpen stärker als sie müssten, noch immer lahmt die weltweite Nachfrage. Chinas unerwartete Leitzinssenkung unterstreicht dies eindrucksvoll, und auch Uncle Sam zögert an der amerikanischen Zapfsäule, Driving Season hin oder her.
Der Euro ist ebenfalls angekommen, wo er vor der Rallye war: bei 1,25 Dollar. Die gestrigen Aufschläge beim Heizöl dürften sich damit heute wieder komplett erledigt haben, so dass letztlich Werte auf oder sogar ein wenig unter dem Level des vorgestrigen Durchschnittspreises (der lag bei 84,74 Euro für 100 Liter Heizöl bei 3.000-Liter-Lieferung) zu erwarten sind. Der Feiertag Fronleichnam hat den Süddeutschen gestern also jede Menge Aufregung erspart.
Reinhard Franke - Redakteur Brennstoffspiegel
In wenigen Stunden des gestrigen Nachmittags schnellten da die Rohölnotierungen um zwei Dollar je Sorte nach oben. Auslöser Spanien? Wegen erfolgreicher Geldanleihen? Oder doch Iran? Wegen der Missklänge im Atomkonflikt?
Nun, nach einem noch viel heftigerem Absturz um drei bis vier Dollar je Barrel innerhalb von kaum 17 Stunden inklusive der Schlafenszeit, wird klar:
Es waren wohl in erster Linie die Spekulanten, denen dieses Kurzzeithoch zu verdanken ist. Ordentlich verdient am Nachmittag, sogleich ging es ans Gewinnabschöpfen. Mit dem Ist-Stand (aktuelle Barrelpreise: Nordseeöl Brent 98 Dollar, US-Leichtöl WTI 83 Dollar) ist jetzt wieder das Niveau erreicht, das den grundsätzlichen Abwärtstrend-Erwartungen auf Basis der Fundamentaldaten entspricht. Die weisen nämlich weiterhin eher auf sinkende Ölpreise hin – noch immer laufen die Saudi-Pumpen stärker als sie müssten, noch immer lahmt die weltweite Nachfrage. Chinas unerwartete Leitzinssenkung unterstreicht dies eindrucksvoll, und auch Uncle Sam zögert an der amerikanischen Zapfsäule, Driving Season hin oder her.
Der Euro ist ebenfalls angekommen, wo er vor der Rallye war: bei 1,25 Dollar. Die gestrigen Aufschläge beim Heizöl dürften sich damit heute wieder komplett erledigt haben, so dass letztlich Werte auf oder sogar ein wenig unter dem Level des vorgestrigen Durchschnittspreises (der lag bei 84,74 Euro für 100 Liter Heizöl bei 3.000-Liter-Lieferung) zu erwarten sind. Der Feiertag Fronleichnam hat den Süddeutschen gestern also jede Menge Aufregung erspart.
Reinhard Franke - Redakteur Brennstoffspiegel
Ölpreis im Sinkflug
Am Rohstoffmarkt sticht ihnen zufolge insbesondere die Entwicklung des Ölpreises hervor. Innerhalb der letzten zweieinhalb Monate verlor die Sorte Brent knapp 30 Prozent an Wert und notiert mittlerweile bei knapp 90 US-Dollar. Insbesondere die Sorgen um die globale Wirtschaftsentwicklung sowie die politische Entspannung im Iran-Konflikt haben den Ölpreis kräftig unter Druck gesetzt. Auf Basis der Grenzkosten der Ölproduktion sollte langsam der Boden bei der Preisentwicklung gefunden sein. Geht die konjunkturelle Verunsicherung am Markt hingegen weiter ist auch ein Überschießen zu weiteren Tiefs möglich, wie die Weberbank-Experten abschließend anmerken
Wird der Ölpreis manipuliert?
Nach dem Libor-Skandal schauen die Finanzaufseher nun genau auf die Rohstoffmärkte. Der Verdacht: möglicherweise wird und wurde der Ölpreis manipuliert. Immerhin geht es um rund 100 Milliarden Dollar. Täglich
Der Libor-Skandal hat die Aufseher der Finanzmärkte aufgeschreckt. Nun wachsen erneut die Ängste, dass auch am Ölmarkt die Notierungen systematisch verfälscht werden. Der Preissprung zu Wochenbeginn um rund zwei auf zeitweise über 115 Dollar bei der schwefelarmen Nordsee-Erdölsorte Brent ließ Spekulationen über mögliche Manipulationen aufkommen. Die Gemüter beruhigten sich aber schnell wieder. Denn die Ölproduktion des Kartells erdölexportierenden Länder, Opec, ist seit zwei Monaten rückläufig. Außerdem trieben Sorgen um Syrien den Preis, sagt Rohstoff-Experte Gabor Vogel von der DZ Bank
Die Angst vor Manipulationen ist allerdings nicht neu. Bereits im November 2011 reagierte die Internationale Vereinigung der Wertaufsichtsbehörden (Iosco) auf die Finanzminister der 20 größten Industrie- und Schwellenländer der Welt (G20), die Probleme bei der Preisfeststellung von Öl anprangerten und Empfehlungen für eine effizienteren Markt einforderten. Hier geht es immerhin um ein tägliches Handelsvolumen, das nach Marktschätzungen oftmals bei 100 Milliarden Dollar liegt. Erste Empfehlungen hat die Iosco inzwischen formuliert. Selbst die Opec reagiert auf den steigenden Druck: "Wir dürfen extreme Preisschwankungen und übertriebene Spekulation nicht mehr zulassen. Das ist ungeheuer schädlich für die gesamte Branche", sagte Opec-Generalsekretär Abdalla Salem El-Badri im Juni in Wien.
Dass sich die Opec als Sauber-Organisation präsentiert, entbehrt nicht der Ironie: "Beim Ölpreis beginnen die Probleme damit, dass schon auf der Erzeugerebene oft kein Marktpreis, sondern nur ein kartellierter Preis zustande kommt", klagt Daniel Zimmer, Vorsitzender der Monopolkommission. Die Opec habe ein Interesse an hohen Preisen. "Dass bei einer solchen Ausgangslage auch nachfolgende Handelsebenen versuchen, ihren Teil vom Kuchen abzubekommen, liegt nicht fern", betont er.
"Houston, wir haben ein Problem", leitete Scott O'Malia, Vorstand der US-Derivateaufsicht CFTC kürzlich eine Rede ein. Es gebe "auffällige Ähnlichkeiten" zwischen dem Geschehen beim Libor und den Ölpreisen. Auch die Iosco sieht, dass die Marktbarometer für Öl und Benzin anfällig für "Verzerrungen und Manipulationen" sind. Der Schwachpunkt ist ähnlich wie beim Libor, dass Händler verschiedener Marktteilnehmer die Preise, die sie für Öl-Kontrakte bezahlen, an sogenannte unabhängige Preisagenturen liefern. Diese errechnen aus den Angaben Richtpreise für Produkte wie Rohöl, Benzin oder Bio-Diesel.
Die mächtigsten Agenturen sind Platts aus den USA und die britische Argus Media. Platts gehört wie die Ratingagentur Standard & Poor's zum McGraw-Hill-Konzern, Argus befindet sich in den Händen der Gründerfamilie. Der Großteil der weltweiten Ölproduktion wird mit Verträgen gehandelt, die auf den Tarifen der Agenturen basieren. Nach Meinung der Iosco hat ihre Tätigkeit daher nicht nur Einfluss auf den weltweiten Öl- und Öl-Derivatemarkt, sondern letztlich auf die Weltwirtschaft. Händler liefern den Agenturen die Preisinformationen. Auf freiwilliger Basis geben etwa Raffinerien, die Treibstoff verkaufen, und Großeinkäufer wie Fluglinien die Konditionen bekannt. Wie beim Libor verlässt man sich dabei vor allem auf die Ehrlichkeit der Datenmelder.
Für die Iosco besteht deshalb "ein Risiko, dass ein Preis durch die Einreichung falscher Daten manipuliert werden kann". Bei Platts finden die Abfragen in dem kleinen Zeitfenster zwischen 17.00 und 17.30 Uhr statt und entscheiden über den Tagespreis. Ein großer deutscher Konzern, der viel Öl benötigt, hält dieses Modell für angreifbar. Hinzu komme, dass die Agenturen zunehmend Vorgaben machten, wie die Angebote in die Systeme eingestellt werden könnten, "um Kosten zu sparen" - etwa bei Preisstaffelungen. Journalisten, die das System kontrollierten, seien überfordert.
Platts ist der Überzeugung, dass kein einzelnes Unternehmen den Preis bestimmen kann. Um Manipulationen zu verhindern, spielte Iosco zunächst mit der Idee, eine Aufsicht für die Erdölwirtschaft zu etablieren. Im jüngsten Zwischenbericht machen sich die Aufseher allerdings für die Offenlegung aller Geschäftsabschlüsse stark. Einzelheiten wird der Abschlussbericht der Iosco bieten, der im November erwartet wird.
* Auszug HB
Der Libor-Skandal hat die Aufseher der Finanzmärkte aufgeschreckt. Nun wachsen erneut die Ängste, dass auch am Ölmarkt die Notierungen systematisch verfälscht werden. Der Preissprung zu Wochenbeginn um rund zwei auf zeitweise über 115 Dollar bei der schwefelarmen Nordsee-Erdölsorte Brent ließ Spekulationen über mögliche Manipulationen aufkommen. Die Gemüter beruhigten sich aber schnell wieder. Denn die Ölproduktion des Kartells erdölexportierenden Länder, Opec, ist seit zwei Monaten rückläufig. Außerdem trieben Sorgen um Syrien den Preis, sagt Rohstoff-Experte Gabor Vogel von der DZ Bank
Die Angst vor Manipulationen ist allerdings nicht neu. Bereits im November 2011 reagierte die Internationale Vereinigung der Wertaufsichtsbehörden (Iosco) auf die Finanzminister der 20 größten Industrie- und Schwellenländer der Welt (G20), die Probleme bei der Preisfeststellung von Öl anprangerten und Empfehlungen für eine effizienteren Markt einforderten. Hier geht es immerhin um ein tägliches Handelsvolumen, das nach Marktschätzungen oftmals bei 100 Milliarden Dollar liegt. Erste Empfehlungen hat die Iosco inzwischen formuliert. Selbst die Opec reagiert auf den steigenden Druck: "Wir dürfen extreme Preisschwankungen und übertriebene Spekulation nicht mehr zulassen. Das ist ungeheuer schädlich für die gesamte Branche", sagte Opec-Generalsekretär Abdalla Salem El-Badri im Juni in Wien.
Dass sich die Opec als Sauber-Organisation präsentiert, entbehrt nicht der Ironie: "Beim Ölpreis beginnen die Probleme damit, dass schon auf der Erzeugerebene oft kein Marktpreis, sondern nur ein kartellierter Preis zustande kommt", klagt Daniel Zimmer, Vorsitzender der Monopolkommission. Die Opec habe ein Interesse an hohen Preisen. "Dass bei einer solchen Ausgangslage auch nachfolgende Handelsebenen versuchen, ihren Teil vom Kuchen abzubekommen, liegt nicht fern", betont er.
"Houston, wir haben ein Problem", leitete Scott O'Malia, Vorstand der US-Derivateaufsicht CFTC kürzlich eine Rede ein. Es gebe "auffällige Ähnlichkeiten" zwischen dem Geschehen beim Libor und den Ölpreisen. Auch die Iosco sieht, dass die Marktbarometer für Öl und Benzin anfällig für "Verzerrungen und Manipulationen" sind. Der Schwachpunkt ist ähnlich wie beim Libor, dass Händler verschiedener Marktteilnehmer die Preise, die sie für Öl-Kontrakte bezahlen, an sogenannte unabhängige Preisagenturen liefern. Diese errechnen aus den Angaben Richtpreise für Produkte wie Rohöl, Benzin oder Bio-Diesel.
Die mächtigsten Agenturen sind Platts aus den USA und die britische Argus Media. Platts gehört wie die Ratingagentur Standard & Poor's zum McGraw-Hill-Konzern, Argus befindet sich in den Händen der Gründerfamilie. Der Großteil der weltweiten Ölproduktion wird mit Verträgen gehandelt, die auf den Tarifen der Agenturen basieren. Nach Meinung der Iosco hat ihre Tätigkeit daher nicht nur Einfluss auf den weltweiten Öl- und Öl-Derivatemarkt, sondern letztlich auf die Weltwirtschaft. Händler liefern den Agenturen die Preisinformationen. Auf freiwilliger Basis geben etwa Raffinerien, die Treibstoff verkaufen, und Großeinkäufer wie Fluglinien die Konditionen bekannt. Wie beim Libor verlässt man sich dabei vor allem auf die Ehrlichkeit der Datenmelder.
Für die Iosco besteht deshalb "ein Risiko, dass ein Preis durch die Einreichung falscher Daten manipuliert werden kann". Bei Platts finden die Abfragen in dem kleinen Zeitfenster zwischen 17.00 und 17.30 Uhr statt und entscheiden über den Tagespreis. Ein großer deutscher Konzern, der viel Öl benötigt, hält dieses Modell für angreifbar. Hinzu komme, dass die Agenturen zunehmend Vorgaben machten, wie die Angebote in die Systeme eingestellt werden könnten, "um Kosten zu sparen" - etwa bei Preisstaffelungen. Journalisten, die das System kontrollierten, seien überfordert.
Platts ist der Überzeugung, dass kein einzelnes Unternehmen den Preis bestimmen kann. Um Manipulationen zu verhindern, spielte Iosco zunächst mit der Idee, eine Aufsicht für die Erdölwirtschaft zu etablieren. Im jüngsten Zwischenbericht machen sich die Aufseher allerdings für die Offenlegung aller Geschäftsabschlüsse stark. Einzelheiten wird der Abschlussbericht der Iosco bieten, der im November erwartet wird.
* Auszug HB
Wer einen Blick auf den üblicherweise in Dollar ausgewiesenen Ölpreis wirft, dürfte das Preisniveau bei dem wichtigsten Energieträger mit Blick auf frühere Rekorde eher unauffällig finden. Aus europäischer Sicht ist die Lage jedoch dramatischer: In Euro gerechnet, befindet sich der Brent-Ölpreis mit fast 95 Euro pro Barrel in unmittelbarer Nähe seine Allzeithochs von etwas mehr als 97 Dollar.
Für die krisengeschüttelten europäischen Volkswirtschaften kommt die Verteuerung der Energieversorgung zur Unzeit. Europa befindet sich bereits in der Rezession: Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone ist im zweiten Quartal um 0,2% gefallen. Sollte der Ölpreis weiter anziehen, dürften die konjunkturellen Probleme an Schärfe zunehmen. Und es sieht tatsächlich eher danach aus, dass der Ölpreis in Euro weiter zulegt.
Ein Teil der Verteuerung des Energieträgers ist auf die Schwäche des Euros zurückzuführen, wobei die größer werdende Brenn- und Treibstoffrechnung die Vorteile der Währungsschwäche für exportorientierte Industrien zumindest teilweise wieder kompensiert. Mit Blick auf die anhaltende Schuldenkrise sieht es eher danach aus, dass die Talfahrt des Euros anhält als dass sie sich nachhaltig umkehrt. Zudem dürften auch geopolitische Sorgen für eine weitere Verteuerung sorgen. So ist die Wahrscheinlichkeit für einen Angriff Israels auf die Atomanlagen des Irans in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Die politische Führung in Jerusalem scheint die Konfrontation zu wollen, zumal man davon überzeugt ist, dass die Folgen iranischer Gegenangriffe minimal ausfallen. Sollte Israel den Schritt wagen, dürfte der Ölpreis sehr kräftig anziehen.
Der Nahe Osten birgt noch weiteren Zündstoff: Die Stärkung der Machtposition durch die neue islamistische Führung in Ägypten weckt Ängste, dass diese mittel- oder langfristig den Suezkanal - über den ein Teil der europäischen Ölversorgung läuft - sperren könnte. Dies erklärt zumindest einen Teil des ungewöhnlich großen Aufpreises von Brent gegenüber US-Leichtöl der Sorte WTI, der aktuell rund 20 Dollar beträgt.
Hinzu kommt, dass derzeit viele Förderanlagen in der Nordsee wartungsbedingt abgeschaltet sind. Angesichts des hohen Alters vieler Anlagen rechnen Experten damit, dass die Förderung in der Nordsee tendenziell abnimmt, was zu einem anhaltend großen Brent-WTI-Spread beitragen dürfte.
Europäische Politiker, Notenbanker und Unternehmen sollten sich über eines im Klaren sein: Entlastung für die europäische Konjunktur ist von Seiten der Energiepreise nicht zu erwarten.
Kommentar zum neuerlichen Anstieg des Ölpreises in Euro, von Dieter Kuckelkorn
Für die krisengeschüttelten europäischen Volkswirtschaften kommt die Verteuerung der Energieversorgung zur Unzeit. Europa befindet sich bereits in der Rezession: Das Bruttoinlandsprodukt der Eurozone ist im zweiten Quartal um 0,2% gefallen. Sollte der Ölpreis weiter anziehen, dürften die konjunkturellen Probleme an Schärfe zunehmen. Und es sieht tatsächlich eher danach aus, dass der Ölpreis in Euro weiter zulegt.
Ein Teil der Verteuerung des Energieträgers ist auf die Schwäche des Euros zurückzuführen, wobei die größer werdende Brenn- und Treibstoffrechnung die Vorteile der Währungsschwäche für exportorientierte Industrien zumindest teilweise wieder kompensiert. Mit Blick auf die anhaltende Schuldenkrise sieht es eher danach aus, dass die Talfahrt des Euros anhält als dass sie sich nachhaltig umkehrt. Zudem dürften auch geopolitische Sorgen für eine weitere Verteuerung sorgen. So ist die Wahrscheinlichkeit für einen Angriff Israels auf die Atomanlagen des Irans in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Die politische Führung in Jerusalem scheint die Konfrontation zu wollen, zumal man davon überzeugt ist, dass die Folgen iranischer Gegenangriffe minimal ausfallen. Sollte Israel den Schritt wagen, dürfte der Ölpreis sehr kräftig anziehen.
Der Nahe Osten birgt noch weiteren Zündstoff: Die Stärkung der Machtposition durch die neue islamistische Führung in Ägypten weckt Ängste, dass diese mittel- oder langfristig den Suezkanal - über den ein Teil der europäischen Ölversorgung läuft - sperren könnte. Dies erklärt zumindest einen Teil des ungewöhnlich großen Aufpreises von Brent gegenüber US-Leichtöl der Sorte WTI, der aktuell rund 20 Dollar beträgt.
Hinzu kommt, dass derzeit viele Förderanlagen in der Nordsee wartungsbedingt abgeschaltet sind. Angesichts des hohen Alters vieler Anlagen rechnen Experten damit, dass die Förderung in der Nordsee tendenziell abnimmt, was zu einem anhaltend großen Brent-WTI-Spread beitragen dürfte.
Europäische Politiker, Notenbanker und Unternehmen sollten sich über eines im Klaren sein: Entlastung für die europäische Konjunktur ist von Seiten der Energiepreise nicht zu erwarten.
Kommentar zum neuerlichen Anstieg des Ölpreises in Euro, von Dieter Kuckelkorn
Ölpreis steigt langfristig in schwindelerregende Höhen
Rund ein Jahr nach dem Arabischen Frühling stehen die Länder im Nahen Osten sowohl politisch als auch wirtschaftlich am Scheideweg. Virginie Maisonneuve, Leiterin für globale und internationale Aktien bei Schroders, analysiert, welche Folgen der Arabische Frühling für global orientierte Anleger hat.
Nachdem viele Investoren 2011 aus der Region geflüchtet waren, zeigt die Wertentwicklung an den Aktienmärkten nun ein zurückgewonnenes Vertrauen an. Die meisten Direktanlagen fließen in Länder wie Ägypten, Saudi-Arabien und Algerien. "Für Fondsanleger gibt es jedoch ein Problem: Es gibt nur wenige börsennotierte Unternehmen in der Region", sagt Virginie Maisonneuve. Und viele Aktienmärkte – darunter auch Saudi-Arabien als der größte – bleiben Ausländern verschlossen. "Wir sehen erste Zeichen, dass Saudi-Arabien erwägt, seine Kapitalmärkte zu öffnen. Doch der Prozess kommt nur zögerlich in Gang", erläutert Maisonneuve.
Saudi-Arabien: 320 US-Dollar pro Barrel bis 2030 möglich
Saudi-Arabien hat wegen seiner Erdölvorkommen eine herausragende Rolle in der Region. Dem dort regierenden Regime ist es zudem gelungen, die politischen Gegner im Land zu bestechen. Für die kommenden Jahre ist ein andauernder Frieden wahrscheinlich. Allerdings ist Saudi-Arabien nun auf höhere Ölpreise angewiesen, um seinen Haushalt auszugleichen: Früher lag der Ölpreis bei rund 30 US-Dollar pro Barrel. Für den Ausgleich des saudi-arabischen Haushalts wären aber rund 75 US-Dollar pro Barrel erforderlich. "In Saudi-Arabien wird der Ölpreis in Zukunft steigen", sagt Virginie Maisonneuve. Wird der aktuelle politische Kurs fortgeführt, sollte der Ölpreis bis 2017 auf 100 US-Dollar pro Barrel und bis 2030 sogar auf 320 US-Dollar pro Barrel steigen, um den Haushalt im Land auszugleichen. Kurzfristig sorgen die hohen Reserven in Saudi-Arabien aber für eine gewisse Flexibilität. Denn das Regime will nun in die Geldschatulle greifen, um so die Beziehungen zu den USA zu entspannen.
Günstige Bevölkerungsprofile sorgen für starkes Wachstum
Anleger im Nahen Osten profitieren zudem von günstigen Bevölkerungsprofilen, die sich in den kommenden Jahrzehnten in einem starken Wirtschaftswachstum niederschlagen sollten. "Doch wie wir im vergangenen Jahr gesehen haben, gibt es einen schmalen Grat zwischen der sogenannten demografischen Dividende und dem Jugendüberhang, der die Gewaltbereitschaft fördert – besonders dann, wenn es der Wirtschaft nicht gelingt, Arbeitsplätze zu schaffen", erläutert Virginie Maisonneuve.
Das größte Plus der ölabhängigen Volkswirtschaften ist, dass ein größerer Teil des Rohölwohlstands wieder in die Region zurückgeflossen ist. Davon profitieren insbesondere der Konsum- und der Infrastruktursektor. "In Ägypten und Tunesien führt der Übergang zur Demokratie langfristig zum Entstehen eines aktiven Privatsektors, neuer Industriebereiche und einer erstarkten verbraucherorientierten Wirtschaft", sagt Maisonneuve. "Allerdings sind Wirtschaftsmodell und -politik in beiden Ländern weiterhin ungewiss und die politische Lage ist, besonders in Ägypten, nicht sicher", sagt Virginie Maisonneuve.
Geopolitik wird in der Region und weltweit schwieriger werden
Als Konsequenz müssen global anlegende Fonds mit wenigen direkten Anlagemöglichkeiten in der Region drei Dinge beachten: Erstens können sich internationale Unternehmen kaum leisten, nicht in der Region präsent zu sein, um an der demografischen Dividende zu partizipieren. Daher haben viele Unternehmen zumindest in einigen Staaten des Nahen Ostens Niederlassungen. Zwar nehmen politische-, regulatorische- und Währungsrisiken in der Welt nach dem Arabischen Frühling zu. Doch je nach der Wirtschaftspolitik der neuen Regierungen dürften aber auch die Wachstumsaussichten steigen. Zweitens wirken sich die jüngsten politischen Entwicklungen auf die globalen Ölmärkte und -unternehmen aus. Zurzeit ist die Lage in Saudi-Arabien noch stabil. Wir haben jedoch erlebt, wie sich eine neue Einschätzung der Anleger mit Blick auf Unruhen in der Region auf den Ölpreis auswirken kann. Und drittens ergeben sich Folgen für die globale Stabilität im Allgemeinen. Da sich die politische Lage in den Ländern der Region unterschiedlich entwickelt, wird es eine größere Fragmentierung als vor 2011 geben. Dadurch wird die Geopolitik sowohl in der Region als auch weltweit schwieriger werden
Rund ein Jahr nach dem Arabischen Frühling stehen die Länder im Nahen Osten sowohl politisch als auch wirtschaftlich am Scheideweg. Virginie Maisonneuve, Leiterin für globale und internationale Aktien bei Schroders, analysiert, welche Folgen der Arabische Frühling für global orientierte Anleger hat.
Nachdem viele Investoren 2011 aus der Region geflüchtet waren, zeigt die Wertentwicklung an den Aktienmärkten nun ein zurückgewonnenes Vertrauen an. Die meisten Direktanlagen fließen in Länder wie Ägypten, Saudi-Arabien und Algerien. "Für Fondsanleger gibt es jedoch ein Problem: Es gibt nur wenige börsennotierte Unternehmen in der Region", sagt Virginie Maisonneuve. Und viele Aktienmärkte – darunter auch Saudi-Arabien als der größte – bleiben Ausländern verschlossen. "Wir sehen erste Zeichen, dass Saudi-Arabien erwägt, seine Kapitalmärkte zu öffnen. Doch der Prozess kommt nur zögerlich in Gang", erläutert Maisonneuve.
Saudi-Arabien: 320 US-Dollar pro Barrel bis 2030 möglich
Saudi-Arabien hat wegen seiner Erdölvorkommen eine herausragende Rolle in der Region. Dem dort regierenden Regime ist es zudem gelungen, die politischen Gegner im Land zu bestechen. Für die kommenden Jahre ist ein andauernder Frieden wahrscheinlich. Allerdings ist Saudi-Arabien nun auf höhere Ölpreise angewiesen, um seinen Haushalt auszugleichen: Früher lag der Ölpreis bei rund 30 US-Dollar pro Barrel. Für den Ausgleich des saudi-arabischen Haushalts wären aber rund 75 US-Dollar pro Barrel erforderlich. "In Saudi-Arabien wird der Ölpreis in Zukunft steigen", sagt Virginie Maisonneuve. Wird der aktuelle politische Kurs fortgeführt, sollte der Ölpreis bis 2017 auf 100 US-Dollar pro Barrel und bis 2030 sogar auf 320 US-Dollar pro Barrel steigen, um den Haushalt im Land auszugleichen. Kurzfristig sorgen die hohen Reserven in Saudi-Arabien aber für eine gewisse Flexibilität. Denn das Regime will nun in die Geldschatulle greifen, um so die Beziehungen zu den USA zu entspannen.
Günstige Bevölkerungsprofile sorgen für starkes Wachstum
Anleger im Nahen Osten profitieren zudem von günstigen Bevölkerungsprofilen, die sich in den kommenden Jahrzehnten in einem starken Wirtschaftswachstum niederschlagen sollten. "Doch wie wir im vergangenen Jahr gesehen haben, gibt es einen schmalen Grat zwischen der sogenannten demografischen Dividende und dem Jugendüberhang, der die Gewaltbereitschaft fördert – besonders dann, wenn es der Wirtschaft nicht gelingt, Arbeitsplätze zu schaffen", erläutert Virginie Maisonneuve.
Das größte Plus der ölabhängigen Volkswirtschaften ist, dass ein größerer Teil des Rohölwohlstands wieder in die Region zurückgeflossen ist. Davon profitieren insbesondere der Konsum- und der Infrastruktursektor. "In Ägypten und Tunesien führt der Übergang zur Demokratie langfristig zum Entstehen eines aktiven Privatsektors, neuer Industriebereiche und einer erstarkten verbraucherorientierten Wirtschaft", sagt Maisonneuve. "Allerdings sind Wirtschaftsmodell und -politik in beiden Ländern weiterhin ungewiss und die politische Lage ist, besonders in Ägypten, nicht sicher", sagt Virginie Maisonneuve.
Geopolitik wird in der Region und weltweit schwieriger werden
Als Konsequenz müssen global anlegende Fonds mit wenigen direkten Anlagemöglichkeiten in der Region drei Dinge beachten: Erstens können sich internationale Unternehmen kaum leisten, nicht in der Region präsent zu sein, um an der demografischen Dividende zu partizipieren. Daher haben viele Unternehmen zumindest in einigen Staaten des Nahen Ostens Niederlassungen. Zwar nehmen politische-, regulatorische- und Währungsrisiken in der Welt nach dem Arabischen Frühling zu. Doch je nach der Wirtschaftspolitik der neuen Regierungen dürften aber auch die Wachstumsaussichten steigen. Zweitens wirken sich die jüngsten politischen Entwicklungen auf die globalen Ölmärkte und -unternehmen aus. Zurzeit ist die Lage in Saudi-Arabien noch stabil. Wir haben jedoch erlebt, wie sich eine neue Einschätzung der Anleger mit Blick auf Unruhen in der Region auf den Ölpreis auswirken kann. Und drittens ergeben sich Folgen für die globale Stabilität im Allgemeinen. Da sich die politische Lage in den Ländern der Region unterschiedlich entwickelt, wird es eine größere Fragmentierung als vor 2011 geben. Dadurch wird die Geopolitik sowohl in der Region als auch weltweit schwieriger werden
Der Ölpreis steht derzeit in etwa auf dem gleichen Niveau wie im vergangenen Winter. Ruhe und Entspannung auf diesem Feld also? Eher nicht, denn dazwischen lag eine Berg- und Talfahrt, die 2013 noch heftiger ausfallen wird.
So kostete Brent im November 2011 rund 110 Dollar, derzeit liegt das Fass bei 109 Dollar. Dazwischen lag aber ein Anstieg auf fast 130 Dollar, gefolgt vom Absturz unter die 90-Dollar-Marke. Kein Wunder, ließen doch weltweit schlechtere Konjunkturerwartungen und Förderausweitungen den Preis sinken, die Angst vor einem Krieg rund um Syrien ihn dagegen steigen. Am Ende pendelte er sich dann wieder da ein, wo er begonnen hatte. Viel Lärm um nichts also?
Ja, klar, denn das ist an den Märkten grundsätzlich so. Jede Nachricht kann eine Börsennachricht sein und Preise in die Höhe schießen oder in den Keller sacken lassen. Beim Öl gilt das gleich doppelt und dreifach: Hier zählen nicht nur Nachrichten zur Nachfrage und solche zum Angebot als entscheidend, sondern auch politische Veränderungen in den Förderländern – und das weltweit. Die Verknappung der Produktion in Venezuela kann also im Zweifel schon dazu führen, dass auf den Spotmärkten der Preis heftig nach oben ausschlägt. Kommen dann Nachrichten zu einer Abkühlung der Konjunktur in China, das deshalb weniger Öl braucht, geht die Reise wieder abwärts.
So ist es 2012 geschehen und so wird es auch 2013 weitergehen. Nur werden die Ausschläge größer sein. In diesem Jahr bestimmen die Schlagzeilen zur US-Präsidentenwahl das Weltgeschehen, selbst der Bürgerkrieg in Syrien findet kaum noch Nachhall. Der Sturm Sandy wird als wichtiger erachtet als die Konflikte zwischen Iran und Israel, Syrien und der Türkei oder innerhalb des Irak. Und diese Betrachtung wird sich 2013 ändern. Die USA werden, zumindest wenn Florida schnell und korrekt auszählt, Anfang des Jahres einen Präsidenten haben, der Sturm ist dann Geschichte.
Dann werden sich die Märkte wieder mit den weniger großen, weiter entfernten Bühnen beschäftigen. Und hier ist mächtig Druck im Kessel: Vor allem die Lage in Syrien ist weit davon entfernt, beruhigt zu sein. Viel mehr ist zu erwarten, dass nach dem Winter eine Entscheidung gesucht werden wird, von Seiten Assads wie auch der Opposition. Auch der schwelende Konflikt zwischen Israel und den Iran über die Atomanlagen wird nach der US-Präsidentenwahl wieder aufflammen – und dann heftiger als zuvor. Auch der Abzug der US-Truppen aus dem Irak, der Terror im Jemen, die Folgen des arabischen Frühlings in Nordafrika: All dies betrifft direkt die Öl produzierenden Staaten – und damit die Märkte. Da Unruhen immer mit Verknappung gleichgesetzt werden, sollte dies den Ölpreis treiben.
Auf der anderen Seite steht die schlappere Weltkonjunktur, die die Nachfrage eher bremst. Ein milder Winter oder die beständig gemeldeten neuen Funde drücken ebenfalls auf die Preise. So ist es durchaus möglich, dass der Ölpreis in einem Jahr wieder auf dem gleichen Stand wie heute liegt. Der Weg dahin wird aber heftig.
* Uwe Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Vermögensverwaltung Meridio in Köln, über die Entwicklung der Ölpreise
So kostete Brent im November 2011 rund 110 Dollar, derzeit liegt das Fass bei 109 Dollar. Dazwischen lag aber ein Anstieg auf fast 130 Dollar, gefolgt vom Absturz unter die 90-Dollar-Marke. Kein Wunder, ließen doch weltweit schlechtere Konjunkturerwartungen und Förderausweitungen den Preis sinken, die Angst vor einem Krieg rund um Syrien ihn dagegen steigen. Am Ende pendelte er sich dann wieder da ein, wo er begonnen hatte. Viel Lärm um nichts also?
Ja, klar, denn das ist an den Märkten grundsätzlich so. Jede Nachricht kann eine Börsennachricht sein und Preise in die Höhe schießen oder in den Keller sacken lassen. Beim Öl gilt das gleich doppelt und dreifach: Hier zählen nicht nur Nachrichten zur Nachfrage und solche zum Angebot als entscheidend, sondern auch politische Veränderungen in den Förderländern – und das weltweit. Die Verknappung der Produktion in Venezuela kann also im Zweifel schon dazu führen, dass auf den Spotmärkten der Preis heftig nach oben ausschlägt. Kommen dann Nachrichten zu einer Abkühlung der Konjunktur in China, das deshalb weniger Öl braucht, geht die Reise wieder abwärts.
So ist es 2012 geschehen und so wird es auch 2013 weitergehen. Nur werden die Ausschläge größer sein. In diesem Jahr bestimmen die Schlagzeilen zur US-Präsidentenwahl das Weltgeschehen, selbst der Bürgerkrieg in Syrien findet kaum noch Nachhall. Der Sturm Sandy wird als wichtiger erachtet als die Konflikte zwischen Iran und Israel, Syrien und der Türkei oder innerhalb des Irak. Und diese Betrachtung wird sich 2013 ändern. Die USA werden, zumindest wenn Florida schnell und korrekt auszählt, Anfang des Jahres einen Präsidenten haben, der Sturm ist dann Geschichte.
Dann werden sich die Märkte wieder mit den weniger großen, weiter entfernten Bühnen beschäftigen. Und hier ist mächtig Druck im Kessel: Vor allem die Lage in Syrien ist weit davon entfernt, beruhigt zu sein. Viel mehr ist zu erwarten, dass nach dem Winter eine Entscheidung gesucht werden wird, von Seiten Assads wie auch der Opposition. Auch der schwelende Konflikt zwischen Israel und den Iran über die Atomanlagen wird nach der US-Präsidentenwahl wieder aufflammen – und dann heftiger als zuvor. Auch der Abzug der US-Truppen aus dem Irak, der Terror im Jemen, die Folgen des arabischen Frühlings in Nordafrika: All dies betrifft direkt die Öl produzierenden Staaten – und damit die Märkte. Da Unruhen immer mit Verknappung gleichgesetzt werden, sollte dies den Ölpreis treiben.
Auf der anderen Seite steht die schlappere Weltkonjunktur, die die Nachfrage eher bremst. Ein milder Winter oder die beständig gemeldeten neuen Funde drücken ebenfalls auf die Preise. So ist es durchaus möglich, dass der Ölpreis in einem Jahr wieder auf dem gleichen Stand wie heute liegt. Der Weg dahin wird aber heftig.
* Uwe Zimmer, Vorstandsvorsitzender der Vermögensverwaltung Meridio in Köln, über die Entwicklung der Ölpreise

