Ölpreis wird explodieren
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Ölpreis wird explodieren
Der Ölminister von Saudi-Arabien erwartet, dass der Ölpreis auf bis zu 75 US-Dollar pro Barrel steigen wird.
“In zwei bis drei Jahren“ könnte die Welt einen neuen Rekordpreisanstieg bei Öl erleben - ähnlich dem von 2008, sagte Ali Naimi in einem Interview mit der Zeitung Al Hayat. “Sobald, die Wirtschaftskrise überwunden sei, werden die Kombination aus Bevölkerungswachstum und dem Streben nach einem höheren Lebensstandard in den Schwellenländern den Energiebedarf in den kommenden Jahrzehnten erheblich steigern“, so der Minister.
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) berät am Donnerstag, 28. Mai 2009, in Wien über die Förderpolitik. Unter Berufung auf einen hochrangigen OPEC-Vertreter meldete die Zeitung, die Fördergrenze werde voraussichtlich unverändert gelassen.
Die Ölpreise liegen derzeit über 60 Dollar je Barrel (159 Liter). Im Februar hatte das Barrel etwa 37 Dollar gekostet. Im vergangenen Juli waren mehr als 147 Dollar bezahlt worden. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
“In zwei bis drei Jahren“ könnte die Welt einen neuen Rekordpreisanstieg bei Öl erleben - ähnlich dem von 2008, sagte Ali Naimi in einem Interview mit der Zeitung Al Hayat. “Sobald, die Wirtschaftskrise überwunden sei, werden die Kombination aus Bevölkerungswachstum und dem Streben nach einem höheren Lebensstandard in den Schwellenländern den Energiebedarf in den kommenden Jahrzehnten erheblich steigern“, so der Minister.
Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) berät am Donnerstag, 28. Mai 2009, in Wien über die Förderpolitik. Unter Berufung auf einen hochrangigen OPEC-Vertreter meldete die Zeitung, die Fördergrenze werde voraussichtlich unverändert gelassen.
Die Ölpreise liegen derzeit über 60 Dollar je Barrel (159 Liter). Im Februar hatte das Barrel etwa 37 Dollar gekostet. Im vergangenen Juli waren mehr als 147 Dollar bezahlt worden. (dnu)
Quelle: FONDS professionell
190 Dollar pro Barrel: Energieagentur befürchtet massiven Ölpreisschub
Die Internationale Energieagentur (IEA) befürchtet einen Mega-Anstieg des Ölpreises, der bis 2015 auf 100 Dollar pro Barrel und bis 2030 auf 190 Dollar pro Fass steigen dürfte, heißt es im aktuellen IEA-Jahresbericht.
Der weltweite Ölverbrauch steigt in rasantem Tempo. Die IEA-Experten warnen, dass sich die Industriestaaten in den kommenden 20 Jahren auf eine Verdoppelung ihrer Energieausgaben einstellen müssen, wie spiegel.de berichtet.
Der Energiebedarf für das aktuelle Jahr dürfte wegen der Rezession zwar leicht zurückgehen, aber in den kommenden fünf Jahren sei mit einem durchschnittlichen Anstieg der Nachfrage um 2,5 Prozent pro Jahr zu rechnen. Bis 2030 werde der Bedarf jährlich um 1,5 Prozent zunehmen. Zu diesem Zeitpunkt soll die Ölnachfrage dann einen Höhepunkt von 105 Millionen Barrel am Tag erreichen. Dies wären pro Tag 20 Millionen Barrel mehr, als im vergangenen Jahr verbraucht wurden.
Die Produktion kommt mit der Nachfrage nicht mit, wie ein Mitarbeiter der IEA sagte. Nach Überzeugung vieler Experten schwinden die weltweiten Ölvorkommen, deshalb sei 2030 selbst eine Ausbeute von 90 bis 95 Millionen Barrel am Tag kaum denkbar. Dies sagte ein IEA-Insider dem britischen "Guardian".
Quelle: FONDS professionell
Die Internationale Energieagentur (IEA) befürchtet einen Mega-Anstieg des Ölpreises, der bis 2015 auf 100 Dollar pro Barrel und bis 2030 auf 190 Dollar pro Fass steigen dürfte, heißt es im aktuellen IEA-Jahresbericht.
Der weltweite Ölverbrauch steigt in rasantem Tempo. Die IEA-Experten warnen, dass sich die Industriestaaten in den kommenden 20 Jahren auf eine Verdoppelung ihrer Energieausgaben einstellen müssen, wie spiegel.de berichtet.
Der Energiebedarf für das aktuelle Jahr dürfte wegen der Rezession zwar leicht zurückgehen, aber in den kommenden fünf Jahren sei mit einem durchschnittlichen Anstieg der Nachfrage um 2,5 Prozent pro Jahr zu rechnen. Bis 2030 werde der Bedarf jährlich um 1,5 Prozent zunehmen. Zu diesem Zeitpunkt soll die Ölnachfrage dann einen Höhepunkt von 105 Millionen Barrel am Tag erreichen. Dies wären pro Tag 20 Millionen Barrel mehr, als im vergangenen Jahr verbraucht wurden.
Die Produktion kommt mit der Nachfrage nicht mit, wie ein Mitarbeiter der IEA sagte. Nach Überzeugung vieler Experten schwinden die weltweiten Ölvorkommen, deshalb sei 2030 selbst eine Ausbeute von 90 bis 95 Millionen Barrel am Tag kaum denkbar. Dies sagte ein IEA-Insider dem britischen "Guardian".
Quelle: FONDS professionell
Seit nunmehr Anfang März hält sich der Ölpreis stabil über 80 Dollar pro Barrel.
Verantwortlich dafür ist vor allem der offenbar ungebrochene Optimismus der Anleger, die auf eine Belebung der Ölnachfrage setzen. Die Netto-Long-Positionen haben sich bis Mitte März auf ein neues Rekordniveau hochgeschraubt.
Tatsächlich prognostiziert die Internationale Energieagentur (IEA) für 2010 eine weltweite Ölnachfrage, die mit 86,6 Millionen Barrel pro Tag sogar leicht über dem Niveau von 2007, also vor der Finanz- und Wirtschaftskrise, liegt. Der Bedarf kommt fast ausschließlich aus den Schwellenländern.
Was die Anleger dabei außer Acht lassen: Das Angebot an Öl ist hoch, von Engpässen ist der Markt weit entfernt. "Am physischen Markt herrscht ein Überschuss, der sich in den kommenden Wochen sogar noch verstärken wird", sagt Eugen Weinberg, Leiter des Rohstoff-Research bei der Commerzbank. "Ich halte es für fraglich, ob die Nachfragebelebung das aktuelle Preisniveau rechtfertigen kann."
Denn immer noch ist reichlich Öl auf Tankern zwischengeparkt.
Gleichzeitig setzt die OPEC ihre Ende 2008 beschlossenen Quotenkürzungen nur halbherzig durch. "Sie wird das Angebot eher noch hochfahren, weil sie mit den derzeit zu erzielenden Preisen sehr zufrieden ist", schätzt Weinberg.
Sobald sich diese Auffassung bei den Investoren durchsetzt, könnte der Ölpreis wieder unter Druck geraten.
Weinberg und seine Kollegen rechnen mit einem Rückgang auf 65 Dollar pro Barrel bis zum Sommer und 70 Dollar pro Barrel zum Ende des Jahres. Adam Sieminski von der Deutschen Bank prognostiziert einen durchschnittlichen Ölpreis von 71 Dollar pro Barrel für 2010: "Wir sehen volle Lager, reichlich unausgeschöpfte Kapazitäten bei der OPEC und bei Raffinerien, möglicherweise einen starken Dollar und schwächere Aktienmärkte."
(FN)
Verantwortlich dafür ist vor allem der offenbar ungebrochene Optimismus der Anleger, die auf eine Belebung der Ölnachfrage setzen. Die Netto-Long-Positionen haben sich bis Mitte März auf ein neues Rekordniveau hochgeschraubt.
Tatsächlich prognostiziert die Internationale Energieagentur (IEA) für 2010 eine weltweite Ölnachfrage, die mit 86,6 Millionen Barrel pro Tag sogar leicht über dem Niveau von 2007, also vor der Finanz- und Wirtschaftskrise, liegt. Der Bedarf kommt fast ausschließlich aus den Schwellenländern.
Was die Anleger dabei außer Acht lassen: Das Angebot an Öl ist hoch, von Engpässen ist der Markt weit entfernt. "Am physischen Markt herrscht ein Überschuss, der sich in den kommenden Wochen sogar noch verstärken wird", sagt Eugen Weinberg, Leiter des Rohstoff-Research bei der Commerzbank. "Ich halte es für fraglich, ob die Nachfragebelebung das aktuelle Preisniveau rechtfertigen kann."
Denn immer noch ist reichlich Öl auf Tankern zwischengeparkt.
Gleichzeitig setzt die OPEC ihre Ende 2008 beschlossenen Quotenkürzungen nur halbherzig durch. "Sie wird das Angebot eher noch hochfahren, weil sie mit den derzeit zu erzielenden Preisen sehr zufrieden ist", schätzt Weinberg.
Sobald sich diese Auffassung bei den Investoren durchsetzt, könnte der Ölpreis wieder unter Druck geraten.
Weinberg und seine Kollegen rechnen mit einem Rückgang auf 65 Dollar pro Barrel bis zum Sommer und 70 Dollar pro Barrel zum Ende des Jahres. Adam Sieminski von der Deutschen Bank prognostiziert einen durchschnittlichen Ölpreis von 71 Dollar pro Barrel für 2010: "Wir sehen volle Lager, reichlich unausgeschöpfte Kapazitäten bei der OPEC und bei Raffinerien, möglicherweise einen starken Dollar und schwächere Aktienmärkte."
(FN)
Ölpreis könnte auf 150 Dollar klettern
Die Unruhen in Nahost und Nordafrika sind nicht nur politisch und menschlich brisant, sondern könnten auch den Ölpreis auf einen Wert von bis zu 150 US-Dollar pro Barrel katapultieren, meint Mark Lacey, Co-Portfolio Manager des Investec Global Energy Fund bei Investec Asset Management. Eine Krise spiegele der Preis nach hausinterner Einschätzung aber nicht wieder. In einem hauseigenen Interview äußert er sich dazu wie folgt:
Zeigt der aktuelle Ölpreis, dass wir in einer Krise stecken? Was sind Ihre kurzfristigen Prognosen für den Ölpreis?
Lacey: Aus unserer Sicht spiegelt der Rohölpreis keine Krise wider. Unsere Preisvorhersagen, die sich nach den langfristigen Kostenentwicklungen der Branche richten, sind unverändert: In unseren Modellen gehen wir weiterhin von einem Ölpreis von 100 US-Dollar je Barrel aus. Großvorhaben in Kanada und kleinere Satellitenprojekte in der Nordsee beispielsweise brauchen einen Preis von 100 Dollar pro Barrel, um eine Kapitalrendite von zehn Prozent zu erzielen.
Aktuell weist vieles darauf hin, dass sich die politische Lage in Libyen noch weiter verschlechtern wird. Eine Destabilisierung Bahrains könnte sogar noch mehr Schaden anrichten. Die USA haben hier einen Marinestützpunkt und Bahrain hat durch einen Damm eine direkte Landverbindung mit Saudi Arabien.
Unruhen in dem Staat haben das Potenzial, die Beziehungen mit den Saudis und dem Iran zu belasten. Weil die Region kultur- und sozialpolitisch so eng verbunden ist, ist das politische Ansteckungspotenzial groß. Zwar sind die Unruhen noch in einem frühen Stadium, doch die Sicherheit der Rohöl-Versorgung könnte weiter negativ beeinflusst werden: Wir halten es für möglich, dass der Ölpreis auf einen Peak von 150 US-Dollar pro Barrel springt.
Der geht noch höher - der Ölpreis!
Damit wären die Preise wieder in Höhen wie im Jahr 2008 – sind wir also in einer ähnlich schlechten Situation wie damals?
Lacey: Wenn man sich Angebot und Nachfrage anschaut und die politische Unsicherheit außer Acht lässt, ist es ein bisschen besser als 2008.Die zwölf OPEC-Mitglieder haben noch Reserven in der Förderkapazität von 4,5 Millionen Barrel pro Tag, 2008 lag dieser Wert unter 2 Millionen. Trotzdem: Der Markt ist so oder so eng, ob die Kapazitätsquote nun bei 5,0 Prozent liegt oder bei 2,2 Prozent.
Der Knackpunkt sind fehlende Investments der Branche in den vergangenen Jahren, die das zukünftige Angebot hätten verbessern können. In der Weltwirtschaftskrise wurden viele Megaprojekte auf Eis gelegt: Offshore-Pläne westlich und nördlich von Afrika, in Mexiko und dem Nahen Osten. In den kommenden Jahren wird das Angebot nur in sehr kleinen Schritten wachsen, allein Brasilien bildet hier eine Ausnahme.
In den vergangenen drei Jahren hat die Industrie erneut zu wenig investiert, und das wird Folgen haben für die Flexibilität des Angebotswachstums in den kommenden Jahren. Außerdem gilt immer noch der Stopp für Tiefseebohrung im Golf von Mexiko, der nach der Katastrophe auf der Deepwater Horizon Plattform verhängt wurde. Dieser Stopp hat zwar im Moment keinen wesentlichen Einfluss auf die aktuelle Produktionsmenge, aber für die zukünftige: Denn solche technisch herausfordernden Projekte haben meist eine Vorlaufzeit von etwa drei bis fünf Jahren.
Welche Produktionsmengen sind gefährdet, und welche Firmen sind voraussichtlich betroffen?
Lacey: Die Ölförderstaaten, für die wir Produktionsstopps für möglich halten, sind Libyen (mit einer Kapazität von 1,6 Millionen Barrel pro Tag), Algerien (1,2 Millionen Barrel pro Tag), Ägypten (1,0 Millionen Barrel pro Tag) und der Iran (3,7 Millionen Barrel pro Tag). Das entspricht ungefähr 8,5 Prozent der weltweiten Rohöl-Versorgung. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass nicht die gesamte Förderung gefährdet ist. Einige Anlagen werden stillgelegt, weil für die internationalen Ölkonzerne die Sicherheit ihrer Mitarbeiter höchste Priorität hat.
Der spanische Ölkonzern Repsol hat beispielsweise kürzlich bekannt gegeben, dass er seine Ölförderung in Libyen einstellen müsse? die BASF-Tochter Wintershall hatte dies auch bereits angekündigt. Das bedeutet, dass eine Produktion von bis zu 135.000 Barrel pro Tag auf Eis gelegt wurde – mehr als acht Prozent des gesamten libyschen Ölexports. Auch der italienische Konzern Eni hat damit begonnen, die Ölproduktion herunterzufahren, und seit vergangenem Montagnachmittag wurde die Erdgaslieferung von Libyen nach Italien durch die 510 Kilometer lange Greenstream-Pipeline verringert. BP und Shell haben ihre Mitarbeiter aus der Region des Ghadames Becken in Libyen evakuiert, wo eigentlich ein bedeutendes Bohrprojekt starten sollte.
Diese Maßnahmen werden zweifelsfrei das zukünftige Fördermengenwachstum in diesen Regionen beeinflussen, nur das Ausmaß ist noch nicht genau zu definieren. Unsere Sorge ist, dass die Unruhen in Libyen zu etwas führen, was wir aus Venezuela kennen: Hier hat die Produktion stetig abgenommen, seit die internationalen Ölfirmen sich ab 2002 aus der Region zurückgezogen haben. Venezuela hat erhebliche Mengen an Ölreserven, etwa 100 Milliarden Barrel, und war einst ein bedeutender Ölproduzent, 1998 noch mit einer Menge von 3,5 Millionen Barrel pro Tag. Aber nach vielen Jahren der Vernachlässigung unter der Herrschaft von Präsident Chavez liegt die Rate heute nur noch bei 2,2 Millionen Barrel pro Tag.
Den größten Anteil an der Gesamtproduktion in Nordafrika haben drei Unternehmen: ENI, BG Group und OMV. Man muss eines anmerken: ENI und BG fördern einen signifikanten Teil ihres Gases in Ägypten offshore und sind deswegen einem viel geringeren Störungsrisiko ausgesetzt, es sei denn, es würden Probleme bei ihren Flüssiggas-Exporten auftreten. Am riskantesten bleibt Libyen, hier könnten 13 Prozent von ENIs Produktionsmengen und sieben Prozent von OMVs Produktionsvolumen kurzfristig ausfallen.
Wichtig ist noch, anzumerken, dass diese Ölmengen aufgrund von historischen Konzessionen gefördert werden. Das bedeutet, dass die Fässer kein “cost oil” mehr sind, das die Investitionen deckt, sondern “profit oil”, das eine kleine Marge verspricht. Der Einfluss des jeweiligen Nettoinventarwerts auf die Firmen ist somit unterschiedlich, gemessen an diesem Wert sind Repsol und OMV am stärksten in Libyen engagiert.
Würde ein Preissprung des Rohöls auf über 150 US-Dollar pro Barrel die Weltwirtschaft beeinflussen?
Lacey: Zu Beginn des Jahres haben wir gesagt, dass das Risiko eines solchen Preisanstiegs von einem starken Nachfragewachstum zwischen 2010 und 2013 ausgeht, was dazu führen sollte, dass die Reserven in den Förderkapazitäten ausgenutzt werden. Dazu muss man jedoch bedenken, dass steigende Preise die Nachfrage sinken lassen können. Bis jetzt ist das zwar noch nicht geschehen, doch Preise von über 100 Dollar je Barrel werden von vielen Weltmarktführern negativ bewertet, weil sie die Verbraucher belasten und die wirtschaftliche Erholung der OECD-Staaten erheblich bedrohen.
Kontrolle der Benzinpreise - dies ist eine Überlegung wert!
Einen Anstieg des Rohöl-Preises zu vermeiden, ist außerdem auch im Interesse der OPEC-Mitglieder, weil ihre größten Abnehmer, die OECD-Staaten, sich dann von der letzten Rezession erholen können. Die Ölkrise von 1979/1980 hat dazu geführt, dass die Ausgaben für Öl von vier auf acht Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) gestiegen sind. Folglich nahm die Nachfrage der OECD-Staaten in den folgenden Jahren der weltweiten Rezession stark ab.
Bei einem Preis von etwa 80 US-Dollar pro Barrel haben die nominalen Ausgaben für Öl im Moment einen stabilen Anteil von etwa vier Prozent am BIP. Das unterstützt die Sicht, dass Preise zwischen 90 und 100 US-Dollar je Barrel vom globalen BIP absorbiert werden können. Kurzfristig ist ein Anstieg auf 150 US-Dollar nicht undenkbar, aber auf solch einen Preissprung könnte reagiert werden, weil die freien Förderkapazitäten der OPEC ja größer sind als 2008 und die Mitgliedsstaaten den Ölexport also steigern könnten, um den Markt zu beruhigen. Tatsächlich hat vergangenen Dienstag der saudische Ölminister Ali Naimi, gesagt, dass Saudi Arabien 12,5 Millionen Fässer Öl am Tag produzieren kann – ein Niveau, das helfen könne, kurzfristige Ausfälle in der internationalen Versorgung zu kompensieren.
Wo sehen Sie jetzt Chancen für Investoren? Sind Unternehmen mit Zugang zu großen Reserven in politisch stabilen Gegenden jetzt besonders interessant?
Lacey: Definitiv. Ich möchte eines betonen: Es ist unwahrscheinlich, dass wir unsere langfristige Prognose von 100 US-Dollar je Barrel aufgrund der politischen Ereignisse erhöhen werden. Diese Vorhersage basiert stets auf den Kosten – es ist unmöglich, politische Risiken zu prognostizieren. Zwei Firmen in unserem Portfolio sind in den vergangenen Monaten erheblich hinter den Ölpreissteigerungen zurückgeblieben. Sowohl Petrobras in Brasilien als auch Nexen in Kanada verfügen über langfristig förderbare Vorkommen, wirtschaften in politisch stabilen Regionen und können ihre Produktionsmengen in den nächsten zehn Jahren durch organisches Wachstum steigern. Aus unserer Sicht bieten die Sumof Parts Bewertungen für diese Unternehmen ein Kurzpotenzial von mehr als 55 Prozent, ausgehend von einem langfristigen Ölpreis von 100 US-Dollar je Barrel. (ir)
Quelle: FONDS professionell
Die Unruhen in Nahost und Nordafrika sind nicht nur politisch und menschlich brisant, sondern könnten auch den Ölpreis auf einen Wert von bis zu 150 US-Dollar pro Barrel katapultieren, meint Mark Lacey, Co-Portfolio Manager des Investec Global Energy Fund bei Investec Asset Management. Eine Krise spiegele der Preis nach hausinterner Einschätzung aber nicht wieder. In einem hauseigenen Interview äußert er sich dazu wie folgt:
Zeigt der aktuelle Ölpreis, dass wir in einer Krise stecken? Was sind Ihre kurzfristigen Prognosen für den Ölpreis?
Lacey: Aus unserer Sicht spiegelt der Rohölpreis keine Krise wider. Unsere Preisvorhersagen, die sich nach den langfristigen Kostenentwicklungen der Branche richten, sind unverändert: In unseren Modellen gehen wir weiterhin von einem Ölpreis von 100 US-Dollar je Barrel aus. Großvorhaben in Kanada und kleinere Satellitenprojekte in der Nordsee beispielsweise brauchen einen Preis von 100 Dollar pro Barrel, um eine Kapitalrendite von zehn Prozent zu erzielen.
Aktuell weist vieles darauf hin, dass sich die politische Lage in Libyen noch weiter verschlechtern wird. Eine Destabilisierung Bahrains könnte sogar noch mehr Schaden anrichten. Die USA haben hier einen Marinestützpunkt und Bahrain hat durch einen Damm eine direkte Landverbindung mit Saudi Arabien.
Unruhen in dem Staat haben das Potenzial, die Beziehungen mit den Saudis und dem Iran zu belasten. Weil die Region kultur- und sozialpolitisch so eng verbunden ist, ist das politische Ansteckungspotenzial groß. Zwar sind die Unruhen noch in einem frühen Stadium, doch die Sicherheit der Rohöl-Versorgung könnte weiter negativ beeinflusst werden: Wir halten es für möglich, dass der Ölpreis auf einen Peak von 150 US-Dollar pro Barrel springt.
Der geht noch höher - der Ölpreis!
Damit wären die Preise wieder in Höhen wie im Jahr 2008 – sind wir also in einer ähnlich schlechten Situation wie damals?
Lacey: Wenn man sich Angebot und Nachfrage anschaut und die politische Unsicherheit außer Acht lässt, ist es ein bisschen besser als 2008.Die zwölf OPEC-Mitglieder haben noch Reserven in der Förderkapazität von 4,5 Millionen Barrel pro Tag, 2008 lag dieser Wert unter 2 Millionen. Trotzdem: Der Markt ist so oder so eng, ob die Kapazitätsquote nun bei 5,0 Prozent liegt oder bei 2,2 Prozent.
Der Knackpunkt sind fehlende Investments der Branche in den vergangenen Jahren, die das zukünftige Angebot hätten verbessern können. In der Weltwirtschaftskrise wurden viele Megaprojekte auf Eis gelegt: Offshore-Pläne westlich und nördlich von Afrika, in Mexiko und dem Nahen Osten. In den kommenden Jahren wird das Angebot nur in sehr kleinen Schritten wachsen, allein Brasilien bildet hier eine Ausnahme.
In den vergangenen drei Jahren hat die Industrie erneut zu wenig investiert, und das wird Folgen haben für die Flexibilität des Angebotswachstums in den kommenden Jahren. Außerdem gilt immer noch der Stopp für Tiefseebohrung im Golf von Mexiko, der nach der Katastrophe auf der Deepwater Horizon Plattform verhängt wurde. Dieser Stopp hat zwar im Moment keinen wesentlichen Einfluss auf die aktuelle Produktionsmenge, aber für die zukünftige: Denn solche technisch herausfordernden Projekte haben meist eine Vorlaufzeit von etwa drei bis fünf Jahren.
Welche Produktionsmengen sind gefährdet, und welche Firmen sind voraussichtlich betroffen?
Lacey: Die Ölförderstaaten, für die wir Produktionsstopps für möglich halten, sind Libyen (mit einer Kapazität von 1,6 Millionen Barrel pro Tag), Algerien (1,2 Millionen Barrel pro Tag), Ägypten (1,0 Millionen Barrel pro Tag) und der Iran (3,7 Millionen Barrel pro Tag). Das entspricht ungefähr 8,5 Prozent der weltweiten Rohöl-Versorgung. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass nicht die gesamte Förderung gefährdet ist. Einige Anlagen werden stillgelegt, weil für die internationalen Ölkonzerne die Sicherheit ihrer Mitarbeiter höchste Priorität hat.
Der spanische Ölkonzern Repsol hat beispielsweise kürzlich bekannt gegeben, dass er seine Ölförderung in Libyen einstellen müsse? die BASF-Tochter Wintershall hatte dies auch bereits angekündigt. Das bedeutet, dass eine Produktion von bis zu 135.000 Barrel pro Tag auf Eis gelegt wurde – mehr als acht Prozent des gesamten libyschen Ölexports. Auch der italienische Konzern Eni hat damit begonnen, die Ölproduktion herunterzufahren, und seit vergangenem Montagnachmittag wurde die Erdgaslieferung von Libyen nach Italien durch die 510 Kilometer lange Greenstream-Pipeline verringert. BP und Shell haben ihre Mitarbeiter aus der Region des Ghadames Becken in Libyen evakuiert, wo eigentlich ein bedeutendes Bohrprojekt starten sollte.
Diese Maßnahmen werden zweifelsfrei das zukünftige Fördermengenwachstum in diesen Regionen beeinflussen, nur das Ausmaß ist noch nicht genau zu definieren. Unsere Sorge ist, dass die Unruhen in Libyen zu etwas führen, was wir aus Venezuela kennen: Hier hat die Produktion stetig abgenommen, seit die internationalen Ölfirmen sich ab 2002 aus der Region zurückgezogen haben. Venezuela hat erhebliche Mengen an Ölreserven, etwa 100 Milliarden Barrel, und war einst ein bedeutender Ölproduzent, 1998 noch mit einer Menge von 3,5 Millionen Barrel pro Tag. Aber nach vielen Jahren der Vernachlässigung unter der Herrschaft von Präsident Chavez liegt die Rate heute nur noch bei 2,2 Millionen Barrel pro Tag.
Den größten Anteil an der Gesamtproduktion in Nordafrika haben drei Unternehmen: ENI, BG Group und OMV. Man muss eines anmerken: ENI und BG fördern einen signifikanten Teil ihres Gases in Ägypten offshore und sind deswegen einem viel geringeren Störungsrisiko ausgesetzt, es sei denn, es würden Probleme bei ihren Flüssiggas-Exporten auftreten. Am riskantesten bleibt Libyen, hier könnten 13 Prozent von ENIs Produktionsmengen und sieben Prozent von OMVs Produktionsvolumen kurzfristig ausfallen.
Wichtig ist noch, anzumerken, dass diese Ölmengen aufgrund von historischen Konzessionen gefördert werden. Das bedeutet, dass die Fässer kein “cost oil” mehr sind, das die Investitionen deckt, sondern “profit oil”, das eine kleine Marge verspricht. Der Einfluss des jeweiligen Nettoinventarwerts auf die Firmen ist somit unterschiedlich, gemessen an diesem Wert sind Repsol und OMV am stärksten in Libyen engagiert.
Würde ein Preissprung des Rohöls auf über 150 US-Dollar pro Barrel die Weltwirtschaft beeinflussen?
Lacey: Zu Beginn des Jahres haben wir gesagt, dass das Risiko eines solchen Preisanstiegs von einem starken Nachfragewachstum zwischen 2010 und 2013 ausgeht, was dazu führen sollte, dass die Reserven in den Förderkapazitäten ausgenutzt werden. Dazu muss man jedoch bedenken, dass steigende Preise die Nachfrage sinken lassen können. Bis jetzt ist das zwar noch nicht geschehen, doch Preise von über 100 Dollar je Barrel werden von vielen Weltmarktführern negativ bewertet, weil sie die Verbraucher belasten und die wirtschaftliche Erholung der OECD-Staaten erheblich bedrohen.
Kontrolle der Benzinpreise - dies ist eine Überlegung wert!
Einen Anstieg des Rohöl-Preises zu vermeiden, ist außerdem auch im Interesse der OPEC-Mitglieder, weil ihre größten Abnehmer, die OECD-Staaten, sich dann von der letzten Rezession erholen können. Die Ölkrise von 1979/1980 hat dazu geführt, dass die Ausgaben für Öl von vier auf acht Prozent des Bruttoinlandproduktes (BIP) gestiegen sind. Folglich nahm die Nachfrage der OECD-Staaten in den folgenden Jahren der weltweiten Rezession stark ab.
Bei einem Preis von etwa 80 US-Dollar pro Barrel haben die nominalen Ausgaben für Öl im Moment einen stabilen Anteil von etwa vier Prozent am BIP. Das unterstützt die Sicht, dass Preise zwischen 90 und 100 US-Dollar je Barrel vom globalen BIP absorbiert werden können. Kurzfristig ist ein Anstieg auf 150 US-Dollar nicht undenkbar, aber auf solch einen Preissprung könnte reagiert werden, weil die freien Förderkapazitäten der OPEC ja größer sind als 2008 und die Mitgliedsstaaten den Ölexport also steigern könnten, um den Markt zu beruhigen. Tatsächlich hat vergangenen Dienstag der saudische Ölminister Ali Naimi, gesagt, dass Saudi Arabien 12,5 Millionen Fässer Öl am Tag produzieren kann – ein Niveau, das helfen könne, kurzfristige Ausfälle in der internationalen Versorgung zu kompensieren.
Wo sehen Sie jetzt Chancen für Investoren? Sind Unternehmen mit Zugang zu großen Reserven in politisch stabilen Gegenden jetzt besonders interessant?
Lacey: Definitiv. Ich möchte eines betonen: Es ist unwahrscheinlich, dass wir unsere langfristige Prognose von 100 US-Dollar je Barrel aufgrund der politischen Ereignisse erhöhen werden. Diese Vorhersage basiert stets auf den Kosten – es ist unmöglich, politische Risiken zu prognostizieren. Zwei Firmen in unserem Portfolio sind in den vergangenen Monaten erheblich hinter den Ölpreissteigerungen zurückgeblieben. Sowohl Petrobras in Brasilien als auch Nexen in Kanada verfügen über langfristig förderbare Vorkommen, wirtschaften in politisch stabilen Regionen und können ihre Produktionsmengen in den nächsten zehn Jahren durch organisches Wachstum steigern. Aus unserer Sicht bieten die Sumof Parts Bewertungen für diese Unternehmen ein Kurzpotenzial von mehr als 55 Prozent, ausgehend von einem langfristigen Ölpreis von 100 US-Dollar je Barrel. (ir)
Quelle: FONDS professionell
Ölpreis - die Blase wird platzen
Preissturz auf 60 US-Dollar möglich
Das Risiko einer starken globalen Rezession wird derzeit immer häufiger diskutiert. Als Konsequenz geraten die Kapitalmärkte immer mehr unter Druck. So auch der Erdölpreis: Zu Wochenbeginn ist etwa der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI um rund 3,7 Prozent gegenüber dem Settlementpreis am Freitag eingebrochen und notiert damit aktuell unter der Marke von 78 US-Dollar (Stand: 4.10.2011, 10:50 Uhr).
(Das Datum steht am 3. 10.2011 so in der Meldung)
Die Verfestigung eines Risikoszenarios könnte für den Ölpreis eine weitere Abwärtstendenz bedeuten, meinen Rohstoffexperten. Wie tief die Preise fallen können – darüber herrschen allerdings unterschiedliche Meinungen.
Die zentrale Frage in der Diskussion lautet: Wird es bei einer moderaten Abschwächung der globalen Wirtschaft bleiben oder steht eine massive Rezession ins Haus? In letzterem Falle geht etwa Bayram Dincer, Rohstoffanalyst von LGT Capital Management, von Notierungen knapp unter der Marke von 70 US-Dollar aus. Die Rohstoffspezialisten der Altira Group treffen deutlich pessimistischere Annahmen: So halten Torsten Dennin, Fondsmanager des VCH Commodity Alpha, und Ralf Müller-Rehbehn, Fondsmanager des VCH Expert Natural Resources, einen zwischenzeitlichen Fall auf Niveaus um die 60 US-Dollar im Rezessionsszenario durchaus für möglich.
Diesmal soll es allerdings zu keinem nachhaltigen dramatischen Preiskollaps wie in der vorangehenden Rezession kommen, sind sich die Experten einig. „Die auf einen solchen Preisverfall folgende Begrenzung des Angebots würde bereits entgegenwirken“, erklärt etwa Müller-Rehbehn. Hinzu komme, dass die freien Kapazitäten in der Förderung trotz Ende der Libyen-Krise weiterhin sehr begrenzt sind. Dincer erwartet hingegen im Falle eines Double-Dip dies- und jenseits des Atlantiks eine Angebotsintervention der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) zur Stützung des Ölpreises. „Zurzeit benötigt die OPEC einen Erdölpreis von durchschnittlich 90 US-Dollar und höher um ein ausgeglichenes Haushaltsbudget zu erreichen“, argumentiert der LGT-Rohstoffanalyst.
Mittel- bis langfristig deutliche Erholung des Ölpreises
Nach Einschätzung der LGT werde sich die Weltwirtschaft weiter abkühlen, nachdem das Arsenal der fiskal- und geldpolitischen Stimulierungsmaßnahmen erschöpft ist. „In diesem Szenario, in welchem der Erdölpreis der Sorte WTI in den vergangenen Wochen mehrheitlich bereits negativ eingepreist wurde, erwarten wir bis zum Jahresende eine Preiserholung zwischen 85 bis 90 US-Dollar“, so Dincer. Dennin und Müller-Rehbehn prognostizieren mittel- bis langfristig einen Ölpreis von 100 US-Dollar (WTI) beziehungsweise 120 US-Dollar (Brent). Darüber hinaus dürfte sich der Preisunterschied der beiden Sorten im kommenden Jahr merklich entschärfen. „Erst Ende 2012 oder Anfang 2013 dürfte der Preisunterschied dann wieder eingeebnet werden“, so die Erwartungen der beiden VCH-Fondsmanager
Quelle: FONDS Professionell
Preissturz auf 60 US-Dollar möglich
Das Risiko einer starken globalen Rezession wird derzeit immer häufiger diskutiert. Als Konsequenz geraten die Kapitalmärkte immer mehr unter Druck. So auch der Erdölpreis: Zu Wochenbeginn ist etwa der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI um rund 3,7 Prozent gegenüber dem Settlementpreis am Freitag eingebrochen und notiert damit aktuell unter der Marke von 78 US-Dollar (Stand: 4.10.2011, 10:50 Uhr).
(Das Datum steht am 3. 10.2011 so in der Meldung)
Die Verfestigung eines Risikoszenarios könnte für den Ölpreis eine weitere Abwärtstendenz bedeuten, meinen Rohstoffexperten. Wie tief die Preise fallen können – darüber herrschen allerdings unterschiedliche Meinungen.
Die zentrale Frage in der Diskussion lautet: Wird es bei einer moderaten Abschwächung der globalen Wirtschaft bleiben oder steht eine massive Rezession ins Haus? In letzterem Falle geht etwa Bayram Dincer, Rohstoffanalyst von LGT Capital Management, von Notierungen knapp unter der Marke von 70 US-Dollar aus. Die Rohstoffspezialisten der Altira Group treffen deutlich pessimistischere Annahmen: So halten Torsten Dennin, Fondsmanager des VCH Commodity Alpha, und Ralf Müller-Rehbehn, Fondsmanager des VCH Expert Natural Resources, einen zwischenzeitlichen Fall auf Niveaus um die 60 US-Dollar im Rezessionsszenario durchaus für möglich.
Diesmal soll es allerdings zu keinem nachhaltigen dramatischen Preiskollaps wie in der vorangehenden Rezession kommen, sind sich die Experten einig. „Die auf einen solchen Preisverfall folgende Begrenzung des Angebots würde bereits entgegenwirken“, erklärt etwa Müller-Rehbehn. Hinzu komme, dass die freien Kapazitäten in der Förderung trotz Ende der Libyen-Krise weiterhin sehr begrenzt sind. Dincer erwartet hingegen im Falle eines Double-Dip dies- und jenseits des Atlantiks eine Angebotsintervention der OPEC (Organisation erdölexportierender Länder) zur Stützung des Ölpreises. „Zurzeit benötigt die OPEC einen Erdölpreis von durchschnittlich 90 US-Dollar und höher um ein ausgeglichenes Haushaltsbudget zu erreichen“, argumentiert der LGT-Rohstoffanalyst.
Mittel- bis langfristig deutliche Erholung des Ölpreises
Nach Einschätzung der LGT werde sich die Weltwirtschaft weiter abkühlen, nachdem das Arsenal der fiskal- und geldpolitischen Stimulierungsmaßnahmen erschöpft ist. „In diesem Szenario, in welchem der Erdölpreis der Sorte WTI in den vergangenen Wochen mehrheitlich bereits negativ eingepreist wurde, erwarten wir bis zum Jahresende eine Preiserholung zwischen 85 bis 90 US-Dollar“, so Dincer. Dennin und Müller-Rehbehn prognostizieren mittel- bis langfristig einen Ölpreis von 100 US-Dollar (WTI) beziehungsweise 120 US-Dollar (Brent). Darüber hinaus dürfte sich der Preisunterschied der beiden Sorten im kommenden Jahr merklich entschärfen. „Erst Ende 2012 oder Anfang 2013 dürfte der Preisunterschied dann wieder eingeebnet werden“, so die Erwartungen der beiden VCH-Fondsmanager
Quelle: FONDS Professionell
Warum Öl deutlich teurer wird
Auch wenn der Weltwirtschaft eine Rezession droht, dürfte der Ölpreis weiter kräftig steigen. Ein Grund ist der Konflikt mit dem Iran - aber auch der weltweite Kampf gegen die Konjunkturflaute
Die Preise der meisten konjunktursensitiven Rohstoffe sind in diesem Jahr deutlich gesunken. Die Ausnahme: Öl. Für die US-Sorte WTI steht ein Plus von 3,6 Prozent auf derzeit 97 Dollar je Barrel (159 Liter) zu Buche, bei der Nordsee-Sorte Brent sind es 12,8 Prozent auf 108 Dollar.
Nach Ansicht einiger Marktteilnehmer ist der Preis aber noch nicht hoch genug. Trotz Rezessionsangst in den USA und Europa sowie zuletzt schwächeren Wachstumszahlen aus China oder Brasilien nehmen die Wetten auf steigende Preise zu.
So haben sich spekulative Anleger an der Rohstoffbörse Nymex derzeit in Richtung steigender Preise positioniert (Open Interest). Seit dem 8. Dezember ist die Zahl der Kaufoptionen für WTI-Öl zu 150 Dollar im Dezember 2012 um 29 Prozent angestiegen. Die gehandelten Kontrakte - zahlen- und volumenmäßig mehr als alle anderen an der Nymex gehandelten Lieferpapiere - entsprechen 38 Millionen Barrel Öl. Dies ist etwas weniger als die Hälfte des durchschnittlichen weltweiten Tagesbedarfs an Rohöl.
Analysten machen für diese Entwicklung die Iranpolitik der Europäer und Amerikaner verantwortlich. Diese wollen den islamischen Gottesstaat etwa über eine Begrenzung der Ölexporte zum Einlenken im Streit um sein Atomprogramm bewegen. Iran ist der zweitgrößte Ölproduzent innerhalb der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec).
Seitdem die Uno-Inspekteure den Bericht zum iranischen Atomprogramm veröffentlichten, stieg der Preis für die Option zu 150 Dollar der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge um 7,6 Prozent auf 1,30 Dollar. Der Ölpreis selbst kletterte im selben Zeitraum gerade einmal um gut drei Prozent. Schon Ende November, als die angelsächsischen Staaten Sanktionen für das iranische Finanzsystem eingeführt hatten, war das Open Interest stark angestiegen, ebenso als iranische Demonstranten die britische Botschaft in Teheran angriffen. Zurzeit diskutieren die westlichen Industriestaaten über weitere Sanktionen gegen den Iran, etwa ein Exportverbot nach Europa
"Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schrecklich schief geht, steigt. Wenn das passiert, werden alle auf einen Ölpreis um 160 Dollar setzen", sagte Bill O'Grady, Chef-Marktstratege bei Confluence Investment Management zu Bloomberg. Und dann sind natürlich die im Vorteil, die sich bereits im Dezember für wenig Geld Optionen gesichert haben. Dies sagt auch Fred Rigolini, Vice President von Paramount Options der Nachrichtenagentur: "Die Investoren gehen rein spekulativ vor und kaufen sich eine billige Absicherung
Aber die Frage bleibt, ob die Sanktionen wirklich solch extreme Auswirkungen haben. Zwar zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg die iranische Zeitung "Shargh", wonach der Preis sich auf mehr als 250 Dollar je Barrel verteuern werde, sollten Länder damit drohen, den Kauf von Öl aus dem Iran zu verbieten.
Sanktionen dürften sich nur dann extrem auf den Preis auswirken, wenn sie weltweit angewendet werden - und das wird nicht passieren. Denn die Macht Europas und der USA am Ölmarkt schwindet. Bloomberg zufolge kamen im ersten Halbjahr 2011 gerade einmal drei Prozent des Öls der EU aus dem Iran. Zudem könnte ein Verbot von Einfuhren andere, weniger mullahkritische Abnehmer wie China und Indien, dazu bringen, von dem Staat geringere Preise zu fordern.
Auch der Iran selbst gibt sich, was Sanktionen angeht, siegessicher. Der Botschafter des Landes in Deutschland, Ali Resa Scheich Attar, sagte Anfang des Monats dazu: "Wir verbrauchen weniger von unseren Ressourcen und bekommen mehr Geld. Warum also nicht? Ohnehin ist der europäische Markt nicht wichtig, weil Iran hauptsächlich nach Asien exportiert
Doch unabhängig von dem Konflikt mit dem Iran dürfte der Ölpreis hoch bleiben. Denn Hauptgrund für den Preis von um die 100 Dollar je Barrel sind weniger die Sorgen um die Politik des Iran oder zuvor Libyens, sondern die konsequent hohe Nachfrage vor allem asiatischer Staaten. So verweisen die Analysten der Commerzbank darauf, dass die chinesischen Rohölimporte im November dieses Jahres im Vergleich zum Vormonat um 9,1 Prozent auf 22,69 Millionen Tonnen angestiegen sind. Lediglich im September 2010 wurde mehr Rohöl nach China importiert. Und sollte die Wirtschaft wirklich weniger wachsen, dürfte die chinesische Regierung versuchen, die Konjunktur zu stimulieren, zum Beispiel über eine lockerere Geldpolitik. Die Folge wäre eine weiter hohe Ölnachfrage.
Zudem gibt es unabhängig von jeder politischen Diskussion einfach zu wenig Öl. Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur (IEA) hält 2015 einen Preis von 150 Dollar je Barrel für möglich - schlicht, weil das Angebot mit der Nachfrage nicht mitkommt. Ein weiterer Faktor sind dabei die Ölsande und -schiefer in Nordamerika. Die Förderung ist jedoch extrem teuer. Die Produktionskosten in Kanada stellen also gewissermaßen eine Untergrenze für den Ölmarkt dar. Analysten zufolge liegt dieser Preis bei 60 bis 80 Dollar je Barrel. Birol sagte weiter: "Aufgrund einer Finanzkrise sinken die Preise, aber nicht dauerhaft. Wenn die Weltwirtschaft wieder auf festen Füßen steht, werden wir höhere Preise sehen als jetzt."
Ein weiterer Punkt, der für hohe Preise sorgen könnte, ist absurderweise die Politik der weltweiten Zentralbanken. Auch um eine Rezession zu verhindern, agieren sie mit niedrigen Zinsen und machen damit Geld billig. In der Theorie sollte dieses Geld über die Banken der Realwirtschaft zufließen, die damit über günstige Kredite wachsen kann. Doch wenn die Institute eine Rezession fürchten - und damit dass sie ihre ausgegebenen Kredite nicht zurückkriegen - , verleihen sie weniger Geld, sowohl an andere Banken als auch an die Realwirtschaft.
Das Geld selbst ist aber günstig und damit viel zu schade, um es nicht zu nutzen. Investiert wird es auch am Rohstoffmarkt, weil dieser als zum einen als sicher gilt, zum anderen aber auch wegen geringer Regulierung hohe Gewinne verspricht. Besonders begehrt ist Öl, denn kein Terminkontrakt ist liquider und damit einfacher und sicherer zu handeln als das Schwarze Gold. Das billige Geld, das die Wirtschaft stützen soll, trägt somit im Gegenteil sogar dazu bei, die Wirtschaft abzuwürgen.
* Autor: Frank Bremser (FTD)
Die Preise der meisten konjunktursensitiven Rohstoffe sind in diesem Jahr deutlich gesunken. Die Ausnahme: Öl. Für die US-Sorte WTI steht ein Plus von 3,6 Prozent auf derzeit 97 Dollar je Barrel (159 Liter) zu Buche, bei der Nordsee-Sorte Brent sind es 12,8 Prozent auf 108 Dollar.
Nach Ansicht einiger Marktteilnehmer ist der Preis aber noch nicht hoch genug. Trotz Rezessionsangst in den USA und Europa sowie zuletzt schwächeren Wachstumszahlen aus China oder Brasilien nehmen die Wetten auf steigende Preise zu.
So haben sich spekulative Anleger an der Rohstoffbörse Nymex derzeit in Richtung steigender Preise positioniert (Open Interest). Seit dem 8. Dezember ist die Zahl der Kaufoptionen für WTI-Öl zu 150 Dollar im Dezember 2012 um 29 Prozent angestiegen. Die gehandelten Kontrakte - zahlen- und volumenmäßig mehr als alle anderen an der Nymex gehandelten Lieferpapiere - entsprechen 38 Millionen Barrel Öl. Dies ist etwas weniger als die Hälfte des durchschnittlichen weltweiten Tagesbedarfs an Rohöl.
Analysten machen für diese Entwicklung die Iranpolitik der Europäer und Amerikaner verantwortlich. Diese wollen den islamischen Gottesstaat etwa über eine Begrenzung der Ölexporte zum Einlenken im Streit um sein Atomprogramm bewegen. Iran ist der zweitgrößte Ölproduzent innerhalb der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec).
Seitdem die Uno-Inspekteure den Bericht zum iranischen Atomprogramm veröffentlichten, stieg der Preis für die Option zu 150 Dollar der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge um 7,6 Prozent auf 1,30 Dollar. Der Ölpreis selbst kletterte im selben Zeitraum gerade einmal um gut drei Prozent. Schon Ende November, als die angelsächsischen Staaten Sanktionen für das iranische Finanzsystem eingeführt hatten, war das Open Interest stark angestiegen, ebenso als iranische Demonstranten die britische Botschaft in Teheran angriffen. Zurzeit diskutieren die westlichen Industriestaaten über weitere Sanktionen gegen den Iran, etwa ein Exportverbot nach Europa
"Die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schrecklich schief geht, steigt. Wenn das passiert, werden alle auf einen Ölpreis um 160 Dollar setzen", sagte Bill O'Grady, Chef-Marktstratege bei Confluence Investment Management zu Bloomberg. Und dann sind natürlich die im Vorteil, die sich bereits im Dezember für wenig Geld Optionen gesichert haben. Dies sagt auch Fred Rigolini, Vice President von Paramount Options der Nachrichtenagentur: "Die Investoren gehen rein spekulativ vor und kaufen sich eine billige Absicherung
Aber die Frage bleibt, ob die Sanktionen wirklich solch extreme Auswirkungen haben. Zwar zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg die iranische Zeitung "Shargh", wonach der Preis sich auf mehr als 250 Dollar je Barrel verteuern werde, sollten Länder damit drohen, den Kauf von Öl aus dem Iran zu verbieten.
Sanktionen dürften sich nur dann extrem auf den Preis auswirken, wenn sie weltweit angewendet werden - und das wird nicht passieren. Denn die Macht Europas und der USA am Ölmarkt schwindet. Bloomberg zufolge kamen im ersten Halbjahr 2011 gerade einmal drei Prozent des Öls der EU aus dem Iran. Zudem könnte ein Verbot von Einfuhren andere, weniger mullahkritische Abnehmer wie China und Indien, dazu bringen, von dem Staat geringere Preise zu fordern.
Auch der Iran selbst gibt sich, was Sanktionen angeht, siegessicher. Der Botschafter des Landes in Deutschland, Ali Resa Scheich Attar, sagte Anfang des Monats dazu: "Wir verbrauchen weniger von unseren Ressourcen und bekommen mehr Geld. Warum also nicht? Ohnehin ist der europäische Markt nicht wichtig, weil Iran hauptsächlich nach Asien exportiert
Doch unabhängig von dem Konflikt mit dem Iran dürfte der Ölpreis hoch bleiben. Denn Hauptgrund für den Preis von um die 100 Dollar je Barrel sind weniger die Sorgen um die Politik des Iran oder zuvor Libyens, sondern die konsequent hohe Nachfrage vor allem asiatischer Staaten. So verweisen die Analysten der Commerzbank darauf, dass die chinesischen Rohölimporte im November dieses Jahres im Vergleich zum Vormonat um 9,1 Prozent auf 22,69 Millionen Tonnen angestiegen sind. Lediglich im September 2010 wurde mehr Rohöl nach China importiert. Und sollte die Wirtschaft wirklich weniger wachsen, dürfte die chinesische Regierung versuchen, die Konjunktur zu stimulieren, zum Beispiel über eine lockerere Geldpolitik. Die Folge wäre eine weiter hohe Ölnachfrage.
Zudem gibt es unabhängig von jeder politischen Diskussion einfach zu wenig Öl. Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur (IEA) hält 2015 einen Preis von 150 Dollar je Barrel für möglich - schlicht, weil das Angebot mit der Nachfrage nicht mitkommt. Ein weiterer Faktor sind dabei die Ölsande und -schiefer in Nordamerika. Die Förderung ist jedoch extrem teuer. Die Produktionskosten in Kanada stellen also gewissermaßen eine Untergrenze für den Ölmarkt dar. Analysten zufolge liegt dieser Preis bei 60 bis 80 Dollar je Barrel. Birol sagte weiter: "Aufgrund einer Finanzkrise sinken die Preise, aber nicht dauerhaft. Wenn die Weltwirtschaft wieder auf festen Füßen steht, werden wir höhere Preise sehen als jetzt."
Ein weiterer Punkt, der für hohe Preise sorgen könnte, ist absurderweise die Politik der weltweiten Zentralbanken. Auch um eine Rezession zu verhindern, agieren sie mit niedrigen Zinsen und machen damit Geld billig. In der Theorie sollte dieses Geld über die Banken der Realwirtschaft zufließen, die damit über günstige Kredite wachsen kann. Doch wenn die Institute eine Rezession fürchten - und damit dass sie ihre ausgegebenen Kredite nicht zurückkriegen - , verleihen sie weniger Geld, sowohl an andere Banken als auch an die Realwirtschaft.
Das Geld selbst ist aber günstig und damit viel zu schade, um es nicht zu nutzen. Investiert wird es auch am Rohstoffmarkt, weil dieser als zum einen als sicher gilt, zum anderen aber auch wegen geringer Regulierung hohe Gewinne verspricht. Besonders begehrt ist Öl, denn kein Terminkontrakt ist liquider und damit einfacher und sicherer zu handeln als das Schwarze Gold. Das billige Geld, das die Wirtschaft stützen soll, trägt somit im Gegenteil sogar dazu bei, die Wirtschaft abzuwürgen.
* Autor: Frank Bremser (FTD)
SWIFT + IRAN: Das wars...
Morgen um 1600 GMT, unsere Zeit 17:00h werden viele iranische Banken vom internationalen Zahlungssystem SWIFT abgekoppelt.
Vordem Hintergrund, dass Netanjahu um Support der USA gebeten hat, konkret um bunkerbrechende Bomben und Tanker, da die Strecke fuer die Kampfjets aus Israel - Iran nicht ohne Auftanken in der Luft zurueckgelegt werden kann, ist das schon aussagekraeftig. Denn im November sind die Wahlen und Obama wird die Stimmen der in den USA lebenden Juden wohl brauchen.
Nun kann sich jeder 1+1 zusammenrechnen.
Es ist wohl nicht mehr die Frage ob, sondern wann der Angriff erfolgt.
Also: Alle schnell nochmal volltanken...
mcd
Vordem Hintergrund, dass Netanjahu um Support der USA gebeten hat, konkret um bunkerbrechende Bomben und Tanker, da die Strecke fuer die Kampfjets aus Israel - Iran nicht ohne Auftanken in der Luft zurueckgelegt werden kann, ist das schon aussagekraeftig. Denn im November sind die Wahlen und Obama wird die Stimmen der in den USA lebenden Juden wohl brauchen.
Nun kann sich jeder 1+1 zusammenrechnen.
Es ist wohl nicht mehr die Frage ob, sondern wann der Angriff erfolgt.
Also: Alle schnell nochmal volltanken...
mcd
Hoher Ölpreis bleibt uns erhalten
Schwächere Fundamentaldaten und ein erstarkter Dollar haben die Rohstoffkurse in der letzten Woche weiter auf Talfahrt geschickt, wie Ole Hansen, Rohstoffexperte bei der Saxo Bank anmerkt. Einzig Erdgas habe eine regelrechte Rallye hingelegt und im Wochenverlauf rund neun Prozent zugelegt. „Der Markt geht davon aus, dass Erdgas seinen Tiefstpunkt erreicht hat“, erklärt Hansen. So fiel der Verlust im Energiebereich insgesamt eher moderat aus, vor allem im Vergleich zu den Edelmetallen Silber (-5,7 Prozent) und Palladium (-7,5 Prozent).
Steigende Ölnachfrage erwartet
Bei Rohöl sei die Nachfrage Chinas im April auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten gefallen. „Es ist das erste Mal seit drei Jahren, dass die Nachfrage im Jahresvergleich zurückgeht”, erklärt der Rohstoffexperte. Doch sowohl die OPEC als auch die Internationale Energiebehörde (IEA) erwarten laut Hansen eine weltweit steigende Ölnachfrage gegen Ende des Jahres. Treiber seien vor allem die Schwellenländer, die damit den sinkenden Verbrauch in den Industrieländern mehr als ausgleichen würden.
„Saudi Arabien und die OPEC haben sich erneut für einen sinkenden Ölpreis ausgesprochen, um eine anhaltende Verlangsamung der Weltwirtschaft abzuwenden“, so Hansen weiter. Sowohl diese verbalen Äußerungen als auch die rekordverdächtigen Fördermengen hätten den Druck rausgenommen: WTI sei daraufhin unter die Marke von 100 US-Dollar gefallen und nähere sich seinem Durchschnittspreis von 2011. „In ihrem monatlichen Report geht die IEA jedoch von einem anhaltend hohen Ölpreis aus. Gegen die ungelösten geopolitischen Spannungen fallen eben auch steigende Lagerbestände kaum ins Gewicht“, erklärt der Saxo Bank Experte abschließend.
Den vollständigen Rohstoffkommentar finden Sie >< hier
Steigende Ölnachfrage erwartet
Bei Rohöl sei die Nachfrage Chinas im April auf den tiefsten Stand seit sechs Monaten gefallen. „Es ist das erste Mal seit drei Jahren, dass die Nachfrage im Jahresvergleich zurückgeht”, erklärt der Rohstoffexperte. Doch sowohl die OPEC als auch die Internationale Energiebehörde (IEA) erwarten laut Hansen eine weltweit steigende Ölnachfrage gegen Ende des Jahres. Treiber seien vor allem die Schwellenländer, die damit den sinkenden Verbrauch in den Industrieländern mehr als ausgleichen würden.
„Saudi Arabien und die OPEC haben sich erneut für einen sinkenden Ölpreis ausgesprochen, um eine anhaltende Verlangsamung der Weltwirtschaft abzuwenden“, so Hansen weiter. Sowohl diese verbalen Äußerungen als auch die rekordverdächtigen Fördermengen hätten den Druck rausgenommen: WTI sei daraufhin unter die Marke von 100 US-Dollar gefallen und nähere sich seinem Durchschnittspreis von 2011. „In ihrem monatlichen Report geht die IEA jedoch von einem anhaltend hohen Ölpreis aus. Gegen die ungelösten geopolitischen Spannungen fallen eben auch steigende Lagerbestände kaum ins Gewicht“, erklärt der Saxo Bank Experte abschließend.
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Investoren wetten auf Ölpreis-Rally
Hedge-Fonds und andere Großanleger setzen auf steigende Ölpreise. Der Wert der offenen Futures und Optionen nähert sich seinem Rekordhoch. Den Autofahrern droht der nächste Preisschock - dabei sind die Notierungen zuletzt schon deutlich gestiegen
Viele Verbraucher führen die hohen Preise an den Tankstellen auch auf die Spekulation von Hedge-Fonds und Großbanken zurück. Die Daten der Börsen und Aufsichtsbehörden geben ihnen Recht: Seit Mitte Dezember haben Investoren ihre Wetten auf steigende Kurse fast verdoppelt. Das Volumen der offenen Futures und Optionen repräsentiert rund 420 Millionen Barrel (Fass zu 159 Liter). Dieser Wert liegt nur etwa 24 Millionen Barrel unter dem Rekordhoch von 2011 und entspricht der Menge an Rohöl, die Deutschland in einem halben Jahr importiert oder die weltweit in viereinhalb Tagen verbraucht wird.
Entsprechend ging der Preis für die richtungsweisende Nordsee-Sorte Brent in den vergangenen beiden Monaten um knapp neun Prozent in die Höhe auf derzeit rund 119 Dollar. Das US-Öl WTI verteuerte sich sogar um mehr als zwölf Prozent auf knapp 98 Dollar.
Vor diesem Hintergrund befürchten viele eine Wiederholung der Öl-Rally vom Sommer 2008, als spekulativ orientierte Anleger die Preise für Brent und WTI auf jeweils knapp 150 Dollar trieben. Wie groß aber der Einfluss von Hedgefonds und Banken auf die Preise wirklich ist und ob und wie man ihn begrenzen kann, darüber streiten Händler, Analysten und Börsenaufseher noch immer
Denn beim Ölpreis spielen viele Faktoren eine Rolle: Neben der rückläufigen Produktion in Saudi-Arabien und einer steigenden Nachfrage in China sorgten potenzielle oder tatsächliche Nachschub-Schwierigkeiten für Unruhe, sagt Volkswirt James Williams von der Beratungsfirma WTRG. Im Blickpunkt stünden die Unruhen in Nordafrika, die Spannungen im Nahen Osten sowie Probleme bei der Förderung in Venezuela oder Nigeria. "In den vergangenen drei Monaten war das einzig sichere die Unsicherheit", fügt Williams hinzu.
Das zieht besonders risikofreudige Anleger an, die auf eine Unterbrechung des Nachschubs wetten. Irgendwann werde so eine Rally dann zum Selbstläufer, weil andere Investoren befürchteten, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, sagt Energie-Experte Tim Evans von Citi Futures Perspective.
Die Hoffnung auf das große Los kann sich aber schnell als Niete entpuppen. In den vergangenen beiden Jahren verloren Hedge-Fonds am Ölmarkt viel Geld. Jeweils im Frühjahr gingen sie "Long", erwarteten also steigende Kurse. Die damaligen Wetten entsprachen 444 beziehungsweise 422 Millionen Barrel Rohöl. Dennoch brachen die Preise für Brent und WTI bis zum Sommer um jeweils rund 30 Prozent ein. "Es ist eine wundervolle Party", kommentiert Citi-Experte Evans die aktuelle Rally. "Pass' nur auf, dass Du sie nicht als letzter verlässt."
* capital.de
Hedge-Fonds und andere Großanleger setzen auf steigende Ölpreise. Der Wert der offenen Futures und Optionen nähert sich seinem Rekordhoch. Den Autofahrern droht der nächste Preisschock - dabei sind die Notierungen zuletzt schon deutlich gestiegen
Viele Verbraucher führen die hohen Preise an den Tankstellen auch auf die Spekulation von Hedge-Fonds und Großbanken zurück. Die Daten der Börsen und Aufsichtsbehörden geben ihnen Recht: Seit Mitte Dezember haben Investoren ihre Wetten auf steigende Kurse fast verdoppelt. Das Volumen der offenen Futures und Optionen repräsentiert rund 420 Millionen Barrel (Fass zu 159 Liter). Dieser Wert liegt nur etwa 24 Millionen Barrel unter dem Rekordhoch von 2011 und entspricht der Menge an Rohöl, die Deutschland in einem halben Jahr importiert oder die weltweit in viereinhalb Tagen verbraucht wird.
Entsprechend ging der Preis für die richtungsweisende Nordsee-Sorte Brent in den vergangenen beiden Monaten um knapp neun Prozent in die Höhe auf derzeit rund 119 Dollar. Das US-Öl WTI verteuerte sich sogar um mehr als zwölf Prozent auf knapp 98 Dollar.
Vor diesem Hintergrund befürchten viele eine Wiederholung der Öl-Rally vom Sommer 2008, als spekulativ orientierte Anleger die Preise für Brent und WTI auf jeweils knapp 150 Dollar trieben. Wie groß aber der Einfluss von Hedgefonds und Banken auf die Preise wirklich ist und ob und wie man ihn begrenzen kann, darüber streiten Händler, Analysten und Börsenaufseher noch immer
Denn beim Ölpreis spielen viele Faktoren eine Rolle: Neben der rückläufigen Produktion in Saudi-Arabien und einer steigenden Nachfrage in China sorgten potenzielle oder tatsächliche Nachschub-Schwierigkeiten für Unruhe, sagt Volkswirt James Williams von der Beratungsfirma WTRG. Im Blickpunkt stünden die Unruhen in Nordafrika, die Spannungen im Nahen Osten sowie Probleme bei der Förderung in Venezuela oder Nigeria. "In den vergangenen drei Monaten war das einzig sichere die Unsicherheit", fügt Williams hinzu.
Das zieht besonders risikofreudige Anleger an, die auf eine Unterbrechung des Nachschubs wetten. Irgendwann werde so eine Rally dann zum Selbstläufer, weil andere Investoren befürchteten, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden, sagt Energie-Experte Tim Evans von Citi Futures Perspective.
Die Hoffnung auf das große Los kann sich aber schnell als Niete entpuppen. In den vergangenen beiden Jahren verloren Hedge-Fonds am Ölmarkt viel Geld. Jeweils im Frühjahr gingen sie "Long", erwarteten also steigende Kurse. Die damaligen Wetten entsprachen 444 beziehungsweise 422 Millionen Barrel Rohöl. Dennoch brachen die Preise für Brent und WTI bis zum Sommer um jeweils rund 30 Prozent ein. "Es ist eine wundervolle Party", kommentiert Citi-Experte Evans die aktuelle Rally. "Pass' nur auf, dass Du sie nicht als letzter verlässt."
* capital.de


