Wieviel Geld hat die Schweiz?
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Wieviel Geld hat die Schweiz?
Die Koppelung des CHF an den EUR war wohl unvermeidlich, um nicht durch das Raster zu fallen. (An alle EUR Kritiker, die die DM wieder haben wollen: Hier haben Sie das Szenario, was passiert, gaebe es die DM wieder)
Jetzt wollen wir mal sehen, wie lange die Schweizer das durchhalten koennen. Staatliche Eingriffe haben bisher in der Historie nie lange gehalten, s. JPY oder vor Jahren GBP.
mcd
Jetzt wollen wir mal sehen, wie lange die Schweizer das durchhalten koennen. Staatliche Eingriffe haben bisher in der Historie nie lange gehalten, s. JPY oder vor Jahren GBP.
mcd
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Quo vadis CHF?
Das war ein Paukenschlag, als die SNB den CHF an den Euro gekoppelt hat.
Aber war das wirklich einer?
Seit Wochen haben wir gesagt, dass so etwas möglich ist, die Blase war dann doch zu gross. Gott sei Dank hatten wir unsere EUR short Position durch eine FX Option gesichert und konnten dadurch mit einem respektablen Profit, wenn auch nicht die vollen 1,000 Pips, aus dem Handel gehen.
Aber eins ist deutlich geworden: Die Unkenrufe nach der Rückkehr der DM sollten jetzt verstummt sein.
Aber: Auch wenn die SNB 'tiefe Taschen' hat, wie lange kann sie das durchhalten? Sollte die Weltwirtschaftsleistung weiter vor sich hin dümpeln oder weiter stagnieren, kann es auch für die SNB eng werden. Der Euro wird zwar billiger -wir sehen ihn zum Jahresende bei $1,30- aber der Run auf den sicheren Hafen CHF wird nicht abnehmen.
Das wird dann der AUD zu spüren bekommen, den wir Ende des Jahres um $1,02 oder tiefer sehen. Der US Dollar bleibt neben dem JPY in schwierigen Zeiten die bessere Wahl.
Der Euro bleibt unter den Majors ohnehin das schwächste Glied: Sollte die Bundesregierung weiter gegen die Euro-Bonds intervenieren, bleibt dem EUR nur eine Richtung: Abwärts. Was ja so schlecht auch nicht wäre, hat die Bundesregierung doch schon 2 (!) Bundeshaushalte an Garantien gegeben.
Ein gute Handelswoche!
Aber war das wirklich einer?
Seit Wochen haben wir gesagt, dass so etwas möglich ist, die Blase war dann doch zu gross. Gott sei Dank hatten wir unsere EUR short Position durch eine FX Option gesichert und konnten dadurch mit einem respektablen Profit, wenn auch nicht die vollen 1,000 Pips, aus dem Handel gehen.
Aber eins ist deutlich geworden: Die Unkenrufe nach der Rückkehr der DM sollten jetzt verstummt sein.
Aber: Auch wenn die SNB 'tiefe Taschen' hat, wie lange kann sie das durchhalten? Sollte die Weltwirtschaftsleistung weiter vor sich hin dümpeln oder weiter stagnieren, kann es auch für die SNB eng werden. Der Euro wird zwar billiger -wir sehen ihn zum Jahresende bei $1,30- aber der Run auf den sicheren Hafen CHF wird nicht abnehmen.
Das wird dann der AUD zu spüren bekommen, den wir Ende des Jahres um $1,02 oder tiefer sehen. Der US Dollar bleibt neben dem JPY in schwierigen Zeiten die bessere Wahl.
Der Euro bleibt unter den Majors ohnehin das schwächste Glied: Sollte die Bundesregierung weiter gegen die Euro-Bonds intervenieren, bleibt dem EUR nur eine Richtung: Abwärts. Was ja so schlecht auch nicht wäre, hat die Bundesregierung doch schon 2 (!) Bundeshaushalte an Garantien gegeben.
Ein gute Handelswoche!
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Thanos Papasavvas, Leiter Währungsmanagement bei Investec Asset Management, über die Aufwertung des Schweizer Franken durch die SNB.
Was halten Sie von der Maßnahme der Schweizer Nationalbank SNB, den Schweizer Franken an den Euro zu koppeln?
Thanos Papasavvas: Sie ist gewagt, aber begründet und absolut verständlich. Schließlich war der Schweizer Franken die teuerste Währung der Welt. Angesichts der Krisensituation in den USA und in der Eurozone galt die Schweizer Währung zusammen mit Gold für Anleger als sicherer Hafen. In den wenigen Jahren seit der Finanzkrise nahm der Schweizer Franken gegenüber dem Euro um 40 Prozent, gegenüber dem US-Dollar um 45 Prozent und gegenüber dem britischen Pfund sogar um 54 Prozent an Wert zu. Allein zwischen Anfang Januar und Ende August dieses Jahres wertete der Franken gegenüber dem Dollar um 16 Prozent auf. Das beeinträchtigte nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit Schweizer Unternehmen, sondern hinderte die SNB auch an einer unabhängigen Geldpolitik. Schließlich konnte die Notenbank nur schwerlich die Zinsen anheben, da dies zu einer weiteren Fluchtwelle in den Schweizer Franken und damit zu einer erneuten Währungsaufwertung geführt hätte.
Warum musste die Notenbank denn zu einer derart gewagten Maßnahme greifen?
Papasavvas: Die SNB hatte in den vergangenen Jahren bereits mehrfach erfolglos versucht, die Währungsaufwertung einzudämmen. Das Wechselkursziel schien also der einzige Ausweg zu sein. Darüber hinaus ist es für eine Notenbank einfacher, eine Abwertung als eine Aufwertung der Währung herbeizuführen. Denn um das Geld aufzuwerten, ist sie auf die Fremdwährungsreserven angewiesen, während sie bei einer Abwertung rein theoretisch lediglich die Notenpresse anzuwerfen braucht. Die SNB hat bereits 1978 zu dieser Maßnahme gegriffen, indem sie den Franken an die Deutsche Mark koppelte, um so der Aufwertung der Schweizer Währung Herr zu werden.
Was bedeutet diese Maßnahme für Währungsfondsmanager?
Papasavvas: Währungsfondsmanager stehen dem Franken mit gemischten Gefühlen gegenüber. Wir bei Investec zum Beispiel haben diese Währung angesichts exzessiver Bewertungen untergewichtet. Neben der Tatsache, dass der Schweizer Franken die teuerste Währung weltweit war, lag das auch an unserer Überzeugung, dass der Markt sowohl das globale Wirtschaftsszenario als auch die Situation in der Eurozone viel zu schwarz sah. Da der Franken nicht länger der sichere Hafen der Währungsmärkte ist, empfiehlt es sich, mehr unterschiedliche Währungen im Portfolio zu haben – und zwar sowohl aus den Industrie- als auch aus den Schwellenländern.
* Auszug - das vollständige Interview - Das Investment
Was halten Sie von der Maßnahme der Schweizer Nationalbank SNB, den Schweizer Franken an den Euro zu koppeln?
Thanos Papasavvas: Sie ist gewagt, aber begründet und absolut verständlich. Schließlich war der Schweizer Franken die teuerste Währung der Welt. Angesichts der Krisensituation in den USA und in der Eurozone galt die Schweizer Währung zusammen mit Gold für Anleger als sicherer Hafen. In den wenigen Jahren seit der Finanzkrise nahm der Schweizer Franken gegenüber dem Euro um 40 Prozent, gegenüber dem US-Dollar um 45 Prozent und gegenüber dem britischen Pfund sogar um 54 Prozent an Wert zu. Allein zwischen Anfang Januar und Ende August dieses Jahres wertete der Franken gegenüber dem Dollar um 16 Prozent auf. Das beeinträchtigte nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit Schweizer Unternehmen, sondern hinderte die SNB auch an einer unabhängigen Geldpolitik. Schließlich konnte die Notenbank nur schwerlich die Zinsen anheben, da dies zu einer weiteren Fluchtwelle in den Schweizer Franken und damit zu einer erneuten Währungsaufwertung geführt hätte.
Warum musste die Notenbank denn zu einer derart gewagten Maßnahme greifen?
Papasavvas: Die SNB hatte in den vergangenen Jahren bereits mehrfach erfolglos versucht, die Währungsaufwertung einzudämmen. Das Wechselkursziel schien also der einzige Ausweg zu sein. Darüber hinaus ist es für eine Notenbank einfacher, eine Abwertung als eine Aufwertung der Währung herbeizuführen. Denn um das Geld aufzuwerten, ist sie auf die Fremdwährungsreserven angewiesen, während sie bei einer Abwertung rein theoretisch lediglich die Notenpresse anzuwerfen braucht. Die SNB hat bereits 1978 zu dieser Maßnahme gegriffen, indem sie den Franken an die Deutsche Mark koppelte, um so der Aufwertung der Schweizer Währung Herr zu werden.
Was bedeutet diese Maßnahme für Währungsfondsmanager?
Papasavvas: Währungsfondsmanager stehen dem Franken mit gemischten Gefühlen gegenüber. Wir bei Investec zum Beispiel haben diese Währung angesichts exzessiver Bewertungen untergewichtet. Neben der Tatsache, dass der Schweizer Franken die teuerste Währung weltweit war, lag das auch an unserer Überzeugung, dass der Markt sowohl das globale Wirtschaftsszenario als auch die Situation in der Eurozone viel zu schwarz sah. Da der Franken nicht länger der sichere Hafen der Währungsmärkte ist, empfiehlt es sich, mehr unterschiedliche Währungen im Portfolio zu haben – und zwar sowohl aus den Industrie- als auch aus den Schwellenländern.
* Auszug - das vollständige Interview - Das Investment
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der 'feuchte' Traum aller FX Trader :-)
Lt. Bank for internatl. Settlements Umfrage vom Dec. 2010 spielt der CHF eine nahezu untergeordnete Rolle. Der Anteil am FX Markt in CHF beträgt lediglich 7,6% (Basis: 200 (!) %. Zum Vergl. der US$ liegt bei 84,9%, der EUR bei 39,1%. Der Wirtschaftsraum CH hat ca. 7,6 Mio Menschen, der US Bereich umfasst ca. 350 Mio, der des Euro Raumes ca. 440 Mio.
Also im internationalen Vergleich fällt die Schweiz angesichts der Volumina doch ziemlich zurück.
Das Szenario: Irgendwann muss die Schweiz die Euros ja wieder verkaufen, die sie jetzt kauft, um die angestrebte Position zum EUR Raum von CHF1,20/EUR zu halten. Da diese mit gedruckten CHF bezahlt wurden, würden die jetzt den Markt überschwemmen.
Gehen wir weiter davon aus, dass die Wirtschaft stagniert. Zumindest sind das jetzt die Voraussagen aller gängigen Institute. Also gehen mehr Teilnehmer in den sicheren Hafen u.a. CHF. Da wir aber nun unterschiedlich strukturierte Märkte haben, wie Exportnationen, wie die Schweiz, die ein grösserer Exporteur als Deutschland ist, dann natürlich der EURO Raum und Nationen, wie die USA, die hauptsächlich von Inlands Konsum leben, könnte sich folgende Situation ergeben:
Die USA kommt dank diverser staatlicher Initialzündungen in Gang, Preise, Löhne, Inflation und Zinsen steigen dort, weil alle jetzt dem Ruf der Herdenanführer folgen und in den US $ gehen, schliesslich ist der Währungsraum sehr sehr viel grösser, fliessen die 'sicherer Hafen' CHF zurück in die kleine Schweiz.
Die Folge: Ein massive Abwertung des CHF in einer Grössenordnung, die an das GBP Anfang der 90er Jahre erinnert, als George Soros Milliarden mit dem Trade GBP short gemacht hat.
Und wir sind zu diesem Zeitpunkt CHF short.
Das wärs doch, oder? :-)
Na ja, man wird doch mal träumen dürfen...
viele Grüsse
mcd
Also im internationalen Vergleich fällt die Schweiz angesichts der Volumina doch ziemlich zurück.
Das Szenario: Irgendwann muss die Schweiz die Euros ja wieder verkaufen, die sie jetzt kauft, um die angestrebte Position zum EUR Raum von CHF1,20/EUR zu halten. Da diese mit gedruckten CHF bezahlt wurden, würden die jetzt den Markt überschwemmen.
Gehen wir weiter davon aus, dass die Wirtschaft stagniert. Zumindest sind das jetzt die Voraussagen aller gängigen Institute. Also gehen mehr Teilnehmer in den sicheren Hafen u.a. CHF. Da wir aber nun unterschiedlich strukturierte Märkte haben, wie Exportnationen, wie die Schweiz, die ein grösserer Exporteur als Deutschland ist, dann natürlich der EURO Raum und Nationen, wie die USA, die hauptsächlich von Inlands Konsum leben, könnte sich folgende Situation ergeben:
Die USA kommt dank diverser staatlicher Initialzündungen in Gang, Preise, Löhne, Inflation und Zinsen steigen dort, weil alle jetzt dem Ruf der Herdenanführer folgen und in den US $ gehen, schliesslich ist der Währungsraum sehr sehr viel grösser, fliessen die 'sicherer Hafen' CHF zurück in die kleine Schweiz.
Die Folge: Ein massive Abwertung des CHF in einer Grössenordnung, die an das GBP Anfang der 90er Jahre erinnert, als George Soros Milliarden mit dem Trade GBP short gemacht hat.
Und wir sind zu diesem Zeitpunkt CHF short.
Das wärs doch, oder? :-)
Na ja, man wird doch mal träumen dürfen...
viele Grüsse
mcd
Griffige Massnahmen gegen die schädlichen Auswirkungen der Frankenstärke
Die Delegierten von Travail.Suisse haben an ihrem Kongress heute in Bern eine Resolution verabschiedet, mit der sie das Parlament auffordern, dem vom Bundesrat aufgrund der Frankenstärke eingeleiteten Massnahmenpaket zur Stützung des Werkplatzes Schweiz zuzustimmen.
Neben der Demografie und ihren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und der Verabschiedung der Positionen und Forderungen für die kommenden Jahre befassten sich die Delegierten von Travail.Suisse an ihrem Kongress in Bern auch mit dem starken Franken. Sie befürchten, dass der schweizerischen Volkswirtschaft trotz der Festlegung des Mindestkurses auf 1.20 Franken/Euro eine Wachstumsverlangsamung droht.
Parlament muss Massnahmenpaket zur Stützung des Werkplatzes beschliessen
Die Delegierten von Travail.Suisse fordern deshalb das Parlament auf, in der Herbstsession das vom Bundesrat vorbereitete Massnahmenpaket zur Stützung des Werkplatzes Schweiz zu verabschieden. Wichtiges Element ist die Stärkung der Kurzarbeitsentschädigung. Zusätzlich braucht es Massnahmen, die ansetzen, bevor die Betriebe auf Kurzarbeit umstellen müssen. Unternehmen, die Arbeit haben, aber trotzdem wegen der Frankenstärke Verluste schreiben, sollen mit direkten Beiträgen gestützt werden. Dies unter der Bedingung, dass sie keine Stellen abbauen oder Löhne kürzen. Steuersenkungen nach dem Giesskannenprinzip sind unangebracht und nicht zielführend. Damit werden unnötig Margen gestützt und Gewinne finanziert.
Nationalbank bleibt weiterhin gefordert
Der von der Schweizerischen Nationalbank festgelegte und zu verteidigende Mindestkurs von 1.20 Franken/Euro ist eine erste Hilfestellung an die Exportwirtschaft und Tourismusbranche. Aber auch mit dieser Wechselkursuntergrenze bleibt der Franken überbewertet und gefährdet weiterhin viele Arbeitsplätzen in der Schweiz. Weitere geldpolitische Schritte in Richtung eines Wechselkurses, der mit den makroökonomischen Fundamentaldaten übereinstimmt, müssen folgen.
Martin Flügel, Präsident Travail.Suisse,
Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik
Die Delegierten von Travail.Suisse haben an ihrem Kongress heute in Bern eine Resolution verabschiedet, mit der sie das Parlament auffordern, dem vom Bundesrat aufgrund der Frankenstärke eingeleiteten Massnahmenpaket zur Stützung des Werkplatzes Schweiz zuzustimmen.
Neben der Demografie und ihren Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und der Verabschiedung der Positionen und Forderungen für die kommenden Jahre befassten sich die Delegierten von Travail.Suisse an ihrem Kongress in Bern auch mit dem starken Franken. Sie befürchten, dass der schweizerischen Volkswirtschaft trotz der Festlegung des Mindestkurses auf 1.20 Franken/Euro eine Wachstumsverlangsamung droht.
Parlament muss Massnahmenpaket zur Stützung des Werkplatzes beschliessen
Die Delegierten von Travail.Suisse fordern deshalb das Parlament auf, in der Herbstsession das vom Bundesrat vorbereitete Massnahmenpaket zur Stützung des Werkplatzes Schweiz zu verabschieden. Wichtiges Element ist die Stärkung der Kurzarbeitsentschädigung. Zusätzlich braucht es Massnahmen, die ansetzen, bevor die Betriebe auf Kurzarbeit umstellen müssen. Unternehmen, die Arbeit haben, aber trotzdem wegen der Frankenstärke Verluste schreiben, sollen mit direkten Beiträgen gestützt werden. Dies unter der Bedingung, dass sie keine Stellen abbauen oder Löhne kürzen. Steuersenkungen nach dem Giesskannenprinzip sind unangebracht und nicht zielführend. Damit werden unnötig Margen gestützt und Gewinne finanziert.
Nationalbank bleibt weiterhin gefordert
Der von der Schweizerischen Nationalbank festgelegte und zu verteidigende Mindestkurs von 1.20 Franken/Euro ist eine erste Hilfestellung an die Exportwirtschaft und Tourismusbranche. Aber auch mit dieser Wechselkursuntergrenze bleibt der Franken überbewertet und gefährdet weiterhin viele Arbeitsplätzen in der Schweiz. Weitere geldpolitische Schritte in Richtung eines Wechselkurses, der mit den makroökonomischen Fundamentaldaten übereinstimmt, müssen folgen.
Martin Flügel, Präsident Travail.Suisse,
Susanne Blank, Leiterin Wirtschaftspolitik
GGZ
Guten Tag werte Forumsteilnehmer
Ich teile grundsätzlich die Auffassungen in diesem Thread.
Ich masse mir auch nicht an, die spezielle Massnahme unserer SNB zu kritisien resp. zu prognostizieren ob Sie damit Erfolg haben wird. Zu hoffen wäre es, da nach nach meiner persönlichen Meinung die SNB zu stark in den Medien etc. kritisiert wird. SNB bashing ist zurzeit sehr populär geworden.
Klar ist auch, das die SNB ein kleiner *Player* am riesigen Devisen-Weltmarkt ist.
Trotzdem hat Sie einen grossen Vorteil, gegenüber vielen anderen Marktteilnehmern.
Sie gehört zu den "GGZ-ler" das heisst Sie hat Geist, Geld und Zeit!
Ob das reicht, wird die Zukunft zeigen?
Grüsse
Ich teile grundsätzlich die Auffassungen in diesem Thread.
Ich masse mir auch nicht an, die spezielle Massnahme unserer SNB zu kritisien resp. zu prognostizieren ob Sie damit Erfolg haben wird. Zu hoffen wäre es, da nach nach meiner persönlichen Meinung die SNB zu stark in den Medien etc. kritisiert wird. SNB bashing ist zurzeit sehr populär geworden.
Klar ist auch, das die SNB ein kleiner *Player* am riesigen Devisen-Weltmarkt ist.
Trotzdem hat Sie einen grossen Vorteil, gegenüber vielen anderen Marktteilnehmern.
Sie gehört zu den "GGZ-ler" das heisst Sie hat Geist, Geld und Zeit!
Ob das reicht, wird die Zukunft zeigen?
Grüsse
SNB
@St.Moritz
Nun ist es ja nicht so, dass wir auf die SNB 'einschlagen'.
Eher das Gegenteil ist der Fall, bieten derartige Interventionen doch nahezu zu 100% hervorragende Möglichkeiten, Profit zu machen, weil Entwicklungen leichter vorhersehbar werden.
Immer dann, wenn der freie Verlauf durch derartige Interventionen gesteuert und verändert wird, ergeben sich für Trader Möglichkeiten, denn derartige Veränderungen konnten sich auf Sicht nicht nachhaltig durchsetzen. Das ist, was uns die Historie sagt.
Für die Schweizer, die zu diesem Zeitpunkt fast gar keine andere Möglichkeit hatten, ist das sicher ein Moment zum 'luftholen'.
viele Grüsse
mcd
Nun ist es ja nicht so, dass wir auf die SNB 'einschlagen'.
Eher das Gegenteil ist der Fall, bieten derartige Interventionen doch nahezu zu 100% hervorragende Möglichkeiten, Profit zu machen, weil Entwicklungen leichter vorhersehbar werden.
Immer dann, wenn der freie Verlauf durch derartige Interventionen gesteuert und verändert wird, ergeben sich für Trader Möglichkeiten, denn derartige Veränderungen konnten sich auf Sicht nicht nachhaltig durchsetzen. Das ist, was uns die Historie sagt.
Für die Schweizer, die zu diesem Zeitpunkt fast gar keine andere Möglichkeit hatten, ist das sicher ein Moment zum 'luftholen'.
viele Grüsse
mcd
Die Schweizerische Nationalbank ist zu weiteren Maßnahmen zur Schwächung des Franken bereit. Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erforderten, werde die Nationalbank eingreifen, sagte der Chef der Bank in einem Interview.
Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erforderten, werde die Nationalbank eingreifen, bekräftigte der Chef der Institution, Philipp Hildebrand, im Interview mit der "NZZ am Sonntag." Der Franken sei zum Euro weiter hoch bewertet. Die SNB rechne mit einer weiteren Abwertung. "Falls das nicht eintritt, könnte das zu deflationären Risiken führen und die Wirtschaft stark belasten", sagte Hildebrand. Er hat sich bereits früher ähnlich geäußert. Erst am Donnerstag unterstrich zudem SNB-Direktoriumsmitglied Jean-Pierre Danthine die Entschlossenheit der SNB, weiter gegen die Frankenstärke vorzugehen.
Die Notenbank hatte Anfang September eine Kursuntergrenze von 1,20 zum Euro festgesetzt. Um diese durchzusetzen, ist sie bereit, Devisen in unbeschränkter Höhe zu kaufen. Ihren Ausgang nahm die Frankenstärke in der Euro-Schuldenkrise: Diese trieb Investoren in Scharen in sichere Häfen wie die Schweizer Währung oder Gold. Anfang August hatte die für die exportabhängige Schweizer Industrie wichtigste Partnerwährung Euro sogar nahezu Parität erreicht. Zuletzt pendelte der Franken zum Euro zwischen 1,20 und 1,25
*MM
Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erforderten, werde die Nationalbank eingreifen, bekräftigte der Chef der Institution, Philipp Hildebrand, im Interview mit der "NZZ am Sonntag." Der Franken sei zum Euro weiter hoch bewertet. Die SNB rechne mit einer weiteren Abwertung. "Falls das nicht eintritt, könnte das zu deflationären Risiken führen und die Wirtschaft stark belasten", sagte Hildebrand. Er hat sich bereits früher ähnlich geäußert. Erst am Donnerstag unterstrich zudem SNB-Direktoriumsmitglied Jean-Pierre Danthine die Entschlossenheit der SNB, weiter gegen die Frankenstärke vorzugehen.
Die Notenbank hatte Anfang September eine Kursuntergrenze von 1,20 zum Euro festgesetzt. Um diese durchzusetzen, ist sie bereit, Devisen in unbeschränkter Höhe zu kaufen. Ihren Ausgang nahm die Frankenstärke in der Euro-Schuldenkrise: Diese trieb Investoren in Scharen in sichere Häfen wie die Schweizer Währung oder Gold. Anfang August hatte die für die exportabhängige Schweizer Industrie wichtigste Partnerwährung Euro sogar nahezu Parität erreicht. Zuletzt pendelte der Franken zum Euro zwischen 1,20 und 1,25
*MM
Die Nationalbank hat fast unbemerkt die Geldmenge drastisch aufgebläht. Der Wert des Frankens ist in Gefahr
Der Schweizer Franken ist sicher – der Schweizer Franken ist hochriskant. Zwischen diesen beiden Aussagen liegen sechs Monate. Sechs Monate, in denen die Eidgenossen gegen die drastische Aufwertung ihres Geldes kämpfen – und dabei viel risikieren.
Das idyllische Alpenland gilt vielen Anlegern und Sparern als Hort der Stabilität. Sie vertrauen der sprichwörtlichen Schweizer Sicherheit und setzen in der Schuldenkrise auf den Franken. Die Schweiz und Risiko – die beiden Begriffe passten bisher nicht zusammen. Doch seit Kurzem unternimmt das Vorzeigeland einen finanziellen Drahtseilakt, der zum Absturz des Franken führen könnte. Die Schweiz sei „der größte Währungsspekulant der Welt“, warnt Thomas Straubhaar, Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) im FOCUS-MONEY-Interview. Es gebe nur noch wenige Gründe dafür, in den Franken als Fluchtwährung zu investieren, mahnt der gebürtige Schweizer.
Nationalbank schwächt Franken-Kurs
Im August schritt die Schweizer Nationalbank (SNB) erstmals gegen die Aufwertung des Franken ein. SNB-Präsident Philipp Hildebrand senkte den Leitzins auf praktisch null Prozent und pumpte massiv Geld in den Finanzkreislauf. Dazu verkaufte die Bank über Termingeschäfte Franken und erneuerte eigene Schuldverschreibungen nicht mehr. Die Sichtguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB schwollen innerhalb weniger Tage von 30 auf 200 Milliarden Franken an. Diese Giroguthaben ergeben zusammen mit dem umlaufenden Bargeld die Notenbank-Geldmenge.
Als der Franken Anfang September die Parität zum Euro erreichte, zog Hildebrand die Notbremse: „Die Schweizer Nationalbank toleriert am Devisenmarkt ab sofort keinen Euro-Franken-Kurs unter dem Mindestkurs von 1,20 Euro“, teilte das Institut in Bern mit. Ein Kursdiktat am freien Markt? „Für Spekulanten sind willkürlich festgesetzte Wechselkurse sehr verlockend“, sagt Alfred Roelli, Leiter Finanzanalyse bei der Privatbank Pictet & Cie in Genf. Seither tobt in den Handelsräumen ein Devisenkrieg. Zwar hält Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann, gemessen an der Kaufkraft, ein Tauschverhältnis von 1,35 bis 1,40 für angemessen. Doch Schutz suchende Großanleger und aggressive Hedge-Fonds sehen die Sache anders. Der Mindestkurs von 1,20 werde „mit aller Konsequenz“ durchgesetzt, warnt daher die Nationalbank seit Wochen, sie sei „bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen“.
Die Folge: Die Währungsreserven explodieren – und damit die Geldmenge. Denn für jeden Euro, den die SNB kauft, schafft sie neue Franken. Die Notenbankgeldmenge hat sich von Ende Juli bis Ende November von 77 auf 237 Milliarden Franken verdreifacht. Gegenüber dem Vorkrisenniveau von 2008 blähte sich diese monetäre Basis fast um den Faktor fünf auf. Zum Vergleich: Die viel kritisierte US-Notenbank hat die Geldmenge seither etwas mehr als verdreifacht, die Europäische Zentralbank nicht einmal verdoppelt.
Über die Schweizer Alpentäler hat sich eine beispiellose Liquiditätsblase gelegt – und niemand weiß, ob sie sich geräuschlos auflöst oder mit einem großen Knall platzt. Solange der Euro schwächelt, pumpt die Nationalbank weiter. Die Eidgenossen, die seit dem Bündnis von 1291 zwischen den Kantonen Uri, Schwyz und Unterwalden stets auf ihre Unabhängigkeit pochten, haben mit der Bindung an den Euro ihre geldpolitische Autonomie aufgegeben. Von einer „Kapitulation“ spricht der Ökonom Straubhaar.
Die Folgen am Anleihenmarkt sind schon jetzt dramatisch: Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen hat sich seit Frühjahr auf 0,71 Prozent gedrittelt. Dreimonatige Schuldverschreibungen teilte die Schweiz kürzlich mit negativen Zinsen zu. „Wird die Geldmenge auf das Sieben-, Acht- oder Zehnfache aufgebläht, haben wir den Notstand“, warnt Finanzexperte Roelli.
Inflation lässt auf sich warten – noch
Immerhin zeigen die Minizinsen, dass bisher kein Inflationsdruck entsteht. Der teure Franken verbilligt Importe derart drastisch, dass die Nationalbank für 2012 eine Inflation von minus 0,3 Prozent erwartet – also auf breiter Front fallende Preise. Die enorme Liquidität verpufft bisher, weil sie nur als Sichteinlagen bei den Banken existiert. Das Geld findet erst den Weg auf die Konten und in die Portemonnaies der Menschen, wenn die Institute mehr Kredite vergeben. Diese Geldschöpfung ist in der Krise unterbrochen. Die umlaufende Geldmenge M3 stieg zwischen Januar und November 2011 nur um sechs Prozent.
Die Geschichte lehrt aber, dass Inflation oft verspätet folgt. Schon 1978 koppelte die Schweiz den Franken an eine Fremdwährung, damals die D-Mark, um die Aufwertung zu stoppen. „Die Geldmenge wurde ausgeweitet, was mit Abstand von drei Jahren zu einem Anstieg der Inflationsrate von 0,4 auf 7,5 Prozent führte“, sagt Thomas Liebi von der Vermögensverwaltung Swisscanto in Zürich.
Der Immobilienmarkt dreht schon jetzt durch. Der Anlagenotstand der Investoren treibt die Preise, vor allem die Regionen um Zürich, Genf und Graubünden laufen heiß. Der Immobilienblasenindex der Großbank UBS steigt seit Ende 2009 und signalisiert einen „Boom“ – mit Kurs Richtung „Risiko“. Die Nationalbank warnt vor einer Blase, befeuert aber zugleich mit ihren Mikrozinsen die Entwicklung. Folgt das allgemeine Preisniveau auch nur annähernd dem Trend auf dem Wohnungsmarkt, droht ein weicher Franken. „Auf Überbewertungen sind in der Schweiz historisch immer Phasen von Unterbewertungen gefolgt“, beobachtet Pictet-Experte Roelli.
* Focus
Der Schweizer Franken ist sicher – der Schweizer Franken ist hochriskant. Zwischen diesen beiden Aussagen liegen sechs Monate. Sechs Monate, in denen die Eidgenossen gegen die drastische Aufwertung ihres Geldes kämpfen – und dabei viel risikieren.
Das idyllische Alpenland gilt vielen Anlegern und Sparern als Hort der Stabilität. Sie vertrauen der sprichwörtlichen Schweizer Sicherheit und setzen in der Schuldenkrise auf den Franken. Die Schweiz und Risiko – die beiden Begriffe passten bisher nicht zusammen. Doch seit Kurzem unternimmt das Vorzeigeland einen finanziellen Drahtseilakt, der zum Absturz des Franken führen könnte. Die Schweiz sei „der größte Währungsspekulant der Welt“, warnt Thomas Straubhaar, Chef des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) im FOCUS-MONEY-Interview. Es gebe nur noch wenige Gründe dafür, in den Franken als Fluchtwährung zu investieren, mahnt der gebürtige Schweizer.
Nationalbank schwächt Franken-Kurs
Im August schritt die Schweizer Nationalbank (SNB) erstmals gegen die Aufwertung des Franken ein. SNB-Präsident Philipp Hildebrand senkte den Leitzins auf praktisch null Prozent und pumpte massiv Geld in den Finanzkreislauf. Dazu verkaufte die Bank über Termingeschäfte Franken und erneuerte eigene Schuldverschreibungen nicht mehr. Die Sichtguthaben der Geschäftsbanken bei der SNB schwollen innerhalb weniger Tage von 30 auf 200 Milliarden Franken an. Diese Giroguthaben ergeben zusammen mit dem umlaufenden Bargeld die Notenbank-Geldmenge.
Als der Franken Anfang September die Parität zum Euro erreichte, zog Hildebrand die Notbremse: „Die Schweizer Nationalbank toleriert am Devisenmarkt ab sofort keinen Euro-Franken-Kurs unter dem Mindestkurs von 1,20 Euro“, teilte das Institut in Bern mit. Ein Kursdiktat am freien Markt? „Für Spekulanten sind willkürlich festgesetzte Wechselkurse sehr verlockend“, sagt Alfred Roelli, Leiter Finanzanalyse bei der Privatbank Pictet & Cie in Genf. Seither tobt in den Handelsräumen ein Devisenkrieg. Zwar hält Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann, gemessen an der Kaufkraft, ein Tauschverhältnis von 1,35 bis 1,40 für angemessen. Doch Schutz suchende Großanleger und aggressive Hedge-Fonds sehen die Sache anders. Der Mindestkurs von 1,20 werde „mit aller Konsequenz“ durchgesetzt, warnt daher die Nationalbank seit Wochen, sie sei „bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen“.
Die Folge: Die Währungsreserven explodieren – und damit die Geldmenge. Denn für jeden Euro, den die SNB kauft, schafft sie neue Franken. Die Notenbankgeldmenge hat sich von Ende Juli bis Ende November von 77 auf 237 Milliarden Franken verdreifacht. Gegenüber dem Vorkrisenniveau von 2008 blähte sich diese monetäre Basis fast um den Faktor fünf auf. Zum Vergleich: Die viel kritisierte US-Notenbank hat die Geldmenge seither etwas mehr als verdreifacht, die Europäische Zentralbank nicht einmal verdoppelt.
Über die Schweizer Alpentäler hat sich eine beispiellose Liquiditätsblase gelegt – und niemand weiß, ob sie sich geräuschlos auflöst oder mit einem großen Knall platzt. Solange der Euro schwächelt, pumpt die Nationalbank weiter. Die Eidgenossen, die seit dem Bündnis von 1291 zwischen den Kantonen Uri, Schwyz und Unterwalden stets auf ihre Unabhängigkeit pochten, haben mit der Bindung an den Euro ihre geldpolitische Autonomie aufgegeben. Von einer „Kapitulation“ spricht der Ökonom Straubhaar.
Die Folgen am Anleihenmarkt sind schon jetzt dramatisch: Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen hat sich seit Frühjahr auf 0,71 Prozent gedrittelt. Dreimonatige Schuldverschreibungen teilte die Schweiz kürzlich mit negativen Zinsen zu. „Wird die Geldmenge auf das Sieben-, Acht- oder Zehnfache aufgebläht, haben wir den Notstand“, warnt Finanzexperte Roelli.
Inflation lässt auf sich warten – noch
Immerhin zeigen die Minizinsen, dass bisher kein Inflationsdruck entsteht. Der teure Franken verbilligt Importe derart drastisch, dass die Nationalbank für 2012 eine Inflation von minus 0,3 Prozent erwartet – also auf breiter Front fallende Preise. Die enorme Liquidität verpufft bisher, weil sie nur als Sichteinlagen bei den Banken existiert. Das Geld findet erst den Weg auf die Konten und in die Portemonnaies der Menschen, wenn die Institute mehr Kredite vergeben. Diese Geldschöpfung ist in der Krise unterbrochen. Die umlaufende Geldmenge M3 stieg zwischen Januar und November 2011 nur um sechs Prozent.
Die Geschichte lehrt aber, dass Inflation oft verspätet folgt. Schon 1978 koppelte die Schweiz den Franken an eine Fremdwährung, damals die D-Mark, um die Aufwertung zu stoppen. „Die Geldmenge wurde ausgeweitet, was mit Abstand von drei Jahren zu einem Anstieg der Inflationsrate von 0,4 auf 7,5 Prozent führte“, sagt Thomas Liebi von der Vermögensverwaltung Swisscanto in Zürich.
Der Immobilienmarkt dreht schon jetzt durch. Der Anlagenotstand der Investoren treibt die Preise, vor allem die Regionen um Zürich, Genf und Graubünden laufen heiß. Der Immobilienblasenindex der Großbank UBS steigt seit Ende 2009 und signalisiert einen „Boom“ – mit Kurs Richtung „Risiko“. Die Nationalbank warnt vor einer Blase, befeuert aber zugleich mit ihren Mikrozinsen die Entwicklung. Folgt das allgemeine Preisniveau auch nur annähernd dem Trend auf dem Wohnungsmarkt, droht ein weicher Franken. „Auf Überbewertungen sind in der Schweiz historisch immer Phasen von Unterbewertungen gefolgt“, beobachtet Pictet-Experte Roelli.
* Focus
Starker Franken - Standort Schweiz in Gefahr?
Wechselkurs bei 1.20 EURO! Die Mehrheit der befragten Schweizer Unternehmen rechnet mit einer sich verschlechternden wirtschaftlichen Entwicklung!
Eine Studie der Swiss Advisor Group (SAG) in Kooperation mit der German Consulting Group (GCG), zeigt die sich verändernde Situation im Schweizer Markt für mittelständische Unternehmen mit Produktions-standort Schweiz.
In einer Befragung von Führungskräften zeigt sich, dass mehr als die Hälfte der befragten Teilnehmer in den Unternehmen aktuell mit sich verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rechnet. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass sich die Situation durch einen starken Franken weiterhin verschlechtern wird. Ca. 3/4 der Unternehmen legen ihre Wachstumsaktivitäten auf Eis:
Die Mehrheit der befragten Unternehmen reagiert mit eingeleiteten Einzelmassnahmen zur Kostensenkung auf die aktuelle Problemstellung, Restrukturierungen und strategische Neuausrichtungen bilden eine verschwindend geringe Anzahl bei den eingeleiteten Aktivitäten.
Die Spitzenpositionen bei den durchgeführten Einzelmassnahmen belegen Einkaufsoptimierungen und Wechselkursabsicherungen, gefolgt von Programmen zur Fixkostensenkung und selektiven Personaleinsparungen. Allerdings geht nur die Hälfte der Unternehmen davon aus, dass die Massnahmen ausreichend sind.
Link Studie
Eine Studie der Swiss Advisor Group (SAG) in Kooperation mit der German Consulting Group (GCG), zeigt die sich verändernde Situation im Schweizer Markt für mittelständische Unternehmen mit Produktions-standort Schweiz.
In einer Befragung von Führungskräften zeigt sich, dass mehr als die Hälfte der befragten Teilnehmer in den Unternehmen aktuell mit sich verschlechternden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen rechnet. Ebenfalls mehr als die Hälfte der Befragten ist der Meinung, dass sich die Situation durch einen starken Franken weiterhin verschlechtern wird. Ca. 3/4 der Unternehmen legen ihre Wachstumsaktivitäten auf Eis:
Zitat
- 83% planen für das kommende Jahr keine weiteren
Umsatzsteigerungen
- 73% investieren in nächster Zeit nicht in neue innovative
Produkte
- nicht einmal jedes 7´te Unternehmen plant noch Neueinstellungen.
- Nur noch 1/3 der Befragten will aktuell in neue Produktionsanlagen investieren. Ganzheitliche Konzepte zur Standortsicherung und Entschärfung der Situation sind eher selten!
Die Mehrheit der befragten Unternehmen reagiert mit eingeleiteten Einzelmassnahmen zur Kostensenkung auf die aktuelle Problemstellung, Restrukturierungen und strategische Neuausrichtungen bilden eine verschwindend geringe Anzahl bei den eingeleiteten Aktivitäten.
Die Spitzenpositionen bei den durchgeführten Einzelmassnahmen belegen Einkaufsoptimierungen und Wechselkursabsicherungen, gefolgt von Programmen zur Fixkostensenkung und selektiven Personaleinsparungen. Allerdings geht nur die Hälfte der Unternehmen davon aus, dass die Massnahmen ausreichend sind.
Link Studie
Nationalbank hält am Mindestkurs zum Euro fest
Die Schweizerische Nationalbank wird den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen. Sie ist bereit, dazu unbeschränkt Devisen zu kaufen, schreibt die Nationalbank in einer Mitteilung.
Auch beim heutigen Kurs bleibt der Franken hoch bewertet und stellt die Wirtschaft weiterhin vor große Herausforderungen. Gleichzeitig zeigt der Mindestkurs Wirkung. Er hat die Wechselkursvolatilität verringert und den Unternehmen Planungssicherheit gegeben. Es gibt vermehrt Anzeichen, dass sich die Wirtschaftslage in der Schweiz stabilisiert. Für das Jahr 2012 erwartet die Nationalbank nun ein moderates Wirtschaftswachstum von etwa einem Prozent.
Auf absehbare Zeit gibt es, laut der Schweizerischen Nationalbank, in der Schweiz keine Inflationsrisiken. Die Inflationsprognose der Nationalbank, hat sich im Vergleich zum Dezember nochmals nach unten verschoben. Kurzfristig wird die Inflation stärker negativ. Die Aufwertung des Frankens vom vergangenen Sommer hat die Preisentwicklung deutlicher gedämpft als erwartet. Längerfristig reduzieren die verschlechterten Wachstumsaussichten für die Eurozone und der nach wie vor hoch bewertete Franken die Teuerung. Die Prognose zeigt für 2012 eine Inflationsrate von minus 0,6 Prozent. Für 2013 erwartet die Nationalbank eine Inflation von 0,3 Prozent und für 2014 von 0,6 Prozent
Auch beim heutigen Kurs bleibt der Franken hoch bewertet und stellt die Wirtschaft weiterhin vor große Herausforderungen. Gleichzeitig zeigt der Mindestkurs Wirkung. Er hat die Wechselkursvolatilität verringert und den Unternehmen Planungssicherheit gegeben. Es gibt vermehrt Anzeichen, dass sich die Wirtschaftslage in der Schweiz stabilisiert. Für das Jahr 2012 erwartet die Nationalbank nun ein moderates Wirtschaftswachstum von etwa einem Prozent.
Auf absehbare Zeit gibt es, laut der Schweizerischen Nationalbank, in der Schweiz keine Inflationsrisiken. Die Inflationsprognose der Nationalbank, hat sich im Vergleich zum Dezember nochmals nach unten verschoben. Kurzfristig wird die Inflation stärker negativ. Die Aufwertung des Frankens vom vergangenen Sommer hat die Preisentwicklung deutlicher gedämpft als erwartet. Längerfristig reduzieren die verschlechterten Wachstumsaussichten für die Eurozone und der nach wie vor hoch bewertete Franken die Teuerung. Die Prognose zeigt für 2012 eine Inflationsrate von minus 0,6 Prozent. Für 2013 erwartet die Nationalbank eine Inflation von 0,3 Prozent und für 2014 von 0,6 Prozent
Schweiz kämpft gegen Angriff auf Franken
Der Steuer-Deal mit Deutschland hat die Schweiz heute bereits in die Defensive gedrängt, jetzt attackieren auch noch Devisenspekulanten die Landeswährung. Energisch kämpfen die Schweizer dagegen an - doch die Angreifer haben schon einen Achtungserfolg verbucht.
Am Mittag des 5.4.12 haben Schweizer und Deutsche Beamte den brisantesten Steuer-Deal seit Langem unter Dach und Fach gebracht. Und schon bei dem musste die Schweiz schwer schlucken, um den Punktsieg der deutschen Verhandlungspartner verdauen zu können. Dabei ist nicht mal klar, ob es nicht noch schlimmer für die Schweiz kommen sollte. Doch weitgehend unbemerkt davon müssen sich die Schweizer zeitgleich einer weiteren Attacke auf die Finanzen des eigenen Staates erwähren - und der wird nicht auf dem Verhandlungstisch geführt. Er ist sofort spürbar
Devisenspekulanten haben am Tag vor den Osterfeierlichkeiten einen Angriff auf die Schweizer Devise geführt, den Franken. Und die Wucht der Attacke war so heftig, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) offenbar viel aufbieten musste, um sie zurückzuschlagen. Kurzfristig sah es sogar so aus, dass sie es nicht schaffen würde.
Durch konzertierte Aktionen war der Kurs des Euro gegenüber dem Franken immer weiter nach unten getrieben wurden. Europas Gemeinschaftswährung verlor erkennbar an Wert gegenüber der Schweiz-Währung. Das aber will die Schweizer Nationalbank eigentlich verhindern, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft nicht gegenüber ihren Konkurrenten im Euro-Land künstlich schwächen zu lassen; höhere Franken-Kurse verteuern schließlich tendenziell Schweizer Produkte in Euro-Land. Deshalb hatte die Notenbank vor Wochen eine rote Linie gezogen, unter die der Euro-Kurs gegenüber dem Franken auf keinen Fall sinken solle. Und genau diese rote Linie zu brechen gelang heute den Devisen-Angreifern.
Der Kurs der Gemeinschaftswährung Euro rutschte am Gründonnerstag erstmals unter die von den Schweizer Währungshütern festgelegte Untergrenze von 1,20 Franken. Vorübergehend sackte der Euro auf ein Siebenmonatstief von 1,1990 Franken ab, bevor sich die Kurse auf Werte um 1,2020 Franken erholten.
Kampf mit unbegrenzter Höhe
Die SNB bekräftigte umgehend ihren Willen, den Mindestkurs verteidigen zu wollen. "Wir sind weiterhin bereit, Fremdwährungen in unbegrenzter Höhe zu kaufen, um dieses Niveau zu verteidigen", sagte ein Sprecher der Notenbank. Ob die SNB im Markt sei und Euro kaufe, wie es Devisenhändler bemerkt haben wollen, kommentierte er nicht.
Die Schweizer Notenbank hatte am 6. September den Mindestkurs von 1,20 Franken für die Hauptexportwährung Euro festgelegt, nachdem der Euro wegen der Schuldenkrise zum Franken fast die Parität erreicht hatte. Nach Einschätzung der SNB zeigte die Kursuntergrenze Wirkung, sie habe die Wirtschaft des Landes stabilisiert.
Doch warum gerade jetzt, kurz vor Ostern, diese Attacke auf die SNB? "Die enttäuschende Auktion spanischer Staatsanleihen gestern hat die Leute wieder verunsichert", sagte ein Händler. "Das dürften manche Marktteilnehmer zum Anlass genommen haben, die SNB zu testen." Das Mittelmeerland hatte am Mittwoch bei einer Auktion mit einer geringeren Nachfrage zu kämpfen. Am Markt wird befürchtet, dass Spanien seine Haushaltsziele nicht erreichen kann.
Marktteilnehmer schließen nicht aus, dass die neu angefachten Krisenängste die SNB zu einem beherzten Eingreifen zwingen könnten. Bisher habe die Drohung der SNB ausgereicht, ein Abrutschen des Euro zu verhindern, sagte Richard Wiltshire, Chef-Devisenhändler beim Broker ETX Capital in London. Sobald sich die Gemeinschafswährung in Richtung 1,20 Franken bewegt habe, sei sie gekauft worden in der Überzeugung, dass die Schweizer Währungshüter eingreifen würden. "Falls diese Stimmungslage endet, könnten die Marktkräfte diktieren, dass sie sich engagieren", sagte Wiltshire
* MM
Am Mittag des 5.4.12 haben Schweizer und Deutsche Beamte den brisantesten Steuer-Deal seit Langem unter Dach und Fach gebracht. Und schon bei dem musste die Schweiz schwer schlucken, um den Punktsieg der deutschen Verhandlungspartner verdauen zu können. Dabei ist nicht mal klar, ob es nicht noch schlimmer für die Schweiz kommen sollte. Doch weitgehend unbemerkt davon müssen sich die Schweizer zeitgleich einer weiteren Attacke auf die Finanzen des eigenen Staates erwähren - und der wird nicht auf dem Verhandlungstisch geführt. Er ist sofort spürbar
Devisenspekulanten haben am Tag vor den Osterfeierlichkeiten einen Angriff auf die Schweizer Devise geführt, den Franken. Und die Wucht der Attacke war so heftig, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) offenbar viel aufbieten musste, um sie zurückzuschlagen. Kurzfristig sah es sogar so aus, dass sie es nicht schaffen würde.
Durch konzertierte Aktionen war der Kurs des Euro gegenüber dem Franken immer weiter nach unten getrieben wurden. Europas Gemeinschaftswährung verlor erkennbar an Wert gegenüber der Schweiz-Währung. Das aber will die Schweizer Nationalbank eigentlich verhindern, um die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft nicht gegenüber ihren Konkurrenten im Euro-Land künstlich schwächen zu lassen; höhere Franken-Kurse verteuern schließlich tendenziell Schweizer Produkte in Euro-Land. Deshalb hatte die Notenbank vor Wochen eine rote Linie gezogen, unter die der Euro-Kurs gegenüber dem Franken auf keinen Fall sinken solle. Und genau diese rote Linie zu brechen gelang heute den Devisen-Angreifern.
Der Kurs der Gemeinschaftswährung Euro rutschte am Gründonnerstag erstmals unter die von den Schweizer Währungshütern festgelegte Untergrenze von 1,20 Franken. Vorübergehend sackte der Euro auf ein Siebenmonatstief von 1,1990 Franken ab, bevor sich die Kurse auf Werte um 1,2020 Franken erholten.
Kampf mit unbegrenzter Höhe
Die SNB bekräftigte umgehend ihren Willen, den Mindestkurs verteidigen zu wollen. "Wir sind weiterhin bereit, Fremdwährungen in unbegrenzter Höhe zu kaufen, um dieses Niveau zu verteidigen", sagte ein Sprecher der Notenbank. Ob die SNB im Markt sei und Euro kaufe, wie es Devisenhändler bemerkt haben wollen, kommentierte er nicht.
Die Schweizer Notenbank hatte am 6. September den Mindestkurs von 1,20 Franken für die Hauptexportwährung Euro festgelegt, nachdem der Euro wegen der Schuldenkrise zum Franken fast die Parität erreicht hatte. Nach Einschätzung der SNB zeigte die Kursuntergrenze Wirkung, sie habe die Wirtschaft des Landes stabilisiert.
Doch warum gerade jetzt, kurz vor Ostern, diese Attacke auf die SNB? "Die enttäuschende Auktion spanischer Staatsanleihen gestern hat die Leute wieder verunsichert", sagte ein Händler. "Das dürften manche Marktteilnehmer zum Anlass genommen haben, die SNB zu testen." Das Mittelmeerland hatte am Mittwoch bei einer Auktion mit einer geringeren Nachfrage zu kämpfen. Am Markt wird befürchtet, dass Spanien seine Haushaltsziele nicht erreichen kann.
Marktteilnehmer schließen nicht aus, dass die neu angefachten Krisenängste die SNB zu einem beherzten Eingreifen zwingen könnten. Bisher habe die Drohung der SNB ausgereicht, ein Abrutschen des Euro zu verhindern, sagte Richard Wiltshire, Chef-Devisenhändler beim Broker ETX Capital in London. Sobald sich die Gemeinschafswährung in Richtung 1,20 Franken bewegt habe, sei sie gekauft worden in der Überzeugung, dass die Schweizer Währungshüter eingreifen würden. "Falls diese Stimmungslage endet, könnten die Marktkräfte diktieren, dass sie sich engagieren", sagte Wiltshire
* MM
Euro/Franken-Mindestkurs bleibt unangetastet
"Der Kurs des Euro zum Schweizer Franken wird in den kommenden Monaten wohl nicht unter 1,20 fallen", sagt Adrian Kohler, Vorstand der Zürcher Kantonalbank Österreich. Er fasst damit eine neue Studie zusammen, welche die Folgen verschiedenster Szenarien bis hin zum "worst case" des Zerfalls der Eurozone untersucht. Die Schlussfolgerung der Analysten: Die Schweizer Nationalbank (SNB) wird von ihrem festgelegten Mindestkurs nicht abweichen.
Im Rahmen einer aktuellen Analyse hat die Zürcher Kantonalbank alle möglichen Szenarien durchgespielt: "Wir können es drehen und wenden wie wir wollen: Die skizzierten Szenarien deuten alle darauf hin, dass der EUR/CHF-Kurs in den kommenden Monaten nicht fallen wird", sagt Kohler. "Entweder wird die SNB die Mindestgrenze von 1,20 konsequent und erfolgreich verteidigen, oder Europa schlägt eine umsichtige und erfolgreiche Politik ein, damit verbunden wäre eine abnehmende Risikoaversion der Finanzmarktteilnehmer."
Eine andere Frage allerdings ist, wo sich der EUR/CHF langfristig hinbewegt. "Unter der Annahme, dass der Euro in seiner heutigen Form Bestand hat und sich die Inflationsdifferenz zwischen der Schweiz und der Euro-Zone in Zukunft fortsetzt, wird der so genannte faire Wert des EUR/CHF-Kurses kontinuierlich fallen", erklärt der Vorstand der Zürcher Kantonalbank Österreich. So würde auch eine von verschiedener Seite geforderte Anhebung der aktuellen Mindestgrenze auf 1,25 oder höher im Hinblick auf die mögliche langfristige Aufwertung des Frankens eine unumgängliche Abkehr von der Mindestgrenze deutlich erschweren. Die Schweizer Wirtschaft wird langfristig weiterhin Opfer ihres eigenen Erfolgs sein, d.h. mit einem in der Tendenz erstarkenden Franken leben müssen.
Aufgabe der Untergrenze könnte 100 Milliarden Franken kosten
Auch die Wissenschaft schlägt in die selbe Kerbe. So meint Cedric Tille, Professor am Genfer Graduate Institute for International and Development Studies gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung, dass ein nicht Beibehalten der Untergrenze von 1,20 Franken pro Euro durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) eine massive Aufwertung des Schweizer Franken zur Folge hätte, verbunden mit schweren Auswirkungen für Schweizer Unternehmen, Pensionskassen und Haushalte. "Wenn der Franken von 1,20 je Euro auf 1,00 sinken würde, müsste man bei den Schweizer Auslandsguthaben, die in Euro gehalten werden, netto mit einem Wertverlust von 106,6 Milliarden Franken rechnen", sagt Tille. Zwar handle es sich dabei um Buchverluste, die mit einer Erholung des Euro-Franken-Kurses wieder verschwinden würden. Angesichts der strukturellen Probleme in der Euro-Zone könnten bis dahin jedoch Jahre vergehen, so Tille weiter.
Im Rahmen einer aktuellen Analyse hat die Zürcher Kantonalbank alle möglichen Szenarien durchgespielt: "Wir können es drehen und wenden wie wir wollen: Die skizzierten Szenarien deuten alle darauf hin, dass der EUR/CHF-Kurs in den kommenden Monaten nicht fallen wird", sagt Kohler. "Entweder wird die SNB die Mindestgrenze von 1,20 konsequent und erfolgreich verteidigen, oder Europa schlägt eine umsichtige und erfolgreiche Politik ein, damit verbunden wäre eine abnehmende Risikoaversion der Finanzmarktteilnehmer."
Eine andere Frage allerdings ist, wo sich der EUR/CHF langfristig hinbewegt. "Unter der Annahme, dass der Euro in seiner heutigen Form Bestand hat und sich die Inflationsdifferenz zwischen der Schweiz und der Euro-Zone in Zukunft fortsetzt, wird der so genannte faire Wert des EUR/CHF-Kurses kontinuierlich fallen", erklärt der Vorstand der Zürcher Kantonalbank Österreich. So würde auch eine von verschiedener Seite geforderte Anhebung der aktuellen Mindestgrenze auf 1,25 oder höher im Hinblick auf die mögliche langfristige Aufwertung des Frankens eine unumgängliche Abkehr von der Mindestgrenze deutlich erschweren. Die Schweizer Wirtschaft wird langfristig weiterhin Opfer ihres eigenen Erfolgs sein, d.h. mit einem in der Tendenz erstarkenden Franken leben müssen.
Aufgabe der Untergrenze könnte 100 Milliarden Franken kosten
Auch die Wissenschaft schlägt in die selbe Kerbe. So meint Cedric Tille, Professor am Genfer Graduate Institute for International and Development Studies gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung, dass ein nicht Beibehalten der Untergrenze von 1,20 Franken pro Euro durch die Schweizerische Nationalbank (SNB) eine massive Aufwertung des Schweizer Franken zur Folge hätte, verbunden mit schweren Auswirkungen für Schweizer Unternehmen, Pensionskassen und Haushalte. "Wenn der Franken von 1,20 je Euro auf 1,00 sinken würde, müsste man bei den Schweizer Auslandsguthaben, die in Euro gehalten werden, netto mit einem Wertverlust von 106,6 Milliarden Franken rechnen", sagt Tille. Zwar handle es sich dabei um Buchverluste, die mit einer Erholung des Euro-Franken-Kurses wieder verschwinden würden. Angesichts der strukturellen Probleme in der Euro-Zone könnten bis dahin jedoch Jahre vergehen, so Tille weiter.
Die Schweiz und ihre Euros – Dilemma ohne Ausweg?
Was tut die Schweiz mit mehreren hundert Milliarden Interventionsgeld? Ein Beispiel für deutsche Anleger zeigt EuroSwitch in einer Aussendung auf: „Was tut man vor dem Hintergrund der Schuldenkrise mit den Euros, die man hat, oder die man bekommt und für Dritte verwalten muss? Lässt man die Euros einfach auf dem Konto und wartet ab, oder kauft man deutsche Staatsanleihen?“, diese Frage stellte Peter Fehrenbach, Geschäftsführer von EuroSwitch auf seiner kürzlich veranstalteten Roadshow vor unabhängigen Anlageberatern in Stuttgart.
Gerade angesichts der niedrigen Zinsen, wackelnder Banken und drohender Kursverluste, sei solch eine Strategie in Frage zu stellen. Die Schweiz beispielsweise hätte genau dieses Problem, da nach dem Ausbruch der Euro Krise große Mengen an Euros in den sogenannten „Save Haven“ Schweiz geflossen seien, so dass der Franken auf einen Wechselkurs von 1:1 angestiegen sei. Die ohnehin schon nicht sehr preiswerten Schweizer Produkte hätten sich dadurch um fast 50 Prozent verteuert – mit der Folge, dass der Schweiz die Kunden auszugehen drohten, so Fehrenbach weiter.
Um Schweizer Unternehmen vor einer Pleitewelle zu schützen, habe folglich die Schweizer Nationalbank angekündigt, den Kurs zum Euro auf 1,20 Schweizer Franken (SFR) zu drücken und diese Parität um jeden Preis zu halten. „Die Gelddruckmaschine wurde in Gang gesetzt, an den Devisenmärkten interveniert und mehrere hundert Milliarden Euro aufgekauft. Nun hat die Schweiz den gleichen Notstand wie jeder von uns, „so der Investmentexperte, „nur in etwas größeren Dimensionen.“
Bisher habe die Nationalbank vor allem tief verzinste Euro-Geldmarktanlagen und Staatsanleihen gekauft, jedoch sei den Eidgenossen jetzt mulmig geworden. Der Begriff „Klumpenrisiko“ gehe nun in Züricher Nationalbank Kreisen um und so gewänne der Begriff Staatsfond, in der mit diesen Dingen nicht unerfahrenen Schweiz, immer mehr Anhänger. Dieser Staatsfonds würde das viele Investitionsgeld dann in Aktien und Unternehmensanleihen investieren (Quelle:www.20minutenonline.ch).
„Noch, so Peter Fehrenbach, sei dieser Staatsfonds nur eine Idee, aber auch in deutschen Landen fände bereits ein Umdenken statt.“ So zum Beispiel bei den Versicherungen. Hier sei unlängst von der Alte Leipziger-Hallesche bekannt gegeben worden, dass man „in großem Stil in Aktien investieren wolle“. Dabei hätte man eine Quote von zehn Prozent im Visier.
Laut der Financial Times Deutschland stände dies auch bei anderen Häusern, wie der Allianz und Münchener Rück auf der Tagesordnung, wie EuroSwitsch anmerkt. In diesem Zusammenhang habe Peter Fehrenbach darauf hingewiesen, dass auch bereits in den Medien, wie beispielsweise der FAZ am Sonntag ähnliche Rezepte beschrieben würden, damit die „Sparer der Enteignung“ (Zitat: FAZ am Sonntag vom 10. Juni) entgehen könnten. „Der Kauf von Substanzwerten, also Aktien und Anleihen von soliden Unternehmen sind eine echte Alternative zu Staatsanleihen und dies nicht nur aus Sicht von EuroSwitch. Dieser Meinung sind wir bereits seit mehr als zwölf Monaten“, so Fehrenbach abschließend
Gerade angesichts der niedrigen Zinsen, wackelnder Banken und drohender Kursverluste, sei solch eine Strategie in Frage zu stellen. Die Schweiz beispielsweise hätte genau dieses Problem, da nach dem Ausbruch der Euro Krise große Mengen an Euros in den sogenannten „Save Haven“ Schweiz geflossen seien, so dass der Franken auf einen Wechselkurs von 1:1 angestiegen sei. Die ohnehin schon nicht sehr preiswerten Schweizer Produkte hätten sich dadurch um fast 50 Prozent verteuert – mit der Folge, dass der Schweiz die Kunden auszugehen drohten, so Fehrenbach weiter.
Um Schweizer Unternehmen vor einer Pleitewelle zu schützen, habe folglich die Schweizer Nationalbank angekündigt, den Kurs zum Euro auf 1,20 Schweizer Franken (SFR) zu drücken und diese Parität um jeden Preis zu halten. „Die Gelddruckmaschine wurde in Gang gesetzt, an den Devisenmärkten interveniert und mehrere hundert Milliarden Euro aufgekauft. Nun hat die Schweiz den gleichen Notstand wie jeder von uns, „so der Investmentexperte, „nur in etwas größeren Dimensionen.“
Bisher habe die Nationalbank vor allem tief verzinste Euro-Geldmarktanlagen und Staatsanleihen gekauft, jedoch sei den Eidgenossen jetzt mulmig geworden. Der Begriff „Klumpenrisiko“ gehe nun in Züricher Nationalbank Kreisen um und so gewänne der Begriff Staatsfond, in der mit diesen Dingen nicht unerfahrenen Schweiz, immer mehr Anhänger. Dieser Staatsfonds würde das viele Investitionsgeld dann in Aktien und Unternehmensanleihen investieren (Quelle:www.20minutenonline.ch).
„Noch, so Peter Fehrenbach, sei dieser Staatsfonds nur eine Idee, aber auch in deutschen Landen fände bereits ein Umdenken statt.“ So zum Beispiel bei den Versicherungen. Hier sei unlängst von der Alte Leipziger-Hallesche bekannt gegeben worden, dass man „in großem Stil in Aktien investieren wolle“. Dabei hätte man eine Quote von zehn Prozent im Visier.
Laut der Financial Times Deutschland stände dies auch bei anderen Häusern, wie der Allianz und Münchener Rück auf der Tagesordnung, wie EuroSwitsch anmerkt. In diesem Zusammenhang habe Peter Fehrenbach darauf hingewiesen, dass auch bereits in den Medien, wie beispielsweise der FAZ am Sonntag ähnliche Rezepte beschrieben würden, damit die „Sparer der Enteignung“ (Zitat: FAZ am Sonntag vom 10. Juni) entgehen könnten. „Der Kauf von Substanzwerten, also Aktien und Anleihen von soliden Unternehmen sind eine echte Alternative zu Staatsanleihen und dies nicht nur aus Sicht von EuroSwitch. Dieser Meinung sind wir bereits seit mehr als zwölf Monaten“, so Fehrenbach abschließend
Schweiz braucht Milliarden für Franken-Pflege
Der Franken glänzt derzeit als Hartwährung und zieht Devisenflüchtlinge auf sich. Das ärgert die Schweizer, denn ihre Währung steigt im Kurs - und ihre Industrie kämpft mit Wettbewerbsproblemen. Jetzt haben die Schweizer den Franken-Kurs wieder mit Milliardenaufwand gedrückt.
Zürich - Die Schweizer Notenbank hat wieder zu Euro-Käufen in Milliardenhöhe gegriffen, um den Kurs der eigenen Landeswährung Franken gegenüber dem Euro zu drücken. Der Einsatz kostete allerdings so viele Milliarden, dass er sich sogar an den Euro-Beständen der Schweizer ablesen lässt.
Die Devisenreserven der Schweiz stiegen im Juli um 41,4 Milliarden auf 406,45 Milliarden Franken, wie die Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Dienstag auf der Basis vorläufiger Daten mitteilte. Ein großer Teil der Zunahme ist nach Angaben eines Sprechers auf Devisenkäufe zurückzuführen.
Seit September kaufen die Währungshüter die Einheitswährung auf, wenn der Kurs am Devisenmarkt unter 1,20 Franken zu fallen droht. Sie wollen damit verhindern, dass sich Schweizer Waren im Hauptabsatzmarkt Europa verteuern und das Land in eine Rezession rutscht. "Solange die Unsicherheit in der Euro-Zone anhält, wird die SNB weiter intervenieren müssen", sagte Volkswirt Alessandro Bee von Bank Sarasin. "Aber ich habe den Eindruck, der Druck lässt etwas nach."
Im Vormonat Juni wuchsen die Reserven um 59 Milliarden Franken, im Mai lag die Zunahme bei 68 Milliarden Franken. Ende Juli erreichten die Devisenbestände rund 68 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP).
Mehr Devisen als China
Das Alpenland besitzt gemessen an seiner Wirtschaftskraft mehr Devisen als etwa China oder Japan. In den Augen von Kritikern ist das viel zu viel und bringt die Gefahr von Verlusten mit sich. Dann könnten die Gewinnausschüttungen der Notenbank an die Kantone ausfallen. Zudem steigt die Franken-Geldmenge und längerfristig könnten sich daraus Inflationsprobleme ergeben.
In Bern stellte sich Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf hinter die Politik der Notenbank. "Die SNB ist in der Lage weiterzumachen. Zurzeit bestehen keine inflationären Tendenzen", erklärte die Ministerin, die derzeit auch das jährlich wechselnde Amt des Schweizer Bundespräsidenten ausübt. Nach Ansicht des Wirtschaftsexperten Daniel Hartmann bleibt den Schweizer Währungshüter ohnehin nichts anderes übrig, als auf eine Entspannung in der Euro-Krise zu setzen.
Die Notenbank könne nur darauf hoffen, dass die von den Europäischen Zentralbank (EZB) angepeilten Maßnahmen wie der Aufkauf von Staatsanleihen in den nächsten Monaten zu einer Beruhigung der Lage beitragen und den Aufwertungsdruck auf den Franken mindern, erklärte Hartmann. Am Dienstag notierte der Euro mit 1,2015 knapp über der SNB-Interventionsgrenze
Zürich - Die Schweizer Notenbank hat wieder zu Euro-Käufen in Milliardenhöhe gegriffen, um den Kurs der eigenen Landeswährung Franken gegenüber dem Euro zu drücken. Der Einsatz kostete allerdings so viele Milliarden, dass er sich sogar an den Euro-Beständen der Schweizer ablesen lässt.
Die Devisenreserven der Schweiz stiegen im Juli um 41,4 Milliarden auf 406,45 Milliarden Franken, wie die Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Dienstag auf der Basis vorläufiger Daten mitteilte. Ein großer Teil der Zunahme ist nach Angaben eines Sprechers auf Devisenkäufe zurückzuführen.
Seit September kaufen die Währungshüter die Einheitswährung auf, wenn der Kurs am Devisenmarkt unter 1,20 Franken zu fallen droht. Sie wollen damit verhindern, dass sich Schweizer Waren im Hauptabsatzmarkt Europa verteuern und das Land in eine Rezession rutscht. "Solange die Unsicherheit in der Euro-Zone anhält, wird die SNB weiter intervenieren müssen", sagte Volkswirt Alessandro Bee von Bank Sarasin. "Aber ich habe den Eindruck, der Druck lässt etwas nach."
Im Vormonat Juni wuchsen die Reserven um 59 Milliarden Franken, im Mai lag die Zunahme bei 68 Milliarden Franken. Ende Juli erreichten die Devisenbestände rund 68 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP).
Mehr Devisen als China
Das Alpenland besitzt gemessen an seiner Wirtschaftskraft mehr Devisen als etwa China oder Japan. In den Augen von Kritikern ist das viel zu viel und bringt die Gefahr von Verlusten mit sich. Dann könnten die Gewinnausschüttungen der Notenbank an die Kantone ausfallen. Zudem steigt die Franken-Geldmenge und längerfristig könnten sich daraus Inflationsprobleme ergeben.
In Bern stellte sich Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf hinter die Politik der Notenbank. "Die SNB ist in der Lage weiterzumachen. Zurzeit bestehen keine inflationären Tendenzen", erklärte die Ministerin, die derzeit auch das jährlich wechselnde Amt des Schweizer Bundespräsidenten ausübt. Nach Ansicht des Wirtschaftsexperten Daniel Hartmann bleibt den Schweizer Währungshüter ohnehin nichts anderes übrig, als auf eine Entspannung in der Euro-Krise zu setzen.
Die Notenbank könne nur darauf hoffen, dass die von den Europäischen Zentralbank (EZB) angepeilten Maßnahmen wie der Aufkauf von Staatsanleihen in den nächsten Monaten zu einer Beruhigung der Lage beitragen und den Aufwertungsdruck auf den Franken mindern, erklärte Hartmann. Am Dienstag notierte der Euro mit 1,2015 knapp über der SNB-Interventionsgrenze
Euro-Franken-Mindestkurs: Verschnaufspause für Schweizer Nationalbank
Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat vergangene Woche offenbar erstmals seit Mitte Mai nicht mehr stark im Devisenhandel intervenieren müssen, um den Euro-Mindestkurs zu verteidigen.
In der Vorwoche sind die Giroguthaben der Schweizer Banken bei der SNB kaum angestiegen. Nachdem das Wachstumstempo in den Wochen zuvor gesunken war, aber immer noch Milliardenzunahmen zu verzeichnen gewesen waren, stiegen die Guthaben in der Berichtswoche nur noch um knapp 240 Millionen auf 277,54 Milliarden Schweizer Franken, wie die SNB am Montag mitteilte.
In der Woche davor hatte die Zunahme noch gut sechs Milliarden Franken betragen. Das Wachstum der Guthaben gilt als Indiz dafür, wie stark die SNB zur Verteidigung der Euro-Untergrenze von 1,20 Schweizer Franken im Devisenmarkt intervenierte. Wenn die SNB Devisen kauft, wird der Franken-Gegenwert dem Konto der jeweiligen Bank gutgeschrieben – gleichzeitig wachsen die Devisenbestände der SNB.
Ferienzeit und EZB sorgen für Entspannung
Im Juli stiegen die Devisenbestände der Schweiz noch um mehr als 41 Milliarden Schweizer Franken, wobei der Großteil auf Devisenmarktinterventionen zurückzuführen war. Dass die SNB zuletzt offenbar weniger intervenieren musste, könnte mit der Ferienzeit zu tun haben. Der Aufwertungsdruck auf die Schweizer Währung könnte auch nachgelassen haben, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi und führende Politiker aus EU-Ländern demonstrativ angekündigt hatten, alles Nötige für die Rettung des Euro zu tun. (mb)
In der Vorwoche sind die Giroguthaben der Schweizer Banken bei der SNB kaum angestiegen. Nachdem das Wachstumstempo in den Wochen zuvor gesunken war, aber immer noch Milliardenzunahmen zu verzeichnen gewesen waren, stiegen die Guthaben in der Berichtswoche nur noch um knapp 240 Millionen auf 277,54 Milliarden Schweizer Franken, wie die SNB am Montag mitteilte.
In der Woche davor hatte die Zunahme noch gut sechs Milliarden Franken betragen. Das Wachstum der Guthaben gilt als Indiz dafür, wie stark die SNB zur Verteidigung der Euro-Untergrenze von 1,20 Schweizer Franken im Devisenmarkt intervenierte. Wenn die SNB Devisen kauft, wird der Franken-Gegenwert dem Konto der jeweiligen Bank gutgeschrieben – gleichzeitig wachsen die Devisenbestände der SNB.
Ferienzeit und EZB sorgen für Entspannung
Im Juli stiegen die Devisenbestände der Schweiz noch um mehr als 41 Milliarden Schweizer Franken, wobei der Großteil auf Devisenmarktinterventionen zurückzuführen war. Dass die SNB zuletzt offenbar weniger intervenieren musste, könnte mit der Ferienzeit zu tun haben. Der Aufwertungsdruck auf die Schweizer Währung könnte auch nachgelassen haben, nachdem EZB-Präsident Mario Draghi und führende Politiker aus EU-Ländern demonstrativ angekündigt hatten, alles Nötige für die Rettung des Euro zu tun. (mb)
Jahrzehntelang konnten Schweizer und an Kapitalerhalt interessierte Ausländer ohne Nachzudenken auf den Franken setzen. Das ist vorbei. Ein Jahr Euro-Rettung hat den Franken ruiniert.
Vor rund einem Jahr passierte das bis dato Undenkbare: Die Schweizer Notenbank preschte mit einem Coup de Force vor, band den Franken zum Mindestkurs an den Euro. Sie nahm damit Devisentradern, die gegen den Euro spekulierten, den Wind aus den Segeln.
Die Festanbindung einer Währung an eine andere nennt sich in der Fachsprache „Peg“. Seit rund einem Jahr kauft die Schweizer Notenbank zum Preis von 1,20 jeden Euro auf, der in die Schweiz will. Da es kaum Franken-Besitzer gibt, die zu diesem Kurs Euros kaufen wollen, muss die Notenbank den Markt ersetzen: Sie erschafft die benötigten Franken aus dem Nichts. Ohne diese Aktion der Notenbank würde der Franken aufwerten.
Kurzfristig war es durchaus eine interessante Idee, Devisenspekulanten mit einem Peg zu verschrecken. Doch das Problem der Schweizer Währungshüter sind inzwischen nicht mehr kurzfristig engagierte Devisentrader, sondern langfristig orientiertes Fluchtkapital aus der Euro-Peripherie. Die Notenbank fand auf diese Herausforderung keine Antwort. „Wie viele Fränkli hätten´s denn gerne?“ Die Anleger bekommen frisch erschaffene Franken, in den Depots der Schweizer Notenbank sammelt sich das, was Euro-Anleger loswerden wollen: Euros.
Anfang August 2012 vermeldete die offizielle Statistik der Schweizer Notenbank Devisenreserven in Höhe von 406,5 Mrd. Franken, bzw. 417,7 Mrd. US-Dollar.
Zum Vergleich: Großbritannien besitzt 27,9 Mrd. Dollar Devisenreserven, Schweden blickt auf 48 Mrd. Dollar, Argentinien hat 52 Mrd. Dollar, Polen 86 Milliarden Dollar.
Im Mai 2012 entsprach die Summe der Devisenkäufe der Notenbank SNB dem Umfang der Schweizer Exporterlöse eines Jahres. Devisenmarkt und Realwirtschaft verhalten sich größenmäßig wie Elefant und Maus. Um Verwechslungen zu vermeiden: Die Maus, das ist die Realwirtschaft
Bei den Währungsreserven pro Kopf der Bevölkerung toppt die Schweiz selbst den weltgrößten Devisenbesitzer China.
Einstmals waren Devisenreserven der Stolz einer Nation und zeugten von einem Handelsüberschuss mit dem Ausland. Reserven in ausländischer Währung konnten genutzt werden, falls die eigene Währung verteidigt werden musste.
Heute deuten hohe Devisenreserven eher darauf hin, dass die Landeswährung künstlich geschwächt wird. Südkorea, Japan und China häuften Devisenreserven an, um Exporte zu subventionieren.
Wie hoch sollten die Devisenreserven eines westlichen Industriestaates heute sein? Deutschland besaß 2006 Devisenreserven im Umfang von 3,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die Schweiz besitzt Devisenreserven in Höhe von 72,7 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes.
Das Peg-Experiment ist missglückt. Mit negativen Zinsen für Ausländer wie in den 70ern wäre die Schweiz besser gefahren.
Die riesigen Devisenreserven haben aus der Schweizer Notenbank so etwas wie einen gigantischen Staatsfond gemacht. Falls die Fond-Manager mit ihrer „Anlagestrategie“ falsch liegen, wird die Währung weich. Für DIE Schweizer, die ihre Ersparnisse in Franken gespeichert haben (fast alle?), geht dann Kaufkraft verloren.
Der Franken der Zukunft wird im besten Fall so etwas wie die Schwedenkrone in den 90ern sein: Ein volatiler Wackelpudding. Die Industrie kommt damit klar, für Rentner ist so eine Währung ein Alptraum. Und das Szenario „Schwedenkrone“ ist hier wirklich noch der Best Case.
Die Schweizer Währungshüter haben in den kommenden Wochen einen letzte Chance: Sie müssten in einer Nacht- und Nebelaktion werthaltige Assets oder Optionen auf werthaltige Assets erwerben – weltweit: das könnte Gold sein und in Ermangelung von Gold auch Goldminenaktien und Goldoptionsscheine.
Dann wäre die aufgeblähte Geldmenge gedeckt. Es gibt Berichte, dass die Schweizer Notenbank ihre Euro-Positionen reduziert und sogar Schwedenkronen und australische Dollar kauft. Das geht in die richtige Richtung, dürfte aber kaum wirklich konsequent gemacht werden.
Am Ende muss jedem Schweizer und jedem Frankenanleger gesagt werden, dass es naiv wäre, der Notenbank an dieser Stelle allzu viel Tatkraft zu unterstellen. Auf der Agenda der Notenbanker stehen ganz andere Probleme.
„Raus aus dem Franken?“ – Ja, aber ohne jede Eile. Die Euro-Krise bindet derzeit das Maximum der weltweiten Aufmerksamkeit und verhindert die Fokussierung auf andere Probleme. Auch die USA haben deftige Probleme. Die Tage, an denen die Märkte erkennen werden, dass die Schweizer Währungshüter den Franken zerstört haben, sind noch nicht gekommen.
Irgendwann werden die Märkte ihre Meinung über den Franken ändern. Dann sollte man nicht mehr allzu viel Kapital im Franken haben. Was tun mit den Franken? Gold ist bei den Franken-Alternativen eine der allerersten Adresse, aber nicht die einzige. Langfristig ist gerade die Schweiz ein besonders interessanter Standort für echte Neuinvestitionen in Produktivkapital.
Das wahre Kapital der Schweiz ist nicht der Franken, sondern der im Land aufgebaute „Kapitalstock“: das Produktivkapital, die Rechtssicherheit, ein offensichtlich funktionierendes Staatswesen, kurz: die Schweiz und die Schweizer selbst. Die Perspektive einer Währungskrise oder einer schlappen Weichwährung mag für die Schweizer erschreckend erscheinen, es gibt jedoch Schlimmeres.
Hier hilft ein Blick nach Finnland. Die finnische Wirtschaft war vierzig Jahre lang sehr eng mit der sowjetischen Wirtschaft verzahnt. Finnland brach nach dem Kollaps der Sowjetunion wirtschaftlich zusammen – aber nicht politisch. Die Arbeitslosigkeit stieg auf 20 Prozent, die Währung taumelte – aber Finnland erfand sich neu. In dieser Zeit wurde aus Nokia, dem Hersteller von Gummistiefeln und Forsttechnik, ein Hersteller von Mobilfunk-Netzen und schicken Handys.
Es klingt etwas abgegriffen, aber jede Krise ist auch eine Chance.
Bei einem Zusammenbruch der Euro-Zone würde die Schweiz das Schicksal Finnlands teilen und in eine Depression rutschen, die Währung würde sehr viel Wert verlieren. In der Realwirtschaft könnten sich jedoch Chancen bieten. Unternehmer brauchen keine niedrigen Steuersätze, sondern Rechtssicherheit. Wenn in Italien die Finanzpolizei florierende Unternehmen wochenlang besetzt und die Produktion zum vollständigen Erliegen bringt, dann bietet sich für Firmen in rechtsstaatlich organisierten Ländern eine Chance, Marktanteile zu gewinnen.
Irgendwann könnte es richtig interessant werden, in der Schweiz in echtes Produktivkapital zu investieren. Bis dahin gibt es zu Edelmetallen erstaunlich wenige Alternativen.
Rechnen wir einmal, ein Schweizer hätte heute ein Bargeldvermögen in Höhe von einer Million Franken. Vermuten wir einmal, der Franken würde innerhalb von 10 Jahren rund 40 Prozent abwerten, während sich der Goldpreis in dieser Zeit verdreifacht.
Der Anleger belässt eine halbe Million seines Vermögens in verzinsten Franken-Anleihen. In der Schweiz nennt man die „Obligationen“, Verpflichtungen. Über zehn Jahre gewinnt der Anleger 55.000 Franken an Zinsen, elf Prozent. Eine halbe Million tauscht der Anleger in Gold. In diesem Fall würde der Anleger nach zehn Jahren über ein Nominalvermögen von 2,055 Mio. Franken verfügen. Diese Franken hätten aber nur noch 60 Prozent der Kaufkraft von heute. Wegen des hohen Goldanteils hätte der Anleger jedoch für das Gesamtvermögen einen Kaufkraftzugewinn von 23 Prozent erzielt.
Falls der Anleger nur zehn Prozent seines Vermögens in Gold anlegt und sich der Goldpreis nur verdoppelt, dann besäße er nach zehn Jahren noch 78 Prozent seines alten Vermögens.
Für Schweizer ist das alles natürlich schwer vorstellbar, doch dem Vorstellungsvermögen lässt sich mit einem Blick nach Schweden auf die Sprünge helfen. Schweden sind genau so fleißig und gemütlich wie Schweizer, die Schweden haben eine Währungs- und Bankenkrise mit nachfolgender Geldentwertung schon hinter sich.
„Pappas Pengar“ – „Papas Geld“ heißt eine Daily Soap, die in Schweden Kultstatus genießt. Die Serie handelt von der angeblich reichsten Familie Schwedens. Die Familie erstickt im Geld, scheitert aber zur Gaudi des Publikums am realen Leben. Wie Volltrottel stolpern die Ultra-Reichen durch ihr luxuriöses Leben. Das schwedische Fernsehpublikum, zum größten Teil nicht mehr wohlhabend, ist begeistert.
http://www.dn.se/kultur-noje/filmrecensioner/pappas-pengar
„Vater, ab wann ist man eigentlich reich“, fragt der Sohn seinen Vater beim Quad-Ausflug durch den eigenen Wald. Der Vater wirkt sichtlich überfordert und sucht nach einer Antwort. „Also früher war man reich, wenn man eine Million Kronen hatte. Heute ist man reich, wenn man zehn Millionen Kronen hat.“ Der Sohn bohrt weiter. „Und warum sind wir reich?“ Diese Antwort weiß der Papa sofort: „Weil Opa an Hitler Stahl verkauft hat.“
Dieser kurze Dialog erzählt mehr über Schweden als die Romane von Inga Lindström, die das ZDF am Sonntagabend zeigt. Saftige Steuersätze und hohe Inflationsraten sorgen dafür, dass kein normaler schwedischer Arbeitnehmer irgendeine Art von Vermögen aufbauen kann. Wer Vermögen hat, der muss es mit üblen Geschäften gemacht haben, diese Denkweise geistert in vielen schwedischen Köpfen umher. 1994 oder 1995 publizierte das „Time“-Magazin einen wohlwollenden Artikel über die vermutlich reichste Familie Schwedens: Die Wallenbergs. In der nächsten Ausgabe des Magazins schäumte ein schwedischer Leserbriefschreiber, dass in Schweden niemand Stolz auf die Wallenbergs sei.
FRÜHER war man in Schweden mit einer Million Kronen reich. NACH der Immobilienkrise, der Währungskrise und den Bankenrettungen braucht man in Schweden zehn Millionen Kronen, um reich zu sein.
Etwas Ähnliches steht nun auch reichen Frankenanlegern bevor. Zeit, um sich bei einer Tasse „Ovi“, dem Schweizer Nationalgetränk, Gedanken über die Zukunft zu machen.
Als Währung wird der Franken erhalten bleiben, als Tool zum Kaufkrafterhalt hat er ausgedient.
Die Londoner Goldbörse LMBA stellte am Freitag zum Nachmittagsfixing einen Goldpreis von 1776,00 Dollar bzw. 1377,28 Euro fest.
(Sie können diese E-Mail Adresse erst sehen, wenn Sie mindestens Premium-User sind.) erreichbar.
Vor rund einem Jahr passierte das bis dato Undenkbare: Die Schweizer Notenbank preschte mit einem Coup de Force vor, band den Franken zum Mindestkurs an den Euro. Sie nahm damit Devisentradern, die gegen den Euro spekulierten, den Wind aus den Segeln.
Die Festanbindung einer Währung an eine andere nennt sich in der Fachsprache „Peg“. Seit rund einem Jahr kauft die Schweizer Notenbank zum Preis von 1,20 jeden Euro auf, der in die Schweiz will. Da es kaum Franken-Besitzer gibt, die zu diesem Kurs Euros kaufen wollen, muss die Notenbank den Markt ersetzen: Sie erschafft die benötigten Franken aus dem Nichts. Ohne diese Aktion der Notenbank würde der Franken aufwerten.
Kurzfristig war es durchaus eine interessante Idee, Devisenspekulanten mit einem Peg zu verschrecken. Doch das Problem der Schweizer Währungshüter sind inzwischen nicht mehr kurzfristig engagierte Devisentrader, sondern langfristig orientiertes Fluchtkapital aus der Euro-Peripherie. Die Notenbank fand auf diese Herausforderung keine Antwort. „Wie viele Fränkli hätten´s denn gerne?“ Die Anleger bekommen frisch erschaffene Franken, in den Depots der Schweizer Notenbank sammelt sich das, was Euro-Anleger loswerden wollen: Euros.
Anfang August 2012 vermeldete die offizielle Statistik der Schweizer Notenbank Devisenreserven in Höhe von 406,5 Mrd. Franken, bzw. 417,7 Mrd. US-Dollar.
Zum Vergleich: Großbritannien besitzt 27,9 Mrd. Dollar Devisenreserven, Schweden blickt auf 48 Mrd. Dollar, Argentinien hat 52 Mrd. Dollar, Polen 86 Milliarden Dollar.
Im Mai 2012 entsprach die Summe der Devisenkäufe der Notenbank SNB dem Umfang der Schweizer Exporterlöse eines Jahres. Devisenmarkt und Realwirtschaft verhalten sich größenmäßig wie Elefant und Maus. Um Verwechslungen zu vermeiden: Die Maus, das ist die Realwirtschaft
Bei den Währungsreserven pro Kopf der Bevölkerung toppt die Schweiz selbst den weltgrößten Devisenbesitzer China.
Einstmals waren Devisenreserven der Stolz einer Nation und zeugten von einem Handelsüberschuss mit dem Ausland. Reserven in ausländischer Währung konnten genutzt werden, falls die eigene Währung verteidigt werden musste.
Heute deuten hohe Devisenreserven eher darauf hin, dass die Landeswährung künstlich geschwächt wird. Südkorea, Japan und China häuften Devisenreserven an, um Exporte zu subventionieren.
Wie hoch sollten die Devisenreserven eines westlichen Industriestaates heute sein? Deutschland besaß 2006 Devisenreserven im Umfang von 3,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Die Schweiz besitzt Devisenreserven in Höhe von 72,7 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes.
Das Peg-Experiment ist missglückt. Mit negativen Zinsen für Ausländer wie in den 70ern wäre die Schweiz besser gefahren.
Die riesigen Devisenreserven haben aus der Schweizer Notenbank so etwas wie einen gigantischen Staatsfond gemacht. Falls die Fond-Manager mit ihrer „Anlagestrategie“ falsch liegen, wird die Währung weich. Für DIE Schweizer, die ihre Ersparnisse in Franken gespeichert haben (fast alle?), geht dann Kaufkraft verloren.
Der Franken der Zukunft wird im besten Fall so etwas wie die Schwedenkrone in den 90ern sein: Ein volatiler Wackelpudding. Die Industrie kommt damit klar, für Rentner ist so eine Währung ein Alptraum. Und das Szenario „Schwedenkrone“ ist hier wirklich noch der Best Case.
Die Schweizer Währungshüter haben in den kommenden Wochen einen letzte Chance: Sie müssten in einer Nacht- und Nebelaktion werthaltige Assets oder Optionen auf werthaltige Assets erwerben – weltweit: das könnte Gold sein und in Ermangelung von Gold auch Goldminenaktien und Goldoptionsscheine.
Dann wäre die aufgeblähte Geldmenge gedeckt. Es gibt Berichte, dass die Schweizer Notenbank ihre Euro-Positionen reduziert und sogar Schwedenkronen und australische Dollar kauft. Das geht in die richtige Richtung, dürfte aber kaum wirklich konsequent gemacht werden.
Am Ende muss jedem Schweizer und jedem Frankenanleger gesagt werden, dass es naiv wäre, der Notenbank an dieser Stelle allzu viel Tatkraft zu unterstellen. Auf der Agenda der Notenbanker stehen ganz andere Probleme.
„Raus aus dem Franken?“ – Ja, aber ohne jede Eile. Die Euro-Krise bindet derzeit das Maximum der weltweiten Aufmerksamkeit und verhindert die Fokussierung auf andere Probleme. Auch die USA haben deftige Probleme. Die Tage, an denen die Märkte erkennen werden, dass die Schweizer Währungshüter den Franken zerstört haben, sind noch nicht gekommen.
Irgendwann werden die Märkte ihre Meinung über den Franken ändern. Dann sollte man nicht mehr allzu viel Kapital im Franken haben. Was tun mit den Franken? Gold ist bei den Franken-Alternativen eine der allerersten Adresse, aber nicht die einzige. Langfristig ist gerade die Schweiz ein besonders interessanter Standort für echte Neuinvestitionen in Produktivkapital.
Das wahre Kapital der Schweiz ist nicht der Franken, sondern der im Land aufgebaute „Kapitalstock“: das Produktivkapital, die Rechtssicherheit, ein offensichtlich funktionierendes Staatswesen, kurz: die Schweiz und die Schweizer selbst. Die Perspektive einer Währungskrise oder einer schlappen Weichwährung mag für die Schweizer erschreckend erscheinen, es gibt jedoch Schlimmeres.
Hier hilft ein Blick nach Finnland. Die finnische Wirtschaft war vierzig Jahre lang sehr eng mit der sowjetischen Wirtschaft verzahnt. Finnland brach nach dem Kollaps der Sowjetunion wirtschaftlich zusammen – aber nicht politisch. Die Arbeitslosigkeit stieg auf 20 Prozent, die Währung taumelte – aber Finnland erfand sich neu. In dieser Zeit wurde aus Nokia, dem Hersteller von Gummistiefeln und Forsttechnik, ein Hersteller von Mobilfunk-Netzen und schicken Handys.
Es klingt etwas abgegriffen, aber jede Krise ist auch eine Chance.
Bei einem Zusammenbruch der Euro-Zone würde die Schweiz das Schicksal Finnlands teilen und in eine Depression rutschen, die Währung würde sehr viel Wert verlieren. In der Realwirtschaft könnten sich jedoch Chancen bieten. Unternehmer brauchen keine niedrigen Steuersätze, sondern Rechtssicherheit. Wenn in Italien die Finanzpolizei florierende Unternehmen wochenlang besetzt und die Produktion zum vollständigen Erliegen bringt, dann bietet sich für Firmen in rechtsstaatlich organisierten Ländern eine Chance, Marktanteile zu gewinnen.
Irgendwann könnte es richtig interessant werden, in der Schweiz in echtes Produktivkapital zu investieren. Bis dahin gibt es zu Edelmetallen erstaunlich wenige Alternativen.
Rechnen wir einmal, ein Schweizer hätte heute ein Bargeldvermögen in Höhe von einer Million Franken. Vermuten wir einmal, der Franken würde innerhalb von 10 Jahren rund 40 Prozent abwerten, während sich der Goldpreis in dieser Zeit verdreifacht.
Der Anleger belässt eine halbe Million seines Vermögens in verzinsten Franken-Anleihen. In der Schweiz nennt man die „Obligationen“, Verpflichtungen. Über zehn Jahre gewinnt der Anleger 55.000 Franken an Zinsen, elf Prozent. Eine halbe Million tauscht der Anleger in Gold. In diesem Fall würde der Anleger nach zehn Jahren über ein Nominalvermögen von 2,055 Mio. Franken verfügen. Diese Franken hätten aber nur noch 60 Prozent der Kaufkraft von heute. Wegen des hohen Goldanteils hätte der Anleger jedoch für das Gesamtvermögen einen Kaufkraftzugewinn von 23 Prozent erzielt.
Falls der Anleger nur zehn Prozent seines Vermögens in Gold anlegt und sich der Goldpreis nur verdoppelt, dann besäße er nach zehn Jahren noch 78 Prozent seines alten Vermögens.
Für Schweizer ist das alles natürlich schwer vorstellbar, doch dem Vorstellungsvermögen lässt sich mit einem Blick nach Schweden auf die Sprünge helfen. Schweden sind genau so fleißig und gemütlich wie Schweizer, die Schweden haben eine Währungs- und Bankenkrise mit nachfolgender Geldentwertung schon hinter sich.
„Pappas Pengar“ – „Papas Geld“ heißt eine Daily Soap, die in Schweden Kultstatus genießt. Die Serie handelt von der angeblich reichsten Familie Schwedens. Die Familie erstickt im Geld, scheitert aber zur Gaudi des Publikums am realen Leben. Wie Volltrottel stolpern die Ultra-Reichen durch ihr luxuriöses Leben. Das schwedische Fernsehpublikum, zum größten Teil nicht mehr wohlhabend, ist begeistert.
http://www.dn.se/kultur-noje/filmrecensioner/pappas-pengar
„Vater, ab wann ist man eigentlich reich“, fragt der Sohn seinen Vater beim Quad-Ausflug durch den eigenen Wald. Der Vater wirkt sichtlich überfordert und sucht nach einer Antwort. „Also früher war man reich, wenn man eine Million Kronen hatte. Heute ist man reich, wenn man zehn Millionen Kronen hat.“ Der Sohn bohrt weiter. „Und warum sind wir reich?“ Diese Antwort weiß der Papa sofort: „Weil Opa an Hitler Stahl verkauft hat.“
Dieser kurze Dialog erzählt mehr über Schweden als die Romane von Inga Lindström, die das ZDF am Sonntagabend zeigt. Saftige Steuersätze und hohe Inflationsraten sorgen dafür, dass kein normaler schwedischer Arbeitnehmer irgendeine Art von Vermögen aufbauen kann. Wer Vermögen hat, der muss es mit üblen Geschäften gemacht haben, diese Denkweise geistert in vielen schwedischen Köpfen umher. 1994 oder 1995 publizierte das „Time“-Magazin einen wohlwollenden Artikel über die vermutlich reichste Familie Schwedens: Die Wallenbergs. In der nächsten Ausgabe des Magazins schäumte ein schwedischer Leserbriefschreiber, dass in Schweden niemand Stolz auf die Wallenbergs sei.
FRÜHER war man in Schweden mit einer Million Kronen reich. NACH der Immobilienkrise, der Währungskrise und den Bankenrettungen braucht man in Schweden zehn Millionen Kronen, um reich zu sein.
Etwas Ähnliches steht nun auch reichen Frankenanlegern bevor. Zeit, um sich bei einer Tasse „Ovi“, dem Schweizer Nationalgetränk, Gedanken über die Zukunft zu machen.
Als Währung wird der Franken erhalten bleiben, als Tool zum Kaufkrafterhalt hat er ausgedient.
Die Londoner Goldbörse LMBA stellte am Freitag zum Nachmittagsfixing einen Goldpreis von 1776,00 Dollar bzw. 1377,28 Euro fest.
(Sie können diese E-Mail Adresse erst sehen, wenn Sie mindestens Premium-User sind.) erreichbar.
Schweizer Franken nähert sich der 1,20 – wer gewinnt die zweite Runde?
Die erste Runde im Verteidigungskampf der Schweizer Nationalbank (SNB) gegen den Devisenmarkt ging ganz klar an die Eidgenossen. Die angekündigte Untergrenze für den Wechselkurs des Euro in Schweizer Franken von 1,20 wurde zu keinem Zeitpunkt signifikant unterschritten.
Allerdings erforderte dieser Kampf auch einen harten Einsatz – sagt Torsten Gellert, Managing Director bei Forex Capital Markets (FXCM). Seine Spuren hinterlassen habe dieser in einer aufgeblähten Bilanz der Schweizer Notenbank, die im September mit 509 Milliarden Schweizer Franken erstmals die Marke von einer halben Billion überschritten hat. Schuld daran sind die Fremdwährungsreserven, die durch die Käufe ausländischer Währungen gegen den Schweizer Franken seit der Installation der Untergrenze von 256 auf 430 Milliarden Schweizer Franken angestiegen sind.
16,9 Milliarden Franken Gewinn brachten die Transaktionen der SNB nebenbei ein – fast eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr. Allein 10,3 Milliarden entfielen dabei auf die Fremdwährungspositionen, die restlichen 6,2 Milliarden Franken resultierten aus einem Bewertungsgewinn im Goldbestand. "Das legt für mich den Schluss nahe, dass die Devisenhändler um den amtierenden SNB-Präsidenten Thomas Jordan ihr Handwerk verstehen und auch für Runde zwei gut gerüstet sind", so Gellert.
Abstand des Franken wird immer kleiner
Ein Blick auf die Frage, welche Währungen die Schweizer wann ge- und verkauft haben, zeigt, dass der durchschnittliche Anteil des Euro an den Devisen im Frühjahr von 50 Prozent in der Spitze auf fast 60 Prozent gestiegen ist. Den Anstieg der Gemeinschaftswährung auf dann wieder über die Marke von 1,30 US-Dollar nutzte die SNB, um ziemlich geräuschlos diesen Anteil auf nun wieder 48 Prozent herunterzufahren. Sie kaufte US-Dollar und das Britische Pfund gegen den Euro, um wieder eine nach ihren Worten "gesunde Balance" in ihrem Portfolio herzustellen.
"Aktuell sieht für mich alles so aus, als würde es nicht mehr lange dauern, bis die Glocke für die nächste Runde ertönt. Gerade die Unsicherheit nach den Wahlen in den USA und die damit verbundene Korrektur bei den Risikopapieren sorgten für einen Kapitalfluss in den Schweizer Franken. Verliert der Euro nun weiter zum US-Dollar, was gleichzeitig einhergeht mit einer weiter zunehmenden Risikoaversion der Investoren, gehe ich davon aus, dass auch der Abstand des Franken von der 1,20er Marke immer kleiner wird", erklärt Gellert.
Schweizer sind bereit, Anteil wieder zu erhöhen
"Man sollte dabei aber immer im Auge haben, dass jedes auch noch so kleine Signal – und hier denke ich zum Beispiel an den immer noch ausstehenden Hilfsantrag aus Madrid – welches in Richtung langfristige Lösung der Eurokrise geht, dazu führen kann, dass der Druck vom Euro genommen wird, wie wir es nach der Ankündigung der EZB, unlimitiert Anleihen der Krisenländer zu kaufen, gesehen haben."
Bleibe noch die Frage zu beantworten, wie die SNB sich in den nächsten Monaten verhält und wie hoch damit das Risiko ist, dass die 1,20er Marke in einer nächsten Runde fällt. Gellert geht davon aus, dass die Schweizer erneut bereit sein werden, einen dann wieder schwächeren Euro zu kaufen und den Anteil auf vielleicht erneut 60 Prozent oder mehr zu erhöhen. Auch vor einer weiteren Ausweitung ihrer Bilanz dürften sie vorerst nicht zurückschrecken, auch wenn die Abhängigkeit von einer anderen Währung, in dem Falle vom Euro Risiken mit sich bringt.
Die erste Runde im Verteidigungskampf der Schweizer Nationalbank (SNB) gegen den Devisenmarkt ging ganz klar an die Eidgenossen. Die angekündigte Untergrenze für den Wechselkurs des Euro in Schweizer Franken von 1,20 wurde zu keinem Zeitpunkt signifikant unterschritten.
Allerdings erforderte dieser Kampf auch einen harten Einsatz – sagt Torsten Gellert, Managing Director bei Forex Capital Markets (FXCM). Seine Spuren hinterlassen habe dieser in einer aufgeblähten Bilanz der Schweizer Notenbank, die im September mit 509 Milliarden Schweizer Franken erstmals die Marke von einer halben Billion überschritten hat. Schuld daran sind die Fremdwährungsreserven, die durch die Käufe ausländischer Währungen gegen den Schweizer Franken seit der Installation der Untergrenze von 256 auf 430 Milliarden Schweizer Franken angestiegen sind.
16,9 Milliarden Franken Gewinn brachten die Transaktionen der SNB nebenbei ein – fast eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr. Allein 10,3 Milliarden entfielen dabei auf die Fremdwährungspositionen, die restlichen 6,2 Milliarden Franken resultierten aus einem Bewertungsgewinn im Goldbestand. "Das legt für mich den Schluss nahe, dass die Devisenhändler um den amtierenden SNB-Präsidenten Thomas Jordan ihr Handwerk verstehen und auch für Runde zwei gut gerüstet sind", so Gellert.
Abstand des Franken wird immer kleiner
Ein Blick auf die Frage, welche Währungen die Schweizer wann ge- und verkauft haben, zeigt, dass der durchschnittliche Anteil des Euro an den Devisen im Frühjahr von 50 Prozent in der Spitze auf fast 60 Prozent gestiegen ist. Den Anstieg der Gemeinschaftswährung auf dann wieder über die Marke von 1,30 US-Dollar nutzte die SNB, um ziemlich geräuschlos diesen Anteil auf nun wieder 48 Prozent herunterzufahren. Sie kaufte US-Dollar und das Britische Pfund gegen den Euro, um wieder eine nach ihren Worten "gesunde Balance" in ihrem Portfolio herzustellen.
"Aktuell sieht für mich alles so aus, als würde es nicht mehr lange dauern, bis die Glocke für die nächste Runde ertönt. Gerade die Unsicherheit nach den Wahlen in den USA und die damit verbundene Korrektur bei den Risikopapieren sorgten für einen Kapitalfluss in den Schweizer Franken. Verliert der Euro nun weiter zum US-Dollar, was gleichzeitig einhergeht mit einer weiter zunehmenden Risikoaversion der Investoren, gehe ich davon aus, dass auch der Abstand des Franken von der 1,20er Marke immer kleiner wird", erklärt Gellert.
Schweizer sind bereit, Anteil wieder zu erhöhen
"Man sollte dabei aber immer im Auge haben, dass jedes auch noch so kleine Signal – und hier denke ich zum Beispiel an den immer noch ausstehenden Hilfsantrag aus Madrid – welches in Richtung langfristige Lösung der Eurokrise geht, dazu führen kann, dass der Druck vom Euro genommen wird, wie wir es nach der Ankündigung der EZB, unlimitiert Anleihen der Krisenländer zu kaufen, gesehen haben."
Bleibe noch die Frage zu beantworten, wie die SNB sich in den nächsten Monaten verhält und wie hoch damit das Risiko ist, dass die 1,20er Marke in einer nächsten Runde fällt. Gellert geht davon aus, dass die Schweizer erneut bereit sein werden, einen dann wieder schwächeren Euro zu kaufen und den Anteil auf vielleicht erneut 60 Prozent oder mehr zu erhöhen. Auch vor einer weiteren Ausweitung ihrer Bilanz dürften sie vorerst nicht zurückschrecken, auch wenn die Abhängigkeit von einer anderen Währung, in dem Falle vom Euro Risiken mit sich bringt.
Schweizer Franken durch Negativzins schwer unter Druck
Der Euro legte nach einer längeren Schwächephase gegenüber dem Schweizer Franken in den vergangenen Handelstagen rund ein Prozent zu – Grund dafür ist die Credit Suisse, die künftig Negativzinsen auf Bareinlagen verlangen will.
Die europäische Leitwährung vollbrachte in den vergangen vier Handelstagen ein eindrucksvolles Comeback ab und stieg gegenüber dem Schweizer Franken von 1,2050 um rund ein Prozent auf über 1,2150 Schweizer Franken – im Zuge dessen gelang dem Euro auch der Ausbruch über die kurzfristige Abwärtstrendlinie bei 1,2060 Schweizer Franken.
Weitere Banken könnte Credit Suisse folgen
Der Auslöser der extremen Franken-Schwäche der letzten Tage ist die Schweizer Großbank Credit Suisse. Anfang der Woche kündigte das Institut an, auf Barreserven ab dem 10. Dezember negative Zinsen zu verlangen, um der hohen Nachfrage nach Schweizer Franken entgegen zu wirken – ausschließlich betroffen davon sind institutionelle Kunden. Einige Experten gehen nun davon aus, dass auch andere Banken dem Beispiel der Credit Suisse folgen werden.
Wegen der Negativzinsen wird die Anlage in Schweizer Franken für die Schwergewichte unter den Marktteilnehmern völlig unattraktiv – daher sollte der Euro gegenüber dem Schweizer Franken in den nächsten Wochen weiter aufwerten
Der Euro legte nach einer längeren Schwächephase gegenüber dem Schweizer Franken in den vergangenen Handelstagen rund ein Prozent zu – Grund dafür ist die Credit Suisse, die künftig Negativzinsen auf Bareinlagen verlangen will.
Die europäische Leitwährung vollbrachte in den vergangen vier Handelstagen ein eindrucksvolles Comeback ab und stieg gegenüber dem Schweizer Franken von 1,2050 um rund ein Prozent auf über 1,2150 Schweizer Franken – im Zuge dessen gelang dem Euro auch der Ausbruch über die kurzfristige Abwärtstrendlinie bei 1,2060 Schweizer Franken.
Weitere Banken könnte Credit Suisse folgen
Der Auslöser der extremen Franken-Schwäche der letzten Tage ist die Schweizer Großbank Credit Suisse. Anfang der Woche kündigte das Institut an, auf Barreserven ab dem 10. Dezember negative Zinsen zu verlangen, um der hohen Nachfrage nach Schweizer Franken entgegen zu wirken – ausschließlich betroffen davon sind institutionelle Kunden. Einige Experten gehen nun davon aus, dass auch andere Banken dem Beispiel der Credit Suisse folgen werden.
Wegen der Negativzinsen wird die Anlage in Schweizer Franken für die Schwergewichte unter den Marktteilnehmern völlig unattraktiv – daher sollte der Euro gegenüber dem Schweizer Franken in den nächsten Wochen weiter aufwerten
SNB wird Euro-Mindestkurs mit allen Mitteln verteidigen
Nach Meinung von Michael Winkler, Investment Officer der St.Galler Kantonalbank Deutschland, wird der Euro-Franken-Mindestkurs auch in den kommenden Monaten bei der 1,20-Marke bleiben.
Grund dafür ist laut Winkler die Haltung der Schweizer Nationalbank (SNB), die magische Grenze von 1,20 mit allen Mitteln zu verteidigen: "Es ist nicht absehbar, dass die SNB von dieser Überzeugung abrücken wird." Sollte die Festsetzung wider Erwarten aufgehoben werden, würde der Schweizer Franken deutlich zulegen – mit negativen Auswirkungen für die Schweizer Wirtschaft. Zuletzt konnte der Eurokurs angesichts der deutlichen Entspannung an den Finanzmärkten gegenüber dem Franken leicht auf 1,21 zulegen. Für die Anlagestrategie seines Hauses zieht Winkler daraus folgende Schlüsse: "Fundamental starke Schweizer Aktien bleiben ein Kernbestandteil unseres Portfolios. Aufgrund des niedrigen Renditeumfelds in der Schweiz sind Anleihen in Schweizer Franken derzeit nicht interessant."
Fed hält die Zinsen auf niedrigem Niveau
Die amerikanische Zentralbank Fed wird weiterhin an ihrer Politik der niedrigen Kapitalmarktzinsen festhalten. Alle drei Programme des Quantitative Easings haben zum Ziel, mit dauerhaft niedrigen Zinsen private Haushalte und Firmen zu entlasten und somit die Wirtschaft zu stimulieren. Die Entwicklung der letzten Monate zeigt, dass diese Maßnahmen zu wirken beginnen. Der Konsum in den USA gewinnt an Fahrt und der US Immobilienmarkt hat die Trendwende geschafft. "Wir erwarten, dass die Fed an ihrer Politik festhalten wird", so Winkler.
Derzeitige Euro-Stärke zum Kauf von US-Aktien nutzen
Nach den Hilfsmaßnahmen der EZB und der daraus resultierenden Stabilisierung des Kapitalmarkts in Europa hat sich der Euro zum US-Dollar auf ein Niveau von 1,30 Euro/US-Dollar zurückgekämpft. "Wir erwarten, dass der Euro zum US-Dollar kurzfristig in einer Spanne zwischen 1,25 und 1,35 pendeln wird", meint Winkler. Die Währungsrelation zwischen Dollar und Euro werde derzeit vor allem vom Sicherheitsgedanken der Kapitalmarktteilnehmer und weniger von der fundamentalen Bewertung des Euro oder des US-Dollar getrieben. Einer der Gründe, warum bei Investmententscheidungen der St.Galler Kantonalbank die fundamentale Qualität der Unternehmen im Vordergrund steht. "Wir nutzen die jüngste Euro-Stärke gegenüber dem US-Dollar gezielt, um US-Aktien aufzustocken. Außerdem wurde die Stärke des Euro gegenüber anderen internationalen Währungen genutzt, um im Anleihebereich punktuell Fremdwährungspositionen aufzustocken", erkläutert Winkler abschließend.
Nach Meinung von Michael Winkler, Investment Officer der St.Galler Kantonalbank Deutschland, wird der Euro-Franken-Mindestkurs auch in den kommenden Monaten bei der 1,20-Marke bleiben.
Grund dafür ist laut Winkler die Haltung der Schweizer Nationalbank (SNB), die magische Grenze von 1,20 mit allen Mitteln zu verteidigen: "Es ist nicht absehbar, dass die SNB von dieser Überzeugung abrücken wird." Sollte die Festsetzung wider Erwarten aufgehoben werden, würde der Schweizer Franken deutlich zulegen – mit negativen Auswirkungen für die Schweizer Wirtschaft. Zuletzt konnte der Eurokurs angesichts der deutlichen Entspannung an den Finanzmärkten gegenüber dem Franken leicht auf 1,21 zulegen. Für die Anlagestrategie seines Hauses zieht Winkler daraus folgende Schlüsse: "Fundamental starke Schweizer Aktien bleiben ein Kernbestandteil unseres Portfolios. Aufgrund des niedrigen Renditeumfelds in der Schweiz sind Anleihen in Schweizer Franken derzeit nicht interessant."
Fed hält die Zinsen auf niedrigem Niveau
Die amerikanische Zentralbank Fed wird weiterhin an ihrer Politik der niedrigen Kapitalmarktzinsen festhalten. Alle drei Programme des Quantitative Easings haben zum Ziel, mit dauerhaft niedrigen Zinsen private Haushalte und Firmen zu entlasten und somit die Wirtschaft zu stimulieren. Die Entwicklung der letzten Monate zeigt, dass diese Maßnahmen zu wirken beginnen. Der Konsum in den USA gewinnt an Fahrt und der US Immobilienmarkt hat die Trendwende geschafft. "Wir erwarten, dass die Fed an ihrer Politik festhalten wird", so Winkler.
Derzeitige Euro-Stärke zum Kauf von US-Aktien nutzen
Nach den Hilfsmaßnahmen der EZB und der daraus resultierenden Stabilisierung des Kapitalmarkts in Europa hat sich der Euro zum US-Dollar auf ein Niveau von 1,30 Euro/US-Dollar zurückgekämpft. "Wir erwarten, dass der Euro zum US-Dollar kurzfristig in einer Spanne zwischen 1,25 und 1,35 pendeln wird", meint Winkler. Die Währungsrelation zwischen Dollar und Euro werde derzeit vor allem vom Sicherheitsgedanken der Kapitalmarktteilnehmer und weniger von der fundamentalen Bewertung des Euro oder des US-Dollar getrieben. Einer der Gründe, warum bei Investmententscheidungen der St.Galler Kantonalbank die fundamentale Qualität der Unternehmen im Vordergrund steht. "Wir nutzen die jüngste Euro-Stärke gegenüber dem US-Dollar gezielt, um US-Aktien aufzustocken. Außerdem wurde die Stärke des Euro gegenüber anderen internationalen Währungen genutzt, um im Anleihebereich punktuell Fremdwährungspositionen aufzustocken", erkläutert Winkler abschließend.

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