Einsatz von Bioenergie begrenzen - Verzicht auf Bioenergie
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Einsatz von Bioenergie begrenzen - Verzicht auf Bioenergie
Forscher fordern weitgehenden Verzicht auf Bioenergie
Deutsche Forscher fordern den weitgehenden Verzicht auf einen Ausbau der Energieerzeugung aus Biomasse. Es gebe aus umwelt- und klimaschutzpolitischer Sicht zu viele Nachteile, betonen die Experten einer Arbeitsgruppe der Wissenschaftsakademie Leopoldina in einer am Donnerstag in Halle veröffentlichten Stellungnahme.
Deutschland solle sich bei der Energiewende auf andere Energiequellen wie Wind- und Solarkraft konzentrieren, deren Bilanz bei Treibhausgas-Emissionen und anderen möglichen Umweltschäden besser sei. Ein weiterer Schwerpunkt sollten Energieeinsparungen und die Verbesserung der Energieeffizienz sein, schreiben die mehr als 20 beteiligten Experten.
Bioenergie solle nur in ganz bestimmten Nischen "begrenzt" eingesetzt werden. Dazu gehöre die gezielte Gewinnung aus Mist, Gülle, Lebensmittelabfällen und pflanzlichen Reststoffen in kleinen dezentralen Anlagen sowie die Erzeugung von Biokraftstoffen für Fahrzeuge wie Flugzeuge und Schiffe, die aus technischen Gründen wahrscheinlich auch künftig nicht elektrisch betrieben werden könnten
Massive Kritik an Biosprit
Besonders kritisch sehen die Leopoldina-Forscher Pläne, in der EU bis 2020 flächendeckend zehn Prozent der im Transport- und Verkehrssektor verbrauchten Energie in Form von Biokraftstoffen zu ersetzen. Das Konzept sollte überdacht werden, schreiben sie. Die Förderung des Biomasseanbaus müsse sich auf solche Formen beschränken, die nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurrieren, keinen negativen Einfluss auf Ökosysteme haben und außerdem eine "substanziell bessere" Treibhaus-Bilanz aufweisen als die herkömmlichen fossilen Kraftstoffe.
Kritik am großflächigen Einsatz von Bioenergie, vor allem in Form von Biokraftstoffen für den Verkehr, ist nicht neu. Vor rund vier Monaten etwa warnten Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in einer Studie vor den unterschätzten Risiken. Der großflächige Anbau von Energiepflanzen wie Zuckerrohr, Mais oder Soja könnte am Ende zu einem erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen führen, etwa wenn für die Plantagen Wälder abgeholzt würden. Davor warnen auch Umweltschutzorganisationen seit Jahren.
Alle Emissionen sollten berücksichtigt werden
Bei der Bewertung der Klimabilanz von Biomasse müssten sämtliche Emissionen berücksichtigt werden, die bei der Produktion und der Umwandlung in Brennstoff entstünden, schreiben die Leopoldina-Experten. Unter anderem setzten Dünger und energieintensive Verarbeitungsprozesse Treibhausgase wie CO2 und Methan frei.
Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie reagierte mit scharfer Kritik auf den Vorstoß der Wissenschaftler. Sie würden übersehen, dass die Biokraftstoffe im Verkehrsbereich derzeit die einzige Alternative zu fossilem Treibstoff seien, teilte der Verband am Donnerstag in Berlin mit. Die Forscher ignorierten auch, dass Biokraftstoffe bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen müssten. Bei der Produktion müssten mindestens 35 Prozent weniger Treibhausgasemissionen entstehen als bei der Herstellung fossiler Brennstoffe
strom-magazin.de
Deutsche Forscher fordern den weitgehenden Verzicht auf einen Ausbau der Energieerzeugung aus Biomasse. Es gebe aus umwelt- und klimaschutzpolitischer Sicht zu viele Nachteile, betonen die Experten einer Arbeitsgruppe der Wissenschaftsakademie Leopoldina in einer am Donnerstag in Halle veröffentlichten Stellungnahme.
Deutschland solle sich bei der Energiewende auf andere Energiequellen wie Wind- und Solarkraft konzentrieren, deren Bilanz bei Treibhausgas-Emissionen und anderen möglichen Umweltschäden besser sei. Ein weiterer Schwerpunkt sollten Energieeinsparungen und die Verbesserung der Energieeffizienz sein, schreiben die mehr als 20 beteiligten Experten.
Bioenergie solle nur in ganz bestimmten Nischen "begrenzt" eingesetzt werden. Dazu gehöre die gezielte Gewinnung aus Mist, Gülle, Lebensmittelabfällen und pflanzlichen Reststoffen in kleinen dezentralen Anlagen sowie die Erzeugung von Biokraftstoffen für Fahrzeuge wie Flugzeuge und Schiffe, die aus technischen Gründen wahrscheinlich auch künftig nicht elektrisch betrieben werden könnten
Massive Kritik an Biosprit
Besonders kritisch sehen die Leopoldina-Forscher Pläne, in der EU bis 2020 flächendeckend zehn Prozent der im Transport- und Verkehrssektor verbrauchten Energie in Form von Biokraftstoffen zu ersetzen. Das Konzept sollte überdacht werden, schreiben sie. Die Förderung des Biomasseanbaus müsse sich auf solche Formen beschränken, die nicht mit der Nahrungsmittelproduktion konkurrieren, keinen negativen Einfluss auf Ökosysteme haben und außerdem eine "substanziell bessere" Treibhaus-Bilanz aufweisen als die herkömmlichen fossilen Kraftstoffe.
Kritik am großflächigen Einsatz von Bioenergie, vor allem in Form von Biokraftstoffen für den Verkehr, ist nicht neu. Vor rund vier Monaten etwa warnten Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in einer Studie vor den unterschätzten Risiken. Der großflächige Anbau von Energiepflanzen wie Zuckerrohr, Mais oder Soja könnte am Ende zu einem erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen führen, etwa wenn für die Plantagen Wälder abgeholzt würden. Davor warnen auch Umweltschutzorganisationen seit Jahren.
Alle Emissionen sollten berücksichtigt werden
Bei der Bewertung der Klimabilanz von Biomasse müssten sämtliche Emissionen berücksichtigt werden, die bei der Produktion und der Umwandlung in Brennstoff entstünden, schreiben die Leopoldina-Experten. Unter anderem setzten Dünger und energieintensive Verarbeitungsprozesse Treibhausgase wie CO2 und Methan frei.
Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie reagierte mit scharfer Kritik auf den Vorstoß der Wissenschaftler. Sie würden übersehen, dass die Biokraftstoffe im Verkehrsbereich derzeit die einzige Alternative zu fossilem Treibstoff seien, teilte der Verband am Donnerstag in Berlin mit. Die Forscher ignorierten auch, dass Biokraftstoffe bestimmte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen müssten. Bei der Produktion müssten mindestens 35 Prozent weniger Treibhausgasemissionen entstehen als bei der Herstellung fossiler Brennstoffe
strom-magazin.de
Leopoldina-Studie löst kontroverse Debatte über Rolle der Bioenergie in Deutschland aus
Die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina sieht die weitere Nutzung von Bioenergie äußerst kritisch. Sie könne als nachhaltige Energiequelle für Deutschland heute und in Zukunft keinen quantitativ wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten, teilte die Akademie in Halle mit. Vorrang sollte stattdessen der Einsparung von Energie sowie der Verbesserung der Energieeffizienz gegeben werden, heißt es in der Stellungnahme zu den „Möglichkeiten und Grenzen der Bioenergie“. Die Bioenergiebranche weist die Ergebnisse der Studie zurück. Die Annahmen und Datengrundlagen seien „entweder veraltet oder von vornherein falsch“, heißt es in einer Erklärung des Biogasrats.
Der Leopoldina-Studie und den Reaktionen aus Wirtschaft und Politik auf die Empfehlungen der Wissenschaftler widmet sich der Titelbericht von Ausgabe 31/2012 von EUWID Neue Energien. Insgesamt umfasst die am 1. August erschienene Fachpublikation 93 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 28 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik der Ausgabe
ÜBERGREIFENDE THEMEN
Die erneuerbaren Energien haben im ersten Halbjahr einen weiteren Meilenstein erreicht. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf der Grundlage erster Schätzungen berichtet, wurden 25 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms im ersten Halbjahr 2012 durch Elektrizität aus Regenerativ-Kraftwerken gedeckt. Demnach produzierten die erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr 67,9 TWh (erstes Halbjahr 2011: 56,4 TWh) Strom. Im ersten Halbjahr 2011 lag der Anteil der Stromproduktion aus Erneuerbaren noch bei rund 21 Prozent.
Getrübt wird die Freude über den schnellen Fortschritt beim Umbau des Energiesystems durch den systembedingten Anstieg der EEG-Zusatzkosten, der im Oktober voraussichtlich zu einem deutlichen Anstieg der EEG-Umlage führen wird. Um den Anstieg der EEG-Umlage so niedrig wie möglich zu halten, will das Bundesumweltministerium die Managementprämie für direktvermarkteten Strom aus Wind- und Solaranlagen reduzieren. Einem entsprechenden Entwurf der so schön betitelten „Managementprämienverordnung“ zufolge soll Solar- und Windstrom in der Direktvermarktung ab 2013 statt 1,0 ct/kWh nur noch 0,6 ct/kWh erhalten. Der Satz erhöht sich um 0,1 ct/kWh, soweit die betroffenen Anlagen „fernsteuerbar“ sind. Insgesamt erhofft sich das BMU von der Senkung der Managementprämie eine Entlastung der EEG-Umlage in einer Größenordnung von 160 Mio. € oder 0,04 ct/kWh.
Angesichts des über die EEG-Umlage gewälzten Kostenblocks ist die Bundesregierung bei der Schaffung weiterer Fördertatbestände rund um die Energiewende derzeit sehr zurückhaltend. Nachdem sich Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) wiederholt gegen die Schaffung eines geförderten Kapazitätsmarktes ausgesprochen hat, tritt die Regierung auch beim Thema „Speicherbonus“ im EEG auf die Bremse. Der Bedarf an Speichern in großem Umfang bestehe „erst mittel- bis langfristig“, schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Grünen. Im Mittelpunkt der Regierungsaktivitäten stehe daher die Forschungsförderung mit einem Umfang von 200 Mio. €. Eine entsprechende Energiespeicher-Initiative war kürzlich gestartet worden (EUWID 29/2012).
Weitere Berichte von allgemeiner Bedeutung für die Energiewende befassen sich in EUWID Neue Energien mit den Plänen der EU-Kommission zur Verknappung von Emissionszertifikaten, der Positionierung des Bundes in Sachen Geoengineering und den jüngsten Trends bei der Direktvermarktung von Erneuerbaren-Strom. Ergänzt wird die Berichterstattung mit Meldungen zu Siemens und Leclanché, der Entwicklung der Stimmung in der Erneuerbaren-Branche sowie Preisen für Rohstoffe und Heizöl.
BIOENERGIE
Während die Leopoldina-Studie große Fragezeichen an die Potenziale der energetischen Biomassenutzung setzt, sehen die Forscher der Uni Hohenheim und der FH Münster Möglichkeiten, Bioenergie zu erzeugen ohne die Lebensmittelproduktion negativ zu beeinflussen. Dabei verursache die kombinierte dezentrale Produktion von Bioethanol und Biogas die geringsten Treibhausgase aller Bioenergie-Optionen. Verglichen mit Superbenzin spare Bioethanol 40 bis 90 Prozent CO2 ein. „Technische Probleme sind nicht zu erwarten und die erforderlichen Ethanolmengen sind grundsätzlich verfügbar“, sagte Thomas Senn von der Fachgruppe Gärungstechnologie der Universität Hohenheim.
Im ersten Halbjahr 2012 sind in Deutschland rund 1.050.000 Tonnen Holzpellets hergestellt worden. Wie der Deutsche Energieholz- und Pellet- Verband (DEPV) meldet, sind das rund 15 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011. Verantwortlich für das hohe Halbjahresergebnis sei vor allem ein Anstieg der Produktionsmenge auf über 550.000 Tonnen im zweiten Quartal. Für das Gesamtjahr 2012 erwartet der Branchenverband erstmals eine Produktion von mehr als zwei Mio. Tonnen. Die Entwicklung sei nur teilweise auf die Zunahme privater Pelletheizungen zurückzuführen, heißt es weiter. Vor allem wachse der Markt für mittlere und große Wärmeerzeuger auf Pelletbasis. Bis Ende 2012 prognostiziert der DEPV einen Anstieg des Inlandsverbrauchs von Holzpellets auf 1,6 Mio. Tonnen, eine Zunahme von über zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Bereitschaft der deutschen Biogasanlagenbetreiber, in Maschinen und Anlagentechnik zu investieren, lässt nach. Das zeigen die statistisch ermittelten Daten aus der jährlichen Befragung von 5.700 Biogasanlagenbetreibern, die im Zeitraum von März bis Mai 2012 von AgriDirect Deutschland GmbH kontaktiert wurden. Bei nahezu allen Investitionsobjekten sei ein Rückgang zu verzeichnen, berichtet AgriDirect. Favorisiert werde in 2012 mit 7,5 Prozent der Befragten das Thema Wiegetechnik.
Weitere Themen im Bioenergiebereich der Ausgabe 31/2012 von EUWID Neue Energien befassen sich mit den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bei German Pellets, einem Großauftrag von Biogas Nord aus der Ukraine und der Geschäftsentwicklung bei der DTB - Deutsche Biogas AG. Die Marktberichterstattung beinhaltet die Wochenpreise für Biodiesel und die Notierungen für Getreide und Ölsaaten an den Großhandels-Warenbörsen.
SOLARENERGIE
Europäische Solarhersteller haben bei der Europäischen Kommission eine Antidumpingklage gegen die Konkurrenz aus China eingereicht. Die Beschwerde sei vergangene Woche in Brüssel abgegeben worden, sagte ein Sprecher der neuen Initiative EU ProSun. Hinter dem Bündnis stehen 25 Firmen aus Deutschland, Italien, Spanien und anderen EU-Ländern, darunter Solarworld aus Bonn und die Sovello GmbH aus Bitterfeld-Wolfen. Unumstritten ist das Verfahren nicht. So rät der energiepolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Hans-Josef Fell, der EU-Kommission, die Anti-Dumpingklagen abzuwehren. Stattdessen sollte Brüssel aktiv für offene Marktzugänge europäischer Solarfirmen in China, Indien oder den USA sorgen.
Die Lage in der deutschen PV-Branche bleibt derweil angespannt. Die Konstanzer Sunways AG hat nach einem „schwierigen Jahr“ 2011 auch im laufenden Jahr mit Problemen zu kämpfen. In den letzten Monaten sei es zu Materialengpässen in der Modulfertigung in China gekommen, teilte das Unternehmen mit. Dadurch war die Verfügbarkeit von Sunways Solarmodulen in den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres eingeschränkt. Durch die Engpässe habe Sunways auch die Produktionskapazität in der Solarzellfertigung nicht vollständig nutzen können, wodurch der Rohertrag belastet wurde, heißt es weiter.
Der Blick über die Grenzen verdeutlicht, dass sich auch die ausländischen Unternehmen der Photovoltaik-Branche der Krise nicht entziehen können. So musste der Schweizer PV-Equipment-Anbieter Meyer Burger im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang von 575 Mio. CHF auf 307 Mio. CHF verbuchen. Angesichts der weiterhin bestehenden Überkapazitäten auf Seiten der Zell- und Modulhersteller sei die Nachfrage vieler Kunden zurückhaltend geblieben. Die Meyer Burger Gruppe schließe das erste Halbjahr 2012 gleichwohl mit einem positiven Ergebnis (EBITDA) von rund 3 bis 5 Mio. CHF ab, teilte die Gruppe mit.
Die Unternehmensberichterstattung im Solarbereich befasst sich in Ausgabe 31/2012 von EUWID Neue Energien mit den jüngsten Entwicklungen bei Solarwatt, Sunstrom, Wacker Chemie, Carpevigo, centrotherm photovoltaics und Solarion. Auch die aktuellen Preisentwicklung im Bereich von Photovoltaikmodulen sind Gegenstand der aktuellen Ausgabe. Ergänzt wird die Berichterstattung mit den aktuellen Daten zur Solarstromeinspeisung in den ÜNB-Regelzonen.
WINDENERGIE
Der Energiekonzern RWE will die Regelung offener Haftungsfragen abwarten, bevor er endgültig über die Milliardeninvestition für einen Windpark in der Nordsee vor der Insel Juist entscheidet. „Wir brauchen ein Gesetz“, sagte eine Sprecherin der RWE-Tochter für erneuerbare Energien, Innogy, vergangenen Mittwoch. Das Projekt Innogy Nordsee 1 hätte eigentlich im zweiten Halbjahr auf den Weg gebracht werden sollen, hatte der neue Innogy-Chef Hans Bünting zuvor dem „Handelsblatt“ gesagt. „Die endgültige Entscheidung wird sich aber mindestens bis Anfang 2013 verzögern.“
Unterdessen hat die REpower Systems SE in der vergangenen Woche die letzte von insgesamt 30 REpower 6M Windenergieanlagen im belgischen Offshore-Windpark Thornton Bank Phase II installiert. Damit wurde weltweit der erste Windpark mit Offshore-Anlagen der 6-MW-Klasse fertig gestellt, berichtet das Unternehmen. Kunde des Projekts ist das belgische Offshore-Projektentwicklungsunternehmen CPower, an dem neben vier belgischen Investoren auch die REpower-Kunden RWE Innogy und EDF EN beteiligt sind. Installationspartner waren außerdem ABB und THV Seawind, ein Konsortium von DEME und Fabricom.
Unternehmensmeldungen zu Windwärts, Lucana, Energiekontor, Badenova, Nordex und ABO Wind sind ebenso Teil der weiteren Windenergieberichterstattung in EUWID Neue Energien 31/2012 wie die aktuellen Daten zu Windkraft-Neuinstallationen und die aggregierten Einspeisewerte von Windstrom in den ÜNB-Regelzonen.
KOMPAKT: WASSERKRAFT, WASTE-TO-ENERGY, CCS
Der österreichische Energiekonzern Verbund erwartet für das laufende Jahr einen deutlichen Ergebnisrückgang. Das operative Ergebnis werde voraussichtlich bei rund 800 Mio. € liegen nach gut einer Mrd. € im vergangenen Jahr, teilte das Unternehmen vergangene Woche mit. Der Gewinn werde bei rund 350 Mio. € stagnieren. Im ersten Halbjahr stieg indes das operative Ergebnis dank einer guten Wasserführung und höherer Stromabsatzpreise um knapp zwölf Prozent auf 435 Mio. €. Auch die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke stieg deutlich (+34,0 Prozent).
Der weltweite Waste-to-Energy-Markt boomt weiter. Bis 2016 werden die Investitionen in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung von Müllverbrennungsanlagen von aktuell 6,1 Mrd. € auf jährlich 7,2 Mrd. € ansteigen, prognostiziert das Kölner Beratungsunternehmen ecoprog GmbH in einer aktuellen Studie. So sollen bis 2016 rund 250 neue WtE-Anlagen mit einer Kapazität von rund 70 Mio. Tonnen in Betrieb gehen. Die gesamte Verbrennungskapazität weltweit werde dann bei rund 300 Mio. Tonnen liegen. Besonders hohes Wachstumspotenzial misst ecoprog dem chinesischen Markt bei.
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sieht wegen des Widerstandes in der Bevölkerung keine Chancen für die unterirdische CO2-Speicherung in Deutschland. „Wir müssen realistisch sein: Gegen den Willen der Bevölkerung ist eine Einlagerung von CO2 im Boden nicht durchzusetzen“, sagte der Saarländer vergangene Woche der „Saarbrücker Zeitung“. „Für Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke mit CCS-Technologie sehe ich derzeit in keinem einzigen Bundesland eine politische Akzeptanz.“
Eine Abkehr von der Kohlekraft bedeutet diese Einschätzung des Umweltministers gleichwohl nicht. Auch bei 35 Prozent erneuerbaren Energien im Strommix des Jahres 2020 seien 65 Prozent anderweitig zu decken, betonte Altmaier in der „Zeit“. „Und da meine ich, dass es Sinn macht, alte umweltschädliche Braun- und Steinkohlekraftwerke durch moderne und effiziente Kohle- und Gaskraftwerke zu ersetzen.“
Pressemitteilung Europäischer Wirtschaftsdienst GmbH (EUWID
Der Leopoldina-Studie und den Reaktionen aus Wirtschaft und Politik auf die Empfehlungen der Wissenschaftler widmet sich der Titelbericht von Ausgabe 31/2012 von EUWID Neue Energien. Insgesamt umfasst die am 1. August erschienene Fachpublikation 93 Nachrichten und Berichte zur Energiewende auf 28 Seiten. Im Folgenden findet sich eine Kurzcharakteristik der Ausgabe
ÜBERGREIFENDE THEMEN
Die erneuerbaren Energien haben im ersten Halbjahr einen weiteren Meilenstein erreicht. Wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) auf der Grundlage erster Schätzungen berichtet, wurden 25 Prozent des in Deutschland verbrauchten Stroms im ersten Halbjahr 2012 durch Elektrizität aus Regenerativ-Kraftwerken gedeckt. Demnach produzierten die erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr 67,9 TWh (erstes Halbjahr 2011: 56,4 TWh) Strom. Im ersten Halbjahr 2011 lag der Anteil der Stromproduktion aus Erneuerbaren noch bei rund 21 Prozent.
Getrübt wird die Freude über den schnellen Fortschritt beim Umbau des Energiesystems durch den systembedingten Anstieg der EEG-Zusatzkosten, der im Oktober voraussichtlich zu einem deutlichen Anstieg der EEG-Umlage führen wird. Um den Anstieg der EEG-Umlage so niedrig wie möglich zu halten, will das Bundesumweltministerium die Managementprämie für direktvermarkteten Strom aus Wind- und Solaranlagen reduzieren. Einem entsprechenden Entwurf der so schön betitelten „Managementprämienverordnung“ zufolge soll Solar- und Windstrom in der Direktvermarktung ab 2013 statt 1,0 ct/kWh nur noch 0,6 ct/kWh erhalten. Der Satz erhöht sich um 0,1 ct/kWh, soweit die betroffenen Anlagen „fernsteuerbar“ sind. Insgesamt erhofft sich das BMU von der Senkung der Managementprämie eine Entlastung der EEG-Umlage in einer Größenordnung von 160 Mio. € oder 0,04 ct/kWh.
Angesichts des über die EEG-Umlage gewälzten Kostenblocks ist die Bundesregierung bei der Schaffung weiterer Fördertatbestände rund um die Energiewende derzeit sehr zurückhaltend. Nachdem sich Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) wiederholt gegen die Schaffung eines geförderten Kapazitätsmarktes ausgesprochen hat, tritt die Regierung auch beim Thema „Speicherbonus“ im EEG auf die Bremse. Der Bedarf an Speichern in großem Umfang bestehe „erst mittel- bis langfristig“, schreibt die Regierung in ihrer Antwort auf eine Anfrage der Grünen. Im Mittelpunkt der Regierungsaktivitäten stehe daher die Forschungsförderung mit einem Umfang von 200 Mio. €. Eine entsprechende Energiespeicher-Initiative war kürzlich gestartet worden (EUWID 29/2012).
Weitere Berichte von allgemeiner Bedeutung für die Energiewende befassen sich in EUWID Neue Energien mit den Plänen der EU-Kommission zur Verknappung von Emissionszertifikaten, der Positionierung des Bundes in Sachen Geoengineering und den jüngsten Trends bei der Direktvermarktung von Erneuerbaren-Strom. Ergänzt wird die Berichterstattung mit Meldungen zu Siemens und Leclanché, der Entwicklung der Stimmung in der Erneuerbaren-Branche sowie Preisen für Rohstoffe und Heizöl.
BIOENERGIE
Während die Leopoldina-Studie große Fragezeichen an die Potenziale der energetischen Biomassenutzung setzt, sehen die Forscher der Uni Hohenheim und der FH Münster Möglichkeiten, Bioenergie zu erzeugen ohne die Lebensmittelproduktion negativ zu beeinflussen. Dabei verursache die kombinierte dezentrale Produktion von Bioethanol und Biogas die geringsten Treibhausgase aller Bioenergie-Optionen. Verglichen mit Superbenzin spare Bioethanol 40 bis 90 Prozent CO2 ein. „Technische Probleme sind nicht zu erwarten und die erforderlichen Ethanolmengen sind grundsätzlich verfügbar“, sagte Thomas Senn von der Fachgruppe Gärungstechnologie der Universität Hohenheim.
Im ersten Halbjahr 2012 sind in Deutschland rund 1.050.000 Tonnen Holzpellets hergestellt worden. Wie der Deutsche Energieholz- und Pellet- Verband (DEPV) meldet, sind das rund 15 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2011. Verantwortlich für das hohe Halbjahresergebnis sei vor allem ein Anstieg der Produktionsmenge auf über 550.000 Tonnen im zweiten Quartal. Für das Gesamtjahr 2012 erwartet der Branchenverband erstmals eine Produktion von mehr als zwei Mio. Tonnen. Die Entwicklung sei nur teilweise auf die Zunahme privater Pelletheizungen zurückzuführen, heißt es weiter. Vor allem wachse der Markt für mittlere und große Wärmeerzeuger auf Pelletbasis. Bis Ende 2012 prognostiziert der DEPV einen Anstieg des Inlandsverbrauchs von Holzpellets auf 1,6 Mio. Tonnen, eine Zunahme von über zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Die Bereitschaft der deutschen Biogasanlagenbetreiber, in Maschinen und Anlagentechnik zu investieren, lässt nach. Das zeigen die statistisch ermittelten Daten aus der jährlichen Befragung von 5.700 Biogasanlagenbetreibern, die im Zeitraum von März bis Mai 2012 von AgriDirect Deutschland GmbH kontaktiert wurden. Bei nahezu allen Investitionsobjekten sei ein Rückgang zu verzeichnen, berichtet AgriDirect. Favorisiert werde in 2012 mit 7,5 Prozent der Befragten das Thema Wiegetechnik.
Weitere Themen im Bioenergiebereich der Ausgabe 31/2012 von EUWID Neue Energien befassen sich mit den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen bei German Pellets, einem Großauftrag von Biogas Nord aus der Ukraine und der Geschäftsentwicklung bei der DTB - Deutsche Biogas AG. Die Marktberichterstattung beinhaltet die Wochenpreise für Biodiesel und die Notierungen für Getreide und Ölsaaten an den Großhandels-Warenbörsen.
SOLARENERGIE
Europäische Solarhersteller haben bei der Europäischen Kommission eine Antidumpingklage gegen die Konkurrenz aus China eingereicht. Die Beschwerde sei vergangene Woche in Brüssel abgegeben worden, sagte ein Sprecher der neuen Initiative EU ProSun. Hinter dem Bündnis stehen 25 Firmen aus Deutschland, Italien, Spanien und anderen EU-Ländern, darunter Solarworld aus Bonn und die Sovello GmbH aus Bitterfeld-Wolfen. Unumstritten ist das Verfahren nicht. So rät der energiepolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Hans-Josef Fell, der EU-Kommission, die Anti-Dumpingklagen abzuwehren. Stattdessen sollte Brüssel aktiv für offene Marktzugänge europäischer Solarfirmen in China, Indien oder den USA sorgen.
Die Lage in der deutschen PV-Branche bleibt derweil angespannt. Die Konstanzer Sunways AG hat nach einem „schwierigen Jahr“ 2011 auch im laufenden Jahr mit Problemen zu kämpfen. In den letzten Monaten sei es zu Materialengpässen in der Modulfertigung in China gekommen, teilte das Unternehmen mit. Dadurch war die Verfügbarkeit von Sunways Solarmodulen in den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres eingeschränkt. Durch die Engpässe habe Sunways auch die Produktionskapazität in der Solarzellfertigung nicht vollständig nutzen können, wodurch der Rohertrag belastet wurde, heißt es weiter.
Der Blick über die Grenzen verdeutlicht, dass sich auch die ausländischen Unternehmen der Photovoltaik-Branche der Krise nicht entziehen können. So musste der Schweizer PV-Equipment-Anbieter Meyer Burger im ersten Halbjahr einen Umsatzrückgang von 575 Mio. CHF auf 307 Mio. CHF verbuchen. Angesichts der weiterhin bestehenden Überkapazitäten auf Seiten der Zell- und Modulhersteller sei die Nachfrage vieler Kunden zurückhaltend geblieben. Die Meyer Burger Gruppe schließe das erste Halbjahr 2012 gleichwohl mit einem positiven Ergebnis (EBITDA) von rund 3 bis 5 Mio. CHF ab, teilte die Gruppe mit.
Die Unternehmensberichterstattung im Solarbereich befasst sich in Ausgabe 31/2012 von EUWID Neue Energien mit den jüngsten Entwicklungen bei Solarwatt, Sunstrom, Wacker Chemie, Carpevigo, centrotherm photovoltaics und Solarion. Auch die aktuellen Preisentwicklung im Bereich von Photovoltaikmodulen sind Gegenstand der aktuellen Ausgabe. Ergänzt wird die Berichterstattung mit den aktuellen Daten zur Solarstromeinspeisung in den ÜNB-Regelzonen.
WINDENERGIE
Der Energiekonzern RWE will die Regelung offener Haftungsfragen abwarten, bevor er endgültig über die Milliardeninvestition für einen Windpark in der Nordsee vor der Insel Juist entscheidet. „Wir brauchen ein Gesetz“, sagte eine Sprecherin der RWE-Tochter für erneuerbare Energien, Innogy, vergangenen Mittwoch. Das Projekt Innogy Nordsee 1 hätte eigentlich im zweiten Halbjahr auf den Weg gebracht werden sollen, hatte der neue Innogy-Chef Hans Bünting zuvor dem „Handelsblatt“ gesagt. „Die endgültige Entscheidung wird sich aber mindestens bis Anfang 2013 verzögern.“
Unterdessen hat die REpower Systems SE in der vergangenen Woche die letzte von insgesamt 30 REpower 6M Windenergieanlagen im belgischen Offshore-Windpark Thornton Bank Phase II installiert. Damit wurde weltweit der erste Windpark mit Offshore-Anlagen der 6-MW-Klasse fertig gestellt, berichtet das Unternehmen. Kunde des Projekts ist das belgische Offshore-Projektentwicklungsunternehmen CPower, an dem neben vier belgischen Investoren auch die REpower-Kunden RWE Innogy und EDF EN beteiligt sind. Installationspartner waren außerdem ABB und THV Seawind, ein Konsortium von DEME und Fabricom.
Unternehmensmeldungen zu Windwärts, Lucana, Energiekontor, Badenova, Nordex und ABO Wind sind ebenso Teil der weiteren Windenergieberichterstattung in EUWID Neue Energien 31/2012 wie die aktuellen Daten zu Windkraft-Neuinstallationen und die aggregierten Einspeisewerte von Windstrom in den ÜNB-Regelzonen.
KOMPAKT: WASSERKRAFT, WASTE-TO-ENERGY, CCS
Der österreichische Energiekonzern Verbund erwartet für das laufende Jahr einen deutlichen Ergebnisrückgang. Das operative Ergebnis werde voraussichtlich bei rund 800 Mio. € liegen nach gut einer Mrd. € im vergangenen Jahr, teilte das Unternehmen vergangene Woche mit. Der Gewinn werde bei rund 350 Mio. € stagnieren. Im ersten Halbjahr stieg indes das operative Ergebnis dank einer guten Wasserführung und höherer Stromabsatzpreise um knapp zwölf Prozent auf 435 Mio. €. Auch die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke stieg deutlich (+34,0 Prozent).
Der weltweite Waste-to-Energy-Markt boomt weiter. Bis 2016 werden die Investitionen in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung von Müllverbrennungsanlagen von aktuell 6,1 Mrd. € auf jährlich 7,2 Mrd. € ansteigen, prognostiziert das Kölner Beratungsunternehmen ecoprog GmbH in einer aktuellen Studie. So sollen bis 2016 rund 250 neue WtE-Anlagen mit einer Kapazität von rund 70 Mio. Tonnen in Betrieb gehen. Die gesamte Verbrennungskapazität weltweit werde dann bei rund 300 Mio. Tonnen liegen. Besonders hohes Wachstumspotenzial misst ecoprog dem chinesischen Markt bei.
Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sieht wegen des Widerstandes in der Bevölkerung keine Chancen für die unterirdische CO2-Speicherung in Deutschland. „Wir müssen realistisch sein: Gegen den Willen der Bevölkerung ist eine Einlagerung von CO2 im Boden nicht durchzusetzen“, sagte der Saarländer vergangene Woche der „Saarbrücker Zeitung“. „Für Steinkohle- und Braunkohlekraftwerke mit CCS-Technologie sehe ich derzeit in keinem einzigen Bundesland eine politische Akzeptanz.“
Eine Abkehr von der Kohlekraft bedeutet diese Einschätzung des Umweltministers gleichwohl nicht. Auch bei 35 Prozent erneuerbaren Energien im Strommix des Jahres 2020 seien 65 Prozent anderweitig zu decken, betonte Altmaier in der „Zeit“. „Und da meine ich, dass es Sinn macht, alte umweltschädliche Braun- und Steinkohlekraftwerke durch moderne und effiziente Kohle- und Gaskraftwerke zu ersetzen.“
Pressemitteilung Europäischer Wirtschaftsdienst GmbH (EUWID

