Australien: Insiderhandel im großen Stil
In diesem Thema wurden schon 0 Auszeichnungen vergeben!
Dieses Thema wurde 762 mal besucht und hat 0 Antworten.

Australien: Insiderhandel im großen Stil
Die Börse in Australien steht Kopf.
Eigentlich steht der Kontinent für Wachstum und Dynamik. Seit rund 16 Jahren legt die Wirtschaft zu, der Finanzplatz gilt als krisensicher.
Doch nach einer Serie von Skandalen gerät die australische Wertpapierbörse ASX jetzt unter Beschuss. Eine Reform des Börsensystems Down Under wird immer wahrscheinlicher.
Kritiker attackieren vor allem die Doppelrolle der ASX, die zugleich als Marktteilnehmer und Marktkontrolleur agiert.
Anders als in Deutschland, wo die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht den Aktienhandel von unabhängiger Seite kontrolliert, hält Australien an einem "selbst regulierenden" System fest.
Danach überwacht eine staatliche Kommission namens ASIC die Einhaltung des allgemeinen Unternehmensrechts. Die konkrete Aufsicht über Aktiengeschäfte aber obliegt der Börse in Sydney weitgehend selbst.
Mitte nächster Woche zeichnet sich ein Showdown zwischen empörten Aktionären und der ASX ab.
Für die dann anstehende Hauptversammlung hat die einflussreiche Beratergruppe RiskMetrics institutionelle Großanleger zu einem Protestvotum gegen die Wiederwahl eines Börsenoberen in Sydney aufgerufen. Aktionäre sollten damit ein klares Signal setzen, sagt Dean Paatsch, Director von RiskMetrics in Melbourne: "Die Marktaufsicht der ASX hat sich in einigen kritischen Bereichen als völlig unzureichend erwiesen. Dafür muss das Gremium gerade stehen."
Der bevorstehende Frontalangriff der Aktionäre wäre der vorläufige Höhepunkt einer lange schwelenden Kampagne gegen die australische Börse.
Immer wieder waren in den vergangenen Monaten Fälle bekannt geworden, in denen die ASX in ihrer Rolle als Wächter des Aktienhandels versagt hat; darunter Insidergeschäfte, obskure Ausnahmerechte für Spezialfonds der Macquarie Bank und wilde Kursspekulationen von Hedge Fonds, die sich Aktien ausleihen, verkaufen, um den Kurs nach unten zu treiben, dann wieder zurückkaufen und an den Verleiher zurückgeben.
Das Vermögen vieler Anleger ist verbrannt.
Als Anfang des Jahres einige Brokerfirmen kollabierten und dabei das Vermögen zahlreicher Anleger mit verbrannte, monierten Kritiker, die ASX habe das riskante Spiel von Kursspekulationen und fremdfinanzierten Aktienkäufen (margin lending) sehenden Auges toleriert.
Über einen massiven Interessenkonflikt klagte etwa John Cloney, Aufsichtsratsvorsitzender der Versicherungsgruppe QBE, die selbst Opfer von Hedge-Fonds-Spekulationen wurde.
"Die Börse hat kein Interesse daran, das Handelsvolumen zu senken. Sie profitiert ja von jeder Transaktion." Um das Vertrauen in den australischen Marktplatz zu erhalten, solle die ASX künftig alle Kontrollaufgaben an den staatlichen Regulierer ASIC abgeben, fordern Gegner wie er.
Ein jüngst vorgelegter Untersuchungsbericht der ASIC aber hält die derzeitige Regelung für "adäquat". Stuart Wilson, Vorsitzender der australischen Aktionärsvereinigung ASA, wundert das nicht: "Die Regierung will für staatliche Wertpapierkontrolle kein Geld ausgeben und hält deshalb am Selbstregulierungsmodell fest", glaubt er. Dabei seien Spekulationen auf sinkende Kurse (short selling) in Australien besonders undurchsichtig und würden schlechter kontrolliert als anderswo auf der Welt.
Dem wachsenden Reformdruck kann sich die Regierung jedoch kaum noch entziehen.
Mehrere ausländische Handelsplattformen, darunter auch das pan-europäische Wertpapierhandelssystem Chi-X, stehen in den Startlöchern, um der australischen Börse Konkurrenz zu machen. Sie warten auf ein Urteil des zuständigen Ministers für Unternehmensrecht, Nick Sherry, der das derzeitige Monopol der ASX kippen und den Weg für Wettbewerb frei machen soll.
Analysten rechnen damit, dass ASIC dann neue Kompetenzen erhält und die Macht der australischen Börse beschnitten wird. Eine Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen.
Quelle: V.Sprothen
Lesen Sie auch:
(eine Auswahl)
? Insiderhandel? - Anlegerschützer Wilhelm Rasinger
? Geldvernichter Schwarzbuch
? Hypo Alpe Adria Bank - Haider - Kulterer & Co.
? Die Affäre um die Zürcher Bank Swissfirst
? Deutsche Bank - Insiderhandels mit IKB-Wertpapieren
? Szene konspirativer geworden!
? Insiderhandel - Fahnder durchsuchen EADS-Zentrale
? Sechs Jahre Haft wegen Insider-Handels
? Chinas Aktienmarkt weckt Begehrlichkeiten
? Ermittlungsverfahren gegen Freenet-Chef eröffnet
? Hoffung für Anleger - geprellt am Neuen Markt
? Politiker fordern die Umgestaltung der BaFin
? Insiderhandel - Spur führt nach Pakistan
? Handeln mit dem Wissen der Insider
? YLine-Hauptverfahren - Anklage lässt weiter auf sich warten
? Insiderskandal erschüttert den Finanzplatz New York
? US-Behörden prangern Insiderring an
? Bayern wird zum Eldorado für Anlagebetrüger
? Anlagebetrüger verursachen riesige Schäden
? Insidergeschäfte Premiere - „Erwischt werden nur die Dummen“
? Insiderskandal: Goldman Sachs - Merrill Lynch
Nur für Secret-Club-Mitglieder
(eine Auswahl)
? Erfolgreiche Anlage-Strategie erzielt Gewinne von
? AKtien Web Infos für Anleger und Spekulanten
? Spekulation mit Aktienmantel
? Finanztransaktionen
? Diskreter Wertpapierservice - über Panama
Eigentlich steht der Kontinent für Wachstum und Dynamik. Seit rund 16 Jahren legt die Wirtschaft zu, der Finanzplatz gilt als krisensicher.
Doch nach einer Serie von Skandalen gerät die australische Wertpapierbörse ASX jetzt unter Beschuss. Eine Reform des Börsensystems Down Under wird immer wahrscheinlicher.
Kritiker attackieren vor allem die Doppelrolle der ASX, die zugleich als Marktteilnehmer und Marktkontrolleur agiert.
Anders als in Deutschland, wo die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht den Aktienhandel von unabhängiger Seite kontrolliert, hält Australien an einem "selbst regulierenden" System fest.
Danach überwacht eine staatliche Kommission namens ASIC die Einhaltung des allgemeinen Unternehmensrechts. Die konkrete Aufsicht über Aktiengeschäfte aber obliegt der Börse in Sydney weitgehend selbst.
Mitte nächster Woche zeichnet sich ein Showdown zwischen empörten Aktionären und der ASX ab.
Für die dann anstehende Hauptversammlung hat die einflussreiche Beratergruppe RiskMetrics institutionelle Großanleger zu einem Protestvotum gegen die Wiederwahl eines Börsenoberen in Sydney aufgerufen. Aktionäre sollten damit ein klares Signal setzen, sagt Dean Paatsch, Director von RiskMetrics in Melbourne: "Die Marktaufsicht der ASX hat sich in einigen kritischen Bereichen als völlig unzureichend erwiesen. Dafür muss das Gremium gerade stehen."
Der bevorstehende Frontalangriff der Aktionäre wäre der vorläufige Höhepunkt einer lange schwelenden Kampagne gegen die australische Börse.
Immer wieder waren in den vergangenen Monaten Fälle bekannt geworden, in denen die ASX in ihrer Rolle als Wächter des Aktienhandels versagt hat; darunter Insidergeschäfte, obskure Ausnahmerechte für Spezialfonds der Macquarie Bank und wilde Kursspekulationen von Hedge Fonds, die sich Aktien ausleihen, verkaufen, um den Kurs nach unten zu treiben, dann wieder zurückkaufen und an den Verleiher zurückgeben.
Das Vermögen vieler Anleger ist verbrannt.
Als Anfang des Jahres einige Brokerfirmen kollabierten und dabei das Vermögen zahlreicher Anleger mit verbrannte, monierten Kritiker, die ASX habe das riskante Spiel von Kursspekulationen und fremdfinanzierten Aktienkäufen (margin lending) sehenden Auges toleriert.
Über einen massiven Interessenkonflikt klagte etwa John Cloney, Aufsichtsratsvorsitzender der Versicherungsgruppe QBE, die selbst Opfer von Hedge-Fonds-Spekulationen wurde.
"Die Börse hat kein Interesse daran, das Handelsvolumen zu senken. Sie profitiert ja von jeder Transaktion." Um das Vertrauen in den australischen Marktplatz zu erhalten, solle die ASX künftig alle Kontrollaufgaben an den staatlichen Regulierer ASIC abgeben, fordern Gegner wie er.
Ein jüngst vorgelegter Untersuchungsbericht der ASIC aber hält die derzeitige Regelung für "adäquat". Stuart Wilson, Vorsitzender der australischen Aktionärsvereinigung ASA, wundert das nicht: "Die Regierung will für staatliche Wertpapierkontrolle kein Geld ausgeben und hält deshalb am Selbstregulierungsmodell fest", glaubt er. Dabei seien Spekulationen auf sinkende Kurse (short selling) in Australien besonders undurchsichtig und würden schlechter kontrolliert als anderswo auf der Welt.
Dem wachsenden Reformdruck kann sich die Regierung jedoch kaum noch entziehen.
Mehrere ausländische Handelsplattformen, darunter auch das pan-europäische Wertpapierhandelssystem Chi-X, stehen in den Startlöchern, um der australischen Börse Konkurrenz zu machen. Sie warten auf ein Urteil des zuständigen Ministers für Unternehmensrecht, Nick Sherry, der das derzeitige Monopol der ASX kippen und den Weg für Wettbewerb frei machen soll.
Analysten rechnen damit, dass ASIC dann neue Kompetenzen erhält und die Macht der australischen Börse beschnitten wird. Eine Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen.
Quelle: V.Sprothen
Lesen Sie auch:
(eine Auswahl)
? Insiderhandel? - Anlegerschützer Wilhelm Rasinger
? Geldvernichter Schwarzbuch
? Hypo Alpe Adria Bank - Haider - Kulterer & Co.
? Die Affäre um die Zürcher Bank Swissfirst
? Deutsche Bank - Insiderhandels mit IKB-Wertpapieren
? Szene konspirativer geworden!
? Insiderhandel - Fahnder durchsuchen EADS-Zentrale
? Sechs Jahre Haft wegen Insider-Handels
? Chinas Aktienmarkt weckt Begehrlichkeiten
? Ermittlungsverfahren gegen Freenet-Chef eröffnet
? Hoffung für Anleger - geprellt am Neuen Markt
? Politiker fordern die Umgestaltung der BaFin
? Insiderhandel - Spur führt nach Pakistan
? Handeln mit dem Wissen der Insider
? YLine-Hauptverfahren - Anklage lässt weiter auf sich warten
? Insiderskandal erschüttert den Finanzplatz New York
? US-Behörden prangern Insiderring an
? Bayern wird zum Eldorado für Anlagebetrüger
? Anlagebetrüger verursachen riesige Schäden
? Insidergeschäfte Premiere - „Erwischt werden nur die Dummen“
? Insiderskandal: Goldman Sachs - Merrill Lynch
Nur für Secret-Club-Mitglieder
(eine Auswahl)
? Erfolgreiche Anlage-Strategie erzielt Gewinne von
? AKtien Web Infos für Anleger und Spekulanten
? Spekulation mit Aktienmantel
? Finanztransaktionen
? Diskreter Wertpapierservice - über Panama


