Branchenregulierung Solvency II
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Branchenregulierung Solvency II
Solvency II wird für Banken zur Zeitbombe
Laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young beschäftigen sich die Asset Manager vor allem damit, wie sie der kommenden EU-Branchenregulierung Solvency II gerecht werden können. Nach den Ergebnissen einer Umfrage unter 44 Vermögensverwaltern in Europa fehlt es darüber hinaus jedoch an Konzepten. Von den Banken mit Versicherern als Anlagekunden erwarten zwei Drittel Mehrerträge durch die EU-Branchenregulierung Solvency II – neun von zehn Vermögensverwaltern wissen aber nicht, wie sie vom neuen Regelwerk profitieren können.
Verlust von Kunden droht
"Wenn sich die Banken nicht überlegen, wie sie neue Ertragsquellen erschließen könnten, droht ihnen der Verlust von Kunden. Die Branche hat bisher eher reagiert als die Herausforderungen selbst in Angriff genommen", warnt Ernst-&-Young Versicherungsexperte Hans-Jürgen Wolter. "Da die EU in 18 Monaten mit Solvency II ernst machen will, wird das Regelwerk für die Banken zu einer Zeitbombe." Die Umsetzung des Regelwerks ist nach wie vor nicht bis ins letzte Detail definiert. Deswegen befürchten laut Ernst & Young die Asset Manager, dass sie zu viel für die Vorbereitungen ausgeben.
Solvency II verlangt auch von den Banken eine Reihe von Schritten. So müssen die Berater neu geschult oder neue Mitarbeiter eingestellt werden. Kommunikation und Datenmanagement sind ebenfalls betroffen. Laut Wolter sind die notwendigen Aufwendungen hoch.
Laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young beschäftigen sich die Asset Manager vor allem damit, wie sie der kommenden EU-Branchenregulierung Solvency II gerecht werden können. Nach den Ergebnissen einer Umfrage unter 44 Vermögensverwaltern in Europa fehlt es darüber hinaus jedoch an Konzepten. Von den Banken mit Versicherern als Anlagekunden erwarten zwei Drittel Mehrerträge durch die EU-Branchenregulierung Solvency II – neun von zehn Vermögensverwaltern wissen aber nicht, wie sie vom neuen Regelwerk profitieren können.
Verlust von Kunden droht
"Wenn sich die Banken nicht überlegen, wie sie neue Ertragsquellen erschließen könnten, droht ihnen der Verlust von Kunden. Die Branche hat bisher eher reagiert als die Herausforderungen selbst in Angriff genommen", warnt Ernst-&-Young Versicherungsexperte Hans-Jürgen Wolter. "Da die EU in 18 Monaten mit Solvency II ernst machen will, wird das Regelwerk für die Banken zu einer Zeitbombe." Die Umsetzung des Regelwerks ist nach wie vor nicht bis ins letzte Detail definiert. Deswegen befürchten laut Ernst & Young die Asset Manager, dass sie zu viel für die Vorbereitungen ausgeben.
Solvency II verlangt auch von den Banken eine Reihe von Schritten. So müssen die Berater neu geschult oder neue Mitarbeiter eingestellt werden. Kommunikation und Datenmanagement sind ebenfalls betroffen. Laut Wolter sind die notwendigen Aufwendungen hoch.
Solvency II voraussichtlich erst ab 2015
Im Streit um schärfere Kapitalvorschriften für die Versicherungsbranche zeichnet sich ein Aufschub um ein Jahr ab.
Wie Reuters nach Informationen aus Verhandlungskreisen berichtete, schlug die EU-Kommission eine Verschiebung der neuen Vorgaben für die Versicherungsbranche bis Januar 2015 vor. EU-Kommissar Michel Barnier schlug Vertretern der EU-Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments vor, noch vor dem Start zu prüfen, welche Auswirkungen die Vorschriften auf die langfristigen Verbindlichkeiten haben, die Versicherungskonzerne zur Absicherung ihrer Produkte eingehen. Dem Vorschlag zufolge solle die Europäische Versicherungsaufsicht EIOPA den Test ausführen, hieß es. Dem neuen Zeitplan zufolge seien Ergebnisse frühestens in einem halben Jahr zu erwarten. Mit dem Starttermin im Januar 2015 rückt nach den Angaben auch die Frist für die Implementierung der Vorschriften durch die Mitgliedstaaten um ein Jahr nach hinten auf den 30. Juni 2014. Dieser Termin soll den Aufsichtsbehörden und den Unternehmen ausreichend Zeit geben, den Start auf nationaler Ebene vorzubereiten.
Unsicherheit innerhalb der Branche verlängert sich
Mit dem Aufschub verlängert sich auch die Unsicherheit für die Versicherungsbranche, die darüber klagt, dass die Unklarheit über das geforderte Ausmaß der Risikoabsicherung bereits jetzt Investoren abschrecke. Die geplante Verschiebung der EU-Kommission kommt überraschend, das sie bislang dafür gekämpft hat, die Regeln so bald wie möglich in Kraft zu setzen – der Start war ursprünglich bereits ab 2013 geplant, doch seit Monaten stocken die Verhandlungen über "Solvency II". Ziel der Richtlinie ist es, dass die Branche ausreichend Kapital für alle tatsächlichen Risiken vorhält. Bisher wird nur pauschal berechnet – viele Risiken wie etwa Aktieninvestments werden gänzlich ignoriert. Zugleich gilt "Solvency II" als wichtige Maßnahme der EU-Krisenabsicherung. Mit einer zügigen Umsetzung wollte die Staatengemeinschaft zudem ihre Handlungsfähigkeit demonstrieren – die ersten Gespräche darüber liefen allerdings bereits vor zehn Jahren, als von der Finanzkrise noch keine Rede war.
Im Streit um schärfere Kapitalvorschriften für die Versicherungsbranche zeichnet sich ein Aufschub um ein Jahr ab.
Wie Reuters nach Informationen aus Verhandlungskreisen berichtete, schlug die EU-Kommission eine Verschiebung der neuen Vorgaben für die Versicherungsbranche bis Januar 2015 vor. EU-Kommissar Michel Barnier schlug Vertretern der EU-Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments vor, noch vor dem Start zu prüfen, welche Auswirkungen die Vorschriften auf die langfristigen Verbindlichkeiten haben, die Versicherungskonzerne zur Absicherung ihrer Produkte eingehen. Dem Vorschlag zufolge solle die Europäische Versicherungsaufsicht EIOPA den Test ausführen, hieß es. Dem neuen Zeitplan zufolge seien Ergebnisse frühestens in einem halben Jahr zu erwarten. Mit dem Starttermin im Januar 2015 rückt nach den Angaben auch die Frist für die Implementierung der Vorschriften durch die Mitgliedstaaten um ein Jahr nach hinten auf den 30. Juni 2014. Dieser Termin soll den Aufsichtsbehörden und den Unternehmen ausreichend Zeit geben, den Start auf nationaler Ebene vorzubereiten.
Unsicherheit innerhalb der Branche verlängert sich
Mit dem Aufschub verlängert sich auch die Unsicherheit für die Versicherungsbranche, die darüber klagt, dass die Unklarheit über das geforderte Ausmaß der Risikoabsicherung bereits jetzt Investoren abschrecke. Die geplante Verschiebung der EU-Kommission kommt überraschend, das sie bislang dafür gekämpft hat, die Regeln so bald wie möglich in Kraft zu setzen – der Start war ursprünglich bereits ab 2013 geplant, doch seit Monaten stocken die Verhandlungen über "Solvency II". Ziel der Richtlinie ist es, dass die Branche ausreichend Kapital für alle tatsächlichen Risiken vorhält. Bisher wird nur pauschal berechnet – viele Risiken wie etwa Aktieninvestments werden gänzlich ignoriert. Zugleich gilt "Solvency II" als wichtige Maßnahme der EU-Krisenabsicherung. Mit einer zügigen Umsetzung wollte die Staatengemeinschaft zudem ihre Handlungsfähigkeit demonstrieren – die ersten Gespräche darüber liefen allerdings bereits vor zehn Jahren, als von der Finanzkrise noch keine Rede war.
Versicherer sind nicht vorbereitet
Das Reformprojekt der EU- Kommission Solvency II soll voraussichtlich erst ein Jahr später als geplant, also 2015, starten. Das kommt den meisten Versicherern nicht ungelegen. Eine Vielzahl von ihnen ist nämlich noch unvorbereitet
50 Versicherungsunternehmen und zwölf Pensionskassen befragte die Versicherungsgesellschaft Axa zum Stand der Dinge was Solvency II betrifft. Das Ergebnis: 75 Prozent der Pensionskassen und 46 Prozent der Versicherer fühlen sich nicht gerüstet.
Dabei sind große Versicherungen anscheinend besser dran als kleine. 57 Prozent der Versicherer mit einem Prämieneinkommen unter 1 Milliarde Euro fühlen sich nicht ausreichend gewappnet – im Kontrast zu den Großversicherungen, wo nur jede Dritte (32 Prozent) Nachholbedarf sieht.
Besonders schlecht schätzen sich aber die Rückversicherer ein. 71 Prozent von ihnen gaben an, zum ursprünglich angepeilten Termin nicht ausreichend vorbereitet zu sein. Bei Lebens- und Krankenversicherern ergibt sich ein geteiltes Bild – rund die Hälfte glaubt noch nachbessern zu müssen.
Ein klares Bild ergibt sich, wenn man die größten Sorgen der Befragten betrachtet. 93 Prozent der Versicherer gaben an, dass sich die Vorbereitungen für die neuen Transparenzanforderungen und Reportingpflichten nur auf einem befriedigenden oder schlechten Stand seien. Bezüglich des neuen Risikomanagements lag dieser Wert bei 65 Prozent.
Trotz der Schwierigkeiten empfindet die Mehrheit (56 Prozent) die neuen Regeln als notwendig oder sogar sehr notwendig. 60 Prozent der Befragten glauben außerdem, dass ihr Portfolio durch Solvency II stärker diversifiziert wird.
50 Versicherungsunternehmen und zwölf Pensionskassen befragte die Versicherungsgesellschaft Axa zum Stand der Dinge was Solvency II betrifft. Das Ergebnis: 75 Prozent der Pensionskassen und 46 Prozent der Versicherer fühlen sich nicht gerüstet.
Dabei sind große Versicherungen anscheinend besser dran als kleine. 57 Prozent der Versicherer mit einem Prämieneinkommen unter 1 Milliarde Euro fühlen sich nicht ausreichend gewappnet – im Kontrast zu den Großversicherungen, wo nur jede Dritte (32 Prozent) Nachholbedarf sieht.
Besonders schlecht schätzen sich aber die Rückversicherer ein. 71 Prozent von ihnen gaben an, zum ursprünglich angepeilten Termin nicht ausreichend vorbereitet zu sein. Bei Lebens- und Krankenversicherern ergibt sich ein geteiltes Bild – rund die Hälfte glaubt noch nachbessern zu müssen.
Ein klares Bild ergibt sich, wenn man die größten Sorgen der Befragten betrachtet. 93 Prozent der Versicherer gaben an, dass sich die Vorbereitungen für die neuen Transparenzanforderungen und Reportingpflichten nur auf einem befriedigenden oder schlechten Stand seien. Bezüglich des neuen Risikomanagements lag dieser Wert bei 65 Prozent.
Trotz der Schwierigkeiten empfindet die Mehrheit (56 Prozent) die neuen Regeln als notwendig oder sogar sehr notwendig. 60 Prozent der Befragten glauben außerdem, dass ihr Portfolio durch Solvency II stärker diversifiziert wird.
Zitat
Über Solvency II
Die EU-Kommission beschloss 2007 unter dem Namen Solvency II die grundlegende Reform des Versicherungsaufsichtsrechtes. Eigentlich sollte die Reform schon 2014 an den Start gehen, jedoch schlug die Kommission im September dieses Jahres die Verschiebung auf den 1.1.2015 vor. Grundlegende Ziele vom auf einem Drei-Säulen-Modell basierenden Solvency II sind das Sichern von Qualität, das Schaffen von Transparenz für den Kunden, und ein ausreichendes Eigenkapital für Versicherungen.
Kapitalregeln für Versicherer kommen möglicherweise erst 2017
Die neuen Eigenkapitalregeln für die Versicherungsbranche treten nach Einschätzung von Bafin-Chefin Elke König möglicherweise erst in gut vier Jahren in Kraft. Die Einführung der Regeln mit dem Namen "Solvency II" sei für das Jahr 2014 jedenfalls vom Tisch, sagte die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) am Montag in Frankfurt. Realistischer sei eine Einführung im Jahr 2016, vielleicht werde es sogar 2017.
Dass die zunächst für 2014 vorgesehene Einführung verschoben werden dürfte, war bereits zuvor durchgesickert. Ein neuer Zeitpunkt für die Einführung wurde bisher aber nicht genannt. Die neuen Aufsichts- und Eigenkapitalregeln sollen die Versicherer zwingen, für eingegangene Risiken fest vorgegebene Eigenkapitalquoten zu erfüllen. Während die großen deutschen Unternehmen der Branche die neuen Regeln im Grundsatz begrüßen, üben sie intensive Kritik im Detail
Dass die zunächst für 2014 vorgesehene Einführung verschoben werden dürfte, war bereits zuvor durchgesickert. Ein neuer Zeitpunkt für die Einführung wurde bisher aber nicht genannt. Die neuen Aufsichts- und Eigenkapitalregeln sollen die Versicherer zwingen, für eingegangene Risiken fest vorgegebene Eigenkapitalquoten zu erfüllen. Während die großen deutschen Unternehmen der Branche die neuen Regeln im Grundsatz begrüßen, üben sie intensive Kritik im Detail
Solvency II: "Realistisch erst 2017"
Laut Elke König, Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungaufsicht (BaFin), spricht derzeit alles für eine weitere Verzögerung der neuen Kapitalvorschriften für Versicherer in Europa.
Nachdem sich die Einführung von "Solvency II" bereits einige Male verzögert hat, zeichnet sich nun erneut eine Verschiebung ab. Grund dafür sind die die langjährigen Garantien für Lebensversicherungen, die nach Ansicht der deutschen Versicherer gefährdet sein würden – die Auswirkungen sollen nun in einer breit angelegten Studie noch einmal geprüft werden. Der geplante Start der neuen Kapitalvorschriften für Anfang 2016 steht daher auf mehr als wackeligen Beinen. "Ich meine, der Zeitpunkt sollte vor allem eines sein: realistisch. Das spricht eher für den Start zum 1. Januar 2017", meinte König beim Neujahrsempfang der Finanzaufsicht in Frankfurt.
"Versicherer müssen bei Produktgestaltung neue Wege gehen"
Nach Meinung von König müssten die Versicherer dennoch Alternativen zu den Langfrist-Garantien entwickeln, um sich auf eine lange Phase niedriger Zinsen einzustellen. "Das niedrige Zinsniveau mag uns noch viele Jahre begleiten. Die Versicherer müssen sich darauf einstellen und bei der Produktgestaltung neue Wege gehen", so die BaFin-Chefin.
Auch die Bausparkassen seien durch die Niedrigzinsen belastet, da deren Kunden die teils bereits vor Jahrzehnten vereinbarten hohen Sparzinsen zwar kassieren, sich den Baukredit aber zu günstigeren Konditionen anderswo holen würden. "Bleiben die Marktzinsen dauerhaft so niedrig wie derzeit, wird die Branche gegensteuern und das Zinsniveau in neuen Tarifen noch weiter senken müssen", forderte König
Laut Elke König, Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungaufsicht (BaFin), spricht derzeit alles für eine weitere Verzögerung der neuen Kapitalvorschriften für Versicherer in Europa.
Nachdem sich die Einführung von "Solvency II" bereits einige Male verzögert hat, zeichnet sich nun erneut eine Verschiebung ab. Grund dafür sind die die langjährigen Garantien für Lebensversicherungen, die nach Ansicht der deutschen Versicherer gefährdet sein würden – die Auswirkungen sollen nun in einer breit angelegten Studie noch einmal geprüft werden. Der geplante Start der neuen Kapitalvorschriften für Anfang 2016 steht daher auf mehr als wackeligen Beinen. "Ich meine, der Zeitpunkt sollte vor allem eines sein: realistisch. Das spricht eher für den Start zum 1. Januar 2017", meinte König beim Neujahrsempfang der Finanzaufsicht in Frankfurt.
"Versicherer müssen bei Produktgestaltung neue Wege gehen"
Nach Meinung von König müssten die Versicherer dennoch Alternativen zu den Langfrist-Garantien entwickeln, um sich auf eine lange Phase niedriger Zinsen einzustellen. "Das niedrige Zinsniveau mag uns noch viele Jahre begleiten. Die Versicherer müssen sich darauf einstellen und bei der Produktgestaltung neue Wege gehen", so die BaFin-Chefin.
Auch die Bausparkassen seien durch die Niedrigzinsen belastet, da deren Kunden die teils bereits vor Jahrzehnten vereinbarten hohen Sparzinsen zwar kassieren, sich den Baukredit aber zu günstigeren Konditionen anderswo holen würden. "Bleiben die Marktzinsen dauerhaft so niedrig wie derzeit, wird die Branche gegensteuern und das Zinsniveau in neuen Tarifen noch weiter senken müssen", forderte König


