Groupon Europe GmbH - Gutschein-Anbieter
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Groupon Europe GmbH - Gutschein-Anbieter
Groupon ist ein Gutschein-Anbieter, der mit preislich sehr attraktiven "Deals of the Day" seine Kunden zur Teilnahme an Events oder zum Restaurantbesuch oder anderen Aktivitäten bewegen möchte. Der Deal kommt nur dann zustande, wenn sich genug Teilnehmer finden. Das führt zu interessanten gruppendynamischen Effekten, weil die Kunden dann selbst Werbung für diese Deals und damit für Groupon machen.
Ein User schreibt
groupon.de (FAQ) (AGB)
* Aus der Webseite:
Groupon.de ist ein Angebot der:
Groupon GmbH
Rosenstraße 17
10178 Berlin
Zitat
Google ist laut Medienberichten bei der Schnäppchen-Website Groupon mit einem Kaufangebot von bis zu sechs Milliarden Dollar abgeblitzt. Die Gespräche seien ergebnislos abgebrochen worden, berichteten unter anderem die «New York Times» und das «Wall Street Journal».
Zitat
Groupon bietet jeden Tag ein neues, attraktives Freizeitangebot in Deiner Stadt mit bis zu 50% Rabatt (z.B. ein 60-Euro-Abendessen für nur 30 Euro oder einen 100-Euro-Freizeitpark-Besuch für nur 50 Euro). Wenn sich eine Mindestanzahl von Interessenten vor dessen Ablauf für den gleichen Deal anmeldet, bekommen alle den entsprechenden Gutschein zugesandt.
Ein User schreibt
Zitat
Auch ich habe das Angebot erhalten Aral - Gutscheine zu kaufen und habe das in Höhe von 50€ angenommen und überwiesen. Obwohl die Überweisung erfolgt war, kam die Nachricht, dass es "Überweisungsprobleme" gegeben hätte. Auf mein Androhen, die Staatsanwaltschaft einzuschalten, hat man mir 45 € zurück überwiesen. Die restlichen 5 € nimmt man wohl als Dankesgabe vom Kunden; wohl wissend, dass dieser Minimalbetrag nicht pfändbar ist. Für mich ist City Deal inakzeptabel
Zitat
Man sollte bei den Groupon-Deals immer die regulären Preise der Angebote kontrollieren. Hier wird nähmlich gerne geschummelt! Die Anbieter müssen nähmlich bis zu 50% Provision an Groupon zahlen - das lohnt sich oft nur, wenn die Angebote mit Phantasiepreisen berechnet werden. Beliebter Trick: Es wird was angeboten, was man in dieser Konfiguration eigentlich gar nicht im regulären Angebot hat und kann nun einen viel zu hohen Preis angeben, auf welchen man einen "tollen" Rabatt bietet. Beispiel:
Eine Firma xyz hat ein 4er Abo für irgendeine Dienstleistung für 100 EUR im regulären Angebot. Für Groupon kreieren sie nun ein neues 2er Abo, welches angeblich 90 EUR wert ist. Darauf gibt man dann 50% Rabatt, also 45 EUR. Kauft man das, hat man in Wirklichkeit nur 10% Rabatt bekommen, da 2 Anwendungen über das 4er Abo schließlich auch nur 50 EUR kosten würden.
Auch sehr beliebt sind Hotels: Der Rabatt wird auf den regulären Preis gegeben. Aber wer mietet sich heute noch für den regulären Preis im Hotel ein? hotel.de etc. bietet meist täglich den Rabatt, den man bei Groupon als super Deal einmalig präsentiert. Vielleicht bekommt man das Frühstück gratis, aber bestimmt keine 50% Rabatt.
groupon.de (FAQ) (AGB)
* Aus der Webseite:
Zitat
Mehrjährige Erfahrung
Wir wissen was wir tun und haben erfahrene und dynamische Mitarbeiter an Board, mit vielen Jahren Erfahrung im Internetverkauf und Event/Gutschein-Bereich.
Groupon.de ist ein Angebot der:
Groupon GmbH
Rosenstraße 17
10178 Berlin
Zitat
Jade 999. GmbH
Veränderungen 23.04.2010
Firma Neu: CityDeal Europe GmbH
CityDeal Europe GmbH
Veränderungen 21.09.2010
CityDeal Europe GmbH,
Saarbrücker Straße 20-21, 10405 Berlin.
Firma Neu: Groupon Europe GmbH
Geschäftsführer:
Dr. Glasner, Daniel Philipp, *18.11.1976
Zitat
Groupon GmbH
* GESCHAEFTSFUEHRUNG
Herr Oliver Roskopf
Herr Dr. Daniel Glasner
Herr Sebastian Schmidt
Herr Philipp Magin
Herr Philip Daniel Conrath
Herr Thorsten Schröppe
* GESCHAEFTSTAETIGKEIT
Der Aufbau, der Betrieb und die Weiterentwicklung von digitalen Diensten zur aktions- und regionalbezogenen Vermarktung von Gutscheinen für Produkte und Dienstleistungen mit einem gruppenbezogenen Preisvorteil. Geschäfte, für die besondere behördliche Genehmigungen erforderlich sind, gehören nicht zum Gegenstand des Unternehmens.
* GESELLSCHAFTER
Zitat
Mwide Net Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
GEGRÜNDET: 30. Januar 2009 - HAFTUNGSKAPITAL: 1 Euro
Zitat
Zalando GmbH
Gesellschafter: Mwide Net Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
Beteiligung: 389 Euro
Geschaeftsfuehrer: Herr Frank Biedka
Beteiligung: 250 Euro
Zitat
Khalil Enterprises Ltd.
DIRECTOR - DAVID KHALIL
Beteiligung: 63 Euro
Zitat
Brosseder Ventures Ltd.
DIRECTOR - LUKAS BROSSEDER
Beteiligung: 63 Euro
Zitat
Herrn Arnt Jeschke
Beteiligung: 63 Euro
Zitat
Groupon Europe GmbH
Beteiligung: 24.080 Euro
Zitat
Askari UG c/o Horstmann (haftungsbeschränkt)
Grundkapital: 500 Euro
Geschaeftsfuehrer: Herr Uwe Horstmann
Beteiligung: 83 Euro
Zitat
J.B. Projects GmbH
Geschäftsführer: Herr Just Willem Beyer
Beteiligung: 63 Euro
Zitat
Florian Heinemann Beratung & Beteiligung GmbH
Geschäftsführer: Dr. Florian Heinemann
Beteiligung: 335 Euro
Groupon, die als der am schnellsten wachsende Internet-Start-Up aller Zeiten gelten, setzen nach aktuellen Analystenschätzungen bereits jetzt jährlich 400 bis 600 Millionen US-Dollar um. Gegründet wurde die Firma von Andrew Mason, einem studierten Musiker, der mit seiner Freundin und 20 Katzen in Chicago lebt
Groupon, Inc.
600 W Chicago Ave., Ste. 620
Chicago, IL 60654
United States
*www.groupon.com
Rob Solomon President and COO
Ken Pelletier CTO
Julie Mossler Public Relations Manager
Andrew Mason CEO and Director
Director
Brad Keywell -
Eric P. Lefkofsky
Andrew Mason CEO
Ted Leonsis
Harry R. Weller
Kevin Efrusy
Peter J. Barris
John R. Walter
Jason Fried
Groupon, Inc.
600 W Chicago Ave., Ste. 620
Chicago, IL 60654
United States
*www.groupon.com
Rob Solomon President and COO
Ken Pelletier CTO
Julie Mossler Public Relations Manager
Andrew Mason CEO and Director
Director
Brad Keywell -
Eric P. Lefkofsky
Andrew Mason CEO
Ted Leonsis
Harry R. Weller
Kevin Efrusy
Peter J. Barris
John R. Walter
Jason Fried
Zitat
Der E-Mail-Verteiler soll von 13 Millionen in diesem auf 25 Millionen Leser in 2011 wachsen
Zitat
Groupon CH GmbH
Zürich - Schweiz
Groupon Europe GmbH Gesellschafterin, mit einem Stammanteil von CHF 20'000.00
Zitat
Groupon (FR) GmbH
Geschäftsführer: Dr. Daniel Glasner
Zitat
Groupon (UK) GmbH
Geschäftsführer: Dr. Daniel Glasner
Gesellschafter:
Mwide Net Unternehmergesellschaft (haftungsbeschränkt)
Beteiligung: 250 Euro
Groupon Europe GmbH
Beteiligung: 20.892 Euro
Askari UG c/o Horstmann (haftungsbeschränkt)
Beteiligung: 85 Euro
CM UG (haftungsbeschränkt)
Beteiligung: 3. 438 Euro
Florian Heinemann Beratung & Beteiligung GmbH
Beteiligung: 335 Euro
Zitat
Groupon Europe GmbH
Geschäftsführer:
Herr Arnt Jeschke
Dr. Daniel Glasner
Gesellschafter:
Rocket Internet GmbH
Beteiligung: 30.929 Euro
Kinnevik New Ventures AB - Schweden
Beteiligung: 5.410 Euro
eVenture Fonds 1 GmbH & Co. KG
Beteiligung: 5.410 Euro
Holtzbrinck Ventures NM GmbH
Beteiligung: 4. 639 Euro
Zitat
D.P. Glasner Ventures UG (haftungsbeschränkt)
Dr. Herr Daniel Philipp Glasner
* GESCHAEFTSTAETIGKEIT
Die betriebswirtschaftliche Unternehmensberatung, unter Ausschluss genehmigungspflichtiger Tätigkeiten, sowie die Verwaltung eigenen Vermögens und die Beteiligung an anderen Unternehmen.
Grundkapital: 150 Euro
Andrew Mason - Chef von Groupon, im Gespräch mit FOCUS Online
Die Bewertung des laut „Forbes“-Magazin „am schnellsten wachsenden Unternehmens aller Zeiten“ explodierte: Vergangenen April, als sich der russische Investor Digital Sky Technologies (DST) beteiligte, war es eine Milliarde Dollar. Ende Dezember bot Google schon sechs Milliarden. Inzwischen bewerten Banker den Überflieger mit 15 Milliarden Dollar, die „New York Times“ berichtete kürzlich über Börsenpläne. Seit Frühjahr 2010 erhöhte sich das Groupon-Preisschild um 50 Millionen Dollar – pro Tag.
Ende Januar startete Facebook in Europa den Schnäppchendienst Deals – ein Angriff auf Groupon. Facebook-Mitglieder erhalten Rabatte, wenn sie sich mit ihrem Smartphone bei Firmen in ihrer Umgebung virtuell anmelden
Platzt bald die nächste Blase?
Zitat
Groupon wuchs innerhalb von zwei Jahren von null auf 4000 Beschäftigte, expandierte in 40 Länder und wird schon mit Google und Facebook verglichen. 50 Millionen Kunden erhalten per E-Mail ihr tägliches Schnäppchen – vor einem Jahr waren es erst zwei Millionen.
Die Bewertung des laut „Forbes“-Magazin „am schnellsten wachsenden Unternehmens aller Zeiten“ explodierte: Vergangenen April, als sich der russische Investor Digital Sky Technologies (DST) beteiligte, war es eine Milliarde Dollar. Ende Dezember bot Google schon sechs Milliarden. Inzwischen bewerten Banker den Überflieger mit 15 Milliarden Dollar, die „New York Times“ berichtete kürzlich über Börsenpläne. Seit Frühjahr 2010 erhöhte sich das Groupon-Preisschild um 50 Millionen Dollar – pro Tag.
Ende Januar startete Facebook in Europa den Schnäppchendienst Deals – ein Angriff auf Groupon. Facebook-Mitglieder erhalten Rabatte, wenn sie sich mit ihrem Smartphone bei Firmen in ihrer Umgebung virtuell anmelden
Platzt bald die nächste Blase?
Groupon beantragt Börsengang
Die Euphorie um Internetfirmen erreicht einen neuen Höhepunkt: Das Rabatt-Portal Groupon geht an die Börse – und die Anleger können es kaum erwarten. Der Wert des Unternehmens steigt immer weiter.
Einer der größten Börsengänge des Jahres steht unmittelbar bevor:
Das boomende Schnäppchen-Portal Groupon macht sich den Appetit der Anleger auf Internetfirmen zunutze und will in einem ersten Schritt 750 Millionen Dollar (520 Mio Euro) bei Investoren einsammeln. Ein Datum für die Erstnotierung und der Stückpreis der Aktien stehe jedoch noch nicht fest, teilte Groupon am Donnerstag (Ortszeit) in Chicago mit.
Mit dem Schritt war schon seit Monaten gerechnet worden. Gründer und Firmenchef Andrew Mason hatte erst vor einem halben Jahr ein sechs Milliarden Dollar schweres Kaufangebot des Internetgiganten Google abgelehnt und erntete dafür vielerorts Kopfschütteln. Doch die Warterei hat sich gelohnt: Mittlerweile kursieren Werte von 15 Milliarden Dollar aufwärts – und dabei ist Groupon erst im November 2008 an den Start gegangen und macht Miese.
Die Euphorie um Internetfirmen erreicht einen neuen Höhepunkt: Das Rabatt-Portal Groupon geht an die Börse – und die Anleger können es kaum erwarten. Der Wert des Unternehmens steigt immer weiter.
Einer der größten Börsengänge des Jahres steht unmittelbar bevor:
Das boomende Schnäppchen-Portal Groupon macht sich den Appetit der Anleger auf Internetfirmen zunutze und will in einem ersten Schritt 750 Millionen Dollar (520 Mio Euro) bei Investoren einsammeln. Ein Datum für die Erstnotierung und der Stückpreis der Aktien stehe jedoch noch nicht fest, teilte Groupon am Donnerstag (Ortszeit) in Chicago mit.
Mit dem Schritt war schon seit Monaten gerechnet worden. Gründer und Firmenchef Andrew Mason hatte erst vor einem halben Jahr ein sechs Milliarden Dollar schweres Kaufangebot des Internetgiganten Google abgelehnt und erntete dafür vielerorts Kopfschütteln. Doch die Warterei hat sich gelohnt: Mittlerweile kursieren Werte von 15 Milliarden Dollar aufwärts – und dabei ist Groupon erst im November 2008 an den Start gegangen und macht Miese.
Der Deal des Tages - Was es mit den Groupon-Diensten auf sich hat.
Schnäppchenportale erfreuen sich im Internet immer größerer Beliebtheit. Dabei sind es in erster Linie Groupon-Dienste, die dank Gruppenrabatt mit starken Vergünstigungen locken. Der Begriff «Groupon» setzt sich aus dem englischen Wort für Gruppe («group») und dem französischen Wort für Gutschein («coupon») zusammen - es handelt sich also dabei um den klassischen Gruppenrabatt. Das vielfältige Angebot von Seiten wie groupon.de, ab-in-den-urlaub-deals.de oder dailydeal.de reicht dabei von Gutscheinen für Restaurantbesuche zu zweit, über Kinokarten sogar bis hin zu Urlaubsreisen
Da die Angebote auf die eigene Stadt bezogen sind, lohnt sich der Blick besonders. Oftmals lassen sich Angebote für Produkte und Dienstleistungen in direkter Nähe finden. Die möglichen Einsparungen machen dabei den besonderen Reiz der Groupon-Dienste aus. So ist es möglich, zum halben Preis zum Sonntags-Brunch zu gehen oder den Tag zu zweit im Wellness-Center für 9 statt 18,50 € zu verbringen.
Wie funktioniert das alles und wo ist der Haken?
Ganz einfach:
Die Vergünstigungen werden durch Gruppenrabatte ermöglicht. Das heißt, die Schnäppchen gibt es nur, wenn genügend Käufer mitmachen. Der Kunde löst dabei den Gutschein ganz individuell ein, auch wenn der Preisnachlass der gesamten Gruppe gewährt wird. Kommen nicht genug Käufer zusammen, findet der Deal nicht statt. Viele Angebote gibt es nur für kurze Zeit - das Schnäppchen von heute kann es morgen schon nicht mehr geben, weshalb oftmals auch Spontaneität gefordert ist. Frei nach dem Motto gilt dabei: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Die Anmeldung ist denkbar einfach. In der Regel genügt für die Registrierung zunächst die Angabe von E-Mail-Adresse und Ort, schon werden die aktuellen Deals der Stadt angezeigt. Um einen Gutschein zu ergattern, wählt man zuerst seine Stadt aus. Nach der Ortswahl ist das jeweilige Tagesangebot zu sehen. Bei Interesse wird der «Kaufen»-Button gedrückt. Lassen sich ausreichend Interessenten für das Angebot finden, steht der Deal und der fällige Betrag wird vom Konto oder der Kreditkarte abgebucht. Den Gutschein bekommt man bequem als PDF in sein E-Mail-Postfach und muss nur noch ausgedruckt werden.
Die Konkurrenz unter den Groupon-Diensten ist groß und das Angebot vielseitig. Eine Besonderheit unter den Schnäppchen-Angeboten ist die Seite ab-in-den-urlaub-deals.de , die ausschließlich Reise-Deals anbietet. Gerade jetzt in der Urlaubszeit hat die Plattform Hochkonjunktur, bietet sie doch Hotels, Flüge und Pauschalreisen wahrhaftig zu Traumpreisen. Kurzentschlossen sollte man dabei sein, um sich die besten Schnäppchen zu sichern. Der Reisetermin kann aber innerhalb einer vorgegebenen Spanne frei gewählt werden, der Urlaub muss also nicht, wie beim Prinzip Last Minute, quasi sofort angetreten werden.
Ein kleiner Tipp: Sind Sie Kunde von ab-in-den-urlaub.de haben Sie auch exklusive Vorteile auf ab-in-den-urlaub-deals.de. Sie sehen beispielsweise die Angebote der kommenden Woche schon vor allen anderen und können sich Ihren Deal schon vor 10 Uhr sichern - so haben Sie Ihr Schnäppchen zum offiziellen Verkaufsstart längst in der Tasche! Loggen Sie sich dafür einfach mit ihren ab-in-den-urlaub.de-Kundendaten ein.
Bei der Schnäppchen-Jagd gilt für die Groupon-Dienste, wie auch allgemein für das Shoppen im Internet: Gehen Sie mit Ihren Daten behutsam um und benutzen Sie sichere Passwörter. Es sei auch noch darauf hingewiesen, dass auch bei Internet-Dienstleistern ein 14-tägiges Rückgaberecht besteht. Desweiteren lohnt sich auch beim besten Angebot immer ein Preisvergleich.
* News.de - Stefan Münchow
Schnäppchenportale erfreuen sich im Internet immer größerer Beliebtheit. Dabei sind es in erster Linie Groupon-Dienste, die dank Gruppenrabatt mit starken Vergünstigungen locken. Der Begriff «Groupon» setzt sich aus dem englischen Wort für Gruppe («group») und dem französischen Wort für Gutschein («coupon») zusammen - es handelt sich also dabei um den klassischen Gruppenrabatt. Das vielfältige Angebot von Seiten wie groupon.de, ab-in-den-urlaub-deals.de oder dailydeal.de reicht dabei von Gutscheinen für Restaurantbesuche zu zweit, über Kinokarten sogar bis hin zu Urlaubsreisen
Da die Angebote auf die eigene Stadt bezogen sind, lohnt sich der Blick besonders. Oftmals lassen sich Angebote für Produkte und Dienstleistungen in direkter Nähe finden. Die möglichen Einsparungen machen dabei den besonderen Reiz der Groupon-Dienste aus. So ist es möglich, zum halben Preis zum Sonntags-Brunch zu gehen oder den Tag zu zweit im Wellness-Center für 9 statt 18,50 € zu verbringen.
Wie funktioniert das alles und wo ist der Haken?
Ganz einfach:
Die Vergünstigungen werden durch Gruppenrabatte ermöglicht. Das heißt, die Schnäppchen gibt es nur, wenn genügend Käufer mitmachen. Der Kunde löst dabei den Gutschein ganz individuell ein, auch wenn der Preisnachlass der gesamten Gruppe gewährt wird. Kommen nicht genug Käufer zusammen, findet der Deal nicht statt. Viele Angebote gibt es nur für kurze Zeit - das Schnäppchen von heute kann es morgen schon nicht mehr geben, weshalb oftmals auch Spontaneität gefordert ist. Frei nach dem Motto gilt dabei: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.
Die Anmeldung ist denkbar einfach. In der Regel genügt für die Registrierung zunächst die Angabe von E-Mail-Adresse und Ort, schon werden die aktuellen Deals der Stadt angezeigt. Um einen Gutschein zu ergattern, wählt man zuerst seine Stadt aus. Nach der Ortswahl ist das jeweilige Tagesangebot zu sehen. Bei Interesse wird der «Kaufen»-Button gedrückt. Lassen sich ausreichend Interessenten für das Angebot finden, steht der Deal und der fällige Betrag wird vom Konto oder der Kreditkarte abgebucht. Den Gutschein bekommt man bequem als PDF in sein E-Mail-Postfach und muss nur noch ausgedruckt werden.
Die Konkurrenz unter den Groupon-Diensten ist groß und das Angebot vielseitig. Eine Besonderheit unter den Schnäppchen-Angeboten ist die Seite ab-in-den-urlaub-deals.de , die ausschließlich Reise-Deals anbietet. Gerade jetzt in der Urlaubszeit hat die Plattform Hochkonjunktur, bietet sie doch Hotels, Flüge und Pauschalreisen wahrhaftig zu Traumpreisen. Kurzentschlossen sollte man dabei sein, um sich die besten Schnäppchen zu sichern. Der Reisetermin kann aber innerhalb einer vorgegebenen Spanne frei gewählt werden, der Urlaub muss also nicht, wie beim Prinzip Last Minute, quasi sofort angetreten werden.
Ein kleiner Tipp: Sind Sie Kunde von ab-in-den-urlaub.de haben Sie auch exklusive Vorteile auf ab-in-den-urlaub-deals.de. Sie sehen beispielsweise die Angebote der kommenden Woche schon vor allen anderen und können sich Ihren Deal schon vor 10 Uhr sichern - so haben Sie Ihr Schnäppchen zum offiziellen Verkaufsstart längst in der Tasche! Loggen Sie sich dafür einfach mit ihren ab-in-den-urlaub.de-Kundendaten ein.
Bei der Schnäppchen-Jagd gilt für die Groupon-Dienste, wie auch allgemein für das Shoppen im Internet: Gehen Sie mit Ihren Daten behutsam um und benutzen Sie sichere Passwörter. Es sei auch noch darauf hingewiesen, dass auch bei Internet-Dienstleistern ein 14-tägiges Rückgaberecht besteht. Desweiteren lohnt sich auch beim besten Angebot immer ein Preisvergleich.
* News.de - Stefan Münchow
Groupon verschiebt Börsengang
Das Internetunternehmen Groupon verschiebt seinen geplanten Börsengang. Nach Informationen des Wall Street Journal haben die Börsenturbulenzen zu Unsicherheit beim Management geführt, dass die angestrebten 750 Millionen US-Dollar eingesammelt werden können. Mit der geplanten Summe wäre Groupon eine der größten Neuemmissionen in diesem Jahr.
Die Internetfirma will allerdings nicht komplett auf den Börsengang verzichten, sondern prüft wöchentlich den geeigneten Zeitpunkt. Eigentlich wollte Groupon die letzten Vorbereitungen für einen Sprung auf den Aktienmarkt bis Ende September beendet haben. Dafür hätte spätestens nächste Woche eine Roadshow bei potentiellen Investoren beginnen müssen.
Börsenaufsicht ermittelt
Zusätzlich zu der angespannten Situation der Aktienmärkte bereiten Groupon auch Ermittlungen der Aufsichtsbehörden sowie eine schlechte Presse zu schaffen. Seit Ankündigung der Börsenpläne wird das Unternehmen kritisch von der Presse beleuchtet. Neben Vorwürfen der Bilanzmanipulation kamen auch Zweifel an der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells auf. Böse Zungen redeten sogar von einem Schneeballsystem, dass nur durch massiven Wachstum aufrecht erhalten werden kann.
Groupon Chef Andrew Mason wollte sich gegen die Vorwürfe wehren und schrieb eine Email an seine Mitarbeiter, um ihnen zu erklären warum die Kritiker falsch lägen und Groupon gut da stehe. Die Mail wurde kurz darauf dem US-Blog AllThingsD zugespielt und veröffentlicht. Andrew Mason handelte sich mit seiner Kurzschlussreaktion Ermittlungen der Börsenaufsicht ein: In seiner Mail hatte er so viele Zahlen benutzt, dass eine Verletzung der Schweigepflicht vorliegen könnte.
Die Internetfirma will allerdings nicht komplett auf den Börsengang verzichten, sondern prüft wöchentlich den geeigneten Zeitpunkt. Eigentlich wollte Groupon die letzten Vorbereitungen für einen Sprung auf den Aktienmarkt bis Ende September beendet haben. Dafür hätte spätestens nächste Woche eine Roadshow bei potentiellen Investoren beginnen müssen.
Börsenaufsicht ermittelt
Zusätzlich zu der angespannten Situation der Aktienmärkte bereiten Groupon auch Ermittlungen der Aufsichtsbehörden sowie eine schlechte Presse zu schaffen. Seit Ankündigung der Börsenpläne wird das Unternehmen kritisch von der Presse beleuchtet. Neben Vorwürfen der Bilanzmanipulation kamen auch Zweifel an der Tragfähigkeit des Geschäftsmodells auf. Böse Zungen redeten sogar von einem Schneeballsystem, dass nur durch massiven Wachstum aufrecht erhalten werden kann.
Groupon Chef Andrew Mason wollte sich gegen die Vorwürfe wehren und schrieb eine Email an seine Mitarbeiter, um ihnen zu erklären warum die Kritiker falsch lägen und Groupon gut da stehe. Die Mail wurde kurz darauf dem US-Blog AllThingsD zugespielt und veröffentlicht. Andrew Mason handelte sich mit seiner Kurzschlussreaktion Ermittlungen der Börsenaufsicht ein: In seiner Mail hatte er so viele Zahlen benutzt, dass eine Verletzung der Schweigepflicht vorliegen könnte.
Groupon muss Umsatz-Angaben halbieren und verliert Top-Managerin
Neue Rückschläge für die Schnäppchen-Website Groupon auf dem Weg an die Börse:
Der Anbieter von Rabattgutscheinen musste auf Druck der US-Aufseher seine Umsatzangaben halbieren. Zudem geht die für das operative Geschäft zuständige Managerin Margo Georgiadis nach nur fünf Monaten zurück zu Google . Sie war bei Groupon die Nummer zwei nach Gründer und Chef Andrew Mason.
Bei Groupon können Unternehmen Rabatt-Coupons für ihr Geschäft anbieten, der Deal kommt aber erst zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Das Unternehmen behält eine Kommission, typischerweise etwa die Hälfte des Gutschein-Werts. Die Schnäppchen-Website galt schon als nächster Börsenliebling, doch der Weg zu einer erwarteten Bewertung von bis zu 20 Milliarden Dollar (14,8 Mrd Euro) erweist sich als immer schwieriger. Anfang September soll Groupon die Börsenpläne aufgeschoben haben, angeblich vor allem angesichts der schwachen Märkte.
Allerdings gibt es auch grundsätzliche Zweifel am Geschäftsmodell:
Groupon kommt trotz wachsenden Geschäfts nicht aus tiefroten Zahlen heraus, weil die Gewinnung neuer Kunden so aufwendig ist. Groupon unterhält ein Heer von Außenmitarbeitern, die Firmen für Rabattaktionen gewinnen. Die Börsenunterlagen zeigten zudem, dass etlichen Partnern noch ihr Anteil aus den Rabattgutscheinen zustand. Außerdem gibt es mittlerweile etliche Nachahmer, die auch ein Stück vom Markt abhaben wollen.
Die am Freitag bekanntgegebene Bilanzierungsänderung lässt die Groupon-Umsätze auf einen Schlag etwa um die Hälfte schrumpfen. Bisher nahm die Firma den gesamten Wert eines Rabattgutscheins in die Bücher auf, jetzt nur noch die Kommission, die bei ihm tatsächlich hängenbleibt. Für das Jahr 2010 liegen die Erlöse jetzt zum Beispiel nur noch bei knapp 313 Millionen Dollar statt zuvor 713 Millionen.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Regulierer bei Groupon eingreifen:
Zuvor hatte eine zusätzliche Kennzahl-Berechnung, bei der die Kosten einfach ausgeklammert wurden, für gehobene Augenbrauen bei der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC gesorgt. Groupon musste die ergebnisfreundliche Kennzahlen-Darstellung aufgeben.
Hinzu kam, dass die Firmenführung um Gründer Andrew Mason in der sogenannten “stillen Periode” vor einem Börsengang sich nicht zurückhalten konnte. Verwaltungsratschef Eric Lefkofsky ließ sich in einem Interview zu der Aussage hinreißen, Groupon werde noch “heftig profitabel” werden. Mason verteidigte das Geschäftsmodell in einer internen E-Mail – die im Handumdrehen an die Öffentlichkeit gelangte. In den USA ist es verboten, vor einem Börsengang auf diese Weise ein Unternehmen anzupreisen. Seinerzeit hatten auch die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin Ärger wegen eines offenherzigen Interviews vor dem Börsengang bekommen.
Groupon hatte im Juni den Gang aufs Parkett angekündigt und wollte ursprünglich bis zu 750 Millionen Dollar bei den Anlegern einsammeln. Beobachter hatten dem Internet-Senkrechtstarter sogar einen Milliarden-Börsengang zugetraut, insbesondere nachdem das junge Unternehmen ein Kaufangebot von Google über angeblich sechs Milliarden Dollar abgelehnt hatte. Google verstärkte sich in dem Bereich kürzlich mit dem Kauf des deutschen Groupon-Konkurrenten DailyDeal
Neue Rückschläge für die Schnäppchen-Website Groupon auf dem Weg an die Börse:
Der Anbieter von Rabattgutscheinen musste auf Druck der US-Aufseher seine Umsatzangaben halbieren. Zudem geht die für das operative Geschäft zuständige Managerin Margo Georgiadis nach nur fünf Monaten zurück zu Google . Sie war bei Groupon die Nummer zwei nach Gründer und Chef Andrew Mason.
Bei Groupon können Unternehmen Rabatt-Coupons für ihr Geschäft anbieten, der Deal kommt aber erst zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Das Unternehmen behält eine Kommission, typischerweise etwa die Hälfte des Gutschein-Werts. Die Schnäppchen-Website galt schon als nächster Börsenliebling, doch der Weg zu einer erwarteten Bewertung von bis zu 20 Milliarden Dollar (14,8 Mrd Euro) erweist sich als immer schwieriger. Anfang September soll Groupon die Börsenpläne aufgeschoben haben, angeblich vor allem angesichts der schwachen Märkte.
Allerdings gibt es auch grundsätzliche Zweifel am Geschäftsmodell:
Groupon kommt trotz wachsenden Geschäfts nicht aus tiefroten Zahlen heraus, weil die Gewinnung neuer Kunden so aufwendig ist. Groupon unterhält ein Heer von Außenmitarbeitern, die Firmen für Rabattaktionen gewinnen. Die Börsenunterlagen zeigten zudem, dass etlichen Partnern noch ihr Anteil aus den Rabattgutscheinen zustand. Außerdem gibt es mittlerweile etliche Nachahmer, die auch ein Stück vom Markt abhaben wollen.
Die am Freitag bekanntgegebene Bilanzierungsänderung lässt die Groupon-Umsätze auf einen Schlag etwa um die Hälfte schrumpfen. Bisher nahm die Firma den gesamten Wert eines Rabattgutscheins in die Bücher auf, jetzt nur noch die Kommission, die bei ihm tatsächlich hängenbleibt. Für das Jahr 2010 liegen die Erlöse jetzt zum Beispiel nur noch bei knapp 313 Millionen Dollar statt zuvor 713 Millionen.
Es ist nicht das erste Mal, dass die Regulierer bei Groupon eingreifen:
Zuvor hatte eine zusätzliche Kennzahl-Berechnung, bei der die Kosten einfach ausgeklammert wurden, für gehobene Augenbrauen bei der mächtigen US-Börsenaufsicht SEC gesorgt. Groupon musste die ergebnisfreundliche Kennzahlen-Darstellung aufgeben.
Hinzu kam, dass die Firmenführung um Gründer Andrew Mason in der sogenannten “stillen Periode” vor einem Börsengang sich nicht zurückhalten konnte. Verwaltungsratschef Eric Lefkofsky ließ sich in einem Interview zu der Aussage hinreißen, Groupon werde noch “heftig profitabel” werden. Mason verteidigte das Geschäftsmodell in einer internen E-Mail – die im Handumdrehen an die Öffentlichkeit gelangte. In den USA ist es verboten, vor einem Börsengang auf diese Weise ein Unternehmen anzupreisen. Seinerzeit hatten auch die Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin Ärger wegen eines offenherzigen Interviews vor dem Börsengang bekommen.
Groupon hatte im Juni den Gang aufs Parkett angekündigt und wollte ursprünglich bis zu 750 Millionen Dollar bei den Anlegern einsammeln. Beobachter hatten dem Internet-Senkrechtstarter sogar einen Milliarden-Börsengang zugetraut, insbesondere nachdem das junge Unternehmen ein Kaufangebot von Google über angeblich sechs Milliarden Dollar abgelehnt hatte. Google verstärkte sich in dem Bereich kürzlich mit dem Kauf des deutschen Groupon-Konkurrenten DailyDeal
Sechs Milliarden Dollar wollte Google für Groupon zahlen, beim anstehenden Börsengang erwarteten Experten zeitweise sogar einen Börsenwert von bis zu 30 Milliarden Dollar. Vielleicht hätte der Gutscheinspezialist Googles Angebot annehmen sollen - denn das Anlegerinteresse nimmt offenbar immer weiter ab.
New York - Der mit Spannung erwartete Börsengang der Schnäppchenwebsite Groupon wird laut Medienberichten deutlich kleiner ausfallen als erwartet. Der Rabattgutscheinspezialist wolle weniger als 10 Prozent seiner Aktien platzieren und peile eine Bewertung bei zwölf Milliarden Dollar (rund 8,7 Milliarden Euro) an, berichten das "Wall Street Journal" und die "New York Times". Groupon wolle dabei zwischen 500 und 700 Millionen Dollar einnehmen.
Dem Internetunternehmen war ursprünglich ein Börsenwert von bis zu 20 oder sogar 30 Milliarden Dollar zugetraut worden. Allerdings wurde relativ schnell klar, dass wegen der aktuellen Börsenturbulenzen und interner Probleme der Firma daraus kaum etwas werden wird.
Bei Groupon können Unternehmen Rabattcoupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt aber erst zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Groupon behält eine Kommission, typischerweise rund die Hälfte des Gutscheinwerts.
Groupon kommt nicht aus den roten Zahlen heraus
Zuletzt musste Groupon wegen Bedenken der Börsenkontrolleure die Umsatzangaben praktisch halbieren - jetzt kommt nur noch die Kommission in die Bücher, und nicht der gesamte Couponwert. Schon zuvor tilgte Groupon auf Druck der Börsenaufsicht SEC eine Kennziffer, bei der das Ergebnis ohne die hohen Marketingkosten berechnet wurde.
Vor allem aber gibt es grundsätzliche Zweifel am Geschäftsmodell: Groupon kommt trotz schnell wachsender Umsätze nicht aus tiefroten Zahlen heraus, weil die Gewinnung neuer Kunden viel Geld kostet. Groupon unterhält ein Heer von Außenmitarbeitern, die Firmen für Rabattaktionen gewinnen.
Hinzu kommt, dass die Firmenführung um Gründer Andrew Mason die Kritik nicht auf sich sitzen lassen wollte, obwohl sie sich in der sogenannten "stillen Periode" vor einem Börsengang zurückhalten muss. Mason verteidigte das Geschäftsmodell in einer internen E-Mail - die im Handumdrehen an die Öffentlichkeit gelangte und abermals die SEC auf den Plan rief. Mitten in der Vorbereitung des Börsengangs zog es zudem die zweitwichtigste Managerin Margo Georgiadis nach nur fünf Monaten zurück zu Google .
Groupon hatte im Juni den Gang an die Börse angekündigt und wollte ursprünglich bis zu 750 Millionen Dollar bei den Anlegern einsammeln. Beobachter hatten dem Internetsenkrechtstarter sogar einen Milliarden-Börsengang zugetraut, insbesondere nachdem das junge Unternehmen ein Kaufangebot von Google im Wert von sechs Milliarden Dollar abgelehnt hatte
New York - Der mit Spannung erwartete Börsengang der Schnäppchenwebsite Groupon wird laut Medienberichten deutlich kleiner ausfallen als erwartet. Der Rabattgutscheinspezialist wolle weniger als 10 Prozent seiner Aktien platzieren und peile eine Bewertung bei zwölf Milliarden Dollar (rund 8,7 Milliarden Euro) an, berichten das "Wall Street Journal" und die "New York Times". Groupon wolle dabei zwischen 500 und 700 Millionen Dollar einnehmen.
Dem Internetunternehmen war ursprünglich ein Börsenwert von bis zu 20 oder sogar 30 Milliarden Dollar zugetraut worden. Allerdings wurde relativ schnell klar, dass wegen der aktuellen Börsenturbulenzen und interner Probleme der Firma daraus kaum etwas werden wird.
Bei Groupon können Unternehmen Rabattcoupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt aber erst zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Groupon behält eine Kommission, typischerweise rund die Hälfte des Gutscheinwerts.
Groupon kommt nicht aus den roten Zahlen heraus
Zuletzt musste Groupon wegen Bedenken der Börsenkontrolleure die Umsatzangaben praktisch halbieren - jetzt kommt nur noch die Kommission in die Bücher, und nicht der gesamte Couponwert. Schon zuvor tilgte Groupon auf Druck der Börsenaufsicht SEC eine Kennziffer, bei der das Ergebnis ohne die hohen Marketingkosten berechnet wurde.
Vor allem aber gibt es grundsätzliche Zweifel am Geschäftsmodell: Groupon kommt trotz schnell wachsender Umsätze nicht aus tiefroten Zahlen heraus, weil die Gewinnung neuer Kunden viel Geld kostet. Groupon unterhält ein Heer von Außenmitarbeitern, die Firmen für Rabattaktionen gewinnen.
Hinzu kommt, dass die Firmenführung um Gründer Andrew Mason die Kritik nicht auf sich sitzen lassen wollte, obwohl sie sich in der sogenannten "stillen Periode" vor einem Börsengang zurückhalten muss. Mason verteidigte das Geschäftsmodell in einer internen E-Mail - die im Handumdrehen an die Öffentlichkeit gelangte und abermals die SEC auf den Plan rief. Mitten in der Vorbereitung des Börsengangs zog es zudem die zweitwichtigste Managerin Margo Georgiadis nach nur fünf Monaten zurück zu Google .
Groupon hatte im Juni den Gang an die Börse angekündigt und wollte ursprünglich bis zu 750 Millionen Dollar bei den Anlegern einsammeln. Beobachter hatten dem Internetsenkrechtstarter sogar einen Milliarden-Börsengang zugetraut, insbesondere nachdem das junge Unternehmen ein Kaufangebot von Google im Wert von sechs Milliarden Dollar abgelehnt hatte
Groupon nimmt bei Börsengang rund 700 Millionen Dollar ein
Der Börsengang des Schnäppchen-Portals Groupon ist nach vielen Pannen und Zweifeln doch besser gelaufen als gedacht. Dank hoher Anleger-Nachfrage setzte Groupon den Aktienpreis am Ende bei 20 Dollar an und erlöst rund 700 Millionen Dollar, wie aus Mitteilungen bei der Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Der Börsenwert wird zum Start des Handels am Freitag mit 12,6 Milliarden Dollar angesetzt.
Groupon hatte zuvor beim Aktienpreis mit einer Spanne zwischen 16 und 18 Dollar kalkuliert, was einer Bewertung von bis zu 11,4 Milliarden Dollar entsprochen hätte. Der Rabattcoupon-Dienst galt noch vor einem halben Jahr als zukünftiger Börsenstar mit einer Bewertung von 20 oder sogar 30 Milliarden Dollar. Doch die Abkühlung der Märkte, Fehler des Unternehmens und Zweifel am Geschäftsmodell sorgten dafür, dass sich der Börsengang immer weiter verzögerte und jetzt deutlich kleiner als erwartet ausfällt. Groupon platziert am Markt nur etwa fünf Prozent seiner Aktien, was dem Preis am Ende half.
Bei Groupon können Unternehmen Rabatt-Coupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Groupon behält eine Kommission, typischerweise rund die Hälfte des Gutschein-Werts. Das Unternehmen hat nach jüngsten Angaben insgesamt rund 142,9 Millionen registrierte Kunden – von denen mindestens 29,5 Millionen schon mindestens einmal bei einer Groupon-Rabattaktion mitgemacht haben.
Als Groupon bei der Vorbereitung seines Börsengangs erstmals die Geschäftszahlen offenlegte, waren viele Investoren über die konstant hohen Verluste schockiert, die mit steigenden Umsätzen auch noch immer größer wurden. Groupon unterhält ein Heer von Außenmitarbeitern, die Firmen für Rabattaktionen gewinnen. Und das verschlang bisher viel Geld.
Aktuelle Zahlen zeigten, dass Groupon die Verluste massiv eingedampft hat - aber das Geschäft auch deutlich langsamer wächst als zuvor. So rückte der Umsatz im dritten Vierteljahr im Vergleich zum Vorquartal nur noch um knapp zehn Prozent auf 430 Millionen Dollar vor. Früher hatten sich die Erlöse oft von Quartal zu Quartal verdoppelt. Nachdem Groupon bei den oft kritisierten hohen Ausgaben für die Kundengewinnung die Bremse anzogen hatte, fielen im abgelaufenen Quartal noch rote Zahlen von 10,6 Millionen Dollar an – nach einem Minus von 101,2 Millionen Dollar in den drei Monaten zuvor.
Einem Bericht des US-Blogs “Business Insider” zufolge haben deutsche Investoren dem zuvor chaotischen Groupon-Vertrieb Zügel angelegt. Die Internet-Unternehmer Marc, Oliver und Alexander Samwer leiteten faktisch den Vertrieb über den britischen Manager Chris Muhr “mit eiserner Faust”, hieß es dort unter Berufung auf Insider.
Die Vorbereitung des Börsengangs wurde von vielen Pannen begleitet. Zuletzt musste Groupon wegen Bedenken der Börsenkontrolleure die Umsatz-Angaben praktisch halbieren – jetzt kommt nur noch die Kommission in die Bücher, und nicht der gesamte Coupon-Wert. Schon zuvor tilgte Groupon auf Druck der Börsenaufsicht SEC eine Kennziffer, bei der das Ergebnis ohne die hohen Marketing-Kosten berechnet wurde und dadurch deutlich freundlicher aussah. Hinzu kam weiterer Ärger mit der SEC, weil unter anderem Gründer Andrew Mason das Groupon-Geschäftsmodell in der sogenannten “stillen Periode” vor dem Börsengang verteidigte
Der Börsengang des Schnäppchen-Portals Groupon ist nach vielen Pannen und Zweifeln doch besser gelaufen als gedacht. Dank hoher Anleger-Nachfrage setzte Groupon den Aktienpreis am Ende bei 20 Dollar an und erlöst rund 700 Millionen Dollar, wie aus Mitteilungen bei der Börsenaufsicht SEC hervorgeht. Der Börsenwert wird zum Start des Handels am Freitag mit 12,6 Milliarden Dollar angesetzt.
Groupon hatte zuvor beim Aktienpreis mit einer Spanne zwischen 16 und 18 Dollar kalkuliert, was einer Bewertung von bis zu 11,4 Milliarden Dollar entsprochen hätte. Der Rabattcoupon-Dienst galt noch vor einem halben Jahr als zukünftiger Börsenstar mit einer Bewertung von 20 oder sogar 30 Milliarden Dollar. Doch die Abkühlung der Märkte, Fehler des Unternehmens und Zweifel am Geschäftsmodell sorgten dafür, dass sich der Börsengang immer weiter verzögerte und jetzt deutlich kleiner als erwartet ausfällt. Groupon platziert am Markt nur etwa fünf Prozent seiner Aktien, was dem Preis am Ende half.
Bei Groupon können Unternehmen Rabatt-Coupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Groupon behält eine Kommission, typischerweise rund die Hälfte des Gutschein-Werts. Das Unternehmen hat nach jüngsten Angaben insgesamt rund 142,9 Millionen registrierte Kunden – von denen mindestens 29,5 Millionen schon mindestens einmal bei einer Groupon-Rabattaktion mitgemacht haben.
Als Groupon bei der Vorbereitung seines Börsengangs erstmals die Geschäftszahlen offenlegte, waren viele Investoren über die konstant hohen Verluste schockiert, die mit steigenden Umsätzen auch noch immer größer wurden. Groupon unterhält ein Heer von Außenmitarbeitern, die Firmen für Rabattaktionen gewinnen. Und das verschlang bisher viel Geld.
Aktuelle Zahlen zeigten, dass Groupon die Verluste massiv eingedampft hat - aber das Geschäft auch deutlich langsamer wächst als zuvor. So rückte der Umsatz im dritten Vierteljahr im Vergleich zum Vorquartal nur noch um knapp zehn Prozent auf 430 Millionen Dollar vor. Früher hatten sich die Erlöse oft von Quartal zu Quartal verdoppelt. Nachdem Groupon bei den oft kritisierten hohen Ausgaben für die Kundengewinnung die Bremse anzogen hatte, fielen im abgelaufenen Quartal noch rote Zahlen von 10,6 Millionen Dollar an – nach einem Minus von 101,2 Millionen Dollar in den drei Monaten zuvor.
Einem Bericht des US-Blogs “Business Insider” zufolge haben deutsche Investoren dem zuvor chaotischen Groupon-Vertrieb Zügel angelegt. Die Internet-Unternehmer Marc, Oliver und Alexander Samwer leiteten faktisch den Vertrieb über den britischen Manager Chris Muhr “mit eiserner Faust”, hieß es dort unter Berufung auf Insider.
Die Vorbereitung des Börsengangs wurde von vielen Pannen begleitet. Zuletzt musste Groupon wegen Bedenken der Börsenkontrolleure die Umsatz-Angaben praktisch halbieren – jetzt kommt nur noch die Kommission in die Bücher, und nicht der gesamte Coupon-Wert. Schon zuvor tilgte Groupon auf Druck der Börsenaufsicht SEC eine Kennziffer, bei der das Ergebnis ohne die hohen Marketing-Kosten berechnet wurde und dadurch deutlich freundlicher aussah. Hinzu kam weiterer Ärger mit der SEC, weil unter anderem Gründer Andrew Mason das Groupon-Geschäftsmodell in der sogenannten “stillen Periode” vor dem Börsengang verteidigte
Der Appetit der Anleger auf Internet-Aktien lockt unterdessen auch Betrüger an. US-Behörden hoben eine falsche Investmentfirma aus, die damit lockte, Anteile an Facebook und anderen Online-Unternehmen zu besitzen und sie bei einem Börsengang versilbern zu können. Mit dieser Masche sollen sie mindestens zwölf Millionen Dollar eingesammelt haben.
Dabei warben die Betrüger mit den Namen praktisch aller Internet-Unternehmen, über deren Börsengang zuletzt spekuliert wurde.
Neben dem weltgrößten Online-Netzwerk Facebook waren es den Angaben zufolge unter anderem der Kurznachrichten-Dienst Twitter, der Onlinespiele-Spezialist Zynga und die Schnäppchen-Website Groupon, die jüngst an die Börse ging. In Wirklichkeit hätten sie nie Anteile an den Firmen besessen, hieß es in Unterlagen der Börsenaufsicht SEC und der New Yorker Staatsanwaltschaft. Der Kopf der Gruppe habe das eingesammelte Geld für Privatjets, Luxusautos, Schmuck und Kunstgegenstände ausgegeben.
Dabei warben die Betrüger mit den Namen praktisch aller Internet-Unternehmen, über deren Börsengang zuletzt spekuliert wurde.
Neben dem weltgrößten Online-Netzwerk Facebook waren es den Angaben zufolge unter anderem der Kurznachrichten-Dienst Twitter, der Onlinespiele-Spezialist Zynga und die Schnäppchen-Website Groupon, die jüngst an die Börse ging. In Wirklichkeit hätten sie nie Anteile an den Firmen besessen, hieß es in Unterlagen der Börsenaufsicht SEC und der New Yorker Staatsanwaltschaft. Der Kopf der Gruppe habe das eingesammelte Geld für Privatjets, Luxusautos, Schmuck und Kunstgegenstände ausgegeben.
Die Deutsche Telekom hat eine erste große Kooperation geschlossen, um im mobilen Internet abseits des Kerngeschäfts zu wachsen. Das Unternehmen wird mit dem amerikanischen Rabattportal Groupon zusammenarbeiten. “Wir werden in den kommenden Monaten einige Dienste und Aktivitäten mit Groupon starten”, sagte Heikki Makijarvi, bei der Telekom verantwortlich für die Entwicklung neuer Geschäfte, der Financial Times Deutschland.
Der Telekomkonzern erhoffe sich durch die Zusammenarbeit mit den Amerikanern mehr Aufmerksamkeit bei Kunden und zusätzliche Handyumsätze, schreibt die Zeitung. Zugleich könne der Konzern das populäre Rabattkonzept in eigene Angebote einbinden. Das Onlinegeschäft mit Privatnutzern sei eines der strategischen Wachstumsfelder der Deutschen Telekom AG, in dem das Unternehmen 2015 einen Umsatz von 2 bis 3 Milliarden Euro erzielen will
Der Telekomkonzern erhoffe sich durch die Zusammenarbeit mit den Amerikanern mehr Aufmerksamkeit bei Kunden und zusätzliche Handyumsätze, schreibt die Zeitung. Zugleich könne der Konzern das populäre Rabattkonzept in eigene Angebote einbinden. Das Onlinegeschäft mit Privatnutzern sei eines der strategischen Wachstumsfelder der Deutschen Telekom AG, in dem das Unternehmen 2015 einen Umsatz von 2 bis 3 Milliarden Euro erzielen will
Groupon verliert weiterhin Millionen
Mit viel Vorschusslorbeeren ist Groupon im vergangenen November an die Börse gegangen. Doch die Realität sieht anders aus. Der Gutscheinanbieter hat im vergangenen Jahr noch immer nicht den Weg in die Gewinnzone geschafft, selbst im Schlussquartal enttäuschte das Unternehmen.
Im Gesamtjahr fiel bei Groupon angesichts hoher Kosten für das Aufspüren und Verkaufen der Coupons ein Verlust von unter dem Strich 351 Millionen Dollar an (265 Millionen Euro) an. Selbst im Schlussquartal, für das Analysten mit einem Gewinn gerechnet hatten, verlor das Unternehmen 43 Millionen Dollar, wie das Unternehmen mitteilte.
Groupon war Anfang November mit großen Erwartungen an die Börse gegangen. Bei Groupon können Unternehmen Rabattcoupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Die Website selbst behält eine Kommission, typischerweise rund die Hälfte des Gutscheinwerts. Doch wie sich zeigt, reichen die Einnahmen immer noch nicht aus, um die Kosten zu decken.
Die Aktie brach nachbörslich um 14 Prozent ein und notierte bei gut 21 Dollar. Das ist nur knapp über dem Ausgabepreis beim Börsengang von 20 Dollar. Zwischenzeitlich hatte das Papier auch schon unter der Marke notiert. Groupon ist Marktführer in dem Rabattgeschäft, wird allerdings von anderen Anbietern wie DailyDeal oder LivingSocial bedrängt. Gegenüber dem Vorjahr konnte Groupon seine Verluste immerhin eindämmen.
* MM
Im Gesamtjahr fiel bei Groupon angesichts hoher Kosten für das Aufspüren und Verkaufen der Coupons ein Verlust von unter dem Strich 351 Millionen Dollar an (265 Millionen Euro) an. Selbst im Schlussquartal, für das Analysten mit einem Gewinn gerechnet hatten, verlor das Unternehmen 43 Millionen Dollar, wie das Unternehmen mitteilte.
Groupon war Anfang November mit großen Erwartungen an die Börse gegangen. Bei Groupon können Unternehmen Rabattcoupons für ihr Geschäft anbieten. Der Deal kommt zustande, wenn eine bestimmte Anzahl von Interessenten zuschlägt. Die Website selbst behält eine Kommission, typischerweise rund die Hälfte des Gutscheinwerts. Doch wie sich zeigt, reichen die Einnahmen immer noch nicht aus, um die Kosten zu decken.
Die Aktie brach nachbörslich um 14 Prozent ein und notierte bei gut 21 Dollar. Das ist nur knapp über dem Ausgabepreis beim Börsengang von 20 Dollar. Zwischenzeitlich hatte das Papier auch schon unter der Marke notiert. Groupon ist Marktführer in dem Rabattgeschäft, wird allerdings von anderen Anbietern wie DailyDeal oder LivingSocial bedrängt. Gegenüber dem Vorjahr konnte Groupon seine Verluste immerhin eindämmen.
* MM
Der amerikanischen Rabattplattform Groupon droht neues Ungemach. Ein Patzer in der Finanzberichterstattung sorgt für erneute Kritik an den Bilanzierungsmethoden des Unternehmens und könnte juristische Konsequenzen nach sich ziehen. Am Freitag hatte Groupon nach Börsenschluss angekündigt den Rechenschaftsbericht für das vierte Quartal 2011 nachträglich korrigieren zu müssen. Dies war ausgerechnet der erste Quartalsbericht, den Groupon nach seinem Börsengang im November veröffentlicht hatte.
Quelle: FAZ
Zitat
Grund für die nachträgliche Korrektur sind höher, als erwartete Rückerstattungen an die Käufer der Gutscheine, die Groupon anbietet. Die Korrektur reduziert die ursprünglich gemeldeten Umsätze, sie erhöht den Nettoverlust, und sie sorgt dafür, dass der positive operative Gewinn komplett ausgelöscht wird.
Groupon gab in einer Mitteilung außerdem zu, „erhebliche Schwächen in den internen Kontrollen“ mit Blick auf die Finanzberichterstattung des vergangenen Jahres entdeckt zu haben. Um diese Schwächen auszumerzen, soll nun unter anderem mehr Personal für die Finanzabteilung eingestellt werden. Der Aktienkurs von Groupon rutschte am Freitag nachbörslich zeitweise um 6 Prozent auf 17,25 Dollar ab. Die Groupon-Aktien kamen im vergangenen November zu einem Ausgabepreis von 20 Dollar an die Börse, und der Kurs legte zunächst deutlich zu. Zuletzt notierten sie aber deutlich unter dem Ausgabepreis.Teurere Gutscheine werden häufiger zurückgegeben
Mit der nun gemeldeten Korrektur trübt sich das Bild weiter ein. Groupon begründet den Schritt damit, dass im vierten Quartal mehr Kunden gekaufte Gutscheine wieder zurückgegeben und damit die Erstattungspolitik des Unternehmens in Anspruch genommen haben. Groupon stellt einen Teil seiner Umsätze für solche Erstattungen zurück.
Allerdings seien die Rückgaberaten für die im vierten Quartal verkauften Gutscheine höher ausgefallen als erwartet. Groupon führt dies auf eine Veränderung beim Produktmix hin zu mehr höherpreisigen Gutscheinen zurück, etwa Laserbehandlungen am Auge. Das Unternehmen habe nun festgestellt, dass solche teureren Gutscheine häufiger zurückgegeben werden.
Nach der Mitteilung vom Freitag reduziert sich der Umsatz um 14 Millionen Dollar, und der Nettoverlust weitet sich um 23 Millionen Dollar aus. Das operative Ergebnis, das im Februar noch mit 15 Millionen Dollar angegeben wurde, wird nun um 30 Millionen Dollar reduziert - somit ergibt sich ein operativer Verlust von 15 Millionen Dollar. Die Korrektur könnte nun für Groupon auch juristische Konsequenzen haben. Eine ganze Reihe von Anwaltskanzleien, die auf Aktionärsklagen spezialisiert sind, gaben schon entsprechende Pressemitteilungen heraus und kündigten an, die Bilanzierungsfehler auf etwaige Verstöße gegen Wertpapiergesetze zu untersuchen.
Quelle: FAZ
US-Börsenaufsicht prüft Groupon
Die US-Börsenaufsicht SEC nimmt das Unternehmen unter die Lupe.
Die SEC will die überraschende Korrektur der ersten Quartalszahlen von Groupon näher untersuchen. Die einflussreiche Behörde habe zwar noch nicht entschieden, ob sie eine offizielle Untersuchung einleitet, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag. Sie nehme die Ereignisse aber genau unter die Lupe, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.
Anleger strafen die Aktien ab .. Zweifel am Geschäftsmodell
Nach dem Weihnachtsgeschäft hätten viele Kunden ihre Rabattgutscheine wieder zurückgegeben, schreibt "Spiegel Online". Doch Groupon hatte zu wenig Geld, um die Rückzahlungen dämpfen zu können. Negativ wirke sich auch aus, dass das Portal zunehmend auf teure Produkte - wie Botox-Behandlungen - setze. Die Rückgaberaten seien hier aber relativ hoch.
Das nährt erneut Zweifel am Geschäftsmodell. Bei Groupon seien die Ambitionen höher als das Level der internen Planungen und Kontrollen, sagte ein Marktbeobachter "Spiegel Online" zufolge. "Es liegt wahrscheinlich daran, dass das Geschäft so rasch wächst, dass sie mit ihren Systemen nicht hinterherkommen", zitiert "Financial Times Deutschland" Herman Leung von der Susquehanna Financial Group. "Vielleicht haben sie auch nicht genug Finanzpersonal."
"Groupon ist alle drei Minuten neues Unternehmen"
Groupon-Sprecher Paul Taafe zeigte Verständnis für die Zweifel der Anleger. Er sieht das Problem im schnellen Wachstum: "Groupon ist alle drei Monate ein völlig neues Unternehmen".
* Auszug: Die Presse
Die SEC will die überraschende Korrektur der ersten Quartalszahlen von Groupon näher untersuchen. Die einflussreiche Behörde habe zwar noch nicht entschieden, ob sie eine offizielle Untersuchung einleitet, berichtete das "Wall Street Journal" am Dienstag. Sie nehme die Ereignisse aber genau unter die Lupe, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.
Anleger strafen die Aktien ab .. Zweifel am Geschäftsmodell
Nach dem Weihnachtsgeschäft hätten viele Kunden ihre Rabattgutscheine wieder zurückgegeben, schreibt "Spiegel Online". Doch Groupon hatte zu wenig Geld, um die Rückzahlungen dämpfen zu können. Negativ wirke sich auch aus, dass das Portal zunehmend auf teure Produkte - wie Botox-Behandlungen - setze. Die Rückgaberaten seien hier aber relativ hoch.
Das nährt erneut Zweifel am Geschäftsmodell. Bei Groupon seien die Ambitionen höher als das Level der internen Planungen und Kontrollen, sagte ein Marktbeobachter "Spiegel Online" zufolge. "Es liegt wahrscheinlich daran, dass das Geschäft so rasch wächst, dass sie mit ihren Systemen nicht hinterherkommen", zitiert "Financial Times Deutschland" Herman Leung von der Susquehanna Financial Group. "Vielleicht haben sie auch nicht genug Finanzpersonal."
"Groupon ist alle drei Minuten neues Unternehmen"
Groupon-Sprecher Paul Taafe zeigte Verständnis für die Zweifel der Anleger. Er sieht das Problem im schnellen Wachstum: "Groupon ist alle drei Monate ein völlig neues Unternehmen".
* Auszug: Die Presse
Geschäfte mit Groupon? Nie wieder!
Einmal in Champagner baden – das wünschten sich viele, die bei Groupon einen Gutschein für Moet-Champagner und Red Bull vom Getränkelieferanten Stardrinx kauften. Doch aus dem Champagner-Bad wurde nichts. Das Geld war zwar bezahlt, auf den Champagner warten rund 2000 Kunden bis heute. Die Hetzsprüche bei Facebook nehmen kein Ende, über 30 Käufer erstatteten Strafanzeige wegen Betrugs. Jetzt erzählt Stardrinx-Geschäftsführer Christian Lutz Schoenberger seine Version über die Vorfälle mit Groupon
WirtschaftsWoche: Herr Schoenberger, es warten noch 2000 Kunden auf ihre Moet und Red-Bull-Bestellungen. Warum liefern Sie nicht aus?
Christian Lutz Schoenberger: Ich habe in den ersten Monaten alle Kunden, bis auf Einzelfälle, pünktlich beliefert. Vor einigen Wochen musste ich die Auslieferung stoppen. Groupon schuldet mir immer noch Geld in der Größenordnung eines großzügigen Einfamilienhauses. Insgesamt sind 40 Prozent der Forderungen von Groupon bislang nicht bezahlt worden. So lange ich von denen kein Geld bekomme, werde ich keine Waren mehr ausliefern. Laut Vertrag soll ich nach Ende einer Groupon-Aktion eine Vorabzahlung in Höhe von 30-50 Prozent des Gesamtumsatzes erhalten. Das ist nicht geschehen.
Sie haben also von Anfang an kein Geld bekommen von Groupon?
In Einzelfällen kam das Geld, aber fast immer zu spät. Es gab immer neue Ausreden, zum Beispiel, dass die Buchhaltung Mist gebaut hat.
Groupon sieht den Fehler bei Ihnen. Ihre Kunden erreichen Sie seit Tagen nicht, um sich nach den ausbleibenden Lieferungen zu erkundigen.
Wir waren zunächst nicht richtig aufgestellt. 15 Mädels haben die Anrufe anfangs konzeptlos entgegengenommen. Die habe ich gegen drei Call-Center Agenten ersetzt und jetzt funktioniert es. Das Einzige was ich mir vorwerfen lassen muss, ist, dass ich die Kunden nicht früher über die Probleme mit Groupon aufgeklärt habe.
Wir haben Sie in der letzten Woche an drei aufeinanderfolgenden Tagen nicht erreicht.
Dann haben Sie immer angerufen, wenn wirklich besetzt war. Eigentlich haben wir es im Griff. Anfangs hatten wir Probleme mit der Software, die jetzt behoben sind. Nun kommen sie in eine Warteschleife, wenn mehrere Personen gleichzeitig anrufen. Nur wenn es zu viele sind, gibt es ein Besetztzeichen.
Heute war schon wieder besetzt...
Ich musste heute die Reißleine ziehen und habe die Hotline abgeschaltet. Ab morgen gibt es eine Bandansage für die Groupon-Kunden.
Kunden sind außerdem sauer, weil Sie beim Moet gar nicht 49 Prozent sparen, wie von Ihnen angegeben.
Das stimmt. Es ist so, dass Groupon das Angebot für den Kunden interessant gestalten will. Groupon nimmt den teuersten Richtpreis im Internet, damit die Ersparnis möglichst hoch erscheint. Dafür habe ich von Moet und Hennessy eine Abmahnklage bekommen. Aber ich hab das weitergeleitet an Groupon, denn ich habe den Preis nicht gesetzt.
Wie können Sie Moet überhaupt zu so günstigen Preisen anbieten?
Das liegt daran, dass ich in großen Mengen einkaufe. Als ich eine eigene Cocktailbar hatte, habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich Ware günstiger einkaufen kann, als ich sie bei Ebay verkaufe. Aus dieser Geschäftsidee ist später Stardrinx entstanden.
Sie haben Anfang Mai in fünf Tagen zirka 40.000 Flaschen verkauft? Waren Sie nicht einfach überfordert mit der Aktion?
Zunächst nicht. Wir haben seit Anfang des Jahres schon 17 Aktionen bei Groupon gestartet. Dann kam die große Red-Bull Kampagne, und dann habe ich direkt auf ein großes Lager umgestellt. Wir sind nicht von einem auf den anderen Tag gewachsen. Aber sicher war der Ansturm zwischendurch zu groß.
Das beschert Ihnen jetzt eine riesige Hetzjagd im Internet und über 30 Strafanzeigen. Wie gehen Sie damit um?
Der Staatsanwalt fragt auch ständig nach, was bei mir los sei. Bei 30 Strafanzeigen könnte man mich schon verhaften. Wenn jemand Anzeige erstattet, schicke ich aus Kulanz die Ware zusammen mit einem zusätzlichen Gutschein sofort raus.
Wenn ein Kunde Strafanzeige erstattet, bekommt er also seine Ware sofort, während die anderen weiter warten müssen?
Ja, im Prinzip ist das derzeit so.
Wie wird es denn jetzt weitergehen? Viele Kunden warten schließlich auf ihren Moet oder Redbull.
(Sie können diese E-Mail Adresse erst sehen, wenn Sie mindestens Premium-User sind.) eingerichtet. Die Kunden können dort eine E-Mail hinschicken und bekommen eine automatisierte Rückantwort mit einer Bestätigung. Diese reichen Sie bei Groupon ein, dann bekommen Sie in der Regel ihr Geld zurück.
Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Groupon können Kunden Ihren Gutschein aber nur zwei Wochen, nachdem Sie ihn gekauft haben, zurückgeben. Bleiben die Kunden, die schon vor längerer Zeit ihren Gutschein gekauft haben also auf Ihrem Geld sitzen?
Nein! Es gibt mit Groupon die Absprache, dass die Kunden ihren Gutschein stornieren können und ziemlich schnell ihr Geld zurück erhalten. Ich hoffe, Groupon hält sich an diese Absprache.
Falls Sie Ihre Kunden so zufrieden stellen können bleibt immer noch ihr Problem mit Groupon.
Ja, das ist so. Es wird wahrscheinlich zu einem Rechtsstreit kommen, der vermutlich 3-5 Jahre dauern wird. Wer hier im Recht ist, ist nicht so einfach zu klären. Verschiedene Juristen konnten mir keine eindeutige Auskunft darüber geben, wer hier im Recht ist. Aber darum geht es mir auch nicht mehr. Es geht um Ethik. Im Rechtsstreit werde ich vielleicht den Kürzeren ziehen, das ist mir bewusst und egal. Das Geld ist jetzt schon für mich abgeschrieben. Aber ich kann Groupon nicht durchgehen lassen, dass sie nicht zahlen.
Sie sagten, viele weitere Unternehmen erhielten kein Geld mehr von Groupon. Warum gehen Sie nicht gemeinsam gegen Groupon vor?
Die sind teilweise so klein, dass ein Rechtsstreit sie ruinieren würde. Manche sind auch abhängig von Groupon. Das ist bei mir nicht so. Ich kann es mir deshalb leisten, gegen das Unternehmen vorzugehen.
Würden Sie jemals wieder Geschäft mit Groupon machen?
NEIN! Nie wieder!
WirtschaftsWoche: Herr Schoenberger, es warten noch 2000 Kunden auf ihre Moet und Red-Bull-Bestellungen. Warum liefern Sie nicht aus?
Christian Lutz Schoenberger: Ich habe in den ersten Monaten alle Kunden, bis auf Einzelfälle, pünktlich beliefert. Vor einigen Wochen musste ich die Auslieferung stoppen. Groupon schuldet mir immer noch Geld in der Größenordnung eines großzügigen Einfamilienhauses. Insgesamt sind 40 Prozent der Forderungen von Groupon bislang nicht bezahlt worden. So lange ich von denen kein Geld bekomme, werde ich keine Waren mehr ausliefern. Laut Vertrag soll ich nach Ende einer Groupon-Aktion eine Vorabzahlung in Höhe von 30-50 Prozent des Gesamtumsatzes erhalten. Das ist nicht geschehen.
Sie haben also von Anfang an kein Geld bekommen von Groupon?
In Einzelfällen kam das Geld, aber fast immer zu spät. Es gab immer neue Ausreden, zum Beispiel, dass die Buchhaltung Mist gebaut hat.
Groupon sieht den Fehler bei Ihnen. Ihre Kunden erreichen Sie seit Tagen nicht, um sich nach den ausbleibenden Lieferungen zu erkundigen.
Wir waren zunächst nicht richtig aufgestellt. 15 Mädels haben die Anrufe anfangs konzeptlos entgegengenommen. Die habe ich gegen drei Call-Center Agenten ersetzt und jetzt funktioniert es. Das Einzige was ich mir vorwerfen lassen muss, ist, dass ich die Kunden nicht früher über die Probleme mit Groupon aufgeklärt habe.
Wir haben Sie in der letzten Woche an drei aufeinanderfolgenden Tagen nicht erreicht.
Dann haben Sie immer angerufen, wenn wirklich besetzt war. Eigentlich haben wir es im Griff. Anfangs hatten wir Probleme mit der Software, die jetzt behoben sind. Nun kommen sie in eine Warteschleife, wenn mehrere Personen gleichzeitig anrufen. Nur wenn es zu viele sind, gibt es ein Besetztzeichen.
Heute war schon wieder besetzt...
Ich musste heute die Reißleine ziehen und habe die Hotline abgeschaltet. Ab morgen gibt es eine Bandansage für die Groupon-Kunden.
Kunden sind außerdem sauer, weil Sie beim Moet gar nicht 49 Prozent sparen, wie von Ihnen angegeben.
Das stimmt. Es ist so, dass Groupon das Angebot für den Kunden interessant gestalten will. Groupon nimmt den teuersten Richtpreis im Internet, damit die Ersparnis möglichst hoch erscheint. Dafür habe ich von Moet und Hennessy eine Abmahnklage bekommen. Aber ich hab das weitergeleitet an Groupon, denn ich habe den Preis nicht gesetzt.
Wie können Sie Moet überhaupt zu so günstigen Preisen anbieten?
Das liegt daran, dass ich in großen Mengen einkaufe. Als ich eine eigene Cocktailbar hatte, habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich Ware günstiger einkaufen kann, als ich sie bei Ebay verkaufe. Aus dieser Geschäftsidee ist später Stardrinx entstanden.
Sie haben Anfang Mai in fünf Tagen zirka 40.000 Flaschen verkauft? Waren Sie nicht einfach überfordert mit der Aktion?
Zunächst nicht. Wir haben seit Anfang des Jahres schon 17 Aktionen bei Groupon gestartet. Dann kam die große Red-Bull Kampagne, und dann habe ich direkt auf ein großes Lager umgestellt. Wir sind nicht von einem auf den anderen Tag gewachsen. Aber sicher war der Ansturm zwischendurch zu groß.
Das beschert Ihnen jetzt eine riesige Hetzjagd im Internet und über 30 Strafanzeigen. Wie gehen Sie damit um?
Der Staatsanwalt fragt auch ständig nach, was bei mir los sei. Bei 30 Strafanzeigen könnte man mich schon verhaften. Wenn jemand Anzeige erstattet, schicke ich aus Kulanz die Ware zusammen mit einem zusätzlichen Gutschein sofort raus.
Wenn ein Kunde Strafanzeige erstattet, bekommt er also seine Ware sofort, während die anderen weiter warten müssen?
Ja, im Prinzip ist das derzeit so.
Wie wird es denn jetzt weitergehen? Viele Kunden warten schließlich auf ihren Moet oder Redbull.
(Sie können diese E-Mail Adresse erst sehen, wenn Sie mindestens Premium-User sind.) eingerichtet. Die Kunden können dort eine E-Mail hinschicken und bekommen eine automatisierte Rückantwort mit einer Bestätigung. Diese reichen Sie bei Groupon ein, dann bekommen Sie in der Regel ihr Geld zurück.
Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Groupon können Kunden Ihren Gutschein aber nur zwei Wochen, nachdem Sie ihn gekauft haben, zurückgeben. Bleiben die Kunden, die schon vor längerer Zeit ihren Gutschein gekauft haben also auf Ihrem Geld sitzen?
Nein! Es gibt mit Groupon die Absprache, dass die Kunden ihren Gutschein stornieren können und ziemlich schnell ihr Geld zurück erhalten. Ich hoffe, Groupon hält sich an diese Absprache.
Falls Sie Ihre Kunden so zufrieden stellen können bleibt immer noch ihr Problem mit Groupon.
Ja, das ist so. Es wird wahrscheinlich zu einem Rechtsstreit kommen, der vermutlich 3-5 Jahre dauern wird. Wer hier im Recht ist, ist nicht so einfach zu klären. Verschiedene Juristen konnten mir keine eindeutige Auskunft darüber geben, wer hier im Recht ist. Aber darum geht es mir auch nicht mehr. Es geht um Ethik. Im Rechtsstreit werde ich vielleicht den Kürzeren ziehen, das ist mir bewusst und egal. Das Geld ist jetzt schon für mich abgeschrieben. Aber ich kann Groupon nicht durchgehen lassen, dass sie nicht zahlen.
Sie sagten, viele weitere Unternehmen erhielten kein Geld mehr von Groupon. Warum gehen Sie nicht gemeinsam gegen Groupon vor?
Die sind teilweise so klein, dass ein Rechtsstreit sie ruinieren würde. Manche sind auch abhängig von Groupon. Das ist bei mir nicht so. Ich kann es mir deshalb leisten, gegen das Unternehmen vorzugehen.
Würden Sie jemals wieder Geschäft mit Groupon machen?
NEIN! Nie wieder!
Groupon stürzt Partner ins Rabattchaos
Die Schnäppchenjagd auf dem Internet-Portal Groupon wird für Unternehmen, Gewerbetreibende und die Käufer der Rabattscheine immer öfter zum Albtraum
Wenn Sascha Branse die Probleme schildert, die ihm eine Gutschein-Aktion mit dem Internet-Rabattportal Groupon eingebrockt hat, sinkt seine Stimmung. An die 34.000 Kunden kauften bei Groupon einen Gutschein für 9,99 Euro, um damit in seinem Online-Shop Wandwerke.de Schmuck für blankes Gemäuer im Wert von 40 Euro zu erstehen
Die fünfstellige Zahl an Kunden auf einen Schlag bringt den Kleinunternehmer aus Gronau an der niederländischen Grenze mit seinen 14 Mitarbeitern an den Rand des Ruins. Zum einen ist Branse mit seinen Lieferungen Monate im Rückstand, weswegen sich die Kunden bitter auf Facebook über ihn beschweren. Zum anderen landen von den 9,99 Euro, die sie für den 40-Euro-Wertgutschein zum Einkauf bei ihm gezahlt haben, gerade einmal fünf Euro in seiner Firmenkasse.
So enttäuscht wie Sascha Branse sind viele Kleinunternehmer, die sich von Gutscheinen via Groupon einen Schub für ihr Geschäft versprochen haben. Stattdessen brechen sie unter der Last der ungeheuren Zahl der eingelösten Gutscheine zusammen. Ihre Läden sind zu klein, um dem Kundenansturm standzuhalten. Trifft es Online-Versandhändler, verspäten die sich hoffnungslos mit ihrer Lieferung. Im Gegenzug schäumen die Käufer der Gutscheine, weil sie wochenlang auf einen Tisch im Restaurant warten oder ohne den erhofften Champagner zur Hochzeit oder zum Geburtstag dastehen. Enttäuschte Kunden machen in sozialen Netzwerken oder Verbraucherportalen ihrer Wut Luft.
Groupon bekommt Probleme nicht in den Griff
Wer auch immer die Schuld trägt, geht das Chaos so weiter, läuft alles auf einen großen Verlierer hinaus: auf Groupon. Der Stifter all der vertrackten Dreierbeziehungen scheint die Probleme nicht in den Griff zu bekommen. Die wachsende Zahl neuer Vorwürfe wecken Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells.
Dabei ist die Idee so genial wie einfach: Das amerikanische Internet-Portal, das im November vergangenen Jahres an die Börse ging, bietet Unternehmen an, Gutscheine für ihre Produkte oder Dienstleistungen online zu verkaufen: für eine Massage, eine Autowäsche, eine Reinigung, einen Flammkuchen oder ein Wandtattoo mit der Skyline von Magdeburg. Dazu schließen die Unternehmen mit Groupon einen Vertrag. Interessiert sich eine bestimmte Zahl Konsumenten für einen Gutschein, kommt ein sogenannter Deal zu Stande. Das heißt, Groupon stellt die Gutscheine aus, zieht das Geld dafür bei den Käufern ein und sendet ihnen den Gutschein zu, den sie dann beim Unternehmen einlösen können. Das Unternehmen erhält in der Regel die Hälfte des Gutscheinwerts. Die andere Hälfte behält Groupon als Provision.
Was auf den ersten Blick wie ein wohl überlegtes Kalkül dreier Parteien aussieht, nämlich des Unternehmens, der Kunden und von Groupon, endet aber in der Praxis offenbar immer wieder im Fiasko. Unmittelbar rechnet sich die Aktion für die Unternehmen fast nie. Denn der Gutschein-Rabatt ist oft so hoch, dass er im besten Fall die Kosten des Unternehmers deckt. Viele Firmen machen deshalb mit, weil sie darauf hoffen, dass zufriedene Kunden auch ohne Gutschein wiederkommen
Doch das Kalkül geht längst nicht immer auf. Allein die Hoffnung der Unternehmen, sich mithilfe der Gutschein-Aktion einen guten Ruf zuzulegen, trügt. Denn Kunden, die mit einem Gutschein eine Ware oder eine Dienstleistung kaufen, verteilen offenbar schlechtere Noten als andere Kunden. Forscher der US-Universitäten Boston und Harvard haben 16.000 Gutschein-Aktionen und gleichzeitig die 56.000 Bewertungen eines Verbraucher-Portals ausgewertet. Dabei kam heraus, dass nach einer Gutschein-Aktion die Zahl der Bewertungen für ein Unternehmen zwar drastisch ansteigt, sie aber um 10 bis 20 Prozent negativer ausfallen als zuvor. Ebenso trügerisch ist der Glaube, Gutschein-Kunden kommen später wieder und zahlen dann voll. Überrennen reine Schnäppchenjäger ein Unternehmen, bleibt dieses auf den Kosten der Rabattaktion sitzen.
Schuldzuweisungen
Dass es zu solchen Dramen kommt, werfen sich die Betroffenen gegenseitig vor. Die Unternehmer klagen vor allem über Groupon. Vertriebsmitarbeiter des Gutscheine-Portals würden kleine Unternehmen nicht darauf aufmerksam machen, dass sie die Anzahl der angebotenen Gutscheine begrenzen könnten. Sie würden Kleingewerbetreibende zu horrenden Rabatten drängen, um Kunden anzulocken. Gebe es Probleme, würde Groupon nicht reagieren, heißt es bei vielen Händlern.
Groupon hält auf Anfrage der WirtschaftsWoche dagegen, die Außendienstmitarbeiter bekämen vor dem ersten Kundenkontakt eine einwöchige Schulung. Dabei werde ihnen erklärt, wie wichtig es sei, die Partner darüber zu informieren, dass sie die Zahl der zu verkaufenden Gutscheine begrenzen können. Dass Mitarbeiter die Unternehmen zu Rabatten von 70 Prozent drängen, streitet Groupon ab. Vielmehr könne der Rabattvorteil beliebig gewählt werden und liege meist um die 50 Prozent
Kenner von Groupon sehen als Grund für den Streit mit den Unternehmen die Vertriebsstruktur des Gutschein-Portals und die internen Vorgaben für die Mitarbeiter. „Früher haben Groupon-Mitarbeiter sich vergewissert, dass die Unternehmen dem Kundenansturm Herr werden können und ihnen empfohlen, die Zahl der angebotenen Gutscheine zu begrenzen“, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter. „Mit dem Börsengang ging es nur noch um Umsatz. Hauptsache die Vertriebsmitarbeiter holen viele Deals heran. Jeder Vertragspartner wurde genommen, alle Qualitätsmaßstäbe wurden über Bord geworfen.“
Kompromisslose Firmenpolitik
Groupon streitet zwar ab, dass sich seit dem Börsengang etwas an der Vertriebskultur geändert habe. Doch was aus dem Unternehmen nach draußen dringt, klingt anders. „Wer nach drei Wochen keinen Deal abgeschlossen hat, ist eigentlich weg“, sagt ein anderer Ex-Mitarbeiter. Andere ebenfalls ausgeschiedene Kollegen berichten, ihre Vorgesetzten bei Groupon hätten ihnen gerne mal freitags eine Kündigung in die Hand gedrückt und versprochen: „Wenn du in der kommenden Woche fünf Deals reinholst, nehmen wir sie zurück.“ Groupon-Geschäftsführer Jens Hutzschenreuter erklärte dazu gegenüber der WirtschaftsWoche: Erst wenn ein Mitarbeiter seine Zielvorgaben über mehrere Monate „nicht erreicht und auch weitere Schulungen nichts bewirken, trennen sich die Wege in beiderseitigem Interesse“
Natürlich tragen zu den Querelen mit den Groupon-Gutscheinen auch die Unternehmen bei. Sie müssen überprüfen, was sie unterschreiben, und durchrechnen, ob und in welchem Umfang sie sich eine Gutschein-Aktion leisten können. „Ich will keinem den Schwarzen Peter zuschieben“, räumt etwa Wandwerke-Gründer Branse ein. „Ich war einfach naiv.“
Doch darf Groupon die Unwissenheit seiner Vertragspartner nicht ausnutzen. Wenn diese „nachweisen können, dass Groupon sie zum Beispiel nicht darüber aufgeklärt hat, dass sie die Anzahl der verkauften Rabattgutscheine begrenzen können, besteht eine Aufklärungspflichtverletzung“, sagt Christoph Crützen, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Clifford Chance. Allerdings gelte das nur für Unternehmen, die noch keine Erfahrung mit Groupon gemacht haben.
Kritik am Service
Ein Grenzfall ist Wandwerke.de-Gründer Branse. Seit 2007 verkauft der Kleinunternehmer über seine Internet-Seite Wand-Tattoos. Vor einigen Jahren machte er eine erste Gutschein-Aktion, allerdings über den Berliner Online-Anbieter Daily Deal. Dessen Mitarbeiter hätten sich bei ihm erkundigt, sagt Branse, wie viele Aufträge er bearbeiten könne, und ihm angeboten, die Menge zu begrenzen. Groupon-Mitarbeiter dagegen hätten ihn nie auf eine solche Deckelung angesprochen. Gleichwohl findet sich in allen Groupon-Verträgen eine Zeile, in der die maximal zu verkaufende Zahl an Gutscheinen eingetragen werden kann. „Ich weiß, dass ich darauf hätte bestehen müssen“, sagt Branse selbstkritisch.
Glücklich kann Groupon über solche Unternehmer überhaupt nicht sein, denn sie schaden dem Rabatt-Portal. „Leider – leider hab ich diesen Telefonanruf der Firma Groupon im vergangenen Jahr entgegengenommen, in dem man mir diese Deals anbot“, wettert Branse bei Facebook und schürt damit bei Groupon-Kunden Skepsis. Die Abzocker, schreibt er an die Adresse seiner unzufriedenen Kunden, solle „man lieber woanders suchen“.
Mangelhafte Vertragstreue
Branse hat nach eigener Aussage bislang keinerlei Hilfe von Groupon bekommen. Obwohl sich die Beschwerden über Wandwerke.de im Internet häufen, habe nie ein Groupon-Mitarbeiter bei ihm angerufen und sich wenigstens erkundigt, was eigentlich los sei. Groupon-Manager Hutzschenreuter streitet das ab und behauptet, dass einer seiner Außendienstmitarbeiter bei Wandwerke gewesen sei. „Als wir mitbekamen, dass er Lieferschwierigkeiten hat, haben wir mehrfach angerufen und ihn gefragt, ob wir ihm helfen können.“ Branse weist das als „gelogen“ zurück. Einen Mitarbeiter von Groupon habe er noch nie zu Gesicht bekommen.
Kritik an Groupon kommt auch von anderen Unternehmen. Jürgen Karnatz, Vertriebsleiter des Freizeitparks Snow Dome in Bispingen in der Lüneburger Heide bewertet den Service und die Vertragstreue von Groupon mit „mangelhaft“. Das Problem sei, dass Groupon „durchaus attraktive Angebote unterbreitet, die beispielsweise mit Zusatzleistungen wie Support bei der Abwicklung der Aktionen gespickt“ seien. Würde er die vereinbarten Leistungen dann allerdings abrufen wollen, „ist die Kommunikation beinahe unmöglich“. Groupon weist dies zurück. „Unsere Kollegen kümmern sich hier rund um die Uhr um die Zufriedenheit unserer Partner“ – so sei es auch bei Snow Dome geschehen.
Fraglich ist, wie lange Groupon sich solche Vorwürfe leisten kann. Das Gutschein-Portal hat nach eigenen Angaben über 33 Millionen Kunden in 48 Ländern, und arbeitet mit über 250.000 Vertragspartnern zusammen. Im ersten Quartal dieses Jahres konnte Groupon-Gründer Andrew Mason einen Umsatz von 430 Millionen Euro und erstmals schwarze Zahlen melden. Dagegen fiel der Aktienkurs seit Börsengang im November 2011 bis heute um fast zwei Drittel.
In Deutschland läuft das Geschäft nicht sonderlich gut. 2010 erwirtschaftete das Unternehmen hier einen Verlust in Höhe von rund 28,5 Millionen Euro. Aktuellere Geschäftsberichte wurden im Bundesanzeiger bislang nicht veröffentlicht.
Für Trubel sorgt zum Beispiel Stardrinx-Geschäftsführer Christian Schoenberger, der Mitte Juli im Interview mit wiwo.de schwere Vorwürfe gegen Groupon erhob. Schoenberger erklärte, dass er sich ab sofort weigere, Groupon-Kunden zu bedienen, weil der Gutscheinanbieter seine offenen Rechnungen – angeblich in der Größenordnung eines Einfamilienhauses – nicht bezahle.
Um seine Behauptung zu untermauern, legte Schoenberger der WirtschaftsWoche eine Liste vor, die seinen Angaben zufolge, alle seine abgewickelten Groupon-Deals umfasst. Daraus geht hervor, dass Stardrinx zwischen dem 12. Juni und dem 12. Juli dieses Jahres 2.515 Sendungen über den Paketdienst dpd an Groupon-Kunden verschickte. Laut Auszug von Schoenbergers Geschäftskonto bei der Deutschen Bank hat er allerdings letztmalig am 15. Juni Geld von Groupon erhalten, also einen Monat vor der bis dahin letzten Warenlieferung am 12. Juli.
Kunden zwischen den Stühlen
Groupon-Deutschland-Chef Hutzschenreuter hält dagegen: „Bei einer internen Prüfung mussten wir feststellen, dass wir Herrn Schoenberger für Tausende Gutscheine Geld überwiesen haben, er die entsprechenden Waren aber nie verschickt hatte.“ Groupon habe über eine halbe Million Euro zu viel gezahlt. „Wir schulden Stardrinx definitiv kein Geld.“ Schoenberger hält das für einen schlechten Scherz. „Wenn Groupon eine solche Summe nicht unter Kontrolle hätte, wäre das äußerst blamabel. Vielleicht haben sie jemand anders eine halbe Million zu viel gezahlt. Mir jedenfalls nicht.“ Die Situation ist mittlerweile so verfahren, dass beide Parteien gegen den jeweils anderen rechtliche Schritte einleiten wollen.
Von Zahlungsverzögerungen berichtet auch der Inhaber der Gecko-Bar in Hamburg, Mehdi Zarkesch. Von 350 Gutscheinen, die er einem Außendienstmitarbeiter von Groupon zur Abrechnung und Überweisung des entsprechenden Anteils mitgegeben habe, seien nur 49 bezahlt worden. Der Groupon-Mitarbeiter habe ihm versprochen, dass das Geld komme, wenn erst einmal der nächste Deal aufgesetzt sei. Darauf habe er sich auch eingelassen, das ausstehende Geld sei trotzdem nicht geflossen. Das bestreitet Groupon: „Vonseiten der Gecko-Bar wurden bei uns 696 Gutscheine eingereicht, die alle bezahlt wurden. Es gibt keinerlei Außenstände
Allerdings steht Gecko-Bar-Chef Zarkesch mit seinen Vorwürfen nicht allein. Groupon behält den Wert von Gutscheinen, die nicht eingelöst werden in der Regel für sich. Snow-Dome-Vertriebsleiter Karnatz hatte allerdings mit Groupon vereinbart, dass er auch für die verfallenen Gutscheine Geld bekommt. Doch daran soll sich Groupon nicht gehalten haben. Karnatz nennt dies ein „Ärgernis“, durch das „ein nicht unbeträchtlicher finanzieller Schaden entstehen kann“. Groupon gibt hierzu keine konkrete Stellungnahme ab.
(Sie können diese E-Mail Adresse erst sehen, wenn Sie mindestens Premium-User sind.) rückgängig machen und bekommen ihr Geld zurück.
Rechtliche Grauzone
Peter Raabe, Rechtsanwalt in Berlin, kennt das Phänomen. Allein in den vergangenen Wochen hätten sich 15 Groupon-Kunden bei ihm gemeldet, die von dem Schnäppchenportal ihr Geld zurück wollten. Groupon-Vertragspartner hätten entweder keine oder falsche Ware geliefert, gingen nicht ans Telefon oder beantworteten keine Briefe. Groupon wiederum ziehe sich darauf zurück, nur für den Verkauf des Gutscheins zuständig zu sein. „Mit dem Rest wollen sie nichts zu tun haben“, sagt Raabe. Ob der Gutscheinanbieter es sich so einfach machen kann, sei rechtlich unklar. „Wir prüfen noch, ob Groupon seine Kunden hierdurch unangemessen benachteiligt.“ Der Kunde könne sich schließlich nicht zur Wehr setzen, wenn der Vertragspartner nicht erreichbar sei. Zudem sei es für Kunden kaum zumutbar, Ansprüche gegebenenfalls im Ausland einzuklagen. „Käme ein Gericht zu dem Schluss, dass die Last, die Groupon seinen Kunden auflädt, zu groß ist, müsste der Gutschein-Anbieter dem Kunden sein Geld erstatten, falls ein Deal floppt.“
Es gibt allerdings auch Unternehmer, die sich von Groupon nicht ins Bockshorn jagen lassen und die Gutscheine erfolgreich nutzen. Zu ihnen zählt Mario Meusel, Geschäftsführer des Hamburger Restaurants Lambert. „Ich habe vorher recherchiert, wie viele Gutscheine bei solchen Aktionen im Schnitt verkauft wurden, und erst einmal überlegt, ob ich das bewältigen kann“, sagt Meusel. Bei 140 Sitzplätzen seien 450 Gutscheine kein Problem gewesen
Verdienen würde er an den Aktionen zwar nichts, es sei aber eine gute Werbung, sagt der Lambert-Chef. „Wenn fünf Prozent wieder kommen, ist das in der Gastronomie schon ein toller Erfolg.“ Mitarbeiter von Groupon hätten schon mehrfach bei ihm angerufen, um weitere Gutschein-Aktionen zu starten, er habe aber abgelehnt. Schließlich gehe es ihm ja nicht darum, Groupon glücklich zu machen.
* WIWO
Wenn Sascha Branse die Probleme schildert, die ihm eine Gutschein-Aktion mit dem Internet-Rabattportal Groupon eingebrockt hat, sinkt seine Stimmung. An die 34.000 Kunden kauften bei Groupon einen Gutschein für 9,99 Euro, um damit in seinem Online-Shop Wandwerke.de Schmuck für blankes Gemäuer im Wert von 40 Euro zu erstehen
Die fünfstellige Zahl an Kunden auf einen Schlag bringt den Kleinunternehmer aus Gronau an der niederländischen Grenze mit seinen 14 Mitarbeitern an den Rand des Ruins. Zum einen ist Branse mit seinen Lieferungen Monate im Rückstand, weswegen sich die Kunden bitter auf Facebook über ihn beschweren. Zum anderen landen von den 9,99 Euro, die sie für den 40-Euro-Wertgutschein zum Einkauf bei ihm gezahlt haben, gerade einmal fünf Euro in seiner Firmenkasse.
So enttäuscht wie Sascha Branse sind viele Kleinunternehmer, die sich von Gutscheinen via Groupon einen Schub für ihr Geschäft versprochen haben. Stattdessen brechen sie unter der Last der ungeheuren Zahl der eingelösten Gutscheine zusammen. Ihre Läden sind zu klein, um dem Kundenansturm standzuhalten. Trifft es Online-Versandhändler, verspäten die sich hoffnungslos mit ihrer Lieferung. Im Gegenzug schäumen die Käufer der Gutscheine, weil sie wochenlang auf einen Tisch im Restaurant warten oder ohne den erhofften Champagner zur Hochzeit oder zum Geburtstag dastehen. Enttäuschte Kunden machen in sozialen Netzwerken oder Verbraucherportalen ihrer Wut Luft.
Groupon bekommt Probleme nicht in den Griff
Wer auch immer die Schuld trägt, geht das Chaos so weiter, läuft alles auf einen großen Verlierer hinaus: auf Groupon. Der Stifter all der vertrackten Dreierbeziehungen scheint die Probleme nicht in den Griff zu bekommen. Die wachsende Zahl neuer Vorwürfe wecken Zweifel an der Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells.
Dabei ist die Idee so genial wie einfach: Das amerikanische Internet-Portal, das im November vergangenen Jahres an die Börse ging, bietet Unternehmen an, Gutscheine für ihre Produkte oder Dienstleistungen online zu verkaufen: für eine Massage, eine Autowäsche, eine Reinigung, einen Flammkuchen oder ein Wandtattoo mit der Skyline von Magdeburg. Dazu schließen die Unternehmen mit Groupon einen Vertrag. Interessiert sich eine bestimmte Zahl Konsumenten für einen Gutschein, kommt ein sogenannter Deal zu Stande. Das heißt, Groupon stellt die Gutscheine aus, zieht das Geld dafür bei den Käufern ein und sendet ihnen den Gutschein zu, den sie dann beim Unternehmen einlösen können. Das Unternehmen erhält in der Regel die Hälfte des Gutscheinwerts. Die andere Hälfte behält Groupon als Provision.
Was auf den ersten Blick wie ein wohl überlegtes Kalkül dreier Parteien aussieht, nämlich des Unternehmens, der Kunden und von Groupon, endet aber in der Praxis offenbar immer wieder im Fiasko. Unmittelbar rechnet sich die Aktion für die Unternehmen fast nie. Denn der Gutschein-Rabatt ist oft so hoch, dass er im besten Fall die Kosten des Unternehmers deckt. Viele Firmen machen deshalb mit, weil sie darauf hoffen, dass zufriedene Kunden auch ohne Gutschein wiederkommen
Doch das Kalkül geht längst nicht immer auf. Allein die Hoffnung der Unternehmen, sich mithilfe der Gutschein-Aktion einen guten Ruf zuzulegen, trügt. Denn Kunden, die mit einem Gutschein eine Ware oder eine Dienstleistung kaufen, verteilen offenbar schlechtere Noten als andere Kunden. Forscher der US-Universitäten Boston und Harvard haben 16.000 Gutschein-Aktionen und gleichzeitig die 56.000 Bewertungen eines Verbraucher-Portals ausgewertet. Dabei kam heraus, dass nach einer Gutschein-Aktion die Zahl der Bewertungen für ein Unternehmen zwar drastisch ansteigt, sie aber um 10 bis 20 Prozent negativer ausfallen als zuvor. Ebenso trügerisch ist der Glaube, Gutschein-Kunden kommen später wieder und zahlen dann voll. Überrennen reine Schnäppchenjäger ein Unternehmen, bleibt dieses auf den Kosten der Rabattaktion sitzen.
Schuldzuweisungen
Dass es zu solchen Dramen kommt, werfen sich die Betroffenen gegenseitig vor. Die Unternehmer klagen vor allem über Groupon. Vertriebsmitarbeiter des Gutscheine-Portals würden kleine Unternehmen nicht darauf aufmerksam machen, dass sie die Anzahl der angebotenen Gutscheine begrenzen könnten. Sie würden Kleingewerbetreibende zu horrenden Rabatten drängen, um Kunden anzulocken. Gebe es Probleme, würde Groupon nicht reagieren, heißt es bei vielen Händlern.
Groupon hält auf Anfrage der WirtschaftsWoche dagegen, die Außendienstmitarbeiter bekämen vor dem ersten Kundenkontakt eine einwöchige Schulung. Dabei werde ihnen erklärt, wie wichtig es sei, die Partner darüber zu informieren, dass sie die Zahl der zu verkaufenden Gutscheine begrenzen können. Dass Mitarbeiter die Unternehmen zu Rabatten von 70 Prozent drängen, streitet Groupon ab. Vielmehr könne der Rabattvorteil beliebig gewählt werden und liege meist um die 50 Prozent
Kenner von Groupon sehen als Grund für den Streit mit den Unternehmen die Vertriebsstruktur des Gutschein-Portals und die internen Vorgaben für die Mitarbeiter. „Früher haben Groupon-Mitarbeiter sich vergewissert, dass die Unternehmen dem Kundenansturm Herr werden können und ihnen empfohlen, die Zahl der angebotenen Gutscheine zu begrenzen“, sagt ein ehemaliger Mitarbeiter. „Mit dem Börsengang ging es nur noch um Umsatz. Hauptsache die Vertriebsmitarbeiter holen viele Deals heran. Jeder Vertragspartner wurde genommen, alle Qualitätsmaßstäbe wurden über Bord geworfen.“
Kompromisslose Firmenpolitik
Groupon streitet zwar ab, dass sich seit dem Börsengang etwas an der Vertriebskultur geändert habe. Doch was aus dem Unternehmen nach draußen dringt, klingt anders. „Wer nach drei Wochen keinen Deal abgeschlossen hat, ist eigentlich weg“, sagt ein anderer Ex-Mitarbeiter. Andere ebenfalls ausgeschiedene Kollegen berichten, ihre Vorgesetzten bei Groupon hätten ihnen gerne mal freitags eine Kündigung in die Hand gedrückt und versprochen: „Wenn du in der kommenden Woche fünf Deals reinholst, nehmen wir sie zurück.“ Groupon-Geschäftsführer Jens Hutzschenreuter erklärte dazu gegenüber der WirtschaftsWoche: Erst wenn ein Mitarbeiter seine Zielvorgaben über mehrere Monate „nicht erreicht und auch weitere Schulungen nichts bewirken, trennen sich die Wege in beiderseitigem Interesse“
Natürlich tragen zu den Querelen mit den Groupon-Gutscheinen auch die Unternehmen bei. Sie müssen überprüfen, was sie unterschreiben, und durchrechnen, ob und in welchem Umfang sie sich eine Gutschein-Aktion leisten können. „Ich will keinem den Schwarzen Peter zuschieben“, räumt etwa Wandwerke-Gründer Branse ein. „Ich war einfach naiv.“
Doch darf Groupon die Unwissenheit seiner Vertragspartner nicht ausnutzen. Wenn diese „nachweisen können, dass Groupon sie zum Beispiel nicht darüber aufgeklärt hat, dass sie die Anzahl der verkauften Rabattgutscheine begrenzen können, besteht eine Aufklärungspflichtverletzung“, sagt Christoph Crützen, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Clifford Chance. Allerdings gelte das nur für Unternehmen, die noch keine Erfahrung mit Groupon gemacht haben.
Kritik am Service
Ein Grenzfall ist Wandwerke.de-Gründer Branse. Seit 2007 verkauft der Kleinunternehmer über seine Internet-Seite Wand-Tattoos. Vor einigen Jahren machte er eine erste Gutschein-Aktion, allerdings über den Berliner Online-Anbieter Daily Deal. Dessen Mitarbeiter hätten sich bei ihm erkundigt, sagt Branse, wie viele Aufträge er bearbeiten könne, und ihm angeboten, die Menge zu begrenzen. Groupon-Mitarbeiter dagegen hätten ihn nie auf eine solche Deckelung angesprochen. Gleichwohl findet sich in allen Groupon-Verträgen eine Zeile, in der die maximal zu verkaufende Zahl an Gutscheinen eingetragen werden kann. „Ich weiß, dass ich darauf hätte bestehen müssen“, sagt Branse selbstkritisch.
Glücklich kann Groupon über solche Unternehmer überhaupt nicht sein, denn sie schaden dem Rabatt-Portal. „Leider – leider hab ich diesen Telefonanruf der Firma Groupon im vergangenen Jahr entgegengenommen, in dem man mir diese Deals anbot“, wettert Branse bei Facebook und schürt damit bei Groupon-Kunden Skepsis. Die Abzocker, schreibt er an die Adresse seiner unzufriedenen Kunden, solle „man lieber woanders suchen“.
Mangelhafte Vertragstreue
Branse hat nach eigener Aussage bislang keinerlei Hilfe von Groupon bekommen. Obwohl sich die Beschwerden über Wandwerke.de im Internet häufen, habe nie ein Groupon-Mitarbeiter bei ihm angerufen und sich wenigstens erkundigt, was eigentlich los sei. Groupon-Manager Hutzschenreuter streitet das ab und behauptet, dass einer seiner Außendienstmitarbeiter bei Wandwerke gewesen sei. „Als wir mitbekamen, dass er Lieferschwierigkeiten hat, haben wir mehrfach angerufen und ihn gefragt, ob wir ihm helfen können.“ Branse weist das als „gelogen“ zurück. Einen Mitarbeiter von Groupon habe er noch nie zu Gesicht bekommen.
Kritik an Groupon kommt auch von anderen Unternehmen. Jürgen Karnatz, Vertriebsleiter des Freizeitparks Snow Dome in Bispingen in der Lüneburger Heide bewertet den Service und die Vertragstreue von Groupon mit „mangelhaft“. Das Problem sei, dass Groupon „durchaus attraktive Angebote unterbreitet, die beispielsweise mit Zusatzleistungen wie Support bei der Abwicklung der Aktionen gespickt“ seien. Würde er die vereinbarten Leistungen dann allerdings abrufen wollen, „ist die Kommunikation beinahe unmöglich“. Groupon weist dies zurück. „Unsere Kollegen kümmern sich hier rund um die Uhr um die Zufriedenheit unserer Partner“ – so sei es auch bei Snow Dome geschehen.
Fraglich ist, wie lange Groupon sich solche Vorwürfe leisten kann. Das Gutschein-Portal hat nach eigenen Angaben über 33 Millionen Kunden in 48 Ländern, und arbeitet mit über 250.000 Vertragspartnern zusammen. Im ersten Quartal dieses Jahres konnte Groupon-Gründer Andrew Mason einen Umsatz von 430 Millionen Euro und erstmals schwarze Zahlen melden. Dagegen fiel der Aktienkurs seit Börsengang im November 2011 bis heute um fast zwei Drittel.
In Deutschland läuft das Geschäft nicht sonderlich gut. 2010 erwirtschaftete das Unternehmen hier einen Verlust in Höhe von rund 28,5 Millionen Euro. Aktuellere Geschäftsberichte wurden im Bundesanzeiger bislang nicht veröffentlicht.
Für Trubel sorgt zum Beispiel Stardrinx-Geschäftsführer Christian Schoenberger, der Mitte Juli im Interview mit wiwo.de schwere Vorwürfe gegen Groupon erhob. Schoenberger erklärte, dass er sich ab sofort weigere, Groupon-Kunden zu bedienen, weil der Gutscheinanbieter seine offenen Rechnungen – angeblich in der Größenordnung eines Einfamilienhauses – nicht bezahle.
Um seine Behauptung zu untermauern, legte Schoenberger der WirtschaftsWoche eine Liste vor, die seinen Angaben zufolge, alle seine abgewickelten Groupon-Deals umfasst. Daraus geht hervor, dass Stardrinx zwischen dem 12. Juni und dem 12. Juli dieses Jahres 2.515 Sendungen über den Paketdienst dpd an Groupon-Kunden verschickte. Laut Auszug von Schoenbergers Geschäftskonto bei der Deutschen Bank hat er allerdings letztmalig am 15. Juni Geld von Groupon erhalten, also einen Monat vor der bis dahin letzten Warenlieferung am 12. Juli.
Kunden zwischen den Stühlen
Groupon-Deutschland-Chef Hutzschenreuter hält dagegen: „Bei einer internen Prüfung mussten wir feststellen, dass wir Herrn Schoenberger für Tausende Gutscheine Geld überwiesen haben, er die entsprechenden Waren aber nie verschickt hatte.“ Groupon habe über eine halbe Million Euro zu viel gezahlt. „Wir schulden Stardrinx definitiv kein Geld.“ Schoenberger hält das für einen schlechten Scherz. „Wenn Groupon eine solche Summe nicht unter Kontrolle hätte, wäre das äußerst blamabel. Vielleicht haben sie jemand anders eine halbe Million zu viel gezahlt. Mir jedenfalls nicht.“ Die Situation ist mittlerweile so verfahren, dass beide Parteien gegen den jeweils anderen rechtliche Schritte einleiten wollen.
Von Zahlungsverzögerungen berichtet auch der Inhaber der Gecko-Bar in Hamburg, Mehdi Zarkesch. Von 350 Gutscheinen, die er einem Außendienstmitarbeiter von Groupon zur Abrechnung und Überweisung des entsprechenden Anteils mitgegeben habe, seien nur 49 bezahlt worden. Der Groupon-Mitarbeiter habe ihm versprochen, dass das Geld komme, wenn erst einmal der nächste Deal aufgesetzt sei. Darauf habe er sich auch eingelassen, das ausstehende Geld sei trotzdem nicht geflossen. Das bestreitet Groupon: „Vonseiten der Gecko-Bar wurden bei uns 696 Gutscheine eingereicht, die alle bezahlt wurden. Es gibt keinerlei Außenstände
Allerdings steht Gecko-Bar-Chef Zarkesch mit seinen Vorwürfen nicht allein. Groupon behält den Wert von Gutscheinen, die nicht eingelöst werden in der Regel für sich. Snow-Dome-Vertriebsleiter Karnatz hatte allerdings mit Groupon vereinbart, dass er auch für die verfallenen Gutscheine Geld bekommt. Doch daran soll sich Groupon nicht gehalten haben. Karnatz nennt dies ein „Ärgernis“, durch das „ein nicht unbeträchtlicher finanzieller Schaden entstehen kann“. Groupon gibt hierzu keine konkrete Stellungnahme ab.
(Sie können diese E-Mail Adresse erst sehen, wenn Sie mindestens Premium-User sind.) rückgängig machen und bekommen ihr Geld zurück.
Rechtliche Grauzone
Peter Raabe, Rechtsanwalt in Berlin, kennt das Phänomen. Allein in den vergangenen Wochen hätten sich 15 Groupon-Kunden bei ihm gemeldet, die von dem Schnäppchenportal ihr Geld zurück wollten. Groupon-Vertragspartner hätten entweder keine oder falsche Ware geliefert, gingen nicht ans Telefon oder beantworteten keine Briefe. Groupon wiederum ziehe sich darauf zurück, nur für den Verkauf des Gutscheins zuständig zu sein. „Mit dem Rest wollen sie nichts zu tun haben“, sagt Raabe. Ob der Gutscheinanbieter es sich so einfach machen kann, sei rechtlich unklar. „Wir prüfen noch, ob Groupon seine Kunden hierdurch unangemessen benachteiligt.“ Der Kunde könne sich schließlich nicht zur Wehr setzen, wenn der Vertragspartner nicht erreichbar sei. Zudem sei es für Kunden kaum zumutbar, Ansprüche gegebenenfalls im Ausland einzuklagen. „Käme ein Gericht zu dem Schluss, dass die Last, die Groupon seinen Kunden auflädt, zu groß ist, müsste der Gutschein-Anbieter dem Kunden sein Geld erstatten, falls ein Deal floppt.“
Es gibt allerdings auch Unternehmer, die sich von Groupon nicht ins Bockshorn jagen lassen und die Gutscheine erfolgreich nutzen. Zu ihnen zählt Mario Meusel, Geschäftsführer des Hamburger Restaurants Lambert. „Ich habe vorher recherchiert, wie viele Gutscheine bei solchen Aktionen im Schnitt verkauft wurden, und erst einmal überlegt, ob ich das bewältigen kann“, sagt Meusel. Bei 140 Sitzplätzen seien 450 Gutscheine kein Problem gewesen
Verdienen würde er an den Aktionen zwar nichts, es sei aber eine gute Werbung, sagt der Lambert-Chef. „Wenn fünf Prozent wieder kommen, ist das in der Gastronomie schon ein toller Erfolg.“ Mitarbeiter von Groupon hätten schon mehrfach bei ihm angerufen, um weitere Gutschein-Aktionen zu starten, er habe aber abgelehnt. Schließlich gehe es ihm ja nicht darum, Groupon glücklich zu machen.
* WIWO
Erst verlor die Börse das Vertrauen in Groupons Geschäftsmodell, nun kehren ihm auch die Kunden den Rücken. Bei den Angeboten gibt es einfach zu viele Ungereimtheiten
Es war das teuerste Startup der Welt und das am schnellsten wachsende Internetunternehmen aller Zeiten: Für das Schnäppchenportal Groupon schien es einst keine Grenzen zu geben. Im Jahr 2011 vervierfachte Groupon die Zahl seiner Nutzer binnen zwölf Monaten von 8,9 auf 33,7 Millionen. Heute bekommen über 36 Millionen Menschen täglich E-Mail-Angebote von Groupon. Das ist die längste virtuelle Adressliste der Welt. Und die kann im Internet Gold wert sein.
Ein Selbstläufer ist das aber nicht. Und dazu gab es bei Groupon frühzeitige Alarmsignale. Gründer Andrew Mason hat das offenbar als einer der ersten erkannt. Bereits im Sommer 2011 verhökerte er für 28 Millionen Dollar eigene Aktien an Private-Equity-Investoren. Im November machte ihn dann der Börsengang zum Milliardär. Seitdem hält das Groupon-Management selbst nur noch 20 Prozent an der Firma. Aktienanalysten fürchteten deshalb, das sich das Gründerteam nicht mehr mit vollem Elan um Groupon kümmern werde und rieten schon vor der ersten Kursnotiz vom Kauf der Aktien ab. Sie sollten recht behalten.
Zweifel am Geschäftsmodell
Nach dem Börsengang zu 20 Dollar je Aktie schoss der Kurs binnen weniger Tage zwar bis auf 31 Dollar nach oben. Zwischenzeitlich bewerteten Investoren das Portal mit 25 Milliarden Dollar. Doch seitdem ging es stetig bergab. Obwohl Groupon im ersten Quartal 2012 erstmals einen Gewinn ausweisen konnte, fiel der Aktienkurs wie ein Stein: Mittlerweile wird ein Groupon-Anteil für weniger als sieben Dollar gehandelt. Der Börsenwert ist von anfangs 19 auf gut vier Milliarden Dollar zusammengeschrumpft. Die Zweifel wachsen, ob Groupons Geschäftsmodell auf Dauer funktionieren kann. Die Gründe dafür sind vielfältig – und auch in Deutschland zu besichtigen.
Hierzulande beobachten irritierte Kunden, wie sich seit Monaten Berichte über Unregelmäßigkeiten, unseriöse Anbieter und einen dürftigen Kundenservice häufen. Käufer können ihre Wellness-Gutscheine nicht einlösen, weil der Masseur überlastet ist, Restaurantgäste müssen feststellen, dass sie nur am Katzentisch Platz nehmen dürfen, Weinliebhaber warten vergeblich auf Ware
Zugleich machen Konkurrenten wie DailyDeal dem Schnäppchen-Marktführer das Leben schwer. Sie punkten über geringere Gebühren für die Anbieter, besseren Kundenservice – und Transparenz. Groupon hingegen bleibt in vielerlei Hinsicht undurchsichtig
Das Angebot auf dem deutschen Gutscheinportal hat sich im vergangenen Jahr gewandelt. Statt echter Schnäppchen finden sich auf der Plattform zunehmend merkwürdige Offerten. Zudem geriet das Unternehmen mit missglückten Kooperationen in die Schlagzeilen. Das sind offenbar keine Zufälle.
Es beginnt schon bei den Partnern – so nennt Groupon die Firmen, die auf der Plattform ihre Waren und Dienstleistungen anbieten. Das Prinzip sieht so aus: Groupon verkauft die Gutscheine, beispielsweise für einen Kurzurlaub. So bot kürzlich etwa ein Gästehaus in Brandenburg einen Gutschein für 96 Euro. Der Käufer bekommt dafür laut Angebot einen Urlaub im Gegenwert von 193 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von 50 Prozent.
Firmen zu hohen Rabatten gezwungen
Doch wer setzt die Höhe des Rabatts fest? Insider erzählen, dass Groupon die Anbieter zu hohen Rabatten zwinge, damit mehr Gutscheine verkauft werden können. Die einfache Rechnung: Je billiger das Schnäppchen, desto mehr Kunden schlagen zu. Groupon erklärt auf Nachfrage von FOCUS Online, dass die Deals zwischen dem Portal und den Partnern fair ausgehandelt würden: „Der Rabattvorteil kann beliebig gewählt werden und beträgt in den meisten Fällen um die 50 Prozent“, sagt Groupon-Sprecherin Sophie Guggenberger.
Das Gästehaus aus dem oben beschriebenen Deal kostet den Kunden also von vornherein nur die Hälfte des üblichen Preises. Aber das ist noch nicht alles. Aus Sicht des Partners sieht die Rechnung ganz anders aus. Denn Groupon kassiert eine Provision. Wie hoch diese ist, verrät das Gutscheinportal nicht. Sie sei „immer Gegenstand einer individuellen Vereinbarung mit dem Kooperationspartner, der den Deal auf Groupon.de schaltet“, so die Groupon-Sprecherin. Das Unternehmen wolle den Partnern „einen alternativen und äußerst effektiven Marketingkanal“ bieten. Guggenberger hebt die Vorteil der Kooperation hervor: Den Partnern würden vorab keinerlei Kosten entstehen, Groupon kümmere sich um alles – von der redaktionellen und graphischen Gestaltung eines Deals bis hin zur Zahlungsabwicklung. Die Partner müssten nur im „Erfolgsfall eine Provision an Groupon zahlen, also sobald ein Kunde auch tatsächlich einen Gutschein erworben hat
Es ist ein offenes Geheimnis – und wurde FOCUS Online auch von Insidern bestätigt -, dass Groupon 50 Prozent des Gutscheinwertes als Provision kassiert. Was offenbar viele Partner nicht bedenken: Die Provision bezieht sich auf den Bruttopreis, Groupon erhebt auch noch Mehrwertsteuer auf die Provision. Für die Partner bleibt also effektiv weniger als ein Viertel des ursprünglichen Wertes übrig.
Auf Groupon finden sich mitunter auch Schnäppchen mit bis zu 80 Prozent Ersparnis – entsprechend wenig fließt dann an den Partner.
Die Rechnung für das Beispiel sieht dann so aus:
Das Gästehaus verlang normalerweise 193 Euro.
Bei Groupon wird der Urlaub für die Hälfte, also 96 Euro, angeboten.
Von den 96 Euro, die der Gutschein kostet, bekommt Groupon die Hälfte, also 48 Euro.
Zusätzlich berechnet Groupon sieben Prozent Mehrwertsteuer – noch einmal 3,36 Euro.
Für den Kurzurlaub, der regulär 193 Euro kostet, bekommt das Gästehaus über den Groupon-Gutschein dann nur 44,64 Euro.
Von Massenanfragen überfordert
Das lohnt sich eigentlich nur, wenn die Kunden später auch ohne Gutschein wiederkommen – und wenn nicht zu viele einen Gutschein kaufen. Das ist zwar für Groupon besser, aber nicht für die Partner. Kleine Unternehmen sind von Massenanfragen überfordert. Gerade Dienstleister sind dem Ansturm oft nicht gewachsen. Was, wenn sich im kleinen Nagelstudio plötzlich Hunderte um die Termine reißen?
Die Menge der Gutscheine kann zwar auch beschränkt werden, doch nach Angaben eines Insiders kommt das selten vor. Groupon wolle ja möglichst viele Deals verkaufen. Das Gutscheinportal sagt dazu: „Einer unserer Außendienstmitarbeiter geht mit dem Partnerunternehmen alle wichtigen Einflussfaktoren für die Planung der Kapazität durch. Aufgrund unserer Erfahrung ist es uns somit möglich, genau abzuschätzen, wie viele Verkäufe für den Partner sinnvoll und auch realistisch umsetzbar sind. Natürlich hat jeder Partner stets die Möglichkeit, die Menge der verkauften Gutscheine zu begrenzen – durch die Limitierung der Gutscheinanzahl, wie auch durch die Deallaufzeit.“ Das werde in der Kooperationsvereinbarung festgelegt und individuell vom Partner definiert.
Groupon verdient aber auch daran, wenn Kunden einen Gutschein erwerben, ihn dann aber nicht einlösen. Dann gibt das Portal dem Partner nichts, behält also die Gesamtsumme. Groupon bestreitet das auf Anfrage von FOCUS Online nicht, verweist aber auf den „Marketingdienst“, den man für die Partner übernehme. Konkurrent Dailydeal zahlt den Partnern nach eigener Aussage den vereinbarten Gutscheinerlös, auch wenn der Kunde diesen nicht eingelöst hat.
„Das ist ein netter Nebenverdienst für Groupon“, sagt der Insider. Nach seinen Angaben lösen bis zu 30 Prozent der Käufer ihre Gutscheine nicht ein – weil sie es vergessen, weil sie zu spät dran sind oder weil es zu schwierig ist, einen Termin zu finden.
Je unerfahrener der Partner, desto besser
Für die Partner lohnt sich das Geschäft mit den Gutscheinen also nicht immer. Ein Insider erklärt: „Je unerfahrener der Partner ist, desto besser für Groupon.“
Das gilt auch für die Kunden, denn Groupon trickst gerne mal bei der ausgewiesenen Ersparnis: Als Vergleichswert wird meist die unverbindliche Preisempfehlung herangezogen. Doch viele Waren haben inzwischen deutlich günstigere Straßenpreise. So beispielsweise der Saugroboter Klarstein Cleanmate 2G: Groupon verkauft ihn für 119,90 Euro und gibt als unverbindliche Preisempfehlung 249 Euro an. Das wäre eine Ersparnis von 52 Prozent. Bei Amazon beispielsweise kostet das gleiche Gerät 143 Euro. Damit ist Groupon zwar billiger, die Ersparnis liegt aber nur bei 20 Euro. Manchmal bekommt man Artikel im Internet sogar regulär billiger als beim angeblichen Groupon-Superschnäppchen.
Groupon musste die Umsätze rückwirkend korrigieren
Während Groupon dei Preise auf seinem Portal gerne günstiger erscheinen lässt als sie sind, erhielten die Investoren monatelang zu hohe Werte vorgesetzt – bis die US-Börsenaufsicht SEC einschritt. Anfangs verbuchte Groupon nämlich sämtliche verkauften Gutscheine als Umsatz – obwohl Kunden sie innerhalb von 14 Tagen zurückgeben können und die Beträge dann rückerstattet werden müssen. Schon vor dem Börsengang setzte die SEC erste Korrekturen in der Bilanzierung durch, weil sie den Eindruck hatte, dass Groupon seine Zahlen über das erlaubte Maß hinaus schönrechnete. Eine zweite SEC-Untersuchung im Frühjahr 2012 kam dann zu dem Ergebnis, dass Groupon seien Umsätez generell viel zu hoch angesetzt hatte und zu wenig Rücklagen für die absehbare Erstattung zurückgegebener Gutscheine bildete.
Daraufhin musste das Schnäppchenportal seine Zahlen rückwirkend korrigieren. Und siehe da: Die ausgewiesenen Umsätze sanken um mehr als die Hälfte. Mittlerweile unterscheidet Groupon zwischen Brutto-Buchungen und tatsächlichen Umsätzen. Beide Werte liegen dramatisch auseinander. So erreichten die Buchungen im ersten Quartal 2012 1,355 Milliarden Dollar, von denen Groupon nach den US-Bilanzregeln aber nur 559 Millionen Dollar als Umsatz verbuchen darf.
Deutscher Markt im Visier
Die Bilanzkorrektur kostete Groupon an der Börse Vertrauen. Die Kurse begannen zu bröckeln. Doch das ließe sich aushalten, wenn die korrigierten Umsätze die alten Wachstumsraten erreichen würden. Genau das steht nun in Frage. 321 Millionen Dollar setzte Groupon im ersten Quartal außerhalb Nordamerikas um, das entspricht rund 57 Prozent des Gesamtumsatzes. Es ist zu vermuten, dass ein nicht unwesentlicher Teil davon auf Deutschland entfällt. Und ausgerechnet hierzulande springen nun viele Partner ab, wie ein regelmäßiger Blick auf die Website verrät: Dort sind die Angebote in den vergangenen Monaten spezieller geworden
Restaurants und Cafés finden sich deutlich seltener als früher. Dafür können Kunden nun zunehmend eher TV-Shop-Produkte, Gutscheine für Brust-OPs oder Laserbehandlungen sowie Reisen erwerben.
Womöglich haben viele Restaurants und Shops gemerkt, dass die Kunden nicht unbedingt wiederkommen, nur weil sie einmal da waren – und bieten nichts mehr über Groupon an. Andere beklagen sich, dass die Gutscheinkäufer deshalb nicht wiederkommen, weil sie entweder das Schnäppchen nutzen wollten oder sich geärgert hätten, dass sie nicht das reguläre, sondern nur ein eingeschränktes Angebot erhielten. Beispiele dazu finden sich im Internet zu Dutzenden: Im Café gilt der Gutschein plötzlich nur für ein bestimmtes Frühstück auf der Karte, im Restaurant bekommt man kleinere Portionen oder den Katzentisch.
Neue Großzügigkeit bei geplatzten Deals
Damit die Kunden aber nicht ganz verprellt werden, zeigt sich Groupon bei geplatzten Deals neuerdings großzügig: 2000 Kunden haben nach einem Groupon-Gutscheinkauf keine Ware des Getränkehändlers Stardrinx erhalten. Das Geld für die gekauften Gutscheine erstattet Groupon nun allen Kunden zurück – inklusive der Versandkosten, die Käufer an Stardrinx gezahlt hatten.
Das ist nicht das einzige, was sich bei Groupon ändert. Der Dienst will offenbar weg vom Schnäppchenimage und unterbreitet seinen Kunden individuellere Angebote – mit mehr Service. So können die Kunden jetzt schon vereinzelt auch direkt über Groupon einen Platz reservieren, wenn sie einen Restaurantgutschein kaufen.
In Asien geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter: In Singapur hat Groupon seinen ersten eigenen Laden eröffnet. Kunden sollen dort direkt Schnäppchen buchen oder defekte Waren zurückgeben können. Doch bei Kritikern verstärkt dieser Schritt ehr die Zweifel, als dass er sie zerstreut: War es nicht gerade der Reiz eines Internetangebots, dass Prozesse automatisierbar sind, die Kosten dadurch niedrig und die Margen entsprechend hoch ausfallen?
Die Börse hat den Glauben an die Wachstumsmaschine Groupon ohnehin längst verloren, wie der Kursverlauf zeigt. Umso beunruhigender, dass jetzt auch Investoren der ersten Stunde das Weite suchen: Sechs Monate lang waren ihre Aktien nach dem Börsengang gesperrt. Seit Mitte Juni dürfen sie verkaufen – und tun es auch. Die erste, die diese Chance nutzte, war die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik. Sie war zuvor Großaktionär des deutschen Rabattportals CityDeal, das Ende 2010 im Tausch gegen Aktien an Groupon verkauft wurde. Die Schweden sollen ihren damaligen Einsatz durch die Transaktion von 2,3 auf 64,4 Millionen Euro vervielfacht haben. An eine baldige Kurssteigerung bei Groupon glaubten sie offensichtlich nicht mehr.
Seit dem Ausstieg von Kinnevik halten sich zudem hartnäckig Gerüchte, dass auch die deutschen Internetinvestoren Alexander, Marc und Oliver und Samwer ihren Zehn-Prozent-Anteil an Groupon abstoßen wollen. Als Großaktionäre müssten sie einen Verkauf der Börsenaufsicht melden – doch bislang blieb es still.
Stattdessen ist ein Rückzug auf Raten zu beobachten: CityDeal-Mitgründer Marc Samwer legte sein Amt als Leiter des internationalen Geschäfts bei Groupon zum 31. Juli nieder. Gleichzeitig verließen die beiden deutschen Geschäftsführer Daniel Glasner und Philipp Magin das Rabattprotal.
Das Schicksal der einstigen Wachstumsmaschine Groupon ist ungewiss. Es steht – so viel lässt sich sagen – auf der Kippe
Es war das teuerste Startup der Welt und das am schnellsten wachsende Internetunternehmen aller Zeiten: Für das Schnäppchenportal Groupon schien es einst keine Grenzen zu geben. Im Jahr 2011 vervierfachte Groupon die Zahl seiner Nutzer binnen zwölf Monaten von 8,9 auf 33,7 Millionen. Heute bekommen über 36 Millionen Menschen täglich E-Mail-Angebote von Groupon. Das ist die längste virtuelle Adressliste der Welt. Und die kann im Internet Gold wert sein.
Ein Selbstläufer ist das aber nicht. Und dazu gab es bei Groupon frühzeitige Alarmsignale. Gründer Andrew Mason hat das offenbar als einer der ersten erkannt. Bereits im Sommer 2011 verhökerte er für 28 Millionen Dollar eigene Aktien an Private-Equity-Investoren. Im November machte ihn dann der Börsengang zum Milliardär. Seitdem hält das Groupon-Management selbst nur noch 20 Prozent an der Firma. Aktienanalysten fürchteten deshalb, das sich das Gründerteam nicht mehr mit vollem Elan um Groupon kümmern werde und rieten schon vor der ersten Kursnotiz vom Kauf der Aktien ab. Sie sollten recht behalten.
Zweifel am Geschäftsmodell
Nach dem Börsengang zu 20 Dollar je Aktie schoss der Kurs binnen weniger Tage zwar bis auf 31 Dollar nach oben. Zwischenzeitlich bewerteten Investoren das Portal mit 25 Milliarden Dollar. Doch seitdem ging es stetig bergab. Obwohl Groupon im ersten Quartal 2012 erstmals einen Gewinn ausweisen konnte, fiel der Aktienkurs wie ein Stein: Mittlerweile wird ein Groupon-Anteil für weniger als sieben Dollar gehandelt. Der Börsenwert ist von anfangs 19 auf gut vier Milliarden Dollar zusammengeschrumpft. Die Zweifel wachsen, ob Groupons Geschäftsmodell auf Dauer funktionieren kann. Die Gründe dafür sind vielfältig – und auch in Deutschland zu besichtigen.
Hierzulande beobachten irritierte Kunden, wie sich seit Monaten Berichte über Unregelmäßigkeiten, unseriöse Anbieter und einen dürftigen Kundenservice häufen. Käufer können ihre Wellness-Gutscheine nicht einlösen, weil der Masseur überlastet ist, Restaurantgäste müssen feststellen, dass sie nur am Katzentisch Platz nehmen dürfen, Weinliebhaber warten vergeblich auf Ware
Zugleich machen Konkurrenten wie DailyDeal dem Schnäppchen-Marktführer das Leben schwer. Sie punkten über geringere Gebühren für die Anbieter, besseren Kundenservice – und Transparenz. Groupon hingegen bleibt in vielerlei Hinsicht undurchsichtig
Das Angebot auf dem deutschen Gutscheinportal hat sich im vergangenen Jahr gewandelt. Statt echter Schnäppchen finden sich auf der Plattform zunehmend merkwürdige Offerten. Zudem geriet das Unternehmen mit missglückten Kooperationen in die Schlagzeilen. Das sind offenbar keine Zufälle.
Es beginnt schon bei den Partnern – so nennt Groupon die Firmen, die auf der Plattform ihre Waren und Dienstleistungen anbieten. Das Prinzip sieht so aus: Groupon verkauft die Gutscheine, beispielsweise für einen Kurzurlaub. So bot kürzlich etwa ein Gästehaus in Brandenburg einen Gutschein für 96 Euro. Der Käufer bekommt dafür laut Angebot einen Urlaub im Gegenwert von 193 Euro. Das entspricht einer Ersparnis von 50 Prozent.
Firmen zu hohen Rabatten gezwungen
Doch wer setzt die Höhe des Rabatts fest? Insider erzählen, dass Groupon die Anbieter zu hohen Rabatten zwinge, damit mehr Gutscheine verkauft werden können. Die einfache Rechnung: Je billiger das Schnäppchen, desto mehr Kunden schlagen zu. Groupon erklärt auf Nachfrage von FOCUS Online, dass die Deals zwischen dem Portal und den Partnern fair ausgehandelt würden: „Der Rabattvorteil kann beliebig gewählt werden und beträgt in den meisten Fällen um die 50 Prozent“, sagt Groupon-Sprecherin Sophie Guggenberger.
Das Gästehaus aus dem oben beschriebenen Deal kostet den Kunden also von vornherein nur die Hälfte des üblichen Preises. Aber das ist noch nicht alles. Aus Sicht des Partners sieht die Rechnung ganz anders aus. Denn Groupon kassiert eine Provision. Wie hoch diese ist, verrät das Gutscheinportal nicht. Sie sei „immer Gegenstand einer individuellen Vereinbarung mit dem Kooperationspartner, der den Deal auf Groupon.de schaltet“, so die Groupon-Sprecherin. Das Unternehmen wolle den Partnern „einen alternativen und äußerst effektiven Marketingkanal“ bieten. Guggenberger hebt die Vorteil der Kooperation hervor: Den Partnern würden vorab keinerlei Kosten entstehen, Groupon kümmere sich um alles – von der redaktionellen und graphischen Gestaltung eines Deals bis hin zur Zahlungsabwicklung. Die Partner müssten nur im „Erfolgsfall eine Provision an Groupon zahlen, also sobald ein Kunde auch tatsächlich einen Gutschein erworben hat
Es ist ein offenes Geheimnis – und wurde FOCUS Online auch von Insidern bestätigt -, dass Groupon 50 Prozent des Gutscheinwertes als Provision kassiert. Was offenbar viele Partner nicht bedenken: Die Provision bezieht sich auf den Bruttopreis, Groupon erhebt auch noch Mehrwertsteuer auf die Provision. Für die Partner bleibt also effektiv weniger als ein Viertel des ursprünglichen Wertes übrig.
Auf Groupon finden sich mitunter auch Schnäppchen mit bis zu 80 Prozent Ersparnis – entsprechend wenig fließt dann an den Partner.
Die Rechnung für das Beispiel sieht dann so aus:
Das Gästehaus verlang normalerweise 193 Euro.
Bei Groupon wird der Urlaub für die Hälfte, also 96 Euro, angeboten.
Von den 96 Euro, die der Gutschein kostet, bekommt Groupon die Hälfte, also 48 Euro.
Zusätzlich berechnet Groupon sieben Prozent Mehrwertsteuer – noch einmal 3,36 Euro.
Für den Kurzurlaub, der regulär 193 Euro kostet, bekommt das Gästehaus über den Groupon-Gutschein dann nur 44,64 Euro.
Von Massenanfragen überfordert
Das lohnt sich eigentlich nur, wenn die Kunden später auch ohne Gutschein wiederkommen – und wenn nicht zu viele einen Gutschein kaufen. Das ist zwar für Groupon besser, aber nicht für die Partner. Kleine Unternehmen sind von Massenanfragen überfordert. Gerade Dienstleister sind dem Ansturm oft nicht gewachsen. Was, wenn sich im kleinen Nagelstudio plötzlich Hunderte um die Termine reißen?
Die Menge der Gutscheine kann zwar auch beschränkt werden, doch nach Angaben eines Insiders kommt das selten vor. Groupon wolle ja möglichst viele Deals verkaufen. Das Gutscheinportal sagt dazu: „Einer unserer Außendienstmitarbeiter geht mit dem Partnerunternehmen alle wichtigen Einflussfaktoren für die Planung der Kapazität durch. Aufgrund unserer Erfahrung ist es uns somit möglich, genau abzuschätzen, wie viele Verkäufe für den Partner sinnvoll und auch realistisch umsetzbar sind. Natürlich hat jeder Partner stets die Möglichkeit, die Menge der verkauften Gutscheine zu begrenzen – durch die Limitierung der Gutscheinanzahl, wie auch durch die Deallaufzeit.“ Das werde in der Kooperationsvereinbarung festgelegt und individuell vom Partner definiert.
Groupon verdient aber auch daran, wenn Kunden einen Gutschein erwerben, ihn dann aber nicht einlösen. Dann gibt das Portal dem Partner nichts, behält also die Gesamtsumme. Groupon bestreitet das auf Anfrage von FOCUS Online nicht, verweist aber auf den „Marketingdienst“, den man für die Partner übernehme. Konkurrent Dailydeal zahlt den Partnern nach eigener Aussage den vereinbarten Gutscheinerlös, auch wenn der Kunde diesen nicht eingelöst hat.
„Das ist ein netter Nebenverdienst für Groupon“, sagt der Insider. Nach seinen Angaben lösen bis zu 30 Prozent der Käufer ihre Gutscheine nicht ein – weil sie es vergessen, weil sie zu spät dran sind oder weil es zu schwierig ist, einen Termin zu finden.
Je unerfahrener der Partner, desto besser
Für die Partner lohnt sich das Geschäft mit den Gutscheinen also nicht immer. Ein Insider erklärt: „Je unerfahrener der Partner ist, desto besser für Groupon.“
Das gilt auch für die Kunden, denn Groupon trickst gerne mal bei der ausgewiesenen Ersparnis: Als Vergleichswert wird meist die unverbindliche Preisempfehlung herangezogen. Doch viele Waren haben inzwischen deutlich günstigere Straßenpreise. So beispielsweise der Saugroboter Klarstein Cleanmate 2G: Groupon verkauft ihn für 119,90 Euro und gibt als unverbindliche Preisempfehlung 249 Euro an. Das wäre eine Ersparnis von 52 Prozent. Bei Amazon beispielsweise kostet das gleiche Gerät 143 Euro. Damit ist Groupon zwar billiger, die Ersparnis liegt aber nur bei 20 Euro. Manchmal bekommt man Artikel im Internet sogar regulär billiger als beim angeblichen Groupon-Superschnäppchen.
Groupon musste die Umsätze rückwirkend korrigieren
Während Groupon dei Preise auf seinem Portal gerne günstiger erscheinen lässt als sie sind, erhielten die Investoren monatelang zu hohe Werte vorgesetzt – bis die US-Börsenaufsicht SEC einschritt. Anfangs verbuchte Groupon nämlich sämtliche verkauften Gutscheine als Umsatz – obwohl Kunden sie innerhalb von 14 Tagen zurückgeben können und die Beträge dann rückerstattet werden müssen. Schon vor dem Börsengang setzte die SEC erste Korrekturen in der Bilanzierung durch, weil sie den Eindruck hatte, dass Groupon seine Zahlen über das erlaubte Maß hinaus schönrechnete. Eine zweite SEC-Untersuchung im Frühjahr 2012 kam dann zu dem Ergebnis, dass Groupon seien Umsätez generell viel zu hoch angesetzt hatte und zu wenig Rücklagen für die absehbare Erstattung zurückgegebener Gutscheine bildete.
Daraufhin musste das Schnäppchenportal seine Zahlen rückwirkend korrigieren. Und siehe da: Die ausgewiesenen Umsätze sanken um mehr als die Hälfte. Mittlerweile unterscheidet Groupon zwischen Brutto-Buchungen und tatsächlichen Umsätzen. Beide Werte liegen dramatisch auseinander. So erreichten die Buchungen im ersten Quartal 2012 1,355 Milliarden Dollar, von denen Groupon nach den US-Bilanzregeln aber nur 559 Millionen Dollar als Umsatz verbuchen darf.
Deutscher Markt im Visier
Die Bilanzkorrektur kostete Groupon an der Börse Vertrauen. Die Kurse begannen zu bröckeln. Doch das ließe sich aushalten, wenn die korrigierten Umsätze die alten Wachstumsraten erreichen würden. Genau das steht nun in Frage. 321 Millionen Dollar setzte Groupon im ersten Quartal außerhalb Nordamerikas um, das entspricht rund 57 Prozent des Gesamtumsatzes. Es ist zu vermuten, dass ein nicht unwesentlicher Teil davon auf Deutschland entfällt. Und ausgerechnet hierzulande springen nun viele Partner ab, wie ein regelmäßiger Blick auf die Website verrät: Dort sind die Angebote in den vergangenen Monaten spezieller geworden
Restaurants und Cafés finden sich deutlich seltener als früher. Dafür können Kunden nun zunehmend eher TV-Shop-Produkte, Gutscheine für Brust-OPs oder Laserbehandlungen sowie Reisen erwerben.
Womöglich haben viele Restaurants und Shops gemerkt, dass die Kunden nicht unbedingt wiederkommen, nur weil sie einmal da waren – und bieten nichts mehr über Groupon an. Andere beklagen sich, dass die Gutscheinkäufer deshalb nicht wiederkommen, weil sie entweder das Schnäppchen nutzen wollten oder sich geärgert hätten, dass sie nicht das reguläre, sondern nur ein eingeschränktes Angebot erhielten. Beispiele dazu finden sich im Internet zu Dutzenden: Im Café gilt der Gutschein plötzlich nur für ein bestimmtes Frühstück auf der Karte, im Restaurant bekommt man kleinere Portionen oder den Katzentisch.
Neue Großzügigkeit bei geplatzten Deals
Damit die Kunden aber nicht ganz verprellt werden, zeigt sich Groupon bei geplatzten Deals neuerdings großzügig: 2000 Kunden haben nach einem Groupon-Gutscheinkauf keine Ware des Getränkehändlers Stardrinx erhalten. Das Geld für die gekauften Gutscheine erstattet Groupon nun allen Kunden zurück – inklusive der Versandkosten, die Käufer an Stardrinx gezahlt hatten.
Das ist nicht das einzige, was sich bei Groupon ändert. Der Dienst will offenbar weg vom Schnäppchenimage und unterbreitet seinen Kunden individuellere Angebote – mit mehr Service. So können die Kunden jetzt schon vereinzelt auch direkt über Groupon einen Platz reservieren, wenn sie einen Restaurantgutschein kaufen.
In Asien geht das Unternehmen noch einen Schritt weiter: In Singapur hat Groupon seinen ersten eigenen Laden eröffnet. Kunden sollen dort direkt Schnäppchen buchen oder defekte Waren zurückgeben können. Doch bei Kritikern verstärkt dieser Schritt ehr die Zweifel, als dass er sie zerstreut: War es nicht gerade der Reiz eines Internetangebots, dass Prozesse automatisierbar sind, die Kosten dadurch niedrig und die Margen entsprechend hoch ausfallen?
Die Börse hat den Glauben an die Wachstumsmaschine Groupon ohnehin längst verloren, wie der Kursverlauf zeigt. Umso beunruhigender, dass jetzt auch Investoren der ersten Stunde das Weite suchen: Sechs Monate lang waren ihre Aktien nach dem Börsengang gesperrt. Seit Mitte Juni dürfen sie verkaufen – und tun es auch. Die erste, die diese Chance nutzte, war die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik. Sie war zuvor Großaktionär des deutschen Rabattportals CityDeal, das Ende 2010 im Tausch gegen Aktien an Groupon verkauft wurde. Die Schweden sollen ihren damaligen Einsatz durch die Transaktion von 2,3 auf 64,4 Millionen Euro vervielfacht haben. An eine baldige Kurssteigerung bei Groupon glaubten sie offensichtlich nicht mehr.
Seit dem Ausstieg von Kinnevik halten sich zudem hartnäckig Gerüchte, dass auch die deutschen Internetinvestoren Alexander, Marc und Oliver und Samwer ihren Zehn-Prozent-Anteil an Groupon abstoßen wollen. Als Großaktionäre müssten sie einen Verkauf der Börsenaufsicht melden – doch bislang blieb es still.
Stattdessen ist ein Rückzug auf Raten zu beobachten: CityDeal-Mitgründer Marc Samwer legte sein Amt als Leiter des internationalen Geschäfts bei Groupon zum 31. Juli nieder. Gleichzeitig verließen die beiden deutschen Geschäftsführer Daniel Glasner und Philipp Magin das Rabattprotal.
Das Schicksal der einstigen Wachstumsmaschine Groupon ist ungewiss. Es steht – so viel lässt sich sagen – auf der Kippe
Abmahnung: Wettbewerbszentrale mahnt Gutscheine auf Groupon mit zu kurzer Verjährung ab
Immer noch ist die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs e.V. aus Frankfurt a.M. (“Wettbewerbszentrale”) aktiv im Einsatz gegen zu kurze Gutscheine. Mir liegt eine Abmahnung vor, mit der ein auf 12 Monate begrenzter Gutschein abgemahnt wird, der via Groupon vertrieben wurde. Daher weiterhin: Vorsichtig sein, wenn Gutscheine vertrieben werden!
Wann verjähren Gutscheine?
Die Rechtsprechung ist eindeutig: Das LG München I (12 O 22084/06, bestätigt vom OLG München, 29 U 3193/07; ebenso das Amtsgericht Köln, 118 C 48/12) sieht eine unangemessene Benachteiligung des Verbrauchers, wenn ein Gutschein auf nur ein Jahr (oder gar noch weniger) in der Form beschränkt wird, dass er danach “verfällt”, man also gar keine Ansprüche mehr haben soll. Das Ergebnis überzeugt auch, erhält man doch zum einen keinerlei Gegenwert für das im Voraus gezahlte Geld. Und zum anderen ist zu sehen, dass nach drei Jahren die bestehenden Ansprüche ohnehin verjähren, was mit den Worten des LG München I ohnehin eine sehr kurze Verjährungsfrist ist. Wenn der Unternehmer nun versucht, sein Geschäft mit Gutscheinen anzukurbeln (dies nun die Worte des OLG München), so muss er auch mit dem damit verbundenen Aufwand bei der 3-Jährigen Verjährungsfrist schlicht leben. Genauso sah es zuletzt auch das AG Wuppertal (35 C 39/08).
Dabei geht das OLG München (29 U 4761/10) inzwischen auch soweit, entsprechende AGB – die Gutscheine zu schnell verfallen lassen – erfolgreich abmahnen zu lassen, weil ein wettbewerbsrechtlicher Verstoss vorliegen soll.
Unschädlich soll es mit dem AG Northeim (3 C 460/88) sein, ob ein Gutschein namentlich benannt ist, da eine Weiterveräußerung möglich sein soll. Grundsätzlich ist dem zuzustimmen, da es sich hier um nichts anderes als einen üblichen Forderungsverkauf handelt. Aber es kann Ausnahmekonstellationen zumindest mit Einschränkungen geben, insofern möchte ich das nicht verallgemeinern. Beispiel: Gutschein für ein Fitnessstudio, das sich nur an Frauen wendet, der dann an einen Mann weiterverkauft wird.
Auch sonst muss man als Unternehmer mit Tücken rechnen: Wer etwa ein Ablaufdatum auf einem Gutschein notiert, ohne ein Ausstellungsdatum aufzunehmen (damit die Gesamtlaufzeit nachprüfbar ist), verhält sich wettbewerbswidrig (Hanseatisches OLG, 10 U 11/00).
Schwieriger wird es, wenn ein Gutschein nur teilweise eingelöst wird, hier gehen die Meinungen auseinander: Ich habe kürzlich eine Juristin vom Verbraucherschutz im Radio gehört, die meinte, man hätte bei einem nur teilweise eingelösten Gutschein keinerlei Anspruch mehr auf eine Restleistung, etwa Auszahlung in Bar oder zumindest Ausstellung eines weiteren Gutscheins. Auch wenn ich gleichsam der Meinung bin, dass man ohne entsprechende vertragliche Regelung (etwa in AGB) keinen Anspruch auf Auszahlung in Bar hat – wenn ich 30 Euro meines 100 Euro Gutscheins einlöse, erscheint es mir abwegig, dass die übrigen 70 Euro nun verfallen sollen. Das käme im Ergebnis faktisch der Benachteiligung, welche die Rechtsprechung mit dem Verbot der kurzen Verjährungsfrist gerade verhindern will. Das mag man wiederum anders sehen, wenn die Restsumme exorbitant niedrig ist (wenn zB nur 1 cent bei 100 Euro Gutschein übrig bleibt). Insofern wende ich im Gesamtbild die Rechtsprechung des BGH zu Telefonkarten (u.a. XI ZR 274/00) entsprechend an.
Auf jeden Fall aber sehe ich dann eine Auszahlungspflicht, wenn man einen Gutschein hat, der gar nicht mehr vom Vertragspartner erfüllt werden kann, wenn man also einen Gutschein z.B. für ein bestimmtes Produkt erhalten hat, das der Vertragspartner nicht mehr liefern kann (oder will). In diesem Fall der Unmöglichkeit muss man sich nicht auf ein anderes Produkt verweisen lassen.
Was heisst das im Fazit? Im Regelfall werden Verbraucher sich darauf berufen können, ihren Gutschein 3 Jahre einsetzen zu können. Eine Auszahlung des (Rest-)Betrages wird es dabei im Regelfall nicht geben, letztlich ist aber immer ein Äquivalent zu fordern, das heisst: Für das geleistete Geld muss man auch die (zugesicherte) äquivalente Leistung erhalten. Unternehmer müssen sich dabei des Risikos bewusst sein, dass eine fehlerhafte Gutschein-Regelung abmahnfähig sein kann – gerade die Verbraucherschutzverbände haben hier immer ein Auge drauf.
Hinweis zur Fristberechnung
Bei der Fristberechnung bedenken Sie bitte, dass die 3-jährige Frist entsprechend §199 I BGB mit dem Schluss des Jahres entsteht, in dem der Gutschein ausgestellt wurde. Ein Mitte des Jahres erworbener Gutschein endet also 3 Jahre später zum Ende des driten Jahres (Beispiel: Kauf im Juni 2012, gültig bis Dezember 2015!).
Wann verjähren Gutscheine?
Die Rechtsprechung ist eindeutig: Das LG München I (12 O 22084/06, bestätigt vom OLG München, 29 U 3193/07; ebenso das Amtsgericht Köln, 118 C 48/12) sieht eine unangemessene Benachteiligung des Verbrauchers, wenn ein Gutschein auf nur ein Jahr (oder gar noch weniger) in der Form beschränkt wird, dass er danach “verfällt”, man also gar keine Ansprüche mehr haben soll. Das Ergebnis überzeugt auch, erhält man doch zum einen keinerlei Gegenwert für das im Voraus gezahlte Geld. Und zum anderen ist zu sehen, dass nach drei Jahren die bestehenden Ansprüche ohnehin verjähren, was mit den Worten des LG München I ohnehin eine sehr kurze Verjährungsfrist ist. Wenn der Unternehmer nun versucht, sein Geschäft mit Gutscheinen anzukurbeln (dies nun die Worte des OLG München), so muss er auch mit dem damit verbundenen Aufwand bei der 3-Jährigen Verjährungsfrist schlicht leben. Genauso sah es zuletzt auch das AG Wuppertal (35 C 39/08).
Dabei geht das OLG München (29 U 4761/10) inzwischen auch soweit, entsprechende AGB – die Gutscheine zu schnell verfallen lassen – erfolgreich abmahnen zu lassen, weil ein wettbewerbsrechtlicher Verstoss vorliegen soll.
Unschädlich soll es mit dem AG Northeim (3 C 460/88) sein, ob ein Gutschein namentlich benannt ist, da eine Weiterveräußerung möglich sein soll. Grundsätzlich ist dem zuzustimmen, da es sich hier um nichts anderes als einen üblichen Forderungsverkauf handelt. Aber es kann Ausnahmekonstellationen zumindest mit Einschränkungen geben, insofern möchte ich das nicht verallgemeinern. Beispiel: Gutschein für ein Fitnessstudio, das sich nur an Frauen wendet, der dann an einen Mann weiterverkauft wird.
Auch sonst muss man als Unternehmer mit Tücken rechnen: Wer etwa ein Ablaufdatum auf einem Gutschein notiert, ohne ein Ausstellungsdatum aufzunehmen (damit die Gesamtlaufzeit nachprüfbar ist), verhält sich wettbewerbswidrig (Hanseatisches OLG, 10 U 11/00).
Schwieriger wird es, wenn ein Gutschein nur teilweise eingelöst wird, hier gehen die Meinungen auseinander: Ich habe kürzlich eine Juristin vom Verbraucherschutz im Radio gehört, die meinte, man hätte bei einem nur teilweise eingelösten Gutschein keinerlei Anspruch mehr auf eine Restleistung, etwa Auszahlung in Bar oder zumindest Ausstellung eines weiteren Gutscheins. Auch wenn ich gleichsam der Meinung bin, dass man ohne entsprechende vertragliche Regelung (etwa in AGB) keinen Anspruch auf Auszahlung in Bar hat – wenn ich 30 Euro meines 100 Euro Gutscheins einlöse, erscheint es mir abwegig, dass die übrigen 70 Euro nun verfallen sollen. Das käme im Ergebnis faktisch der Benachteiligung, welche die Rechtsprechung mit dem Verbot der kurzen Verjährungsfrist gerade verhindern will. Das mag man wiederum anders sehen, wenn die Restsumme exorbitant niedrig ist (wenn zB nur 1 cent bei 100 Euro Gutschein übrig bleibt). Insofern wende ich im Gesamtbild die Rechtsprechung des BGH zu Telefonkarten (u.a. XI ZR 274/00) entsprechend an.
Auf jeden Fall aber sehe ich dann eine Auszahlungspflicht, wenn man einen Gutschein hat, der gar nicht mehr vom Vertragspartner erfüllt werden kann, wenn man also einen Gutschein z.B. für ein bestimmtes Produkt erhalten hat, das der Vertragspartner nicht mehr liefern kann (oder will). In diesem Fall der Unmöglichkeit muss man sich nicht auf ein anderes Produkt verweisen lassen.
Was heisst das im Fazit? Im Regelfall werden Verbraucher sich darauf berufen können, ihren Gutschein 3 Jahre einsetzen zu können. Eine Auszahlung des (Rest-)Betrages wird es dabei im Regelfall nicht geben, letztlich ist aber immer ein Äquivalent zu fordern, das heisst: Für das geleistete Geld muss man auch die (zugesicherte) äquivalente Leistung erhalten. Unternehmer müssen sich dabei des Risikos bewusst sein, dass eine fehlerhafte Gutschein-Regelung abmahnfähig sein kann – gerade die Verbraucherschutzverbände haben hier immer ein Auge drauf.
Hinweis zur Fristberechnung
Bei der Fristberechnung bedenken Sie bitte, dass die 3-jährige Frist entsprechend §199 I BGB mit dem Schluss des Jahres entsteht, in dem der Gutschein ausgestellt wurde. Ein Mitte des Jahres erworbener Gutschein endet also 3 Jahre später zum Ende des driten Jahres (Beispiel: Kauf im Juni 2012, gültig bis Dezember 2015!).

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