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06.09.2012
Neue Mitternachtsnotare aus der Schrottimmobilienszene

Nachdem Anfang des Jahres in Bremen Notar Werner Degenhardt seinen Notartitel abgelegt hat, weil mit seiner mutmaßlichen Hilfe sogar Penner mit getürkten Geschäftsführer-Gehältern und erschlichenen Bankkrediten Eigentumswohnungen kaufen konnten, und nachdem in Berlin der Notar Michael Braun (CDU, 56) als Verbrauchschutz-Senator am 12. Dezember 2011 zurücktreten musste, weil er den finanziellen Ruin von Wohnungskäufern beurkundet hatte, und sein Amtskollege Marcel Eupen (51) am 18. Juli 2012 als Mitternachts-Notar einer verurteilten Schrottimmobilien-Bande verhaftet wurde und in Untersuchungshaft sitzt, tauchen nun auch in Hessen neue Namen von Mitternachtsnotaren aus der Schrottimmobilienszene auf, mit denen sich die Justiz beschäftigt.

Das Wort Mitternachtsnotar hat sich für Notare eingebürgert, die für windige Immobilienvertriebe in einer Art Dauerbereitschaft zur Verfügung stehen und auch mal zu Unzeiten Ihren Stempel auf ein verbindliches Kaufangebot eines meist überrumpelten Kunden drücken und nicht bohrend nachforschen, ob auch wirklich, wie vorgeschrieben, 14 Tage zwischen der Aushändigung eines Vertrages und dem Notartermin verstrichen sind, oder ob der Kaufpreis nicht sittenwidrig überhöht sein könnte.

Ein Notar saß beinahe auf der Anklagebank

Gestern wurde vor der 9. Strafkammer des Landgerichts Darmstadt neun Geschäftsmännern die Anklageschrift wegen des Verdachts auf bandenmäßigen Immobilienkredit-Betrug verlesen. Eigentlich sollte neben ihnen auch Notar Dr. Norbert L. (67) aus Kronberg im Taunus auf der Anklagebank sitzen.

Doch die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Darmstadt hatte das Verfahren gegen ihn wegen Betruges bereits am 13. August 2012 "nach Erfüllung der Zahlungsauflage endgültig eingestellt" (Aktenzeichen: 9 KLs-670 Js 24600/09).

In dem Strafermittlungsverfahren gegen Dr. Norbert L. warf ihm die Staatsanwaltschaft vor, dass er als Notar in Kenntnis der überhöhten Preise einige Kaufverträge beurkundet haben soll. Das erfuhr der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net von der Pressestelle des Landgerichts Darmstadt. Der Prozess gegen die übriggebliebenen neun Beschuldigten begann am 24. August 2012. Das Urteil soll nach 17 angesetzten Verhandlungstagen am 7. Dezember 2012 gesprochen werden.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, aufgrund eines gemeinsamen Tatplanes in unterschiedlicher Beteiligung in zahlreichen Fällen von November 2006 bis März 2010 in Raunheim, Offenbach, Wiesbaden und anderenorts Immobilien zu weit überhöhten Preisen an kreditsuchende Personen mit schlechter Bonität verkauft zu haben. Die Angeklagten sollen Kreditanträge zur Finanzierung der Kaufpreise in Höhe von über 5,9 Millionen Euro gestellt haben, die auch zur Auszahlung gelangten. Teilweise sollen gefälschte Bonitätsnachweise vorgelegt worden sein.

Die meisten Kredite sollen - wie von allen Angeklagten zumindest billigend in Kauf genommen - notleidend geworden sein; aufgrund Minder-Erlöses bei notwendig gewordenen Zwangsversteigerungen soll den Banken ein tatsächlicher Schaden entstanden sein.

Der Angeklagte Siegfried Scheffler (49) aus Wiesbaden ist Mitbesitzer und Mitgeschäftsführer der Bauträgerfirma K&S Bauträger GmbH aus der Emil-Krag-Straße 3 H in Wiesbaden und einer ASG Grundbesitz GmbH an gleicher Stelle. Während Scheffler trotz des Strafprozesses seine Mitgeschäftsführerposten in beiden Firmen weiterführt, ist er als Geschäftsführer der Magenta Grundbesitz GmbH in der Frankfurter Straße 10 in Wiesbaden, die ihm ebenfalls zur Hälfte gehört, am 19. Oktober 2011 zurückgetreten.

Scheffler soll überhöhte Quadratmeterpreise für die verkauften Eigentumswohnungen festgelegt haben. Zur Vermittlung der Wohnungen unter anderem in Mainz und Raunheim sollen für ihn die Angeklagten Levent I. (42), Tarik S. (29), Gülay K. (47), Ali T. (50), Özkan D. (40), Muhammet A. (32) und Yilmaz H. (71) als Vermittler tätig gewesen sein, wobei teilweise schriftliche Vereinbarungen über die Gewinnverteilung getroffen worden sein sollen.

Der weitere Mitangeklagte Roland M. (61), Inhaber einer Einzelunternehmens zum Verkauf von Immobilien, soll die Firmen der Angeklagten Levent I. und Yilmaz H. mit dem Vertrieb beauftragt haben.

Ohne die getürkten Papiere von Scheffler und den Amtsstempel von Dr. Norbert L. unter den verbindlichen Kaufverträgen wären die Banken wohl nicht bereit gewesen, 5,9 Millionen Euro an Krediten auszureichen.

Zwei Notare zu jeweils mehr als fünf Jahren Haft verurteilt

Einen Tag zuvor, am 4. September 2012, waren von der gleichen Strafkammer des Landgerichts Darmstadt die beiden hessischen Notare Dr. Peter Simon (61, siehe Ausriss aus fnp.de) aus Limburg an der Lahn (Offheimer Weg 46a) und Hans-Peter Schäfer aus Rüsselsheim (Burggrafenlacher Weg 4) wegen Beihilfe zum bandenmäßigen und gewerbsmäßigen Immobilienkredit-Betrug und zur Urkundenfälschung zu fünf Jahren und sechs beziehungsweise zehn Monaten Haft verurteilt. Ein dritter mitangeklagter Notar, Klaus Stuart, Sozius von Dr. Peter Simon aus Limburg, konnte nicht verurteilt werden, weil er zwischenzeitlich starb.

Die Notare sollen zu einer insgesamt 14köpfigen Schrottimmobilien-Bande um die Maklerin Sabine H. (46) aus Hanau gehört haben.

Die Rädelsführerin wurde...

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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Heinz G. am 10.04.2015 09:59
Die Spuren führen nach Bremen

Der Anlage-Betrüger Gläser alias "Dagobert" Lewy bittet um Geld auf das "Treuhand"-Konto eines Anwaltes, dem ein Prozess wegen groß angelegten Immobilien-Betrugs droht

Die Sögestraße 42-44 in der Bremer City ist eigentlich eine gute Adresse: Das Caf? Knigge hat hier seinen Hauptsitz, und über die ganze Häuserfront seine leckeren Schaufenster-Auslagen. Ganz am Rande, zwischen Apfelstrudel-Werbung und Speisekarte, hängt ein wenig auffälliges Anwaltsschild. Vor wenigen Monaten stand hier noch "Notar".

Sögestraße 42-44, das ist auch die Adresse, die ein einschlägig vorbestrafter Anlagebetrüger, Manfred Gläser, jüngst im Bremer Handelsregister für die inzwischen in Insolvenz befindliche Firma "Crystal International Consultants Ltd" - Firmensitz ist das ferne London - eintragen ließ. Ein Crystal-Schild fand sich dort nie, nicht einmal ein Briefkasten. Hoffte Gläser, dass Post für seine Geldanlage-Firma bei dem Anwalt abgegeben würde?

Gläser, der sich "Henry Lewy" nennt und unter diesem Namen seine Geschichten - die Vorstrafe auslassend - im Internet ausbreitet, wurde in Bremen bekannt als derjenige, der große Edelmetall-Anlagen im Bunker "Auf der Muggenburg" einlagern wollte. Da Gläser damals, 2007, noch unter Bewährungsaufsicht stand, hat er die Geschäftsführung stets Strohmännern und -frauen übertragen. Zuletzt fungierte seine Tochter als Geschäftsführerin - die verlegte den Geschäftssitz nach Hamburg und meldete schließlich 2011 Insolvenz an. Als der Insolvenzverwalter im vergangenen Herbst die noch vorhandene Konkursmasse besichtigen wollte, fand unter der Hamburger Adresse keine Geschäftsbücher. Er ließ den Bunker aufbrechen und stieß in "Dagobert"-Lewys Gold-Turm auf Säcke mit Kieselsteinen.

Jener Gläser alias Lewy schickte kurz vor Weihnachten eine Rundmail an seine "Kunden", von denen einige - insbesondere Frauen - noch an ihn glauben: "Rettungspaket Crystal" ist der Betreff. Seine Tochter habe die Gelder veruntreut, so seine Version, er wolle das Vermögen der Geldanleger retten oder jedenfalls wiederbeschaffen - dafür braucht er nur ein wenig neues Geld, neue Darlehen. 80.000 Euro habe er bereits "über den Treuhänder Herrn Rechtsanwalt und Notar Werner Degenhardt" bekommen, er brauche aber mehr, um "97 MT" des strategischen Minerals Tantalite/Coltan die transportbereit in Lusaka stünden, herbeischaffen zu lassen. Wenn er die erforderlichen Zahlungen "über den Treuhänder Herrn Degenhardt erhalten könnte, würden über die Gewinne alle früheren Darlehens-Geber ausbezahlen ...

Degenhardt wollte mit Hinweis auf das Mandantengeheimnis keine Auskunft darüber geben, ob Gläser mit seinem Einverständnis seine Kanzlei-Anschrift nutzt. Und warum hat der "Treuhänder" seinen Notars-Titel zurückgegeben? Wenn ein Notar strafrechtlich belangt wird, droht ihm ein Disziplinarverfahren und der Entzug der Zulassung als Notar und Anwalt. Wenn er seinen Notariats-Zulassung aber rechtzeitig "freiwillig" vorher zurückgibt und das Disziplinarverfahren wegen des Notars-Titels so vermeidet, ist die Hürde für den Verlust der Anwaltszulassung deutlich höher. Diesen zusammenhang vermuten Beobachter der Szene mit dem Wechsel des Firmenschildes am Caf? Knigge. Denn die Staatsanwaltschaft Stade hat umfangreiche Ermittlungen abgeschlossen und die Anklageschrift fertig gegen fünf Immobilien-Anlagebetrüger - wichtige Spuren führen nach Bremen. Es geht um 130 betrügerische Immobiliengeschäfte, 20 Banken sind die Geschädigten. Hauptangeklagter ist der frühere Bremer Anwalt Klaus Dieter K., der vor 20 Jahren schon seine Zulassung verloren hat. Unter den fünf Angeklagten, so bestätigt die Staatsanwaltschaft Stade, sei auch ein Bremer Anwalt Werner D.

Eine der Angeklagten ist die Pegasus-Geschäftsführerin T., deren Schwiegertochter am Dienstag wegen Immobilien-Betruges in Syke vor Gericht stand. Für Schrott-Immobilien seien hohe Bankkredite aufgenommen worden, so erklärt die Anklage das System der Betrüger, mit Hilfe von Anwälten sei den Banken die Bonität der Käufer vorgetäuscht worden. Das konnten aber auch mal Drogenabhängige sein, die Privatinsolvenz beantragten, wenn die Banken Zinsen eintreiben wollten.

http://www.taz.de/!84986/


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