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21.10.2012
Die Versprechen der Global Union Immobilien Investment AG

Als Tochter der deutschen Bauträgerfirma IB Wohnbau GmbH aus Frankfurt, die zuvor im Rhein-Main-Gebiet nach eigenen Angaben schon 1.000 TÜV-geprüfte Wohnungen gebaut habe, siedelte im Jahre 2006 im 13. Stock des Grosvenor House Commercial Tower in Dubai eine Bavaria Gulf Real Estate LLC an.

Der Chairman, Dr. Shahria Daneshjoo (45), ein gebürtiger Teheraner, der im Jahre 2003 an der Justus-Liebig-Universität Giessen eine Doktorarbeit über die Essgewohnheiten von 68 TeheranerInnen in Hessen veröffentlichte, versprach ein Jahr später seiner Hoheit Scheich Mohammad Bin Rashid Al Maktoum, dem Vizepräsidenten und Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate und Herrscher von Dubai, in den schönen Sandoval Gärten von Jumeirah Village im Herzen Dubais 36 edle Mittelklasse-Stadthäuser mit insgesamt 260 Wohnungen sowie weitere 160 Apartmentwohnungen mit spanischem Flair und nach deutschem Qualitäts-Standard (zum Beispiel mit Hansa-Armaturen in Bad und WC) zu bauen.

Die Bauarbeiten zogen sich dann allerdings lange hin, aber Bavaria Gulf konnte sein Versprechen schließlich halten.

Die fertigen Apartments werden aktuell für 99.300 Euro (89,5 Quadratmeter Wohnfläche) gehandelt, der Kauf wird zu 90 Prozent von der Mashreq-Privatbank in Dubai auf 25 Jahre finanziert. Ein gutes Geschäft für alle Beteiligten.

Das Geld zum Bau der Wohnungen musste die Bavaria Gulf nicht selbst einsammeln. Das besorgte in Deutschland die Global Union Immobilien Investment AG, kurz GUI.

Deren einziger Aktionär ist der Frankfurter Großhandels- und Immobilienkaufmann Shahram Danesh (49) mit Geschäftssitz in der Hamburger Allee 26. Er stellte im Oktober 2008 die Internetseite GobalUnionImmobilienInvestement.com ins Netz und mietete im 10. Stock des Frankfurter Turms Westhafenplatz 1 drei Büroräume an. Den Vorstandsvorsitz übernahm das Frankfurter Familienmitglied Dr. Daniel Dana (66). Der Aufsichtsvorsitz wurde an Konsul Aydin Khoschbonyani aus Offenbach vergeben.

Die Global Union stellte sich deutschen Anlegern als Partnerunternehmen verschiedener Bauträger wie der Bavaria Gulf und dem halbstaatlichen Konzern Nakheel in Dubai vor. Zwar wurde mit der Dubai-Krise ab November 2008 der 100-Milliarden-Dollar-Bau des neuen Stadtviertels Jumeirah durch den Hauptbauträger Nakheel verschoben, aber Global Union hielt gegenüber seinen Geldgebern stets sein Auszahlungs-Versprechen. Jeder der Anleger soll monatlich pünktlich einen Scheck über 25,7 Prozent Bruttorendite erhalten haben. Die setzte sich zusammen aus einem Zinssatz von 19,7 Prozent pro Jahr und einem Bonus im Gewinnfall von 6 Prozent.

Dafür hatten die Anleger zuvor mindestens 1.000 Euro und ein wohl im Markt einmaliges Agio (Aufpreisgeld) von 12 Prozent auf die Einlagesumme zu bezahlen. Die Laufzeit war nur kurz, ein Jahr. Dann wurde das Beteiligungskapital zurückgezahlt.

Außenstehende rätselten, wie Shahram Danesh mit seiner Gobal Union schon im ersten Jahr des Bestehens der Firma eine Beteiligungs-Ausschüttung von 25,7 Prozent erwirtschaften konnte.

Die Journalistin Julia Mayer vom Züricher Nachrichtendienst JULIMA wunderte sich im Jahre 2009 darüber, dass es bei der Firma offenbar keine geordneten Strukturen durch professionelle Manager gebe. Es herrsche eine Personalpolitik des ständigen Einstellens und Feuerns mit einer 100prozentigen Fluktuation.

Eine Klage eines Vertriebsleiters namens Walter vor dem Arbeitsgericht Frankfurt auf Auszahlung von zweieinhalb Gehältern (Verhandlungstermin 3. Dezember 2009) habe zunächst nicht zugestellt werden können, da die Global Union Mitte September 2009 mal eben im Turm die Büroräume gewechselt habe und der Vorstandsvorsitzende Dr. Dana an seiner Frankfurter Adresse gar nicht aufzufinden gewesen sei.

Die Gobal Union räumte am 25. November 2010 gegenüber dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net die gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern ein, aber die Forderungen seien ungerechtfertigt gewesen: Alle hätten per Vergleich ihr Geld erhalten.

Zitat:


Die Global Union Immobilien Investment AG hat seit Oktober 2008 ihr Büro im Westhafenplatz 1 in Frankfurt. Wir haben ein eingezahltes Stammkapital von 500.000,00 Euro und sind bis zum heutigen Tage allen unseren Verpflichtungen in vertrieblicher wie Kundensicht nachgekommen. 

Es ist richtig, dass wir mit angestellten Mitarbeitern einen Arbeitsprozess hatten, der jeweils in einem Vergleich endete. Es kam nie zu einer Verurteilung, im Gegenteil, die Angestellten mussten von ihren ungerechtfertigten Forderungen Abstand nehmen.

Wir sind im Bereich Erneuerbare Energien aktiv und werden dies auch noch lange sein. 

Unsere Bilanzsumme für 2009 ist 6.500.000,00 Euro, also nicht ganz unbedeutend für eine erst 2 Jahre junge AG ...

Mit freundlichen Grüßen

GUI


Erneuerbare Energien statt Immobilien?

Die Global Union hat in der Tat ein neues Geschäftsfeld entdeckt ...

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Es liegen 2 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Thomas S. am 23.10.2012 10:14
Einfach ohne BaFin Genehmigung arbeiten, geht das so einfach?

#1 - Kommentar von Iwan am 09.07.2014 18:00
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