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13.12.2012
Schwarzer Freitag für WGF AG-Anleihenzeichner

Von Marlene Matussek

WGF AG-Vorstand Pino Sergio aus Düsseldorf<br /> © Eigendarstellung Ausriss Webseite WGF AG
WGF AG-Vorstand Pino Sergio aus Düsseldorf
© Eigendarstellung Ausriss Webseite WGF AG
Schwarzer Freitag für die Zeichner einer 43 Millionen Euro schweren Hypothekenanleihe, mit der sich der Düsseldorfer Immobilieninvestor Westfälische Grundbesitz und Finanzverwaltung AG (WGF AG) zwischenfinanziert hatte.

Am morgigen 14. Dezember 2012 sollte Zahltag sein. Doch die Anleger gehen erst einmal leer aus. Denn die Firma, die mit mündelsicheren Anleihen warb, hatte drei Tage vor dem Auszahlungstermin am 11. Dezember 2012 einfach Insolvenz angemeldet. Eine Insolvenz, die die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) aus München allerdings als sehr ungewöhnlich bezeichnet.

Die SdK schreibt: "Im Unterschied zu einer klassischen Insolvenz soll das Insolvenzverfahren der WGF AG in Eigenverwaltung abgewickelt werden. Hierbei wird vom zuständigen Insolvenzgericht kein klassischer Insolvenzverwalter bestellt, sondern der Vorstand selbst übernimmt, in Zusammenarbeit mit einem vom Gericht bestellten Sachwalter, das Verfahren mit dem Ziel der Unternehmensfortführung."

Das heißt im Klartext: Der WGF AG geht es an sich gar nicht so dreckig, man will oder kann nur eben die Auszahlung von 43 Millionen Euro nicht stemmen. Und man umgeht mit dieser nichtklassischen Insolvenz einen Insolvenzverwalter, der alle Immobilientransaktionen seit Bestehen des Unternehmens im Jahre 2003 überprüfen würde.

Wer das Wort Insolvenz hört, denkt an eine Firmenauflösung, um die Gläubiger einer zahlungsunfähigen Firma zumindest anteilig zu entschädigen. Doch so soll das Insolvenzverfahren der WGF nicht aussehen. Statt auf die Entschädigung der Anleger zielt diese Insolvenz vorrangig auf die Fortführung des Unternehmens ab. Und diejenigen, die das Verfahren verwalten wollen, sind ausgerechnet jene Personen, die den Schaden erst verursacht haben: die Geschäftsführer der WFG selbst. Vor allem durch Fehlinvestitionen hat die Geschäftsführung im vergangenen Jahr einen Verlust von mehr als 70 Millionen Euro erwirtschaftet, wie sie selbst in einer Presseerklärung vor zwei Tagen verkündete.

Die Anleger sind nun weiter darauf angewiesen, wie die WGF AG selbst den eigenen Immobilienbestand bewertet. Eine Bewertung durch Außenstehende war schon im Bilanzbericht 2010 nicht möglich. Die WGF führte in dem Geschäftsbericht aus: "Durch die Verlagerung der Immobilien in Objektgesellschaften bilden die Kennzahlen des vorliegenden Einzelabschlusses den Immobilienbestand nicht ab."

Im Grundbuch einer Immobilie steht also nicht die WGF AG, sondern eine Objektgesellschaft. Von dieser Objektgesellschaft können nun xbeliebig viele Anteile an einen Dritten verkauft werden, ohne, dass das in den Grundbüchern der Immobilien vermerkt werden würde. Da steht ja immer noch die Objektgesellschaft. Man müsste erst jedes Mal die Handelsregisterauszüge ziehen, um die wahren Eigentumsverhältnisse zu erkennen.

Doch welcher Anleihenzeichner macht das? Und selbst wenn, oftmals werden die Immobilien gar nicht konkret benannt, ebensowenig die angeblichen Fremdkäufer. Man wüsste also gar nicht, wo man suchen sollte. Oft kauft die eine Objektgesellschaft aus dem eigenen Hause Anteile der anderen Objektgesellschaft des eigenen Firmen-Verbundes, so dass gar kein Geld von außen ins Unternehmen fließt, mit dem man die Hypothekenanleihen (die jetzt fällige ist schon die sechste) bezahlen könnte. Es besteht also die Gefahr, dass Hypothekenzinsen von neuen Hypothekeneinzahlern bezahlt werden.

Deshalb erlaubte voriges Jahr auch ein Gericht, die WGF AG als potentielles Schneeballsystem bezeichnen zu dürfen (der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net berichtete).

Die Aktie der WGF AG brach um ...

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