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07.01.2013
Das dpa-Märchen von reichen Griechen, die Berlin aufkaufen

Convent Als würde es die EU-Geldwäsche-Richtlinie 2005/60/EG aus dem Jahre 2005 gar nicht geben und als würden ausgerechnet die Berliner Immobilienmakler ein Bußgeld von bis zu 100.000 Euro oder gar ein Berufsverbot riskieren, wenn sie bei Wohnungsgeschäften ab 15.000 Euro kein Dossier über die Käufer anfertigen und einen Geldwäscheanfangsverdacht nicht sofort ans Bundeskriminalamt melden würden, behauptete die Hamburger Nachrichtenagentur dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH vor drei Wochen doch glatt:

Die Immobilienpreise und Mieten würden steigen, weil sich reiche Griechen um Berliner Wohnungen insbesondere in den Szenebezirken Kreuzberg, Mitte und Prenzlauer Berg reißen würden, um sich vor den Folgen der Eurokrise zu schützen. "Viele zahlen bar", hieß es in der Meldung. Und als Folge für die deutschen Käufer malte die dpa aus: "Wohnungskauf in Berlin kann frustrieren."


Die Meldung passte wohl so gut zum neuen Hilfspaket für Griechenland, dass die Frankfurter Allgemeine Zeitung FAZ offenbar nicht widerstehen konnte, diese dpa-Meldung am 17. Dezember 2012 in voller Länge und scheinbar ohne weitere Prüfung im Wirtschaftsteil der Zeitung abzudrucken (siehe Ausriss oben). Im Internet ist die Meldung nach wie vor abrufbar.

Aber so, wie das dazugehörige dpa-Foto von Berlin Mitte keine einzige von einem Griechen gekaufte Wohnung zeigte, gab es auch im dpa-Text nicht ein einziges Zitat eines Maklers, der den Kauf einer Wohnung durch einen reichen Griechen konkret bestätigte.

Vage hieß es, gut ein Drittel der Käufer kämen aus dem Ausland und "zu Engel & Völkers kommen Griechen und Italiener. Auch das Internetportal Immobilienscout24 zählte einen deutlichen Anstieg von Kaufgesuchen aus Griechenland."

Die Reaktion der Immobilienfachwelt ließ nicht lange auf sich warten.

Nicht, dass irgendjemand bestreiten würde, dass es reiche Griechen gebe, die in Berlin die eine oder andere Wohnung gekauft hätten. Doch der reale Trend auf dem Berliner Immobilienmarkt geht in eine ganz andere Richtung: Es sind vor allem deutsche Investoren, die mit einem hohen Eigenkapital in Berlin auf Einkaufstour gehen.

Zu diesem Ergebnis kommen übereinstimmend Markterhebungen der beiden großen Frankfurter Beratungshäuser Jones Lang LaSalle GmbH (JLL) und Savills Immobilien Beratungs-GmbH.

"2012 markiert ein neues 5-Jahres-Hoch. Über 200.000 Wohneinheiten haben die Eigentümer gewechselt", erklärte Helge Scheunemann, Leiter Research Jones Lang LaSalle Deutschland, in einer Presseaussendung am vergangenen Freitag. Das Investitionsvolumen habe bei Wohnungen deutschlandweit knapp 11 Milliarden Euro betragen, das seien zwei Drittel mehr als im Vorjahr.

Auf regionaler Ebene bleibe Berlin mit 1,7 Milliarden Euro mit Abstand Spitzenreiter vor Hamburg (375 Millionen Euro), München (290 Millionen Euro) und dem Ruhrgebiet (270 Millionen Euro).

Der Trend gehe zu Großdeals mit Wohnportfolios ab 10.000 Wohnungen. Käufer sind kaum Einzelpersonen. Laut Jones Lang LaSalle werde die Käuferseite maßgeblich bestimmt von Immobilien AGs (38 Prozent) sowie Asset- und Fonds-Managern (28 Prozent). Private Equity Fonds kommen auf einen Anteil von 11 Prozent.

Savills teilte ebenfalls letzten Freitag mit, dass der Anteil deutscher Investoren im Jahr 2012 bei etwa 75 Prozent lag. Der Anteil ausländischer Investoren sei im vergangenen Jahr mit rund einem Viertel am gesamten Transaktionsvolumen vergleichsweise niedrig gewesen.

Auf US-Amerikaner entfielen 13 Prozent, auf britische Käufer 3 Prozent. Etwa 14 Prozent des Volumens wurde von internationalen Konsortien gestemmt.

"Ich weiß nicht, woher die Geschichte kommt", kommentiert Roman Heidrich, bei Jones Lang LaSalle in Berlin Team Leader Residential Valuation & Transaction Advisory, die dpa-Legende von den reichen Wohnungskäufern aus dem Süden gegenüber der Börsenzeitung.

Er könne sich nur drei, vier Jahre zurück an Spanier erinnern, die damals in merklichem Umfang Wohnhäuser eingekauft hätten. Die seien jetzt aber eher auf der Verkaufsseite zu finden.

Auch Kollegen von anderen Immobilienberatungshäusern würden Griechen oder Italiener nicht in größerem Stil wahrnehmen.

Ähnlich ratlos zeigte sich Jürgen Michael Schick, Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD). Nicht einmal bei selbst genutzten Eigentumswohnungen fänden sich nennenswert Südeuropäer als Käufer. "Die größte Nachfrage kommt aus Nordeuropa, es sind starke Länder, die kaufen." Alle Gutachterausschüsse, die Transaktionen und Preise registrieren, würden zudem als dominierende Tendenz eine "Renationalisierung" der Käufer beobachten. Eine immer stärkere Nachfrage kommt also aus dem Inland.

Die Gründe sind Inflationsangst und Mangel an rentierlichen und sicheren Anlagealternativen. Die GfK Marktfoschung aus Nürnberg kam bei einer repräsentativen aktuellen Umfrage im Auftrag des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. aus Berlin zu dem Ergebnis, das 36 Prozent der Befragten sich für das neue Jahre eine Investition in Immobilien wünschten. Im vorigen Jahr bevorzugten nur 17 Prozent der Befragten Immobilien.

Immobilien kosten zudem zuhause nur einen Bruchteil gegenüber Immobilien im Ausland. Mit einem Durchschnittspreis von 2.000 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche ist laut Schick Berlin die günstigste Metropole Deutschlands. In Oslo schlägt ein Quadratmeter Wohnraum mit 5.000 bis 10.000 Euro zu Buche.

Allerdings herrsche in der deutschen Hauptstadt ein hausgemachter Notstand. Benötigt würden jedes Jahr in Berlin 20.000 neue Wohnungen. Gebaut werden aber nur Jahr für Jahr 4.000 Wohnungen. Doch die Einwohnerzahl wächst rasant. Allein im letzten Jahr zogen 40.000 Menschen nach Berlin. Die bisherige Wohnungsreserve ist damit "weggefressen", konstatiert IVD-Vize Schick. "De facto gibt es innerhalb des S-Bahn-Rings keinen Leerstand mehr."

Das gewachsene Interesse an Berliner Betongold hat dazu geführt, dass der Kaufpreis-Multiplikator in den letzten zwei Jahren von 14,5 auf 16,5 hochschnellte. Kostete ein Wohngebäude 2010 noch das gut 12fache aller Jahreskaltmieten im Haus, sind es inzwischen im Schnitt zwei Jahresmieten mehr. In ganz besonders hippen und gefragten Stadtvierteln zahlen Käufer gar das 30fache der Mieten, stellte Jones Lang LaSalle fest.

Gleichwohl betonen alle Beobachter vom Makler bis zur Bundesbank, dass trotz der deutlichen Übernachfrage bis dato keine Preisblase zu erkennen sei: Miet- und Kaufpreise entwickeln sich Schick zufolge "weitgehend parallel", was Übertreibungen auf dem hauptstädtischen Immobilienmarkt ausschließe. Reiche Griechen spielen bislang keine tragende Rolle. Nun denn ...

Links zum Thema
» FAZ: Reiche Griechen kaufen Wohnungen in Berlin
» EU-Geldwäsche-Richtlinie 2005/60/EG

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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Kageneck am 10.01.2013 15:15
zu Ihrem Artikel: Reiche Griechen kaufen Berlin auf....

also mir fiel auf, daß in unserem Haus in Berlin Mitte 2 Miteigentümer letztes Jahr an Griechen verkauft haben nachdem sie jahrelang nicht den gewünschten Preis erzielen konnten. Das Ganze war damals ein Steuermodell


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