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16.01.2013
Tauziehen um die letzten Perlen der Bavaria KG

Trotz monatlicher Dauerzahlungen von etwa 3.000 Kommanditisten, die 10 Millionen Euro gezeichnet haben, hat der geschlossene Immobilienfonds Bavaria Grundstücks- und Vermögensverwaltungs GmbH & KG aus München seit mehr als 8 Jahren nichts mehr investiert, produzierte aber Jahr für Jahr 600.000 Euro Kosten, die überwiegend aus den Anlegergeldern bezahlt worden sein sollen, wie der Finanznachrichtendienst von dem Münchener Rechtsanwalt Wilhelm Lachmair erfuhr.

Nun scheint das Ende des Fonds eingeläutet zu sein. Um die letzten Perlen hat ein Tauziehen zwischen Fondsverwaltung und Kommanditisten begonnen.

Der Untergang der Bavaria KG ist ein Sterben auf Raten.

Als am 1. November 2010 der Fondsgründer Josef Marschall im Alter von 56 Jahren starb, hatte sein Sohn Manuel Marschall (26) das Ruder übernommen, musste aber am 6. April 2011 Insolvenz anmelden. Diese konnte aber noch einmal abgewendet werden, sie wurde nach zehn Tagen wieder aufgehoben.

Im Mai 2011 übernahm Manfred Mitschka (52) aus Karlshuld für drei Monate als Notgeschäftsführer die Geschäfte. Mitschka war bis 2011 Mitbesitzer einer Bavaria Partnervermittlung GmbH aus Ingolstadt, die 2011 aufgelöst wurde.

Wegen zahlreicher Schadensersatzklagen von Anlegern wegen Falschberatung gegen den Fonds und gegen Vermittler und wegen der potentiellen Insolvenzgefahr weigerten sich Banken zunehmend, die Kommanditraten weiterhin im Lastschrifteinzugsverfahren abbuchen zu lassen. Bei einem Widerspruch innerhalb von 6 Wochen durch die Bankkunden, müssten die Banken ihren Kunden das vom Fonds abgebuchte Geld wieder gut schreiben, auch wenn das Geld wegen einer zwischenzeitlichen Pleite und Auflösung des Fonds gar nicht mehr zurückgeholt werden könnte. Dieses Risiko waren die Banken nicht mehr bereit einzugehen.

Verzweifelt hatte die Fondsgesellschaft Ende vergangenen Jahres noch einmal alle Kommanditisten angeschrieben und aufgefordert, erneut ihre Bankdaten bekanntzugeben, damit man ihnen angeblich ein Auseinandersetzungsguthaben auszahlen könnte.

Doch die Kanzlei Lachmair weiß aus Erfahrungen von Kommanditisten, die ihre Beteiligung gekündigt oder einfach nur die Ratenzahlung gestoppt hatten, dass diese nur angebliche Gestehungskosten an die Fondsgesellschaft bezahlen sollen. Das seien vor allem Provisionen für Vertriebe gewesen, die man den Kommanditisten nun in Rechnung stellt. Die Fondsgesellschaft könnte versuchen, diese Kosten einfach abzubuchen.

Ein positives Auseinandersetzungsguthaben scheint für die Kommanditisten gar nicht mehr möglich. Denn über die beiden einzigen werthaltigen Perlen des Fonds habe der Fonds gar keine Verfügungsgewalt mehr.

Perle Nummer 1:

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