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08.01.2009
McCut-Betrugsskandal in Sachsen

Aus für die ostdeutsche Billigfrisörkette McCut, 150 Frisöre auf der Straße

McCut-Betrugsskandal in Sachsen

Papa Dietmar Thamm (64) führte die Beauty-Läden, weil Sohn Michael (39) als Pleitier vorbestraft ist. Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen den ganzen Mc-Firmen-Clan, die Treuhänder wollen einzelne Läden an Frisörmeisterinnen übergeben.


Leipzig - Kein Waschen, Schneiden und Selberfönen für 10 Euro mehr. Die Billigfrisörkette McCut mit 45 Standorten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist nach drei Jahren pleite.

Gleich zwei Insolvenzverwalter in Leipzig und Dresden müssen sich um die zahlreichen Gläubiger kümmern: 150 Mitarbeiter warten seit März 2008 auf Löhne und Gehälter; Krankenkassen, Finanzämter, Ladenvermieter und Zulieferer haben horrende Forderungen.

Insolvenzverwalter Dr. Florian Stapper, der allein in Leipzig vier Insolvenzverfahren gegen die Mc-Gruppe betreut, zu der neben McCut noch 25 weitere insolvente Mc-Firmen wie BeautyMaxx Wellness, Nail Discount und McSun Mitte gehören, sagte dem Finanznachrichtendienst www.gomopa.net: Der Schaden geht mindestens in die Hunderttausende.

Nach Informationen der Sächsischen Zeitung belaufen sich die Forderungen allein gegen drei in Leipzig ansässige McCut-Gesellschaften auf mindestens 560.000 Euro von den Krankenkassen.

Wir ermitteln seit mehreren Monaten gegen die McCut-Gruppe und ihr nahe stehende Personen und Firmen wegen des Verdachts auf Bankrott, Betrug, Insolvenzverschleppung, das Vorenthalten von Arbeitsentgelt und Nichtbezahlen von Sozialversicherungsbeiträgen, besätigte Oberstaatsanwalt Lutz Lehmann, Chef der Wirtschaftsabteilung bei der Staatsanwaltschaft Leipzig, dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.

Bereits im März 2008 haben Lehmann zufolge Ermittler Firmen und Privatwohnungen durchsucht und dabei Geschäftsunterlagen beschlagnahmt.

GoMoPa: Warum wurden nicht sofort Insolvenzverfahren eingeleitet?

Dr. Florian Stapper: Die Gläubiger hatten mehrere Insolvenzverfahren beantragt. Doch durch Zahlungen der Mc-Gruppe konnten die Verfahren immer wieder abgewendet werden.

Am 18. November 2008 eröffnete das Amtsgericht Leipzig dann doch das Insolvenzverfahren gegen die McCut Friseurdiscount GmbH (404 IN 1967/08) und drei weitere Mc-Unternehmen. Eigenartig ist dabei jedoch, dass nicht der wahre Mister McCut als Geschäftsführer eingesetzt war, sondern sein Vater, Dietmar Thamm, der am Samstag seinen 65. Geburtsteig feiert.

Dasselbe gilt für die in Dresden ansässige Hauptverwaltung, die McCut Verwaltungs GmbH. Dort führten völlig Fremde, nämlich ein Alfred Tölke (60, Objektmanagement) und sein Vater Wilhelm Tölke, abwechselnd die Geschäfte.

Alles Strohmänner, weiß der Dresdner Insolvenzverwalter Ralf Klinge (Foto): Der wahre Mann hinter McCut ist Michael Thamm. Der 39jährige, der wie sein Vater aus Kiel stammt, und jetzt gemeinsam mit ihm am McCut- und Beauty Maxx-Discount-Sitz in Markranstädt (Sachsen) wohnt, steht im Firmenimperium lediglich unter zuständig für die Expansion.

Der Mann durfte schon lange keiner Firma mehr als Geschäftsführer vorstehen, weiß Insolvenzverwalter Dr. Florian Stapper. Michael Thamm ist einschlägig vorbestraft.

Insolvenzverwalter Ralf Klinge ergänzt: Der war vor der Frisörgründung schon insolvent. Dennoch baute er mit der Mc-Gruppe ein Firmengeflecht auf, dass von vornherein auf Betrug angelegt war.

GoMoPa: Worin bestand der Betrug?

Ralf Klinge: Na zum Beispiel meldete Michael Thamm mindestens sieben Scheinfirmensitze an, gab diesen Betriebs- und Steuernummern und orderte bei Arbeitsämter mindestens 60 Jobsuchende. Seine Frisörinne arbeiteten dann in echten Läden. Dort wurde alles in bar abgewickelt. Keine EC-Karten. Auch der Lohn wurde zunächst cash auf die Hand gezahlt. Dann sollte der Lohn überwiesen werden, was nicht geschah. Als die Angestellten nach zwei oder drei Monaten nach ihrem Geld fragten, wurden sie entlassen. Als sie danach die Zahlrückstände anmahnten, mussten sie feststellen, dass es die Firmenvewaltungssitze gar nicht gab. Sozialversicherungsbeiträge wurden nicht gezahlt.

Nach GoMoPa-Recherchen ging Michael Thamm schon 1994 in Kiel mit seiner Firma MTK (Michael Thamm Kiel) für Handel, Management und Service so stark in die Pleite, dass das Gericht den Insolvenzantrag mangels Deckung der Kosten abweisen musste.

Er zog nach Wesenberg (Sachsen) gründete im Mai 1997 in Leipzig eine neue Firma: die Nordland Maketing GmbH. Es ging um Werbung aller Art, Videodrehs für Fernsehproduktionen, Leipzig Models, German Models und Messeveranstaltungen in ganz Deutschland.

Wegen Bankrotts, Konkursverschleppung und Vorenthaltens von Arbeitsentgelten in 22 Fällen verurteilte ihn das Amtsgericht Leipzig am 8. November 2002 rechtskräftig zu 90 Tagessätzen Geldstrafe. Er durfte seitdem nie wieder als Geschäftsführer einer Firma tätig sein.

Dennoch gründet Michael Thamm 2005 in Leipzig die McCut-Gruppe und spannte als Strohmann auch seinen Vater ein.

Erst als die Netto-Geldmaschine McCut & Co. Anfang 2008 unaufhaltsam zusammenbrach und die Gläubiger auch an sein Privatvermögen wollten, hob der Dauer-Firmen-Pleitier auch privat die Hand zum Offenbarungseid. Am 4. Juni 2008 eröffnete das Amtsgericht Leipzig gegen Michael Thamm das Verbraucherinsolvenzverfahren (AZ 403 IN 4164/07).

Auch sein Vater Dieter, der offiziell am 27. Juni 2006 die Billigfrisörkette als Geschäftsführer übernommen hatte, machte bei der Sohnemann-Kette weiter, obwohl er zwischendurch schon Mal mit einem Mc-Firmenglied, der Sachs City Sun und Beauty Liegen GmbH, am 29. August 2007 pleite ging.

Jetzt müssen sich alle vom Mc-Clan vor der Staatsanwaltschaft verantworten. Doch was wird aus den 45 Frisörläden?

Insolvenzverwalter Ralf Klinge zu GoMoPa: Ich versuche, acht bis zehn Filialen zu retten. Wir bemühen uns um den Erhalt einiger Arbeitsplätze bei einer Auffanggesellschaft"

Insovenzverwalter Dr. Florian Stapper weiter: Ich verhandle mit einer großen Frisörkette. Außerdem spreche ich mit mehreren Frisörmeisterinnen, denen ich einige Geschäfte im Zuge einer übertragenden Sanierung geben möchte und die sich damit selbständig machen möchten.

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