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03.07.2013
BSZ e.V. erfindet Haftpflicht-Vergleiche für Mandantenfang?

Der BSZ e.V., Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein, aus Dieburg in Hessen selbst war es doch, der vor mehr als fünf Jahren in einer BSZ-Pressemitteilung über das erste Haftungsurteil gegen einen Wirtschaftsprüfer im Fall des betrügerischen Teilverschreibungs-Modells WBG Wohnungsbaugesellschaft Leipzig-West Ag informierte.

Das Landgericht Leipzig hatte am 7. Mai 2008 (Aktenzeichen 08 O 2934/07) einen Wirtschaftsprüfer dazu verdonnert, einem Anleger mehr als 5.000 Euro zu bezahlen.

Der Anleger hatte im März 2006 noch kurz vor dem Zusammenbruch des Schneeballsystems WBG Leipzig-West Teilschuldverschreibungen gekauft, weil der Wirtschaftsprüfer im Jahre 2005 für das zurückliegende Jahr ein uneingeschränktes Testat erteilt hatte. Das Testat wurde zum Prospektbestandteil und Kaufgaranten.

Spätestens mit diesem Urteil und der Verbreitung über die BSZ-Pressemitteilung fing die dreijährige Verjährungsfrist für die Anmeldung von Haftungsansprüchen zu laufen an. Die Verjährung war im Mai 2011 erreicht.

Convent
BSZ e.V. lockt mit Güteverfahren, das es gar nicht gibt
Dennoch geht nun derselbe Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein e.V. seit Mitte letzten Monats mit einem frei erfundenen Versprechen auf Mandantenfang.

BSZ e.V.-Vorstand Horst Roosen verschickte an Geschädigte der WBG Leipzig-West Briefe, in denen er den Anlegern Hilfe versprach, die bislang noch keine Ansprüche gegen die Wirtschaftsprüfer der WBG Leipzig-West geltend gemacht haben.

Roosen schrieb am 18. Juni 2013 in einem Anlegerbrief auszugsweise (das komplette Schreiben liegt dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net vor):

Zitat:


Auch Sie können die Forderung noch geltend machen, wenn Sie bislang nicht tätig geworden sind. Und zwar ohne eine teure Klage einreichen zu müssen.

Anleger können ihre Forderungen gegen den Wirtschaftsprüfer CREA GmbH und Prof. Dr. Hölzli derzeit in einem Güteverfahren vor einer staatlich anerkannten Gütestelle anmelden.

In diesem Güteverfahren wird zudem sichergestellt, dass die geltend gemachte Forderung auch gegenüber der Haftpflichtversicherung bekannt gemacht wird, damit Sie am Entschädigungsverfahren teilnehmen können.

Holen Sie sich also einfach Ihren Anteil von der Versicherung!


Manfred Resch, Berlin<br /> © Resch Rechtsanwälte
Manfred Resch, Berlin
© Resch Rechtsanwälte
Seitdem stehen die Telefonate in der Berliner Anlegerschutzkanzlei von Resch Rechtsanwälte in Berlin Charlottenburg nicht mehr still.

Alle bitten um Aufklärung und Rat. Seit Jahren vertritt die Kanzlei schon etliche der insgesamt 10.000 Inhaber von wertlosen Teilschuldverschreibungen, die alle zusammen von 2002 bis 2006 mehr als 382 Millionen Euro eingezahlt hatten. Die Prozesse gegen die Verantwortlichen laufen noch, und auch ein Ende des Insolvenzverfahrens ist noch nicht in Sicht.

Für die Anleger, die bislang klagten, ist die Verjährungsfrist natürlich unterbrochen. Für die große nichtklagende Masse der Geschädigten ist sie abgelaufen.


Das Schreiben der BSZ e.V. hat in vielen von ihnen neue Hoffnung geweckt, doch noch etwas von dem verlorenen Geld zurückzubekommen.

Leider eine falsche Hoffnung, denn...

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Es liegen 2 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Holger Schäfer am 03.06.2014 00:45
Man sollte keine lehren versprechen machen. Entweder sie halten diese ein oder sollten sie einfach sein lassen. Ich weiß sonst nicht was ich noch glauben soll.

#1 - Kommentar von Lauren Ulmann am 23.06.2014 20:10
Das Verweisen von Professor Hölzli an seinen Rechtsanwalt hat schon alles gesagt...
Selber schuld der liebe Herr ;-)


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