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23.01.2009
Nur 600.000 Euro im Recker-Fonds-Topf

Klagen bringe nichts, aber die Anleger sollten sofort die Beteiligung kündigen, rät der Bremer Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen von der Kanzlei KWAG.

Dortmund/Dubai - Die 1000 Anleger, die dem Finanzwirt Georg Recker (Foto) aus Hamm in den Jahren 2005 und 2006 insgesamt 24,8 Millionen Euro überwiesen haben, müssen sich jetzt mit dem kläglichen Rest von 600.000 Euro begnügen.

Ihr Fonds Dubai 1000 wurde von Initiator Recker im Sommer 2006 zwar geschlossen. Das für 143 Millionen Euro geplante Luxushotel Maritim Dubai (Foto der Simulation) wurde aber nie gebaut.

Recker hatte sich nach Informationen des Manager-Magazins 18,5 Millionen Euro nach Dubai überwiesen und sich mit Kompagnon Andreas Mautner sowie Freundin Almut Landmesser (Mittelverwendungskontrolleurin) und den beiden gemeinsamen Töchtern nach Dubai abgesetzt.

Die Staatsanwaltschaft konnte bei den Durchsuchungen der Geschäfts- und Privaträume von Recker und Mautner in Hamm, Stuttgart und Ense bei Soest im März 2008 lediglich 600.000 Euro sicherstellen.

Insgesamt 24,2 Millionen Euro sind für die geprellten Anleger unerreichbar verschwunden. Recker und Mautner geben seit drei Jahren in Dubai das Dubai Magazin (Firmensitz Ense in Nordrhein-Westfalen) mit Werbereportagen über Hotels heraus. Zur Zeit arbeiten die beiden als Job-Vermittler in Dubai und legen unwissende deutsche Ärzte aufs Kreuz. Auf Werbeseminaren verkaufen sie angebliche Traumjobs im Time-Sharing-Verfahren in Dubai-Health-Care-City, die zum Großteil noch eine Baustelle ist. Recker verlangt dafür laut Manager-Magazin ein Wucherhonorar von 50.000 Euro.

Zu seinem letzte Woche vor dem Dortmunder Landgericht begonnenen Zivilprozeß kam er erwartungsgemäß nicht.

Aber Reckers Betrugsschuld wurde zweifelsfrei erwiesen. Und zwar von seinem eigenen Anwalt, Ekkehard Heberlein aus Frankfurt. Prozeßbeobachtern zufolge erklärte der Anwalt dem Gericht, dass es den Großinvestor, den Recker den Anlegern benannt hatte, zwar gab. Doch diese Losna Limited mit Sitz auf der Karibikinsel Commonwealth of Dominica habe nie die angeblichen 107 Millionen Euro in den Fonds eingezahlt. Die Firma habe überhaupt gar kein Geld für das Hotelprojekt überwiesen, das in einer Baugrube (Foto) endete.

Damit bestätigte sich das Schreiben, das Oberstaatsanwätin Ina Holznagel im November 2008 an alle 1000 Anlegern verschicken ließ. Darin hieß es: Dem Initiator werden vorgeworfen, Gelder unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eingesammelt zu haben, um sich persönlich zu bereichern.

Was können die Anleger tun, um wenigstens ein paar Euro zurückzubekommen?

Die Staatsanwaltschaft Dortmund riet den Anlegern in ihrem Schreiben, sich vollstreckbare Titel zu besorgen, um von dem wenigen, in Deutschland sichergestellten Vermögen zumindest einen Teil abzubekommen.

20 Anleger folgten dem Rat und reichten Klagen auf Rückabwicklung der Beteiligung wegen Prospektfehlern ein.

Eine von Recker selbst initierte und im Sommer 2008 von 97 Prozent der Anleger auch beschlossene Rückabwicklung der gesamten Beteiligungsgesellschaft wurde vorige Woche vom Dortmunder Landegericht einkassiert. Begründung: Zu undurchsichtig, die Anleger hätten keine Möglichkeit bekommen, zu durchschauen, worüber sie abstimmten.

Zudem hätten die Anleger mit der Zustimmung gleichzeitig sämtliche Ansprüche gegen die Fondsgeschäftsführung, den Treuhänder Markus Lachs aus Mainz und andere Verantwortliche aus der Hand gegeben. Es wäre ein Freibrief für Georg Recker und die anderen Beschuldigten gewesen.

Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen (Foto) von der Kanzlei KWAG in Bremen rät jedoch den Anlegern nicht dazu, noch mehr Klagen einzureichen.

Dem Manager-Magazin sagte Gieschen: Solange nicht klar ist, wo das Geld ist und ob eine Zugriffsmöglichkeit darauf besteht, raten wir von übereilten Klagen gegen den Initiator ab.

Laut Gieschen gibt es auf offiziellem Wege kaum Möglichkeiten, auf Konten beispielsweise in Dubai zuzugreifen.

Der Anleger-Anwalt rät deshalb: Die Investoren sollten zunächst mal die Beteiligung aus wichtigem Grund kündigen und eine Frist für die Rückzahlung setzen.

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