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22.10.2013
TEXXOL Mineralöl AG: Seit 15 Jahren schwarze Nullen?

Dr. Sönke Harrsen: Der<br /> Vorstandsvorsitzende stottert<br />noch immer sein Alt-Darlehen<br /> von 64.000 Euro an die AG ab.
Dr. Sönke Harrsen: Der
Vorstandsvorsitzende stottert
noch immer sein Alt-Darlehen
von 64.000 Euro an die AG ab.
Die niedersächsische TEXXOL Mineralöl AG aus Buchholz bei Hamburg sammelt unter der Führung von Dr. jur. Sönke Harrsen seit 15 Jahren ohne viel Getöse von Kleinsparern stille Beteiligungen ein, um über die deutsche Firma an der Gas- und Ölausbeute in Texas mitzuverdienen.

Der Gas und Ölsparplan sei für Jedermann geeignet, sogar als Kindersparplan. Mit nur 25 Euro oder einmalig 1.000 Euro sei man dabei. Es gebe 6 Prozent Zinsen im Jahr.

Ein Vorteil des Sparplans sei die "langjährige Erfolgsbilanz" wirbt die TEXXOL Mineralöl AG auf ihrer Internetseite.

Bis Ende letzten Jahres haben die Kleinsparer 9,5 Millionen Euro an die TEXXOL Mineralöl AG überwiesen. Aber für 43 Millionen Euro wurden stille Beteiligungen gezeichnet. Das heißt: Die TEXXOL Mineralöl AG kann sich in den nächsten Jahren über einen ständigen Geldzufluss freuen. Allerdings wächst auch die Zahl der fälligen Rückzahlungen aus Altverträgen.

Doch was macht die TEXXOL Mineralöl AG mit dem stillen Beteiligungsgeld? Werden die versprochenen 6 Prozent Rendite pro Jahr aus Gewinnen aus dem Gas- und Ölgeschäft der Niedersachsen in Texas generiert oder eher aus dem nicht versiegen wollenden Strom der Überweisungen der Kleinsparer?

Laut Bilanzen drängt sich der Verdacht auf, dass sich die TEXXOL Mineralöl AG eher auf die Einzahler verlässt und diese auch erhöht (die Zeichnungssumme stieg von 2011 auf 2012 um 6,1 Millionen Euro) als auf das Investitionsgeschäft. Wenn es stimmt, wäre die TEXXOL Mineralöl AG ein gut geschmiertes Schneeballsystem.

Fakt ist:

Die TEXXOL Mineralöl AG hat laut Bilanz gar kein Eigenkapital mehr. Ein Fehlbetrag von 22.400 Euro ist Ende 2012 nicht durch Eigenkapital gedeckt. Der Verlust des Unternehmens wuchs von rund minus 194.000 Euro im Jahre 2011 auf rund minus 222.000 Euro im vergangenen Jahr. Eine eigenartige "langjährige Erfolgsbilanz".

Der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net wollte Dr. jur. Sönke Harrsen um eine Erklärung bitten, aber in der Firmenzentrale in der Kirchenstraße 7 in Buchholz in der Nordheide lief nur ein Band. GoMoPa.net bat um einen Rückruf. Der blieb bislang aus.

Was macht nun die TEXXOL Mineralöl AG mit dem vielen Geld der Kleinsparer?

Absurd hohe Provisionen erhöhen den Umsatz

Die TEXXOL Mineralöl AG hat im wesentlichen zwei Umsatzquellen. Zum einen erhebt sie Weichkosten in Höhe von 20 Prozent (zum Teil zuzüglich weiterer 5 Prozent Agio) auf die von ihr angebotenen stillen Beteiligungen.

Wobei ein Tarif mit Einmalzahlung (Classic/Classic Plus, nachzulesen im Beteiligungsprospekt) sogar mit Kosten in Höhe von 40 Prozent (2 x 20 Prozent) zuzüglich Agio 2 x 5 Prozent belastet ist.

Ein Beispiel: Zahlt ein Investor 10.000 Euro zuzüglich 1.000 Euro Agio in diese Tarifkombination ein, so verschwinden sofort 5.000 Euro als Provisionen. Es bleiben 6.000 Euro, die zu einem Gesamtrückfluss von 22.700 Euro nach 10 Jahren führen sollen, so das Versprechen. Es bleibt die Frage, wie die Verdreifachung funktionieren soll? Hat jemand eine Idee?

Geringe Öl- und Gaserträge

Neben den Vertriebsprovisionen verdient die TEXXOL Mineralöl AG an den Verkäufen von Öl- und Gas aus ihren Beteiligungen an Öl- und Gasquellen in Texas und Oklahoma.

Betrachtet man die Erlöse aus Öl- und Gas im Verhältnis zu den Erlösen aus der Vertriebstätigkeit, so fällt auf, dass der Hauptteil der Erlöse aus der Einwerbung stammt.

Im Prospekt von 2007 (Seite 55; übrigens immer noch aktuell im Vertrieb ergänzt durch einen zweiten Nachtrag!) steht, dass die Öl- und Gaserlöse 106.036,26 Euro betrugen, während aus der Einwerbung 752.076,11 Euro erlöst worden sind. Setzt man diese Zahlen ins Verhältnis, so ist ersichtlich, dass sich der Investor eher an einer "Geldeinsammelbude" beteiligt hat, als an einer seriösen Öl- und Gasfirma.

Von den Umsatzerlösen in Höhe von 858.112,37 Euro waren somit 88 Prozent aus der Geldeinwerbung und nur 12 Prozent aus dem Öl- und Gasgeschäft.

Nun könnte man sicherlich argumentieren, die Zahlen...

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Es liegen 2 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Alex Kenritz am 24.06.2014 14:22
Dieses Geschäft ist neben Schwankungen auf dem Weltmarkt für Öl- und Gasprodukte noch erheblichen fördertechnischen Risiken ausgesetzt. Sogar wenn es sich um das Ausnutzen bereits erschlossener und nachgewiesener Erdölvorkommen handelt. Außerdem kommen noch Währungsrisiken hinzu.

#1 - Kommentar von Josef Eckelborn am 24.06.2014 16:35
Die Homepage ist vollgemüllt mit Angaben, die sich fast ausschließlich mit den Infos über das Unternehmen und befassen und auf deren HP oder Branchenverzeichnisse hinweisen.
Leider werde ich aus der HP nicht so recht schlau. Offensichtlich soll man dort als freie Vertreterin Finanzprodukte verkaufen, damit finanziert sich das Unternehmen. Bilanzen oder ähnliches mit Angaben über Gewinne kann ich auf der HP nicht finden. Man kann auch nicht ohne weiteres feststellen, aus welchen Mitteln die für die diversen angebotenen Finanzprodukte eigentlich bezahlt werden. Es gibt eine umfangreiche Liste über Projekte; allerdings lese ich überall den Hinweis, dass es um prognostizierte Beträge handelt. Also wahrscheinlich nur Scheinwerbung oder sowas für das Unternehmen. Das Grundkapital der Firma von 200.000,00 ? ist auch nicht berauschend ? eher Finanzschwaches Unternehmen. Außerdem liest man oft das es ein Schneeballsystem ist und wie GoMoPa schon erwähnt machen sie nur Miese. Daher würde ich als Anleger nicht investieren oder generell irgendetwas mit denen zu tun haben. Außerdem erscheint der Vorstandsvorsitzende Dr. Sönke Harrsen nicht sehr seriös.


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