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31.10.2013
Margin Call - der große Crash der FX Investment Institute S.A.

Convent
Statt ihrer gewohnten Gewinn-Mitteilung von monatlich fünf oder sechs Prozent erhielten gestern die Devisentrader von ihrem Broker FX Investment Institute S.A. aus Panama City zum bevorstehenden vierjährigen Firmenjubiläum am 2. November 2013 völlig überraschend die schlimmste Nachricht, die man als Trader von seinem Broker überhaupt bekommen kann: den Margin Call - den großen Crash.

Zwischen 1.000 und 150.000 Euro haben etliche Freizeittrader in den vergangenen vier Jahren bei dem angeblichen Profi-Broker aus Panama auf dessen Konto bei der Loyal Bank in Kingstown auf Sankt Vincent und den Grenadinen überwiesen.

Nur zehn Prozent der Kundensummen sollten zum Zocken verwendet werden. Die Broker würden das Geschäft mit einem Verhältnis von 50:1 hebeln. Das heißt, wenn der Kunde 100.000 Euro überwies, wurden nur 10.000 Euro davon real eingesetzt, gewettet wurde aber durch den Hebel mit 500.000 Euro.

Auf dem Papier sah das für die Anleger bislang sehr attraktiv aus. Bei einer durchschnittlichen Jahresrendite von 25 Prozent ergab das beispielsweise auf die am Markt bewegten 500.000 Euro einen Gewinn von 125.000 Euro, der gemessen an der ursprünglichen Investition von 100.000 Euro 125 Prozent entsprach. Zudem sollte mit Hilfe fortlaufender Reinvestition der Gewinne die Rendite entsprechend gesteigert werden.

Doch heute teilte ein Unternehmer und Anleger aus Bayern dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net mit: "Ein angeblicher Hackerangriff habe die Konten leergeräumt. Ich bitte um Hinweise beziehungsweise Möglichkeiten, es gibt viele Geschädigte."

Während auf der Homepage des FX Investment Institutes nach wie vor eine Performance von 30,9 Prozent beim Day-Trading seit Jahresbeginn steht und wohl Anleger zum Investieren verleiten soll, wurde den Altanlegern in persönlichen Mails ein Minus-Kontostand mitgeteilt.

Das FX Investment Institute S.A. schrieb am 30. Oktober 2013 und damit kurz vor Monatsende, dem Termin für weitere Auszahlungen:

Zitat:


Tatsächlich aufgrund einer mehrfachen Hackerattacke mussten wir gestern einen folgenschweren Margin Call erleiden.

Leider ging hierdurch ein negativer Kontosaldo hervor. Aufgrund der begrenzten Risiken, die wir Anlegern garantieren, besteht jedoch keine Nachschusspflicht.

Wir bedauern den Vorfall sehr. Auch wenn es uns nicht möglich ist, die gestern erfahrenen Hackerattacken ungeschehen zu machen, ist es dennoch unser Bestreben die hierdurch entstandenen Verluste eines jeden Einzelnen in absehbarer Zeit ausgleichen zu können.

Aus diesem Grund haben wir uns dazu entschlossen, die gesamten Rücklagen des Unternehmens aufzuwenden, um eine Basis dafür zu schaffen.

Dieser Zuschuss kann leider nicht mehr als annähernd ein Prozent des vorangegangenen Kontostands betragen. Auch wenn dieser Zuschuss für jeden Einzelnen äußerst gering erscheinen mag, bezogen auf alle Konten entspricht das einer beträchtlichen Summe, mit der wir dazu beitragen, den Schaden (wenn auch in ferner Zukunft) wieder gutzumachen.

Wir waren den Hackerattacken, die wir in dem Ausmaß bislang noch nicht erfahren haben, hilflos ausgeliefert. Neue Sicherheitsvorkehrungen wurden eingeleitet.

Der Handel wird aufgrund des Margin Calls bis einschließlich 31. Oktober 2013 ausgesetzt. In der Zwischenzeit werden wir unsere Tradingstrategien einer Handelsmodifizierung unterziehen und am 01. November 2013 mit einem Neustart beginnen.

Wir bedauern Ihnen zum 4jährigen Jubiläum nichts Erfreulicheres mitteilen zu können. Lassen Sie uns nach vorne blicken. Sie können weiterhin auf uns zählen.

Mit freundlichen Grüßen

Viktor Senn
Team Trading
FX Investment Institute


Auf gut Deutsch: Die alten Einlagen wurden von einem Hacker gestohlen. Wer wieder beim Devisen-Handel einsteigen will, müsse wieder von vorn anfangen.

Die Legende von einem Hackerangriff und einem Abräumen der Kunden-Accounts erscheint wenig plausibel.

Die Internetseite des Brokers war gar nicht gestört. Auch gebe es gar keine Anzeige gegen einen Hacker. Und am Devisenmarkt hatte es keine Handelsausschläge gegeben, die die Darstellung stützen könnten.

Außerdem waren doch laut Geschäftsbedingungen nur zehn Prozent der eingezahlten Gelder im Umlauf und dazu noch auf Konten verschiedenster Broker. Deshalb hätten ja die Kunden auch 15 Bearbeitungstage warten müssen, ehe sie ihre Gewinne von den Brokern überwiesen bekommen konnten, wie das FX Investment Institute in den "Häufig gestellten Fragen" erläutert.

Zur Sicherheit der Einlagen wird dort vom FX Investment Institute festgestellt:

Zitat:


Bezüglich der grundlegenden Kapitalsicherheit bestehen keine substanziellen Risiken. Der Handel erfolgt ausschließlich bei regulierten Brokern, deren Orderausführung und Kursstellung über mehrere Großbanken in Kombination erfolgen.

[...]

Da diese Broker jedoch einzig als Zwischenglied zur orderausführenden Bank agieren, können jegliche Risiken seitens der Broker ausgeschlossen werden. Allein wenn eine der orderausführenden Großbanken in Konkurs gehen sollte, was nahezu unmöglich ist, würde das nicht mehr als einen Teil der laufenden Transaktionen betreffen. Da wir zudem das Kundenvermögen strikt getrennt vom Firmenvermögen verwahren, können ausgehend vom Unternehmen selbst, gänzlich jegliche Risiken ausgeschlossen werden.


Einige betroffene Anleger machen ihrem Ärger öffentlich Luft, vermuten einen Finanzbetrug in Form eines Schneeballsystems. Möglicherweise habe es gar keinen echten Handel gegeben und Auszahlungen seien von neuen Einzahlungen bezahlt worden.

Manche Abrechnungen seien nicht stimmig gewesen. Ein Anleger wunderte sich:

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Es liegen 10 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Aufklaerer am 03.11.2013 18:34
Das die Leute immer auf solch einen Quatsch reinfallen ist wirklich erschreckend. Jeder kann doch heute im Netz alles zu allem finden. Auch Dank dieser phantastische Seite von Gomopa. Empfehle ich jeden den ich kenne.

#1 - Kommentar von Anonymus am 04.11.2013 10:02
Bezüglich der Firma FX Investment Institute S.A. ergaben weitere Recherchen Informationen über die Gründerin & Direktorin. Durch die 'Offshore Leaks' kann man im Unternehmensregister Panama erkennen, dass eine Frau Simone Urbaczka die Firma gründete. (Quelle: http://ohuiginn.net/panama/company/id/675468)Sie beherrscht Deutsch, ging in Wien zur Schule und arbeitete in Zypern bei einer Offshore Gründungsgesellschaft 'Privacy Management Group'. Dies ging alles aus dem entsptechendem LinkedIn Profil hervor: http://www.linkedin.com/pub/simone-urbaczka/61/897/853 Diese Frau arbeitet und lebt aktuell in England, Manchester...

#2 - Kommentar von Heinz Greiwe am 06.11.2013 14:16
Hallo zusammen
Wer ist noch geschädigt worden von FX?
vielleicht kann man eine Sammelklage anstreben.
Gruss Heinz Greiwe

#3 - Kommentar von Tom Johann am 21.06.2014 13:29
Das etwas komische und merkwürdige Konstrukt dieser Firma steht einfach zu Offensichtlich auf ihrer Website. In diesem Fall, denke ich, wird es sehr schwierig. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass man von den deutschen Behörden nicht mit Hilfe rechnen kann.

#4 - Kommentar von Referendar am 24.06.2014 14:54
FX Investment Institute S.A., 50th Street (Calle 50 Este), Global Plaza, Panama City, Panama, so lautete die Adresse des Unternehmens, das im Web in sechs verschiedenen Sprachen Kunden zu einem Investment bewegen will. Diese Firma ihr Geschäft mit großem Erfolg betrieben und man konnte sich echt nicht beschweren.
Aber dann zeigt die Zahl der geschädigten Kunden, deren Konten im Oktober 2013 bei FX Investment ?gecrasht? wurden ihre Gesichter. Ich ha e gehört das sich in Webforen die negativen Erfahrungsberichte derzeit stapeln.
Aber anscheinend wies die FX Investment Institute jede Schuld für den entstandenen Schaden von sich. Angeblich sollen sie Ziel eines Hackerangriffes geworden ssein. Dazu seien die Kurse in die entgegen gesetzte Richtung ?gerast? so dass innerhalb kürzester Zeit ein Margin Call zustande kam.

#5 - Kommentar von Leonard S. am 24.06.2014 14:58
Herr Heinz Greiwe, meine Großeltern wurden auch von der FX Investment Institute S.A. geschädigt. Ich habe gerade das Erbe angetreten und habe es jetzt erst erfahren kann man da noch was machen? Ich würde mich gerne an der Sammelklage beteiligen oder sonstiges oder ist das jetzt leider schon zu spät? Wie egesagt ich habe leider erst vor ein paar Tagen davon erfahren ... leider!
Gruß Leonard S.

#6 - Kommentar von Uffler33 am 24.06.2014 15:17
Darüber wurde auch ein Film gedreht wer ihn gucken will sollte das unbedingt tun. Ich kann ihn nur empfehlen. Er basiert auf einer wahren Begebenheit und wurde sehr gut gemacht es ist unglaublich wie stark und schlimm der Margin Call war. Bitter für die meisten Unternehmen. Deswegen denk ich mal das dieses Unternehmen auch nicht viel dafür konnte und es einfach nur zum Opfer dieser Katastrophe wurde. Schlecht für diese Firma. Ich finde gut das auch solche Themen hier als Beiträge bekannt gegeben werden.

#7 - Kommentar von John59 am 07.10.2014 16:30
Auch ich wurde mit 100k geschädigt. Eine Klage bringt rein gar nichts. Das einzige was wirkt ist ein Kopfgeld aussetzen auf die Initianten und wenn das genug gross ist wird sich was bewegen. Wetten?

#8 - Kommentar von Johna271 am 24.12.2014 09:17
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