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29. März 2017
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28.01.2009
Swiss Select: 500 Anleger verloren 100 Mio. Euro

Das Angebot klang verlockend: ?Willkommen am Finanzplatz Liechtenstein. Die fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung bietet steuergünstig 105prozentige Kapitalgarantie und eine 70prozentige Gewinnhöchststandsgarantie, Gewinn seit 1996 über 19 Prozent, Laufzeit 12 Jahre.?

Mindestens 500 Anleger sollen darauf hereingefallen und insgesamt bis zu 100 Millionen Euro verloren haben. Als Geschädigtengemeinschaft bereiten die Opfer gerade eine Sammelklage gegen die Swiss Select Asset Management AG Liechtenstein, Capital Leben und Vienna Life aus Triesen vor.

Dabei werden sie von Der Ersten Allgemeinen Schadenshilfe AG in Vaduz (Liechtenstein) vertreten.

Die Schadenhilfe teilte dem Finanznachrichtendienst www.gomopa.net mit: Wir sind derzeit auf der Spur einer ziemlich intelligenten Abzocke in Liechtenstein. Hierbei wurden schätzungsweise bis zu 100 Millionen Euro vernichtet, zweistellige Millionenbeträge an Provisionen, Gebühren, Kosten, Steuern von etwa 500 Geschädigten abgesahnt.

Und das war folgendermaßen raffiniert aufbereitet:

Schadenhilfe: Im Kern geht es um eine Anlageform der Swiss Select Asset Management AG (Niederlassung Liechtenstein in Triesen), die über die Liechtensteinische Landesbank und die Volksbank Liechtenstein mit einem Lombardkredit in der Größenordnung von einer 1-fachen, 2-fachen oder 2,5-fachen Hebelung des Eigenkapitals gepuscht wurde.

Die Werbung für die Kunden lautete: Mit Sicherheit mehr Rendite: Swiss Select Garantie ist ein Hedgefond Produkt mit Kapital- und Gewinngarantie. Der Kapitalerhalt hat erste Priorität. Die Risikominimierung (Verlustrisiko) steht klar im Vordergrund und in zweiter Linie wird auf die Optimierung der Rendite geachtet.

Die Realität sah anders aus:

Schadenhilfe: Selbstverständlich erwies sich diese sagenhafte Offenbarung einer Anlagemöglichkeit als Luftnummer und gnadenlose Abzocke zugunsten der Versicherungen, Banken, Vermittler und der Swiss Select Asset Management AG. Es gibt über 500 Kunden, die enorme Verluste erlitten haben, in vielen Fällen geht es bis hin zum Totalverlust. Das Volumen liegt bei 70 bis 100 Millionen Euro.

Abgelaufen ist das Ganze folgendermaßen:

Schadenhilfe: Die Swiss Swiss Select Asset Management AG vermittelte einen Kredit über die Volksbank Liechtenstein oder die Liechtensteinische Landesbank, sowie einen Lebensversicherungsvertrag bei der Capital Leben, oder der Vienna Life.

Die Capital Leben, oder die Vienna Life hat dann eine Swiss Select Garantieanleihe, welche börsennotiert ist, gekauft. Die Swiss Select Asset Garantieanleihe zerfällt wiederum in einen Zerobond (70 Prozent) bzw. in einen Swiss Select Fund (30 Prozent). Der Swiss Select Fund mit 30 Prozent nimmt wiederum mit diesen 30 Prozent einen Kredit auf und verjubelt dann das ganze Geld. Praktisch wird der Swiss Select Fund genau gleich abgezockt, wie die Kunden von den ganzen Beratern abgezockt wurden.

Die Swiss Select Asset Management AG hat zunächst den Auftrag an die Volksbank Liechtenstein gegeben, beim Emittenten (Societe General) die Swiss Select Garantieanleihe zu kaufen.

In weiterer Folge hat die Swiss Select Asset Management AG mit den Titeln des Swiss Select Fund getradet.

Es existiert das so genannte Investment Plus Programm der Swiss Select Asset Management AG. Dort wird vorgeschlagen, nicht die Swiss Select Garantieanleihe zu kaufen, sondern die Swiss Select Garantieanleihe zu hebeln. Dies geschieht dadurch, indem man seine Eigenmittel nimmt, sich dann einen Kredit gewähren lässt, dann über die Lebensversicherung die Swiss Select Garantieanleihe erwirbt und das Gekaufte wiederum für den Kredit verpfändet.

Die Bank spielt dabei mit, weil die Swiss Select Garantieanleihe zwischen 70 bis 80 Prozent belehnt werden kann.

Bei der ganzen Konstruktion wird aber übersehen, dass Kosten vom gesamten Betrag entstehen. Außerdem, dass der Kredit, welcher relativ teuer ist, bedient werden muss und die Garantieanleihe, welche ja nur mit 70 Prozent mit einer Zerobondanleihe hinterlegt ist, keine Performance hat.

Die Schere die sich immer mehr auftut, liegt dann in der Höhe der Kosten.

Schadenhilfe: Die Situation wird anhand eines Beispiels deutlich: Der Eigenkapital beträgt 100, der Kredit 200, die Summe ergibt 300.

Die Kosten sind: Provision Lebensversicherung 6 Prozent von 300, 18 Prozent Start up 1 von 300, 3 Prozent Verwaltungskosten, 1,3 Prozent von 300, 3,9 Prozent Ausgabeaufschlag, Garantieanleihe 3 Prozent von 270, 5,1 Prozent Kredit Zuzählungsgebühr, 0,25 Prozent von 200, 1 Prozent Versicherungssteuer (nur in Österreich), 4 Prozent in 300, 11 Prozent.

Zwischensumme Erstkosten: 42 Prozent.

Dies bedeutet, dass ab der Realisierung des Produktes nur noch ein Betrag von 258 vorhanden ist und 42 Prozent des Eigenkapitals bereits kaputtgemacht wurden.

Im Fall einer Zerschlagung laufen noch weitere Kosten an:

Auflösungsgebühr Lebensversicherung 5 bis 6 Prozent von 250, 12,5 Prozent, Rücknahmegebühr Garantieanleihe 2 Prozent von 250, 5 Prozent Versicherungssteuer, 7 Prozent in 300, 19 Prozent.

Weitere Kosten gesamt: 36,5 Prozent.

Es zeigt sich daher, dass ein Zerschlagungswert von maximal 222 vorhanden ist, und 78 Prozent des Eigenkapitals vernichtet sind, falls nach der Realisierung die Lebensversicherung von einem Kunden aufgelöst wird. Rechnet man noch die Zinsen von einem Jahr dazu, das sind 10, besteht in einem Jahr nach dem Abschluss nur noch ein Zerschlagungswert in Höhe von ca. 210.

Damit sind 90 Prozent verloren.

Obige Voraussetzungen berücksichtigen noch nicht die Depotgebühren, welche die Bank verrechnet, sowie diverse Ankaufs- und Verkaufsspesen.

Die Schadenshilfe kommt zu dem Schluss: Das Konstrukt ist ziemlich intelligent. Es wurden von jeder involvierten Stelle nur ?fremdübliche? Kosten und Gebühren verrechnet und einbehalten. Diese Kosten sind jedoch aufgrund des Hebels so hoch, dass der Kunde praktisch von seinem Eigenkapital nichts mehr zurückbekommt, sodass er dann ohnehin nicht mehr zum Anwalt gehen kann, ob er will oder nicht.

Verschärft wird diese Angelegenheit noch bei jenen Kunden, welche die Eigenmittel (im obigen Beispiel 100) auch noch kreditfinanziert haben. Diese Kunden sind dann finanziell ganz erledigt.

Es waren die Banken, welche entschieden haben, mit welchem Prozentsatz gehebelt wird. Die Banken haben auch entschieden, in welcher Höhe die Kredite vergeben wurden.

Man kann den Banken auch vorwerfen, dass sie wissen hätten müssen, dass die Zinsen steigen und der Zerobond an Wert verliert. Die Banken hatten alle diesbezüglichen Fäden in der Hand.

Die Schadenhilfe bittet darum, dass sich Geschädigte oder Kunden dieser Anlage bei ihr melden.

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