
29.01.2009
Falscher Banker raubte bei Hausbesuch 25.000 Euro
Celle ? Er trägt einen schwarzen Nadelstreifenanzug und eine fünf Zentimeter lange Schmalztolle. Er sei Bankangestellter und müsse zu einem Hausbesuch vorbeikommen, erzählt er gern älteren Damen am Telefon. Lassen ihn dann die arglosen Bankkundinnen ins Haus, schlägt der 1,90-Meter-Hühne seine Opfer nieder und raubt sie aus. Nach ihm wird deutschlandweit gefahndet.
Der jüngste Fall passierte in Celle in Niedersachsen. Hier raubte der falsche Banker einer Seniorin 25.000 Euro und schlug sie nieder.
Es begann mit einem Anruf: "Wir hatten einen Computerabsturz!", mahnte der angebliche Bankangestellte am Telefon.
Mit wohl gewählten Worten in feinem Hochdeutsch verstand es der Räuber, die Rentnerin zu überreden, ihr Geld aus dem Schließfach zu holen. Aber sie müsse schnell handeln.
Die Bank habe das Finanzamt im Haus, ihr Geld sei in Gefahr. Es könnte im Rahmen einer Tiefenprüfung beschlagnahmt werden. Aber es sei noch Zeit, dass die Kundin das Geld an den Beamten vorbeischleusen könne. Dies sei ein heißer Tipp, den die Kundin aber nicht weiterverraten solle.
Die gutgläubige Frau entschloss sich tatsächlich, ihr Geld von der Bank zu holen. Als die Seniorin wieder Zuhause war, rief sie der angebliche Bankmitarbeiter wieder an. Ein Kollege käme gleich vorbei, er müsse noch die Nummern der Geldscheine prüfen. Kaum gesagt, schon tauchte der Mann auf. Die Seniorin ließ den vornehmen Herrn mit den auffallend dunklen Augen herein.
Der "neue" Kollege gab sich zuerst seriös. Doch als er das Geld in den Händen hielt, zeigte er sein wahres Gesicht. Er wollte mit dem Geld flüchten. Die Seniorin stellte sich ihm in den Weg. Da schlug der Mann zu. Seine Beute: 25.000 Euro.
Mit einem Phantombild fahndet die Polizei Celle nach dem falschen Banker. Und fragt: Wer wurde ebenfalls Opfer einer solchen Masche und hat sich noch nicht mit der Polizei in Verbindung gesetzt?
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