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20. September 2017
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13.01.2014
PROKON: Staatsanwaltschaft prüft Anfangsverdacht des Betruges

Carsten Rodbertus (52)<br /> aus Hohenaspe
Carsten Rodbertus (52)
aus Hohenaspe
"Uns liegen zwei Strafanzeigen gegen PROKON vor, wir prüfen den Anfangsverdacht des Betruges und weiterer Wirtschaftsstrafsachen", sagte heute die Pressesprecherin für Wirtschaftsstrafsachen der Staatsanwaltschaft Lübeck, Oberstaatsanwältin Wenke Haker-Alm, dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net.

Die Anzeigen waren bereits vor Monaten gestellt worden. Von 2003 bis heute hat die PROKON Regenerative Energien GmbH von 75.000 Anlegern rund 1,4 Milliarden Euro Genussrechtskapital eingesammelt und in der Vergangenheit darauf jährlich mehr als 7 Prozent Zinsen gezahlt.

Doch letzten Freitag (11. Januar 2014) musste der geschäftsführende Gesellschafter, Carsten Wilhelm Rodbertus (52, 150.000 Euro Jahresgehalt, 1.306 Mitarbeiter), in einem Anlegerbrief einräumen, dass die Unternehmensgruppe die Planinsolvenz einleiten müsse, wenn mehr als fünf Prozent der Anleger auf die monatliche Verfügbarkeit ihres Kapitals bestehen und sich ihr Kapital per Kündigung auszahlen lassen wollen.

Rodbertus stellt die Anleger vor die Wahl:

Keine Kapitalentnahme bis Oktober 2014 und danach bei Kündigung eine Rückzahlung in 12 Monatsraten, oder auf die Anleger komme eine 20 Millionen Euro teure Planinsolvenz hinzu, bei der die 46 Windparks außerdem unter Wert verkauft werden müssten und weiterhin 1.306 Arbeitsplätze im Unternehmen PROKON vernichtet würden. Die deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sprach gegenüber der Bild am Sonntag gar von "klassischer Erpressung".

In dem Anlegerschreiben von Rodbertus heißt es unter anderem:

Zitat:


Allein im Jahr 2013 haben wir zirka 130 Millionen Euro Genussrechtskapital zurückgezahlt. Weitere Kündigungen in Höhe von zirka 150 Millionen Euro werden im Wesentlichen Mitte Januar beziehungsweise Mitte Februar fällig.

Es ist absehbar, dass wir die Zahlungen in dieser Höhe nicht fristgerecht leisten können. Wir können schlicht und ergreifend nur das auszahlen, was uns durch die Umsätze aus unseren Windparks, dem PROKON Strom, den PROKON Holzbriketts, dem PROKON Pflanzenölwerk und der Holzindustrie Torgau sowie durch Neuzeichnungen von Genussrechtskapital (26 Millionen Euro im Dezember 2013) zufließt.

Mehr Kapital steht für die laufenden Betriebskosten, Erhaltungsinvestition en, Rückzahlungen von Genussrechtskapital und Zinsen an die Genussrechtsinhaber nicht zur Verfügung. Für eine fristgerechte Rückzahlung des gekündigten Genussrechtskapitals in der derzeitigen Höhe und der Zinsen sind die Zuflüsse nicht ausreichend. Kapital für Neuinvestitionen, insbesondere für neue Windparks, steht damit ebenfalls nicht zur Verfügung.

Sofern nicht am 20. Januar 2014 die Zusage für mindestens 95 Prozent des Genussrechtskapitals vorliegt, dieses ungekündigt bis zum 31. Oktober 2014 stehen zu lassen, bleibt uns nach dem jetzigen Stand der Dinge keine andere Möglichkeit, als noch im Januar den Schritt in die geplante Insolvenz gehen zu müssen. Im Gegensatz zu einem normalen Insolvenzverfahren bleibt bei der Planinsolvenz eine gewisse Handlungsfähigkeit der Geschäftsführung bestehen, wenn das Amtsgericht die so genannte Eigenverwaltung anordnet.

Diesen Schritt würden wir nicht scheuen, aber mit sehr, sehr großem Bedauern gehen.


Rodbertus tut so, als hätten ihn die Kündigungen von Anlegern überrascht und macht die Medien für eine angebliche Verunsicherung der Anleger verantwortlich. Dabei wirbt PROKON in seinen Massen-Postwurfsendungen des vergangenen Jahres ausdrücklich mit einer monatlichen Verfügbarkeit des Kapitals für die Anleger.

PROKONs Kündigungswelle war hausgemacht.

Vor drei Jahren hatte PROKON die Mindesteinlage der Genussrechte von 2.500 auf 100 Euro gesenkt, was zu einem Massenzulauf führte. Die Mindestanlagedauer der Einzahler im Jahre 2010 lag bei drei Jahren, heute 6 Monate oder 5 oder 10 Jahre.

PROKON wusste also, dass das Unternehmen Ende 2013 für die Rückzahlung einen dreistelligen Millionenbetrag bereitstellen hätte müssen. In den damaligen Flyern warb PROKON sogar mit einer Rückkaufgarantie. Eine Irreführung, denn diese wird nur bei positiver Bilanz wirksam, wie es in den Genussrechtebedingungen steht.

Die Wirtschaftsprüfer verweigern PROKON das Testat für den Jahresabschluss 2012.

Rodbertus gibt in seinem Rundschreiben vom 10. Januar 2014 bekannt: Das Unternehmen habe per Stand Oktober 2013 bei einem Umsatz von 410 Millionen Euro einen Verlust von 171 Millionen Euro gemacht.

Rodbertus gestand weiter ein: Mit der Auszahlung von mehr als 7 Prozent Zinsen jährlich auf das Genussrechtskapital habe sich PROKON an den stillen Reserven vergangen.

Die Wirtschaftsprüfer sehen die stillen Reserven, also den Erlös beim Verkauf von Sachanlagen wie den seit 1995 angeschafften 314 Windrädern (526,2 Megawatt Leistung), in der Jahresbilanz 2012 bei null. Rodbertus sieht die stillen Reserven für die in Betrieb befindlichen Windräder bei 37,3 Millionen Euro, für die im Bau befindlichen Räder bei 78,1 Millionen Euro und für die geplanten Windräder bei 175 Millionen Euro.

Rodbertus gibt schließlich zu, er hätte eigentlich nur 2,9 Prozent Zinsen auf die Genussrechte zahlen dürfen.

Rodbertus rechnet vor:

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Es liegen 6 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Finanzvermittler am 14.01.2014 11:25
Also liebe deutsche Wirtschaftsredaktionen, als erstes sollten Sie wissen, dass Genussrechte zu den regulierten Finanzanlagen gehören bevor Sie so unsinnige und schlecht recherchierte Artikel in die Welt setzt und nach Regulierungen ruft. Verlangt man doch von uns Anlage- und Finanzberater einige eurer Zeitungen als Pflichtlektüre zu lesen. Kein Wunder wenn dannn Berater (Vermittler) losziehen und ihre Kunden falsch beraten (vermitteln). Da wünscht man sich doch GoMoPa als Pflichtlektüre!

#1 - Kommentar von Dr. Sven Tintemann am 14.01.2014 14:50
Anleger müssen unerfreut zur Kenntnis nehmen, was Anlegerschützer schon seit Jahren befürchtet hatten. Die Prokon Unternehmensgruppe kann momentan fällige Anlegergelder nicht zurückzahlen. Es droht die Insolvenz, wenn nicht die Anleger der Gesellschaft kurzfristig auf Auszahlungen in Höhe 172,72 Mio Euro verzichten.

Die Gesellschaft selbst schlägt vor, dass Ihre Anleger nun bis zum Jahresende auf Auszahlungen verzichten sollen, nur so könne eine drohende Zahlungsunfähigkeit abgewendet werden. Für einige Anleger, die auch Ihr Geld und somit auch die berechtigte Vertragserfüllung warten, klingt das nach Erpressung.

Dr. Sven Tintemann, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht aus der Kanzlei Dr. Schulte und Partner Rechtsanwälte hat eine andere Idee. Diese würde die Lasten den nun drohenden Zahlungsunfähigkeit gerechter verteilen. Der Experte schlägt vor: ?Warum zahlen nicht alle Anleger Ihre Zinsausschüttungen, die sie im letzten Jahr erhalten haben und die 330,4 Mio Euro betrugen, nicht einfach an die Gesellschaft zurück? Diese hatte einen Verlust in Höhe von 209,9 Mio Euro per 31.10.2013 zu verbuchen. Es hätte daher eigentlich nur ein Betrag in Höhe von 120,5 Mio Euro für Zinszahlungen zur Verfügung gestanden. Wenn die Anleger alles zurückzahlen, hätte die Gesellschaft 120,5 Mio Euro zur Verfügung, um die Anleger, die schon gekündigt haben auszuzahlen. Danach sollte ordentlich saniert werden.?

Tintemann begründet seinen Vorschlag damit, dass die 75.180 Anleger, die in Genussrechte der Prokon investiert hatten, im Falle einer Insolvenz des Unternehmens, die nicht mehr fernliegend ist, sowieso die Auszahlungen, die nicht von Gewinnen gedeckt waren, zurückzahlen müssten (sog. Rückforderung von Scheingewinnausschüttungen).

Wenn die Gesellschaft nicht schnell ihre Zahlungspflichtungen los wird, wozu viele Anleger auf ihre berechtigten Auszahlungsansprüche verzichten müssten, ist wohl die letzte Messe des Unternehmens bald gesungen. Die Alternative wäre das durch unsere Kanzlei entwickelte Einzahlungsmodell. Hierdurch würde die Gesellschaft schnell notwendige Liquidität aufbauen können.

In der Vergangenheit war über die Prokon in der Presse des öfteren kritisch berichtet worden. Dies führte wohl zu einer Kündigungswelle beim Itzehoer Windkraftanbieter, welche nun zu den aktuellen Schwierigkeiten und zum Liquiditätsengpass geführt hat.

Eine Insolvenz ist sicherlich der ungüstigste Weg für die Anlegerinteressen. Diese würde wohl zum Verkauf lukrativer Unternehmensbestandteile und gleichzeitig zum Verlust von viel Geld führen.

Da bisher keine Straftaten bekannt geworden sind, scheint es zumindest eine Möglichkeit zur Sanierung zu geben. Problem wird hierbei sein, dass jetzt viele Anleger zeitgleich kündigen werden, was die Probleme noch verschärfen und die Abwärtsspirale noch beschleuigen könnte. Der Experte Tintemann rät daher zur Mäßigung, zu Ruhe und Besonnenheit.

?Im Insolvenzverfahren gilt sowieso das sog. Gießkannenprinzip, nach welchem kein Anleger schlechter gestellt wäre, als ein anderer Anleger. Es bleibt somit abzuwarten, ob die Rettung der Gesellschaft gelingt?, so Dr. Tintemann.

Anleger, die aufgrund der aktuellen Situation eine Beratung wünschen, sollten sich einen erfahrenen Anwalt suchen, der nicht aufs schnelle Geld aus ist, sondern mit seinem Mandanten das Für und Wider einer Entscheidung sorgsam abwägt.

Mit benahe 1,4 Millarden Euro Anlagesumme und 75.180 Anlegern dürfte die Prokon ein Objekt sein, was Begierden bei anderen Anbietern aus der Wirtschaft weckt, was es aber auch zu retten gilt, wenn denn nun noch etwas zu retten ist. In jeden Fall werden die Anleger Opfer bringen und zumindest auf einiges, was noch in der Vergangenheit versprochen wurde, verzichten müssen. Eine Anlegerschützer ahnten dies schon, als sie 2005 erstmalig Werbeflyer von der Prokon in ihrem Briefkasten fanden.

Weitere Informationen finden Sie auch unter der Domain http://www.prokon-hilfe.de ? hier wird in Kürze ein komplettes Angebot für Anleger zu finden sein.

Beste Grüße aus Berlin

Dr. Sven Tintemann
Rechtsanwalt
Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht

#2 - Kommentar von Dr. Hugo Wolf am 14.01.2014 14:52
Alle sofort an die Wand stellen!

#3 - Kommentar von Herold Specht am 15.06.2014 19:18
Prokon schüttete zuletzt pro Jahr acht Prozent Zinsen an seine Anleger aus. Dabei verdient die Unternehmensgruppe niemals so viel Geld! Wir Anleger sollten sich nicht von PROKON blenden lassen. Die Gruppe, die ständig neue Anlegergelder einsammelt, hat zuletzt mit Wind, Holz und Pflanzenöl weniger verdient, als sie an Anleger im gleichen Zeitraum ausgeschüttet hat. Also wieder ein Minusgeschäft und man sollte da nicht investieren. Die Folge sind meist später nur Schadensersatzklagen.

#4 - Kommentar von Lindermann am 17.06.2014 17:12
Prokon hat auf seiner Seite die Summe des gekündigten Kapitals veröffentlicht. Nun wollen Anleger 20 Millionen mehr wiederhaben. Aber es wurde nur für 1 Millionen die Kündigung wiederrufen. Ich denke, Prokon wird bald Insolvenz anmelden. Ich bin gespannt was am Ende für Werte für die Anleger übrig bleibt. Tja, so kann es nunmal laufen wenn man seine Gewinne immer weiter maximieren möchte. Vielleicht haben da ja auch mal wieder Deutsche Banken mitgemischt, wir werden es demnächst erfahren.

#5 - Kommentar von Carsten Rodbertus am 22.10.2014 06:00
Ökovisionär Carsten Rodbertus (Prokon)und die dubiosen Geschäfte mit rumänischen Wäldern

Die Leute, die Prokon die 43.000 Hektar Wald 2013 angeboten haben, sollen gar nicht rechtmäßige Eigentümer des Waldes gewesen sein. Gegen sie wird jetzt ermittelt.

Am Mittwoch durchsuchten Fahnder der nationalen rumänischen Anti-Korruptionsbehörde (DNA) mehr als 20 Büros und Gebäude in Brasov, Bacau, Covasna und Bukarest. Sie ermitteln gegen Adam Craciunescu, den Chef der staatlichen Forstaufsicht Romsilva, sowie zwei prominente Mitglieder des rumänischen Parlaments. Darunter ist auch der Schwiegervater des aktuellen Premierministers Victor-Viorel Ponta von den Sozialdemokraten. Die Vorwürfe der DNA: Korruption, Bestechung und dreckige Deals mit rumänischen Wäldern.


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