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27.01.2014
Kripo will Geheimnisse um die Mantel & Sohn KG und Lionelle Masterlizenz GmbH lüften

Convent Mit einer großen Anleger-Befragung versucht die Kriminalpolizei München gerade die Geheimnisse beim Lizenzhandel der beiden Münchener Firmen Mantel & Sohn internationaler Lizenzhandel KG aus der Maximilianstraße 34 und der Lionelle Masterlizenz GmbH aus der Reichenbachstraße 5a zu lüften.

Dazu haben die Beamten unter Leitung des Ersten Kriminalhauptkommissars Reschke (München, Adenauerring 31) Anlegern, die ab Juli 2008 in das Lizenzgeschäft der beiden Firmen investierten, "einen Fragebogen der Kriminalpolizei München zur Zeugenanhörung in dem laufenden Ermittlungsverfahren (Aktenzeichen 319 Js 213576/12 - Anmerkung Redaktion) der Staatsanwaltschaft München wegen des Verdachts des Anlagebetrugs" zugesandt, wie der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net von der Münchener Rechtsanwaltskanzlei Dr. Greger & Collegen erfuhr, die bereits zahlreiche Anleger in zivilrechtlichen Verfahren gegen die beiden Firmen vertritt.

Ein Lizenzkäufer, der zum 31. Dezember 2013 eigentlich sein Geld mit Gewinn zurückbekommen sollte, bekam von Mantel & Sohn allerdings mitgeteilt, dass sein Vertrag einfach um 10 Monate verlängert werde, womit der Auszahlungstermin um 10 Monate verschoben wird. Der Anleger fragte bei GoMoPa.net an, was er tun könne, denn eine Begründung für die "Prolongierung" habe es nicht gegeben.

Der seit 1997 im Lizenzhandel tätige Geschäftsführer Karl Albert Mantel (69) aus München zählt die nach ihm benannte Firma Mantel & Sohn internationaler Lizenzhandel KG "zu den ersten, die den Lizenzhandel hierzulande öffentlich machten."

Diese Aussage, die er in einer Pressemitteilung verfasste, verwundert, denn Karl Albert Mantel hat bis heute keine einzige Bilanz veröffentlicht.

Seine Internetseite ist aktuell nicht erreichbar. Ans Telefon ging heute niemand. Auf eine E-Mail-Anfrage erhielt GoMoPa.net bislang keine Reaktion. Im Internetarchiv kann man im Juli 2013 nachlesen, dass Karl Albert Mantel an der Mantel & Sohn internationaller Lizenzhandel KG ein Kapital von 204.005,46 Euro halte.

Sein Sohn Michael Mantel halte ein Kapital von 511,29 Euro.

Laut Handelsregister gehört die Firma aber zu 100 Prozent Sohn Michael. Das deckt sich auch ziemlich genau mit der tatsächlich eingetragenen Kapitaldecke des Unternehmens: 511 Euro.

Geschäftsführer Karl Albert Mantel behauptete auf seiner Webseite im vorigen Jahr weiter:

Zitat:


Bei Mantel & Sohn KG lagen die Gewinnmitnahmen in den letzten 10 Jahren beispielsweise bei durchschnittlich netto circa 20 Prozent.


Seine Anlageangebote nennt er Seeds. Wer für 1.500 oder auch 50.000 Euro in einen Seed (Setzling) für eine vielversprechende Erfindung, die erst noch auf den Markt kommt, investiere, könne sich bei einer Laufzeit von 3 Jahren über einen Auffüllungsfaktor von 2fach brutto freuen, was einer Gewinnbeteiligung von 15 Prozent netto im Jahr bedeuten würde.

Es gebe auch 1-Jahres-Seeds. Bei denen könne man alle Vierteljahre kündigen und sich das Geld auszahlen lassen. Doch wer nicht kündige und das Geld immer wieder neu anlege, könne es innerhalb eines Jahres gar auf 100 Prozent Gewinn bringen. So würden in nur einem Jahr aus 3.000 Euro gar 6.000 Euro werden.

Wie das funktioniert? Das sei streng geheim.

Man könne am Kassieren von Lizenzgebühren und am Handel mit den Lizenzen mehr verdienen, als an den Objekten selbst, erklärt Mantel. Doch der Markt sei nicht reguliert. Kauf und Nachfrage bestimmten den Preis.

Streng vertraulich steht auch auf seinen Broschüren. Vorsprung durch Geheimhaltung wird als Anlegerplus aufgeführt. Wegen der Trittbrettfahrer, begründet der Lizenzhändler und Kopf einer Ideenschmiede. Karl Albert Mantel bezeichnet sich als Gründungsmitglied einer Organisation namens DEI-Li. Die Abkürzung stehe für Deutscher Erfinder Ideen Lizenz-Tag.

Die Organisation ist völlig unbekannt. Geheim ist auch ein Professor, der angeblich ein rezeptfreies Präparat erfunden habe, dass sowohl gegen Arthrose und gegen Wechseljahre-Beschwerden helfe und das man bald in jeder Apotheke kaufen könne.

Für den Umsatz sorge Mantel auf seine Weise. Ein "Quotenvertrieb" soll einen Milliardenumsatz generieren. Das sei "eine neue, noch unbekannte Direkt-Vertriebs-Variante", die eine Nachfrage nach dem Produkt schaffen würde.

Nachprüfbar ist lediglich ein Internetshop einer Sanaform GmbH Gesellschaft für Herstellung und Vertrieb von Medizin- und Wellnessprodukten in der Zeppelinstraße 73 in München.

Die Sanaform GmbH...

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Es liegen 2 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Helene von der Bank am 06.06.2014 16:56
Die Firma MANTEL UND SOHN KG vertreibt Lizenzgeschäfte auf dem deutschen Kapitalmarkt. Ihr sitz ist natürlich in München. Kunden werden aquiriert: im privaten, als auch im geschäftlichen Bereich. Nach meinen Erfahrungen werden vorwiegend "potente" Kunden seitens des Vertriebes angeworben. Diese gerne mal rund 100.000,- EUR und mehr investieren LIONELLE MASTERLIZENZ GMBH ist in diesem Zusammenhang ein verwobenes Anlageunternehmen ist. Bei beiden Unternehmen geht es um sogenannte Seed- und Lizenzgeschäfte. Für mich hört das sich das eher sehr skurrile an deswegen hoffe ich das die Polizei oder der Laden generell dicht gemacht wird.

#1 - Kommentar von Olaf am 29.06.2014 23:08
Das Landgericht München hat mit einem etwas aktuelleren Urteil verkündet, dass Mantel & Sohn internationaler Lizenzhandel KG u. Lionelle GmbH ihre Anleger bewusstbgetäuscht haben.


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