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30.01.2014
Garbe Logimac Heiko Hecht: Vom Burger-Brater zum Fonds-Vorstand

Einst Chef der Burger-Braterei<br /> burgerme, nun Vorstand der<br /> Garbe Logimac Fondsverwaltung<br /> AG: Feuerwehrmann und<br /> Arbeits-Anwalt Heiko Hecht (36)<br /> aus Hamburg © Anwaltskanzlei<br />Heiko Hecht & Kollegen
Einst Chef der Burger-Braterei
burgerme, nun Vorstand der
Garbe Logimac Fondsverwaltung
AG: Feuerwehrmann und
Arbeits-Anwalt Heiko Hecht (36)
aus Hamburg © Anwaltskanzlei
Heiko Hecht & Kollegen
Im Jahre 2010 hatte der Fachanwalt für Arbeitsrecht und CDU-Abgeordnete im Hamburger Bürgerhaus Heiko Hecht (36) nach eigenen Angaben die Firma burgerme Hamburg Betriebsgesellschaft mbH gegründet. Vier Monate lang vom 21. Juli 2010 bis 15. November 2010 führte Hecht die Geschäfte des Burger-Braters und Burger-Lieferservice mit Mercedes-Smart-Flitzern.

Burgerme war von Anfang an bilanziell überschuldet. 2010 fehlten 91.000 Euro in der Kasse, die nicht durch Eigenkapital gedeckt waren. Die letzte veröffentlichte Bilanz 2012 schloss mit einem nicht gedeckten Fehlbetrag von 123.000 Euro ab.

Mehr Glück und Anerkennung errang Hecht als Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr auf der Hamburger Halbinsel Finkenwerder. Für seine Tapferkeit wurde Feuerwehrmann Hecht mit der Fluthelfermedaille ausgezeichnet.

Als niedergelassener Anwalt kümmerte er sich um gekündigte Arbeitnehmer und betrogene Ehepartner. "Weitreichende Kenntnis im Hinblick auf Gewerbe- und Industrieimmobilien" will Hecht, wie er auf seiner Anwaltshomepage schreibt, durch seinen Nebenjob im Aufsichtsrat der 1st RED AG (gesprochen First in real Estate) Am Kaiserkai 62 in der Hamburger Hafencity gesammelt haben.

Den Nebenjob hat er auch auf seiner Abgeordnetenseite ordentlich angegeben.

Allerdings steht seine Einschätzung im krassen Gegensatz zu den von Wirtschaftsprüfern attestierten Bilanzen der 1st RED AG und seinem vergleichsweise geringen Verdienst als Aufsrichtsrat, dessen Boni an Bilanzgewinne gekoppelt waren.

Hecht stimmt auf seiner Anwaltshomepage folgendes Loblied über die von ihm beaufsichtigte Gewerbeimmobilienfirma an:

Zitat:


Das Portfolio der 1st RED AG (www.1st-red.com) umfasst deutschlandweit renditestarke Industrie-, Gewerbe- und Einzelhandelsimmobilien.


Dann fragt man sich allerdings, warum Hecht laut letztem veröffentlichten Jahresabschluss 2012 nur mit der festen Grundvergütung von 4.000 Euro im Jahr und den bei jeder Sitzungsteilnahme des Aufsichtsrats ersessenen 1.000 Euro Sitzungsgeld nach Hause gehen musste.

Eigentlich hätte sich Hecht laut Gesellschafterbeschluss mit den beiden anderen Aufsichtsräten Bernhard und Christopher Garbe zusammen 0,1 vom Bilanzgewinn der 1st RED AG in die Tasche stecken dürfen.

Nur gab es keinen Bilanzgewinn.

Das angeblich renditestarke Unternehmen mit sechs Immobilien in Berlin, Bremen (2), Norderstedt, Stuttgart und Witten mit einem angeblichen Marktwert von 46 Millionen Euro verzeichnete 2011 einen Verlust von rund 15,7 Millionen Euro und 2012 von rund 13,7 Millionen Euro. Nicht Bilanzgewinn, sondern Bilanzverlust.

Eigenartigerweise stehen in den Bilanzen nur 89.000 Euro Sachanlagen (2010), die im Jahre 2011 auf 2.000 Euro und im Jahre 2012 auf 1.000 Euro abschmolzen.

Das große Vermögen der zur Garbe Group gehörenden Firma von knapp 60 Millionen Euro wurde 2010 als Umlaufvermögen geführt, dass als Anteile in verbundene Unternehmen investiert wurde. Es schmolz im Jahre 2011 laut Bilanzen auf 2,8 Millionen Euro ab, wo es 2012 so blieb.

Diesen Anteilen an verbundenen Unternehmen standen im Jahre 2011 allerdings Verbindlichkeiten an verbundenen Unternehmen in Höhe von 6,5 Millionen Euro gegenüber.

Die Frage ist: Welche "weitreichenden Kenntnisse" sich der ehemalige Burger-Brater nun als Aufsichtsrat von dem Vorstand der 1st RED AG Alexander Garbe, einem Bachelor Management System Science, aus Hamburg aneignen konnte?

Der Wunderaufstieg von Heiko Hecht

Überraschend und praktisch über Nacht stieg Anwalt Hecht am 30. Dezember 2013 zum Chef des 20 Millionen Euro schweren Eigenkapital-Logistikimmobilien-Fonds Garbe Logimac Fonds Nr. 2 KG (Am Kaiserkai 62, Hafencity) auf, die von der Fondstochter Garbe Logimac Fondsverwaltung AG gemanagt wird, deren Alleinvorstand Heiko Hecht nun wurde.

Am 7. Januar 2014 erweiterte Hecht seinen Aufstieg noch um weitere sechs Chefposten der Garbe Group. Hecht steht auch der LogisFonds Verwaltungs GmbH und der Achtzehnten, Neunzehnten, Zweiundzwanzigsten und Vierundzwanzigsten LOGIMAC Logistic Grundbesitz GmbH & Co. KG vor.

Somit ist der Kurzzeit-Burger-Brater nun siebenfacher Immobilien-Unternehmens-Chef. Ein Witz?

Mitnichten. Dahinter steckt womöglich eine ausgeklügelte Geschäftsmethode, die verschiedene Anwälte mit etlichen geschlossenen Fondsgesellschaften aus dem Hause HTF Hamburger Trust Fonds AG (ehemals Rothmann & Cie. Trust Fonds AG, Vorstand und größter Anteilseigner mit 28 Prozent ist Hans-Otto Mahn, 65, aus Wulfsen) in der Vergangenheit schon mehrfach erfolgreich durchgezogen haben.

Das Geschäftsmodell heißt: Liquidation der Fondsgesellschaft in Eigenregie statt Insolvenz durch einen Insolvenzverwalter, der genau die Geldströme der Vergangenheit untersucht.

Die Garbe Group Manager haben durch gegenseitige Kredite an verbundene Gesellschaften gut gelebt. Wenn die ratierlichen Einzahlungen der sogenannten Sprintzahler nicht mehr ausreichten, um die prognostizierten Ausschüttungen zu bedienen, wurde einfach die Liquidation vorbereitet. Womit sich ein ganz neues Geschäftsfeld auftat.

Die Immobilien werden verscherbelt, aber die Anleger gehen leer aus, weil natürlich die Kreditverbindlichkeiten (nicht nur an Banken, auch an verbundene Unternehmen) zuerst bedient werden müssen.

Im Falle der Garbe Logimac Fonds Nr. 2 AG & Co. KG, die 2006 gegründet wurde, verschickten die damaligen Fonds-Vorstände Volljurist Fred-Markus Bohne und Bodo Hallung am 28. März 2011 folgende schwammige Ausschüttungsreduzierungs- und Liquidationsankündigung, obwohl der Fonds nicht wirklich illiquid war:

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Es liegen 4 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Penterwanderer am 06.06.2014 17:05
Ich finde es super das er es trotzdem soweit geschafft. Viele merken das man sich so sehr weit hocharbeiten kann und probieren es einfach aus. 

#1 - Kommentar von Anke Kittinger am 15.06.2014 19:45
Toller Beitrag Gomopa. Neben den ganzen Betrügereien die man liest eine willkommene Ablenkung. Eine wirklich kuriose Geschichte. Vom Burgerbrater zum Fondsvorstand - klingt wie ein Amerikanisches Märchen.
lg Anke

#2 - Kommentar von Gabi am 27.06.2014 19:30
Also wenn er es im Vorstand nicht in der nächsten Zeit derbe versaut, was ich nicht glaube, kann seine Familie echt stolz auf ihn sein. So einen großen Schritt machen die wenigsten. Sollte es jedoch sein das er keine gute Arbeit leistet, sollte man wirklich an ihm zweifeln und überlegen ob man ihn nicht einfach raus wirft,bevor er einen in Die Schulden führt.

#3 - Kommentar von Gabi am 27.06.2014 19:31
Also wenn er es im Vorstand nicht in der nächsten Zeit derbe versaut, was ich nicht glaube, kann seine Familie echt stolz auf ihn sein. So einen großen Schritt machen die wenigsten. Sollte es jedoch sein das er keine gute Arbeit leistet, sollte man wirklich an ihm zweifeln und überlegen ob man ihn nicht einfach raus wirft,bevor er einen in Die Schulden führt.


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