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07.02.2009
Ärzte verlassen Deutschland


Mit ?Schweizer Lebensqualität? werben Krankenhäuser aus der Alpenrepublik ganz ungeniert bei der deutschen Ärzteschaft - und das mit Erfolg. Immer mehr Ärzte verlassen Deutschland. Vorrangiges Ziel: Die Schweizer Berge.

Viele Krankenhäuser in der Schweiz wären ohne deutsche Assistenzärzte nicht mehr funktionsfähig. Grund dafür ist, dass in der Schweiz bereits seit Jahren zu wenig Mediziner ausbildet werden. Der Numerus Clausus steht den Abiturienten im Wege und das zwingt die Krankenhäuser - und sogar die Hochschulen - vermehrt deutsche Ärzte anzuwerben. Für diese wiederum ist die Schweiz ? was die Einkommensmöglichkeiten und Steuern betrifft ? ein Paradies.

Dies hat zufolge, dass Deutschland zusehends einen Ärztemangel zu beklagen hat. Aufgrund unattraktiver Einkommens- und Arbeitsmöglichkeiten fehlen bereits heute rund 5.000 Ärzte. Dazu kommt die wirtschaftliche Lage deutscher Krankenhäuser, die sich so drastisch verschlechtert hat, dass bereits jede dritte Klinik rote Zahlen schreibt.

Im Jahr 2008 sank der Anteil der Krankenhäuser die am Jahresende einen Gewinn verzeichnen konnten auf 32%. Im Jahr 2007 erzielten noch mehr als die Hälfte aller Kliniken einen Überschuss. Das Problem ist: Krankenhäuser können ihre Preise nicht ständig anheben, sondern müssen sich an den Vorgaben aus der Politik richten. Das Budget deckt aber seit Jahren nicht mehr die steigenden Lohn- und Sachkosten. Hilfsprogramme der Bundesregierung decken lediglich die Hälfte der Tarifkostensteigerungen.

Der stark zunehmende Ärztemangel beeinträchtigt bereits heute in jeder dritten Klinik die Versorgung der Patienten, gut ein Sechstel der Häuser führt Wartelisten für Patienten. Gravierend sind die personellen Folgen: Durch die unbesetzten Arztstellen werden ganze Abteilungen in Krankenhäusern geschlossen. Wird die Situation nicht geändert, droht ein Verlust von mehr als 20.000 Arbeitsplätzen.

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