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28.02.2014
V+ Mittelstandspolice und Quantum Leben: Böses Spiel mit Rentenversicherungen

Vorstandstreffen der Quantum Leben:<br />Ralf Schönung, Dietmar Noelle,<br /> Werner Meissl, David Swanepoel,<br /> Ferdi van Heerden und Michel Ruggaber
Vorstandstreffen der Quantum Leben:
Ralf Schönung, Dietmar Noelle,
Werner Meissl, David Swanepoel,
Ferdi van Heerden und Michel Ruggaber
(sa) Seit 2005 vertreibt die V-plus-Gruppe Venture Capital Fonds an Privatanleger. Nachdem das Geschäft mit geschlossenen Fonds ins Stocken geraten ist, schwenken die Landshuter Unternehmenskäufer auf eine neue Art der Geldbeschaffung um. Gemeinsam mit der umstrittenen Liechtensteiner Versicherung Quantum Leben AG wird Risikokapital, unter dem Deckmantel einer Rentenversicherung, bei ahnungslosen Privatanlegern eingesammelt.

Den wenigsten Zeichner einer V+ Mittelstandspolice dürfte bewusst sein, dass sie keine klassische deutsche Rentenversicherung erwerben, die sowohl einen Kapitalschutz, als auch eine (niedrige) Garantieverzinsung bieten. Im Gegenteil: bei der Mittelstandspolice, die von der Venture Plus Versicherungsvertriebs GmbH mit Sitz in der Neefeestr. 88, 09116 Chemnitz, vertrieben wird, handelt es sich um eine spekulative unternehmerische Beteiligung.

V+ Jung-Geschäftsführer<br />Chris Pampel
V+ Jung-Geschäftsführer
Chris Pampel
Die Initiatoren sehen allerdings nur die Chancen und weniger die Risiken. Venture Capital habe eine lange Tradition: man müsse nur mal an die Erfindung des Buchdrucks (1449) oder des Kaffeefilters (1908) denken. Solche Gelegenheiten wolle man mit dem Geld der Investoren suchen und nutzen.

Auf der Webseite wird die Mittelstandspolice allerdings mit klassischen Lebens- oder Rentenversicherungen gleich gesetzt. Nur die Renditechancen seien deutlich besser:

Zitat:


Seit mehreren Generationen investieren die Deutschen viele Milliarden Euro in mehr als 90 Millionen Lebens- oder Rentenversicherungen (Quelle: BVK-Statistiken und Jahrbuch 2012). Gleichwohl ist es eine Herausforderung, in der privaten Vorsorge die richtige Anlageentscheidung zu treffen, um auch im Rentenalter den gewohnten Lebensstandard zu erhalten.

Als fondsgebundene Rentenversicherung ist die V+ Mittelstandspolice in Deutschland einmalig. Mit renditeorientierten Investitionen im ältesten Anlagesegment Venture Capital/Private Equity können Kunden von den Renditechancen der bewährten V+ Fondsgesellschaften und von Direktbeteiligungen an mittelständischen Unternehmen mit Alleinstellungsmerkmalen profitieren. Die Kunden sind auf diese Weise mittelbar an der Wertsteigerung der Unternehmen beteiligt.

Das Anlagekonzept wird von dem Versicherungsmantel der Quantum Leben AG aus Liechtenstein umhüllt. So vereint die V+ Mittelstandspolice den Schutz einer traditionellen Versicherung mit der Rentabilität und Geldwertstabilität des Anlagesegments Venture Capital/Private Equity.


Was geflissentlich verschwiegen wird, ist die Tatsache, dass - wie bei jeder unternehmerischen Beteiligung - das Risiko eines Teil- oder Totalverlustes des eingesetzten Kapitals besteht. Wie hoch die Risiken sind, ist für die Anleger nicht prüfbar, auch wenn V+ anderes behauptet:

Zitat:


Der Kunde investiert nicht wie bei vielen Versicherungen in eine Blackbox, sondern über ein Wertpapier der Venture Plus Ethik Invest GmbH direkt in die V+ Fondsgesellschaften und deren Erst- und Zweitmarktbeteiligungen sowie in zahlreiche verschiedene mittelständische Unternehmen mit Alleinstellungsmerkmalen, die seit mehreren Jahren von den Venture-Plus-Fondsgesellschaften finanziert und von dem Anlagemanagement der V+ Management GmbH und der Venture Plus AG begleitet wurden. Dadurch wird nicht nur die Renditechance erhöht, sondern auch das Anlegerrisiko gestreut.


Der Versuch die Anleger mit Transparenz zu beruhigen kann getrost als schlechter Witz bezeichnet werden.

Zwar ist es korrekt, dass die Versicherung in vorher definierte Fonds investiert, aber es wird verschwiegen, dass die Zielfonds, die im Übrigen alle aus dem selben Haus wie die Mittelstandspolice kommen, samt und sonders Blindpools sind. Inwiefern die Anleger ein sicheres und transparentes Investment tätigen, bleibt das Geheimnis von V+.

Ein weiteres Verkaufsargument, welches einem Realitätscheck nicht standhalten kann, ist die Behauptung, dass es sich bei der Mittelstandspolice um ein kostengünstiges Produkt handeln würde:

Zitat:


Diese Police enthält keine versteckten Provisionen. Somit fließen die Prämien von Anfang an in den Vertrag und nehmen vollständig an der Wertentwicklung teil. Dadurch wird eine wesentlich höhere Ablaufleistung als bei normalen Versicherungen mit gleicher Renditeleistung erreicht. Das Besondere ist, dass bereits nach sehr kurzer Zeit mit einem "Rückkaufwert" gerechnet werden kann.

Damit eine hundertprozentige Transparenz gewährleistet wird, werden die natürlich anfallenden Kosten dem Kunden unmittelbar in Form einer Kostenausgleichsvereinbarung in Rechnung gestellt.


Schön verklausuliert verkauft V+ ihren Anlegern die Katze im Sack.

Selbstverständlich fallen Abschluss- und Managementkosten bei der Zeichnung der Mittelstandspolice an und werden auch vom Anleger getragen. Diese werden allerdings in Rechnung gestellt und nicht als Weichkosten verbucht. Der Anleger spart hierdurch jedoch nicht einen Cent.

ConventAnlagekonzept verursacht doppelte Kosten
© V+ Mittelstandspolice
Vielmehr entstehen durch den Versicherungsmantel zusätzliche Kosten ohne, dass den Anlegern hierdurch Vorteile entstehen. Der angepriesene Todesfallschutz ist so niedrig angesetzt (101 Prozent des eingesetzten Kapitals), dass man entsprechende Absicherungen in Form einer Risikolebensversicherung schon ab etwa einem Euro pro Monat erwerben kann.

Noch schlimmer wirken sich die Mehrkosten durch doppelte Management- und Verwaltungsgebühren aus. Bei Abschluss eines Vertrags kassiert nicht nur der Vertrieb und das Versicherungsunternehmen mit, sondern zusätzlich noch das Fondsmanagement der Zielfonds, welche die Anlegergelder verwalten sollen. 

Ob und wie viel Rendite nach Abzug aller Kosten am Ende der Vertragslaufzeit übrig bleibt, lässt sich derzeit nicht abschätzen.

Für die Emittentin V+ sind die Renditeerwartung ihrer Anleger prinzipiell erst einmal nebensächlich. Dies gilt sowohl für die geschlossenen Fonds, als auch die neue Mittelstandspolice. Die Zeichner der geschlossenen Fonds haben - selbst für diese Produktkategorie - unüblich lange Laufzeiten von 25 Jahren bis zur Auszahlung ihres eingezahlten Kapitals akzeptiert. Eine Kündigung und Teilauszahlung ist frühestens nach 15 Jahren möglich. Es bleibt also genügend Zeit für die Initiatoren ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Die Mittelstandspolice hat ähnlich Anlegerunfreundliche Konditionen, wie die geschlossenen Fonds. Die Mindestvertragslaufzeit liegt bei fünf Jahren. Da es sich um eine Rentenversicherung handelt, wird aber empfohlen den Vertrag bis zum Renteneintritt, laufen zu lassen. Das Maximalalter bis zum Auszahlungsbeginn liegt bei 75 Jahren. Und selbst im gehobenen Alter soll es noch möglich sein, die Vorzüge des Produktes zu nutzen. Bis zum 65. Lebensjahr werden Neuverträge angenommen.

Richtig Ärger droht nach Ablauf des Vertrages oder Kündigung.

GoMoPa.net liegt der Fall eines jungen Mannes vor, der nach dem Tod seines Vaters fristgerecht seine Verträge bei der Quantum Leben gekündigt hatte und auf eine fristgerechte Auszahlung von rund 60.000 Euro wartet.

Bereits im Februar 2013 hatte der Erbe den Vertrag, nach fünfjähriger Vertragslaufzeit, fristgerecht zum Ende des Jahres gekündigt, nachdem er darüber informiert worden war, dass der Fonds, in den die Versicherung die Anlegergelder investiert hatte, "temporär" geschlossen werde. Mit Schreiben vom Juni 2013 teilte Quantum mit, dass sie ihre Investoren "über geringfügige Veränderungen bei den erhaltenen Zahlungen der letzten Monate informieren möchte."

Eine echte Untertreibung, wie die Entwicklungen in den folgenden Monaten zeigen sollte. Eine vertragsgemäße Auszahlung der vertraglich zugesicherten Summe hätte bis spätestens Ende Dezember 2013 erfolgen müssen. Quantum Leben überwies allerdings weder das eingezahlte Kapital noch die Zinsen, die hätten anfallen müssen. Stattdessen stellte sich die Versicherung tot.

Nachdem der enttäuschte Anleger Ende Januar 2014 sich ein weiteres Mal erfolglos schriftlich und mit Fristsetzung an den Vorstand der Quantum Leben gewandt hatte, erhielt er nicht die ihm zustehenden Auszahlungen, sondern eine ominöse Mail von einem Administrator namens Giuseppa Paldino, der dem Quantum-Kunden mitteilte, dass der Compliance Officer Andrew Peat beschlossen habe, dass erst der Broker mit dem Kunden Kontakt aufnehmen müsse, bevor ausgezahlt werden könne. In der Mail heißt es befremdlicherweise:

Zitat:


Somit ist der Kunde informiert, dass weitere Infos betreffend seiner Anlage kommen werden und dass die Quantum bemüht ist eine kundenorientierte Lösung auszufertigen.


Warum ein Quantum Leben Kunde, mit irgendeinem Broker, zu dem er keinerlei vertragliche Verbindung hat, kommunizieren soll, konnte und wollte Quantum Leben jedenfalls nicht preisgeben.

ConventBaFin macht Druck auf Quantum Leben Bewegung in die Angelegenheit kam erst, nachdem die BaFin am 07.02. 2014 über den Fall informiert wurde. Die BaFin forderte umgehend eine Stellungnahme beim Vorstand der Quantum Leben an. In dem Antwortschreiben an den betroffenen Anleger heißt es:

Zitat:


Um den Sachverhalt prüfen zu können, haben wir Ihre Eingabe an das Versicherungsunternehmen übermittelt und den Vorstand aufgefordert, Stellung zu nehmen. Wir werden Ihnen sobald wie möglich antworten. Die Bearbeitung wird nach unserer Erfahrung in der Regel rund drei Monate in Anspruch nehmen; wir bitten Sie daher um Geduld.


Das Schreiben der BaFin zeigt dann auch Wirkung, allerdings kam es nicht zur erhofften Auszahlung.

Zufälligerweise habe man am selben Tag, an dem die Beschwerde an die BaFin zugestellt wurde, also fast zwei Monate nachdem der Vertrag ausgelaufen war und die Ansprüche des Kunden hätten bedient werden müssen, Neuigkeiten des Fondsmanagements erhalten.

ConventEin unmoralisches Angebot: Quantum Leben will sich aus der Affäre ziehen.

Zitat:


Das Fondsmanagement teilte uns am 07.02.2014 mit, dass das Verfahren gegen den beeinträchtigten Kreditberater, von dem ca. 35% des Anlagevolumens der Class S verwaltet wurden, weiterhin schwebend und nicht abgeschlossen ist. Eine Einschätzung über die Dauer dieses Verfahrens ist unverändert nicht möglich. Dies führt dazu, dass die Anpassung des Fondspreises (Preisverlust) nach wie vor nicht durchführbar ist - somit kann der Fonds auch weiterhin auf unbestimmte Zeit nicht für den Handel geöffnet werden. Die restlichen 65% sind bei anderen Kreditberatern investiert und erzielen weiterhin den angestrebten Bruttoertrag von 9% pro Jahr.


Für die verfahrene Situation hatte die Quantum Leben auch gleich eine "außergewöhnliche und interessante Lösung" parat.

Der Anleger könne sich entscheiden, ob er in seiner alten Beteiligung bleiben möchte, wobei er das Risiko trage, "wie lange das Verfahren gegen den betroffenen Kreditberater noch andauert und wie lange daher der Fonds noch vom Handel ausgesetzt bleiben wird."

Oder aber man könne alternativ und ohne zusätzliche Gebühren in einen anderen Fonds wechseln: dem Argyle Recovery Class (ARC). Allerdings hat auch dieses Angebot einen Haken: der Umtausch erfolgt nur im Verhältnis 1:0,65. Entsprechend muss jeder Anleger, der sich für den switch in den neuen Fonds entscheidet, gleich zum Start seiner Neuinvestition einen Verlust von 35 Prozent verkraften. Und auch eine Kündigung des neuen Fonds ist nicht ohne weiteres möglich. Die Laufzeit des Argyle Recovery Class beträgt zehn Jahre, eine Kündigung ist frühestens nach drei Jahren möglich. Selbstverständlich ist es auch möglich noch Kapital nachzuschießen, um gleich doppelt vom neuen Spitzenprodukt zu profitieren.

Um den Druck zu erhöhen, wurde den Anlegern direkt die Pistole auf die Brust gesetzt. Die Quantum Leben setzte eine Frist bis zum 10.03.2014, innerhalb der sich Anleger schriftlich gegen den switch des Produkts aussprechen müssten. Ansonsten werde ein stillschweigendes Einverständnis angenommen und das Produkt umgestellt. Inklusive den 35 Prozent Wertverlust.

Nun denn...



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