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07.03.2014
MT-Energie: Anleihegläubiger sollen auf Sonderkündigung verzichten

ConventDer neue Finanzvorstand der MK-Energie GmbH, Sören Schleider (41) aus Hamburg, ist zuversichtlich, auch den 2. Zinszahltag am 4. April 2014 mit 1,12 Millionen Euro einhalten zu können, allerdings wünscht er sich Planungssicherheit: Die Gläubiger sollen auf Sonderkündigungsrechte verzichten © MK-Energie
Wenn alle rund 250 Gläubiger des Biogasanlagenbauers und Anlagenbetreuers MK-Energie GmbH aus Zeven in Niedersachsen ihre Anleihe aus dem Jahre 2012 vorzeitig, also vor Laufzeitende am 4. April 2017, kündigen würden, müsste die MK-Energie GmbH auf einen Schlag 13,6 Millionen Euro zurückzahlen.

Das könnte die Bau- und Servicefirma nicht bezahlen. Ende 2011 sah die Welt der zu den Marktführern im Biogasbau gehörenden Unternehmung noch ganz anders aus. Das Jahr 2011 war mit 135 übergebenen Anlagen das beste in der 12jährigen Firmengeschichte. Es endete mit einem Jahresüberschuss von rund 11 Millionen Euro.

Im Jahr darauf blieben die Auftragsbücher in Deutschland leer. "Der deutsche Markt brach wegen Überkapazitäten, erschwerten Genehmigungsverfahren und verknappter und überteuerter Flächen total zusammen", erläuterte MK-Energie-Pressesprecher Ingo Jagels dem Finanznachrichtendienst GoMoPa.net.

Neue Projekte konnten nur noch im Ausland akquiriert und gebaut werden. Frankreich, Großbritannien und Polen. Doch internationale Expansion kostet Geld. Banken waren nicht bereit, frisches Kapital ohne volle Auftragsbücher ins Unternehmen zu pumpen.

MK-Energie begab daher am 4. April 2012 ihre erste Anleihe. 30 Millionen Euro waren das Ziel. 13,6 Millionen Euro kamen am Ende der vier Monate dauernden Zeichnungsfrist zum 30. Juni 2012 zusammen. Das Geschäftsjahr 2012 endete trotz dieser Finanzspritze mit einem Minus von 2 Millionen Euro.

"Wir waren leider nicht so bekannt wie Katjes oder Seidensticker, die auch Firmenanleihen anboten", bedauert MK-Energie-Sprecher Jagels. Mit dem eingeworbenen Geld sei es aber geglückt, neue Projekte an Land zu ziehen.

"Aber vor allem mussten wir uns restrukturieren", sagte Jagels. "Wir sind sehr schnell sehr groß geworden. Ein Stück weit noch ausgerichtet gewesen auf den deutschen Markt. Dessen plötzlichen Zusammenbruch konnten wir mit dem Auslandsgeschäft so schnell nicht ausgleichen. Das hat letztendlich das Unternehmen in die Schieflage gebracht. Insgesamt waren die Strukturen des Unternehmens so groß geworden, dass wir die Rentabilität nicht mehr hatten.

Der Umsatz ist eingebrochen, aber die Strukturen waren für eine große Umsatzgröße ausgelegt. 2012 haben wir ja noch weit über 200 Millionen Euro Umsatz gemacht. Und wenn der Umsatz abbricht, obwohl wir Strukturen für 220 Millionen Euro Umsatz haben, dann haben wir sofort ein Problem. Und das ist einfach der Punkt, woran wir arbeiten. Wir müssen uns nun verschlanken und effektiver werden."

Im Jahre 2014 wolle man wieder schwarze Zahlen schreiben. "Aber dafür brauchen wir Sicherheit", sagte Pagels. Daher hat sich die MK-Energie GmbH vor einer Woche mit einer Bitte an alle Anleihegläubiger gewandt.

Sie sollen auf einer Gläubigerversammlung, die am 1. April 2014 um 10 Uhr in Zeven (Ludwig-Elsbett-Straße 1) angesetzt ist, eine Änderung der Anleihebedingungen beschließen.

Konkret sollen die Anleger auf eine Sonderkündigung ihrer Anleihe verzichten, wenn die Geschäftsführer und somit die Kontrolleure über das Kapital wechseln und wenn es bei der MK-Energie GmbH zu einem Covenant-Bruch kommen sollte. Ein Covenant-Bruch liegt vor, wenn die Eigenkapitalquote unter 20 Prozent fallen sollte. Ob das für 2013 schon der Fall sei, könne man noch nicht sagen, da der Konzernabschluss noch nicht vorliege.

Aber MK-Energie wolle einfach auf Nummer sicher gehen, dass ihr außerordentliche Kündigungen nicht die Beine wegreißen. MK-Energie GmbH begründet die Bitte zum Verzicht auf Sonderkündigungen gegenüber den Anleihe-Gläubigern wie folgt:

Zitat:


Dahinter stehen zwei Beweggründe:

Zum einen kann ein Absinken der Eigenkapitalquote (leicht) unter die Schwelle von 20 Prozent im Jahresabschluss 2013 auch nach erfolgter Stärkung der Eigenkapitalbasis im Dezember 2013 aus heutiger Sicht nicht ausgeschlossen werden.

Grund hierfür sind vor allem Einmalaufwendungen im Rahmen der begonnenen Restrukturierung.

Zum anderen soll nach dem Ausscheiden des Mehrheitsgesellschafters Christoph Martens (der 47-jährige Diplomingenieur und Kaufmann aus Rockstedt hält 85,5 Prozent an der MK-Energie GmbH, sie gilt als sein Baby, er gab den Geschäftsführertitel nach einer schweren Krankheit, bei der er über Wochen ausgefallen war, zum 14. Januar 2014 auf - Anmerkung der Redaktion) aus der operativen Geschäftsführung grundsätzlich die Möglichkeit geschaffen werden, gegebenenfalls in größerem Umfang auch andere Gesellschafter in den Gesellschafterkreis aufzunehmen.

Sollte der Vorschlag der MT-Energie GmbH hinsichtlich des Verzichts auf das Sonderkündigungsrecht bei Kontrollwechsel keine Zustimmung finden, wäre die Aufnahme von weiteren Gesellschaftern beschränkt, die unter Umständen das Eigenkapital stärken könnten.

Sollten sich die Gläubiger gegen einen Verzicht auf den Eigenkapital-Covenant entscheiden, könnten sie mit der Feststellung des Jahresabschlusses 2013 und bei Unterschreitung der Eigenkapitalquote von 20 Prozent ihre Anleihe kündigen. Damit verbunden wären Rückzahlungsansprüche der Gläubiger von bis zu 13,6 Millionen Euro.

Zudem hätten die kreditgebenden Banken bei einem Bruch dieses Covenants die Möglichkeit, die an die MT-Energie GmbH gewährten Kredite unmittelbar zu kündigen. Dadurch wäre der laufende Restrukturierungsprozess des Unternehmens erheblich gefährdet.


Daniel Bauer, Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (SdK) aus München, hat aus vorläufiger Sicht "keine grundsätzlichen Bedenken gegen eine Streichung des außerordentlichen Kündigungsrechts bei einem Kontrollwechsel. Dagegen hält die SdK einen Ausschluss des Sonderkündigungsrechts bei Unterschreiten der Mindestkapitaleigenquote von 20 Prozent aus Anlegersicht für höchst problematisch."

Daniel Bauer bietet an:

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Es liegen 4 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

#1 - Kommentar von Opeendorf am 02.06.2014
Das ist eine unglaubliche Summe. 13,6 Millionen Euro zurückzahlen auf einen Schlag. Könnten sie denk ich mal nicht. 

#2 - Kommentar von Nele Kinnger am 11.06.2014
Natürlich könnten sie es nicht zurückzahlen. In dem Fall war dieser Beschluss wohl nötig um Schlimmes zu vermeiden.

#3 - Kommentar von U. Thiel am 19.06.2014
Ich halte diesen Beschluss auch für sinnvoll. Auch wenn es für die Anleger vielleicht nicht ganz so positiv klingt, muss man auch MT-Energie verstehen. Aus ihrer Sicht ist es klar von Vorteil und empfehlenswert

#4 - Kommentar von kolzenburger am 24.06.2014
Ich denke die weitaus größere Bedrohung scheint von der Unterschreitung der Mindesteigenkapitalquote von 20 Prozent zu sein. Wenn die Gläubiger auf ihren Sonderkündigungsrecht bestehen, könnten sie im Falle einer Unterschreitung ihre Papiere kündigen und Rückzahlungssprüche geltend machen. Dann müsste MT-Energie die kompletten 13,6 Millionen Euro im schlimmsten Fall zurückzahlen.


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