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05.05.2014
BGH verurteilt Banken zu besserer Aufklärung bei der Vermittlung von offenen Immobilienfonds

ConventBGH spricht Grundsatzurteil (sa) Viele geschädigte Anleger, die in offene Immobilienfonds investiert sind, dürften aktuell neue Hoffnung schöpfen. Der BGH sprach am 29.04.2014 ein wegweisendes Urteil, welches die Rechte der Anleger aufwertet.

In dem entscheidenden Verfahren vor dem Bundesgerichtshof wurden gleich zwei Fälle behandelt. Die Kläger fühlten sich von den beklagten Banken bei der Vermittlung von Anteilen am offenen Immobilienfonds Morgan Stanley P2 Value falsch beraten und verlangten Schadensersatz. Die Banken hatten versäumt auf das Risiko hinzuweisen, dass die Fonds bei starken Liquiditätsabflüssen eine Rücknahme der Anteilsscheine aussetzen könnten.

Urteil gegen Morgan Stanley<br />lässt Branche zittern.
Urteil gegen Morgan Stanley
lässt Branche zittern.
Der Fonds war 2009, im Zuge der weltweiten Finanzkrise, als erster deutscher Immobilienfonds, vorübergehend geschlossen worden, nachdem Anleger in großem Stil ihre Beteiligungen abgezogen hatten. Mittlerweile befindet sich der Fonds Morgan Stanley P2 Value in Auflösung.

Die Kläger verlangen unter Anrechnung des erzielten Veräußerungserlöses Schadensersatz in Höhe von 7.180,80 Euro (XI ZR 477/12) und 27.490,17 Euro (XI ZR 130/13).

Während die Klage in der Sache XI ZR 477/12 in den Vorinstanzen erfolglos geblieben ist, wurde ihr in der Sache XI ZR 130/13 erstinstanzlich stattgegeben und die Berufung der Beklagten zurückgewiesen.

Das Oberlandesgericht Dresden vertrat im ersten Fall die Auffassung, dass die beratenden Banken über das Risiko des Aussetzens von Anteilsrücknahmen nicht aufklären müssten. Als Begründung nannten die Richter am OLG Dresden, dass es in der Vergangenheit nur sehr selten zu solchen Problemen gekommen und das Risiko entsprechend zu vernachlässigen sei.

Ganz anders sahen es die Richter des OLG Frankfurt und des BGH. Aus dem zwischen den Parteien geschlossenen Anlageberatungsvertrag gehe zwangsläufig eine Beratungspflicht der Bank aus, die auch eine volle Risikoaufklärung verlange, so die Begründung.

BGH sieht strukturbedingte Aufklärungspflicht.


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Es liegen 3 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Ingrid Senftenberger am 20.05.2014 21:19
Zum Glück will auch die Bundesregierung den Anlegerschutz verbessern und dazu die Kompetenzen der Finanzaufsicht BaFin erheblich ausweiten. Sie können und wollen den Anlegern nicht alle Risiken abnehmen, aber wenigstens sollen sie es auch auf dem Grauen Kapitalmarkt fair zugehen zugehen lassen!

#1 - Kommentar von Rolf am 03.06.2014 21:16
Das zu lesen, finde ich wirklich gut. Man hört immer wieder wie Anleger betrogen werden, da kommt so ein Beschluss/ Urteil gerade rechtzeitig.

#2 - Kommentar von jürgen k am 10.06.2014 23:15
SEHR SCHÖN!!


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