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17.02.2009
Kriegsschauplatz Internet

Hackerangriffe könnten ganze Staaten zum Wanken bringen. Wer jemals auf seinem eigenen Rechner einen Computervirus hatte, der weiß, welch verheerende Wirkung davon ausgehen kann: wichtige Briefe, die letzte Steuererklärung, Adressdatenbanken, Terminkalender, Familienfotos - auf alles wird der Zugriff verweigert oder die Dateien werden gleich zerstört. Ein Albtraum. Was ein solcher Angriff bedeutet, wenn davon Firmen- oder gar Staatsnetzwerke betroffen sind, möchte man sich lieber nicht vorstellen. Die Experten von Regierung und Bundeswehr wappnen sich - denn ihrer Meinung nach kann jeder Hacker gefährliches Unheil anrichten.

Der im 21. Jahrhundert drohende «Cyber-Krieg» (Foto©IHK Berlin) in der Computerwelt kann nach Einschätzung von Militär- und Geheimdienstexperten für die westlichen Staaten «sehr gefährlich werden». Vertreter deutscher und amerikanischer Geheimdienste erklärten der Nachrichtenagentur ddp übereinstimmend am Wochenende in Berlin und Washington: «Was sich im Internet für ein Kriegsschauplatz auftut, ist unvorstellbar». Die Hackerangriffe auf die Computernetzwerke seien «mittlerweile derart perfektioniert worden, dass ein ganzes westliches Staatsgebilde destabilisiert oder sogar zerstört werden kann».

Eine von der Bundeswehr in Rheinbach bei Bonn jetzt aufgestellte Gruppe für «Computernetzwerkoperationen» soll voraussichtlich im nächsten Jahr für einen möglichen unsichtbaren Waffengang im Internet gewappnet sein. «Es ist davon auszugehen, dass die Bedrohungen in den Einsätzen der Bundeswehr in Form von Angriffen auf die eigenen Netzwerke zunehmen werden. Die Möglichkeit, gegnerische Fähigkeiten zu analysieren und zu simulieren, wird uns helfen, unsere Informationsinfrastrukturen im Einsatz besser vor Cyber-Attacken zu schützen», sagte ein Bundeswehrsprecher ddp.

Neuer Wind aus USA

Der neue amerikanische Präsident Barack Obama hat mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass unter seiner Führung die «cyber security», die Sicherheit der digitalen Nervenstränge des Westens, «die Priorität erhalten soll, die ihr im 21. Jahrhundert zusteht». Die Regierung seines Vorgängers George W. Bush habe «die Sache acht Jahre schleifen lassen». Amerikanische Netzwerke müssten gegen jegliche Cyber-Anschläge «nachhaltig geschützt werden».

Der erste bekannt gewordene «Cyber-Krieg» hat im Frühjahr 2007 das NATO-Mitglied Estland heimgesucht. Damals wurden die estnischen staatlichen Websites mit den berüchtigten «Denial of Service»-Attacken angegriffen. Dabei werden unzählige E-Mails an Rechner geschickt, die dann unter der Last der eingehenden Post zusammenbrechen. Drei Wochen lang ging ein «Flächenbombardement» aus dem Cyberspace auf die estnischen Computersysteme nieder. Russischstämmige Esten hatten aus Wut über den Abbau eines russischen Mahnmals das Computer-Bombardement entfesselt. In Estland brach ein Chaos aus.

«Manhattan-Projekt» erforscht digitale Gefahren.

Die NATO nahm das erste «digitale Schlachtfeld» in Estland zum Anlass, um Lehren aus diesem «Cyber-Krieg» zu ziehen. In der estnischen Hauptstadt Tallinn wurde ein NATO-Zentrum eingerichtet, in dem sich über 30 Experten aus allen Mitgliedstaaten des Bündnisses mit der elektronischen Kriegführung beschäftigen. Ähnlich werden sich die 76 spezialisierten Soldaten der Bundeswehr in Rheinbach um Methoden bemühen, in Zukunft mit digitalen Angriffen fertig zu werden. Seit geraumer Zeit gibt es auch schon bei der NATO in Brüssel solche «Abwehrzentren».

Welche Bedeutung Washington dem drohenden «Cyber-Krieg» beimisst, geht aus der Einrichtung des «Manhattan-Projektes» hervor. Beim Heimatschutzministerium werden bei diesem Projekt die neuen digitalen Gefahren einer «verheerenden Kriegführung und die dadurch verursachten Zerstörungen der schlimmsten Art» untersucht. Das «Manhattan-Projekt» greift auf den 1942 geprägten Tarnnamen der Amerikaner zur Entwicklung und zum Bau der Atombombe zurück. Nach US-Darstellung sind neben russischen vor allem chinesische Hacker in Rechner des Kongresses und besonders des Pentagon eingedrungen.

Angriffe auf Regierungsrechner

Die chinesischen Streitkräfte haben nach den Erkenntnissen der westlichen Geheimdienste spezielle «Hacker-Kompanien» ausgebildet. Amerikanische Fachleute des «Foreign Military Studies Office» berichteten, dass es schon zahlreiche «ungewöhnliche chinesische Militärübungen» gegeben habe, bei denen das Einspeisen von «Info-Minen» ins Internet geprobt wurde. Damit sollen Computernetze in großem Ausmaß gestört werden. Im Mai 2007 erlebten in Berlin das Kanzleramt und mehrere Ministerien Computerangriffe. Mit Spähprogrammen wurden ihre Rechner infiziert. Vermuteter Angreifer: die chinesische Volksbefreiungsarmee.

Firmen in Deutschland meist noch schutzlos.

Von ähnlichen Ereignissen, wenn auch meist nicht so geballt, wissen die meisten mittelständischen Unternehmen zu berichten. Jahr um Jahr haben sich EDV und Computertechnik beinahe unmerklich immer größere Bereiche des Betriebsablaufs erobert: die Schreibmaschine wich dem PC, der Postversand wurde von der electronic mail abgelöst, Buchhaltung, Warensubstitution und Kundenbetreuung laufen computergestützt ? auch in Klein- und Mittelbetrieben gibt es kaum noch einen Bereich, der heute ohne Informationstechnik auskommt. Damit hat sich aber zugleich die Abhängigkeit erhöht, die sich besonders drastisch bei IT-Ausfällen bemerkbar macht. Gerade kleinere Firmen kommen dadurch schnell in die Nähe der existenziellen Bedrohung.

Andererseits ist das Bewusstsein für diese neue Form der Gefährdung in deutschen Firmen nur unzureichend vorhanden. Nur in 51 Prozent der Unternehmen sind die Mitarbeiter mit den firmeneigenen Richtlinien zur IT-Sicherheit vertraut, fand der Berliner IT-Dienstleisters TimeKontor AG in einer bundesweiten Umfrage heraus. ?Das Thema IT-Sicherheit ist in der deutschen Wirtschaft noch nicht weit genug verbreitetet?, fasst der TimeKontor-Vorstandsvorsitzende Thomas Leitert (Foto©TimeKontor AG) das Ergebnis der Befragung von über 700 Unternehmen zusammen. Derzeit führt Timekontor eine Reihe von Informationsveranstaltungen mit deutschen Branchenverbänden durch, um die Wachsamkeit gegenüber Computersabotage und Datendiebstahl zu erhöhen. ?Wir sind aber noch längst nicht soweit, dass IT-Sicherheit überall Chefsache ist?, bemerkt Leitert.

Sicherheit bleibt oft Expertenwissen.

Immerhin besitzen nach dem Ergebnis der Umfrage 73 Prozent der Unternehmen spezielle IT-Sicherheitsbestimmungen, die allerdings häufig nur den einschlägigen IT-Spezialisten bekannt sind. Am fortgeschrittensten sind hier die Finanz- und Versicherungsbranche und Unternehmen der Wasser- und Energieversorgung, wo neun von zehn Beschäftigten mit den wichtigsten Sicherheitsregeln vertraut sind.

Auch die Einführung technischer Sicherheitsvorkehrungen, wie etwa ?Firewalls? gegen unerwünschte PC-Hacker aus dem Internet, verläuft in jüngster Zeit nur schleppend. Als größte Hemmnisse für eine umfassende IT-Sicherheit in ihrem Unternehmen gaben 59 Prozent der Geschäftsführer die ?knappen Budgets? an. Nur 18 Prozent der Firmen wollen in diesem Jahr mehr als 500.000 Euro in ihre IT-Infrastruktur investieren. 41 Prozent dagegen planen, es bei einem Zehntel davon zu belassen. Die gleiche Verteilung beim Computerschutz: Nur 15 Prozent der Unternehmen geben mehr als ein Fünftel ihrer IT-Ausgaben für die Sicherheit aus. Bei 40 Prozent der Firmen kommt der IT-Schutz dagegen nicht über die Fünf-Prozent-Hürde.

Eine gespaltene Entwicklung beobachtet Geschäftsführer Detlef Weidenhammer (Foto©GAI-Netconsult) von der Berliner IT-Sicherheitsfirma GAI-Netconsult. So hat sich nach seiner Einschätzung die Sicherheitslage bei größeren Unternehmen in den letzten Jahren deutlich gebessert. ?Security Policy, Sicherheitskonzepte und verstärkt auch Sicherheitsüberprüfungen gehören fast schon zum Standard?, stellt Weidenhammer fest. Hier habe ?die Sensibilisierung durch stetes Mahnen, aber auch viele Vorfälle erkennbar Wirkung gezeigt?. Hinzu kommen für Aktiengesellschaften bestimmte Auflagen durch den Gesetzgeber. So sind Unternehmen durch das KonTraG dazu angehalten, auch für den IT-Bereich eine bestimmte Risikovorsorge zu betreiben. ?Denn dessen nachhaltige Störung?, so Weidenhammer, ?kann ebenso existenzbedrohend werden wie finanzielle Probleme."

Was die Experten von GAI-Netconsult bei ihren Sicherheits-Checks immer wieder antreffen, sind ?veraltete, nicht überarbeitete Policies?, die von der Entwicklung der Datentechnik häufig überholt worden sind. ?Insbesondere die neue Techniken (WLAN, Web-Services) werden wegen fehlendem Know-how in ihrer Brisanz unterschätzt und schlecht gesichert?, hebt Weidenhammer hervor.

Kritischer bewertet der GAI-Netconsult-Experte die Situation im Mittelstand. ?Die meisten mittleren und kleinen Unternehmen haben weder ein Sicherheitskonzept, noch machen sie einen Sicherheitscheck?, ist die Erfahrung von Detlef Weidenhammer. ?Hier fehlen meist die Ressourcen für ein adäquates Bearbeiten des Themas Security und man behilft sich mit unzureichenden Lösungen oder Augen zu und durch?. Dabei seien die wichtigsten Sicherheitsmaßnahmen bereits mit überschaubarem Aufwand zu realisieren. Die Erfahrung zeige, ?daß die meiste Zahl der Mißbräuche auf uralten, leicht behebbaren Schwachstellen beruht?.

Gefahren werden vom Mittelstand völlig unterschätzt.



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