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24.02.2009
Hier gibt es Geld für Breitband

Schneller Internetzugang für alle. GoMoPa nennt die Pläne der Bundesrepublik und sagt, wo Kommunen und Anbieter Geld bekommen und wie Häuslebauer und Vermieter steuerlich gefördert werden.

Viele Haushalte in ländlichen Regionen haben derzeit keinen breitbandigen Internetzugang. Bis spätestens Ende 2010 sollen die heutigen Lücken in der Breitbandversorgung geschlossen und flächendeckend leistungsfähige Breitbandanschlüsse verfügbar sein. Bis 2014 sollen bereits für 75 Prozent aller Haushalte Anschlüsse mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Normal sind zur Zeit 1 bis 6 Megabit pro Sekunde. Dazu beschloss letzte Woche die Bundesregierung eine neue Breitbandstrategie, die zum Konjunkturpaket II gehört.

Sie soll Investitionen in Breitband erleichtern und verbessern. Durch die Maßnahmen versetzen wir alle Beteiligten in die Lage, möglichst eigenverantwortlich den Ausbau der Netze voranzutreiben, sagte Wirtschaftsminister Dr. Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg (Foto©Bundesregierung). Die flächendeckende Versorgung unseres Landes mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen und der Aufbau von Netzen der nächsten Generation sind wichtige Voraussetzungen für eine schnelle Rückkehr zu wirtschaftlichem Wachstum und steigendem Wohlstand.

Die Ausgangslage

Guttenberg: Ende 2008 nutzten fast 60 Prozent der Haushalte Breitbandanschlüsse. Deutschland nimmt damit bei der Breitbandnutzung im Vergleich mit anderen bedeutenden Volkswirtschaften einen Spitzenplatz ein. Unternehmen und Privathaushalte können dabei in der Regel zwischen mehreren funk- und festnetzbasierten Breitbandangeboten mit vielfältigen Preismodellen wählen. Bei 21 Millionen der heutigen gut 23 Millionen Breitbandzugänge handelt es sich um DSL- Anschlüsse über das klassische Telefonnetz. Davon werden 10,6 Millionen Anschlüsse durch die Deutsche Telekom, die übrigen 10,4 Millionen durch Wettbewerber bereitgestellt. Ende 2008 nutzten rund 2 Millionen Haushalte alternative Breitbandzugänge. Davon nutzten schätzungsweise 1,8 Millionen Haushalte einen TV-Kabelanschluss für den breitbandigen Internetzugang. Die übrigen Anschlüsse wurden über Techniken wie Satellit, Glasfaser, WLAN oder Powerline realisiert.

Guttenberg weiter: Die außerordentlich hohen Wachstumsraten der Breitbandnutzung über Kabelanschlüsse sind sehr erfreulich. Das deutsche TV-Kabelnetz entwickelt sich damit in vielen Regionen zu einer echten wettbewerblichen Alternative zu den DSL-Netzen. Der Mindestbedarf kann auch über flächendeckend verfügbare Satellitennetze gedeckt werden. Von dieser Möglichkeit machen heute etwa 30.000 Kunden Gebrauch. Sofern die Ausbaupläne der Satellitenbetreiber realisiert werden, eröffnet sich hier weiteres Entwicklungspotenzial.

DSL, Kabelnetze, Funk- und Satellitenverbindungen und vereinzelt auch Powerline-Netze sind die Grundlage für die kurzfristige Bereitstellung einer flächendeckenden Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen. Darunter versteht man derzeit Übertragungsraten von mindestens 1 MBit/s.

Kabelnetze, VDSL, Glasfasernetze und langfristig möglicherweise auch zukunftsfähige Funktechnologien wie LTE (Long-Term-Evolution) bilden die Basis für hochleistungsfähige Internetanschlüsse (ab 50 MBit/s).

Wie und in welchem Umfang können vorhandene öffentliche und private Einrichtungen des Telekommunikationssektors und der anderen Infrastrukturbereiche für die Schließung von Versorgungslücken und den raschen Aufbau von Hochleistungsnetzen in Deutschland genutzt werden?

Guttenberg: Der Aufbau von Hochleistungsnetzen und die Anbindung abgelegener Gegenden an das Breitbandinternet kann umso schneller erfolgen, je effizienter bestehende Infrastrukturen mitgenutzt werden. Solche werden von öffentlicher Seite von Bundes- und Landesbehörden sowie den Kommunen vorgehalten. Zusätzlich besitzen Unternehmen der Strom- und Energieversorgung sowie aus dem Telekommunikationsbereich eine Vielzahl passiver (z.B. Leerrohre, Funktürme) und aktiver Infrastrukturen (Glasfaser), die auf freiwilliger Basis beim Aufbau von Netzen mitgenutzt werden können.

Wenn sich Kommunen aufgeschlossen gegenüber möglichen Kooperationsmodellen zeigen, indem sie etwa kommunale Abwasserkanäle für eine vergleichsweise kostengünstige Glasfasernetzverlegung oder Standorte für Funkanlagen Dritten für den Aufbau von Breitbandnetzen zur Verfügung stellen, kann der Breitbandaufbau beschleunigt werden. Des Weiteren führen bereits viele Backbone-Netze (Datenautobahnen) großer Netzbetreiber durch bisher nicht oder schlecht versorgte Gebiete. Dies bietet bereits in vielen Fällen die Möglichkeit durch einfache Zubringerstrecken den Anschluss weißer Flecken rasch zu realisieren. Zudem existieren in Deutschland weit über 70.000 Funkstandorte unterschiedlicher Betreiber. Eine Vielzahl dieser Funkstandorte könnte stärker als bisher für eine Mitbenutzung durch Dritte gegen Entgelt geöffnet werden, um die Breitbandversorgung zu verbessern.

Aufbau eines Infrastrukturatlasses

Guttenberg: Die Bundesnetzagentur wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie kurzfristig mit dem Aufbau eines Infrastrukturatlasses beginnen. Sie wird dabei, soweit möglich, konzeptionelle Vorarbeiten der Wirtschaft und der Breitbandinitiativen der Länder berücksichtigen. Möglichst noch im Herbst 2009 soll eine erste Version veröffentlicht werden. Um die Baukosten für Breitbanderschließungsarbeiten deutlich zu verringern, sollten Telekommunikationsunternehmen verstärkt die Möglichkeit nutzen können, im Rahmen ohnehin beabsichtigter Straßenbaumaßnahmen ihre Infrastrukturen mitzuverlegen. Dafür müssen sie rechtzeitig über geplante relevante Straßenbauvorhaben informiert werden.

Welche Voraussetzungen sind zu schaffen, damit von privater Seite ein bedarfsorientierter Ausbau der Breitbandverteilung im Haus erfolgt?

Guttenberg: Für den langfristigen Aufbau einer leistungsstarken Infrastruktur ist es erforderlich, dass Maßnahmen nicht an der Haustür enden. Die frühzeitige Vernetzung von Wohnungen und Häusern schafft in effizienter Weise die notwendigen Grundlagen für zukunftsfähige eWork- oder eHealth-Anwendungen, steigert damit den Wert der Immobilien und ermöglicht es den Menschen, in gewohnter Umgebung länger als bisher selbst bestimmt zu leben und zu arbeiten. Die Bundesregierung setzt sich deshalb dafür ein, dass Häuser und Wohnungen jetzt für die Zukunft fit gemacht werden. Bei der Erschließung von Häusern können bereits nach § 35a des EStG Handwerkerleistungen für das Verlegen von Kabelzuleitungen (über privaten Grund) zum Haus oder zur Wohnung steuerlich geltend gemacht werden. Für den Aufbau neuer Infrastrukturen ist es wichtig, dass diese Regelungen noch weitreichender und technologieneutraler ausgestaltet werden.

Steuervergünstigung für Breitbandverteilung im Haus

Guttenberg: Kurzfristig wird der Geltungsbereich der Regelung des § 35a EStG auf alle Formen des Breitbandausbaus in Gebäuden erweitert. Künftig sind alle Installationen steuerlich begünstigt, die den Breitbandanschluss von Gebäuden und die Weiterführung der Breitbandverbindungen im Haus sowie der jeweiligen Wohneinheiten betreffen. Die Bundesnetzagentur führt unter anderem zur Zeit eine Anhörung zu der Frage durch, wie das vorhandene GSM-Spektrum künftig eingesetzt und verteilt werden kann, um den Anforderungen der nächsten Funktechnologiegenerationen gerecht zu werden. Die heutigen breitbandigen Mobilfunknetze decken derzeit in erster Linie dichter besiedelte Regionen ab. Dies wird sich künftig verbessern. Die bislang für die GSM-Netze genutzten Frequenzspektren um 900 MHz sollen künftig ? unabhängig von einer bestimmten Technologievorgabe ? für alle Formen des drahtlosen Netzzugangs verwendet werden können. Die Vorbereitungen zu einer Vergabe weiterer Frequenzressourcen sind nahezu abgeschlossen. Die konkreten Auktionsregeln werden noch erarbeitet und zur Kommentierung gestellt.

Mit 270 Megahertz wird in 2010 das bisher umfangreichste Spektrum versteigert.

Guttenberg: Eine Beschränkung des Einsatzes bestimmter Techniken wird es dabei nicht geben. Diese Frequenzen werden bundesweit für breitbandige Anwendungen zur Verfügung gestellt. Dabei geht die Bundesnetzagentur konsequent den eingeschlagenen Weg weiter: möglichst technologie- und diensteneutral Frequenzen bereitzustellen für drahtlose Netzzugänge.

Dieses Spektrum liegt allerdings zum größten Teil in dem Frequenzbereich oberhalb von 1000 Megahertz ? (1,8 GHz, 2 GHz, 2,6 GHz) ? so dass sich der Aufbau von Funknetzen hier wirtschaftlich sehr anspruchsvoll darstellt und nur ein geringer Beitrag für die Versorgung von weniger dicht besiedelten Gegenden zu erwarten ist.

Auch wenn mobile Technologien generell weniger Bandbreite zur Verfügung stellen als leitungsgebundene Netze, darf ihr Beitrag für eine langfristig flächendeckende Versorgung mit schnellen Internetzugängen nicht unterschätzt werden. Heute sind in den UMTS-Mobilfunknetzen bereits Downloadgeschwindigkeiten bis zu 7,2 MBit/s realisierbar, bis 2012 werden bis zu 14,4 MBit/s möglich sein. Mit WiMAX sind heute Geschwindigkeiten von 3 bis 6 Mbit/s (Up- und Downstream) möglich, bis 2012 sollen 50 bis über 100 Mbit/s (Up- und Downstream) erreichbar sein. Es wurden bereits erste kommerzielle LTE-Chipsatzmodule (LTE ? Long-Term-Evolution) für mobile Endgeräte vorgestellt, die für Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s im Downlink und bis zu 50 MBit/s im Uplink ausgelegt sind.

Wie können Funktechnologien kurz- bis mittelfristig zu einer breitbandigen Versorgung des ländlichen Raumes beitragen?

Guttenberg: Künftig werden auch Teile des bislang für den analogen Rundfunk und durch die Streitkräfte genutzten Frequenzspektrums für die Verbesserung der Versorgung mit mobilen breitbandigen Internetanschlüssen in ländlichen Bereichen zur Verfügung stehen. Dieses Spektrum eignet sich auf Grund seiner physikalischen Ausbreitungseigenschaften besonders gut, große Flächen durch wenige Sendemasten zu versorgen und auch eine gute Gebäudedurchdringung zu erzielen. Die durch die Digitalisierung der terrestrischen Rundfunkübertragung erreichbare so genannte Digitale Dividende ermöglicht unter anderem eine schnelle und wirtschaftliche Grundversorgung von dünn besiedelten Regionen mit Breitbandzugängen und schafft eine Voraussetzung für den Aufbau einer langfristig leistungsstarken Infrastruktur. Der Bund, die Länder und die bisherigen Nutzer (Militär und Anwender von drahtloser Produktionstechnik wie zum Beispiel Mikrofonen) unterstützen dies, auch wenn noch nicht alle offenen Fragen in diesem Bereich geklärt sind und teilweise Verlagerungen erforderlich sind, insbesondere in der Kulturwirtschaft.

Einige Länder beabsichtigen, die noch ungenutzten Kapazitäten aus der Digitalen Dividende kurzfristig einzusetzen, um die Internetversorgung über Funklösungen zu verbessern.

Guttenberg: So führen die Landesmedienanstalten Berlin-Brandenburg und Baden-Württemberg Versuche zur Erschließung ländlicher Regionen durch. Diese Übergangslösungen unterstützt die Bundesregierung so weit wie möglich. Der Rundfunkseite wurde zugesagt, dass der Frequenzbereich bis 790 Megahertz zu ihrer Verfügung bleibt und die Entwicklungsmöglichkeiten des Rundfunks in diesem Bereich nicht eingeschränkt werden. Oberhalb von Kanal 60 soll die Internetversorgung so bald wie möglich realisiert werden.

Rasche Nutzung des Potenzials der Digitalen Dividende

Guttenberg: Am 4. März 2009 wird die Bundesregierung die Frequenzbereichszu-weisungsplanverordnung verabschieden. Die Änderung sieht eine Öffnung des Bereichs zwischen 790 und 862 MHz für breitbandige Mobilfunkanwendungen vor. Sie schafft die Voraussetzungen dafür, dass das Frequenzspektrum vorrangig der raschen Erschließung bislang nicht mit Breitband versorgter Gebiete zugute kommt.

Sofern der Bundesrat noch vor der Sommerpause seine Zustimmung erteilt, kann die Bundesnetzagentur noch in 2009 einen Frequenznutzungsplan aufstellen und das Vergabeverfahren starten. Damit könnte die Digitale Dividende zumindest in einzelnen Regionen bereits beginnend 2010 für die Sicherstellung einer leistungsfähigen breitbandigen Versorgung genutzt werden. Damit befindet sich die Bundesregierung im Gleichklang mit anderen europäischen Staaten, die bereits entschieden haben, den Frequenzbereich von 790 bis 862 MHz künftig für Mobilfunk zu verwenden. Konzepte gibt es in Schweden, Finnland, Frankreich und der Schweiz. Wenn alle Beteiligten gemeinsam entschlossen handeln, ist in der nächsten anstehenden Frequenzvergabe sogar schon eine Kombination aus niedrigen und hohen Frequenzbereichen denkbar. Dies verbessert die Chancen, dass die Ressourcen mit den günstigen Ausbreitungsbedingungen aus der Digitalen Dividende tatsächlich verwendet werden, um Versorgungslücken zu schließen.

Finanzielle Förderung: Wie kann die Versorgung mit leistungsfähigen Breitbandanschlüssen bis 2010 insbesondere in den Regionen vorangebracht werden, in denen keine Erschließung durch den Markt erfolgt?

Guttenberg: Die Kommunen können auf verschiedene Förderprogramme der Länder und des Bundes zugreifen. Insgesamt können über diese Programme mehr als 150 Millionen Euro zur Verfügung gestellt werden. Alle Flächenländer wenden die Breitbandförderung im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) an. Für GAK beträgt der Bundesanteil bis 2010 insgesamt 30 Millionen Euro.

Breitbandinvestitionen der gewerblichen Wirtschaft können in GRW-Fördergebieten grundsätzlich aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe ?Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur? (GRW) im Rahmen der bestehenden Regelungen gefördert werden. In den GRW-Fördergebieten kommen darüber hinaus künftig verstärkt Mittel aus der GRW im Rahmen der Infrastrukturförderung zum Einsatz.

Mit GAK-Mitteln können ländliche Gemeinden in Deutschland gefördert werden, die nicht mit Breitband versorgt sind oder nur auf eine Breitbandgeschwindigkeit von weniger als 1Mbit/s Zugriff haben. Der staatliche Zuschuss je Projekt beträgt maximal 200.000 Euro. Gefördert werden derzeit bis zu 60 Prozent der Wirtschaftlichkeitslücke. Diese ist definiert als Differenz zwischen den Investitionskosten und der Wirtschaftlichkeitsschwelle für die Bereitstellung von Breitbanddiensten in ländlichen Gebieten, die mit jenen in Ballungsräumen vergleichbar sind. Die Auswahl der Anbieter muss technologieneutral erfolgen. Der ausgewählte Betreiber muss in der Regel allen Anbietern elektronischer Kommunikationsdienste auf Vorleistungsebene zu gleichen und nicht diskriminierenden Bedingungen Zugang zu seinem Netz gewähren.

Verbesserte Förderbedingungen in den Gemeinschaftsaufgaben

Guttenberg: Mit den Gemeinschaftsaufgaben GAK und GRW stehen bereits heute finanzielle Ressourcen zur Verfügung, um den Ausbau von Breitbandverbindungen mit einer Bandbreite von mindestens 1 MBit/s in den bislang nicht versorgten Gebieten zu beschleunigen. Die bereits 2008 vom Bundesministereium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz initiierte Breitbandförderung im Rahmen der GAK soll kurzfristig dahingehend verbessert werden, dass zukünftig bis zu 90 Prozent der sogenannten Wirtschaftlichkeitslücke förderfähig sind.

Voraussichtlich ab März 2009 können Kommunen im GRW-Fördergebiet bei der Bereitstellung eines qualitativ hochwertigen Breitbandzugangs (mindestens 2 MBit/s) zu erschwinglichen Preisen im Rahmen der Förderung wirtschaftsnaher Infrastruktur unterstützt werden. Förderfähig sind bis zu 90 Prozent der sogenannten Wirtschaftlichkeitslücke. Darüber hinaus können Kommunen mit bis zu 100.000 Euro gefördert werden, wenn sie von Dritten Planungs- und Beratungsleistungen in Anspruch nehmen. Für die Förderung des Breitbandzugangs ist keine Zweckbindung von GRW-Mitteln vorgesehen. Die Bundesregierung geht davon aus, dass bis 2013 etwa 60 Millionen GRW-Mittel für die Förderung des Breitbandzugangs genutzt werden.

Welche Unterstützung kann für solche Kommunen gewährt werden, die mit möglichst geringen Fördermitteln jetzt die Voraussetzungen schaffen möchten für den Aufbau von Hochleistungsnetzen und in denen der Markt diese Voraussetzungen nicht selber schafft?

Guttenberg: Es ist wichtig, dass jetzt der Aufbau von Hochleistungsnetzen initiiert wird. Soweit dafür finanzielle Impulse erforderlich sind, sind hierfür öffentliche Mittel bereit zu stellen. Nach dem Zukunftsinvestitionsgesetz (ZuInvPG) können die Länder in den Jahren 2009 und 2010 ihren Kommunen Mittel für den Aufbau einer Breitbandinfrastruktur bereitstellen, die später Unternehmen für den Aufbau oder Betrieb von Breitbandnetzen zur Verfügung gestellt werden kann. Mehrere Länder haben bereits angekündigt, die im Rahmen des Konjunkturpakets II zusätzlich bereitgestellten Gelder teilweise in den Ausbau der Breitbandinfrastruktur zu investieren.

In den Gemeinschaftsaufgaben GAK und GRW (beschränkt auf die Fördergebiete) wird die Verlegung von Leerrohren als neuer Fördergegenstand aufgenommen. Um innovative Projekte anzustoßen, beabsichtigt die Bundesregierung, im Frühjahr 2010 eine Initiative zur Förderung von Modellvorhaben zu starten. Kommunen, die sich durch besonders innovative Lösungen hervorheben, sollen durch das Programm unterstützt werden. Durch die Schaffung solcher Breitbandleuchttürme sollen beispielhafte Lösungen vorangebracht werden.

Wie können zusätzliche Anreize für Unternehmen geschaffen werden, um Investitionen für den Breitbandausbau zu erleichtern?

Guttenberg: Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen der Telekommunikationsbranche können über das Kreditanstadt für Wiederaufbau-Sonderprogramm 2009 eine Fremdfinanzierung zu marktgerechten und risi- koadäquaten Konditionen erhalten. Zudem gewährt die Europäische Investitionsbank (EIB) Darlehen für Breitbandprojekte bis zur Hälfte des Projektvolumens. Attraktiv sind insbesondere die langen Laufzeiten der Finanzierungen typischerweise von bis zu 15 Jahren und die im Vergleich zu einer Marktfinanzierung günstigeren Zinssätze. Größere Projektvolumina ab ca. 100 Millionen Euro werden direkt über die EIB abgewickelt, kleinere Projekte können über die zahlreichen deutschen Partnerbanken beantragt werden. Zu den investierenden Unternehmen zählen große Firmen genauso wie kleine und mittlere Unternehmen. Deshalb ist es notwendig, auf die jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittene Finanzierungsinstrumente zu entwickeln. Das bestehende und modifizierte Bürgschaftsinstrumentarium von Bund und Ländern steht den Unternehmen der Telekommunikationsbranche grundsätzlich offen, damit volkswirtschaftlich sinnvolle Breitbandprojekte nicht an der mangelnden Verfügbarkeit einer geeigneten Finanzierung scheitern. Im Rahmen dieser Programme übernehmen die Länder bzw. der Bund und die Länder gemeinsam bis zu 90 Prozent des Ausfallrisikos bei Projektfinanzierungen.

Andere Volkswirtschaften sind ähnlich ambitioniert.

Guttenberg: Breitbandnetze in die Fläche zu bringen und in einem zweiten Schritt zu Hochleistungsnetzen auszubauen haben sich auch andere Volkswirtschaften zum Ziel gesetzt.

In Frankreich soll bis Anfang 2010 jeder Bürger Zugang zu Breitband mit mindestens 512 KBit/s zum Preis von maximal 35 Euro pro Monat (einschließlich der Kosten für Zugangsausrüstung) erhalten. Als Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels sind die Erstellung eines Breitbandatlasses, die Einrichtung von Breitbandkompetenzzentren, die Prüfung von öffentlichen Investitionen in kommunale Breitbandnetze sowie die Nutzung von Frequenzen aus der Digitalen Dividende (790 bis 862 MHz) für Breitbanddienste vorgesehen.

In Japan sollen bis Ende März 2011 alle Haushalte mit Breitbandinternet und davon bereits 90 Prozent mit Hochleistungsinternet versorgt sein. Ähnlich ambitionierte Ziele verfolgt Finnland.

Auch die USA planen ihr Engagement beim Breitbandausbau zu verstärken. Der amerikanische Präsident Barack Obama hat Initiativen angekündigt, um die flächendeckende Breitbandversorgung zu verbessern und das Breitbandnetz der nächsten Generation zügig aufzubauen. Ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren wurde bereits auf den Weg gebracht.

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