GoMoPa: GOLDEN GATE GmbH: Anleger zittern nach Insolvenzantrag um 30 Millionen Euro
Sie sind noch kein Mitglied auf GoMoPa? Jetzt registrieren!
21. September 2017
3.718 User online, 50.474 Mitglieder


08.10.2014
GOLDEN GATE GmbH: Anleger zittern nach Insolvenzantrag um 30 Millionen Euro

Anleihen von mittelständischen Unternehmen erfreuten sich seit 2011 rasanter Beliebtheit. Das Lockmittel lautete: hohe Zinsen von über 7 Prozent. Innerhalb kürzester Zeit ist so ein neuer Markt entstanden. Am 11. Oktober 2014 wird nun mit der Anleihe der GOLDEN GATE GmbH die erste Mittelstandsanleihe fällig. Doch zur pünktlichen Tilgung wird es nicht kommen, denn das Unternehmen stellte beim Amtsgericht München Insolvenzantrag.

Die GOLDEN GATE GmbH hat sich auf den Erwerb, die Entwicklung und Vermarktung von Gesundheits- und Wohnimmobilien spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt und realisiert zukunftsgerichtete Nutzungskonzepte und veräußert die Immobilien später wieder an langfristig orientierte Betreiber und Investoren. Doch das Geschäftskonzept des Unternehmens scheint nicht aufgegangen zu sein, denn Ende 2013 stand ein Jahresfehlbetrag von rund 2,6 Millionen Euro zu Buche. In einer Pressemitteilung vom 2. Oktober 2014 heißt es:

Zitat:


Die Geschäftsführung der GOLDEN GATE GmbH wird heute beim zuständigen Amtsgericht München einen Insolvenzantrag gemäß § 270a InsO stellen. Ziel ist die zügige nachhaltige Sanierung der GOLDEN GATE GmbH in Eigenverwaltung. Der Antrag betrifft ausschließlich die GOLDEN GATE GmbH. Die Tochtergesellschaften der GOLDEN GATE GmbH bleiben von dem Verfahren voraussichtlich unberührt.


Sollte das Amtsgericht München dem Antrag stattgeben, will das Unternehmen unter neuer Geschäftsleitung und in Zusammenarbeit mit dem vorläufigen Sachverwalter einen Insolvenzplan erarbeiten. Ziel des Insolvenzplans sollen vor allem realistische Perspektiven für die Projektentwicklung in Leipzig und Amberg sein, sowie eine finanzielle Restrukturierung der GOLDEN GATE GmbH als Ganzes.

Ex-Geschäftsführer Uwe Rampold
Ex-Geschäftsführer Uwe Rampold
Besonders das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus in Leipzig scheint der Firma offenbar zum Verhängnis geworden zu sein. Pläne für eine Fachklinik sind schon vor längerer Zeit gescheitert und ein neues Konzept konnte nicht rechtzeitig realisiert werden. Zwar wurden Verhandlungen mit potentiellen Interessenten und lokalen Projektentwicklern geführt, diese blieben jedoch bisher ohne nennenswertes Ergebnis. Aktuell ist das ehemalige Bundeswehrkrankenhaus im Leipziger Stadtteil Wiederitzsch als Asylbewerberheim im Gespräch.

Dabei zeigte sich der damalige GOLDEN-GATE-Geschäftsführer Uwe Rampold noch im Mai 2014 zuversichtlich, dass das Projekt in Leipzig gewinnbringend an Investoren weiterverkauft werden kann. In einem Interview mit dem Bond Magazine sagte Rampold damals:

Zitat:


Für das Krankenhaus in Leipzig haben wir vier Interessentengruppen; mit einem Interessenten haben wir vor zwei Wochen einen Letter of Intent unterschrieben. Bei dem Interessenten handelt es sich um einen ausländischen Klinikbetreiber, der eine Fachklinik daraus machen würde, ähnlich wie wir es geplant haben. Auch bei den anderen drei Interessenten handelt es sich um Klinikbetreiber. Dabei sind verschiedene Ausrichtungen der Klinik möglich. Das Projekt ist als Klinik vorgesehen und deshalb wäre eine Nutzung als Klinik immer am sinnvollsten; denkbar wäre aber auch eine Nutzung als Pflegeimmobilie.


Auch eine Gefahr für die Anleger in Verbindung mit möglichen Liquiditätsengpässen der GOLDEN GATE GmbH vermochte Rampold nicht zu erkennen:

Zitat:


Die Anleihe hat ein Volumen von 30 Millionen Euro. Die 30 Millionen sollten nach Abzug von Verbindlichkeiten durch die vier Projekte in Amberg, Sylt, Mittelweg/Hamburg sowie das Grundstück Seepark-Neubrück realisiert werden. Den gleichen Wert sollte das Objekt in Leipzig allein ebenfalls haben. Netto sollten wir damit den doppelten Wert des Anleihevolumens haben. Falls wir das Objekt in Leipzig nicht bis zur Fälligkeit der Anleihe verkauft haben, bleibt die Möglichkeit, die Rückzahlung durch den Verkauf der genannten anderen Objekte vorzunehmen.


In einem späteren Interview mit dem Portal Anleihen-Finder bekräftigte Rampold seine Aussagen nochmals:

Zitat:


Wir zahlen unsere 30-Millionen-Euro-Anleihe im Oktober 2014 wie geplant zurück, einschließlich der dann vierten und letzten Zinszahlung von 6,5 Prozent ebenfalls im Oktober.


Doch zum Verkauf des ehemaligen Bundeswehrkrankenhauses kam es nicht und auch die anderen Objekte konnten trotz aktiver Vermarktung nicht rechtzeitig verkauft werden, um die Refinanzierung der Anleihe sicherzustellen. So heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens zum Insolvenzantrag weiter:

Zitat:


Sämtliche vom Management unternommenen Versuche zur Refinanzierung der Anleihe sind gescheitert.


... Fortsetzung lesen. » Registrieren Sie sich jetzt oder erwerben Sie das Leserecht! «

 



Um diese GoMoPa® - Meldung vollständig lesen zu können, müssen Sie mindestens registriertes GoMoPa® Mitglied sein. Jetzt registrieren.


Sollten Sie bereits registriert sein, loggen Sie sich bitte jetzt ein:

Benutzername:
Zugangsdaten vergessen?
Passwort:
Registrieren?



Ab sofort können Sie unsere Pressemeldungen auch via Einzelabruf kostenpflichtig erwerben. Holen Sie sich unsere Pressemeldung - Jetzt kaufen!

 

Pressemeldungen zum Thema
» Mittelstandsanleihen: Zu viele zweifelhafte Unternehmen
» IVG Euroselect 14 The Gherkin: Anleger beim Kauf berumpst?

» IVG Immobilien AG steht vor Insolvenz
» Immobilien: Provozieren südeuropäische Investoren eine Blase in Deuschland?
» IVG Euroselect Zwölf 60 London Wall: Keine Ausschüttungen in Sicht?
» Auf Volkssolidarität rollt Millionen-Klagewelle zu
» Volkssolidarität: Anleger wollen Geld zurück oder kostenlose Heimplätze
» Schnelles Geld für Bausparer
» Hypo Leasing Maastricht - und ...

Beiträge zum Thema
» Golden Gate GmbH: Antrag auf Insolvenz - 30 Millionen weg
» IVG Fonds Euroselect 14 (The Gherkin) in der Krise
» KGAL GmbH & Co. KG
» IVG Immobilien AG
» IVG Euroselect Zwölf GmbH & Co KG - London Wall
» Immobilienblase in der Türkei? Kommt der große Crash?

Kategorien zum Thema
» Fonds
» Fonds - Informationen
» Kapitalanlage
» Beteiligungen

Dokumente zum Thema
» IVG Leistungsbilanz


Foto: (c) Thomas Wagner | www.wiederitzsch-im-blick.de

 

Nachdruck, Aufnahme in Onlinedienste sowie Internet und Vervielfältigungen auf Datenträger wie CD-ROM, DVD-ROM etc. nur nach vorheriger schriftlicher Zustimmung durch GoMoPa®. Nutzungsrechte sind ganz oder teilweise zu erwerben. © Goldman Morgenstern & Partners Consulting LLC

 



Werden Sie GoMoPa® - Mitglied


Es liegen 4 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Cara Berger am 09.10.2014 17:30
Die GmbH hat doch nur versucht so schnell wie möglich ihre Projekte in Richtung Vermarktung von Gesundheits- und Wohnimmobilien durch zu führen. Aber wie man an diesem Beispiel mal wieder sieht kann man schnelle Renditen wohl nicht auch gleich trauen.
Typisches Schneeballprinzip was hier mal wieder nicht geklappt hat.

#1 - Kommentar von Jonas Ullbrich am 23.10.2014 11:01
Ganz klare Sache: mal wieder Insolvenzverschleppung. DIese Leute sollten dafür in den Knast. Und dann soll die Insolven auf die Golden Gate GmbH als Emittentin der Unternehmensanleihe beschränkt bleiben. Die immobilienhaltenden Tochtergesellschaften sollen dagegen nach Möglichkeit aus dem Verfahren herausgehalten werden, um deren Immobilienbestände bestmöglich verwalten und verwerten zu können. Jetzt werden die auch noch vermindert behandelt super ...

#2 - Kommentar von Neudorf.Lou4@arcor.de am 27.11.2014 22:45
Wie es so oft vorkommt. Niemand erzählt eine etwas bis es zu den Zahlungen kommt und wenn sie das dann wirklich tun müssen melden sie auf einmal Insolvenz an anstatt die Leute vorher einzubinden und zu gucken ob nicht vielleicht noch etwas möglich ist also wirklich GOLDEN GATE GmbH...

#3 - Kommentar von Marcel Baecker am 09.04.2015 20:49
GOLDEN GATE GmbH stellt also Insolvenzantrag...war ja klar - Spiel auf Zeit eben. Rampolds Inkompetenz war sowieso kaum zu toppen und dementsprechend schien das schon von Anfang an klar. Dieser Egozentriker hat sich doch bestimmte etwas von den Anlegergeldern abgezwackt und damit seinen Luxusleben finanziert - ER GEHÖRT BESTRAFT.
Die 30 Millionen Euro können die Investoren auch vergessen.


Kommentar hinterlassen
 
Name:
E-Mail Adresse:
Kommentar:
Sicherheitscode:
 

CAPTCHA code


 

» Der Blutbad-Anrichter Quantum Leben AG: Partner de ...   20.09.2017

» Zinsland.de: Pleite-Eklat des Münchner Baulöwen ...   19.09.2017

» P&R Gruppe: Container-Mietlöcher und verpufftes E ...   18.09.2017

» Breitbandnetz GmbH & Co. KG: Mit fast 1 Million Fe ...   18.09.2017

» Vegas Cosmetics GmbH: Die windigen Partner um Cosm ...   14.09.2017

» Weitere Pressemeldungen (Archiv)




Werden Sie GoMoPa® - Mitglied
GoMoPa bei Facebook
Stimmen zu GoMoPa®
"...eine Datenbank, die ich nicht mehr missen möchte..."
» weitere Test - Stimmen

"...und wurde schon vor mancher Dummheit bewahrt..."
» weitere User - Stimmen

"...gomopa.net enthielt Mitte Oktober mehrere hundert (!) Beiträge von interessierten Privatpersonen sowie Finanzierungs- und Anlageberatern zum Thema..."
» weitere Presse - Stimmen

"...empfangen wir inzwischen täglich qualifizierte und werthaltige Anfragen..."
» weitere Werbepartner - Stimmen
Meinungen
"...der beste Weg, detaillierte Informationen einem großen Publikum schnell zugänglich zu machen..."
Kanzlei Balthasar

"...als Werbepartner hat man bei Gomopa die Möglichkeit, sich vom sogenannten Grauen Markt abzuheben..."
Jörg Petersen, jp - invest

» weitere Stimmen