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08.12.2014
Einig in der Ablehnung - die Koalition "Weitermachen"

Stephan Appel
Stephan Appel
Eine Zustandsanalyse des Beteiligungsmarktes Ende 2014

Gastbeitrag von Stephan Appel

Liest man Analysen zu den neuen, aktuellen AIF-Publikumsfonds, könnte man meinen, die Einführung des KAGB war nur eine nette Geste gegenüber dem Anleger (kurz: "alles ist sicherer", Analysezitat: "Als geschlossener Publikums-AIF nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) unterliegt der Fonds einem hohen Regulierungsniveau?". Oder: "Die ZBI-Gruppe hat sich den neuen Erfordernissen des KAGB erfolgreich gestellt", aber eigentlich bringt seine Umsetzung nicht viel mehr als eine betriebsunfallbedingte Pause der "normalen", - im Grunde heilen - Fondswelt (von bedauerlichen Ausnahmen, die sich angeblich nicht vermeiden lassen, abgesehen).

Business as usual?
Von den gleichen Analysten lesen sich Analysen zu Nachrangdarlehen, Direktinvestments, Genussrechten wie Beispiele für gute, alte Vorzeigeprodukte: Analysezitat (zu einem Biomassefonds 2014): "Die Investition in die Abfall-Verwertung ist jedoch grundsätzlich nachvollziehbar und mit der UTV ist ein auf dem Gebiet der Kompostierung langjährig erfahrenes Unternehmen mit entsprechend erprobter Technologie eingebunden." Tatsächlich musste der Vorstand des Operators UTV AG, Baden-Baden, am 01.05.2013 für den Vorgängerfonds BioTherm Baden GmbH & Co. KG, deren Geschäftsführer er war, Insolvenz anmelden. Am 07.05.2013 wurde der Fonds wegen Insolvenz aufgelöst (Verlustvortrag ca. EUR 5 Mio.).

Großer Bogen um das KAGB
KAGB-freien Angeboten dieses Fondstyps (hier Nachrangdarlehen) fehlt systemgemäß ein kapitalstarkes Risikomanagement, ein gestaffeltes KAGB-Bollwerk gegen interne Interessenkonflikte, professionelle, externe Assetbewertungen, eine unabhängige Verwahrstelle mit umfassenden Eingriffkompetenzen und Transparenzkontrollen auf Schritt und Tritt. Doch um die Erfüllung der wesentlichen Details des 300-seitigen KAGBs machen fast alle Finanzdienstleiser der alten Welt einen großen Bogen. Die in die Anbieterwelt gesendeten Analystensignale, "wir analysieren alles" bleiben nicht ungehört. Nun werden auch Investitionsvehikel "hoffähig", die nach Einführung des KAGB dank indiskutabler Risikohäufung im weißen Markt keine Chance auf das Vermittlungsparkett hätten.

"Kreative" Experimente auf Anlegerkosten
Genau dieser Mangel war verantwortlich für eine Fondsgeneration mit voraussichtlich schätzungsweise an die 90 % verlustreichen Beteiligungen nach Gutsherrenart. Diese Fonds (obiges Beispiel: Biomasseverwertung in Kanada) wurden mit blühenden Storys als Chancen eines innovativen Kapitalmarkts beschrieben. In der Praxis wurden daraus "kreative" Experimente auf Anlegerrisiko. Z.B. Holzvergasung für Strom- und Wärmegewinnung in Hessen, Energiecontainer in der Wüste Vorderasiens, Waldholzgeschäfte in den USA, Wasserkraftwerke in der Türkei, Hotelprojekte in Indien, Tiefseeexplorationen im Atlantik, etc.). Eine detaillierte Aufstellung sind wir dem Leser noch schuldig.

"Ungewöhnliche Lösungen" - aus der Versuchung wurde der Versuch
Dass dann aus den Versuchungen einer nicht vorhandenen bzw. liberal gestrickten Mittelverwendungskontrolle, einem "flexibel" und "freiheitlich" gehandhabten Investitionsrahmen, einer unter gegenseitig verpflichteten Vertrauten gewachsenen Personalführung und eines "verlässlich" in die Interessen des Emissionshauses eingebundenen Treuhänders sowie eines freimütigen Dilettantismus bei der Partnerwahl in aller Regel der echte Versuch wurde, "ungewöhnliche Wege" zur Lösungen von sich aufbauenden Fondsbaustellen zu gehen, trifft nach heutiger Einschätzung auf über 2/3tel der uns bekannten Publikumsfondsangebote zu. Das "Risikomanagement" bestand z. B. darin, dass der Fondsverwalter den Investoren z. B. mitteilte, dass der Öl- und Gas-Operator leider versagt hat, Pech hatte, erkrankt ist, kein Geld für Krisenmanagement bereitstellen wollte, schlecht ausgebildetes Personal beschäftigt hatte und das falsche, dazu defekte Werkzeug für die Bohrungen eingesetzt hatte. Aus anfangs vermeintlich honorigen Fondsgutsherren wurden oft (semi)kriminelle Absicherungsmanager ihrer Interessen. "Ihr" Lebenswerk stand auf dem Spiel.

Kontrollfreie Griffe in die Kasse
Grund genug, dass die "Kreativität" zur eigenen Interessensicherung eingesetzt wurde. Verwöhnt von den liberalen Gestaltungsmöglichkeiten einer Kommanditgesellschaft (noch unkontrollierter Direktinvestment, Nachrangdarlehen etc.), genehmigte man sich ungewöhnliche Lösungsmethoden. Z.B. wurden Fondsmittel bei liquiden Fonds zugunsten notleidender Schwesterfonds unbehelligt angezapft (die Zuständigkeit des Mittelverwendungskontrolleurs endete konsequent bei Vorlage der 1. Rechnung, Beispiel Wölbern).

Tochtergründungen im Ausland dienten als anonymisierte Abwickler diskreter Geldtransfers. Die Transparenz dieser Transfers hätte unter den Anlegern und Vermittlern nur "unnötige" Fragen ausgelöst. "Treu"händer praktizierten in der Regel ein initiatornahes Abstimmungsverhalten und schickten Anfragen ratloser und/oder wütender Anleger mit "politisch korrekten", inhaltsfreien Kommentaren in die Verzweifelung. Oft bediente man sich bei der Anlegerberuhigung externer "Wordingprofis", die mit unverbindlichen Worten unerschrocken versprechen durften, was de facto längst gescheitert war. Doch sollten gerade die Anleger und Vermittler von den wahren Umständen "verschont" werden, denn das trage ja nicht zur "Lösung" bei (siehe unsere Check-Basis-Analyse Teil I und Teil II der Interessenkonflikte in der Finanzberichterstattung!)

Anlegergeld "politisch korrekt" verbrennen
Einige Initiatoren machen sich die Mühe, das Anlegergeld "politisch korrekt" zu verbrennen. D. h. sie inszenierten aufwändige Investitionsrunden für pfiffige Start-Ups, um ihren Anlegern ihren "hochprofessionellen" Due-Diligence-Service teuer zur Verfügung stellen zu können. Die, die sich für ganz ausgeschlafen hielten, ließen das Geld durch 3 Kontinente wandern, bevor es dann (vermeintlich in Goldminen investiert) als "Vergütung" auf Konten vertrauter Partner in der Schweiz landete.

Seilschafen und Gefälligkeiten
Andere gründeten Zweckgesellschaften in England und der Schweiz, über die das Anlegergeld außerhalb des Investitionsplans mal in ein teures Kunstobjekt, mal in ein Öl- Recyclingprojekt in Texas floss. Gesellschafter des Mittelverwendungskontrolleurs waren zufällig Vertraute und Familienangehörige des Initiators. Das erleichterte den Austausch des Mittelverwendungskontrolleurs/Treuhänders ("praktischerweise" deckten beide Funktionen die gleiche Person ab). In anderen Fällen gründeten clevere Fondsmanager Zweckgesellschaften mit Vertrauten, die für den Mutterfonds rätselhafte Fondsdienstleistungen erbrachten. Ein Initiatordarlehen zur Gründung einer GmbH ersparte den Strohmänner und -Frauen, selbst die Einlage zu liefern und der Darlehensgeber (zufällig der Initiator und seine graue Eminenz im Hintergrund, "zufällig" zugleich Treuhänder der Fonds), konnten jederzeit den Stecker ziehen (und eine kritische Juristin bei einem Polenfondsanbieter aus dem Board kippen).

"Ist der Ruf erst ruiniert, ...."
Die weniger ausgeschlafenen "Frischlinge" unter den Gutsherren waren im Umgang mit dem Anlegerkapital nicht zimperlich. Sie setzten auf die Korrumpierbarkeit der Anleger (hohe Anfangsausschüttung ohne operativen Cash Flow), des Vertriebs (Provisionen im Bereich 13%-20 %), der Analysten (die mit "wohlabgestimmten" Analyseaufträgen rechnen durften), der Presse (die für sechsstellige "Schaltungen" großflächige Product-Placement-Interviews lieferte und sich für Vermittlerkontakte bezahlen ließ). Ihre Methoden waren simpel, billig und erfolgreich: sie tapezierten ihre Wände mit Geldscheinen, blendeten Anleger und Vermittler mit gekauften Doktortiteln, bestachen Presse und Analysten mit "fürstlichen Honoraren" und verbrannten das Anlegergeld demonstrativ auf exzessiven Partys.

Volle Fahrt für den Dunkel-Graumarkt
Trotz anderslautender Bekundungen führten diese Erfahrungen nicht dazu, die Graumarktprodukte zurück zu drängen. Im Gegenteil, die Kultur der Umgehungsprodukte hat volle Fahrt aufgenommen. Fast alle betroffenen Parteien klinken sich in die Subkultur der 34f und KAGB-freien Produktwelt hinein, "Garantiert 34f- und KAGB-frei" werben diverse Makler offensiv im Internet. Und die Finanzdienstleister ziehen mit. Einmal in der zerklüfteten Nischenwelt der Umgehungsprodukte eingenistet, findet man nur schwer wieder heraus.

Kaninchen vor der Schlange
Der Weg in die weiße Welt wird immer länger. Endlich sind die ersten 10 Produkte per Ende 2014 verfüg- und platzierbar. Doch viele Vermittler vermeiden das Thema beim Kunden. Sie harren wie ein Kaninchen vor der Schlage. Die Schlange ist der Kunde, dem oft jahrelange Enttäuschung im Hals stecken bleibt. Weil keiner wirklich genau weiß, wo, wie, wann, durch wen und warum das Geld verloren wurde.

Wer erklärt dem Kunden die weiße Welt?
Das Eingehen auf den Wunsch der Investoren, die Notwendigkeit die weiße Welt zu erklären und zu verstehen, rückt bei vielen Vermittlern in weite Ferne. Was muss passieren, damit die (einigermaßen) bewährten Gepflogenheiten des weißen Marktes gängige Praxis für Beteiligungen und Alternative Investments werden? Haben die Kunden erst verstanden, welche Stunde für den Graumarkt geschlagen hat, WOLLEN sie die geregelten AIF-Angebote!!

Das ist die Erfahrung aus vielen Gesprächen mit Anlegern, die trotz schlechter Erfahrung mit Altfonds, investieren wollen. Diese Kunden werden zurecht böse, wenn sie über die wirklichen Umstände ihrer Altfonds im Unklaren gelassen werden.

Konkrete Hilfe
Dass nicht nur den Kunden, sondern in aller Regel auch den Vermittlern die Kinnlade herunterfällt, wenn sie über die wirklichen Umstände der von ihnen vermittelten Angebote aufgeklärt werden, erfährt die CHECK-Analyse fast täglich! Daher bieten wir Investoren und Vermittlern Recherche- und Formulierungshilfen bei der Aufklärung der Hintergründe gescheiterter Investments an.

Dazu gehört zum Beispiel der Aufbau einer zielführenden Kommunikation mit einem möglicherweise wortkarg gewordenen Anbieter, der sich möglichst haftungsfrei aus einem gescheiterten Geschäftsmodell herausziehen will.

Die Kunden erkennen Ihre Bemühungen des Vermittlers, Licht in das Dunkel gescheitertes Fonds bringen zu wollen. Die Kunden zeigen uns an, dass sie wirklich etwas (zurück) gewonnen haben. An die Stelle von Bauchgefühl treten belastbare Fakten.

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