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28.01.2015
Mikro-Staaten sind keine Rettung vor dem Finanzamt

(be) - Die international nicht anerkannten Mikrostaaten sind Stoff für kuriose Geschichten. Doch für eine Steuerflucht sind sie vollkommen ungeeignet. Die meisten Einwohner von Mikrostaaten zahlen Steuern an das Land, dem sie laut Völkerrecht angehören. Die kleinen Scheinstaaten werden nur so lange geduldet, wie sie den Tourismus fördern oder zumindest keinen Ärger machen.

Der Mikrostaat Sealand besteht lediglich aus einer alten Flugzeugabwehr-Plattform.
Der Mikrostaat Sealand besteht lediglich aus einer alten Flugzeugabwehr-Plattform.

In vielen Teilen der Welt gibt es sogenannte Mikrostaaten. Man nennt sie auch Phantasiestaaten oder Scheinstaaten. Denn sie treten zwar wie souveräne Staaten auf. Doch tatsächlich werden sie von der Gemeinschaft der anderen "echten" Staaten ignoriert und nicht anerkannt.

Im Gegensatz zu international anerkannten Zwergstaaten wie Andorra, Liechtenstein oder Monaco bilden die Mikrostaaten daher meist keinen Schutz vor dem Finanzamt. Entsprechende Berichte stellen sich bei näherer Prüfung meist als übertrieben heraus, zuletzt etwa in der Rheinischen Post:

Zitat:


Keine Lust mehr auf Steuern oder die nervigen Regeln der Straßenverkehrsordnung? Die einfachste Lösung: Gründen Sie einfach einen eigenen Staat! Wir stellen Ihnen zehn Mini-Nationen mitten in Ländern wie Italien, England oder den USA vor, in denen ganz eigene Gesetze gelten.

Beispiel 1: Sealand

Der Mikrostaat Sealand liegt vor der Küste Englands. Er besteht aus einer alten Flugzeugabwehr-Plattform aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 1976 nahmen Roy und Joan Bates die Plattform in Anspruch und gründeten darauf ein unabhängiges Fürstentum. Seitdem kämpft das Pärchen dafür, dass Sealand international als Staat anerkannt wird.

Sealand hat eine eigene Flagge, eine eigene Währung, eigene Briefmarken und stellt eigene Pässe aus. Sein lateinisches Motto lautet: "E Mare Libertas", zu Deutsch: "Vom Meer kommt die Freiheit." Man kann auf Sealand Zimmer mieten. Die deutsche Hip-Hop-Gruppe Fettes Brot dreht auf der Plattform ein Musikvideo.

Auf der Webseite ist die Geschichte des Mikrostaates ausführlich beschrieben. Man kann dort neben T-Shirts, Tassen und Flaggen auch Pässe und Münzen erwerben. Sogar Adelstitel stehen zum Verkauf. Bereits für 29,99 britische Pfund kann man Lord, Lady, Baron oder Baroness werden

Beispiel 2: Hutt River

Im Westen Australiens nur wenige Kilometer vom Meer entfernt befindet sich die Hutt River Province. Bei diesem Mikrostaat handelt es sich um eine Farm, die 75 Quadratkilometer groß ist. Die Einwohner sind Mitglieder und Freunde der Familie Casley und leben vom Getreideanbau und vom Tourismus.

Der Farmer Leonard Casley entschloss sich im Jahr 1970, sein Stück Land zu einem souveränen Staat auszurufen. Denn er fühlte sich von den Behörden ungerecht behandelt. Die wollten ihm den Verkauf seiner landwirtschaftlichen Erzeugnisse verbieten. Casley selbst machte sich dabei nicht nur zum Premier, sondern auch zum Prinzen.

Casley fand eine Gesetzeslücke, die es ihm ermöglichte, seinen Staat zu bewahren. Die Bewohner von Hutt River zahlen tatsächlich keine Steuern an Australien, erhalten aber im Gegenzug auch keine Rente oder andere Sozialleistungen. Dies betrachten sie zu Recht als einen riesigen Erfolg.

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Es liegen 2 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Klaas Jännicke am 11.03.2015 16:46
Tourismus fördernde mikro-staaten - das ich nicht lache. wer auch immer glaubt, man wäre nur weil man auf ner kleinen Flugzeugabwehr-Plattform wohnt sicher vor dem Finanzamt, der sollte dringend Recherchen betreiben und sich besser informieren oder umgehend einen Psychiater aufsuchen.
Trotzdem könnt man damit durchaus viel Geld machen, wenn man's richtig anstellt.. ;)
ansonsten find ich die idee solcher mikro-staaten richtig cool! Hat auf jeden Fall was, besonders wenn man diesen eigenständig benennen darf und "Oberhaupt" ist - haha schöne Vorstellungen.

#1 - Kommentar von Annika H. am 15.03.2015 19:47
Erinnert mich an eine Folge aus der neuen Serie "Better Call Saul"
Dort wollte ein Mandant auch einen Mikrostaat aufbauen.
Doch der Anwalt musste nur genauso darüber schmunzeln wie ich es gerade tue.
Aber vielleicht will ja doch mal jemand Urlaub auf zwei Betonsäulen machen, schließlich gibt es da viel zu sehen :-D


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