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18.03.2015
J. Safra Sarasin: Vorsätzliche Fehlberatung bei Windreich-Anleihen?

(sa) - Das Bankhaus J. Safra Sarafin setzt seinen Wachstumskurs fort. Doch trotz Rekordumsätzen und -gewinnen müssen die Eigentümer auf Ausschüttungen verzichten. Diverse laufende Rechtsstreitigkeiten haben die Geschäftsführung vorsichtig gemacht. Alle Gewinne wurden als Rücklagen verbucht.

Außenfassade der Bank J. Safra Sarasin
Außenfassade der Bank J. Safra Sarasin

Für umgerechnet 849 Millionen Euro konnte sich die brasilianische Safra-Gruppe Ende 2011 den Zuschlag für eine Minderheitsbeteiligung an der 1841 gegründeten Schweizer Traditionsbank Sarasin sichern. Safra konnte sich beim dem Deal unter anderem gegen die Schweizer Geldhäuser Julius Bär und Raiffeisen durchsetzen.

Durch die Kooperation erhofften sich die Käufer starke Synergieeffekte und den Aufbau eines global agierenden Vermögensverwalters. Während Sarasin in Europa, dem Nahen Osten und Asien eine starke Marktposition inne hatte und Safra vor allem in amerikanischen Ländern und Europa stark aufgestellt war, schien es den Managern als zielführend eine Fusionierung der beiden Institute zu forcieren.

Die Strategie des Managements, einer Fusionierung der beiden Institute zur Bank J. Safra Sarasin (Deutschland) AG, sollte sich auszahlen.

Vorstandsvorsitzender<br />Nils Ossenbrink
Vorstandsvorsitzender
Nils Ossenbrink
Unter der Leitung der Vorstände Nils Ossenbrink, Christian Mosel und Lucien Ernster konnte die J. Safra Sarasin zum wiederholten Male hintereinander ihre Aktionäre mit einer zweistelligen Wachstumsrate bei Umsatz und Gewinn begeistern.

Für 2014 konnte das Bankhaus das verwaltete Kundenvermögen auf 147,4 Milliarden Franken (138,6 Milliarden Euro) um 12 Prozent steigern. Der Reingewinn stieg sogar um 14 Prozent auf 205,3 Franken (193 Millionen Euro).

Allerdings werden die Eigentümer der Bank dieses Jahr trotzdem keine Gewinnausschüttungen erhalten. Die erzielten Gewinne wurden als Gewinnrücklagen bilanziert, das Eigenkapital der Bank von 3,5 Milliarden Franken (3,3 Milliarden Euro) auf 3,8 Milliarden Franken (3,6 Milliarden Euro) erhöht.

Jubelmeldungen werden durch Rechtsrisiken relativiert.

ConventSTERN Titelgeschichte über Carsten Maschmeyer © STERN Die Stärkung des Eigenkapitals durch Gewinnrücklagen hat neben der Verbesserung der BIZ-Kernkapitalquote auf 25 Prozent, der offiziellen Begründung des Bankmanagements, auch einen weiteren, ernsthaften Hintergrund. Derzeit muss sich die Bank J. Safra Sarasin nämlich gegen eine Vielzahl von Schadenersatzforderungen wehren.

Es sind Dutzende Fälle von Fehlberatung, die bei den wohlhabenden Kunden der J. Safra Sarasin, in der Vergangenheit zu erheblichen Verlusten geführt haben.

Neben dem Vertrauen in die Qualität der Beratung, drohen der Bank nun empfindliche Strafen sowie Rückabwicklungen von notleidenden Kapitalanlagen im dreistelligen Millionenbereich.

GoMoPa.net berichtete über die Probleme mit den Sheridan Solutions Equity Arbitrage Fund, einem riskanten Fondsprodukt in das Carsten Maschmeyer und seine Frau Veronica Ferres gemeinsam 40 Millionen Euro investiert haben.

Maschmeyer will mit dem Investment rund 20 Millionen Euro verloren haben. Diverse Anleger aus dem Maschmeyer-Umfeld, wie der deutsche Drogeriekönig Erwin Müller, klagen aus denselben Gründen. Insgesamt soll es um rund 300 Millionen Euro von 50 Anlegern gehen.

Mitte Oktober rückten 114 Ermittler in 10 europäischen Städten zu einer Großrazzia aus. Am 23. Oktober 2014, folgten weitere Razzien in der Schweiz. Mindestens 20 Büros und Privatwohnungen aus dem Umfeld der Bank Sarasin wurden durchsucht.

Eine Pilotklage, der auf Bank- und Kapitalmarktrecht spezialisierten Rechtsanwaltskanzlei Rotter aus Grünwald bei München, sorgt derzeit für Unruhe bei J. Safra Sarasin.

Insolvente Windreich hinterließ dreistellige Millionen Schäden bei Anlegern
Insolvente Windreich hinterließ dreistellige Millionen Schäden bei Anlegern

Klaus Rotter, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, glaubt einen Hebel gegen J. Safra Sarasin gefunden zu haben und vertritt derzeit rund 20 Mandanten gegen das Bankhaus. Seine Kanzlei geht in einem Pilotverfahren gegen die Bank vor.


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Es liegen 2 Kommentare zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Björn Schoff am 19.03.2015 16:53
Wenn man den eigenen bilanziellen Stand nur durch Missetaten wie z.B. einer Falschberatung für ein insolventes Unternehmen aufpushen kann, dann ist diese Firma in keiner Weise "erfolgreich". Das Vertrauen von gutgläubigen Menschen ausnutzen und diese ins Messer laufen zu lassen ist unter aller Sau. Hauptsache man bekommt Kohle dafür, dann ist alles egal, ne? So ein perfides Pack hat nichts anderes als diese 3-stelligen Millionen-strafen verdient!! Und das schlimme ist, dass sie das sehr wahrscheinlich noch verkraften können. Deshalb sollten die Bankberater in Addition dazu eine saftige Freiheitsstrafe kassieren, wie ich finde.

#1 - Kommentar von Silke Varion am 22.03.2015 13:59
Unglaublich! Ich stimme mit Herrn Schoff vollkommen überein..das kann es doch nicht sein..! Aber ein Glück gibt es für solche Fälle Klaus Rotter, der eben jene Menschen, die blind in ein Messer laufen, unterstützt. Leute wie ihn sollte es wohl wirklich öfter auf der Welt geben, dann kann man auch wieder anfangen an das Gute im Menschen zu glauben. Er erledigt seine Arbeit kompetent und legt den Fokus nicht nur aufs Geld, wie es viele andere tun. Ich habe mit ihm persönlich auch nur gute Erfahrungen gemacht.
LG


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