07.04.2009
Bernsteinzimmer: Nazis versteckten es an der Ostsee

Nachbau des Bernsteinzimmers in Petersburg
Spur Nummer 1 kommt von Deutschlands berühmtesten Bernsteinzimmer-Jäger, dem Berliner Günter Wermusch (73). Darüber habe ich bislang noch mit niemandem gesprochen, sagt Wermusch gleich zu Beginn zu GoMoPa. Und das stehe auch nicht in seinem Enthüllungs-Buch Die Bernsteinzimmer-Saga, Spuren Irrwege Rätsel (156 Seiten, Goldman).

Experte Günter Wermusch
Doch was macht Wermusch so sicher, dass das Bernsteinzimmer dort zu finden sei?

Eingang zur einstigen Naziflakschule auf Wustrow
Was hatte der JU-Pilot zu berichten?
Wermusch: Wälisch und noch ein Pilot sollten zwei Maschinen vom polnischen Flugplatz Thorn in Pommern nach Rerik bei Wustrow fliegen. Die 27 zu transportierenden Kisten waren auf zwei Transportmaschinen aufgeteilt worden. In Wälischs Maschine passten nur 11 Kisten, die anderen gingen aber alle in die andere Maschine rein. Die Kisten waren unterschiedlich groß. Das Holz war noch ganz frisch. Doch als sich Wälisch auf den Weg zu seiner JU machte, überrollten russische Panzer den Stützpunkt. Wälisch wurden beide Beine gebrochen. Doch die Russen konnten den Abflug der beiden Transportmaschinen nicht verhindern. Der andere Pilot schaffte es unverletzt bis zu seinem Cockpit und startete durch. Und Wälischs Maschine wurde von seinem Bordmechaniker übernommen. Konnte der denn überhaupt fliegen, wollte ich von Wälisch wissen. Der Pilot antwortete mir: Der konnte besser fliegen als ich. Die beiden Maschinen sind also auf jeden Fall abgeflogen. Der Zielflughafen hieß Rerik .
Reichen die Aussagen des Wehrmachtspiloten als Beweis?

Rückzug der Deutschen in Thorn
Was sich hinter dem Kürzel B III verbirgt, ist bis heute ungeklärt. Die Sowjets, die seit 1959 durch das Verhör von Rudi Wyst von dem Funkspruch wussten, vermuteten viele Jahre, dass der Bunker III am Steindamm in Königsberg (Ostpreußen) gemeint sei. In das dortige Schloss hatten die Nazis das Bernsteinzimmer nach dem Raub aus dem Katharinenpalast in Zarskoje Selo im Jahre 1941 gebracht und ausgestellt. Die dortige Suche der Sowjets blieb erfolglos. Nun muss man wohl nach B III im Sperrgebiet Wustrow suchen.
Aber es gibt noch eine zweite Theorie. Danach führt die Spur an die litauische Ostsee.

Gauleiter Erich Koch (1896-1986)
Warum sollte Koch die kostbaren Bernsteinschnitzereien in seine Datsche bringen?

Schwarzort (Juodkrante) in Litauen
Und warum hat noch niemand die Bernsteinkisten ausgebuddelt?
Stragies: Die Litauer haben danach gegraben, jedoch an der falschen Stelle. Nämlich mehr nach Klaipeda hin, dem früheren Kurort Memel.
Wird Stragies die richtige Stelle finden?
Stragies: Es ist eine Frage der Zeit. Ich war schon zwei Mal in Schwarzort, zuletzt 2005. Nächstes Jahr fahre ich wieder hin. Die Datsche von Koch gibt es nicht mehr. Man muss einen Zeitzeugen finden, der sich erinnert. Viele leben noch. 100.000 Deutsche blieben bei der Flucht in Ostpreußen zurück.
Wird das Bernstein-Zimmer nicht beschädigt sein?
Stragies: Nein, Bernstein besteht aus 50 Millionen Jahre alten Baumharztropfen. Die kann man einfach so in den Sand werfen, ohne dass etwas passiert. Die brauchte man auf keinen Fall extra in einen Stollen schaffen.
Was halten die beiden Bernsteinzimmer-Jäger von den Bernsteinzimmer-Grabungen durch den Bürgermeister von Deutschneudorf, Heinz-Peter Haustein, im Erzgebirge an der sächsisch-tschechischen Grenze? Mit einem Spezialortungsgerät habe man 1,9 Tonnen Gold in 20 Metern Tiefe ausgemacht. Die Stelle decke sich mit Koordinaten eines Nazi-Goldverstecks, die ein Wehrmachtssoldat aus Schleswig-Holstein seinem Sohn Christian Hanisch vor zwei Monaten hinterlassen hat.
Wermusch: "Für das Erzgebirge gibt es keinerlei echte Anhaltspunkte."
Stragies: "Ich freue mich über jeden, der mithilft, diesen Weltkulturschatz zu finden. Ich hoffe, dass die Bürger von Deutschneudorf etwas Wertvolles finden werden, aber das Bernsteinzimmer wird es nicht sein, das liegt im Norden."
GoMoPa: Vielen Dank für dieses Gespräch.
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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.
| #1 - Kommentar von Suchender am 15.10.2009 15:27 |
Hallo, |
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