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07.09.2015
BWF-Goldstiftung zahlte bis zu 23 Prozent Provision

Convent Die Presse war bei der gut dreistündigen Gläubigerversammlung des Kölner Bundes Deutscher Treuhandstiftungen e.V., zu der die Berliner BWF-Goldstiftung gehört, am 4. September 2015 nicht erwünscht. Landespolitik-Reporter Gerhard Lehrke vom Berliner Kurier (Der schmutzige Goldkeller von Berlin) wurde beispielsweise wieder weggeschickt.

Dennoch waren die Sicherheitsvorkehrungen nach der Verhaftung der vier maßgeblich verantwortlichen Goldhändler zwei Tage zuvor und die Wahl des großen Mathe-Hörsaals der Technischen Universität Berlin in der Straße des 17. Juni 136 anstelle des ursprünglich geplanten Gerichtssaales am Amtsgericht Charlottenburg etwas übertrieben.

Von den 6.000 Anlegern, die der rechtlich unselbständigen Berliner Wirtschafts- und Finanzstiftung BWF aus dem Königsweg 5 in Berlin Zehlendorf in den letzten fünf Jahren 54 Millionen Euro für den Ankauf und die Einlagerung von Gold anvertraut hatten, waren nur etwa 120 erschienen. Die meisten ließen sich von Rechtsanwälten vertreten, die zahlreich gekommen waren.

Was jedoch Insolvenzverwalter Rechtsanwalt Sebastian Laboga von der Kanzlei Kübler GbR aus der Einemstraße 24 in Berlin Tiergarten herausgefunden hat, verstärkt noch die Ermittlungsergebnisse des Landeskriminalamtes Berlin, das den vier inhaftierten Verantwortlichen aus Berlin-Zehlendorf, Teltow und Frechen bei Köln eine zweckentfremdete und damit betrügerische Verwendung der Anlegergelder in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrages vorwirft.

Nach den Erkenntnissen des Insolvenzverwalters habe die BWF-Goldstiftung in den ersten drei Jahren rund 6,5 Millionen Euro eingesammelt, aber davon 1,5 Millionen Euro an Provisionen für Vermittler ausbezahlt. Das entspricht einem Anteil am eingesetzten Kapital von rund 23 Prozent. Branchenüblich sind Provisionen von 5 Prozent.

Utopisch muss daher das Versprechen der BWF-Stiftung anmuten, mit dem Gold, das die Anleger der Stiftung als Sachdarlehen gaben, soviel Gewinn zu erwirtschaften, dass die Stiftung den Anlegern das Gold zum 1,8-Fachen Wert wieder zurückgeben wollte.

Wegen einer fehlenden Plausibilitätsprüfung hat Anwalt Dr. Walter Späth vom Kurfürstendamm 102 aus Berlin Halensee bereits vor Wochen Regressklagen gegen etliche der 900 Vermittler eingereicht.

Zum Verbund der BWF-Goldstiftung gehörten im Berliner Königsweg 5 noch die Firmen TMS Dienstleistungs GmbH (TMS) und der Europäische Vereinigung vereidigter Edelmetallhändler e.V. (EVVE). Die TMS hatte keine eigenen Anleger. Sie war im Wesentlichen für den An- und Verkauf des Goldes der BWF-Stiftung sowie dessen Lagerung und Bestandsverwaltung tätig. Der EVVE hat Edelmetall-Anlageprodukte von 2009 bis 2012 mit unterschiedlichen Laufzeiten und als einziger neben Gold- auch Silber-Anlageprodukte vertrieben.

Das Problem, was sich für die BWF-Anleger auftut, besteht nun darin, dass ...

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