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28.04.2009
Verkaufshit: Wiener Philharmoniker in Gold

Wiener Philharmoniker in Gold©Münze Österreich
Wiener Philharmoniker in Gold©Münze Österreich
Sie ist wegen ihres Reinheitsgrades von 999,9 Gramm Feingold pro 1000 Gramm Gewicht die begehrteste Goldmünze der Welt: die Wiener-Philharmoniker-Münze der Republik Österreich. Der Wert der Unze (31,103 Gramm, 37 mm Durchmesser) stieg seit der Erstausgabe im Oktober 1989 von 371 Euro auf augenblicklich 740 bis 773 Euro.

Die Wiener Zeitung Format berichtet von einem reißenden Absatz der Goldmünze, die zugleich auch offfizielles Zahlungsmittel ist, obwohl sie etwas mehr kostet als der südafrikanische Krügerrand, der zwischen 671 und 748 Euro pro Unze zu haben ist. Gehandelt werden die Philharmoniker-Münzen zum aktuellen Goldpreis plus einem geringen Sammleraufschlag. 2007 verkaufte die Münze Österreich, die die Münze prägte, noch 245.000 Stück. Im Vorjahr wanderten 1,063 Millionen Münzen über den Ladentisch. Der Griff zu Gold war keine schlechte Wahl. Und das wird laut Expertenmeinungen auch so bleiben. Der 75-jährige Byron Wien, ehemals Investmentstratege bei Morgan Stanley, erwartet, dass Gold in diesem Jahr noch die 1.200-Dollar-Marke (922,58 Euro) je Unze knacken wird.

Die Vorderseite (oben rechts) der Wiener-Philharmoniker-Münze zeigt eine Auswahl verschiedener Instrumente des Orchesters. Die Rückseite zeigt die Orgel, welche im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins steht und Musikfreunden aus dem alljährlichen Neujahrskonzert bekannt ist. Weiterhin sind auf dieser Münzseite mit der ?Republik Österreich? das Ausgabeland, Angaben zu Gewicht und Feinheit, das Prägejahr und der Nennwert vermerkt.

Anfangs gab es die österreichische Anlagemünze nur in den Größen von einer Unze (Nennwert 100 Euro) und einer viertel Unze (7,776 Gramm, Nennwert 25 Euro), 1991 folgte die zehntel Unze (3,121 Gramm, Nennwert 10 Euro) und 1994 die halbe Unze Münze (15,552 Gramm, Nennwert 50 Euro). Bei diesen vier Größen ist es bis heute geblieben.

1.000 Dollar (768,82 Euro) im Schnitt je Feinunze

108 Prozent Steigerung der Philharmoniker-Münze seit 1989©Münze Österreich
108 Prozent Steigerung der Philharmoniker-Münze seit 1989©Münze Österreich




















Dass der Goldpreis noch Luft nach oben hat, schätzt auch die Schweizer Großbank UBS. Die Notierung des gelben Metalls soll laut einer jüngsten Analyse im Jahresverlauf durchschnittlich 1.000 Dollar je Feinunze betragen. Roland Öhler, Goldexperte der Sparkasse Oberösterreich, schätzte gegenüber Format: ?Ein Plus von zehn Prozent ist sicher noch drin. Die Rekordmarke von 1.034 Dollar im März 2008 wird 2009 getestet werden.?

In Euro hat Gold den historischen Höchststand bereits erreicht. Denn nicht nur der Preis des begehrten Edelmetalls kletterte in den vergangenen Wochen nach oben, auch der US-Dollar hat gegenüber dem Euro seit Mitte Dezember Boden gutgemacht (normalerweise entwickeln sich diese beiden Werte gegensätzlich). Zur Freude der Euro-Anleger greift dadurch eine doppelte Hebelwirkung. Die Folge: Gold notiert bei 772 Euro je Feinunze, so hoch wie noch nie zuvor.

Nachfrage kaum zu decken

Der anhaltend hohen Nachfrage werden die Goldproduzenten nicht mehr gerecht. Laut dem World Gold Council kauften Privatanleger zwischen Herbst 2007 und Herbst 2008 um 69 Prozent mehr Goldbarren. Der Run auf Goldmünzen führte dort zu einem um 60 Prozent höheren Absatz. Evy Hambro, Fondsmanager des Black Rock World Gold Fund: ?Der Goldpreis steigt, weil immer mehr Anleger ein sicheres Investment wollen. Die Goldproduktion ist hingegen gefallen. Dieser Trend wird sich weiter fortsetzen.?

In Zahlen: Weltweit haben die Goldschürfer im Vorjahr 15 Millionen Unzen an neuen Vorkommen entdeckt . Zur Goldproduktion, die bei 80 Millionen Unzen liegt, klafft eine große Lücke. Allerdings ist auch der oftmals propagierte sichere Hafen nicht vor Stürmen gefeit. Goldexperte Öhler: ?Die Gefahr ist, dass sich Anleger jetzt von Aktien Hals über Kopf in Gold stürzen. Ganz so unproblematisch präsentiert sich das Edelmetall aber nicht. 2008 gab es immerhin Preisschwankungen von 25 Prozent.?

Ein-Kilo-Barren Gold für knapp 25.000 Euro

Wer nicht nur ein Faible für Gold hat, sondern ernsthaft investieren will, kann zum Ein-Kilo-Goldbarren greifen, der aktuell 24.810 Euro kostet. Allein seit Jahresbeginn hat sich der Wert eines Stücks um 3.985 Euro erhöht, seit Anfang 2008 ist es sogar ein Plus von 6.225 Euro. Zusätzlicher Vorteil für jene, die gleich in die Superliga des Goldinvestments einsteigen: Der Aufpreis auf den reinen Metallwert beträgt beim Ankauf nur 1,7 Prozent.

Ein wenig teurer wird es bereits beim Griff zum 500-Gramm-Barren, bei dem zwei Prozent Spesen anfallen, bei 100 Gramm sind dann schon 3,6 Prozent zu berappen. Liebhaber von Münzen steigen zwar aufgrund der geringeren Goldmenge güns?tiger ein, zahlen mit 5,2 Prozent jedoch einen höheren Aufpreis. Die Spesen haben sich jedoch allemal ausgezahlt, wie die Steigerung der Wiener-Philharmoniker-Münze von 371 Euro im Jahre 1989 auf 773 Euro in diesem Jahr.

Zehn Tonnen Gold zum Anfassen in Zürich

Anleger, die in den Aureus Fund der deutschen Landesbank Baden-Württemberg investieren, schlagen zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits profitieren sie vom Wertgewinn des derzeit zehn Tonnen schweren Goldlagers, andererseits kommen Auserwählte in den Genuss, einmal jährlich die glänzenden Barren im Tresorraum in Zürich angreifen zu dürfen. Obwohl der Fonds, der zu 95 Prozent in Goldbarren investiert, in Österreich noch nicht zum Vertrieb zugelassen ist, ist der Einstieg ab 1.000 Euro möglich. Allein in den vergangenen drei Jahren legte der Aureus um 55 Prozent zu (Quelle Reuters).

Goldaktien hingegen kamen im Vorjahr wie fast alle anderen Dividendenpapiere unter die Räder. Seit November haben sich die Kurse der großen Goldkonzerne aber erholt, die Notierung von Barrick Gold, der weltweiten Nummer eins, stieg seither um 67 Prozent. (Quelle Reuters).
Chirurg Theodor<br /> Billroth in Gold<br />©Münze Österreich
Chirurg Theodor
Billroth in Gold
©Münze Österreich


Neu 2009 und auch ein Renner: die Theodor-Billroth-Goldmünze - ein Arzt aus Österreich

Wer Gold nicht nur als Wertanlage schätzt, sondern auch der Sammelleidenschaft frönt, kann sich jetzt mit der Theodor-Billroth-Goldmünze eindecken. Sie wurde von der Republik Österreich zu Ehren des Begründers der Bauchchirurgie und Pioniers der Kehlkopfchirurgie, Theodor Billroth (1828-1894), in einer Stückzahl von 50.000 Münzen in diesem Jahr herausgebracht. Die auf dem Geldstück aufgeprägten 50 Euro spielen in der Praxis keine Rolle. Während die Münze am Ausgabetag (11. Februar 2009) noch für 258 Euro zu haben war, berappen Sammler wegen des seither gestiegenen Goldpreises bereits 320 Euro. Öhler zur Zeitung Format: ?Wer heute diese Münze kauft, zahlt 21 Prozent mehr, als der Goldanteil wert ist.? Die Zehn-Gramm-Münze mit 22 Millimeter Durchmesser enthält 9,86 Gramm Feingold. Dafür bleibt der Glanz erhalten, auch wenn der Goldpreis zwischenzeitlich wieder fallen sollte.



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