
08.05.2009
Deutsche für Spitzenjobs in der Schweiz gesucht

ABB-Produktionsstätte in der Schweiz©ABB
«Hochqualifizierte Arbeitskräfte sind nach wie vor schwierig zu finden», sagt ABB-Sprecher Lukas Inderfurth. «Trotz Krise sehen wir keine Entspannung.» ABB macht daher weiter das, was das Unternehmen bereits in den letzten Jahren gemacht hat. Der Konzern sucht die Spezialisten ausserhalb der Landesgrenzen.
Gleiches unternimmt die Siemens Schweiz AG (Engergie, Gesundheitswesen, Industrie, 3.294 Mitarbeiter). Siemans hat in der Schweiz 40 offene Stellen. 2009 hat Siemens dort bereits 195 neue Mitarbeiter eingestellt. Rund 20 Prozent davon kommen nicht aus der Schweiz, sondern aus Deutschland und anderen Ländern. «Das ist die gleiche Ausländer-Quote wie letztes Jahr», sagt der Schweizer Siemens-Sprecher Marco Steinmann.
Fachkräftemangel verschärft sich in der Krise
Der Fachkräftemangel scheint sich in der Krise sogar zu verschärfen. Zu diesem Befund kommt die Studie «Recruiting Trends Schweiz 2009», die zwischen Dezember 2008 und März 2009 vom Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main (Hessen) und Bamberg (Bayern) bei den Schweizer Top-500-Unternehmen durchgeführt wurde.
27,7 Prozent der befragten Unternehmen geben darin an, dass die für 2009 geschätzten Vakanzen schwierig zu besetzen sein werden. Das ist ein Anstieg von 2,0 Prozent gegenüber der Studie von 2008. 4,7 Prozent der Unternehmen erwarten sogar, dass die freien Stellen gar nicht besetzen können.
Vier von zehn Schweizer Firmen suchen vor allem Deutsche
Um die Lücken zu stopfen, wollen vier von zehn Schweizer Unternehmen im Ausland suchen. Das sind deutlich mehr als vor einem Jahr. ABB-Inderfurth geht davon aus, dass sich der Trend in den nächsten Jahren verstärkt. Populärste Rekrutierungsländer sind Deutschland und Frankreich.
Der «War for Talents» (Abwerbekrieg) wird sicher nicht mehr mit derselben Härte geführt wir noch vor ein, zwei Jahren. Trotzdem besteht bei Hochqualifizierten weiterhin ein Mangel. Die Krise gäbe zwar momentan Arbeitskräfte frei, aber eben nicht genügend viele, um bestehende Engpässe auszugleichen, schreiben die Studienautoren.
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