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23. Juli 2017
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19.04.2016
Solvium Container Select Plus: Elegantes Entledigen von Spezial-Containern an Anleger?

Solvium-Geschäftsführer<br />Marc Schumann (40)
Solvium-Geschäftsführer
Marc Schumann (40)
Beim vergangenen Verkauf und anschließender Rückmietung von gebrauchten Schiffscontainern zum Preis von 2.050 Euro pro Stück und einer garantierten Jahresmiete von 4,1 Prozent glänzten die beiden Geschäftsführer der Solvium Capital GmbH aus der Englischen Planke 2 in der Hamburger Innenstadt, Marc Schumann (40) und Andre Wreth (39), mit einer erfundenen Sicherheitsgarantie, wie der Finanznachrichtendienst GoMoPa.net berichtete.

Das Produkt wurde Solvium Protect 6 genannt. Nun haben Schumann und Wreth als erster Anbieter ein Container-Direktinvestment nach den neuen Richtlinien des Kleinanlegerschutzgesetzes aufgelegt.

Ist der Anleger nun besser dran?

Das neue Produkt nennt sich Solvium Container Select Plus. Hier sollen Anleger für 3.485 Euro einen extragroßen Container zum Transport höherer Güter kaufen und für 4,5 Jahre an Solvium vermieten. Die Festmiete beträgt jährlich 4,1 Prozent. Am Ende will Solvium die Container zum jetztigen Preis zurückkaufen.

Der Zusatz Select Plus ist irreführend.

Denn eine echte Auswahl (Select) an erfolgreich im Markt eingesetzten Hochcontainern (40-Fuß-High-Cube) haben die Anleger gar nicht. Praktisch kommen die Container alle von Solvium oder von Firmen, die von der Solvium-Muttergesellschaft ConRendit Holding AG am selben Sitz wie Solvium unter Leitung des Hamburgers Olaf Will (50) kontrolliert werden.

Solvium-Geschäftsführer<br />Andre Wreth (39)
Solvium-Geschäftsführer
Andre Wreth (39)
Entledigt man sich so elegant eines Bestandes an Spezialcontainern für hohe Transportgüter?

Wie Fonds professionell in seiner aktuellen Ausgabe schreibt, soll die Emittentin des Investments (eine Kommanditgesellschaft der Solvium Capital GmbH) bis zu 80 Prozent der Container von Solvium selbst erwerben. Weitere Verkäufer der Container können zwei ausländische Gesellschaften sein, die maßgeblich von ConRendit beeinflusst werden. ConRendit hat früher selbst Containerfonds aufgelegt, von denen einige eine sehr schlechte Performance aufweisen, wie GoMoPa.net berichtete.

"Aber nicht nur deswegen ist diese Vermögensanlage problematisch", urteilt Alexander Endlweber von FONDS professionell. Endlweber:

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Es liegt 1 Kommentar zu dieser Pressemitteilung vor.

# - Kommentar von Fondstelegramm am 01.08.2016 16:19
Die geheime Nebenabrede zu einer gefakten Police

Solvium führte Anleger und Vertriebspartner hinters Licht

Nach der Insolvenz des Containeranbieters Magellan sind Vermittler und Anleger verunsichert. Sie versuchen die verbliebenen Anbieter auf Herz und Nieren zu prüfen ? jedenfalls so gut sie es können. Inmitten der Negativberichterstattung über Magellan brachte Solvium Capital Mitte Juni ihren ?Portfoliobericht 2015? heraus. Ein Wirtschaftsprüfungsunternehmen, hieß es, habe alle relevanten Vertragsunterlagen für das Jahr 2015 eingesehen und die wesentlichen wirtschaftlichen Daten geprüft und bescheinigt. ?Mit dieser Transparenz für Vertriebe und Investoren geht Solvium Capital weit über die gesetzlichen Anforderungen bzw. Branchenstandards hinaus?, erklärte das Unternehmen. Bei genauer Lektüre offenbaren sich allerdings viele ungelöste Fragen.

Anbieter. Gegründet wurde Solvium im Jahr 2011, Ende 2013 wurde Conrendit im Rahmen einer Kapitalerhöhung Gesellschafter des Unternehmens. Geschäftsführer sind seit Gründung Marc Schumann und seit Februar 2014 auch Andr? Wreth. Seit dem Frühjahr 2015 gehört Solvium vollständig der Conrendit Holding AG, die einen negativen Trackrecord bei ihren Containerfonds vorweist. Diese Angaben fehlen im Portfoliobericht. Die Solvium Capital GmbH fungiert als Komplementärin der Konzeptions- und Verwaltungsgesellschaften (Portfoliogesellschaften).

Portfolios. Im ?Portfoliobericht 2015? nennt Solvium sechs Konzeptions- und Verwaltungsgesellschaften, die auch als Emittenten der Direktinvestments fungieren. Für vier dieser Gesellschaften, die bis Ende 2015 operativ tätig waren, macht Solvium nähere Angaben. Eine detaillierte Beschreibung gibt es aber nur zur Solvium Capital Portfolio GmbH & Co. KG, unter der 13 Direktinvestments laufen.

Container. In der Portfolio KG befanden sich zum Stichtag laut Solvium 14.629 Container, von denen 13.065 Exemplare den Anlegern und der Rest als ?Reservebestand? Solvium gehörten. Das Alter, die Mieter und die Restlaufzeit der Mietverträge werden nicht genannt. Es gebe 106 Mieter, der größte halte rund 17 Prozent des Portfolios und die drei größten Mieter nützten zusammen weniger als 38 Prozent aller Container. Außerdem sei "die Reserveflotte im Schnitt durch gezielte Zukäufe verjüngt" worden. Auch Magellan machte aus den Mietern ein Geheimnis und sprach bloß von den ?Top 25-Reedereien?. Zu den anderen Gesellschaften, von denen eine nur Wechselbrücken managt, macht Solvium gar keine weiteren Angaben.

Protect. Völlig unklar ist der Verlauf der so genannten ?Protect?-Produkte, die Solvium mit einer ?Kapitalerhaltungs- und Renditeversicherung? beworben hatte. Laut Portfoliobericht ist noch keines dieser Investments vollständig beendet und aufgelöst, auch nicht die Variante ?Solvium Protect 1? mit drei Jahren Laufzeit. Gegenüber fondstelegramm erklärte Solvium-Geschäftsführer Schumann, dass es ?im Bestand der Solvium keinen einzigen Kunden mehr gibt, der über einen Vertrag mit dem ursprünglichen Absicherungskonzept verfügt?. Laut Rechtsanwalt Jan Christoph Mosch, der Solvium vor Gericht vertritt, wurde allen ?Protect 1 bis 3?-Investoren im Jahr 2014 eine Vertragsänderung ?hin zu einem verbesserten Absicherungskonzept? angeboten. Den Anlegern seien eine etwas höhere Rendite und ein bedingtes Kündigungsrecht, der so genannte ?Solvium Härtefallschutz?, eingeräumt worden. Die Mehrzahl der Anleger habe das Angebot angenommen. In dem Portfoliobericht ist das ebenso wenig kenntlich gemacht wie das getilgte, sprich an die Anleger zurückgeführte Investitionsvolumen und generell die Zusammensetzung der gezahlten Mieten bestehend aus der versprochenen Grund- und Bonusmiete.

Versicherungsstreit. Die ?Vertragsänderung hin zu einem verbesserten Absicherungskonzept? steht in Zusammenhang mit dem Auffliegen der Phantom-Police einer Allianz Versicherung (zum Download hier klicken), mit der Solvium damals die ?Protect?-Produkte verkauft hatte. Solvium behauptet immer noch, einen wirksamen ?Versicherungsvertrag? geschlossen zu haben.

OLG-Termin steht. Die Allianz wehrt sich aber gegen die vermeintliche Versicherung und bekam im Spätherbst 2014 vom Landgericht Dortmund bestätigt, dass keine gültige Versicherung vorlag. Gegen das Urteil ging Solvium in Berufung. Allerdings wurde der Fall beim zuständigen Oberlandesgericht Hamm noch nicht verhandelt. Erst im Juni wurde der Termin für die mündliche Verhandlung für den 1. September 2016 anberaumt.

Die Inszenierung einer Versicherung. Was für manche nur ein Nebenkriegsschauplatz sein mag, ist in Wirklichkeit skandalös. Denn als Solvium mit der ?Versicherung? warb, war der Versicherungsschutz, den die involvierten Vertragsparteien vereinbart hatten, längst aufgehoben. Das geschah über einen von Solvium gegenüber dem Vertrieb verheimlichten ?Änderungsnachtrag? (zum Download hier klicken), der auf den 6. Juli 2011 datiert ist und mithin am selben Tag wie der ?Versicherungsvertrag? abgeschlossen wurde. Das Papier hat es in sich: Der Änderungsnachtrag hebt die ?Versicherung? (zum Download hier klicken) praktisch auf und macht den ?Versicherungsvertrag? wertlos. Anleger und Vertriebspartner wurden hinters Licht geführt.

Aufhebung der Versicherung. In Punkt 1 des strittigen ?Versicherungsvertrags? ist geregelt, dass die Rendite von 4,25 Prozent über sieben Jahre versichert sei. Im Änderungsnachtrag wird das quasi aufgehoben. Denn es wurde eine ?Selbstbeteiligung? des Versicherten eingeführt. Sie beträgt fünf Prozent pro Container und Jahr. Ergo sind die laufenden Erträge gar nicht versichert. Beim Rückkauf des Containers soll der Kapitalerhalt zugunsten der Anleger bis zu maximal 2.400 Euro bei einem Standardcontainer und 24.400 Euro bei einem Tankcontainer versichert sein. Der Änderungsnachtrag sieht jedoch eine ?Selbstbeteiligung? in Höhe exakt dieser Beträge vor. Demzufolge sind auch die Rückkaufsumme und mithin das von den Anlegern investierte Kapital nicht versichert.

Verschaukelt. Versicherungen gelten als Rückfalllösung im Notfall, wenn sonst nichts mehr geht. Die ?Versicherung? bei Solvium ist in dieser Hinsicht keine Lach-, sondern eine Luftnummer: Denn in dem Fall, in dem die Vertragspartner der Anleger ausfallen, gilt laut ?Änderungsnachtrag?: ?Nicht versichert gilt die Insolvenz oder die Nichtzahlung der Mieten.? fondstelegramm hat Solvium-Geschäftsführer Schumann um eine Stellungnahme zu der "Versicherung" und dem Änderungsnachtrag gebeten. Er teilte schriftlich mit: "Auf Empfehlung unserer Anwälte können wir zu dem von Ihnen angesprochenen laufenden Gerichtsverfahren derzeit keine weiteren Details nennen oder Fragen hierzu beantworten."

Nutzlose Bestätigung. Solvium machte seinerzeit ein großes Geheimnis um die ?Versicherung? mit der Begründung, die Konditionen seien so außerordentlich gut, dass das Versicherungsunternehmen deswegen nicht genannt werden wolle, weil es Kannibalisierungseffekte befürchten würde. Deshalb musste für den Vertrieb eine Bestätigung der Existenz des Versicherungsvertrags her, die das Versicherungsunternehmen selbst nicht benennt. Rechtsanwälte gelten gemeinhin als glaubwürdige Instanz und so kam es, dass die Kanzlei Barber Odenbach im Auftrag von Solvium die physische Existenz eines "Versicherungsvertrag" genannten Schriftstücks schriftlich bescheinigte. Was der unterzeichnende Rechtsanwalt Horst Barber aber offenbar nicht kannte war der Änderungsnachtrag. Deshalb sehen sich er und sein Kollege Mark Odenbach ebenfalls getäuscht. Nachdem sich der Verdacht erhärtete, dass es sich um eine Fake-Versicherung handelt, hat die Kanzlei den Treuhandvertrag mit Solvium wegen arglistiger Täuschung angefochten. 2014 brachte sie schließlich noch eine Klage beim Landgericht Hamburg ein, mit der sie die Freistellung von allen etwaigen Ansprüchen von Käufern der Protect-Produkte erwirken will. Ein Urteil wird für kommenden Herbst erwartet.

Zahlentapete. Die Zahlenkolonnen im Portfoliobericht sind beeindruckend, weil im Soll-Ist-Vergleich bei den Mietauszahlungen und Kapitalrückzahlungen in der geprüften Portfolio KG immer ?100%? angegeben ist. Das 2014 platzierte Produkt ?Solvium Protect Spezial 6? mit einem Jahr Laufzeit ist aber noch nicht getilgt, was nicht erläutert ist. Bei zahlreichen Investments der Investment KG, der Exklusiv KG und der Intermodal KG sollen zwar die Mietauszahlungen 2015 planmäßig erfolgt sein. Aber eine ?Mietrendite in 2015? haben die Anleger nicht erzielt.

fondstelegramm-Meinung. Der Wunsch nach Garantien ist verständlich. Er darf aber nicht zum Einlullen des Vertriebs und schon gar nicht zur Täuschung der Investoren missbraucht werden. Wohl nicht wegen des einseitigen Portfolioberichts, aber sicher wegen der scheinheiligen Inszenierung einer Versicherung kann Solvium nicht als seriöser Geschäftspartner gelten.


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